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  • Der deutsche Kriminalfilm vor 1945Datum10.07.2018 21:10
    Foren-Beitrag von Peter im Thema

    Zitat von Jan im Beitrag #87
    Zitat von Billyboy03 im Beitrag #86
    .... Seite filmhauer.net? ....alte deutschsprachige Filme erwerben, ... Erfahrungen gemacht?......

    .... Militaria .... suspekt .... nicht sonderlich seriöser Auftritt.

    Ich habe dort im letzten Jahr den spannenden und höchst interessanten Film Nebel (DEFA 1963, Regie: J. Hasler) erstanden, den es in der Tat sonst nirgendwo zu kaufen gibt. Preis, Abwicklung (schneller Download) und Filmqualität (ältere TV-Aufnahme) waren absolut okay. Weiteren Bedarf habe ich nicht. Den ganzen Rest muss jeder für sich entscheiden.....

  • Foren-Beitrag von Peter im Thema



    Siegfried Lenz: DAS FEUERSCHIFF (1960 / 1962 / 1985 / 2008):

    Bevor sie seinen berühmtesten Roman bestimmten, tauchten sie sie also schon in seiner nicht weniger berühmten, weil filmisch mehrfach aufbereiteten Erzählung/Novelle "Das Feuerschiff" auf: Alle Aspekte der Pflichterfüllung, gegen alle Widerstände und im Zuge aller Widersprüche. Das große Thema schon in 'Deutschstunde', dem Schicksalsplot von Siegfried Lenz. Ein Thema auch, welches nach Lenz´ Lebenserfahrung in den Facetten der Geschichte und des menschlichen Zusammenlebens zu einem gehörigen Teil schicksalsgebend für die Geschicke und Geschehnisse der Welt war....

    Bereits zwei Jahre nach Erscheinen der Erzählung "Das Feuerschiff" (1960) wurde die Geschichte des zum besseren Leuchtturmwärter degradierten Kapitäns, der einer Verbrecherbande 'lediglich' durch passiven Widerstand entgegentritt und damit seinen aktionistischen Sohn und die nicht minder tatendurstige eigene Besatzung enttäuscht, erstmals verfilmt.

    Sehr interessant in dieser 1962er Version die Besetzung der Hauptrolle mit James Robertson Justice, der zu jener Zeit im internationalen Kino ja sehr populär war und interessante Charismatiker verkörperte, zum Teil auch mit gewichtigen 'Supporting-Roles' in wirklichen Hollywood-Großfilmen der finanziellen A-Klasse. So gesehen die sehr gute Besetzung einer Rolle, die wahrlich nicht jeder verkörpern kann. So hat man also Justice´ Europa-Abstecher gut nutzen können (er kam ja zu jener Zeit auch in England hervorragend an - im ersten Rutherford-Marple-Streifen als herrischer Mr. Ackenthorpe senior).

    Filmsohn Michael Hinz ist ein perfekt passender Jung-Mime für den hitzigen, gerade erst reifenden Mann, der sich auf dem Schiff nolens volens auf den sehr guten Weg begibt, nach längerer Suche endlich seine Rolle im Leben zu finden.
    Dagegen sind die Rollen der Nebenfiguren der Besatzung auf dem Schiff über weite Strecken fast ein wenig unbedeutend, bis sie denn im Laufe der Geschichte zwei, drei große Momente bekommen - und damit dann wundervoll auch die Berechtigung für die erfreulich prominente Besetzung gewinnen.

    Für Werner Peters allerdings blieb leider im Grunde nur eine stärkere Szene, aber man kann eben nicht allen Figuren genügend Entfaltungsraum geben. Daher kann man dies eher als Feststellung denn als Kritikpunkt werten.
    Auch Dieter Borsche zunächst unauffällig, seinen Charakter hinter der 'Vize-Mütze' versteckend, erst dann zupackend, als sein Charakter nachhaltig korrumpiert wird. Es ist zwar nicht so, dass er zu den Bösen überläuft (die Argumente, 'denen' zu helfen, um sich selbst zu helfen, sind durchaus schlüssig), aber er zeigt schon diese typische menschliche Eigenschaft, dass man sich Tatkraft auf die ein oder andere Art abkaufen lässt. Wenn man erstmal im Flow ist, wächst die Entschlossenheit - und wirkt im Finale bei Borsche fast wie die des David Judd in den 'toten Augen'... Hinter den zentralen Figuren also ein Part, der dem Autor sichtbar wichtig ist.

    Pinkas Brauns vordringliche Aufgabe ist mutig zu zeigen, wie die unterdrückte Emotionalität in Grenzsituationen unangenehm ausbricht, das ist sehr menschlich beobachtet und konsequent ins Stück eingearbeitet.
    Solide Nebenrollen verkörpern Günter Mack, Wolfgang Völz und Georg Lehn, deren Rollen nah an der Romanfassung gehalten wurde, sie sind auch in der neuesten Verfilmung wieder ähnlich angelegt worden.

    Besonders wichtig für "Das Feuerschiff" von 1962 ist die Betrachtung der Schurken. Neben der Forums-Relevanz aller Film-Fieslinge dieser Zeit vor allem wegen der Krimi-Schwerpunktverlagerung, da die Vajda-Version zu den auftauchenden Schiffbrüchigen keine Frage offen lässt. Sondern wie in einem klassischen Kriminalfilm mit dem Verbrechen der Bande beginnt, nicht mit der widersprüchlichen Trostlosigkeit eines in Ketten liegenden Schiffs.

    Helmut Wildts Krimi-Visage war ja prädestiniert für durchaus verschiedene Rollen im Genre, die vermuteten schauspielerischen Limits kamen in dieser gefälligen Rolle überhaupt nicht zum Tragen. Er interpretiert seinen Part mit der zugedachten Selbstgefälligkeit recht überzeugend, was auch ein Zeichen dafür ist, wie hervorragend diese spezielle Bösewicht-Rolle in der Vorlage angelegt ist. Die Figur ist so dankbar, dass jeder vernünftige Schauspieler etwas daraus gewinnen kann und jene Aspekte in den Vordergrund bringt, die seinen schauspielerischen Fähigkeiten am ehesten entsprechen. Interessant wird die Rolle durch die ehrliche Überzeugung, in der eigenen Zwangssituation in einer Art von Notwehr zu handeln, obwohl ja gerade dieser Charakter verantwortlich für das komplette Schlamassel ist. Axel Milberg (2008) war sicherlich vom Typus näher an Robert Duvall (1985), welcher seine Method-Actor-Skills natürlich am ehesten beim Herausarbeiten des exzentrischen Gangsters rüberbrachte, dessen Psyche für weitere Handlungen jede Überraschung zuzutrauen ist. Wildt zeigte uns dagegen einen dem klassischen Milieu entsprungenen Anführer einer Räuberbande, ausgestattet mit viel Routine und den Begabungen des erfolgreichen Straßenkämpfers.

    Der junge Simon Martin, ein im Prinzip gänzlich unbekannter Mime, ist gar nicht schlecht als ein zum Mord getriebener Trauma-Patient, der sehr dazu beiträgt, eine Gleichförmigkeit der Bösewicht-Figuren zu vermeiden. Von Anfang an auf die Rolle des 'Killers bei Bedarf' festgelegt, bringt er den dafür angemessenen psychopathischen Hintergrund glaubwürdig mit.
    Absoluter Vorzeige-Gangster und auf diesem Sektor ohnehin höchst zuverlässig: Sieghardt Rupp, der hier eine besonders schöne Figur hat, denn er darf nicht nur konsequent böse sein, sondern das üble Geschehen häufiger mit präzise eingesetzten Hohnlachern quittieren...... Sehr feine Unterstreichung eines insgesamt sehr gelungen skizzierten Gangster-Trios.

    Insgesamt stellte Vajda die kriminalistischen Aspekte etwas stärker in den Vordergrund als die Lenzschen Grundmotive, was dem Unterhaltungswert des Films natürlich entgegenkam, den Freunden tief verständiger Literaturverfilmungen aber eher eine Enttäuschung bereitete.
    Klar, das eher melodramatische Ende weist uns darauf hin, dass wir nicht einfach nur einen Krimi gesehen haben. Aber auf diesen dicken Schlußstrich muss man sich eben einlassen, genau wie man sich es mit dem nasskalt-unverwüstlichen Stoff und seiner aggressiven Grundstimmung bewusst behaglich machen muss, denn dann macht die Geschichte wirklich Freude. Siegfried Lenz, der gelegentlich auch mal gepflegte Langeweile verbreitete, also mal so richtig unterhaltsam und spannend, dieses Werk hätte ruhig als stärker genutztes Vorbild für ihn selbst - und auch für manch anderen 'schweren' Autor dienen dürfen....

    In der Film-Version von 1985 konnten mit Brandauer und Robert Duvall zwei seinerzeit international sehr angesagte, große Stars für einen kleinen Film (jedenfalls gemessen an US-Verhältnissen) verpflichtet werden. Unter der Regie von Independent-'bird-of-passage' Jerzy Skolimowski vermittelte der Film den Gesamteindruck, dass die Unterhaltung professionell geklappt hat, dass man als Zuschauer aber eben nicht so sehr vom literarischen Inhalt, sozusagen von der Meta-Ebene, ergriffen wurde. Zwar ist der tiefe Sinn dieser Parabel, an allen Orten zu funktionieren, dennoch entstehen beim Heraustrennen aus dem erdachten Umfeld unweigerlich Reibungsverluste. Die Geschichts- und Story-Glättungen à la Hollywood tun ja häufig ihr übriges, wenngleich dieser Film mit Sicherheit zur besseren Hälfte amerikanischer Produktionen gehört. Zumal 'Vulkan' Brandauer im Zenit seines Schaffens diese Kapitäns-Rolle mit Zurückhaltung und beklemmender Glaubwürdigkeit angelegt hat.

    Gefühlt wie gestern, doch vor inzwischen auch schon wieder zehn Jahren wurde dann die neue Version des NDR umgesetzt. Nur zu verständlich, dass das TV-Produkt im Vergleich zu den früheren Verfilmungen zwar sorgfältig angelegt, jedoch nicht mit dem höchsten Budget und nicht mit den überragendsten Schauspielern ausgestattet werden konnte. Axel Milberg genügt vielleicht schon höchsten Ansprüchen, die meisten Mitstreiter bewegen sich eher im Rahmen des üblich-soliden Fernsehkrimi-Niveaus. Jan Fedder als überregionaler Sympathieträger spielte hier seine beste Rolle, die schließlich ein Klassiker unter den 'Hanseatenrollen' ist - und die auszufüllen ihm auf seine älter werdenden Tage sichtbar am Herzen lag. Und doch bleibt Fedder bei aller Heimstärke eine Spur limitierter als Justice oder gar Brandauer... . Aber die TV-Arbeit von 2008 hat auch ihre Vorzüge. Die Geschichte wirkt sehr norddeutsch, man bewahrte sich das Ursprüngliche, das vom Autor Gewollte. Ein großer Moment in einer kleinen Szene ist das Auftauchen von Lenz persönlich als Angler. Ein sehr bewegender Moment, der Begriff 'Cameo' wird einer solchen Szene sicherlich nicht ganz gerecht. Auf jeden Fall ein würdiger Abschluss nach drei doch recht interessanten, eigenständigen Bearbeitungen einer ergiebigen Erzählung. Weitere Verfilmungen dürften nicht mehr nötig sein. Eigentlich....

  • Foren-Beitrag von Peter im Thema

    Besten Dank an @Gubanov und @Georg für die aufmunternden Extra-Einladungen. Mir geht es aber ähnlich wie Prisma, daher bin ich diesmal schweren Herzens nicht 'an Bord'. Abgesehen von wenigen jüngeren Sichtungen habe ich zwar die meisten der im Fokus stehenden Filme früher schon gesehen, für eine faire und seriöse Bewertung sind die Erinnerungen aber häufig zu verblasst. Und für die erforderlichen Auffrischungen fehlt die Zeit.
    Natürlich werde ich den Durbridge-Grandprix mit Spannung und Interesse verfolgen und freue mich schon auf eure Diskussionen und einige Anregungen für Wieder- und Neu-Entdeckungen.
    Ich wünsche allen Aktiven viel Vergnügen und ein gutes Händchen beim Zücken der Wertungstafeln. Seid verdient großzügig, aber übertreibt nicht....

  • Foren-Beitrag von Peter im Thema

    Zitat von Gubanov im Beitrag #6
    Ich kann deine große Mühe und Umtriebigkeit, ohne die diese Veröffentlichung nicht möglich gewesen wäre, nur loben.... Bin schon sehr gespannt auf die Kurz-Temples.

    Da kann ich mich nur anschließen. Auch von mir ein großes Dankeschön, lieber Georg! Habe das Buch bereits vorbestellt, mehr kann man im Moment nicht tun.....

  • Foren-Beitrag von Peter im Thema

    Nachdem ich den Gereon-Roman-Zyklus bis auf den aktuellen Stand gehört habe, fühle ich mich auch für die Verfilmung gewappnet und freue mich schon sehr darauf. Hier als Ergänzung noch meine persönlichen Eindrücke zu Roman Nummer Sechs...:

    Lunapark
    Berlin, 1934: Die NS-Diktatur verfestigt sich. Nach internen Kämpfen wird der angebliche Röhm-Putsch vorbereitet. Mit der politischen Gleichschaltung beginnt die Ausschaltung aller Gegner. Noch aber flackert mörderischer Widerstand: Eine Reihe von SA-Leuten wird brutalst erschlagen aufgefunden.
    Die Diktatoren nutzen die Mordserie an Mitgliedern der in Ungnade gefallenen Organisation zur unverblümt mörderischen Jagd auf Kommunisten und Juden. Zur Verquickung von Täter-Ermittlung und propagandistischer Ausschlachtung schalten sich sogar Parteigrößen wie Reinhard Heydrich ein. Doch in Wahrheit scheint die Nazi-Ermittler nichts weniger zu interessieren, als dass die Spuren immer wieder in den Lunapark führen. Einen früheren Rummelplatz, heruntergekommenes Symbol der verblichenen 'goldenen' 20er Jahre. Ein Nebenschauplatz, verglichen mit den Riesen-Pläne der Partei.
    Gereon Rath kämpft derweil dagegen an, als Kriminalkommissar nur noch Anhängsel der Gestapo zu sein. Vor allem sein inzwischen vom Nazi-Virus befallener und nach Aufstiegs-Chancen heischender Ex-Kollege Gräf sorgt für Konflikte. Als würde es nicht genügen, mit Ermittlungen und privaten Sorgen alle Hände voll zu tun zu haben, mündet seine unausgesprochene Abhängigkeit von einem Unterweltboss in eine handfeste Erpressung: Rath wird mit allen Mitteln gezwungen, den gesuchten Mörder nicht einfach zu stellen. Sondern zu ermorden.....
    Das bislang reifste Buch Volker Kutschers ist der vorläufige Höhepunkt des Gereon-Rath-Zyklus. Das Eintauchen in eine schillernd-abgründige Atmosphäre, gemeinsam mit den inzwischen tief ausgeleuchteten Hauptfiguren, verliert auch im sechsten Band nie seinen Reiz. Im Gegenteil. Die Nazis werden passenderweise dargestellt als explosive Mischung aus ideologischen Schwerverbrechern, aktiven Ex-Gangstern, die in den NS-Schlägertruppen ihr erpresserisches Tun legalisiert haben, kühlen Karrieristen und ignoranten Mitläufern. Ein widerliches Gebräu als undurchdringliche Staatsmacht des ‚neuen Deutschland‘, gegen die auch eine erhebliche Menge von unorganisierten Widerständlern, die aus politischen, menschlichen und materiellen Gründen verfolgt werden, niemals ankommen können.
    Der hochspannende Krimi speist sich nicht nur aus den üblichen Krimimotiven wie Habgier und Rache, sondern präsentiert Berlin als eine im Kern verzweifelte, dem moralischen Verfall erlegene und dem politischen Abgrund entgegenmarschierende Metropole. Alle Handlungen sind von Zwängen und Abrechnungen in einer Gewaltdiktatur bestimmt. Weit über die Krimihandlung hinaus erspürt Autor Kutscher, wie die von Propaganda vergiftete, denunziatorische Atmosphäre gefährlich tief bis in die eigenen vier Wände sickert....
    .... So gut wir den Fortgang der Weltgeschichte kennen, so gespannt sind wir auf die Fortsetzung dieser Geschichte.....

  • Eure Hörspiele und HörbücherDatum25.02.2018 20:18
    Foren-Beitrag von Peter im Thema

    Zitat von Gubanov im Beitrag #55
    Hier wieder ein paar klassische Krimilesungen. Man erhält sie momentan zum Schnäppchenpreis:
    Forsyth, Frederick: Auftrag ausgeführt
    Greene, Graham: Der dritte Mann
    Hammett, Dashiell: Ein Mann namens Spade

    Es war wieder Zeit für interessanten Hör-Nachschub. Diesen Tipp habe ich deshalb dankbar aufgenommen und mir alle drei Krimiklassiker für kleines Geld bestellen können.

  • Giallo-Top-10Datum10.02.2018 10:45
    Foren-Beitrag von Peter im Thema

    Dass man hier öfter mal als 'Gelbjacke' angepostet wird, setzt natürlich eine brutale modische Entgleisung voraus. Obwohl, wenn die richtige Visage hinzukommt, passt es ja wieder. Daher fühlt man sich als Krimifreund mit dem Reggie-Nalder-Vergleich - in Sachen alternativer Schönheit und Seriosität - schon wieder ganz persönlichkeitsgerecht angesprochen...

    Meine aktuellen Giallo-Top-Ten-and-a-half:

    Platz 01: Rosso - Die Farbe des Todes (Dario Argento)
    Platz 02: Sleepless (Dario Argento)
    Platz 03: Das Geheimnis der schwarzen Handschuhe (Dario Argento)
    Platz 04: Aura - Trauma (Dario Argento)
    Platz 05: Der Killer von Wien (Sergio Martino)
    Platz 06: Das Geheimnis der grünen Stecknadel (Massimo Dallamano)
    Platz 07: Der Mann ohne Gedächtnis (Duccio Tessari)
    Platz 08: Die neunschwänzige Katze (Dario Argento)
    Platz 09: Blutspur im Park (Duccio Tessari)
    Platz 10: Der Schwanz des Skorpions (Sergio Martino)
    =Platz 10: Vier Fliegen auf grauem Samt (Dario Argento)

  • Eure FilmbücherDatum10.01.2018 09:27
    Foren-Beitrag von Peter im Thema

    Der aktuelle Stapel schrumpft nur langsam, es wird also noch ein Weilchen dauern, bis das Ritzer-Buch für mich an der Reihe ist. Aber eine interessante Vorab-Info als Ergänzung zur Diskussion möchte ich bereits einwerfen, weil der Ritzer eine Kleinigkeit bietet, die Gerhold nicht hat...
    ... Abschluss des Buches, gleichermaßen Einstieg ins Thema, bildet ein Kanon von 50 Filmen, die das Genre über all die Jahre geprägt und bereichtert haben.
    Es ist nicht unbedingt 'meine' Liste, eine Reihe der Filme kenne ich auch gar nicht, aber auf jeden Fall eine sehr anregende Übersicht.
    In diesem repräsentativen Querschnitt fehlen bewusst die verdienten Mehrfachnennungen bewährter Regisseure dieses Sektors. Weitere Werke von Chabrol, Clouzot, Melville, Truffaut, Becker, Duvivier, Verneuil und-und-und muss man sich also hinzudenken bzw. deren Beiträge zum Genre aus anderen Quellen destillieren. Dies allerdings führt dann zu einem sehr ordentlichen Gesamtbild....

  • Foren-Beitrag von Peter im Thema

    Hurra, hurra, die Post war da. Vielen lieben Dank auch von meiner Seite für das schöne neue 'Puzzleteil' und das Rätsel, welches auch schon gelöst ist....

  • Eure FilmbücherDatum07.01.2018 12:27
    Foren-Beitrag von Peter im Thema

    @Gubanov
    Deine Vermutung zum Ritzer-Buch ist richtig. Zur inhaltlichen Qualität kann ich noch nichts sagen, es sieht aber interessant aus.

    Das kompakte Gerhold-Buch ist zwar ähnlich aufgebaut, erfüllt im Grunde genommen aber beide Formen in ganz interessanten Ansätzen.
    Den Inhalt habe ich mal zum Vergrößern abgelichtet.



    In allen Kapiteln bewegt man sich sehr nah an der Arbeit der Künstler und an den Filmen mit ihren Stories. Es ist kein Zufall, dass die Überschriften bekannte Filmtitel oder griffige Abwandlungen sind.
    Der Autor verliert sich selten in Abstraktionen und geht ständig auf Filminhalte, Hintergründe und Regiestile ein. Das ist auch gut so, denn der großspurige Klappentext ("... soziopolitische, ökonomische und kulturelle Entwicklung...") hätte ins literarische Nirvana geführt.
    Natürlich ist die Auswahl subjektiv und unvollständig, auch einen lexikalischen Teil sucht man vergeblich. Aber zum Glück kann man heutzutage mühelos alle Anregungen aufnehmen und die Themenschwerpunkte selbst vertiefen. Anders als im Erscheinungsjahr, als die weiterführenden Informationen noch wesentlich schwieriger zu recherchieren waren.
    Antiquarisch ist das Buch für kleines Geld erhältlich, daher ist es auf jeden Fall empfehlenswert. Kein großes Standardwerk, aber ein schönes, risikoloses Einsteigermodell.

    Natürlich würde ich mir speziell für diesen Themenbereich auch wünschen, mal ein enzyklopädisches Werk mit sehr vielen Filmen und sehr ausführlichen Analysen nutzen zu dürfen. Aber das bleibt wohl Wunschdenken bzw. man muss sich alles aus verschiedenen Quellen zusammensuchen. Aber im Grunde liegen alle Basis-Informationen griffbereit im Netz. Entscheidend bereichernd bleibt zum Glück ohnehin die eigene Sichtung der Filme.

  • Eure FilmbücherDatum04.01.2018 15:19
    Foren-Beitrag von Peter im Thema



    Ivo Ritzer (Hg.): Polar – Französischer Kriminalfilm. Ventil Verlag, Mainz, 2012.

    https://www.ventil-verlag.de/titel/1387/...er-kriminalfilm

    Als Ergänzung zu:

    Hans Gerhold: Kino der Blicke. Der französische Kriminalfilm. Fischer Cinema, Frankfurt, 1989.

  • Foren-Beitrag von Peter im Thema


    "3-2-0. Ist ja entzückend, Baby!"

    Danke Detective Lieutenant und @Marmstorfer für die anerkennenden Worte (dazu gleich mehr). Danke an alle Mitstreiter, besonders großes Dankeschön an @Gubanov für die Veranstaltung dieses spannenden Spiels!
    Als Gegenleistung möchte ich euch einige Anmerkungen - nicht ersparen....:
    Die Filme zu erkennen fiel mir - anders als in den früheren Spielzeiten - diesmal insgesamt deutlich leichter. Ob´s der Lerneffekt war oder Glück bei der Filmauswahl, weiss ich selbst nicht genau. Andere langjährige Mitstreiter haben ja möglicherweise andere Erfahrungen gemacht, wie zwischendurch zu lesen war.
    Die Hinzunahme der Mabuse-Streifen, die ich sehr gut kenne, kam mir auf jeden Fall sehr gelegen. BEW und WW haben zumindest nicht für gravierende Extra-Probleme gesorgt. Fehler macht man ja häufig dort, wo man sich vermeintlich am sichersten fühlt.
    Da ich die Mehrzahl der Fragen - wegen der netten Bonuspunkte - von unterwegs lösen musste, kamen mir auch die unerwartet zahlreichen Internet-Helferlein (Dailymotion & Co.) sehr entgegen bzw. der Umstand, dass sich fast alle Antworten über das Netz recherchieren ließen. Die relevanten Bücher stehen bei mir zwar auch im Schrank, waren aber zum Glück kaum nötig, nur der spontane Blick ins Hastenbeck-Buch war natürlich unvermeidlich. Da ich allerdings den uMönch auf dem Bild schon früh morgens erkannt hatte, konnte das Buch mit einem schnellen Griff für unterwegs eingepackt werden - und lieferte dann umgehend die gemütliche Lösung.
    Die beiden von Marmstorfer erwähnten Quellen ('Zauberspiegel' und 'Booklooker') habe ich auch verwendet, bei der Akasava-Lösung konnte sogar Gubanov mit seinem eigenen Forums-Statement als Quelle überrascht werden.
    Überhaupt: von Marmstorfer (und der Rest-Meute um @brutus und @Harry Lime ) angetrieben und gejagt zu werden, hat sicherlich Auswirkungen auf den High Score gehabt.... Ich kann mir schon ganz gut vorstellen, was Marmstorfer beim nächsten Adventskalender vorhat, die Ziel-Zahl dürfte sicherlich nicht 319 lauten...
    Auch bei Marms fehlte neben ein paar Bonuspunkten ja nur eine richtige Lösung. Und auch bei ihm gab es darum ja einigen, sogar öffentlichen Zank... Der heiße Atem aus Hamburg war also bis in den Taunus 17M zu spüren...
    Am Ende war ich selbst überrascht, die starke Punktzahl aus dem letzten Jahr auch bonusbereinigt noch spürbar gesteigert zu haben. Jetzt im Rückblick war sogar der Perfect Score in greifbarer Nähe. Nach guten früheren Ergebnissen wagt man bei Spielstart natürlich zumindest unterbewusst, mit dem Perfect Score zu liebäugeln. Doch nach einem kurzen heftigen Gefecht hinter Türchen 3 hatte sich dieses Thema ja sehr schnell erledigt. Die kleine Larifari-Nachlässigkeit beim Antworten wurde nicht verziehen. Ist auch okay so, man will sich ja entwickeln, und bei meinen beiden früheren Teilnahmen war es tatsächlich so, dass sich immer wieder mal Patzerchen einschlichen (insofern ist der von Marms und mir entwickelte Vergleich mit dem HSV nicht ganz falsch )
    Was es sonst noch zu den Lösungen selbst zu sagen gibt:
    Statt bei Tür 3 alle möglichen Infos und theoretischen Lösungen aufzufahren, habe ich es bei einem kurzen Hinweis belassen und ich mich auf eine Lösung versteift, die im Rahmen der 50%-Chance allerdings süffisant als "das falsche Pferd" bestätigt wurde. Wie im Ergebnis zu sehen war, haben aber die meisten Mitstreiter bei Tür 3 ihre eigenen miesen Erfahrungen aufgesammelt....
    Bei Tür 8 hatte ich Glück, dass ich die Frage sofort richtig verstanden und entsprechend recherchiert habe, bis alle vier relevanten Daten gefunden waren (Alternativquelle: deutsche-filme.com).
    Nicht schnell lösbar war für mich Tür 11, weil es sich dort wahrlich um das Bild einer Dutzendfigur handelt (der größte Riebauer-Fan bin ich ja noch nie gewesen...). Zudem ist 'Das 7. Opfer' nicht online abrufbar, jedenfalls nicht kostenlos, daher war ein abendlicher DVD-Check vonnöten...
    Tür 18 sorgte für viele Probleme bei anderen Spielern, auch ich als Giallo-Freund war im ersten Moment unsicher. Dieses Fernglas ist aber ein gutes Beispiel dafür, dass auch das Ausschlussprinzip sehr helfen kann. Auf den Verdacht "Katze" kann man also kommen, egal ob man den Film gut kennt oder nicht. Und um den Film sicher zu identifizieren, hat in diesem Fall eine primitive Google-Bildsuche nach dem mutmaßlichen Titel genügt. Die Frage war natürlich etwas tricky, weil die Straße nicht wie erwartet (und von Gubanov im Forum ausgiebig besprochen) zu den beiden im Film auftauchenden Straßen in Rom gehört, sondern mitsamt 'Institut' in Turin zu finden ist.
    Gefahr für einen extrem blöden Fehler bestand bei Tür 20, wo ich in totaler Unaufmerksamkeit spontan an unser zertifiziertes Lieblingsopfer Flimmer-Fred dachte. Eigentlich nicht verwerflich bei diesem Bild, aber ich hatte kurzzeitig vergessen, dass uns Stephen Judd ja schon hinter Tür 6 eine Versicherung angedreht hatte - und damit die "Augen" aus dem Spiel waren. Doch damit nicht genug: Ich kam nach der reichlich späten Erkenntnis auch nicht automatisch auf das Remake sondern musste wirklich eine Weile forschen und überlegen, bis der rostige Groschen endlich gefallen war.... Manchmal fragt man sich schon, wozu man eigentlich aufwändig den Spielverlauf in einem Excel-Template dokumentiert, wenn man im entscheidenden Moment die Augen nicht aufkriegt.....
    Tür 21 erforderte beim Gespann Blacky / Brocki einen genaueren Blick in den Froschfilm, um nicht versehentlich auf die Spur des Hexers zu geraten, der für die Frage nach Neubearbeitung natürlich auch schlüssige Antwortmöglichkeiten geliefert hätte.
    Angst vor der 'Werner-Reinisch-Frage 2.0' hatten wahrscheinlich alle, und bei Tür 22 schien es auf den ersten Blick so weit zu sein. Die Besetzung der 'Handschuhe' ist aber inzwischen auch in der IMDB ganz gut dokumentiert. Zum zweiten und letzten Mal half mir hier die Fachliteratur bei der Absicherung, denn im Dario-Argento-Buch "Der verletzliche Blick" werden in der Besetzungsliste sogar die Opfer-Komparsinnen durchnummeriert.
    Bei Tür 24 empfand ich es als schwierig bis unmöglich, Borsche zu erkennen. Da mir das Bild aber gefühlsmäßig auf BEW hinzuweisen schien, konnte auch hier die Google-Bildsuche schon nach ganz wenigen Versuchen für schnelle Hilfe sorgen. Die Peter-Vogel-Stelle im Film musste man sich natürlich ansehen (auch das Phantom gibt´s leider nicht online), wobei mir auch auffiel, dass das gesuchte Zitat zwar als eindeutig richtig erkennbar war, die Fragestellung aber nicht ganz so sauber wie sonst ausfiel, da dieser 'Wunsch' im Film tatsächlich nur 'scheinbar' in Erfüllung geht bzw. sich bei der Auflösung zerschlägt. Bonuspunkt für den @Count Villain !

  • Foren-Beitrag von Peter im Thema

    Zitat von Lord Low im Beitrag #1
    "Die toten Augen von London"
    Hier ist es zwar nicht direkt ein Priester, jedoch erinnert das Blindenheim an eine kirchliche Hilfsorganisation.

    Doch. 'Reverend' Dearborn ist ein lupenreiner protestantischer Geistlicher. Genauso wie er ein lupenreiner Blinder ist...

  • Foren-Beitrag von Peter im Thema

    Hier die Verknüpfung zu unserem schönen Gedenk-Thread anlässlich Louis' Hundertstem:

    Nein! - Doch! - Ohh! - Louis de Funès wäre heute 100 geworden

  • Heinz Drache im "Tatort" BerlinDatum23.12.2017 10:14
    Foren-Beitrag von Peter im Thema

    Zitat von Jan im Beitrag #33
    Zitat von Gubanov im Beitrag #29
    Außerdem ist es auch einfach um mich geschehen, wenn die wunderbare West-Berlin-Insel-Atmo zu spüren ist.

    Ist ja interessant - da bin ich glattweg nicht der einzige, der sich den Hals nach dieser typischen Westberlin-Aura verdreht. Immerhin habe ich mir die komplette "Drei-Damen-vom-Grill-Box" nicht zuletzt deswegen angetan.

    --> Für alle West-Berlin-Atmosphäriker darf man weiterhin "Liebling Kreuzberg" wärmstens empfehlen...!

    Zitat von Gubanov im Beitrag #34
    Naja, einen nicht unwesentlichen Anteil an Draches Ablehnung scheint ja nicht nur die Storyqualität, sondern auch die Größe seiner Rolle gespielt zu haben. Nur selbstlose Aufopferung für das Niveau der Serie war's also auch nicht unbedingt.

    --> Stimmt sicher. Aber wer wird als renommierter Krimikommissar schon gern Tatort-Protagonist, um dort schrittweise in 'Haupt'-Nebenrollen wie - sagen wir - die von Harry Meyen in der "Gruft" abzusacken...?

    Zitat von Marmstorfer im Beitrag #35
    Und sind Leute wie Ulrich Tukur, Jan Josef Liefers und Christian Ulmen etwa keine Stars, im Vergleich etwa zu Heinz Drache, Hansjörg Felmy und Götz George, nur weil sie später geboren sind?

    --> Keinesfalls. Solch wunderbare Schauspieler sollten uns allen immer heilig sein. Von Striesow, Tukur oder Liefers wissen wir ja, welch vorzügliche Filmrollen sie schon gestaltet haben. Dennoch kann ja leider ein gewisser Teil ihrer Tatorte ein wenig zu schrottig geraten sein....

  • Foren-Beitrag von Peter im Thema

    Zitat von brutus im Beitrag #147
    Heute hab ich bisserl getrödelt, aber zum Glück war hier die Auswahl des richtigen Films einfach

    Ja, ich hatte auf der 22 spontan schon die "Werner-Reinisch-Frage 2.0." befürchtet. Es ging aber locker...... Fehlt also nur noch der hoffentlich erfolgreiche Endspurt....

  • Heinz Drache im "Tatort" BerlinDatum22.12.2017 19:50
    Foren-Beitrag von Peter im Thema

    Zum Glück sehe ich das nur selten...

  • Heinz Drache im "Tatort" BerlinDatum22.12.2017 14:15
    Foren-Beitrag von Peter im Thema

    Die Erinnerung ist etwas verblasst, aber vergessen ist die Sache nicht...:
    Die Vorfreude des jugendlichen Wallace-Fans war riesig, als in den 80ern Heinz Draches durchaus spektakuläres Kommissars-Comeback im Tatort in Aussicht gestellt wurde.
    Die Begeisterung wandelte sich jedoch schnell in Ernüchterung, als es tatsächlich zu den Ausstrahlungen kam.
    Und dies lag tatsächlich weniger an Drache selbst, der seine Figuren ja schon früher gern schnieke und blasiert angelegt hatte (eventuell, weil er auch als Privatmann vor allem sich selbst gut fand, wie man hört...).
    Das kann man mögen oder nicht, zumindest wurde die entsprechende Erwartungshaltung von Drache immer zuverlässig bedient.
    Vielleicht war die Sekt- und Austern-Mentalität dann im Tatort eine Nuance zu weit gesponnen, aber was soll die Suche nach einem Haar in der Suppe, wenn gerade das komplette Büffet vom Tisch fällt...
    .... Nein, es war nicht die völlige Katastrophe, im Durchschnitt immer okay für den Einmalgenuss.
    Aber abgesehen vom netten Wiedersehen mit dem Wallace-Star, auf dessen 'Original'-Auftritte man damals ja noch nicht so guten TV-/Video-Zugriff hatte, sowie von der immer wunderbar wirkenden Berlin-Atmosphäre steckte zu wenig Substanz in den Bülow-Tatorten.
    Und das war ganz einfach den zu bescheidenen Büchern geschuldet, insofern hatte Draches unversöhnliche Haltung im Streit mit den Autoren/Redakteuren ihre sachliche Berechtigung.
    Die Details der wegen noch gravierenderer Qualitätsmängel gar nicht erst realisierten Beiträge - oder gar Verfilmungen davon - möchte ich wirklich lieber nicht kennen.....

  • Foren-Beitrag von Peter im Thema

    Auf die Sichtung der Serie "Babylon Berlin" warte ich, bis ich eine komplette DVD- oder Blu-ray-Box in Händen halten kann. Vorerst beschränke ich mich mit allergrößtem Vergnügen auf die Hörbücher.
    Die ersten fünf Teile des Zyklus sind geschafft. Teil 6 "Lunapark" sowie das zeitlich vorgelagerte Spin-off "Moabit" liegen schon für mich bereit und folgen als Hörgenuss im Januar.

    Hier meine Kurzfeedbacks zum Stand der Dinge:


    Der nasse Fisch
    Berlin, 1929: Im abklingenden Rausch der ‚Goldenen 20er‘ herrscht in der brodelnden Stadt politisch wie sozial eine perfekte Noir-Stimmung. Der aus Köln eingewanderte junge Kommissar Gereon Rath wird in seinem ersten Fall mit Exilrussen konfrontiert, die auf dem Weg zum Heimatputsch wenig zimperlich auch vor Folterungen und Morden nicht zurückschrecken. Rath, der allzu gern auf eigene Faust handelt und sich ständig mit Vorgesetzten anlegt, erkennt, dass sich auch alteingesessene Kriminelle sich an einem schmutzigen Bandenkrieg beteiligen. Bald zeigt sich, dass die Motive für Morde und organisierte Verbrechen aller Art sehr einfach gelagert sein könnten: Jagd auf Waffen. Und Gier – nach Gold…..
    Der wunderbare Schauspieler Sylvester Groth liest den ersten Teil einer Großstadt-Sinfonie, deren düstere Klänge aus den Verbindungen von konventionellen und politischen Kriminellen resultieren und für die Zukunft nichts Gutes verheißen. Ein harter Krimi und das Porträt einer Stadt, die auch heute wieder ein wenig auf dem Pfad zu alter Vergnügungssucht zu wandeln scheint….

    Der stumme Tod
    Berlin, 1930: Der Siegeszug des Tonfilms versetzt die Branche in Aufruhr. In den Konkurrenzkämpfen unter den Produktionsfirmen, zwischen Konservativen und erfolgshungrigen Erneuerern, im Ringen um Stars und Stories, wird auch vor übler Sabotage nicht zurückgeschreckt. Der tödliche Unfall einer prominenten Darstellerin, die von einem Scheinwerfer auf ihrer markierten Stelle getroffen wird, ist jedoch schnell als raffiniert ausgetüftelte Mordfalle enttarnt. Und während Gereon Rath nach dem Auffinden einer zweiten toten Schauspielerin der lästigen Presse noch das Unwort ‚Serientäter‘ austreiben will, wird eine weitere Leiche gefunden. Erneut in einem Kino. Und auch dieser Schauspielerin sind vor ihrem Tod noch die Stimmbänder herausgeschnitten worden……
    DER Krimi für alle begeisterten Filmhistoriker. Der Wandel von Zeit und Kunst, die Überlebenskämpfe hinter der allmächtigen UFA. Und ein abgründiger Whydunit….. Die vergleichsweise etwas schwächlichere Krimihandlung wird durch die umso interessanteren Hintergründe mehr als ausgeglichen.
    Sprecher Reiner Schöne fügt sich nahtlos in den Hardboiled-Stil der bewährten Erzählweise ein.

    Goldstein
    Berlin, 1931: Ein erfolgreicher New Yorker Auftragskiller hat bei seinem Berlin-Besuch nicht nur touristische Aktivitäten im Sinn. Ein Auftrag für Gereon Rath, der in den eigenen Reihen genug zu tun hätte, um den Schupo zu enttarnen, der flüchtige Diebe lieber ermordet statt sie festzunehmen – und eine junge Obdachlose zu einer denkwürdigen Flucht durch die ganze Stadt zwingt. Stattdessen kommt noch der Berliner Unterweltboss Marlow ins Spiel, der in der komplexen Gesamtlage seine eigene Strategie verfolgt……
    Herrlich, wie sich hier gleich zwei Spannungsbögen zusammenfügen. Sehr gefällig nicht nur der Typenmix Berliner Originale; auch der titelgebende coole Killer, dessen überhebliches Charisma ins Bröckeln gerät, als er feststellen muss, dass es sich im Berliner Dschungel auch nicht leichter agieren lässt als an der heimatlichen Ostküste.
    Als Sprecher übernimmt endgültig David Nathan. Und macht es glänzend.

    Die Akte Vaterland
    Berlin, 1932: Kommissar Rath kommt bei seiner Jagd auf einen Auftragsmörder nur schleppend voran, als die Stadt von einem weiteren rätselhaften Mordfall heimgesucht wird: Ein Mann fährt ins Szene-Viertel am Potsdamer Platz und stirbt im Lastenaufzug des Gasthauses „Vaterland“. Die Gerichtsmediziner ermitteln als Todesursache… Ertrinken! …. Als sich dann noch die Spuren verdichten, dass ein Serienmörder am Werk sein dürfte, folgt der Kommissar seiner einzigen Spur. Die Fäden laufen in Ostpreußen zusammen…..
    Das Bild dieser Zeit als Mischung aus Döblin und Wallace. Kutscher setzt aber nicht auf Trivialeffekte, am Spannungsbogen wird viel Entwicklungsarbeit geleistet. Kein Wunder, dass die halbseriöse masurische Schnapsbrennerei nur die Oberfläche viel tiefer liegender tödlicher Verstrickungen der Vergangenheit darstellt. Geschickt eingeflochten wird die bereits zur Weimarer Zeit komplex entwickelte Geschichte Ostpreußens, die als Folge des herannahenden Krieges bekanntermaßen noch zum tragischen Ende des preußischen Außenpostens und damit einer ganzen deutschen Region führte.

    Märzgefallene
    Berlin, 1933: Der Reichstag brennt, die Republik stirbt. Der Fund eines obdachlosen Kriegsversehrten würde in den Ereignissen untergehen, wenn diese Person nicht in Verbindung zu einem spektakulären 'Tatsachen'-Roman stehen würde, der für Begeisterung bei den neuen Machthabern sorgt: In 'Märzgefallene' erzählt ein Zeuge, dass beim Rückzug 1917 nicht nur gegenständlich verbrannte Erde für den Feind hinterlassen wurde. Aus Habgier soll ein jüdischer Offizier auch Kameraden und französische Kinder ermordet haben. Dann wurde französisches Vermögen versteckt, das den deutschen Soldaten nach dem Krieg als großzügige Dolchstoß-Wiedergutmachung dienen sollte. Während noch alle Nicht-Nazis in den aufkommenden Propagandazeiten am Wahrheitsgehalt der Antisemitenliteratur zweifeln, wird Gereon Rath klar, dass ein Mörder umgeht, der nicht irgendwelche armen Teufel, sondern alle damaligen Zeugen der 'Operation Alberich' beseitigen will. Vorzugsweise mit der dreieckigen Klinge eines Grabendolchs....
    Hochspannend. Die geradlinigste Krimihandlung aller Folgen, in Zeiten der Furcht und des Mißtrauens, gemischt mit neurotischer Begeisterung über eine Revolution von ganz unten, - also vor dem schauerlichen Hintergrund der frisch installierten Verbrecher-Diktatur.

  • Foren-Beitrag von Peter im Thema

    Zitat von Marmstorfer im Beitrag #135
    ..... Peter.... In den vergangenen Jahren war er ja stets für den einen oder anderen Patzer gut.

    Ja nanu !?! ... Erst war ich Fordtaunusschubser und Badewannenschieber, jetzt bin ich auch noch der HSV??


    Obwohl: die gestrige Reck-WM-Frage verlangt mir eine harte Entscheidung ab zwischen Gienger und Hambüchen. Ach ja, ... und diesem alpenländischen Athleten...

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