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Dieses Thema hat 89 Antworten
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Ray Offline



Beiträge: 1.867

21.12.2021 23:48
#31 RE: Rückblende - Der Filmklassiker-Podcast Zitat · Antworten

Unsere "Leichen pflastern seinen Weg"-Episode ist nun auch bei YouTube abrufbar.

Pünktlich zum Fest wird es übrigens auch eine besondere Weihnachts-Folge geben...

Ray Offline



Beiträge: 1.867

23.12.2021 09:21
#32 RE: Rückblende - Der Filmklassiker-Podcast Zitat · Antworten

Für unsere Weihnachts-Folge haben wir uns etwas besonderes ausgedacht und sind ein paar Jahre weiter zurückgereist: Passend zu den Feiertagen und der morgigen Fernsehausstrahlung (24.12.2021, 21:55 Uhr, ARD) sprechen wir über "Die Feuerzangenbowle". Den Schwerpunkt nimmt natürlich die Version mit Heinz Rühmann von 1944 ein, aber wir sprechen auch über die Verfilmungen von 1934 und 1970 sowie über die Romanvorlage von Heinrich Spoerl.

Allen Zuhörern und Forumsmitgliedern an dieser Stelle schon einmal frohe Weihnachten!

Rückblende - Episode 12 vom 23.12.2021
Thema: Die Feuerzangenbowle (D 1944) mit Heinz Rühmann, Regie: Helmut Weiss



Die zweite Verfilmung des Romans von Heinrich Spoerl ist die bis heute bekannteste und noch dazu wohl die deutsche Komödie schlechthin. Und das hat natürlich seine Gründe: Heinz Rühmanns unverwechselbare Interpretation des „Pfeiffer mit drei f“ hat sich tief in das kulturelle Bewusstsein eingebrannt und der unter schwierigsten Bedingungen entstandene Film ist in seinen zentralen Themen bis heute zeitlos und anschlussfähig, weswegen er über Generationen hinweg immer wieder aufs Neue für großes Vergnügen sorgt.

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Peter Offline




Beiträge: 2.883

23.12.2021 10:18
#33 RE: Rückblende - Der Filmklassiker-Podcast Zitat · Antworten

Auch von mir die besten Wünsche für eine heitere und gesunde Weihnachtszeit an alle Mithörer
und speziell natürlich an @DanielL und @Ray!
Macht weiter so. Ich bin nach wie vor immer sehr gern dabei und freue mich schon auf eure verklärte Sicht der feuerzangenbowlenvernebelten Erinnerungen an bestimmte Schööler und die Lehrerschaft ....

Ray Offline



Beiträge: 1.867

03.01.2022 23:00
#34 RE: Rückblende - Der Filmklassiker-Podcast Zitat · Antworten

Wunderbar, das freut uns wirklich sehr, dass du unseren Folgen weiterhin gerne lauschst! Mit der kommenden Episode dürften wir wahrscheinlich wieder deinen Geschmack - und hoffentlich auch den vieler anderer Forumsmitglieder - treffen, denn er befindet sich in deiner Hollywood Top-100, 1951 - 1969

DanielL Offline




Beiträge: 4.141

06.01.2022 19:50
#35 RE: Rückblende - Der Filmklassiker-Podcast Zitat · Antworten

Vielen Dank auch von mir, Peter. Auch heute haben wir wieder nachgelegt... Es geht stilsicher ins Jahr 2022!

Rückblende - Episode 13 vom 06.01.2022
Thema: Thomas Crown ist nicht zu fassen (USA 1968) mit Steve McQueen und Faye Dunaway, Regie: Norman Jewison



Inhaltlich als eine Mischung aus Heist-Movie und romantischem Thriller im Stil von Hitchcocks „Über den Dächern von Nizza“ angelegt, besticht das Werk von Norman Jewison vor allem durch seine stilvolle und z.T. innovative Inszenierung sowie die Strahlkraft des „King of Cool“ Steve McQueen und seines Co-Stars Faye Dunaway.

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Daniel

Ray Offline



Beiträge: 1.867

20.01.2022 14:24
#36 RE: Rückblende - Der Filmklassiker-Podcast Zitat · Antworten

Die kürzlich veröffentlichte "Kommissar X"-DVD-Kollektion nehmen wir zum Anlass, in unserer neuen Folge die "Kommissar X"-Reihe zu würdigen. Als Aufhänger dient der erste Film "Jagd auf Unbekannt", aber wir sprechen auch über die Hintergründe zur Reihe, die tragenden Mitwirkenden und die weiteren Filme. Außerdem lässt Daniel seine persönlichen Erinnerungen an das "Kommissar X-Event" von 2009 in Gelsenkirchen noch einmal Revue passieren.


Rückblende - Episode 14 vom 20.01.2022
Thema: Kommissar X - Jagd auf Unbekannt (D/I 1966) mit Tony Kendall, Regie: Gianfranco Parolini



Der erste Teil der „Kommissar X“-Reihe schwimmt im Gegensatz du den späteren, eher auf Abenteuerkrimi ausgelegten Fortsetzungen noch gehörig auf der seinerzeit wogenden Eurospy-Welle mit, kann sich aber bereits auf die Chemie seiner beiden Hauptdarsteller Tony Kendall und Brad Harris verlassen.

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Peter Offline




Beiträge: 2.883

23.01.2022 13:12
#37 RE: Rückblende - Der Filmklassiker-Podcast Zitat · Antworten

Zitat von Ray im Beitrag #34
... Mit der kommenden Episode dürften wir wahrscheinlich wieder deinen Geschmack ... denn er befindet sich in deiner Hollywood Top-100, 1951 - 1969

.... Ganz bestimmt sogar .... Der Zufall will es, dass ich "Thomas Crown" erst im vergangenen Jahr wieder angeschaut habe - und dies mit Vergnügen. Viele meiner Filmsichtungen liegen ja bereits peinlich weit zurück, aber in diesem Fall sind meine Impressionen frischer. Mal sehen, ob sie mit euren Eindrücken so einigermaßen in Kongruenz zu bringen sind. Aber ich habe da wenig Zweifel. Ich finde hoffentlich sehr bald Zeit zum Hören.
Zitat von Ray im Beitrag #36
... Als Aufhänger dient der erste Film "Jagd auf Unbekannt", aber wir sprechen auch über die Hintergründe zur Reihe, die tragenden Mitwirkenden und die weiteren Filme. Außerdem lässt Daniel seine persönlichen Erinnerungen an das "Kommissar X-Event" von 2009 in Gelsenkirchen noch einmal Revue passieren.....

Bei Kommissar X ist es so, dass ich drei Filme ganz gut kenne, den Rest aber dafür gar nicht. Mein Interesse war doch immer etwas begrenzt. So gesehen fühle ich mich einerseits heimisch und kann die besondere Konstellation mit den befreundeten coolen Protagonisten nachvollziehen, gleichzeitig werdet ihr sicher helfen, auf der anderen Seite neben den Serien-Hintergründen, zu denen ich nicht viel weiß, auch die eine oder andere lehrreiche Anregung zu liefern. Ich muss nämlich gestehen, dass "Kommissar X" zu den ganz wenigen Büchern von @Tarzan gehört, vor denen ich mich bislang gedrückt habe ....

Ray Offline



Beiträge: 1.867

23.01.2022 23:39
#38 RE: Rückblende - Der Filmklassiker-Podcast Zitat · Antworten

Zitat von Peter im Beitrag #37
Zitat von Ray im Beitrag #36
... Als Aufhänger dient der erste Film "Jagd auf Unbekannt", aber wir sprechen auch über die Hintergründe zur Reihe, die tragenden Mitwirkenden und die weiteren Filme. Außerdem lässt Daniel seine persönlichen Erinnerungen an das "Kommissar X-Event" von 2009 in Gelsenkirchen noch einmal Revue passieren.....

Bei Kommissar X ist es so, dass ich drei Filme ganz gut kenne, den Rest aber dafür gar nicht. Mein Interesse war doch immer etwas begrenzt. So gesehen fühle ich mich einerseits heimisch und kann die besondere Konstellation mit den befreundeten coolen Protagonisten nachvollziehen, gleichzeitig werdet ihr sicher helfen, auf der anderen Seite neben den Serien-Hintergründen, zu denen ich nicht viel weiß, auch die eine oder andere lehrreiche Anregung zu liefern. Ich muss nämlich gestehen, dass "Kommissar X" zu den ganz wenigen Büchern von @Tarzan gehört, vor denen ich mich bislang gedrückt habe ....


Ich denke, ich verrate nicht zu viel, wenn ich sage, dass auch uns "Thomas Crown" (sehr) gut gefallen hat - mir sogar noch ein bisschen mehr als Daniel. "Crown" hat sich über die Jahre über Genregrenzen und Entstehungszeiten hinweg zu einem persönlichen Lieblingsfilm von mir entwickelt - ich hoffe, das hört man der Episode auch an.

Zu "Kommissar X": Das ging mir bis vor ein paar Wochen noch ähnlich. Habe dann die Veröffentlichung der Gesamtedition zum Anlass genommen, mich einmal näher mit der (ganzen) Reihe zu beschäftigen. Und eben weil es anders als z.B. bei "Thomas Crown" bei den KX-Filmen jetzt nicht so viele herausragende Einzelszenen gibt, die jetzt einer vertieften Erörterung zugeführt werden müssen, haben wir bei der Folge den Ansatz gewählt, mehr über die Reihe an sich im Zusammenhang mit der (Exotik-)Krimi- und Eurospy-Welle der 1960er zu sprechen und weniger ausführlich über einen konkreten Film. Insofern gibt es deiner Erwartung entsprechend ein paar Hintergrund-Infos zu Film und vor allem der Reihe als Ganze, aber auch Einschätzungen, welche Filme unter welchem Gesichtspunkt (Schauplätze, Story, Gaststars, Regie) unserer Ansicht nach am gelungensten/stimmigsten sind. Daniels Anekdoten vom KX-Event bringen dann nochmal eine ganz schöne persönliche Note rein wie ich finde.

DanielL Offline




Beiträge: 4.141

03.02.2022 13:26
#39 RE: Rückblende - Der Filmklassiker-Podcast Zitat · Antworten

Wie schon hier (Tod auf dem Nil (2022)) kurz angerissen, geht es heute um diesen großen und außerordentlich prominent besetzten Kriminalfilmklassiker:

Rückblende - Episode 15 vom 20.01.2022
Thema: Tod auf dem Nil (GB 1978) mit Peter Ustinov, Regie: John Guillermin



Anlässlich des Starts der Neuverfilmung von „Tod auf dem Nil“ von und mit Kenneth Branagh nach dem berühmten Roman Agatha Christies sprechen wir über die Verfilmung aus dem Jahre 1978. Der erste Poirot-Film mit Peter Ustinov versammelt ein großes Star-Ensemble vor beeindruckenden Schauplätzen. Ein Höhepunkt des Films ist dabei auch die Christie-typische Auflösung der Täteridentitäten unter minutiöser Schilderung des Hergangs der Verbrechen.

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Gruß,
Daniel

DanielL Offline




Beiträge: 4.141

16.02.2022 22:52
#40 RE: Rückblende - Der Filmklassiker-Podcast Zitat · Antworten

Den Kontext können wahrscheinlich jetzt nur hartgesottene Stammhörer verstehen, die unsere Podcast-Folgen tapfer durchhören, sofern es sie hier gibt, aber diesen Zufall muss ich jetzt einfach irgendwo loswerden: Bei unseren Podcast-Recherchen sind wir nun schon zweimal über die EXPO 1967 in Montreal gestolpert. Zuerst bei "Thomas Crown ist nicht zu fassen", denn die Crew griff für die ausgefallene Bildmontage auf die dort präsentierte Experimentalfilm-Technik zurück. Ein zweites Mal bei unserem Überblick über die "Kommissar X"-Reihe, denn "Drei blaue Panther" nutzt die EXPO 1967 maßgeblich als Produktions- und Handlungsort. Nun habe ich für eine demnächst anstehende Besprechung eines 1967er-Films auf der Suche nach Filmkritiken in einer zeitgenössischen Tageszeitung geblättert und was fällt mir da zufällig ins Auge? Eine True-Crime-Story sondergleichen! Einem Bericht zufolge wurde der Chefingenieur des deutschen Pavillions festgenommen. Er war eigentlich ein langgesuchter Bankräuber, der 1963 aus einem US-amerikanischen Gefängnis ausgebrochen war, auf der Liste der zehn meistgesuchten Männer des FBI stand und nach Kanada floh. Hier fand er unter falschem Namen Anstellung in einem Konstruktionsbüro und überwachte in der Folge einen Fabrikbau im Wert von umgerechnet 240 Mio. Mark bevor er sich dem deutschen EXPO-Pavillion widmete. Die technischen Kenntnisse soll er sich weitgehend selbst angeeignet haben und er bezog 56.000 Mark Jahresgehalt (Hier müsste man mal den Inflationsrechner anschmeißen). Damaliger Kommentar des "Regierungsbaurats der Bundesbaudirektion": "Er machte einen guten Eindruck".

Übrigens: Morgen kommt eine neue Podcast-Folge. Diesmal nicht ganz so nah an den hiesigen Kernthemen. Aber eigentlich müssten Wallace-Freunde die phantastische, atmosphärisch-düstere und visuell prägnante Auswahl mögen...

Gruß,
Daniel

Ray Offline



Beiträge: 1.867

17.02.2022 14:28
#41 RE: Rückblende - Der Filmklassiker-Podcast Zitat · Antworten

Wahnsinn, was eine Räuberpistole! Die EXPO 1967 scheint uns echt zu verfolgen.

Wie angekündigt, gibt es heute bereits die nächste Folge. Wer die "Nil"-Episode bis zum Ende durchgehört hat, weiß schon, dass wir uns mal wieder in die 1980er-Jahre begeben haben und über John Carpenters "Die Klapperschlange" sprechen.

Rückblende - Episode 16 vom 17.02.2022
Thema: Die Klapperschlange (USA 1981) mit Kurt Russell, Regie: John Carpenter



Der dystopische Sci-Fi-Actionfilm von John Carpenter punktet wie vorangegangene Werke des Regisseurs durch eine einzigartige Atmosphäre, wozu nicht zuletzt auch die von Carpenter selbst beigesteuerte Musik beiträgt. „Die Klapperschlange“ wurde für Kurt Russell zum Sprungbrett und kann mit einem besonders charismatischen Bösewicht in Person von Soul-Sänger Isaac Hayes („Theme from Shaft“) aufwarten.

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Peter Ross Offline



Beiträge: 1.938

17.02.2022 18:39
#42 RE: Rückblende - Der Filmklassiker-Podcast Zitat · Antworten

Danke, dass ihr euch immer so viel Mühe macht! Ich muss aber zugeben, dass ich die Bedeutung von "dystopisch" erst einmal nachlesen musst.

Peter Offline




Beiträge: 2.883

17.02.2022 18:51
#43 RE: Rückblende - Der Filmklassiker-Podcast Zitat · Antworten

"Nennen Sie mich Snake!"
An "Die Klapperschlange" habe ich eine nette Jugenderinnerung. Die Videofreigabe zur Erscheinung war seinerzeit ab 16, ich war aber erst 15. Umso stolzer und erfreuter war ich, als ein guter Kumpel mit diesem Film und einer Packung Salamibaguettes in der Tasche meine sturmfreie Bude erklomm. Für die Getränke sorgte ich (Schorle und Spezi, was sonst ... ;-)
Als zweiten Film haben wir uns an jenem Abend glaube ich "Goldfinger" gegönnt, die Welt zwischen der alten Republik und der heutigen Podcast-Kultur ist also klein. Aber dafür heisst es ja auch "Rückblende".
"Die Klapperschlange" kam damals gut bei mir an, wenngleich ich die klassischeren Gruselstücke "Fog" und "Halloween" vorziehe. Ein gewisses Faible für Carpenter-Filme kann ich jedenfalls nicht abstreiten. Ihre oftmals geradezu provokant-geradlinige Einfachheit war ja nie nur den schmalen Budgets geschuldet, sondern eine Methodik, die Carpenters Handschrift in einer Klarheit zeigt, wie sie nicht jeder renommierte Regisseur vorweisen kann oder will. Carpenter tat es mit Verve, schickte sein Publikum in die Düsternis (oder in ein ehemaliges New York und neues 'Dystopia') und scheute sich auch als Komponist nicht vor simpel wirkenden - aber umso wirkungsvoller einprägsamen Klängen.
Auf eure Sicht der Dinge bin ich jedenfalls schon sehr gespannt ...

"Tod auf dem Nil" sah ich erstmals in den frühen 80ern im ZDF. Der Film hat mich damals schwerstens beeindruckt und meine Krimileidenschaft nachhaltig vertieft.
Die vielen tollen Schauspieler, das königlich-exotische Ambiente rund um den Fluss, der in die Jahre gekommene Dampfer mit seinen unheimlichen Schatten und tödlichen Überraschungen, der veritable Whodunit mit einer ungeahnt actionreichen Mordhäufung in der Phase, in welcher Poirot der Wahrheit immer näher kommt. Das alles ist bei der Erstsichtung schon einfach sauspannend.
Ein ganz klein wenig zu kurz kam in eurem Podcast vielleicht die verdiente Sympathie für die Musik des großen Nino Rota. Es mag nicht ganz die Nachhal(l)tigkeit des "Paten" haben, aber mir hat das Nil-Thema als kleines Spätwerk des Meisters schon sehr gut gefallen.
Wie einst Smetana die liebliche Moldau von den Quellen bis zum erwachsenen Fluss vertonte, so wirkt Rotas kurze Nil-Sinfonie wie der umgekehrte Weg. Zunächst der mächtigen Strom, der sich mit voller instrumentaler Kraft zu seinem Delta wälzt. Danach - wie die Nilfahrten des neugierigen Publikums in der Regel flussaufwärts gehen - verzweigt sich das Orchester im zweiten Teil in sanften Tönen, die den Zuhörer genau wie den staunenden Ägypten-Besucher immer tiefer in ein geheimnisvolles Land gleiten lassen. Das ist es, was Rota von den weniger guten Komponisten unterscheidet. Er hatte den Film wirklich verinnerlicht und ließ sich davon inspirieren, bevor die Komposition begann. Nur so konnte seine vollendetste Filmmusik für "Der Pate" entstehen. Rota kippte nichts Fertiges in den Film hinein. Zumindest nicht oft.
Wo ihr in der Handlung an der ein oder anderen Stelle vielleicht eher ganz leicht genervt reagiert habt, fand ich interessanterweise guten Humor vor. Als zum Beispiel der Dampfer-Manager sein extrem überflüssiges Gesichter-Namen-Zuordnungsraten veranstaltet und daür - zwischen Dieselgestank und der Hitze Afrikas - gelangweilte, durstige, entsetzte, enervierte oder böse Gesichtsausdrücke erntet, fand ich richtig witzig: "Mrs. Otterbourne....Righty?" - "Wrongy! Ich bin Mrs. van Schuyler und möchte augenblicklich in meine Kabine!"
Der Film nimmt sich die Muße, der mehr oder weniger heruntergekommenen dekadenten Gesellschaft auch in ihren Verirrungen und charakterlichen Verderbtheiten Raum zu geben, auch wenn es die Handlung mal nicht vorantreibt.
Überhaupt Bette Davis, mit ihrer funkelnden Wut. Wie köstlich sie eine anzügliche Poirot-Bemerkung kontert: "Wie können Sie es wagen mich anzusehen - auf diese impertinente, familiäre... kontinentale Art." .... Dialoge der Extraklasse. Wenn schon der europäische Kontinent als solcher zu einer Beleidigung taugt, war für das Skript ein ur-britischer Geist am Werk ....
Was von "Tod auf dem Nil" für mich immer bleibt, ist ein rundum ganz starker filmischer Eindruck; eine stargespickte Krimi-Ikone, die als Nachfolge-Beitrag des ebenfalls wundervollen, vergleichsweise jedoch etwas beschaulicheren "Mord im Orientexpress", den ich damals auch schon kannte und verehrte, würdig und gleichbedeutend seinen Platz im Christie-Olymp gefunden hat. Über die Vollendung dieser Trilogie mit "Das Böse unter der Sonne" habe ich mich entsprechend gefreut.

Bei "K X - Drei blaue Panther" empfand ich übrigens die atmosphärisch-bunte Expo in Montréal als eine sehr reizvolle Kulisse, gerade auch im Zusammenhang mit dem trickreichen Zwillings-Doppelspiel-Mord in der Seilbahn .... Nur, damit die gern zitierte 67er Expo aus einer weiteren Perspektive Erwähnung findet, schließlich dürfte ich den Film ungefähr zu der Zeit gesehen haben, als Daniel das Licht der Welt erblickte ... ;-)

Count Villain Offline




Beiträge: 4.558

17.02.2022 20:41
#44 RE: Rückblende - Der Filmklassiker-Podcast Zitat · Antworten

Zitat von Peter im Beitrag #43
"Tod auf dem Nil" sah ich erstmals in den frühen 80ern im ZDF. Der Film hat mich damals schwerstens beeindruckt und meine Krimileidenschaft nachhaltig vertieft. (...)


Alle deine Ausführungen zu dem Film kann ich komplett unterschreiben.

Auch wenn meine Begegnung mit dem Film zwangsläufig etwas später als in den frühen 80ern war.

DanielL Offline




Beiträge: 4.141

17.02.2022 21:22
#45 RE: Rückblende - Der Filmklassiker-Podcast Zitat · Antworten

Um an deinen letzten Satz anzuschließen, Peter: Ja mit Blick auf dein Profil trennen uns 15 Jahre, wobei ich schon an deiner Eingangserinnerung bemerke, wie rasant schnell sich unsere Welt heute ändert, wohingegen ich die Jugendgeschichte trotz des Jahrgangsunterschieds noch total nachvollziehen kann. Denn während die Gen Z ja nun schon weitgehend mit einer ständigen Medienverfügbarkeit aufwächst, erinnere ich mich jedenfalls auch noch daran, mit großer Aufregung und gefälschtem Schülerausweis FSK 16 Actionfilme in der Videothek ausgeliehen zu haben, die dann jeweils dort Aufführung fanden, wo "sturmfrei" war. Und für diesen "Heist" wurde dann auch für Abholung und Rückgabe jeweils eine 20min. Busfahrt oder längere Fahrradtour in Kauf genommen. Die Filmauswahl erfolgte nicht selten "nach Cover".

Sehr interessant finde ich deine Einordnung zur Filmmusik von "Nil". Ich muss gestehen diese "Antennen" für die Filmmusik hier nicht besessen zu haben. Aufgrund deines Kommentars habe ich das Main Theme gerade noch mal angehört (Man findet es in sehr guter Qualität bei YT). Es klingt schon sehr majestätisch und imposant. Es wirkt mir autark noch größer als beim Filmanfang, warum kann ich nicht so richtig begründen. Immerhin würde ich aber dabei bleiben, dass "Nil" insgesamt nicht so sehr von der Musik geprägt ist, da sie auch bis auf wenige Szenen im besten Sinne als Untermalung eingesetzt wird. Ein Film wie "Klapperschlange" hingegen würde für mich ohne die Originalmusik höchstwahrscheinlich empfindlich im Gesamteindruck einbüßen. Zumindest habe ich da gleich diverse Szenen im Kopf, die ganz entscheidend vom Score leben.
Die Szene mit dem Dampfer-Manager finde ich übrigens für sich genommen auch witzig. Hier ist es eben nur so, dass sie für mich so ein bisschen aus dem Rahmen fällt, da die ganze Szene weitgehend "Comedy" ist und der restliche Humor sich eher aus spitzen, situativen Dialogen ergibt, die auch noch einen anderen Zweck erfüllen.

Bin dann gespannt was du zur "Klapperschlange" sagst.

Gruß,
Daniel

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