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  • Bericht über PidaxDatum01.06.2020 14:19
    Foren-Beitrag von DanielL im Thema Bericht über Pidax

    Zitat
    Das ist natürlich sehr unsauber argumentiert von Daniel. Niemand hat hier, soweit ich lesen kann, geschrieben, dass die Qualität egal sei. Am wenigsten sollte man suggerieren, dass das bei Pidax der Fall sei. Unredlich erscheint mir auch, hier in einer Diskussion um Pidax-DVDs das wirklich sehr unglückliche Beispiel der Rächer-Neuauflage von Kinowelt / Filmjuwelen unterschieben zu wollen. Discs dieser Qualität habe ich bei Kinofilmen bisher noch nicht von Pidax gesehen. Es geht hier ganz explizit nicht, wie offenbar überspitzt werden soll, um die Frage "Hightech-Blu-ray vs. VHS-Standard".



    Ich hätte es kommen sehen sollen. Da ich persönlich erwähnt bin, sage ich jetzt noch mal was. Ich hab mich in meinem ersten Posting auf Pidax bezogen und dabei eigentlich nur Danke für den Bericht sagen wollen und habe mir in dem Rahmen mehr Blu-rays gewünscht. Dabei habe ich mich zudem auf Kinofilme beschränkt, da bei Fernsehfilmen und Serien oft gar kein Filmmaterial für eine HD Abtastung existiert. Learning: So ein Wunsch kann scheinbar nicht geäußert werden, ohne dass er zu Kommentaren wie "Maximal-VÖs für Leute, die mit Lupe vor der Leinwand sitzen" oder "exquisite Blu-rays in homöopathischen Dosen und zu Apothekenpreisen" führt und als angebliche Antithese zum Pidax-Programm inszeniert wird. Insofern hab ich hier garnix suggeriert, sondern auf deine/eure Ausführungen zum Gesamtmarkt reagiert und in dem Rahmen zuletzt auch das Rächer-Beispiel genannt.

    Pidax bringt und brachte ja grundsätzlich auch schon Blu-rays. Bei den HERREN MIT DER WEISSEN WESTE gab es zunächst eine gruselige DVD. Später gab es eine HD Abtastung, die dann eine Blu-ray und eine DVD Neuauflage nach sich zog. Und wie im Artikel steht, gibt es ja jetzt offenbar auch wieder einige BR Planungen für Rühmann und Fritz Lang. Wenn ich mich dann also mit Blick auf das künftige Programm erst mal demonstrativ hinstelle und das Bestmögliche (und das ist im engeren Sinne wie bereits beschrieben nun mal in der Folge mit der Blu-ray verknüpft) fordere, nehme ich gerne in Kauf, dass sich das vielleicht am Ende nicht immer organisatorisch und wirtschaftlich vom Indie-Label realisieren lässt.

  • Bericht über PidaxDatum31.05.2020 16:19
    Foren-Beitrag von DanielL im Thema Bericht über Pidax

    Ich sehe da auch keinen Widerspruch. Ich möchte möglichst viele Filme zugänglich und möglichst viele Filme davon in bestmöglicher Qualität. Das das nicht immer einhergehend mit dem anderen oder sich oft nicht realisieren lässt, ist klar. Deshalb muss ich mich aber noch lang nicht hinstellen und von vornherein sagen: Ist mir doch egal! Da braucht man sich dann wirklich nicht mehr zu wundern, wenn ein Film wie beispielsweise DER RÄCHER bereits zweimal in einer dreißig bis vierzig Jahre alten TV-Fassung auf DVD veröffentlicht wird, obwohl es hier vergleichweise leicht gewesen wäre, eine zukunftsfähige Fassung (auf DVD und/oder Blu-ray) herzustellen.

  • Bericht über PidaxDatum30.05.2020 23:11
    Foren-Beitrag von DanielL im Thema Bericht über Pidax

    Selbstverständlich bin ich auch für eine Zugänglichkeit zu möglichst vielen Filmen. Wenn dabei Archivperlen ausgegraben werden, bei denen eine Neuabtastung oder Restaurierung nicht umsetzbar und rentabel ist, stimme ich auch grundsätzlich zu. Da hat Pidax sich ja auch oft bewiesen. Das steht doch ganz außer Frage.

    Davon völlig ungeachtet sollte man allerdings trotzdem für exzellente Neuabtastungen werben. Oft genug ist belegt, dass hierbei sogar Filmmaterial vor dem Verfall gerettet wurde. Diese Wünsche nach scharfen, fehlerfreien, unbeschnittenen Fassungen hat es ja nun auch schon vor der Bluray-Zeit gegeben. Da jedoch ohnehin kein Mensch mehr Abtastungen in einem SD Format macht, kann die Bluray allerdings nur folgerichtig sein, statt lediglich ein massives Downsize-Format anzubieten. WENN eine Bluray kommt, liegt ja auch meist eine vernünftige Fassung zu Grunde.

    Bei der einen Umsetzungsvariante werden vorhandene Fernsehfassungen auf Rohlinge gepresst. Bei der Anderen arbeiten Spezialisten lange mit aufwändiger Technik daran, eine neue Fassung zu erstellen, die dem Film in seiner ursprünglichen Form gerecht wird. Bei beidem kommt am Ende eine Scheibe von 12cm Durchmesser raus, aber es liegen Welten zwischen der Vorproduktion. Deswegen investiere ich gerne jederzeit die meist vielleicht zehn Euro mehr für eine besondere VÖ. Die ersten Wallace-Filme auf VHS haben damals übrigens 40 Mark gekostet. Inflation eingerechnet sind da heute selbst die meisten Mediabook Sondereditionen günstiger.

  • Bericht über PidaxDatum30.05.2020 13:52
    Foren-Beitrag von DanielL im Thema Bericht über Pidax

    Ja, sehr schön da mal einen persönlichen Eindruck zu bekommen. Und gerade bei den kleineren Unternehmen am Markt, wo eben jeder Kauf zählt, bewegt es schon was, ein wenig Einblick zu geben. Jedenfalls hat man so mehr Freude daran, mit einem Kauf zu unterstützen. Allerdings ist das DVD-Format - und mit alten Fernsehmastern als Grundlage erst recht - auch für mich mittlerweile ein echtes Hemmnis, zumindest bei Kinofilmen. Ich kann mir gut vorstellen, dass ein Teil des Publikums ältere Semester sind, die ihre DVDs per Bestellblatt ordern. Diese Zielgruppe wächst aber auch nicht mehr. Die anderen potentiellen Käufer sind Sammler verschiedenen Alters mit einem großen Qualitätsbewusstsein und Technikaffinität. Und die werden leider bei den Veröffentlichungen mittlerweile nur noch manchmal abgeholt.

  • Edgar-Wallace-SchauplätzeDatum24.05.2020 14:39
    Foren-Beitrag von DanielL im Thema Edgar-Wallace-Schauplätze

    Zwar kein Wallace, aber auch schon Teil der Bildergalerie: Lange Beine, Lange Finger
    Bei Wikipedia ist mir beim Beitrag zu dem Film ein sehr modernes Foto der Hotelanlage aufgefallen, in der in Isreal gedreht wurde.
    Da hab ich kurzerhand mal auf der Hotelwebsite vorbeigeschaut. Moderne Technik macht's möglich: Man bietet einen vollständigen 3D-Rundgang durch's Hotel an. Und vieles ist noch sehr wiedererkennbar. Durchaus auch heute noch ein extravagantes Hotel.

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  • Klasse, Der Tod kennt keine Wiederkehr liest sich gut und mit Koch als Label schreit das nach "In den Einkaufswagen".

    Zunächst wage ich mich allerdings an eine Rückmeldung zu

    NUR NOCH 72 STUNDEN.

    Zitat
    Der Film ist von dieser einzigartigen Atmosphäre durchtränkt, wie sie nur Polizeikrimis der späten 1960er- und frühen 1970er-Jahre ausstrahlen können.



    Das ist DER Satz in deiner Besprechung, den ich total unterschreibe. Wenn Richard Widmark und Harry Guardino mit Anzug, Hemd, Krawatte und Hut zum Score von Don Costa durch die 1968'er Straßen Manhattans laufen - das hat schon das gewisse Etwas. Mein großes Problem ist nur: Das war's denn aus meiner Sicht fast, obwohl die Namen in der Cast & Crew-Liste da durchaus die Erwartungen hochschrauben. Nachdem ich bei der ersten Sicht im letzten Jahr noch dachte, der Film hätte mich vielleicht einfach an einem falschen Tag erwischt, traue ich mich nach der Zweitsichtung doch zu sagen: Alles in Allem ganz schön langweilig! Natürlich ist es interessant zu beobachten, dass Don Siegel hier im Prinzip schon sein großes Thema setzt: Die Staatsorgane und ihre Anfälligkeit, moralische Fragen, private Entbehrungen. Allerdings ist Dirty Harry mit Callahan, seinen Konflikten und der konstant erzählten Story um den Killer wirklich on point. NUR NOCH 72 STUNDEN beginnt und endet mit einer Situation, in der sich unsere Identifikationsfiguren wirklich selten dämlich anstellen. Dazwischen fragt man sich ständig, wo der Film nun eigentlich gerade hin will. Hier die Story um den gesuchten Verbrecher, hier Fonda als Polizei-Chef mit beruflichen Problemchen, dann ein bisschen Familienzwist bei jeder Hauptfigur privat,... Da will uns Siegel möglichst viele Studien seiner Charaktere auftischen und am Ende fehlt genau das, was auf der Rückseite der DVD Hülle behauptet wird: "Thriller mit atemloser Spannung". Kann ich wirklich überhaupt nicht bestätigen. Tolle Charakterköpfe in eindrucksvoller Atmosphäre und fadem, ereignisarmen Plot. Siegel wusste sich zu steigern. (2/5)

  • Peter Thomas gestorbenDatum18.05.2020 20:50
    Foren-Beitrag von DanielL im Thema Peter Thomas gestorben

    R.I.P., Peter. Mit seinen unverwechselbaren Sounds wird er uns noch lange in Erinnerung und im Ohr sein!

  • Edgar-Wallace-SchauplätzeDatum17.05.2020 14:03
    Foren-Beitrag von DanielL im Thema Edgar-Wallace-Schauplätze

    Mein Arbeitgeber hat dort im letzten Jahr seine Neujahrsfeier ausgerichtet. Leider habe ich mich in dem Moment gar nicht an den Drehort erinnert und ein Vergleichsbild versäumt. Es war allerdings auch Januar, die Veranstaltung fand dementsprechend nur drinnen statt und im Hof standen auch einige abgedeckte Dinge, die eine richtig gute Totale verhindert hätten.

  • Aktuell in den MediathekenDatum16.05.2020 12:30
    Foren-Beitrag von DanielL im Thema Aktuell in den Mediatheken

    Ich habs mir angetan.

    Man muss den derben Spaß von Kalkofe und Rütten nicht mögen, ist sicherlich Geschmackssache. Vor Im Dschungel ist der Teufel los war ich immer gewarnt, jetzt habe ich ihn mir in dieser Fassung erstmalig angesehen und ohne die unterhaltsamen SchleFaZ-Kommentare, sind sie auch nicht gerade geistreich, hätte ich es wohl nicht bis zum Ende geschafft ohne einzuschlafen oder entnervt aufzugeben. Der Film ist wirklich noch viel schlimmer als ich es gewagt hatte mir vorzustellen. Einfach nur peinlich. Er hat das Prädikat dieser Sendereihe leider mehr als verdient. Den größten Gefallen den man Harald Reinl tun kann, ist dieses Spätmachwerk zu verschweigen und unter den Teppich zu kehren.

  • Wallace & Blu-rayDatum15.05.2020 23:16
    Foren-Beitrag von DanielL im Thema Wallace & Blu-ray

    Neuer Termin für Edition 8 ist nun der 26. Juni 2020.

  • Die drei Tage des Condor (1975)Datum11.05.2020 21:32
    Foren-Beitrag von DanielL im Thema Die drei Tage des Condor (1975)

    Zitat von Dr. Oberzohn im Beitrag #2
    Das Ende ist nicht unbedingt "happy", die Rolle der zur damaligen Zeit noch sehr glorifizierten unabhängigen Presse wird auch schon angezweifelt. Wird Joseph Turner, der gejagte kleine Geheimdienst-Angestellte, auf Dauer überleben ? Man darf wohl zweifeln...


    Das Ende hat man wirklich mit Fingerspitzengefühl hinbekommen. Es ist kein zu offenes Ende und lässt doch einen Zweifel übrig.

    Nach meiner Sichtung am Sonntag hatte ich auch kurz Infos zur Romanvorlage gecheckt. Dort heißt Condor Ronald Malcolm, die Geschichte spielt in Washington über "Six Days" hinweg. Für die Filmhandlung straffte man das Geschehen auf drei Tage. Ansonsten scheint die Story zumindest der Inhaltsangabe nach nah am Film. Immerhin Turners literarisches Alter Ego lebt noch: Interessant fand ich, dass Autor Grady, der wohl seinen Roman 1974 in recht jungen Jahren schrieb, noch 2016 eine Forstsetzung "The Last Days of the Condor" brachte. Gleicher Protagonist, 40 Jahre später in der Post-Snowden Zeit. Aus zwei Gründen habe ich allerdings entschieden, den Roman lieber nicht zu lesen: Erstens passt mir die Story nicht: Condor wurde demnach Ende der 70er noch zum radikalen CIA-Außenagenten, landete schließlich in einem "CIA-Irrenhaus" und ist heute ein mentales Wrack. Er wird routinemäßig noch von der Homeland Security überprüft und schließlich liegen einige Agenten tot in seiner Wohnung... Soweit was ich zur Handlung las. So überzeugend wie Redford im Film seinem Vorgesetzten "Was seid ihr verkommen" ins Gesicht schmettert, so wenig kann ich mir eine solche Vita von Condor nach Version Joe Turner vorstellen. Und so kommt der Roman für mich als "Fortsetzung zum Film" kaum in Frage. Zweitens ist in vielen Rezensionen von wirrer Story und schlimmer Sprachstilistik zu lesen, was ich nach einem kurzen "Blick ins Buch" zunächst bestätigen kann. Bleibt zu erwähnen, dass es mittlerweile auch ein stark modernisiertes US-Serienremake von 2018 gibt (1 Staffel mit 10 Folgen), indem der Protagonist wiederum Joe Turner heißt, also klare Orientierung zum Film. Dem Trailer nach zu urteilen fehlt dieser Serie aber der Charme, mein Interesse ist jedenfalls nicht groß geweck, obwohl der Cast auch nicht ganz unprominent ist: https://www.youtube.com/watch?v=yWq6gHKzE1Y

  • Die drei Tage des Condor (1975)Datum11.05.2020 00:12
    Thema von DanielL im Forum Film- und Fernsehklass...

    DIE DREI TAGE DES CONDOR (Three Days of the Condor) USA 1975 • Regie: Sydney Pollack • Drehbuch: Lorenzo Semple Jr., David Rayfiel nach dem Roman "Six Days of the Condor" von James Grady • Kamera: Owen Roizman • Schnitt: Don Guidice, Fredric Steinkamp • Musik: Dave Grusin • Produktion: Stanley Schneider, Dino De Laurentiis (Wildwood Enterprises)

    Joseph Turner (Robert Redford) arbeitet mit sieben Kollegen für eine kleine Einheit der CIA. In einem New Yorker Büro durchkämmen sie als "American Literary Historical Society" getarnt Literatur nach Hinweisen, die sich für den Nachrichtendienst eignen könnten. Die Abteilung gilt als unspektakuläre Schreibtischdienst-Mannschaft, doch eines Tages überlebt einzig Turner dem Zufall sei Dank einen durch den Profikiller Joubert (Max von Sydow) angeführtes Überfallkommando. Schutzsuchend wendet er sich an die CIA-Zentrale, was jedoch eine weitere lebensbedrohliche Falle zur Folge hat. Durch die Straßen gehetzt nötigt er die Fotografin Kathy Hale (Faye Dunaway) zur Fluchthilfe. Schließlich sucht die mit ihm nach Motiven und verantwortlichen Hintermännern.


    DIE DREI TAGE DES CONDOR mischt das alte Hitchcock-Modell des unschuldig Gejagten mit den Themen des "New Hollywood" der siebziger Jahre. Herausgekommen ist ein Meisterwerk, dass auch 45 Jahre später erschreckend aktuell ist, wird man doch unweigerlich jüngere Whistleblower-Affären erinnert. Der Film bietet Spannung von der ersten bis zur letzten Minute und neben schön inszenierten Szenen mitten im NYC der siebziger Jahre und ein wenig Nadeldrucker-Nostalgie auch zahlreiche toll geschriebene Dialoge zwischen Redford, von Sydow als Auftragskiller Joubert, und Cliff Robertson. Letzterer spielt einen stellvertretendem CIA-Direktor der Division New York und ist ein Rad in einem völlig aus den Fugen geratenen politischen Überwachungssystem. Redford funktioniert nicht nur gut mit den ungeplanten Gegenspielern, sondern prinzipiell auch mit Faye Dunaway. Einzig ist es dem Autorenteam und Pollack leider völlig misslungen, einen glaubhaften Schwenk von Dunaway aus der Opferrolle hin zur Partnerin-in-Crime (bzw. -in-Bed) darzustellen. Das geschieht mit Szenen, die in der Kürze der Zeit letztlich etwas unentschlossen und bisweilen merkwürdig zwischen naiver Romanze, Stockholm-Syndrom und BDSM-Andeutungen pendeln. Da klappte es bei Matt Damon und Franka Potente viele Jahre später in DIE BOURNE IDENTITÄT mit einem spontanen Kidnapping besser. Toll dagegen der Jazz-Score und die stets stilsichere Kamera. Für den Schnitt gab's sogar eine Oscar-Nominierung.

    Als Turner bei der Wohnung eines Kollegen aufschlägt, klingelt er beim Nachbarn, um in den Hausflur zu kommen. Auf der Klingel steht groß der Name ARGENTO. Wird 1975 im Thriller-Milieu wohl kein Zufall sein, was?

    Toller 70er-Verschwörungsthriller mit einem romantischen Stolperstein, über den man angesichts der spannend gestalteten und sehr gut gealterten Story hinwegsehen kann. 4,5/5

  • Agenten sterben einsam (1968)Datum03.05.2020 21:46
    Thema von DanielL im Forum Film- und Fernsehklass...

    AGENTEN STERBEN EINSAM (Where Eagles Dare) USA 1968 • Regie: Brian G. Hutton • Drehbuch: Alister MacLean • Kamera: Arthur Ibbetson • Schnitt: John Jympson • Musik: Ron Goodwin • Produktion: Jerry Gershwin, Elliott Kastner (MGM)

    Eine britisch-amerikanische Spezialeinheit wird in ein Himmelfahrtskommando geschickt: Major Smith (Richard Burton) und Lieutenant Schaffer (Clint Eastwood) sollen einen wichtigen US-General aus der schwer befestigten Burganlage "Schloss Adler" in den Alpen befreien. Zusammen mit fünf weiteren Soldaten springen sie hinter der feindlichen Linie in den Bergen mit dem Fallschirm ab. Nach der Landung wird der Funker der Gruppe tot aufgefunden, allerdings entdeckt Smith, dass es sich mitnichten um einen Unfall gehandelt hat. Neben der Frage, wie die scheinbar unüberwindbare und nur mit Seilbahn erreichbare Festung erreicht und lebendig wieder verlassen werden soll mischt sich die Erkenntnis, dass auch auf der eigenen Seite niemandem zu trauen ist.

    AGENTEN STERBEN EINSAM ist ein Agenten- und Kriegsfilm nach einem Originaldrehbuch von Alister MacLean. Der gleichnamige Roman wurde erst nach dem Film herausgebracht. Die MGM-Produktion steht ganz im Zeichen der beeindruckenden, schneebedeckten Schauplätze in Österreich und ihrer handwerklich aufwändigen Inszenierung im Winter 1968. Regisseur Kastner und sein Team aus kolportiert 300 beteiligten Personen verfrachteten Tonnen von Equipment (darunter nicht wenig Schwarzpulver und dergleichen) und die US-Major-Stars Burton und Eastwood in den Tiefschnee der Alpen. Die erste Hälfte des Films ist atmosphärisch sehr gelungen und schildert einerseits die Vorbereitungen auf die Infiltration von Schloss Adler (in Wirklichkeit die Festung Hohenwerfen bei Salzburg), andererseits werden bereits zwei Mitglieder der Gruppe tot aufgefunden, noch ehe sich die Gruppe in falschen Uniformen im Tal eingenistet hat. Das weckt früh Fragen nach der Loyalität der Figuren. In der zweite Hälfte des Films geht es unglaublich explosiv und actionreich zu. Eastwood bedient vor allem die MG und verteilt Sprengsätze, Burton hat durchaus die ein oder andere Szene, die ihm etwas mehr Text und Schauspielkunst abverlangen. Vor allem, weil er die Dialogszene bestimmt, in der sich in mehreren aufeinander folgenden Wendungen zeigt, wer auf wessen Seite steht. Auch die übrige Bestzung wirkt handverlesen: Das Nazi-Personal wird gespielt von Anton Diffring, Derren Nesbitt und Ferdy Mayne. Als alliierte Verbündete Patrick Wymark, Michael Hordern und Robert Beatty. Als weibliche Agentinnen Mary Ure und Hammer-Queen Ingrid Pitt (Für sie muss es angesichts ihrer Biografie besonders mulmig gewesen sein, von haufenweise als Nazis kostümierten Statisten umgeben zu sein).

    Natürlich bleibt die Geschichte spekulativ, und kritische Auseinandersetzung gibt es in diesem Film keine. Der handwerkliche Aufwand ist aber durchgehend beeindruckend. Ein aufwändig inszenierter Kampf auf der Feuerkogelseilbahn - nur im Film direkt zum Schloss gehörig - nimmt die berühmten Szenen von IM GEHEIMDIENST IHRER MAJESTÄT (1969) vorweg.

    Aufwändiger Großfilm mit viel Action und einer packenden MacLean-Story. Als Kriegsfilm einfältig, als verschneites Agentenfilmspektakel genommen eine Wucht! (4/5)

    Um Trivia ist der Film nicht verlegen: So soll Richard Burton während der Dreharbeiten in seinem Hotel in Salzburg von einem verwirrten Fan mit der Pistole bedroht worden sein. MGM soll ehemalige Wehrmachtsangehörige als Berater für die Ausstattung eingespannt haben. Manche sollen am Rande der Produktion verhaftet worden sein, weil sie auf Suchlisten standen. In den Tälern setzte das Produktionsteam an einigen frühlingshaften Tagen 11 Tonnen Salz als Schneeersatz ein, dass in einen Bach gelangte. Dort tranken Kühe davon, die davon Durchfall bekamen und keine Milch mehr geben konnten. MGM musste den Bauern 60.000,- Dollar Entschädigung zahlen. Und schließlich noch eine sehr dramatische Notiz: Die im Film benutzte Ju 52 stand nach den Dreharbeiten noch viele Jahre im Dienst für historische Rundflüge, stürzte 2018 in den Alpen ab. Alle 20 Insassen kamen dabei ums Leben.

  • IPCRESS - STRENG GEHEIM (1965)

    Mit The Ipcress File initiierte Bond-Producer Harry Saltzman nach vier erfolgreichen James-Bond-Verfilmungen auch den idealen Gegenentwurf zu den illustren 007-Abenteuern. Grundlage war der gleichnamige Roman von Len Deighton, der bereits ein kommerzieller Erfolg war. Saltzman engagierte Regisseur Sidney J. Furie und bediente sich darüber hinaus dreifach bei der bewährten 007-Crew: Cutter Peter Hunt, Komponist John Barry und Produktionsdesigner Ken Adam, der hier Abstand nimmt von prachtvollen Luxussuiten und futuristischen Schurken-Tempeln. Harry Palmer, ein Agent mit nicht ganz astreiner Vergangenheit, gehört der Londoner Arbeiterklasse an und wohnt in einem durchschnittlichen Apartment. Sein Büro ist schnörkellos und die Schlupfwinkel seiner Gegenspieler sind ungeschönte Fabrikanlagen. Furie und sein Kameramann Otto Heller fangen überhaupt ein griesgrämig-mattes britisches Königreich ein, dessen Agenten nicht nur der Lebensgefahr, sondern auch der Bürokratie und den Konflikten unterschiedlicher Behörden ausgesetzt sind. Die Kameraperspektiven kommen einem nicht selten so vor, als hätte der Secret Service selbst Regie geführt: Extreme Untersichten wechseln sich mit Vogelperspektiven durch den Lampenschirm ab, oder es wird durch die ein Spalt breit geöffnete Tür fotografiert. John Barry gelang es, sein Agentenfilmrepertoire mit einem hierzu perfekt passenden Soundtrack noch einmal völlig neu zu erfinden.

    Michael Caine spielt Harry Palmer mit einer faszierenden Mischung aus Gleichgültigkeit und subversiver Ironie. Es wird kolpotiert, es sei der erste Film, in dem ein männlicher Held den ganzen Film lang eine Hornbrille trägt. Für Caine jedenfalls bedeutete die Rolle den Durchbruch. Großen Spaß macht auch Nigel Green als Major Dalby, der hinter seiner betonten Strenge kaum eine gewisse Begeisterung für den un­or­tho­doxen Palmer verstecken kann. Die Story um die Entführung eines Wissenschaftlers und dessen Manipulation durch hypnotische Gehirnwäsche ist letztlich absolut konventionell, die Atmosphäre bleibt dagegen stets besonders. Der Film verzichtet nahezu vollständig auf Actionszenen und zieht seine Spannung vollständig aus dem desillusionierten Pflichtspiel aus Verrat, Täuschung und Verschwörung. Naturgemäß geht es so mit weniger Tempo zu, als kaltschnäuziger Agentenfilm gilt für den ersten von drei Harry-Palmer-Kinofilmen mit Michael Caine allerdings zu Recht das Prädikat "Genre-Meilenstein". 4,5/5.

  • Eva AnthesDatum02.05.2020 15:49
    Foren-Beitrag von DanielL im Thema Eva Anthes

    Interessant, das mal so "persönlich" von ihr zu hören. "Jeder Jeck is' anders!" sagt man in Köln.

  • Eure FilmbücherDatum02.05.2020 15:39
    Foren-Beitrag von DanielL im Thema Eure Filmbücher

    Nach der Empfehlung (Bewertet TV: "Tim Frazer: Der Fall Salinger" (1964, 5) (3)) von Georg (Danke!) habe ich mir gleich das Buch "Die Traumfabrik. Erlebnisse eines Filmproduzenten" von Harald Müller besorgt. Müller war 51 - 64 Pressechef bei der UFA, von 64 - 69 Produktionschef bei der TV-Star GmbH und ab 69 Produzent mit seiner eigenen Firma Artus Film. Als Produzent war er für zahlreiche Fernsehfilme und Serien des öffentlich rechtlichen Rundfunks verantwortlich. Im Buch bekommt man einen unterhaltsamen Eindruck, wie damals solche Medienkarrieren verliefen und dann anhand der Filmografie einige Anekdoten zu lesen. Abschleießnd auch kritische Töne zu den heutigen Herausforderungen für unabhängige Produzenten. Ich habe es rasch durchgelesen und einiges Interessantes dazugewonnen. Als Nachschlagewerk würde es aber von mir eher seltener genutzt werden und da der Platz im Bücherregal begrenzt ist, könnt ihr es vor meinem Keller retten - Wenn sich jemand dafür interessiert, gebe ich es gerne weiter.

    http://beta.blickpunktfilm.de/details/226713
    https://www.imdb.com/name/nm2137769/?ref_=fn_al_nm_1

  • Siw MattsonDatum27.04.2020 22:29
    Foren-Beitrag von DanielL im Thema Siw Mattson

    Leider nicht.

  • Bewertet: "Das Verrätertor" (1964, 18)Datum27.04.2020 22:20

    Ohrenarzt nicht nötig, denn es wird tatsächlich Kinski gesagt. Wurde hier auch ab Beitrag #122 besprochen.

  • Hallo @Melmoth

    Ich habe deinen Beitrag mit der Empfehlung zu einem großen Videoportal gelöscht. Wir sammeln hier nur Empfehlungen zu Anbietern, die Filme offiziell lizenzieren und legal anbieten. Das ist bei privaten Videouploads auf den einschlägigen Videoplattformen mit User-Generated-Content nicht der Fall. Als Fan sollte man auch offizielle Quellen unterstützen, so kommt im besten Fall dort Geld an, wo neue Filmveröffentlichungen entstehen - wenigstens ein bisschen.

  • Zitat von Jan im Beitrag #148

    Sollte ich richtig liegen, wäre dies zwar weiterhin prinzipiell unbedeutend, es wäre aber durchaus ein Beleg für eine sorgfältige Machart der Filme. Man hätte insofern nicht gewollt, einem Dirigenten ein Stück unterzuschieben, welches dieser nie aufführte. Stattdessen entschied man sich im Nachgang für einen Fantasienamen. Den (vermutlich) wahren Urheber, nämlich Karl Böhm, hätte man ja nur schwer benennen können.



    Ich hab leider gar kein Talent zum Lippenlesen. Merke vielleicht gerade so, ob ich mir gerade eine OF ansehe. Finde es beeindruckend, was man da alles raussehen kann.
    Kann mir aber kaum vorstellen, dass dies der initiale/einzige Grund war, eine Nachsynchro einzuberufen. Auf der englischsprachigen Tonspur sagt der Reverend übrigens "Beecham".

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