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  • Autobiografie von Ellen SchwiersDatum01.08.2019 19:24
    Thema von DanielL im Forum Edgar-Wallace-Forum

    Wie auch hier auch schon in einem früheren Beitrag berichtet wurde, ist Ellen Schwiers im April im Alter von 88 Jahren verstorben. Zuvor hatte sie bereits längere Zeit an einer Autobiografie gearbeitet, die nun samt Vorwort ihrer Tochter Katerina Jacob in der Eulenspiegel Verlagsgruppe erschienen ist (272 Seiten, mit Bildteil, 22,00 €, Verlag Neues Leben, 978-3-355-01883-8). Da Ellen Schwiers in den sechziger Jahren ja auch in zahlreichen Kriminalfilmen wie Der letzte Zeuge, Mann im Schatten, Ein Toter sucht seinen Mörder, Tim Frazer jagt den geheimnisvollen Mr. X, 4 Schlüssel, Der Würger oder auch Das Rausthaus der grausamen Puppen zu sehen war, hat der Verlag freundlicherweise angeboten, im Rahmen der Buchveröffentlichung auch drei Verloseexemplare für das Edgar-Wallace-Forum zu stiften.

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    Das Buch behandelt die Kindheit, den Weg zur Schauspielerei, Theater- und Filmengagements, beruflichen Begegnungen und Schicksalsschlägen im privaten Leben.
    Eine ausführliche Beschreibung ist hier zu finden: https://www.eulenspiegel.com/verlage/eul...p-verloren.html

    Teilnehmen geht ganz einfach: Einfach eine formlose E-Mail mit der Betreffzeile „Ellen Schwiers“ bis einschließlich 6. August an die Adresse webmaster@edgarwallaceweb.de schreiben. Der guten Ordnung halber: Jede Person darf nur einmal teilnehmen. Die E-Mail-Daten werden ausschließlich zum Zweck der Gewinner-Ziehung sowie der Benachrichtigung im Fall eines Gewinns verwendet und nach Abschluss der Verlosung gelöscht. Für die Zusendung des Gewinns schreibe ich die ausgelosten Absender für die Versandadresse an und gebe sie anschließend für die Auslieferung an den Verlag weiter.

    Unseren Diskussionthread zu Ellen Schwiers findet ihr hier:
    Ellen Schwiers

    Viel Glück!

  • Foren-Beitrag von DanielL im Thema

    Bzgl. Sky Ticket

    Zitat von eastmancolor im Beitrag #11

    Die kann man da aber nicht in HD sehen oder?
    Meines Wissens gibt es nämlich keine HD Abtastungen.



    Die Liste von Sky Ticket scheint noch aktuell zu sein. Fast alle genannten Titel sind bei Sky in miserabler "VHS"-Qualität in der Bibliothek. Keine Alternative, zumal viele Filme in besserer Qualität auf DVD oder gar BR erschienen sind. Die Kommissar X Filme gabs in vernünftiger Qualität in der limitierten Box von Anolis. Ist allerdings Out of Print und hat beachtliche Sammlerpreise.

  • Foren-Beitrag von DanielL im Thema

    Aktuell bei Amazon Instant Video mit Prime inkludiert (Stand 29.07.2019):

    - Maigret und sein größter Fall
    - Das Wirtshaus von Dartmoor
    - Ohne Krimi geht die Mimi nie ins Bett
    - Hilfe, ich liebe Zwillinge
    - Der Kopf in der Schlinge
    - Schritte in der nacht
    - Der nebelmörder

  • Wallace & Blu-rayDatum25.07.2019 20:36
    Foren-Beitrag von DanielL im Thema

    Tja, auch in den letzten drei Jahren hat sich leider nichts hier von geändert. Was soll man sagen, kommunikatives Fiasko. Besitze noch immer keine Wallace-BR von Universum, obwohl schon vor Jahren umgestiegen - wegen der ungewissen Lage.

  • Der WiXXer - Die DVDDatum25.07.2019 20:09
    Foren-Beitrag von DanielL im Thema

    Das gleiche hab ich mir bei den 15 Jahren auch gedacht: Ist es wirklich schon so lange her? Wahnsinn!

    Auf eine gewisse Weise auch konsequent, dass man bis 1965/1966 noch davon ausging, einen dritten Hexer-Film herzustellen, was letztlich verworfen wurde und dem Wixxer das selbe Schicksal widerfahren ist.

    Obwohl es ja mittlerweile schon fast Tradition hat, dass immer wieder doch noch ein paar Gerüchte gestreut werden, dass der Wixxer noch mal zurückkehrt. Da hatten wir nun schon "TripleWixx" als Kinofilm, die "Wixx-Akten" als angebliche Fernsehserie und zuletzt das Kokettieren mit Netflix. Bisher war es immer eine Ente. Würde mich nicht wundern, wenn es zum Jubiläum wieder öffentliche Gedankenspiele gibt. Der Bruch zwischen Kalkofe und Pastewka schien ja auch sehr endgültig. Mal sehen, wer da in Sachen Jubiläum so auf- oder abtaucht...

  • Foren-Beitrag von DanielL im Thema

    Dieser Thread hat mich nachdenklich gemacht.

    Zunächst einmal habe ich ihn erst jetzt entdeckt und bin recht angetan, da er viele außerordentlich liebgewonnene Filme sammelt. Dazu gehören DIE 27. ETAGE, POINT BLANK, DER SCHNÜFFLER, DIE LADY IN ZEMENT oder MALTA SEHEN UND STERBEN. Erfreulich, falls sich das Muster "Könnte Ihnen auch gefallen" bei den weiteren Filmen, die ich nicht kenne, hier für mich bewahrheitet.

    Relativ witzlos fände ich es, wenn man sich hier konkret daran stößt, die verschiedenen Filme unter der Klammer "Post- und Neo-Noir" zu diskutieren, denn dann könnte das spannende Für und Wider ja nun gar nicht besprochen werden. Die Beiträge werden ja eindeutig eingeleitet mit dem Hinweis "ausgewählte Schattierungen dieser durchmischten Palette sichtbar (zu) machen." Das kann man ja dahingehend interpretieren, dass auch unterschiedlich klare, tiefe oder eindeutige Bezüge zum Film Noir bestehen. Legitim finde ich es auf der anderen Seite aber auch, dann jeweils diese Eindeutigkeit zu hinterfragen.

    Das Begriffe zu Marketingzwecken inflationär benutzt werden, möchte ich nicht bestreiten. Der Begrifflichkeit deshalb generalistisch den Garaus zu machen, ist allerdings schwierig. Denn erstens geht es ja hier hoffentlich nicht darum, die aufgezählten Filme künftig allein auf eine mögliche Kategorisierung in Post- oder Neo-Noirs zu reduzieren. Zweitens entstammt der Begriff "Film Noir" aus der Filmkritik und wird nun mal weitläufig außerhalb irgendwelcher Marketingaktivitäten verwendet, weshalb es ja in der Folge nicht verboten sein kann, zu analysieren, welche Filme Einflussfaktoren des Film Noir tragen, sei es auch unter dem Label "Neo Noir". Auch macht mir die Einordnung von DER SCHNÜFFLER als Parodie große Bauchschmerzen. Ich bin immer wieder verwundert, wie schnell die Parodiekarte gezogen wird, sobald in einem Kriminalfilm Humor oder gewisse Referenzen ausgemacht werden. Eine waschechte Film-Noir-Parodie dürfte beispielsweise TOTE TRAGEN KEINE KAROS von 1982 sein.

    Abseits so mancher Argumentationskette bin ich aber was die Tony-Rome-Filme DER SCHNÜFFLER und DIE LADY AN ZEMENT anbelangt auch skeptisch. Zweifellos hat Sinatras Rome seine Anleihen bei Bogarts Marlowe. Und der Plot erinnert in der Tat an MURDER, MY SWEET. Aber bewegen wir uns da nicht eher in einem neuen Gewand der Hardboiled Detective Crime Story? Oder macht es das schon zum Neo Noir? Jedenfall zielte die Filmkritik im Kontext des Begriffes Film Noir ja ursprünglich eher darauf, was Gubanov eingangs treffend beschrieben hat. Diese düstere Schwere usw. finde ich nun bei den Tony-Rome-Filmen aber überhaupt nicht vor. Vielmehr sind es unbeschwerte Unterhaltungskrimis mit Sex, Crime und massig cooler Sixties-Tonality aus dem sonnigen Miami. Bezeichnend finde ich dabei auch die Filmkritik hier (https://der-film-noir.de/v1/node/1071), die Eingangs eröffnet mit "Ein routinierter Thriller, der eindeutig in der Tradition des Film Noirs steht", dann allerdings fast ausschließlich Unterschiede statt Gemeinsamkeiten in der Anmutung zu thematisieren weiß - mal abgesehen von der Historie des Produktionsstabes, die eigentlich für die Einordnung keine Rolle spielen darf.
    Dementsprechend gewinnen beide Tony Romes auch auf dieser Film-Noir-Website in den Bewertungen keinen Blumentopf. Im Prinzip ist's aber wie bei den Wallace-Filmen: Nicht viel Tiefgang, aber unglaublich viel Charme, Plakativität und Atmosphäre. Deswegen sind bei mir beide Filme für ihr Metier 5/5-Kandidaten.

    Bei dem pessimistischen POINT BLANK geht mir das schon ganz anders. Aber nun waren ja genau die beiden Tony-Rome-Krimis als Beispiele scharf diskutiert worden. Soweit eine weitere Meinung dazu, ohne das Thema weiter überbordend verwissenschaftlichen zu wollen. Freue mich jedenfalls auf weitere Filmtipps.

  • Foren-Beitrag von DanielL im Thema

    Anbei die gesendeten Fotos. Zur Information: Die Dateinamen der Bilder lauten Falkenried_1, Falkenried_2 und Falkenried_3. Die Straße Falkenried in Dahlem liegt in unmittelbarer Näher diverser Wallace-Drehorte, v.a. Gottlieb war hier mit seinem „Fluch der gelben Schlange“-Team auf den Straßen unterwegs. Und da gibt es ja auch diverse Straßenszenen mit Blacky, Brigitte Grothum und Arent. Ad hoc muss ich ohne Möglichkeit zur Sichtung für Genaueres passen. Die Berliner Drehort-Experten können sicher rasch zur Lösung beitragen.

    [[File:rqLGhxNdVCO5tdWM-eBz.jpg|none|auto]]
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    P.S.: Zeitnah werde ich das Thema in das allgemeine Edgar-Wallace-Forum verschieben. Dürfte dort besser aufgehoben sein, als im Bewertungsbereich.

  • Foren-Beitrag von DanielL im Thema

    ...und falls es mit dem Upload Probleme gibt, einfach eine Mail mit den Bildern an webmaster@edgarwallacweb.de, dann wird geholfen.

  • Unser Mann aus Istanbul (1965)Datum21.07.2019 21:02
    Foren-Beitrag von DanielL im Thema

    In "Unser Mann aus Istanbul" sieht man einen mit spürbarer Spielfreude agierenden Horst Buchholz in der Hauptrolle eines Eurospy-Abenteuers. Produzent und Regisseur Antonio Isasi führte eine aufwändig gestaltetete Produktion, die mit viel Action aufwartet. Sie reiht sich deshalb auch durchaus in die prominenteren Plätze des Bond-Verfolgerfeldes dieser Zeit ein. Leider bleiben die bunten Bilder allerdings der größte Vorteil, der Film verpasst es recht früh, den Zuschauer auch nachhaltig an die fast zwei Stunden dauernde Geschichte zu fesseln. Mario Adorf und Klaus Kinski haben nette Gastauftritte, Sylva Koscina und Perrette Pradier spielen routiniert im bewährten Metier. Die Filmmusik wirkt recht beliebig, gelegentlich klingen Bond-Soundalikes an. Ungewöhnlich ist, dass Buchholz punktuell die vierte Wand durchbricht und die Zuschauer mit augenzwinkernden Kommentaren anspricht. Davon abgesehen nimmt sich der Film aber durchaus ernst, weshalb ich ihn nicht als Parodie einstufen würde, wie in mancher Beschreibung der Fall. Mit etwas mehr dramaturgischen Fleisch am Knochen wäre sicher leicht eine bessere Wertung drin gewesen. So bleibt es bei 3 von 5 Punkten.

    Der Film wartet noch auf eine ansprechende DVD-Auswertung. Grundlage meiner Sichtung war die dürftige Sky Cinema Nostalgie-Fassung, die den Scope Film zudem auf 1,85:1 beschnitten statt im Bildformat 2,35:1 wiedergibt.

  • Foren-Beitrag von DanielL im Thema

    Zitat von DanielL im Beitrag #11
    Die dort zu lesende Information, Paul Hengge hätte das Drehbuch geschrieben, dürften Falschinformationen sein, die aus Zeiten mit schlechterer Informationslage stammen und die mitunter dazu führen, dass man einen größeren deutschen Einfluss auf die Produktion vermutet. Paul Hengge dürfte wie schon Peter Thouet bei der Stecknadel lediglich für die deutsche Synchronfassung verantwortlich gewesen sein. Deshalb wird er auch nur in der dt. Fassung genannt.


    Möglicherweise war ich hier vorschnell. Als ich den Beitrag schrieb, hatte ich längere Zeit bereits keine Sekundärliteratur mehr zum Film gelesen. Nun habe ich in Joachim Kramps "Hallo! Hier spricht Edgar Wallace" nachgelesen und Joachims Hinweise sind so eindeutig, dass ich davon ausgehen muss, dass ihm entsprechende Unterlagen vorlagen.

    Zitat
    Das Drehbuch, das Paul Hengge schrieb, ist eine spannende Story um einen Mann, der seinen Bruder rächt. (...) Regisseur Umberto Lenzi schrieb zusammen mit dem Autor Roberto Gianniti die italienische Fassung, eine leicht bearbeitete Version von Paul Hengges Drehbuch.



    Dennoch bleibt es merkwürdig, warum die deutschen Autoren - wenn sie denn eine so große Schöpfungshöhe beitrugen - in sämtlichen nicht-deutschen Fassungen ungenannt bleiben.

    Ungeachtet dessen: Mit "deutscher Synchronfassung" meinte ich die Verantwortung für die "deutsche Fassung", nicht die Synchronisation im engeren Sinne, wo es die genannten Dialogbuch-Verantwortlichen gegeben haben kann (Diesen Nachtrag hatte ich dir auch schon per Nachricht geschickt).

  • Foren-Beitrag von DanielL im Thema

    Meine Meinung bezüglich des Wallace-Kontextes habe ich ja schon beim Film Nr. 35 wiedergegeben. Die Diskussion erschöpft sich nun hier, da im Prinzip alle die gleichen Argumente auffahren können. Deswegen beschränke ich mich auf ein paar Aspekte in Unterscheidung zur Stecknadel. Das Rachemotiv ist bei der Stecknadel dramatischer, vom Zeitgeist bestimmt und insofern vielleicht besonderer. Die Konstruktion, aufbauend auf Fahrerflucht, wirkt hier schon etwas beliebiger, weshalb die von Henry genannten Versatzstücke aus (Wallace-)Krimis der Sechziger als Vergleich einleuchten. Insofern empfinde ich HALBMOND sogar trotz des Handlungsortes im Zweifel noch etwas artverwandter als STECKNADEL zu klassischen Krimis, was aber natürlich nichts daran ändert, dass auch er grundlegend nicht wirklich in die Reihe passt und diesen Anspruch außerhalb der deutschen Vermarktung ja auch nie besessen hat. Wieder einmal zeigt sich, wie Vorsichtig man mit Wikipedia sein muss. Die dort zu lesende Information, Paul Hengge hätte das Drehbuch geschrieben, dürften Falschinformationen sein, die aus Zeiten mit schlechterer Informationslage stammen und die mitunter dazu führen, dass man einen größeren deutschen Einfluss auf die Produktion vermutet. Paul Hengge dürfte wie schon Peter Thouet bei der Stecknadel lediglich für die deutsche Synchronfassung verantwortlich gewesen sein. Deshalb wird er auch nur in der dt. Fassung genannt. Was mir am HALBMOND gut gefällt, ist die sorgsame Fotografie und Bildmotivauswahl. Ein Giallo besticht nach meiner Auffassung doch gerade dadurch, dass er bei einem Thriller nicht nur Szene an Szene reiht, sondern im Allgemeinen und bezüglich Mordszenen im Speziellen auch besonders kreative oder atmosphärische Visualität bietet. Viel zu oft werden mir dabei Filme in den Himmel gelobt, die eigentlich nur mit sich übertrumpfenden Schockeffekten arbeiten. Beim HALBMOND zeugt aber schon die Fahrt mit dem Mercedes mit den im Hintergrund verlaufenden Lichtkegeln von einem durchaus künstlerischen Anspruch. Auch das kommt mit den originalen Titelcredits noch viel besser als in der deutschen Schnittfassung. Auch die Ermordung der Künstlerin Katy bietet neben Schockmomenten auch noch bildästhetische Kreativität, wie etwa das Tropfen der Farbe aus dem Regal. Die Stecknadel ist da durch konsequenten Einsatz der subjektiven Kamera zwar auch aufregend, "funktioniert" aber letztlich nur als dass ich wirklich besonderes an der Kameraarbeit erkenne. Völlig über das Ziel hinaus schießt allerdings die Bohrmaschinenszene in der internationalen Fassung. Schon ein Sprung wenn man sich überlegt, was noch fünf Jahre zuvor so im Kino "ging". Bin ich auch kein Freund von Zwangskürzungen: Weniger ist manchmal mehr. Die Freunde von Exploitation in allen Facetten werden sicherlich über die Szene nur schmunzeln. Aber hier schadet die Einstellung eher dem Film als dass sie hilft, weil diese Schocker eben dann zu viel Aufmerksamkeit einnehmen, vom Rest ablenken. Lenzi ist gleich danach mit Mondo Filmen ja auch in ganz andere Gefilde abgedriftet.
    Bei der aktuellen Sichtung bei mir vor den Stecknadel. Thriller mit recht einfacher aber funktionierender Story und schönen Inszenierungsideen. Aber wenn ich in der Schule einen guten Aufsatz geschrieben habe, der gar nicht zum geforderten Thema passt, gab's letztlich auch Null Punkte mit der Begründung "Thema verfehlt". Insofern als "Wallace der Woche" ohne Chance und aus heutiger Sicht ein Fremdkörper in der Edition.
    Aus heutiger Sicht wäre es besser gewesen, die Rolle der Giulia stärker anzulegen (und in der Folge evtl. stärker zu besetzen). Nachdem ja die Damen der Reihe nach dem Killer zum Opfer fallen, hätte es durchaus gepasst, das Giulia als letztlich bedrohte über sich hinauswächst und den Täter "schafft", wobei Mario eher ihr Sidekick wäre. Dafür war man wohl noch nicht bereit. So ist es am Ende umgekehrt und der wiederum nicht sonderlich gefühlvolle Mario darf in der letzten Szene den Helden spielen, während Giulia den Film über nur das bedrohte Reh bleibt. Solche Kritik könnte man natürlich bei allen möglichen Filmen der Reihe anbringen, aber hier kam mir es eben beim Anschauen in den Sinn.

  • Foren-Beitrag von DanielL im Thema

    Abschließend möchte ich vielleicht auch noch mal unterstreichen, was Count Villain schon ansprach. Wenn man sich daran stört, dass man bei der Filmdiskussion immer wieder der fehlende Bezug zur Wallace-Reihe herausgekehrt wird, darf man ihn nicht unter den Bedingungen "Wallace der Woche" besprechen. Die Diskussion wurde ja sogar mit der Ausgangsfrage eingeleitet: "Wie gut ist es Dallamano und Konsorten gelungen, den alten Wallace zu updaten?". Um die generelle Toleranz gegenüber andersartigen Filmen mache ich mir dabei garkeine Sorgen. Immerhin wählten die Mitglieder dieses Forums "Das Geheimnis der grünen Stecknadel" auch bereits auf Platz 3 von 35 im Giallo-Grandprix. Dort wäre eine Kritik, die sich auf fehlende Wallace-Anmutung bezieht, beispielsweise auch fehl am Platze. Diese Berücksichtigung des Kontextes muss meiner Ansicht nach schon erlaubt sein, wenn man sich in einem entsprechenden Rahmen bewegt.

  • Foren-Beitrag von DanielL im Thema

    Ein bisschen erschrocken bin ich schon darüber, dass man sich als ignorant und gebissener Hund einordnen lassen soll, nur weil man diesen Film nicht als gut in der Wallace-Reihe aufgehoben ansehen will. Ich kann es gut akzeptieren, wenn man den Film als Thriller mag. Und auch, wenn man dem Film nichts anfangen kann. Was ich wirklich schwierig finde ist, diesen Film irgendwie als sinnvollen Wallace-Film herbei zu argumentieren. Warum ist denn der Film - wie auch die Fürsprecher hier argumentieren - in der internationalen Version besser? Weil es natürlich absolut irre ist, dass in diesem Film plötzlich blutrote Schüsse auf der Leinwand erscheinen und Freddy Vohrers "Hallo, hier spricht Edgar Wallace" erklingt. Das passt überhaupt nicht. Vermutlich bin ich sogar der größte Befürworter des Films, wenn ich sage: Lasst diesem Film seinen eigene Identität! Die Identität, die die Filmschaffenden hatten, als sie ihn herstellten. Was hat es ein eigenständiger Thriller verdient, dass er plötzlich als Edgar Wallace Film vermarktet wird? Aber so ist es nun einmal gekommen. Mag Horst Wendlandt auch eingebrieft haben, doch bitte noch eine Stecknadel als Erkennungszeichen zu nutzen, es kann mir doch keiner weiß machen, dass die beiden italienischen Autoren auch überhaupt nur einen Gedanken an die bestehende Rialto Reihe verschwendet haben. Viel mehr gab es ein paar in Deutschland verantwortliche, die dem Film im Nachgang mit Mühe, Not und größter Willkür den Edgar-Wallace-Stempel aufgedrückt haben. Deshalb finde ich auch das Wort Etikettenschwindel immer noch sehr passend ( "gewisses Etikettenschwindel-Potential" ist die Untertreibung des Jahrhunderts).

    Dann die ewige Leier, dass ja auch andere Edgar-Wallace-Filme nicht romangetreu wären. Natürlich stimmt das. Aber die ganze Diskussion um werkstreue trifft den Nagel überhaupt nicht auf den Kopf. Es geht meiner Ansicht nach überhaupt nicht in erster Linie um werkstreue. Die Edgar-Wallace-Filmreihe hat rund 30 Filme lang bestimmte wiedererkennbare Merkmale als Marke aufgebaut. Und ja, im übrigen Merkmale, die man auch in Romanen von Wallace findet. Nun kann man modernisieren, interpretieren, neue Zutaten mit alten mischen. Dann kommt etwas raus wie Neues vom Hexer. Oder Mönch. Oder oder oder... Die italienischen Filme haben sich aber überhaupt nicht zur Aufgabe gemacht irgendetwas zu modernisieren, zu interpretieren, neu zu mischen usw. Das größte Problem ist also nicht, sich nicht an die Romanvorlage zu halten, oder gar alle Konventionen bewusst über Board zu werfen. Der Film kann einfach kein guter Wallace-Film sein, weil er es schlicht gar nicht versucht hat. Im Übrigen kann man ihn auch sonst schlecht mit den deutschen Verfilmungen vergleichen. Dafür ist er viel zu brutal, viel zu sexualisiert, viel zu dramatisch. Da ändert es auch nichts, dass Wallace einen Roman hatte, wo auch eine Stecknadel vorkommt oder Testi und Baal einmal am Themsenufer langspazieren.

    Der beste Beweis ist für diese hanebüchene Willkür ist "Das Messer" alias "Das Geheimnis der Schwarzen Rose" alias "Blutspur im Park", der ja nach bestem Wissen zwischenzeitlich für eine "Edgar-Wallace-Vermarktung" vorgesehen war. Gottseidank hat man es gelassen. Am Film hat sich praktisch dadurch nichts geändert. Nur einen unpassenden Vorspann hat er sich gespart. Und einen unpassenden Trailer.

    Abgesehen von dieser Wallace-Diskussion kann ich dem Film einige Aspekte abgewinnen. Die explizite Gewaltdarstellung und der bereits häufiger genannte Hang zum Voyeurismus, der sich mit dem schweren Thema auf eine irgendwie doch recht unangenehme Weise vermischt, gefällt mir weniger. Fabio Testi, der hier ja de facto Hauptdarsteller ist (auch wenn die deutsche Fassung anderes behauptet) wird mit seiner Rolle sehr unsympathisch eingeführt („Du mit deinen albernen Hemmungen“ wenn die Schülerin sich nicht befummeln lassen will). Die anderen Darsteller gehen alle in Ordnung, fallen aber auch größtenteils nicht positiv auf. Das Thema Abtreibung und die EInstellung der jungen Leute zu Sex war brandaktuell und Zeitgeistthema. First-Mover ist die Stecknadel aber nicht. Findet sich auch schon 1968 im Rolf-Olsen-Krimi DER ARZT VON ST. PAULI wieder.

  • Foren-Beitrag von DanielL im Thema

    Zitat von Count Villain im Beitrag #21
    Zitat von Georg im Beitrag #19
    Bei Youtube habe ich übrigens den deutschen Vorspann hochgeladen, der ja auf der DVD fehlt. Darin kommt im Gegensatz zu den englischen Credits auch der Name EDGAR WALLACE vor:


    Ich hatte mich schon gewundert, warum bei dem Film nirgendwo der Name Wallace auftaucht, als ich die DVD gesehen habe.



    Wenn ich mich recht entsinne, werden im internationalen Vorspann überhaupt keine Autorencredits eingeblendet. Wie ist das beim dt. Vorspann?

  • Foren-Beitrag von DanielL im Thema

    Der Film lief bis vor einigen Jahren noch relativ häufig im Nachtprogramm des ZDF.

    Bei der Einordnung profitiert er wohl davon, dass er der zweite "echte" Wallace-Film von Brauner ist, dessen "Schlange" ja bereits als 13. Film der Reihe gilt. Ein Sonderling ist Akasava auch insofern, als dass es nach dem Rächer erst der zweite deutsche Wallace-Kinofilm ist, der nicht bei Constantin oder der Partnerfirma Prisma verliehen wurde.

  • Neue Wallace-Buch-AusgabenDatum20.06.2019 22:48
    Foren-Beitrag von DanielL im Thema

    Kann jemand von euch mal ein Cover-Foto präsentieren? Danke!

  • Foren-Beitrag von DanielL im Thema

    Tja, soll ich auch noch mal draufhauen?

    Na gut...

    Folgenschwere Fehler werden wohl schon lange vor Drehbeginn im Produktionsbüro gemacht. Über die letzten Filme hinweg hatte man es völlig versäumt, für neue Impulse zu sorgen. Jetzt sollten sie ohne Not per Holzhammermethode kommen. 

    Wenn man dabei schon dem Trend der internationalen Koproduktion folgen wollte: Hatte man nicht als Produzent dieser doch so erfolgreichen Kinofilmreihe die Chance, selbst europäische Geldgeber um sich zu versammeln, statt nur noch 30% der Produktionskosten zu tragen und damit die Federführung komplett aus der Hand zu geben? 

    Die Grundidee des Films hat Potential, wobei man natürlich hier schon die Generalfrage stellen kann, warum man in einer etablierten Krimi-Reihe urplötzlich mit Psycho-Thriller Ambitionen um die Ecke kommen muss. Hatten bisher, wenn auch in unterschiedlichster Ausprägung, immer Ermittler-Typen die Handlung vorangetrieben, dreht sich hier alles um John Alexander.

    Kinski, Stand 1969 international gefragt, hat sicherlich nach seinen unzähligen Schreck-vom-Dienst-Auftritten bei Wallace eine große Rolle verdient. Mit seiner hier dargebotenen lethargischen Art ist er allerdings der Falsche. Fördern die ausländischen Schnittfassungen auch noch eine kleine Backstory im Schnee von John und Helen zu Tage: Es hilft nichts. Die beiden trennen sich während des Pferderennens so emotionslos voneinander, dass man sie zu diesem Schritt nur beglückwünschen will. Augenblicke später soll man Kinski beim Stiefvater dann den Verzweifelten abkaufen?

    Günther Stoll als Inspektor Steevens nimmt am Tatort federführend die Ermittlungen mit dem zunächst größeren Sprechanteil auf, nur um dann in der zweiten Filmhälfte zum Stichwortgeber zu verkommen. Im Finale wirkt er dann fast wie ein fälschlicherweise ins Bild geratenes Mikrofon. Freda setzt dem ganzen die Krone auf, in dem die Szene so abläuft, dass es einen Dialog zwischen Inspektor Gordon und Mr. Brown gibt. Das Bild ist jedoch so geschnitten, dass Gordon eine eigene Einstellung hat während Brown seine Worte im eigentlichen Gegenschnitt sichtbar an Inspektor Steevens richtet. Völlig irre! Hatte Freda etwa ursprünglich zwei Länderfassungen geplant und war durcheinander gekommen oder war es nur komplettes Unvermögen?

    Zu den Auto-Trickszenen ist eigentlich alles gesagt. Zu gute halten kann man, dass es auch zwei bis drei stimmungsvolle Nachtaufnahmen mit Kinski in dunklen Gassen oder im von Blitzlicht durchzogenen Haus zu sehen gibt. Da Vohrer nicht anwesend ist, fällt dankenswerterweise dabei kein Skelett von der Decke oder aus dem Schrank. Auch manches Innendekor sieht eigentlcih prächtig aus, nachdem man sich etwas am CCC-Spätsechziger-Holzdekor satt gesehen hat. Die oft monierten Hippie-Parties sind letztlich eine ungezwungenere Annäherung an einen neuen Zeitgeist, als die letzten Barszenen von Vohrer. Die schummrig-versumpfte Atmosphäre hätte in Kontrast zu einer konservativen Londoner Prüderie, für die Kinski mit seinem Getue nicht steht, durchaus seinen Reiz gehabt. Der Effekt, die totgeglaubte Gattin auf einer Drogenparty plötzlich in einem schlüpfrigen Filmchen wiederzuentdecken ist ja schließlich viel größer, wenn man sie zu Lebzeiten als treue Gattin in Erinnerung hat. Da wurden Chancen vertan, die man aber ohnehin nicht weiter genutzt hätte, weil es dazu schon handwerklich an allen Ecken und Enden mangelt.

    Die gelobte Musik von Nora Orlandi ist in der Tat ein sehr guter Soundtrack. Allerdings hilft sie dem Film auch nicht weiter und eben so wenig kann ich sie mir zu einem Wallace-Film mit traditionellerem Konzept gut vorstellen. 

    Das war gut: Vielleicht am Ende der gute Wille, einen neuen Zeitgeist einfließen zu lassen, der sich aber schon in der Vorproduktion ermüdete
    Das war schlecht: Der Film wird seinem eigenen Anspruch letztlich in keiner Weise gerecht
    Moment des Films: Wohlwollend könnte man die Szene mit Kinski und dem weißen Jaguar in der verregneten Gasse nennen. Aufgrund der Obskurität entscheide ich mich allerdings für Kinski im Anzug inmitten der Hippie-Party
    Moment zum Vergessen: Die Spielzeug-Filmtricks
    Krimi-Phrasenschwein: „Irgendetwas gefällt mir nicht an dieser Geschichte!"

  • Foren-Beitrag von DanielL im Thema

    Herzlichen Glückwunsch zu diesem detektivischen Ermittlungserfolg.

  • Wallace & Blu-rayDatum07.01.2019 22:27
    Foren-Beitrag von DanielL im Thema

    Filmjuwelen bringt am 7. Juni "DAS RÄTSEL DES SILBERNEN DREIECKS" auf Blu-ray sowie eine neue DVD-Ausgabe.

    Daten der Blu-ray:

    Zitat
    Technische Daten:
    Sprache / Ton: Deutsch DTS-HD 1.0 (Mono)
    Bildformat: 1,33:1 (1080p) (Schwarz-Weiß)
    Untertitel: Keine
    Laufzeit: 85 min. Extras:
    - Englische Farbfassung (ca. 82 Min.; Englisch DTS-HD 1.0 Mono; deutsche Untertitel)
    - Umfangreiches Booklet von Dominik Starck
    - "More Bang for the Buck: Interview mit Kult-Produzent Harry Alan Towers" (27 Min.); Bildergalerie; Trailer


    Quelle: Vertrieb Alive

  • Foren-Beitrag von DanielL im Thema

    Hi. Danke für den Hinweis. Völlig richtig. Die Situation mit der Produktionsfirma (Wiener Stadthalle, Intercontinental-Film) ist mir bekannt. Seinerzeit hatten die Ramsch-Labels Cent Entertainment bzw. MCP ebenfalls Zugriff auf zahlreiche Spiehs-Produktionen, unabhängig wie er gerade zur Enstehungszeit firmierte. Meine Hoffnung war und ist, dass sich Subkultur neben "den Nasen" und "den Tanten" auch den ein oder anderen Krimi von Spiehs greift.

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