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  • Foren-Beitrag von DanielL im Thema

    Die Falle: Trotz der kurzen Laufzeit bekommt man vom Callaghan Charakter in der zweiten Folge doch ein paar interessante Aspekte zu sehen. So ist er eloquent und mit bester Etikette ausgestattet, aber wohl auch kein Samariter. Obwohl er von der Unschuld des zu sieben Jahren verurteilten „schielenden Emils“ nach Selbstauskunft schon immer überzeugt war, veranlasst ihn erst ein Deal mit Heckler zum handeln. Aus seinen Beweggründen macht er auch gar keinen Hehl:

    Zitat
    Heckler: Der Täter ist ihnen doch Schnuppe, Herr Callaghan. Sie wollen wissen, wo die Juwelen sind, was?
    Callaghan: Naja, nun ja.
    Heckler: Die Versicherung spuckt wohl nen schönen Batzen aus, wenn sie die Sore finden?
    Callaghan: Genau!
    (…)
    Heckler: Ich schlage ihnen ein Geschäft vor. Ich sage ihnen, wo die Sore ist und sie versprechen mir, dass Emil frei kommt.
    Callaghan: Bravo!



    Der Umstand, dass die gut besetzte Gangstertruppe um Mirschke (Eppler) und Elefanten-Rudi (Golling) allzu einfach auf den von Callaghan konstruierten Trick hereinfällt und am Ende zum Auffinden des Diebesgutes der „Kommissar Zufall“ so erheblich beiträgt, gibt einen kleinen Punktabzug. Das Drehbuch wäre vermutlich interessanter geworden, hätte man auch den Zuschauer nachhaltig in die Falle laufen lassen. Der guten Stimmung über 25 Minuten tut das allerdings keinen so erheblichen Abbruch. 3/5

    "Sore", war übrigens schon der zweite Begriff, den ich beim Ansehen der Serie nachschlagen musste. Trotz langjährigem Krimi-Konsums kannte ich den Gauner-Ausdruck "Sore" (Beute) genau so wenig wie wie bei Folge 1 "Schränker" (für Tresorknacker).

  • Foren-Beitrag von DanielL im Thema

    Gerade die erste Folge gesehen und in großer Freude dieser Neuentdeckung. Die erste Folge "Tanz um Mitternacht" braucht nur 60-70 Sekunden, um mich in bester Laune auf die folgenden 24 Minuten einzustimmen. Ein hübsch inszenierter Überfall im Nebel als Wachmacher und Victor de Kowa steigt gleich mit wortwitzigen Dialogen in seinen Fall ein, bei dem ihm die Union-Versicherung um die Aufklärung eines Raubmordes beim Weber'schen Lagerhaus bittet. Absurd ist natürlich die Tatsache, dass man hier de Kowa einen britischen bzw. kanadisch stämmigen Privatdetektiv namens "Slim Callaghan" spielen lässt, der dann in München ermittelt, am Telefon denn mit einem "Inspektor Dahlmüller" (statt etwa Kriminalkommissar) telefoniert. Das man hier gar nicht erst versucht die Handlung (wie ja so üblich in jener Zeit) abseits des Drehortes spielen zu lassen und damit die Mixtur aus internationalen Krimis in deutschen Landen irgendwie rückblickend kurios auf die Spitze treibt, kann man aber auch schon wieder mögen. Das Ensemble ist natürlich allererste Sahne und de Kowa arbeitet sich denn die nächsten zwanzig Minuten unterhaltsam und plausibel durch den Fall. Karl Anton hat eine vernünftige Arbeit abgeliefert, wobei die Überführung des Täters nun erwartungsgemäß ohne ein besonders dramatisches oder gar actionreiches Finale auskommt. 4/5

  • Foren-Beitrag von DanielL im Thema

    Zitat von Ray im Beitrag #3
    Aus dieser Auswahl kann ich dir "Slim Callaghan greift ein" empfehlen. Habe mir die Serie schon mehrfach angeshen. De Kowa sprüht nur so vor Spielfreude und die Inszenierung ist für eine Vorabendserie überdurchschnittlich gut.


    Na, ich habe nun auch Spielfreude. Abspielfreude. Ein vorzüglicher Tipp. Habe gerade die erste Folge zum Nachmittagskaffee am Sonntag gesehen und werde mir nun gleich mal die Beiträge im entsprechenden Thread dazu vornehmen!

    Vielen Dank!

  • Brigitte GrothumDatum11.03.2018 14:40
    Foren-Beitrag von DanielL im Thema

    57 Jahre nach der Premiere des gleichnamigen Films übernahm Frau Grothum am Freitag noch einmal eine Rolle in „Die seltsame Gräfin“. Bei der Neubearbeitung handelte es sich allerdings nicht wie anno 1961 um einen Film, sondern um ein Live-Hörspiel. Es fand im Wirtshaus Moorlake, gelegen in Berlin-Wannsee unweit zahlreicher Edgar-Wallace-Drehorte, statt.

    Brigitte Grothum spielte im neunten Edgar-Wallace-Film die Rolle der Margaret Reedle. Im Live-Hörspiel übernahm diese Rolle ihre Tochter Deborah Weigert, die ebenfalls Schauspielerin ist. Brigitte Grothum sprach dagegen Gräfin Moron.

    In gleicher Besetzung fand bereits 2015 solch eine Inszenierung der „Gräfin“ in Berlin statt. Ebenfalls wurde im selben Jahr „Das indische Tuch“ präsentiert und 2016 folgte auch Grothums Wallace-Film „Das Gasthaus an der Themse“ als live inszeniertes Hörspiel.

  • Wallace & Blu-rayDatum09.03.2018 20:46
    Foren-Beitrag von DanielL im Thema

    Zitat von TV-1967 im Beitrag #524
    Der Hexer Teil II lief ja schon in HD im vergangenem Sommer auf 3SAT. Vermute auch daß er demnächst kommt...


    Das kann doch aber auch die Vorlage der DVD-Fassung gewesen sein?

  • Foren-Beitrag von DanielL im Thema

    Offensichtlich ist es gar nicht so eine Seltenheit, dass solche Dinger auch in Märkten wie Saturn landen. Das Label ist ja "berüchtigt". War mir so nicht bewusst. Erstaunlich, dass da keiner einschreitet. Das Ding kursiert ja bald seit 15 Jahren.

    Aber gut, den Lizenzinhabern ist es ja auch offensichtlich egal, dass nun mehr schon seit vielen Jahren die ganzen Filme vollständig auf YouTube hochgeladen werden und dort millionenfach abgerufen werden. Und dann wundert man sich vermutlich, dass bei neuen "echten" Veröffentlichungen nicht genügend Cash reinkommt.

    Was soll man da noch sagen.

  • Foren-Beitrag von DanielL im Thema

    Einige der o.g. Filme sind wieder in das normale Instant-Video-Angebot zurückgekehrt, darunter die vier Wallace-Filme.

    Derzeit gibt es einige Filme und Serien aus dem Pidax-Katalog zur Ansicht im Prime-Paket, darunter:

    - Die Karte mit dem Luchskopf
    - Heisser Sand
    - Der Nebelmöder
    - Geld oder Leben
    - Schach dem Roboter
    - Der Geisterzug
    - Slim Callaghan greift ein
    - Luftkreuz Südost
    - Das Wirtshaus von Dartmoor
    - Donaugeschichten
    - Verbrechen nach Schulschluss
    - Interpol ruft Berlin
    - Schritte in der Nacht
    - Kopf in der Schlinge

    Gibt mir die Möglichkeit mal ein paar Dinge "anzutesten", die es so erst mal nicht auf meine Einkaufsliste geschafft hätten.

  • Thema von DanielL im Forum Edgar-Wallace-Forum

    Mal eine Frage, die hoffentlich durch Kenner der DVD-Szene beantwortbar ist. Bereits seit mehr als einem Jahrzehnt kursiert ja schon eine Single-DVD von "Der Gorilla von Soho" die dem allgemeinen Vernehmen nach immer als Bootleg eingeordnet wurde. Gemeint ist nicht die Universum Single-Disc. Über die Jahre ist mir die Scheibe immer mal wieder begegnet: Auf Börsen, bei Ebay, in Shops. Ich dachte mir schon "Mensch, für ein Bootleg hat das Teil aber ne lange Halbwertszeit, muss in hoher Stückzahl gepresst worden sein und scheint ein gutes Vertriebsnetz zu haben". Hier wurde das natürlich auch schon mal angesprochen und irgendjemand hatte auch mal reingeschaut und festgestellt, dass es sich um ein miserables 4:3 Vollbild handelt.

    Jetzt habe ich gerade festgestellt, dass die selbe Scheibe - zumindest eine Scheibe mit exakt der selben Umverpackung - wieder auf diversen Plattformen neu gelistet wird. Nunmehr mit den Angaben Erscheinungstermin 18.03.2018, Label: Laser Paradise (Da Music), ... Auch bei Amazon (Nicht Marketplace!), Saturn usw. Orte, die jetzt nicht die typischen Bootleg-Umschlagplätze sind

    Also war das jetzt jemals ein Bootleg? Ist es eines? Oder ist es doch eine legale bzw. "offzielle", wenn auch beeindruckend schlechte, Veröffentlichung? Immerhin gibt es ja auch von Filmen wie "1000 Augen des Dr. Mabuse" noch so obskure Einzel-DVDs... Aber dennoch fragt man sich ja um Himmels willen WARUM, WIESO, WESHALB das Ganze?

    http://www.saturn.de/de/product/_edgar-w...vd-9084553.html

    https://www.amazon.de/Gorilla-Friedrichs...g=UTF8&qid=&sr=

  • Wallace & Blu-rayDatum05.03.2018 20:15
    Foren-Beitrag von DanielL im Thema

    Ah, bluray-disc.de gab was heraus. Ok, dann der Hexer II wohl in Box 6. Der müsste nämlich auch schon bearbeitet sein, weil die FFA eine Förderung für die Restaurierung vermeldet hat.

  • Wallace & Blu-rayDatum05.03.2018 20:11
    Foren-Beitrag von DanielL im Thema

    Zitat von greaves im Beitrag #514
    Wie es aussieht kommen die 3 Filme auf die Disc Nr. 5 :Die toten Augen von London,Das Geheimnis der gelben Narzissen und Im Banne des Unheimlichen


    ...oder "Neues vom Hexer"?

  • Edgar Wallace AusstrahlungenDatum05.03.2018 16:57
    Foren-Beitrag von DanielL im Thema

    Auch wenn hierzulande nur die wenigsten daraus Nutzen ziehen können, ist es vielleicht eine Erwähnung wert: Britische Wallace-Freunde können sich ab heute über die Fernsehpremiere der restaurierten Network-DVD-Fassungen der "Edgar Wallace Mysteries" freuen. Der kleine Nischensender "Talking Pictures TV" zeigt ab heute jeden Werktag um 6.35pm einen neuen Film der britischen B-Movie-Reihe aus den 1960ern. Auf http://talkingpicturestv.co.uk/this-months-trailers/ findet man einen einminütigen Trailer.

  • Arild Rafalzik verstorben!Datum27.02.2018 17:52
    Foren-Beitrag von DanielL im Thema

    Die Nachricht, dass mit Arild Rafalzik ein weiterer aktiver Vertreter der hiesigen Edgar-Wallace-Szene früh verstorben ist, macht traurig. Obwohl ich ihm wohl persönlich nur einmalig vor 16 Jahren im Hotel von Eddi Arent flüchtig begegnet bin, war er mir als Unterstützer des dort stattfindenden Festivals, als Initiator zahlreicher Filmmusik-CDs und manch anderer themennaher Veröffentlichungen stets ein Begriff.

  • Foren-Beitrag von DanielL im Thema

    Ein interessanter Punkt, den ich ohnehin immer schon mal diskutieren wollte.

    Den Aspekt der Kriegseinwirkung auf den Wilhelm-Goldmann-Verlag, Leipzig halte ich für relevant, aber eben auch nur für einen Teilaspekt bei der Suche nach Begründungen für nicht mehr erschienene Romane.

    Technisch gesehen gibt es bei den Romanen und ihren Übersetzungen ja kein zwingend erforderliches „Originalnegativ“. Die Drucktechnik hatte sich weiterentwickelt, alte Druckvorlagen im mechanischen Sinne hätten sicherlich keinen Vorteil gebracht für neue Buchausgaben, erst recht nicht für die völlig neu aufkommenden Taschenbücher.

    Gut vorstellbar finde ich, dass die Manuskripte des Übersetzers teilweise nicht mehr auffindbar waren. Ich kenne mich hier nicht im Detail mit dem damaligen Prozess des Publishings aus, aber sicherlich greift man, sofern man die Wahl hat, gern auf das Übersetzungsoriginal zurück, sodass sich etwaige Fehler in den Buchausgaben nicht potentieren können. Ein Ausschlusskriterium sollte es aber doch nicht sein? Wenn man sich sicher ist, einen Titel in die Massenproduktion geben zu wollen, scheitert es vermutlich nicht daran, eine Vorlage tippen bzw. setzen zu lassen. Zumal ja selbst „verfügbare“ Stoffe aus anderen Gründen völlig neu übersetzt wurden.

    Was uns zu der Frage bringt, ob die in Frage kommenden Romane in der Nachkriegszeit denn so rar gewesen sein können, dass es selbst dem Verlag nicht gelang, wenigstens ein Druckexemplar als Arbeitsgrundlage zu finden. Das kann ich mir kaum vorstellen.

    Die Weltbild-Ausgaben genießen einen bis heute guten Ruf, so denke ich, weil man sich frühzeitig an Sammler und Wallace-Fachleute wandte, und so zum einen gut beraten wurde und zum anderen leichten Zugang zu Vorlagen erhielt - statt einfach irgendetwas auf den Markt zu werfen. An Wirtschaftlichkeit dürfte man dennoch interessiert gewesen sein, weshalb vermutlich die Quellenrecherche und die Aufwände für das „Abtippen“ in einem erträglichen Rahmen gelegen haben.

    Kann sein, dass ich die Abläufe solcher Produktion in den 50er und 60er Jahren völlig falsch einschätze, aber Stand jetzt glaube ich eher, dass es sich um eine Mischung aus den obigen und anderen Aspekten handelte, die zur Veröffentlichungspolitik führten.

    In den 50er/60er-Jahren hatte Wallace in den Köpfen der Leser schon ein recht eindeutiges Profil, was die typischen Zutaten angeht. Hier muss ich sie keinem erklären. Mit den „grünen“ Afrika-Romanen lag bereits eine zweite Schiene von dem Autor vor. Wir wissen, dass Wallace sehr vielseitig war und auch einige heitere Romane, Science-Fiction und dergleichen schrieb. Ggf. hatten es Titel, die aus der Reihe tanzten, schwierig. Auf einige der zunächst nicht mehr verlegten Stoffe, trifft das zu (keine typische Tonalität, anderer Handlungsort etc.) . Allerdings: Auf andere auch eher nicht. Hier könnten vielleicht Kriterien wie etwa Textumfang eine Rolle gespielt haben. So wurden einige längere Romane ja auch dem Vernehmen nach gekürzt, um sie überhaupt als Taschenbuch veröffentlichen zu können. Vielleicht ließ sich das nicht für alle Stoffe umsetzen.

    Mit der heutigen Technik wäre es kein großes Problem, auch seltene Titel originalgetreu und gebührend einer kleinen Liebhaberschaft zu einem bezahlbaren Preis zugänglich zu machen. Problem ist nur, dass bei den interessantesten Titeln noch keine gesicherte Information bezüglich der Übersetzungsrechte besteht. Aufgrund der Regelschutzfrist im Urheberrecht ist das aber immerhin ein Problem, was sich mit über die Jahre erledigen wird.

  • Thema von DanielL im Forum Off-Topic

    Wer sich in Hamburg auf den touristischen Standardpfaden mit "Crime" berieseln lassen will, nimmt in der Regel wohl vor allem mit dem Hamburg Dungeon vorlieb oder nimmt eine sogenannte "Kiez & Crime"-Tour in Anspruch. Wer hingegen etwas authentischer an die Sache herangehen will, findet ein besonderes Angebot weiter im Norden, in Hamburg Winterhude-Nord. Hier besteht seit 2014 das Polizeimuseum Hamburg auf drei Etagen mit rund 1400 Quadratmetern. Es befindet sich auf sicherheitsüberwachtem Gelände der Polizeiakadamie und es herrscht Ausweispflicht. Am Eingangstor muss man sich kurz anmelden, bevor man im Gebäude für 8 Euro seine Museumskarte lösen kann. Ebenfalls besteht ohne gesonderte Genehmigung striktes Verbot zu fotografieren, weshalb dieser Bericht ohne Bebilderung auskommen muss (Die unten verlinkte Website verfügt über einige Pressebilder).

    200 Jahre Polizeigeschichte im Schnelldurchlauf

    Im Erdgeschoss kann man dann gleich in die lange und wechselhafte Geschichte der Hamburger Polizei eintauchen. Die erstreckt sich von 1814 über Kaiserreich, Weimarer Republik, Nationalsozialismus, Nachkriegszeit bis zur modernen City-Polizei. Jede Epoche wird mit Beschreibungen aufgearbeitet, hat zeitgenössische Handwerkszeuge und Dokumente zu bieten.

    Für einen kurzen aber schönen Aufenthalt sorgt der originalgetreue Nachbau eines Wachraumes einer Revierwache aus den 1960er Jahren. Hier darf man sich inmitten der Exponate bewegen und auch vor der Schreibmaschine Platz nehmen. Man fühlt sich auch sogleich, als würde Heinz Engelmann oder Karl-Heinz Gerdesmann gleich um die Ecke biegen, um zu fragen, ob eine Nachricht für sie eingegangen ist. Eine Installation erinnert an die Reeperbahn jener Zeit. Wer nach Nostalgie sucht, ist hier wesentlich besser aufgehoben, als beim Streifzug durch St. Pauli die diensthabenden Beamten der Davidwache von der Arbeit abzuhalten, weil man mal "hineinschauen" möchte. Die Flutkatastrophe 1962 wird mit einem eigenen Bereich ausführlich behandelt.

    Kriminaltechnik im Detail

    Das erste Obergeschoss gibt einen umfangreichen und detaillierten Einblick in die Kriminaltechnik. Von Spurensicherung über Erkennungsdienst bis DNA-Analyse kann man sich zu unterschiedlichen Fachabteilungen informieren, die jeweils mit einem kleinen, aber reichhaltig bestückten Aufbau vertreten sind. Dabei gibt es auch immer wieder Anlass, selbst aktiv zu werden und "am Beispiel zu ermitteln". Kinder, Jugendliche und sich nicht genierende Erwachsene dürfen gar Ermittlerspiele absolvieren oder Platz nehmen im Polizeifahrzeug- und Polizeihubschrauber-Simulator. Im Archivraum können Kriminalakten eingesehen werden. "So gewinnen sie beim Blättern und Schmökern einen Eindruck davon, welche Arbeitsschritte erforderlich sind, bevor eine Kriminalakte der Staatsanwaltschaft übergeben wird." verspricht das Museum - und das stimmt auch absolut. Hier ergibt sich ein umfassender Detaileinblick, wie er sonst nicht zu haben ist. Ein Geheimtipp etwa für Autoren, die Insider-Wissen für authentische Geschichten aufbauen möchten.

    Spektakuläre Kriminalfälle der Hansestadt

    Wem es stets unrealistisch erschien, dass Chefinspektor Smith (Wolfgang Preiss) im „Henker von London“ aus seinem Büro heraus mit wenigen Schritten ein Kriminalmuseum erreichen konnte, dass historisches Material und Asservaten vorhielt, der sei eines besseren belehrt: In Hamburg gab es bereits 1893 ein Kriminalmuseum, dass sich am Ort des ersten Hamburger Polizeipräsidiums, dem Stadthaus am Neuen Wall, befand. Es diente angehenden Kriminalbeamten zu Forschungs- und Ausbildungszwecken und zog mehrere Nachfolgeeinrichtungen nach sich. 2006 fiel die Entscheidung, auch eine öffentliche Ausstellung zu gründen.

    Im Dachgeschoss des Museums finden sich seither auch Sammlungen zu acht berüchtigten Kriminalfällen:

    - Schießerei am Winterhuder Marktplatz im Kontext des RAF-Terrors (1978) {1}
    - Einbrecherbande um den "Lord von Barmbeck" (-1920) {2}
    - Die gefälschten Hitler-Tagebücher (1983) {3}
    - Kaufhauserpressungen von Dagobert (-1994) {4}
    - Leiche im Ölfass (1984) {5}
    - Der St.-Pauli-Killer (-1986) {6}
    - Geiselnahme Bankfiliale Steindamm (1974) {7}
    - Frauenmörder Honka (-1975) {8}

    Das Geschoss ist mit einem Jugendschutzhinweis versehen. Durch Rundtische kann man sich jeweils chronologisch durch Fall und entsprechend angeordnete Asservaten arbeiten, was es leicht macht, die Abläufe der Verbrechen und anschließender Ermittlungen genau nachzuvollziehen. Die Exponate sind teilweise aufwändig aufbereitet, so dass man etwa den letzten Erpresseranruf von Dagobert am Telefon nachhören kann, während man auf die von der Polizeipsychologin für den Polizisten am anderen Ende der Leitung notierten Hinweise blickt.

    Schwieriger fallen einem Blicke auf Mordwerkzeuge schlimmster Kapitalverbrechen. Das Museum teilt mit: „Blutrünstige Fotos und Aufnahmen von Opfern gibt es im Polizeimuseum nicht zu sehen. Wir legen Wert auf den korrekten Umgang mit allen beteiligten Personen. Die Auswahl der Exponate und Asservate ist nach ethisch-moralischen Gesichtspunkten erfolgt. Sie entspricht den Standards des Internationalen Museumsverbandes.“ Ich denke, es liegt dennoch auch in der Verantwortung der Besucher, Exponate wie die Säge eines Serienmörders auch 40 Jahre nach ihrem unfassbaren Gebrauch nicht zum "Gruselspaß" verkommen zu lassen. Man zeige Polizeiarbeit auch „anhand ausgewählter Fälle, in denen Menschen zu Schaden kamen oder starben. Die Besucher erhalten so ein ehrliches und realistisches Bild von der Ermittlungsarbeit der Polizei und können nachvollziehen, wie schwierig und zeitaufwändig es sein kann, den Täter in einem Tötungsdelikt zu überführen.“ heißt es im Leitfaden des Museums.

    Keiner der neun norddeutschen Stahlnetz-Fälle spielt im Museum eine Rolle, eine Vitrine ist allerdings regionalem, authentischem Film- und Serienwerk und beherbergt somit auch zahlreiche Referenzen an Jürgen Roland. Als Exponate sind hier leider lediglich zwei Filmplakate und handelsübliche DVD-Editionen ausgestellt.

    ---

    {1} Vgl. https://www.abendblatt.de/hamburg/articl...n-Schuesse.html
    {2} Die Bande zeigt einige interessante Parallelen zu den fiktiven Ganoven von Edgar Wallace, insbesondere den "Fröschen" (Vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Julius_Adolf_Petersen), Verfilmt für Constantin Film als "Der Lord von Barmbeck", u.a. mit Heinz Reincke.
    {3} Von Helmut Dietl mit "Schtonk!" 1992 als satirische Filmkomödie verarbeitet.
    {4} Kurz nach "Dagoberts" Verhaftung erschien ein TV-Film "Das Phantom – Die Jagd nach Dagobert" mit Dieter Pfaff. Auf DVD erschienen bei Pidax.
    {5} Der Fall ist bis heute ungeklärt. Er war Teil von "Aktenzeichen xy" vom 25.10.1985. Vgl. http://www.zeit.de/2015/44/mord-rekonstr...mburg-recherche
    {6} Verfilmt fürs TV - 1995 von Nico Hofmann
    {7} Ging in die Polizeigeschichte ein, erster Gebrauch vom "finalen Rettungsschuss" in der BRD
    {8} Keine Verfilmung, prominent ist allerdings der Tatsachenroman von Heinz Strunk ("Der goldene Handschuh")

    Internetseite des Museums: http://polizeimuseum.hamburg/

  • Foren-Beitrag von DanielL im Thema

    Die seit Jahren ins Stocken geratene Hörspielreihe von Nocturna wird offenbar doch noch fortgesetzt. Der Produzent firmiert unterdessen als „Saphir Tonart“. Da die Hessische/Niedersächsische Allgemeine Zeitung bereits über Tonaufnahmen in Göttingen berichtet hat, ist davon auszugehen, dass der vor langer Zeit angekündigte dritte Teil der Reihe „Der Safe mit dem Rätselschloss“ demnächst tatsächlich zur Veröffentlichung kommt. Als vierter Teil wird auf der Internetseite bereits „Der grüne Bogenschütze“ in Aussicht gestellt.

    Bereits erschienen und aktuell im Vertrieb der Delta Music & Entertainment sind „Der Hexer“ und „Der schwarze Abt“.

    Vgl.: http://www.saphir-tonart.de/produkt.php?case=2&id=1
    Vgl.: https://www.hna.de/lokales/goettingen/go...el-9634695.html

  • Thema von DanielL im Forum Romane

    Hallo zusammen,

    aufgrund der anhaltenden Nachfrage wird das Romanforum in den kommenden Tagen eröffnet werden.

  • Foren-Beitrag von DanielL im Thema

    Hallo zusammen,

    aufgrund der anhaltenden Nachfrage wird das Romanforum in den kommenden Tagen eröffnet werden.

  • Foren-Beitrag von DanielL im Thema

    Zitat von Josh im Beitrag #41
    Der Film scheint ja besser zu laufen, als der Verleih es erwartet hat, ich selber war überrascht, Sonnatgs um 11:30 hatten sich 35-40 Leute im Kerpen verlaufen, was nicht gerade eine Großstadt ist.


    Capitol oder Euromaxx?

  • Foren-Beitrag von DanielL im Thema

    Hier meine Kurzkritik, die weniger begeistert ausfällt aber auch lange kein Veriss sein soll:

    Kenneth Branagh passt in die Rolle des Poirot und führt ein prominentes Ensemble mit guten Einzelleistungen an. Durch die damals wie heute funktionierende Christie-Vorlage dürften Neuentdecker des Werks damit gut unterhalten sein. Wo Branagh – zusammen mit seinem Autor Michael Green – allerdings als Regisseur und Producer versuchte, neue Akzente zu setzen, ist Ernüchterung angebracht. Der Prolog und seine spätere Bedeutung: Eine nette Idee, die leider zu plakativ gerät. Zwischenzeitliche Anspielungen auf die politische Weltlage wirken ebenfalls etwas nach erzwungener Tiefgründigkeit. Und schließlich missfallen die digitalen Tricks: Diese modernen Möglichkeiten des Films zahlen sich eben vor allem bei Action und Fantasy aus. Wenn der Zug in zahlreichen Fahrtaufnahmen zu sehen ist, glaubt man sich – zumindest bei Kinoprojektion – im Animationsfilm. Und spätestens wenn Poirot vor dem Zug, im Anzug gekleidet im Schneemotiv sitzend, ein Verhör führt – ohne Wind, kalten Atem und frostige Nase, dann wünscht man sich eben doch das Produktionsteam von Sidney Lumet zurück, dass noch - vereinfacht gesagt - mit der Kamera auf dem Rücken durch den Schnee wandern musste. Und so ist dieser Film eben kein schlechter Film, aber eine Neuausgabe, die ihr Vorbild natürlich nicht schlägt – aber in Punkto Authentizität und Stil auch erst gar nicht in Schlagdistanz kommt.

  • Edgar-Wallace-Fantreffen 2017Datum18.05.2017 21:53
    Foren-Beitrag von DanielL im Thema

    Nachbericht Teil VII

    [[File:042.jpg|none|fullsize]]
    "Die Familie wünscht keine Aufnahmen, Miss Ward!" Die kesse Reporterin vom London Star ließ sich dennoch nicht davon abhalten, die Orgelempore zu erklimmen. Wir stehen ihr in nichts nach und befinden uns (der Reihe nach und angemeldet!) in der St.-Annen-Kirche just mitten im Establishing Shot von "Im Banne des Unheimlichen". Auf knappem Raum drehte Karl Löb eine der taktisch gewieftesten Eröffnungssequenzen: Der Schwenk von der musizierenden Mrs. Potter zu Peggy Ward geschieht nicht ohne kurzen Umweg an deren Beine entlang ("Sind ein Knaller, was?"). Unser neben Renate Ewert liebstes "One-Hit-Wonder" Siw Mattson ist optisch schon mal etabliert. "Genau, Mrs. Potter! Aber mein Boss der Zeitungskönig besteht darauf, dass ich dieses Ereignis im Bild festhalte". Es ist 1968 und jedem Kinogänger dürfte wohl klar gewesen sein, dass Blacky dieser Hauptdarstellerin wohl nicht die Haushaltseinkäufe nach Hause tragen wird, um zu "love not war" zu kommen. "Wer ist der Mann neben Cir Cecil?" - "Mr. Merryl, der Familienanwalt." - "Den kenne ich schon, der Herr auf der anderen Seite." So geht es weiter, bis dem Zuschauer durch die tüchtige Peggy die wichtigsten Personen aus Crawfield in wenigen Sekunden schon vor dem Vorspann erklärt sind.

    [[File:043.jpg|none|fullsize]]
    Das Wallace-Treffen startet unterdessen in den letzten Tag, Sonntag. Als Kenner sämtlicher "Lümmel von der ersten Bank"-Episoden heckt die Fantasie gleich einen möglichen Streich aus: Sonntagsgottesdienst in der St.-Annen-Kirche. In der Tasche das Smartphone mit der Lautstärke am Anschlag. Das "Lachen der Leiche" im mp3-Player geladen. Ein einziger Fingerdrücker und die Dorfgemeinde hat ihren Schrecken, das Wallace-Treffen einen fiesen und skandalösen Insider-Gag. Nein, die Vernunft hat gesiegt. Die "lachende Leiche" ist sogar ganz zu Hause geblieben. Die Wallace-Freunde treten auch hier - wie das ganze Wochenende - mit größtem Respekt vor unseren Gastgebern auf. Von Peggy Ward fehlt leider jede Spur. Von Siw Mattson ja leider grundsätzlich auch. Das nächste Mal geht der Klingelbeutel rum, um eine Detektei zu engagieren!

    [[File:044.jpg|none|fullsize]]
    Ein wenig wunderlich mögen wir aber gelegentlich schon auf Unwissende wirken, etwa als die ausgestellten und prominenten Besucher vom "Pluta Gartencenter" ausgiebig diskutiert werden.

    [[File:045.jpg|none|fullsize]]
    Oder weil man sich an weniger skandalösen Insider-Gags erfreuen kann: Etwa, als die Wallace-Gruppe nach dem Verlassen des Blumengeschäfts an symbolträchtigen gelben Narzissen vorbeizieht. Standesgemäß muss das natürlich in schwarz-weiß festgehalten werden.

    [[File:046.jpg|none|fullsize]]
    Der Besuch im Gartencenter hatte allerdings auch einen weiteren Nutzen: Frische Blumen für das Grab von Heinz Drache, für den Todestag am 03.04. war also seitens der Wallace-Gemeinde andächtig gesorgt.

    [[File:048.jpg|none|fullsize]]
    Der zeitgenössische Mercedes - nur ein Schnappschuss auf dem Weg zu einem neuen Drehortfund. Oder verteilt der Fahrer in der Gegend mit Vorliebe silberne Halbmonde? Den Dahlemern ist es nicht zu wünschen!

    [[File:047.jpg|none|fullsize]]
    Und... Wer erkennt's?

    [[File:049.jpg|none|fullsize]]
    Frösche, Narzissen... Und nun dies!

    [[File:050.jpg|none|fullsize]]
    Kurze Orientierung. Dann ein letzter Spaziergang im Sonnenschein...

    [[File:051.jpg|none|fullsize]]
    ...zur Anstalt von Dr. Albert Mangrove. Wo der feine englische Adel, weil eingebuchtet, auch schon mal mit der Strickleiter über den Torbogen klettern muss.

    [[File:052.jpg|none|fullsize]]
    Kurzer Blick auf die Fotovergleiche. Dann ein Espresso statt English Teatime. Und weiter. Bevor uns noch jemand in eine Zelle sperrt.

    [[File:053.jpg|none|fullsize]]
    Das wenig entfernte Forsthaus Paulshorn ist kein Drehort, bestätigt aber: Für die Filme 33 ff. hätte die Rialto durchaus noch passende Schlösser im gewohnten Terrain finden können. Für uns in diesem Fall wichtig: Die gastronomische Versorgung für den Ausklang.


    Mit Studiotour, 35mm-Kinovorführung, Kasemattenführung, Best-of-Drehorte-Tour und natürlich dem gut gelaunten und bunt gemischten Wallace-Cast ein Wallace-Wochende, bei dem nicht zu viel versprochen wurde, wenn man sich den Ausgangspost dieses Threads anschaut.

    Ende.

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