Sie sind vermutlich noch nicht im Forum angemeldet - Klicken Sie hier um sich kostenlos anzumelden Impressum 
Forum Edgar Wallace ,...



Sie können sich hier anmelden
Dieses Thema hat 4 Antworten
und wurde 1.094 mal aufgerufen
 Film- und Fernsehklassiker international
Georg Online




Beiträge: 2.810

21.01.2012 21:48
Marrakesch (1966) Zitat · antworten

Marrakesch
(Our man in Marrakesh)
Krimikomödie, Großbritannien / BRD 1966

In Casablanca steigt eine Handvoll Personen in den Bus nach Marrakesch. Darunter befindet sich auch Andrew, der dort ein Hotel bauen will. Im Quartier angekommen, findet er im Schrank eine Leiche mit einem Messer im Rücken. Schnell stellt sich heraus, dass das Zimmer eigentlich für die schöne Kyra bestimmt war. Das ist der Beginn einer abenteuerlichen Flucht, auf der erstmal die lästige Leiche beseitigt werden muss. Einer der Businsassen ist zudem ein mysteriöser Kurier ...

„Marrakesch“ ist eine gut gemachte Krimikomödie vor schöner exotischer Kulisse mit einer guten Story und einem passenden Soundtrack. Der Film stammt aus der Werkstatt von Harry Alan Towers, der als Peter Welbeck auch die Vorlage lieferte.

Die Eröffnungssequenz erinnert dabei mit dem Mord in der Menge zwangsläufig an die Towers-Produktion „Die verdammten der blauen Berge“. Fu-Man-Chu-Regisseur Don Sharp hat einen wunderbar leichten Film inszeniert, bei dem es den Schauspielern sichtlich Spaß macht, mitzuspielen. Dabei gelingt es ihm sehr gut, das Maß zwischen Action, Unterhaltung und Spannung zu halten.

Niemand ist hier scheinbar der, der er zu sein vorgibt und für Mitrate-Fans gibt's außerdem die Möglichkeit eines Whodunits in Form der Frage, wer denn nun von den sechs Reisenden im Bus der geheimnisvolle Kurier ist. Die Auflösung ist geschickt inszeniert, da zunächst der falsche Verdächtige vorgeführt wird. Tony Randall gibt den (etwas tolpatschig angehauchten) Hotelmanager recht gut, Senta Berger ist bildschön und humorvoll, Terry-Thomas gibt ein Gastspiel und Herbert Lom sowie Klaus Kinski geben die Bösewichte vom Dienst. Kinski ist wie fast schon üblich leider synchronisiert, hat aber ohnehin nur eine sehr wortkarge Rolle. Hervorzuheben ist außerdem der sympathische Wilfrid Hyde-White, der in Towers' Agatha-Christie-Adaption „Geheimnis im blauen Schloss“ von 1965 die Rolle des Richters spielte und auch schon in Francis Durbridges „Interpol ruft Berlin“ 1957 mit dabei war. Später sah man ihn noch u.a. in zwei Columbo-Folgen. Laut Vorspann ist Margaret Lee hier in ihrer ersten Rolle zu sehen, was den Schluss aufkommen lässt, dass der Film vor „Das Rätsel des silbernen Dreieck(s)“ gedreht wurde, obwohl als Produktionsjahr 1966 angegeben wird.

Alles in allem: leichte, aber köstliche Krimiunterhaltung mit Humor!

Regie: Don Sharp, Drehbuch: Peter Yeldham nach einer Idee von Peter Welbeck [=Harry Alan Towers], Kamera: Michael Reed, John von Kotze, Musik: Malcolm Lockyer, Produktion: Harry Alan Towers, Louis Heyward, Oliver Unger für UFA, Darsteller: Tony Randall, Senta Berger, Herbert Lom, Wilfrid Hyde-White, Klaus Kinski, Terry-Thomas, Margaret Lee u.v.a.

Georg Online




Beiträge: 2.810

04.09.2013 20:43
#2 RE: Marrakesch (1966) Zitat · antworten

Wer diese Harry-Alan-Towers-Produktion noch nicht kennt: In der Nacht von kommendem Freitag auf Samstag (06. auf 07.09.2013) um 1.25 Uhr wiederholt die ARD die Produktion.

TvTv.de schreibt darüber:

Zitat
Ein amüsanter Spionagekrimi an exotischen Schauplätzen, veredelt von einer hochrangigen internationalen Besetzung: Der britische Genre-Spezialist Don Sharp ("Ich, Dr. Fu Man Chu") überließ in seinem ironischen Thriller nichts dem Zufall. Unverkennbar ein Produkt der "Swinging Sixties", mixte Sharp einen bunt prickelnden Cocktail aus Elementen der gerade grassierenden James-Bond-Welle, des "Whodunnit"-Überraschungsfaktors à la Agatha Christie und garnierte das Ganze mit der Fernweh-Kulisse Marokkos. Dazu viel Sex-Appeal, eine Prise britischen Humors und der Glamour seines prominenten Ensembles, bei dem sich alle Blicke auf die verführerische Strahlkraft der jungen Senta Berger richten. Ihren Reizen erliegt auch Hollywoodstar Tony Randall ("Bettgeflüster", "Die Morde des Herrn ABC"), sonst eher auf die Rolle des komischen "Sidekicks" abonniert, der hier als unfreiwilliger Actionheld eine überraschend gute Figur macht.

Rady Mehl Offline




Beiträge: 4.487

06.09.2013 12:50
#3 RE: Marrakesch (1966) Zitat · antworten

Sollte sich da einer bei der ARD des 70. Geburtstages von Margaret Lee erinnert haben? Kann ich eigentlich nicht glauben.

Lord Low Online




Beiträge: 607

02.12.2017 19:50
#4 RE: Marrakesch (1966) Zitat · antworten

Schau mir den Film gerade an. Bin schon gespannt!

Ray Online



Beiträge: 863

14.12.2017 17:23
#5 RE: Marrakesch (1966) Zitat · antworten

"Marrakesch" läuft am kommenden Samstag (16.12.) um 17:30 auf 3Sat. Dies war mir selbst bis eben nicht bekannt. Daher hatte ich mir den Film, der in Deutschland unverständlicherweise noch nicht auf DVD erschienen ist, als UK-Import zugelegt und gestern gesichtet...


Marrakesch (Our Man In Marrakesh) (GB 1966)

Regie: Don Sharp

Darsteller: Tony Randall, Senta Berger, Herbert Lom, Klaus Kinski, Margaret Lee, Wilfrid Hyde-White u.a.



In Marrakesch wird auf offener Straße ein Mann erstochen, mit einer Kutsche vom Tatort wegtransportiert und im Hotelzimmer, in welchem die Journalistin Kyra Stanovy (Senta Berger) absteigen soll, deponiert. Aufgrund einer Verwechslung erhält jedoch der amerikanische Architekt Jessel das Zimmer und findet kurz nach Betreten des Zimmers die Leiche in einem Schrank. Wenig später erscheint auch Kyra im Zimmer, da sie mit Jessel gerne das Zimmer tauschen möchte. Sie entdeckt die Leiche ebenfalls, gibt sich als die Verlobte des Toten aus und überredet Jessel, nicht die Polizei zu informieren, sondern dafür die Leiche fortzuschaffen. Weshalb wurde die Leiche in Kyras Hotelzimmer deponiert und welche Rolle spilet sie überhaupt bei der ganzen Geschichte?

Die Antwort bietet dieser turbulente Streifen, der von Harry Alan Towers vor Originalschauplätzen in Marrakesch produziert wurde. Das Drehbuch schrieb Towers gemeinsam mit Peter Yeldham, die Regie wurde Don Sharp anvertraut, der auch die beiden ersten Dr. Fu Man Chu-Filme auf die Leinwand brachte. Sharp inszeniert flüssig, dazu mit angezogenem Tempo und baut einige nette Perspektiven und Übergänge ein (z.B. Aufnahme Randalls durch die "offenen" Beine Margaret Lees in Froschperspektive hindurch). Der Cast lässt sich von der guten Laune, die der Film versprüht, anstecken. Hauptdarsteller Randall spielt den geschickt-ungeschickten Jessel ähnlich amüsant wie etwa Rowan Atkinson den britischen Agenten Johnny English und sorgt für reichlich Situationskomik. Darüber hinaus enthält das Skript noch eine ordentliche Portion Dialogwitz - für Lacher ist folglich ausreichend gesorgt. Senta Berger füllt die weibliche Hauptrolle hervorragend aus. Optisch eine Augenweide, agiert sie obendrein höchst charmant und engagiert. Herbert Lom glänzt als Bösewicht, Klaus Kinski bekommt leider nur eine (übliche) Handlanger-Rolle, wertet den Film dennoch wie eh und je durch seine bloße Präsenz auf. Die spätere zweifache Wallace-Darstellerin Margaret Lee gibt die Geliebte Herbert Loms. Die gelungenen Aufnahmen der exotischen Kulisse Marrakeschs runden das Gesamtbild ab. Alles in allem ein höchst vergnüglicher und atmosphärischer Kriminalfilm, der wunderbar-typisches Sixties-Feeling versprüht und wohl zu den besten Towers-Produktionen zu zählen ist.

Die DVD von Network ist günstig zu haben und präsentiert den Film in anständiger Bildqualität. Als Extras kann die Scheibe eine Bildergalerie und Promotionsmaterial als pdf vorweisen. Im Gegenzug muss sich der Käufer mit englischem Ton begnügen.


Flotter Sixties-Krimi vor der exotischen Kulisse Marrakeschs. 4,5 von 5 Punkten.

 Sprung  
Xobor Einfach ein eigenes Forum erstellen