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  • Pater Brown - HörspieleDatum10.08.2018 21:13
    Foren-Beitrag von Lord Peter im Thema

    Naja, über die Werktreue der Meinrad-Serie kann man allerdings auch diskutieren. Ich verweise mal exemplarisch auf meine Besprechung zu "Der Hammer Gottes":

    topic-threaded.php?board=1686&forum=2290187&threaded=1&id=60616&message=7360935

    Die von Gubanov als "dröge" empfundenen SW-Folgen (doll sind sie auch mMn nicht) sind kurioserweise tatsächlich am nächsten an ihren Vorlagen, die Farbfolgen leisteten sich da schon größere kreative Freiheiten. Wenn etwa in "Treffpunkt Tigerkäfig" Karin Hübner als Mann verkleidet rumläuft, worauf alle reinfallen, obwohl die Maskerade wirklich schlecht ist und die Figur in der Vorlage tatsächlich ein Mann war, kann von Werktreue wohl keine Rede sein. Oder wenn in "Der Unsichtbare" der Täter schon im ersten Drittel in seiner Uniform zu sehen ist, wodurch es überhaupt kein Rätsel mehr gibt.

    Nein, Chestertons Brown am nächsten kommt nur die alte BBC-Serie mit Kenneth More, und selbst die hat ihre Macken.

  • Pater Brown - HörspieleDatum29.07.2018 11:10
    Foren-Beitrag von Lord Peter im Thema

    3. Erich Räuker
    Die dritte nennenswerte Chesterton-Vertonung kam aus dem Hause Winterzeit, und hier wurde bzgl. szenischer Lesung alles richtig gemacht, was bei der Bollmann-Serie schiefgelaufen war. Die Hörspiel-Parts mit verteilten Rollen wurden gespielt und nicht einfach stur abgelesen, es gab üppige musikalische Untermalung und sparsame, aber stimmige Soundeffekte. Zudem schaffte die Serie es auch endlich, mich mit Erich Räuker zu versöhnen, der mir durch seine Mitwirkung in billigen Nachsynchros ("Zwei glorreiche Halunken", "Im Geheimdienst Ihrer Majestät") eher negativ in Erinnerung war. Sein Pater deckt sich so ziemlich mit der Beschreibung der Vorlage, ihn könnte ich mir auch in der BBC-Serie als deutlich bessere Alternative zu Schenk vorstellen. Tobias Kluckert leiht Flambeau seine toughe Stimme, und als genervter Inspector Craven ist Alexander Döring zu hören. Die Erzählerin gibt Brigitte Carlsen, später abgelöst von Helmut Winkelmann.

    Bei der Bearbeitung bemühte sich Markus Winter, einen roten Faden durch die Folgen zu konstruieren (Flambeaus Läuterung), was allerdings teilweise etwas holprig geriet. "Die fliegenden Sterne" hätten nach "Das blaue Kreuz" und "Die seltsamen Schritte" direkt als Folge 3 kommen sollen, sie erst in Folge 7 als "späten Rückfall" darzustellen ist nicht sonderlich glaubwürdig. Schwerer wiegt allerdings, daß man versucht hat, die Geschichten zu modernisieren, was sich in unmotivierter Einbringung von Handys, ausgedruckten Fahrkarten und Laptops sowie teilweise salopper Ausdrucksweise äußert. Der Grund war, daß man auch die im Blitz Verlag erschienenen Pastiches vertonte, die vom Autor J. J. Preyer in die Jetztzeit verlegt wurden (und die einen ziemlich trinkfreudigen Pater Brown präsentieren). Dennoch sind zumindest die Chesterton-Storys durchaus gelungene Vertonungen, umso bedauerlicher ist es, daß die Serie inzwischen eingestellt wurde. Produziert wurden folgende Geschichten:

    Die rätselhaften Fälle des Pater Brown:
    01. Das blaue Kreuz
    02. Die seltsamen Schritte
    03. Der Hammer Gottes
    04. Das Zeichen des zerbrochenen Säbels
    05. Das seltsame Verbrechen des John Boulnois
    06. Das Auge des Apoll
    07. Die fliegenden Sterne
    08. Der geheimnisvolle Garten
    09. Der Unsichtbare
    10. Die Ehre des Israel Gow
    11. Die drei Todeswerkzeuge (bisher unveröffentlicht)
    12. Der geflügelte Dolch (bisher unveröffentlicht)

    Die neuen Fälle des Pater Brown
    01.-03. Die Beichte des Großinquisitors 1-3
    04.-06. Das Lied vom Tod 1-3 (nur als exklusiver MP3-Download im Winterzeit-Shop veröffentlicht)

    Trivia:
    Die Folgen 01, 05 und 09 wurden nicht von Maritim vertont, 09 gibt es alternativ mit Bollmann.

    Die Folgen 01-03, 04-06, 07-09 sowie "Die Beichte des Großinquisitors" sind inzwischen auch als preisgünstige Sammlerboxen erhältlich.

    Witzig: Udo Schenk hat sich anscheinend vorgenommen, in "The Secret Garden" einmal alle Rollen zu spielen. In der Maritim-Vertonung spricht er den Polizeichef Valentin, in der Bollmann-Fassung den Kommandanten O'Brien und bei Winterzeit den englischen Lord Galloway.

  • Pater Brown - HörspieleDatum29.07.2018 10:42
    Foren-Beitrag von Lord Peter im Thema

    Zitat von Count Villain im Beitrag #5
    Ich denke, ich spreche für Marc/Mr. Whooler mit, wenn ich sage, dass konstruktive Kritik speziell zu unseren Folgen auch immer gerne gesehen ist. Die 52 hatte für mich zum Beispiel ein schönes 60er-Jahre-Wallace-Flair.


    Kann ich gerne beizeiten einschieben, wobei ich bislang über die Folge 52 nicht hinaus bin, da ich was gegen reine Download-VÖs habe. Schade, daß Winterzeit da die Bremse gezogen hat, oder besteht da inzwischen wieder Hoffnung?

  • Pater Brown - HörspieleDatum28.07.2018 22:02
    Foren-Beitrag von Lord Peter im Thema

    2. Horst Bollmann
    Anfang der 2000er Jahre wurden "Szenische Lesungen" von klassischen Krimis im Radio große Mode, und neben Holmes, Poirot, Maigret und Lord Peter Wimsey wurden im Jahre 2005 auch 8 Pater Brown-Storys vertont:

    1. Cäsars Kopf
    2. Die Ehre des Israel Gow
    3. Das Paradies der Diebe
    4. Die Spitze einer Nadel
    5. Der Unsichtbare
    6. Vaudreys Verschwinden
    7. Das schlimmste Verbrechen der Welt
    8. Der verschwiegene Garten

    Von allen mir bekannten Vertonungen stellt diese Reihe für mich den Tiefpunkt dar. Habe ich schon meine Probleme mit dieser Art dieser Art der (nicht vorhandenen) Inszenierung, bei der einfach der Originaltext mit verteilten Rollen gelesen (und nicht gespielt) wird und es nur wenig Musik und gar keine Soundeffekte gibt, hat man sich hier mit der Besetzung der Hauptrollen ins Knie geschossen. Erzähler Jürgen Holtz hat zwar eine angenehme Stimme, aufgrund von Chestertons erzählerlastiger Schreibweise sind seine Einsätze aber deutlich zu umfangreich, denn gekürzt wurde kaum. Horst Bollmann als Pater klingt leider nicht nur deutlich zu alt, er ist auch recht unmotiviert bei der Sache, das ist auch nicht mehr mit "Lesung" zu entschuldigen, das grenzt an Arbeitsverweigerung. Den Vogel schießt allerdings Herbert Fritsch als Flambeau ab, er hat nicht nur eine penetrant-nervige Stimmlage, sondern auch noch einen grausamen Dialekt, der ständig durchklingt.

    Die Gastsprecher sind dagegen hochkarätig, haben aber kaum zu tun. So hört man etwa Peter Groeger, Stefan Kaminsky, Walter Niklaus, Hilmar Eichhorn, Udo Schenk, Dieter Laser, Viola Sauer, Jens Wawrczeck und Sven Plate, aber man bietet ihnen einfach keine ausreichende Bühne. Die kurzen Musikeinspieler von Stephan König retten etwas Grundatmosphäre, werden aber zu selten eingesetzt.

    Auf CD erschienen mysteriöser Weise nur die ersten 7 Folgen einzeln und als Box (sowie eine 3er-Box mit den Folgen 2, 4 und 5) bei AUDIOBUCH, "Der verschwiegene Garten" ist nicht im Handel erhältlich.

    Ich persönlich ziehe die Konkurrenz von Maritim vor, aber auch diese Reihen von SWR/MDR haben ihre Fans. Hier jedoch ist nicht nur die Art der Darreichung gewöhnungsbedürftig, sondern auch die Besetzung. Von Interesse ist vielleicht noch, daß die Folgen 4-7 nicht von Maritim vertont wurden.

  • Pater Brown - HörspieleDatum28.07.2018 21:35

    Da ich beim Pendeln momentan recht viel Material vom Pater höre, mal eine (rein subjektive) Betrachtung der verschiedenen Sprecher analog zu meinem alten Maigret-Thread:

    1. Volker Brandt
    "Sherlock Holmes" mit Christian Rode und Peter Groeger kam Ende 2003 sehr gut an, und so schickte Carsten Hermann ein Jahr später den nächsten klassischen Detektiv ins Rennen: Pater Brown.

    Das Rezept schien idiotensicher: Man packt ein Foto von Heinz Rühmann auf's Cover, lizensiert die Originalmusik von Martin Böttcher und engagiert einen Synchron- und Hörspielprofi für die Hauptrolle. Allerdings war die Besetzung von ausgerechnet Volker Brandt (Inspector Lestrade bei "Sherlock Holmes", noch bekannter aber als dt. Stimme von Michael Douglas) der Pferdefuß, denn ohne eine gewisse Eingewöhnung hat ihm kaum jemand die Rolle abgenommen. Hier hätte man vielleicht einen eher "klassischen Sprecher" wie Eckart Dux verpflichten sollen, der wäre dem literarischen Brown deutlich näher gekommen.

    Doch um Brandt Gerechtigkeit widerfahren zu lassen, er müht sich wacker, und auch, wenn ihm manche stures Ablesen vorwerfen (in Einzelfällen läßt es sich auch nur schwer leugnen), nach den ersten paar Folgen hat er "seinen" Pater Brown gefunden, den er irgendwo zwischen dem Original und "Columbo" anlegt.

    Bei den Skripten griff man vor allem anfangs auf die von "Sherlock Holmes" bewährte Daniela Wakonigg zurück, die Chestertons Originale in eine angemessene Form brachte (später stießen dann, wie auch bei SH, die weiteren Maritim-Stammautoren dazu).

    Doch trotz durchaus vorhandener Qualitäten hatte der Pater es weit schwerer als der Mieter aus der Baker Street. Obwohl an die 50 Kurzgeschichten verfügbar waren, eigneten sich doch nur wenige für eine werkgetreue Dramatisierung, und selbst da mußten teilweise heftige Ergänzungen oder Änderungen vorgenommen werden, um einen gewissen Spannungsbogen zu halten (prominentestes Beispiel: Folge 15 - "Die seltsamen Schritte"). Nach 24 Folgen gab man dann auf und schrieb fortan Pastiches, die leider qualitativ auch sehr stark differierten, und auch die Produktion wurde immer nachlässiger. Ab Folge 28 gab es dann nur noch Boxen, ab Folge 31 erschienen diese exklusiv bei Weltbild. Die Maritim-Pleite brachte dann auch diese Serie (nach insgesamt 48 Folgen) zu Fall.

    Doch 2017 gab es überraschende Neuigkeiten: Highscore Music hatte den alten Maritim-Stock übernommen und setzte nun einige abgebrochene Serien fort, so auch "Pater Brown". Immer noch mit Volker Brandt, nun aber mit Pastiches anderer Autoren, anderer Musik und einem Erzähler (Douglas Welbat) versehen. So ist die Serie inzwischen bei Folge 55 angekommen, leider erschienen aber nur 49-52 als CD, seitdem wird nur noch als Download veröffentlicht.

    Allerdings bietet das Label "Winterzeit" die besagten 4 Folgen (und auch die ersten 9 in remasterter Form in Sammelboxen) derzeit für 3,99 das Stück an:

    https://www.winterzeitstudios.de/produkt...ie/pater-brown/
    https://www.winterzeitstudios.de/produkt...ammler-edition/

    Allerdings hat man bei den Folgen der "Sammler Edition" nicht nur das Klangbild aufpoliert, sondern leider auch die Musik von Martin Böttcher eliminiert. Die neuen Klänge sind zwar OK, aber es fehlt doch irgendwie was...

    Die "kanonischen" Maritim-Vertonungen (1-24) schätze ich auf demselben Qualitätslevel wie die entsprechende Holmes-Serie mit Rode/Groeger ein: dem Geist, wenn auch nicht dem Inhalt der Vorlagen stets gerecht, aber eben auch mit qualitativen Ausreißern in beide Richtungen. Die Pastiches (25-48) waren anfangs solide, ab der Solo-VÖ durch Weltbild (Folge 31) ging es qualitativ bergab, die Skripte waren stark durchwachsen und die Produktion wurde mehr als schlampig (kaum Soundeffekte, immer dieselben Musiken, Schnittfehler etc. pp.). Der Reboot (ab Folge 49) erfand das Rad nicht neu, aber man ging auf Nummer Sicher und setzte auf etwas abgedroschene, aber solide Geschichten mit guten Dialogen. Zudem konnte man neben Brandt auch Hans-Georg Panczak als Flambeau erneut verpflichten.

    Sozusagen das Mutterschiff der (zahlenmäßig überschaubaren) Serien über den Pater. Immer wieder gerne!

  • Foren-Beitrag von Lord Peter im Thema

    Zitat von Count Villain im Beitrag #64
    Zitat von Gubanov im Beitrag #63
    Dann stellt sich die Frage aus meiner Sicht: Warum überhaupt noch versuchen, Poirot zu verfilmen?


    Das verstehe ich allerdings auch nicht.


    Vor allem, wenn es schon 3(!) Verfilmungen dieses Stoffes gibt, von denen zumindest 2 relativ werk-, wenn auch nicht immer figurengetreu sind. Sicher wollte man einen Fall mit exotischem Setting, aber dann sollte man doch eher einen nicht ganz so ausgelutschten Stoff nehmen ("Mord in Mesopotamien", "Der blaue Express"), oder einen, dessen vorherige Verfilmungen beide komplett in die Hose gegangen sind: "Der Tod wartet".

  • Foren-Beitrag von Lord Peter im Thema

    Und genau so, wie es in den Büchern steht, spielt Branagh den Poirot eben NICHT! Branaghs Poirot ist ein stets mißmutig in die Gegend starrender, todernster Geselle, der sich zwar unheimlich toll findet, aber auf jegliche für Poirot typischen Eigenheiten verzichtet. Die Garderobe ist 30er Jahre-Standard, der Bart einfach nur peinlich und die ganzen Manierismen, die Suchet zur Perfektion adaptiert hat, fehlen komplett. Erschwerend kommt hinzu, daß Branagh schon rein physisch eine Fehlbesetzung darstellt. Sicher kann man auch komplett gegen die Vorlage besetzt überzeugen (etwa Atkinson als Maigret), aber hier sind die Schatten der Vorläufer einfach zu lang. Für sich allein genommen kann man Branaghs Darstellung akzeptieren, aber es ist eben sein Poirot, nicht der von Agatha Christie.

  • Foren-Beitrag von Lord Peter im Thema

    Trotz (oder gerade wegen) schlimmster Befürchtungen und null Erwartungshaltung erwies sich der Branagh-Film als besser (oder weniger schlimm) als gedacht.

    Schön sind die Old School-Inszenierung, der Soundtrack und die oftmals beeindruckenden (wenn auch teilweise aus dem Rechner stammenden) Einstellungstotalen. Auch der erlesene Cast überzeugt über weite Strecken nicht nur mit großen Namen.

    Aber die Hauptfigur... Zugegeben, kennt man keinen Poirot-Roman, liefert Branagh eine individuelle und für sich genommen schlüssige Interpretation, aber der schreckliche Karnevalsbart war dann einfach die entscheidende Prise zuviel. In Verbindung mit seiner stets zur Schau getragenen Leichenbittermiene ist das hier einfach eine Schießbudenfigur, der ich ihre geistige Brillianz einfach nicht abkaufe. Und das hat nichts mit bewußter Verstellung a la "Columbo" zu tun, der Typ hier istbeinfach nicht ernstzunehmen.

    Das Skript bemüht sich zumindest um Werktreue, unbeholfen-armselige Einfälle wie die Wein-Szene ("Ich trinke gerne Rose."), und ein "eingefärbter" Charakter, um der PC genüge zu tun oder das betont dramatische und tränenreiche Finale im Tunnel ziehen den positiven Eindruck dann aber doch wieder deutlich nach unten. Und auch die Handvoll Action-Einlagen wollen in so einen klassischen Stoff nicht so recht passen.

    Das hier ist eindeutig "Kenneth Branagh's Poirot", nicht "Agatha Christie's Poirot". Kann man sich damit arrangieren, ist es ein durchaus patent gemachter Hollywood-Film. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Ob ich allerdings "Tod auf dem Nil" in dieser Aufmachung brauche, kann ich noch nicht sagen.

  • Foren-Beitrag von Lord Peter im Thema

    Zitat von Count Villain im Beitrag #3
    Warum schießen im Moment eigentlich überhaupt die Poirots nur so aus dem Boden?


    Weil Matthew Pritchard geldgierig ist?

    Mich stört ja weniger, daß man einen Amerikaner nimmt, denn was hatten wir bisher? Einen Amerikaner (Randall), einen Deutschen (Bollmann), einen Exil-Russen (Ustinov), einen Halb-Spanier/Halb-Italiener (Molina), einen Iren (Branagh) und mehrere Engländer (Trevor, Finney, Suchet) - aber keinen einzigen Belgier.
    Aber das Styling (und auch der Schauspieler) gehen mal wieder völlig an der Vorlage vorbei, und da sich der dramaturgische/inhaltliche Stil der aktuellen BBC-Schule auch nicht geändert haben wird, dürfen wir wohl wieder mit vielen "zeitgemäßen, kreativen Anpassungen" rechnen.

    Da die "Negerlein" allerdings immer noch ihrer deutschen Auswertung ausharren und sich dank ARD ONE hierzulande nach Jahrzehnten Ustinov endlich Suchet zu etablieren beginnt, werden wir Hercule Malkovich vielleicht gar nicht zu sehen bekommen.

  • Charlie Chan DVDsDatum28.06.2018 17:40
    Foren-Beitrag von Lord Peter im Thema

    Also nix mit "Mexiko" und "Chinatown" (von dem nicht synchronisierten "City in Darkness" gar nicht zu reden).

  • Charlie Chan DVDsDatum27.06.2018 17:53
    Foren-Beitrag von Lord Peter im Thema

    Toler kommt jetzt von Pidax:

    https://www.pidax-film.de/Film-Klassiker...s9g5km3eroc14e3

    Mit Bonusmaterial und UT ist da natürlich Essig...

  • Foren-Beitrag von Lord Peter im Thema

    Ach ja, der Wanninger... ob man ihn mag, steht und fällt alleine damit, ob man Beppo Brem mag oder nicht. Wenn ja, kann man sich an vielen vergnüglichen "Mini-Krimis" im 25-Minuten-Format erfreuen, und das Zusammenspiel mit Maxl Graf, Wolf Ackva und Fritz Straßner paßt. Zugegebenermaßen leben die späten Folgen - vor allem die "unsterblichen" - mehr von der Präsenz der Darsteller als den eher durchschnittlichen Büchern, aber zum Abschalten nach Feierabend sind sie genau richtig.
    Daß nach Straßners (vermutlich gesundheitsbedingtem) Ausstieg Ackva befördert wurde und seinen Part übernahm und das Team durch Biederstaedt ergänzt wurde, sollte niemanden vom Anschauen abhalten, witzig sind dann bspw. Folgen, in denen Biederstaedt auf Klaus Schwarzkopf oder Horst Sachtleben trifft, dann unterhalten sich zwei "Columbo"-Stimmen!

  • Foren-Beitrag von Lord Peter im Thema

    Nanu, hat denn noch keiner "Der Safe mit dem Rätselschloss"? Überraschenderweise ist die Folge jetzt doch noch erschienen, mal gespannt, ob (und wann) Nachschub kommt.

    Großes Plus ist natürlich, daß es ein relativ unverbrauchter Stoff ist, abseits der (mäßigen) Rialto-Verfilmung gibt es keine weiteren Adaptionen. Zur absoluten Werktreue kann ich nichts sagen, aber es gibt schon deutliche Abweichungen zum Film, so stirbt James Reale hier schon am Anfang, Connor ist nur einer von mehreren Gangstern und der Haupttäter ist Spedding.

    Die Adaption ist kurzweilig geraten, manchmal aber auch etwas verwirrend, da man auf einen erläuternden Erzähltext erneut verzichtet (so ist bspw. nicht wirklich ersichtlich, wie Angel und Jimmy die Befreiung von Kathleen Kent bewerkstelligen). Nervig auch die (wie schon beim "Abt") zu langen Pausen zwischen den Szenen, ganz übel ist es am Ende. Man denkt schon, nach Speddings Verhaftung ist Schluß, dann geht es nach 5 Sekunden Stille doch noch weiter. Die Soundeffekte gehen in Ordnung, musikalisch bleibt man der moderneren Linie treu, was den Stoff weniger angestaubt wirken läßt. Knapp 2 Minuten Abspannmusik hätte es allerdings nicht gebraucht.

    Die Sprecher... tja...

    Marcus Off (Inspektor Angel) und Sascha Rotermund (Jimmy Stannard) als dynamisches Duo machen ihre Sache sehr gut, Wolf Frass schaut noch mal kurz als Sir John vorbei und Helmut Zierl schleimt sich als Anwalt Spedding durch die Szenerie. Alles ordentliche bis gute Auftritte. Aber der Rest. Warum muß Jürgen Bittrich als Reale mit dick aufgetragenem amerikanischen Akzent sprechen? Ist er Amerikaner? Wenn ja, hätte man das vielleicht mal erwähnen sollen, ansonsten kann man auf solche Mätzchen verzichten. Martin Sabel als Connor bemüht sich, betont tief, rauh und böse zu klingen und wirkt dabei ungefähr genauso furchteinflößend wie der Räuber Hotzenplotz. Jens Wendland als Massey ist zwar deutlich zu jung gecastet, aber besser in seiner Rolle - leider verstirbt er auch schon recht früh. David Bargiel soll einen alten, leicht verwirrten Mann darstellen, klingt dafür aber auch viel zu jung, und das aufgesetzte Stottern nervt irgendwann nur noch. Stichwort "nerven" - Tanja Dohse (Kathleen Kent) schafft es hier fast, die übelsten Auftritte von Julia Stoepel zu überbieten, mein Gott, war denn keine Regie da, um die Frau zu bremsen? Da wird gekeift, gezetert und rumgezickt, daß es (k)eine Freude ist. Zudem hat ihr Part einen leicht blechernen Klang, da hat man wohl beim Abmischen nicht aufgepaßt.

    Fazit:
    Wäre dieses Hörspiel das Debüt eines neuen Labels, würde ich wohl milder urteilen, denn Ambitionen sind durchaus da. Die Bearbeitung kann man mit einem zugedrückten Auge auch noch durchwinken, ebenso die Musik- und Effektarbeit. Aber die Regie hat noch viel Luft nach oben, die Sprecher agieren aneinander vorbei, nicht miteinander, da hört man das x-en in jeder Szene, und manche Sprecher sollte man rechtzeitig stoppen, bevor ihre Figuren zu Karikaturen werden. Auch die zu langen Pausen zwischen den Tracks sind ein No-Go.
    Kann man sich anhören und ist auch nicht langweilig, aber eine gewisse Unprofessionalität in der Produktion trübt den an sich positiven Gesamteindruck. Aber man ist ja froh über jedes neue Wallace-Hörspiel...

  • Foren-Beitrag von Lord Peter im Thema

    Zitat von Gubanov im Beitrag #601
    Ich kann dir insofern nur zustimmen, @Lord Peter, als ich auch schnell das Interesse am „Kommissar“ verloren hätte, wenn alle Folgen so aussähen wie „Der Papierblumenmörder“ oder „Grauroter Morgen“. Gott sei Dank ist das für die Mehrzahl der Episoden nicht der Fall. Dass aber auch solche Leidensdramen mit überbordenden Schreckschrauben à la Schröder oder Palmer ihre Fans haben, zeigt eine am gleichen Tag wie mein Review im „Kommissar“-Forum erschienene Besprechung, die die Folge als „genial“, „perfekt“ und „herausragend“ bezeichnet. So kann man dem „Papierblumenmörder“ wenigstens nicht absprechen, dass er polarisiert und – in welche Richtung auch immer – Emotionen weckt.


    Tja, vielleicht habe ich einfach Pech gehabt mit den Folgen, die ich sah. Mein Erstkontakt war eine "Kommissar"-Nacht im ZDF (die ich in Longplay auf VHS aufzeichnete), die zu irgendeinem Serienjubiläum ausgestrahlt wurde. Gezeigt wurden die Folgen:

    "Toter Herr im Regen" - Die Pilotfolge, passabel, aber nicht überragend.
    "Der Papierblumenmörder" - Kein Kommentar.
    "Grauroter Morgen" - Erst recht kein Kommentar.
    "Spur von kleinen Füßen" - Sabine Sinjen starb zum zweiten Mal in dieser Nacht. Ansonsten ein typischer belangloser Mädchenmord-Plot von Reineckers Reißbrett, vermutlich für diesen Anlaß nur wegen Fritz Weppers Abschied ausgewählt.
    "Traumbilder" - Die zweite moralinsaure Keule (nach dem "Grauroten Morgen"), die den eigentlich interessanten Plot leider erdrückt.
    "Tod im Transit" - Die letzte Folge, doch danach sieht sie gar nicht aus, und der Ausklang ist ebenso schlapp wie der Plot belanglos.

    Offenbar war man eher darum bemüht, "Marksteine" auszuwählen, als qualitativ hochwertige Folgen. Auftakt und Ausklang, Abschied einer Hauptfigur nebst Einführung des Nachfolgers sowie ein paar "Problemfolgen mit Botschaft".

    Wolf Roth und Josef Meinrad zuliebe habe ich mir dann auch mal "Der Tod des Apothekers" angesehen, als ich bei Youtube darüber gestolpert bin. Zwar durchaus passabel, aber auch kein wirklicher Anreiz, weitere Folgen zu sichten.

    Gelegentlich bin ich mal beim Zappen trotzdem bei Keller & Co. gelandet (keine Ahnung, welche Folgen), aber das meiste davon hat mich einfach nur genervt.

    @Gubanov: Hast Du vielleicht eine "Top 10"-Liste zur gesamten Serie, wo ich mal reinschauen könnte? Ich bin zwar skeptisch, aber die Begeisterung mancher Forumsmitglieder macht doch irgendwie neugierig...

  • Foren-Beitrag von Lord Peter im Thema

    Folgen wie "Der Papierblumenmörder" und "Grauroter Morgen" waren es, die mir den "Kommissar" so ziemlich komplett verleidet haben.

  • Wallace & Blu-rayDatum10.06.2018 16:28
    Foren-Beitrag von Lord Peter im Thema

    "Das Vermächtnis des Inka" ist kein Rialto- bzw. CCC-Film, dürfte eine Rechtefrage sein. Die DVD erschien ja auch "außer der Reihe".

  • Siw MattsonDatum09.06.2018 21:26
    Foren-Beitrag von Lord Peter im Thema

    1969 trat sie noch (als sie selbst) innerhalb der schwedischen Dokumentation "Variationen der Liebe" (dt. Kinostart: 5. September 1969) auf, und am 7. März 1970 zierte sie das Cover des britischen Magazins "Parade". Danach verliert sich ihre Spur.

  • Siw MattsonDatum09.06.2018 09:58
    Foren-Beitrag von Lord Peter im Thema

    Gegenüber Uschi Glas eine angenehme Abwechselung in der Spätphase der Serie, porträtiert Siw Mattson eine ebenso attraktive wie selbstbewußte Wallace-Lady, ein Frauentyp, der in der SW-Phase noch undenkbar gewesen wäre. Sicher ist es schwierig, ihre Leistung objektiv zu bewerten, da die Nachsynchronisation durch Renate Küster technisch besser hätte sein können, da sie klanglich doch etwas hervorsticht, aber im Gegensatz zu Frau Glas (oder auch Monika Peitsch) geht mir Siw Mattson wenigstens nicht auf die Nerven. Lediglich ihr Laufstil (den Vohrer noch durch zwei oder drei Einstellungen, in denen man sie von der Kamera wegrennen sieht, unvorteilhaft betont) wirkt etwas ungelenk. Leichte X-Beine?

  • Foren-Beitrag von Lord Peter im Thema

    Zitat von Percy Lister im Beitrag #40
    Die Musik von Peter Sandloff unterstreicht jede visuelle Nuance gekonnt und dramatisiert das Geschehen auf wohlig-gruselige Weise.


    Wobei der Herr Sandloff sich hier doch SEEEHR eindeutig "inspirieren" ließ:

    https://www.youtube.com/watch?v=Mseugj907CY

    Zum Vergleich das (3 Jahre später entstandene) "Original":

    https://www.youtube.com/watch?v=5nLF1HyPyZo

  • Ich, Dr. Fu Man Chu (1965)Datum05.06.2018 19:47
    Foren-Beitrag von Lord Peter im Thema

    Zitat von Georg im Beitrag #15
    Und ja, natürlich, auch Dr. Fu Man Chu war in Italien erfolgreich, auch wegen der vielfach aufgelegten Romane.



    Davon können wir nur träumen. In den 20ern erschienen gerade mal die ersten beiden Romane (die heute extrem rar sind), ansonsten wurde später nur der erste Band ein paar Mal neu aufgelegt. Über die literarische Qualität mag man ja streiten können, aber wenn Sachen wie "Shades of Grey" derartig hohe Auflagen erfahren, müßten doch auch ein paar klassische Kolportageromane eine Chance kriegen...

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