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  • Foren-Beitrag von Lord Peter im Thema

    Wurden die beiden "verschollenen" Folgen inzwischen eigentlich mal im TV ausgestrahlt? Wenn ja, müssen sie mir durchgeschlüpft sein...

  • Foren-Beitrag von Lord Peter im Thema

    Zitat von TV-1967 im Beitrag #40
    Findet Ihr die "Pidax-Synchros" wirklich so schlecht? Kann ich eigentlich nicht behaupten. Da sind die neuen "Chan-Synchros" aber wesentlich unangenehmer!


    Mag sein, daß ich in dieser Beziehung (zu?) anspruchsvoll bin. Andererseits sind die Pidax-VÖs nun auch nicht gerade günstig, immerhin knapp 15 Euro für gerade mal zwei Serienfolgen á 50 Minuten. Für ca. 25 Euro bekam man von Polyband bei Erscheinen eine Staffel "Poirot" (4 Langfolgen á 100 Minuten) in deutlich professionellerer (Erst-)Synchronisation, und sogar deutsche Untertitel gab es.

    Pidax mag sicher ein sehr verdienstvolles Label sein, gerade was Ausgrabungen von heutzutage fast unbekannten/vergessenen TV-Produktionen angeht, aber in einigen Dingen sind sie doch sehr eigenwillig:

    - UT - bis auf wenige Ausnahmen Fehlanzeige (etwa die zweite Staffel von "S.R.I." und die ersten drei Folgen von "Gilligans Insel")
    - Bonusmaterial - bis auf gelegentliche (von Fans geschriebene) Booklets und Eigenwerbung Fehlanzeige
    - O-Ton - nur sporadisch, meistens dann, wenn die deutschen Sendekopien im Eimer sind und sie die Originalmaster lizensieren müssen
    - ungeschnittene Fassungen - ebenfalls nur, wenn Originalmaster zum Einsatz kommen, und auch dann nicht immer ("Der Mann mit dem Koffer")

    Erst-/Neusynchros sind ja an sich keine schlechte Sache, nur Pidax läßt die eher kostengünstig erstellen. Solides Handwerk, nicht mehr, nicht weniger, aber zu steril abgemischt und daher oft etwas unpassend zu den alten Filmen/Serien, zu denen sie erstellt wurden. Und angesichts dessen sind mir die Preise doch etwas zu gesalzen (zumal ich vom Cushing-Holmes auch die BBC-Box habe, inklusive englischer UT). Daß die Chan-Erstsynchros von Chandler Film (und auch die Bearbeitung der Holmes-Serie mit Ronald Howard) wesentlich schlechter (um nicht zu sagen dilettantisch) sind, steht natürlich außer Frage.

  • Foren-Beitrag von Lord Peter im Thema

    Eine Erstsynchro von "The Masks of Death" wäre deutlich interessanter gewesen, zumal es noch keine gescheite DVD davon gibt.

  • Foren-Beitrag von Lord Peter im Thema

    Ich kenne andere Pidax-Synchros (Sherlock Holmes - The Golden Years, Am Fuß der blauen Berge, Die Agatha-Christie-Stunde), und mehr als das Prädikat "erträglich" kann ich ihnen nicht bescheinigen. Nicht so gräßlich wie die Sherlock-Serie mit Ronald Howard, aber auch nicht viel besser. Ich kann mir nicht vorstellen, daß diese Synchro groß anders wird.

    Interessant wäre natürlich, wenn inzwischen weitere Folgen aufgetaucht wären, was ich aber bezweifeln möchte.

  • Foren-Beitrag von Lord Peter im Thema

    Aber leider schon wieder mit einer ihrer komischen Neusynchros...

    Mann, irgendwo müssen die originalen deutschen Sendebänder doch noch sein!

  • Charlie Chan DVDsDatum01.04.2017 11:44
    Foren-Beitrag von Lord Peter im Thema

    Nun ist auch das zweite Hörspiel, "Der chinesische Papagei" erschienen. Die Vorlage war hier schon deutlich besser als der Auftakt (Biggers steigerte sich), doch irgendwie habe ich den Eindruck, daß die Romane sich nicht sonderlich für werkgetreue Hörspielbearbeitungen eignen. Essenziell ist zwar alles enthalten, dennoch bin ich froh, vorher nochmal den Roman gelesen zu haben, denn es geht hier 64 Minuten Schlag auf Schlag, Aufmerksamkeit ist also gefragt. Evtl. hätte es geholfen, den Nebenstrang um die Maydorf-Bande komplett rauszustreichen und sich auf die Ereignisse auf der Ranch zu konzentrieren, manchmal ist weniger eben mehr.

    Helmut Krauß ist diesmal vorlagenbedingt besser in die Story eingebunden, den Asiaten nehme ich ihm allerdings immer noch nicht so recht ab. Etwas unglücklich war die Besetzung von zwei Hauptrollen mit Christian Brückner und Kaspar Eichel, die sich doch sehr ähnlich anhören. Ansonsten erfreuen einen (neben einigen mehr oder weniger talentierten Amateursprechern) etwa Eckart Dux, Santiago Ziesmer, Reent Reins, Bernd Vollbrecht und Peter Weis mit grundsoliden, wenn auch nicht überragenden Darbietungen. Da könnte die Regie vermutlich noch deutlich mehr rausholen.

    Die SFX-Untermalung fällt (wie beim Erstling) wieder sehr spartanisch aus, und musikalisch wird auch keine wirkliche Eigenständigkeit aufgebaut, schade.

    Inhaltlich etwas ausgereifter als "Das Haus ohne Schlüssel", leider aber immer noch mit leichten Schwächen in der Bearbeitung. Auch wenn ich (was Adaptionen angeht) eher Purist bin, die Plots von Earl Derr Biggers brauchen weniger sklavische Werktreue, sondern viel mehr künstlerische Auffrischung. Da überzeugen die teilweise über 80 Jahre alten Oland-Filme mehr. Mal gespannt, wie Folge 3 wird, der Roman war zumindest nochmal deutlich besser als die ersten beiden und eignet sich durch das Closed-Room-Setting vermutlich eher für ein Hörspiel.

    BTW: Auch die Philo Vance-Romane von S. S. van Dine (1939 verstorben) sind inzwischen vom Copyright befreit...

  • Charlie Chan DVDsDatum05.03.2017 12:04
    Foren-Beitrag von Lord Peter im Thema

    Stimmt, ich dachte erst, "The Shanghai Cobra" heißt bei uns "Ein fast perfektes Alibi" (so steht es in Gubanovs PDF-Tabelle in Beitrag 19 dieses Threads). Aber auf der DVD von Donau wird bei "Ein fast perfektes Alibi" als Originaltitel "Dark Alibi" angegeben (was auch näher liegt). Also doch nur eine Doublette! Muß mir die "Chanthology" auch endlich mal komplett ansehen, aber der Qualitätsabfall gegenüber den FOX-Filmen ist schon gravierend...

  • Charlie Chan DVDsDatum04.03.2017 15:28
    Foren-Beitrag von Lord Peter im Thema

    Die "Chanthology" hab ich auch, allerdings sind zwei der Filme auch in der Donau-Box drin. Andererseits kann man sich dank der englischen UT so immerhin die schreckliche Billigsynchro von "Die blutige Spur" ersparen.

  • Charlie Chan DVDsDatum28.02.2017 21:44
    Foren-Beitrag von Lord Peter im Thema

    Zwar noch keine Spur von den Toler-Filmen, aber immerhin gibt es jetzt Hörspiele. Folge 1, "Das Haus ohne Schlüssel", erschien bereits, Folge 2 erscheint Ende März, Folge 3 ist für den Sommer angekündigt.

    Die Reihe ist zunächst auf 6 Folgen ausgelegt, die alle 6 Romane von Earl Derr Biggers abhandelt. Diesen Ansatz muß man durchaus honorieren, allerdings soll nicht verschwiegen werden, daß besonders der erste Roman doch arg Staub angesetzt hat (ja, ich habe mich durch die ungekürzte DuMont-Ausgabe gequält). Die Hörspielbearbeitung (von unserem geschätzten Forumsmitglied Mr. Wooler) bleibt eng am Buch, mußte aber trotzdem einiges zusammenkürzen. Trotz knapp 80 Minuten Laufzeit wirkt das ganze doch etwas gehetzt, das allgemeine Verständnis wird zudem durch gefühlte zwei Dutzend Charaktere mit dem Familiennamen Winterslip erschwert. Ich prognostiziere mal, daß Nichtkenner des Romans Probleme haben könnten, der Story zu folgen. Und das Schlimmste - sonderlich spannend ist sie auch nicht.

    Sprechertechnisch wird durchaus geklotzt, so hört man etwa Christian Rode, Jürgen Thormann und Lothar Blumhagen, doch gerade mit Helmut Krauß in der Titelrolle werde ich nicht so ganz warm. Die Interpretation des unerschütterlichen Chinesen an sich ist OK, aber seine kratzige Stimme will einfach nicht passen, besonders, wenn man an Klaus Höhnes eher sanfte Stimme aus den Filmen gewohnt ist.

    Die Effekte sind spärlich und mit "zweckdienlich" wohl am besten umschrieben, die Musik dagegen leider eine absolute Enttäuschung. Da kommt absolut kein Flair auf, das Hawaii der 20er wirkt somit beliebig, und die Story könnte sonstwo spielen.

    Ein durchwachsener Start. An sich lobenswert, den originalen Chan zu inszenieren (der sich durchaus von dem der Filme unterscheidet), doch gerade der Auftakt hätte statt absoluter Werktreue eher eine Auffrischung vertragen können. Die Sprecherleistungen gehen größtenteils in Ordnung, die musikalische Untermalung dagegen ist schwach. Ich werde zwar dranbleiben (die Romane steigern sich ja auch qualitativ), aber da ist noch viel Luft nach oben...

  • RomaneDatum24.02.2017 18:03
    Foren-Beitrag von Lord Peter im Thema

    Okay... merkürdiger Name. Ich bin beim Lesen jedes Mal drüber gestolpert.

  • RomaneDatum24.02.2017 15:41
    Foren-Beitrag von Lord Peter im Thema

    Zitat von Mr. Igle im Beitrag #396
    Jim Ferraby und Elfa Leigh sind das altbekannte Wallace-Liebespaar, [...]


    Dazu mal eine ganz dumme Frage - der Name kam mir beim Lesen die ganze Zeit komisch vor. Leider habe ich nur die Weltbild-Ausgabe und keinen Alternativtext zum Vergleich, aber kann es vielleicht sein, daß die gute Dame in Wahrheit Elsa heißt und der arme Taiwanese, der die in Frakturschrift gedruckte Erstausgabe abtippen mußte, sich einfach vertan hat? Das kleine "s" und das kleine "f" sind ja auch kaum zu unterscheiden.

  • Foren-Beitrag von Lord Peter im Thema

    Nachdem mir die Box jetzt vorliegt, mal ein paar Worte dazu:

    Pro:
    - alle 24 Folgen komplett
    - Ton in deutsch (sehr gute Qualität) und englisch (passable Qualität)
    - schönes bebildertes Booklet

    Contra:
    - das Bild ist auf niederem VHS-Niveau (deutsches Bildmaster)
    - der englische Ton ist unvollständig (überbrückt mit deutschem Ton und englischen Untertiteln, offenbar stammt der von irgendwelchen gekürzten Syndication-Prints)
    - kein weiterer Bonus (außer einem von Fernsehjuwelen selbst gefrickelten Trailer zur Serie und noch mehr Eigenwerbung)

    Die Serie selbst ist durchaus charmant und trotz einiger recycleter Drehbücher der knapp 25 Jahre älteren Howard-Serie meilenweit überlegen. Trotz Sparprogramm bei der Produktion (ich schmunzel jedes mal über die Veränderungen in der Baker Street-Kulisse) wirken die Außenaufnahmen (gedreht wurde in Polen) durchaus authentisch, und die Besetzung mag zwar nicht kanonisch sein, macht aber trotzdem Spaß, sei es nun Whiteheads Holmes (am ehesten wohl mit Ian Richardsons Interpretation vergleichbar), Pickerings Watson (sympathische und erfreulich intelligente Interpretation) oder Newells Lestrade (ist zwar der Depp vom Dienst, aber immer da, wenn man ihn braucht). I-Tüpfelchen ist aber die hervorragende deutsche Synchronfassung (kein Vergleich zu dem Gestammel bei der Howard-Serie), die mit Dux, Bussinger und Duwner drei echte Legenden auffährt (und ich bedauere immer noch, daß Dux für "Mr. Holmes" mit Ian McKellen terminlich verhindert war und durch Kaspar Eichel ersetzt wurde).

    Objektiv betrachtet ein reines Nostalgieprodukt. Das Bild ist im Grunde eine Frechheit, aber vermutlich gibt es kein besseres Material (mehr), dafür kommt man endlich mal in den Genuß der englischen Tonspur (wenn auch unvollständig). Die Aufmachung der Box ist gefällig (auf dem Schuber ist nur ein FSK-Aufkleber, die Box selbst hat ein Wendecover), das Booklet ist nett (könnte allerdings etwas mehr in die Tiefe gehen). 25-30 Euro für knapp 10 Stunden leichte Unterhaltung gehen mMn aber durchaus in Ordnung.

  • Foren-Beitrag von Lord Peter im Thema

    "If It’s a Man – Hang up!" - scheinbar auch ein Favorit vieler "Thriller"-Fans. Schauen wir doch mal, was dran ist...

    Trotz noch längerer Laufzeit (ich habe mir die 75minütige "Extended Version" auf der Bonus-DVD angesehen) kommt die Episode trotz - wie üblich - abgedroschener Storyidee nach dem - ebenso üblichen - langsamen Einstieg durchaus in Fahrt und bietet kurzweilige Unterhaltung, wobei es natürlich hilfreich ist, eine Schwäche für Carol Lynley zu haben (die nach heutigen "Modemaßstäben" für ein Foto-Modell vermutlich viel zu "fett" wäre). Von daher stehe ich ihrem Charakter auch nicht ganz so ablehnend gegenüber wie Gubanov in seiner Besprechung (rein subjektiv, natürlich). Die Affekthandlung am Schluß hätte zwar nicht sein müssen, war aber immerhin schlüssig in die Story integriert.

    Ungewöhnlich clever gelingt Clemens diesmal die Täterverschleierung, wirklich jeder könnte es sein (wobei der richtige bei meinen beiden ausselektierten Kandidaten dabei war, ich letztendlich aber danebengehauen habe). Überraschend auch, daß der 70er-mäßig tuntige Cheffotograf letztendlich NICHT schwul war, sondern sich (neben der Ehefrau) auch noch eine Geliebte hielt.

    Tja, Gesamteindruck... für einen 70er-Jahre-TV-Thriller oberes Mittelfeld, sicher eine der Episoden, wo es nicht bei einer Sichtung bleibt. Zu den üblichen "Thriller"-Schwächen gesellen sich ein durchaus raffiniert gestricktes Tätersuchspiel und ein schön giallo-mäßig in Szene gesetzter Stalker (allein das Fernglas - Phallus-Symbolik pur). Eine gute, aber keine großartige Episode.

  • Foren-Beitrag von Lord Peter im Thema

    Und noch eine...

    "A Place to Die" - naja, die Folge traf rein inhaltlich überhaupt nicht meinen Geschmack, dieses Gebiet war für mich mit "Rosemarys Baby" und dem "Wicker Man" komplett abgefrühstückt, alles weitere sind nur aufgewärmte Wiederholungen.
    Positiv muß ich hervorheben, daß man nach einem (mal wieder) seeehr langsamen Auftakt in der zweiten Hälfte eine überaus beklemmende Atmosphäre generiert, und auch die bekloppten Dorfbewohner wirken in ihrer gekünstelten Freundlichkeit gruseliger als mancher axtschwingende Hinterwäldler. Für ein anerkennendes Frösteln reicht die Folge somit aus. Dennoch überzeugten mich die reinen Krimi-Stoffe ohne übernatürliche Storyelemente bislang mehr.

    Hätte Clemens seine Geschichten im Standard-Format von 50 Minuten produziert, hätte es der ganzen Serie einen eindeutigen Qualitätsschub verpaßt. Ich könnte mir vorstellen, daß so mancher amerikanische Syndication-Cut temporeicher und spannender ausfällt als die britischen Originalfassungen.

  • Foren-Beitrag von Lord Peter im Thema

    Mal wieder zwei Folgen geschaut:

    "The Colour of Blood" - bislang eine der besten von mir gesichteten Folgen. Ein doppelbödiges Verwirrspiel, wo man sich wirklich fragen muß - wer ist denn hier nun das Opfer? Anfangs scheint ja noch alles klar, doch ein wirklich mal überraschender Twist zur Halbzeit hilft der (zunächst verdächtig an "Psycho" gemahnenden) Ausgangsstory über die restliche Laufzeit, ein erfrischend kompromißfreies Ende rundet die ganze Sache ab. Sehr empfehlenswerte Folge.

    "Murder in Mind" fällt dagegen etwas ab (zunächst argwöhnte ich einen Klon des Durbridge-Hörspiels "Der Fall Greenfield", aber so originell war es dann noch nicht mal), die x-te Variation des perfekt geplanten Gattenmordes spielt sich zwar recht flott und bietet auch ein paar gelungene Spannungsszenen, läuft dann aber doch in zu konventionellen Bahnen aus, um vollends zu begeistern. Mittelfeld, hätte demnach eigentlich synchronisiert werden müssen...

  • Foren-Beitrag von Lord Peter im Thema

    Wußte ich zwar schon, aber der genaue Termin fehlte mir noch, danke!

    Und sie machen sogar Boxen mit 6 Filmen, wird dann auf 4 hinauslaufen (mehr wurde leider nicht synchronisiert). Ich hätte fast gewettet, daß sie es auf 6 Boxen á 4 Filme strecken...

  • Foren-Beitrag von Lord Peter im Thema

    Auf jeden Fall hatte ich mit den 6 Folgen mehr Spaß als mit McEwans Marple-Serie (man denke auch an die Interpretation der Tuppence-Rolle in "Lauter reizende alte Damen"). Da finde ich einen manchmal etwas begriffsstutzigen Tommy deutlich tragbarer als eine versoffene Tuppence.

  • Foren-Beitrag von Lord Peter im Thema

    Zitat von Gubanov im Beitrag #29
    Große Originaltreue wäre für die Neuverfilmung zu wünschen - die "Partners in Crime" haben diesbezüglich ja sehr negative Schlagzeilen gemacht. Da sind die Christie-Fans einfach noch Suchet-Poirot-Standards gewöhnt. Habe die DVD in England dann auch stehen lassen, zumal ich kein großer T&T-Fan bin. Ich hoffe einfach 'mal, dass die BBC aus dem Debakel des ersten Mehrteilers gelernt hat. Die Amazon-Bewertung ist z.B. katastrophal. Laut Berichten wurde auch jüngst auf der Christie-Week die Drehbuchautorin auf einer Fan-Konferenz bis an den Rand der Tränen gebracht.


    Ich konnte beim Schottland-Urlaub nicht widerstehen und habe zugegriffen. Und ich muß doch mal eine Lanze brechen für dieses Stiefkind unter den neueren Christie-Produktionen. Ja, man hat die Storys aus den 20ern bzw. 40ern in die 50er transferiert. Ja, man hat einiges ungeschrieben, aber man erkennt die zugrunde liegenden Stoffe über weite Strecken immer noch wieder (die Werktreue ist ungefähr wie bei den McEwan-Marples). Ja, auch die Charaktere wurden geändert, Tommy ist über 10 Jahre älter (und deutlich schwerer) als seine (hier bereits) Angetraute, und auch ein Kind ist schon da. Aus Albert wurde ein einarmiger Kriegskamerad von Tommy, und auch eine ethnische Minderheit muß aus Gründen der Political Correctness (wann stirbt dieser Trend endlich aus?) repräsentiert werden, hier sind es ausnahmsweise mal nicht die Homosexuellen, sondern die Afroamerikaner (Julius Hersheimer und Jane Finn).

    ABER - die Chemie zwischen den Hauptdarstellern stimmt, die Geschichten sind temporeich inszeniert und durchaus spannend gemacht. Lediglich die letzte Folge fällt hier ab, weil an den originalen Showdown von "Rotkäppchen und der böse Wolf" unbedingt noch ein "dramatisches Finale" angehängt werden mußte, worunter auch die Glaubwürdigkeit deutlich leidet.

    Zur Inszenierung muß man nichts sagen, die ist auf der Höhe der Zeit, und auch ausstattungstechnisch wird geklotzt und nicht gekleckert.

    Gut - Christies Stoffe waren anders. Aber Hand aufs Herz, gerade "Ein gefährlicher Gegner" (gerade mal Christies zweiter Roman überhaupt) war eine üble Räuberpistole, dem steht das neue Styling gar nicht schlecht zu Gesicht. "Rotkäppchen und der böse Wolf" hätte natürlich etwas werkgetreuer sein dürfen, aber den Shitstorm, den sie abbekommen hat, hat diese Miniserie wirklich nicht verdient. Zumal die BBC eine mögliche Fortsetzung (angeblich aufgrund der vollen Terminkalender der Hauptdarsteller David Walliams und Jessica Raine) inzwischen gecancled hat.

    Wem die "Detektei Blunt" zu angestaubt und langsam war, der sollte hier ruhig mal ein Auge riskieren, aber auch Christie-Fans sollten der Umsetzung eine Chance geben, ist mal was anderes als Poirot und Marple. Vielleicht werde ich mir sogar noch die neue "Witness for the Prosecution" ansehen...

  • Foren-Beitrag von Lord Peter im Thema

    "Gesamtpaket" trifft es eigentlich ganz gut.

    Tja, und die anderen "Maigrets"...

    Im Prä-DVD-Zeitalter waren nur Gabin und Rühmann verfügbar, da im Fernsehen sonst einfach nix lief. Cremer verschwand nach den Ausstrahlungen auf Premiere und später einmalig auf VOX in der Versenkung (ähnlich wie "Poirot"), Gambon schaffte es erst gar nicht nach Deutschland. Davies und Jean Richard waren ebenfalls seit den 70ern nicht mehr gesehen.

    Gabin war durchaus gut, die Filme leider etwas durchwachsen. "Falle" und "Erbarmen" fielen etwas zu geschwätzig aus, und "sieht rot" war einfach nur schwach. Simenon selbst bemängelte allerdings vorwiegend Gabins zu schluderige Kleidung. Über Rühmann braucht man kein Wort zu verlieren, er war einfach fehlbesetzt.

    Mit Rupert Davies gab Pidax den Fans endlich den Maigret, den es sehen wollte, zurück, und dieses Jahr soll noch Cremer folgen. Mit Jean Richard brauchen wir wohl nicht mehr zu rechnen, da die deutschen Sendebänder verschollen sind.

    Cremer findet genau den Mittelweg zwischen Gabin und Davies und bewahrt so seiner Darstellung etwas Individuelles, die Filme selbst sind auch recht ausführlich inszeniert. Gambon dagegen scheint mir Davies zu kopieren, und hier stört mich das doch sehr unfranzösische Ambiente (gedreht wurde in Budapest) in Verbindung mit der englischen Sprache. Trotzdem durchaus solide.

    Atkinson dagegen überraschte mich durchaus positiv, obwohl er das Pech hatte, mit dem (dank Gabin) wohl populärsten Fall zu debütieren. Was ihm an Physis fehlt, gleicht er mit Präsens und ungewohnt zurückgenommenem Spiel aus, und auch das Drehbuch wurde erfreulich werkgetreu adaptiert, ohne die üblichen "zeitgemäßen Anpassungen". Bin mal auf den zweiten Fall gespannt...

  • Foren-Beitrag von Lord Peter im Thema

    Auch das zweite "Mrs. Bradley"-Hörspiel ist jetzt in der Tube, vom selben Uploader bereitgestellt wie "Speedy Death" (diesmal sogar in zwei Teilen).

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