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Dieses Thema hat 58 Antworten
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 Filmbewertungen
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Savini Offline



Beiträge: 755

01.03.2021 13:01
#46 RE: Bewertet: Mabuse - "Im Stahlnetz des Dr. Mabuse" (2) Zitat · Antworten

Zitat von Dr. Oberzohn im Beitrag #44
Die besinnlich-familiäre Heiterkeit der geplanten Angeltour des Kommissars wirkt fast wie ein Fremdkörper im ansonsten dramatischen und brutalen Geschehen.

Laut dem Buch "Dr. Mabuse im Film" von Solveig Wrage war diese Szene im ursprünglichen Drehbuch (von Marc Behm) noch nicht enthalten und wurde aufgrund einer Forderung des Produzenten eingebaut, der Figur "mehr Herz" zu geben. ebenfalls in Brauners Memorandum wurde vorgeschlagen, den Kommissar wieder "Lohmann" zu nennen, aber erneut mit Gert Fröbe zu besetzen.

Nun zum Film selbst: ein spannender, temporeicher undin einigen Szenen (etwa in der Kirche) sogar ausgesprochen atmosphärischer Thriller. Von den Wallace-Filmen und den meisten ihrer Epigonen hebt er sich dadurch ab, dass es hier keine Sidekick-Figur gibt, die für Auflockerung sorgen soll; selbst im Vorgänger gab es noch Mistelzweig, auch wenn dieser in erster Linie Verdächtiger war. In einem früheren Beitrag hieß es, nach zwei Dritteln sei etwas die Luft raus. Dem würde ich zustimmen und es auf einen Punkt datieren: als nach dem Tod des Küsters die Szene ins Zuchthaus wechselt. Ab diesem Zeitpunkt liegen alle Karten auf den Tisch, wobei bei Lex Barker (ebenso wie bei Joachim Fuchsberger) wohl auch damals wohl kein Zuschauer geglaubt haben dürfte, dieser stünde NICHT auf der Seite des Rechts.
Natürlich schneidet im Vergleich dieser Film in der Regel deutlich schlechter ab als der unmittelbare Vorgänger, weil dieser eben von Fritz Lang stammt. Reinls Film ist natürlich weniger als "Kunstwerk" inszeniert, aber solide und weist weniger Leerlauf aus. Interessant, dass sogar der britisch-amerikanische (!) Filmhistoriker William K. Everson in seinem Werk über "Klassiker des Horrorfilms" das "Stahlnetz" lobend erwähnt und es als würdigen Nachfolger der Lang-Mabuses einstuft.
Komischerweise hat noch niemand erwähnt, dass es sich bei dem in diesem Film gezeigten Zuchthaus eindeutig um Moabit in Berlin handelt, wo bekanntlich auch Aufnahmen für den "Mönch mit der Peitsche" stattfanden (Hof und Zellengang sind deutlich zu erkennen).
Hat man Rudolf Forster in seiner Rolle als Professor Sabrehm die Haare gefärbt? Oder trug er eine Perücke? In jedem Fall wäre er (*1884) mit seinen schneeweißen Haaren als Vater von Daliah Lavi (*1940) kaum glaubhaft gewesen.
Und war es damals tatsächlich üblich, dass bei einem von einem Kirchenmann geschriebenen Buch der geistliche Titel des Verfassers mit genannt wurde ("von Pfarrer Dr. H. Brietenstein")?

Die Ungereimtheiten des Films sind ein Thema für sich, deshalb gibt es für diese nachher noch einen gesonderten Beitrag.

Savini Offline



Beiträge: 755

01.03.2021 14:40
#47 RE: Bewertet: Mabuse - "Im Stahlnetz des Dr. Mabuse" (2) Zitat · Antworten

Zitat von Dr. Oberzohn im Beitrag #44
Mrs. Pizarro hat aus unbekannten Gründen ein Buch von Pfarrer Brietenstein in der angesengten Handtasche, wo das Wort Mabuse drin vorkommt – soll der Sinn eine vorausgeahnte Rache an ihrem Peiniger sein ? Warum hat man die Botin des US-Syndikats eigentlich umgebracht, nur weil sie von ein paar Polizisten beschattet wird ? Nicht der beste Einstieg in eine erfolgreiche Partnerschaft. Der Hauptkommissar vom Dienst bekommt mehrere Warnungen seines Gegners zugeschickt, da der den Gesetzeshüter nicht umbringen will, weil er ihn noch braucht. Aber wofür ? Und so weiter, Logikforschung kommt auch hier öfter mal an ihre Grenzen. Besonders die stählerne Hand des G-Man Joe Como bei der Gasexplosion im Überflutungskeller ist immer wieder ein Grund für ungeteilte Bewunderung. Wobei überhaupt mal zu klären wäre, ob man so was überleben kann, wenn man unter Wasser ist. Wird da die Druckwelle abgebremst ? (Zeit für Untersuchungen a la „Die Physik der Dr.-Mabuse-Filme“).

Das Buch könnte Mrs. Pizarro bei sich gehabt haben, um sich über ihren Geschäftspartner zu informieren. Ihre Ermordung habe ich mir immer so erklärt, dass sie es war, die Oberst Haag Informationen gegeben hat (als Mabuse sie am Telefon auf Haag anspricht, meine ich, ein kurzes Erschrecken zu bemerken); das wäre sowohl eine Erklärung dafür, dass der Doktor nicht mit ihr alleine verhandeln will, als auch für die Ermordung unmittelbar danach.
Was die Gesetze der Physik angeht, so könnte man auch fragen, ob ein Flammenwerfer im Freien wirklich eine so intensive Hitze auslösen kann, um eine Frau im Freien innerhalb weniger Sekunden zu töten. Oder ob die Dämpfe eines randvoll mit Schwefelsäure gefüllten Beckens den direkt daneben stehenden Männern nicht Gesicht und Atemwege verätzen müssten, noch bevor sie sich etwas davor halten. Auch sehen Rippen und Schädel bei Sandros Skelett erstaunlich stabil aus, wenn man bedenkt, aus was für einer Höhe er in den Tod gesprungen ist.
Aber der Reihe nach! Wie muss man sich am Anfang eigentlich den Mord an Oberst Haag (Erik Radolf, ein beliebter Darsteller in Harald Reinls Filmen) vorstellen? Hat Dimitrios innerhalb weniger Sekunden und bei völliger Dunkelheit den Koffer an sich gebracht, den Mann tot oder lebendig aus dem Fenster geworfen und selbst das Abteil verlassen, bevor es wieder hell wurde? Und das alles als Träger einer Beinprothese? Alle Achtung! Bevor es ein Freund mir gegenüber erwähnt hat, war es mir gar nicht aufgefallen, aber Reinl hat sich hier einen schönen Anschlussfehler geleistet: Als Kommissar Lohmann verständigt wird, trägt er einen Pullover, am Tatort unter dem Mantel dann Hemd und Krawatte, bei seinem Besuch im Zuchthaus (der anscheinend direkt danach erfolgt) wieder einen Pullover unter dem Jackett. Dass Lohmann angesichts einer hereingerollten Bomben und einer verschlossenen Tür als Erstes an dieser rüttelt, statt zur (noch) offenen zu eilen, kennen wir so ähnlich ja auch vom Anfang der "gelben Narzissen".
Ein Lautsprecher in der Kirche ist natürlich genau der richtige Ort für vertrauliche Gespräche Mabuses mit seinem vermeintlichen Kontaktmann! Zumal dieser Lautsprecher dann auch noch gleich eine Gegensprechanlage hat.
Wie wurde eigentlich der fingierte Mord an Direktor Wolf arrangiert? Hat dieser nach dem Gespräch mit Lohmann im Präsidium mit jemandem unbemerkt die Kleidung tauschen können? Und weiß auch Böhmler nicht, wer sein Chef ist? Denn sonst würde dieser sicher nicht mit ihm anfangs per Bildschirm kommunizieren.
In der Welt dieses Films scheint es praktischerweise auch nur eine einzige wissenschaftliche Fachzeitschrift zu geben, so dass Lohmann trotz der extrem wagen Informationen von Professor Griesinger gleich weiß, in welcher er suchen muss. Dass Professor Sabrehm bei seinen Experimenten im Zuchthaus auch mit Nitroglycerin arbeiten darf, ließ bereits Peter Osteried die Stirn runzeln.
Wenn der Küster Mabuses "Sprachrohr" war: Warum bleibt dessen Stimme dann im ganzen Film gleich, egal ob er zuvor den Lautsprecher in der Kirche oder später im Gespräch mit Böhmler zu hören ist?
Und wenn er "direkten Kontakt" zu Chicago hat: Warum ließ er Joe Como überhaupt prüfen, statt ihn gleich zu erledigen? Hier war natürlich das Problem, dass man ohne diesen Kontakt auf die Schießerei am Atommeiler hätte verzichten müssen.
Como scheint übrigens auch über hellseherische Fähigkeiten zu verfügen, da er sofort weiß, wohin Mabuse, Böhmler und Sabrehm gefahren sind. Und dass der Doktor im Finale den überwältigten Kommissar auf die Schinen legt und nicht einfach mit dessen Waffe zu erschießen, gebietet natürlich die Superschurken-Tradition.
Das waren jetzt aus meiner Sicht die gravierendsten Punkte! Aber wahrscheinlich finden andere Logik-Polizisten noch weitere?

Giacco Offline



Beiträge: 2.487

01.03.2021 17:56
#48 RE: Bewertet: Mabuse - "Im Stahlnetz des Dr. Mabuse" (2) Zitat · Antworten

"In diesem neuen Mabuse-Film, den Harald Reinl inszenierte, macht sich der Verbrecher durch eine Wunderdroge die Insassen eines Zuchthauses hörig und terrorisiert mit dieser Mannschaft seine Umgebung. Ein Grusel-Krimi also, der sich in seiner Kategorie dadurch auszeichnet, dass in ihn noch mehr ungeheuerliche Ereignisse hineingepfropft scheinen, als man dies gewöhnt ist. Bei solcher Fülle nimmt es nicht wunder, wenn neben intelligenten Gruselgags auch einige bejahrte "Sensationen" aus dem reichhaltigen Krimi-Archiv und obendrein ein paar recht befremdliche Geschmacklosigkeiten zu registrieren sind. Da die Produktion viele talentierte Schauspieler zu verpflichten vermochte - die Ausländer Lex Barker und Daliah Lavi sind nicht viel mehr als attraktive Dekoration - und da mit Karl Löb ein Mann hinter der Kamera steht, der sein Handwerk beherrscht, kam ein Film zustande, der das einschlägige Publikum zu fesseln vermag." (Film-Echo)

Im Stahlnetzt des Dr. Mabuse" erschien im "Constantin"-Verleih, der kurz vor dem Filmstart eine halbseitige Werbeanzeige im Innenteil des "Film-Echo" platzierte.
Film-Echo-Note: 2,9 (bei 65 Meldungen) / Erstnote: 1,9

Obwohl die französische Firma Criterion an der Produktion beteiligt war, kam der Film in Frankreich erst 1963 - und somit erst nach "Die unsichtbaren Krallen" in die Kinos. Insgesamt wurden 340.044 Besucher gezählt.

Dr. Oberzohn Offline



Beiträge: 642

02.03.2021 21:41
#49 RE: Bewertet: Mabuse - "Im Stahlnetz des Dr. Mabuse" (2) Zitat · Antworten

Zitat von Savini im Beitrag #47
Das waren jetzt aus meiner Sicht die gravierendsten Punkte! Aber wahrscheinlich finden andere Logik-Polizisten noch weitere?n

Och, da finden sich noch genug. Aber man will ja die Filme nicht total verreißen.
Ein Punkt wäre noch, wenn die junge Sabrehm kurz vor ihrer Entführung durch den vielseitigen Lastwagen mitten durch die Stadt läuft und sich dann in der nächsten Einstellung auf einem abbruchreifen Fabrikgelände befindet. Wie ist sie dort hingekommen und was wollte sie dort?
Aber eigentlich ein grober Logikpatzer ist auch gerade das dramatische Abschlussgefecht vor den Atommeilern. Da die Polizei ja rechtzeitig gewarnt war, hätte sie die Saboteure gar nicht so nahe an die gefährdeten Anlagen herankommen lassen dürfen. Ein großes Wagnis, vor allem, da man ja wusste, dass die Attentäter aus dem Gefängnis kamen. Aber das hätte den Zuschauer ja um sein actionreiches Gruselerlebnis gebracht.

Savini Offline



Beiträge: 755

02.03.2021 22:40
#50 RE: Bewertet: Mabuse - "Im Stahlnetz des Dr. Mabuse" (2) Zitat · Antworten

Zitat von Dr. Oberzohn im Beitrag #49
Aber eigentlich ein grober Logikpatzer ist auch gerade das dramatische Abschlussgefecht vor den Atommeilern. Da die Polizei ja rechtzeitig gewarnt war, hätte sie die Saboteure gar nicht so nahe an die gefährdeten Anlagen herankommen lassen dürfen. Ein großes Wagnis, vor allem, da man ja wusste, dass die Attentäter aus dem Gefängnis kamen. Aber das hätte den Zuschauer ja um sein actionreiches Gruselerlebnis gebracht.

Ging es Lohmann nicht darum (wie er selber sagte) nicht das Netz, sondern die Spinne zu fassen, weshalb er die Letztere "herauslocken" wollte?

Lord Peter Offline




Beiträge: 620

03.03.2021 08:29
#51 RE: Bewertet: Mabuse - "Im Stahlnetz des Dr. Mabuse" (2) Zitat · Antworten

"Eine Spinne baut sich ein Netz..." - "Das Theaterviertel!"

Upps, falscher Film...

Lord Low Offline




Beiträge: 746

15.05.2023 15:38
#52 RE: Bewertet: Mabuse - "Im Stahlnetz des Dr. Mabuse" (2) Zitat · Antworten

Schade, dass man hier ohne Not den Rollennamen von Fröbe geändert hat. Klar, Lohmann ist der klassische Mabuse-Ermittler, aber den Namen hätte man sich auch für Siegfried Lowitz aufheben können.

Fabi88 Offline



Beiträge: 3.892

15.05.2023 15:55
#53 RE: Bewertet: Mabuse - "Im Stahlnetz des Dr. Mabuse" (2) Zitat · Antworten

Zitat von Lord Low im Beitrag #52
Schade, dass man hier ohne Not den Rollennamen von Fröbe geändert hat. Klar, Lohmann ist der klassische Mabuse-Ermittler, aber den Namen hätte man sich auch für Siegfried Lowitz aufheben können.

Dass sich ein geschäftstüchtiger Produzent wie Brauner die Chance nicht entgehen lässt mit dem Namen "Lohmann" zu werben, ist nachvollziehbar. Die Frage ist eher, warum Fritz Lang seinen Kommissar nicht schon im ersten Film wieder Lohmann nannte. Gibt es da bekannte Hintergründe zu?
Otto Wernicke verkörperte Lohmann ja in "M" und "Die 1000 Augen des Dr. Mabuse". Daher kann ich mir nur vorstellen, dass Fritz Lang aus Respekt diese Rolle nicht neu besetzte und mit Kras stattdessen einen neuen Ermittler schuf. Auch sonst versuche Lang ja einen Neustart der Reihe und dabei einen anderen Stil zu etablieren.
Brauner war das dann bei weiteren Filmen (ohne Fritz Lang) natürlich egal. Lowitz "sprang" ja nur ein, weil Gert Fröbe mit dem Dreh von "Der längste Tag" zu tun hatte. Da wusste man vielleicht auch schon, dass Fröbe beim nächsten Film wieder dabei sein würde und "sperrte" den Rollennamen Lohmann.

Lord Low Offline




Beiträge: 746

15.05.2023 16:12
#54 RE: Bewertet: Mabuse - "Im Stahlnetz des Dr. Mabuse" (2) Zitat · Antworten

Zitat von Fabi88 im Beitrag #53
Die Frage ist eher, warum Fritz Lang seinen Kommissar nicht schon im ersten Film wieder Lohmann nannte. Gibt es da bekannte Hintergründe zu?


Weil es sich bei den tausend Augen ja um eine Fortsetzung und kein Reboot handelte und Fröbe 20 Jahre jünger ist als Wernicke. Er könnte also höchstens dessen Sonn sein.

Lord Peter Offline




Beiträge: 620

15.05.2023 20:44
#55 RE: Bewertet: Mabuse - "Im Stahlnetz des Dr. Mabuse" (2) Zitat · Antworten

Genau das. "1000 Augen" verstand sich noch als Fortsetzung des originalen "Testaments", daher Kras statt Lohmann (und auch nicht Mabuse selbst, sondern mit Professor Jordan ein neuer Schurke, der nur den Namen und die Pläne des originalen Doktors nutzte).

Savini Offline



Beiträge: 755

16.05.2023 12:32
#56 RE: Bewertet: Mabuse - "Im Stahlnetz des Dr. Mabuse" (2) Zitat · Antworten

Dass die "1000 Augen" sich noch als Fortsetzung des alten "Testaments" verstanden, wird inhaltlich auch dadurch deutlich, dass mit dem Mord im Straßenverkehr und dem Tod Mabuses in einer Anstalt zwei Geschehnisse aus diesem Film erwähnt werden und das zweite sogar konkret auf das Jahr 1932 datiert wird, während die "Augen" klar in der damaligen Gegenwart spielen.
Ein inhaltlicher Bruch zwischen "Augen" und "Stahlnetz" besteht neben dem Namenswechsel beim Kommissar noch darin, dass nun die von Wolfgang Preiss gespielte Figur tatsächlich als "Mabuse" bezeichnet wird.
Wäre man hier (und in den folgenden Filmen) dabei geblieben, dass es sich lediglich um den selbsternannten Erben des Meisterverbrechers handelt (ob "Professor Jordan" dessen wirklicher Name oder lediglich ein Pseudonym war, sei dahingestellt), hätte das auch spätestens beim "Testament,"-Remake für Verwirrung gesorgt.

Fabi88 Offline



Beiträge: 3.892

22.05.2023 09:34
#57 RE: Bewertet: Mabuse - "Im Stahlnetz des Dr. Mabuse" (2) Zitat · Antworten

Stimmt, da habt Ihr natürlich vollkommen recht. Da ich die "1000 Augen" länger nicht mehr gesehen habe, war mir der Sprung von der Fortsetzung zum "Reboot" mitten in der Reihe nicht mehr bewusst.

Mr Keeney Offline




Beiträge: 1.365

31.05.2023 10:14
#58 RE: Bewertet: Mabuse - "Im Stahlnetz des Dr. Mabuse" (2) Zitat · Antworten

Zitat von Mr Keeney im Beitrag #15

Zitat von Gubanov


Haben wir es hier vielleicht mit dem besten Epigonen zu tun?


Ich habe mir jetzt zwar über diesen (sehr interessanten) Gedankenansatz bisher noch keine Gedanken gemacht, und kenne auch noch beileibe nicht sämtliche Epigonen, aber wenn ich so drüber nachdenke, und die Epigonen, die ich bislang gesehen habe und zusätzlich mein mir aufgrund von Besprechungen und Kritiken gebildetes (möglicherweise unrichtiges) Epigonen-Gesamtbild so Revue passieren lasse, scheint mir dies nach meiner Einschätzung tatsächlich gut im Bereich des Möglichen zu liegen.

Jedenfalls stufe ich diesen Film für mich persönlich höher und besser ein als die recht oft mit dem Prädikat „bester Epigone“ gepriesenen Filme „Der Würger von Schloß Blackmore“, „Der Henker von London“ und „Die weiße Spinne“. Soviel kann ich zumindest getrost sagen.




Nach über 11 Jahren bleibe ich bei meiner Einschätzung. Diese wurde nach wiederholten Sichtungen im Laufe der Jahre jüngst gerade erneut bestätigt. Abwechslungs- und temporeich, vor schauderhaften und zutiefst deutschen (Nachkriegs-)Kulissen. Dazu meiner Meinung nach noch eines der besten Täterrätsel nicht nur der Mabuse sondern auch der Wallace Reihe.
Sicher haben alle unsere hier thematisierten Filme rund um Wallace ihre Schwächen (selbst hochgelobte Klassiker wie das "Gasthaus an der Themse" möchte ich nicht ausnehmen), doch hier bekommt man eine nahezu perfekte Mischung aus allem, was man sich so wünscht.

Ray Offline



Beiträge: 1.926

31.05.2023 23:22
#59 RE: Bewertet: Mabuse - "Im Stahlnetz des Dr. Mabuse" (2) Zitat · Antworten

Interessant! Ich musste bei meiner letzten Sichtung für unsere Mabuse-Podcast-Episode wieder einmal feststellen, dass "Stahlnetz" für mich im Vergleich zu "1000 Augen" ein ziemlich austauschbarer Kriminalfilm der Zeit ist. Von den Aspekten der Kontinuität, die dich ausweislich älterer Posts erklärt nicht stören, einmal abgesehen, wirkt der Film im Ganzen weitaus weniger sorgfältig produziert als der Vorgänger. Barker macht auf mich hier noch den Eindruck eines Fremdkörpers (wird im folgenden Film besser) und inhaltlich wirft das Ganze auch Fragen auf (Stichwort: Machtbeweis). Das Täterrätsel finde ich - die Preiss-Demaskierung einmal ausgeblendet - auch nicht übermäßig originell.

Es mag auch daran liegen, dass man "Stahlnetz" an den besonderen Qualitäten des Vorgängers misst (Inszenierung, Cast, im Ansatz vorhandene Plausibiltät), aber ich glaube, dass "Stahlnetz" auch ohne die "1000 Augen" mich nicht restlos überzeugen würde. Dafür fehlt es m.E. an der Extraklasse in jedweder Hinsicht.

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