Sie sind vermutlich noch nicht im Forum angemeldet - Klicken Sie hier um sich kostenlos anzumelden Impressum 
Forum Edgar Wallace ,...



Sie können sich hier anmelden
Dieses Board hat 1.511 Mitglieder
175.401 Beiträge & 6.744 Themen
Beiträge der letzten Tage
Foren Suche
Suchoptionen
  • Der Windhund (Flic ou Vouyou, F 1979)

    Regie: Georges Lautner

    Darsteller: Jean-Paul Belmondo, Marie Laforet, Michel Galabru, Tony Kendall u.a.



    Stanislas Borowitz arbeitet für eine Spezialeinheit der Polizei, die gegen Korruption in eigenen Reihen ankämpft. Sein neuester Fall führt ihn nach Nizza. Dort wurde ein korrupter Polizist getötet...

    Die Inhaltsangabe beinhaltet zwar einen kleinen Spoiler, aber dass Belmondo nicht der ist, der er zu Anfang des Films vorgibt zu sein, dürfte den meisten schnell klar sein. Weil man jedoch als Zuschauer zunächst über Funktion und Motivation seines Handelns im Unklaren gelassen wird, erscheinen die ersten Minuten wie eine (unterhaltsame) Nummernrevue. Bébel bringt größere und kleinere Gauner mit irrwitzigen Aktionen reihenweise in Verlegenheit. Szenenverläufe, Art des Schauspiels und vor allem die Synchronisation durch Rainer Brandt erwecken den Eindruck, Tony Curtis alias Danny Wilde würden durch den Film führen. „Der Windhund“ bewegt sich auf der Grenze zwischen ernstzunehmendem Thriller und Actionkomödie, man hat es also gewissermaßen mit einem Mix aus früheren Filmen wie „Abenteuer in Rio“ und folgenden Produktionen wie „Der Profi“ zu tun. An erstere erinnern die waghalsigen Stunts und Actionsequenzen, an letztere die mitunter raue Gangart in Bild und Sprache. Gerade für Fans ist „Der Windhund“ eine (sehr) unterhaltsame Angelegenheit, die man sich zwischendurch immer mal wieder ansehen kann. In einer Nebenrolle ist "Kommissar X"-Darsteller Tony Kendall zu sehen.


    „Der Windhund“ präsentiert sich als eine Art Symbiose aus früheren und späteren Werken Belmondos und bietet dabei über weite Strecken vergnügliche Unterhaltung. 4 von 5 Punkten.

  • Edgar Wallace AusstrahlungenDatum14.04.2020 18:09
    Foren-Beitrag von Ray im Thema Edgar Wallace Ausstrahlungen

    Das sind doch wieder sehr respektable Zahlen, wenn man bedenkt, wie oft gerade diese Filme schon im TV gelaufen sind (dürfte die Anzahl inkl. Wdh. nicht so langsam dreistellig sein?) und die Konkurrenz an Ostern ja recht groß ist.

  • Palace Hotel (1951/52)Datum14.04.2020 10:30
    Foren-Beitrag von Ray im Thema Palace Hotel (1951/52)

    Gestern lief auf 3Sat der Film "Palace Hotel". Es handelt sich um einen Schweizer Film von 1952 mit Paul Hubschmid, Gustav Knuth, Claude Farell, Lukas Ammann, Margrit Rainer, Anne-Marie Balnc, Käthe Gold u.a. Der Ensemblefilm wirft einen Blick hinter die Kulissen eines noblen Hotels. Der Haupterzählstrang hat einen kriminalistischen Inhalt: Gesucht wird ein Dieb, der sich unter dem Personal befindet. Insgesamt recht kurzweilige und hochwertige Nostalgie in einer 2014 restaurierten Fassung, die auch Grundlage für eine noch nicht erfolgte DVD/Blu-Ray-Auswertung sein könnte.

    "Palace Hotel" ist noch bis zum 20.04. in der Mediathek abrufbar.

    https://www.3sat.de/film/spielfilm/palace-hotel-100.html

  • Aktuell in den MediathekenDatum14.04.2020 10:30
    Foren-Beitrag von Ray im Thema Aktuell in den Mediatheken

    Gestern lief auf 3Sat der Film "Palace Hotel". Es handelt sich um einen Schweizer Film von 1952 mit Paul Hubschmid, Gustav Knuth, Claude Farell, Lukas Ammann, Margrit Rainer, Anne-Marie Balnc, Käthe Gold u.a. Der Ensemblefilm wirft einen Blick hinter die Kulissen eines noblen Hotels. Der Haupterzählstrang hat einen kriminalistischen Inhalt: Gesucht wird ein Dieb, der sich unter dem Personal befindet. Insgesamt recht kurzweilige und hochwertige Nostalgie in einer 2014 restaurierten Fassung, die auch Grundlage für eine noch nicht erfolgte DVD/Blu-Ray-Auswertung sein könnte.

    "Palace Hotel" ist noch bis zum 20.04. in der Mediathek abrufbar.


    https://www.3sat.de/film/spielfilm/palace-hotel-100.html

  • Shaft (USA 1971 -)Datum14.04.2020 10:08
    Foren-Beitrag von Ray im Thema Shaft (USA 1971 -)

    Shaft in Afrika (Shaft in Africa, USA 1973)

    Regie: John Guillermin

    Darsteller: Richard Roundtree, Vonetta McGee, Frank Finlay



    Shaft wird von einem afrikanischen Emir angeheuert, nach Äthiopien zu reisen, um dort einen Menschenhändlerring aufzuspüren, der illegal Afrikaner nach Europa transportiert. In Europa angekommen, werden diese mit harter Arbeit für wenig Lohn ausgebeutet...

    „Nicht mein Revier“ erklärt Shaft kurz und knapp, nachdem ihm das Anliegen von Seiten des Emir und seinen Gefolgsleuten unterbreitet wurde. Und tatsächlich gehört Shaft natürlich streng genommen auf die Straßen von New York und nicht auf einen anderen Kontinent. Offenbar wollten die Produzenten die Figur des Privatdetktivs mit exotischen Schauplätzen weiter in Richtung James Bond bewegen. Dafür spricht auch, dass Shaft nach Ankunft in Äthiopien mit einem besonderen Gadget, einem Stock, mit dem er Fotos anfertigen kann, wenn er ihn in der Mitte aufschiebt, ausgestattet wird. Allerdings stellt auch hier der Privatdetktiv bei Entgegennahme klar, dass er „nicht James Bond“ sei. Ansonsten zeigt sich im dritten Film der Reihe, warum der Begriff „Blaxploitation“ von „Exploitation“ kommt: Die Szenen mit der nymphomanischen Freundin des Gangsters Amafi fallen arg trashig aus. Generell hat der Film nicht die atmosphärische Dichte insbesondere des Erstlings und ist in Gesamtbetrachtung der schwächste Teil der Reihe. Aufgewertet wird der Film durch wieder einmal hervorragende Musik, die diesmal von Johnny Pate stammt und in Auszügen schon mehrfach in zeitgenössischer Musik verwurstet wurde. Mit Vonetta McGee („Leichen pflastern seinen Weg“, „Im Auftrag des Drachen“) ist zudem die wohl hübscheste und ausdrucksstärkste Aktrice unter den weiblichen Hauptfiguren der Reihe zu sehen. Auch die letzten 20 Minuten, in denen die trashigen Elemente fallen gelassen und der Film sich voll auf seine soziale Thematik besinnt, überzeugen. Trotzdem floppte der diesmal von John Guillermin („Flammendes Inferno“, „Tod auf dem Nil“) inszenierte Streifen an den Kinokassen und blieb bis zur Neuauflage aus dem Jahre 2000 der letzte Shaft-Kinofilm. Roundtree stand kurz darauf noch in einer Reihe von TV-Filmen vor der Kamera, die aber ebenfalls nicht an den Erfolg der ersten Filme anknüpfen konnte und daher schnell eingestellt wurde.

    Die Veröffentlichungssituation ist wie bei "Liebesgrüße aus Pistolen": Es gibt nur eine rund zwanzig Jahre alte und längst vergriffene DVD von Warner im Snapcase.


    Der dritte und letzte Film der Kinofilm-Reihe mit Richard Roundtree zeigt Shaft außerhalb seines „Reviers“ New York und bewegt die Figur einen weiteren Schritt in Richtung James Bond. Der ernsten Grundthematik stehen mitunter arg trashige Momente gegenüber. Noch 4 von 5 Punkten.

  • Shaft (USA 1971 -)Datum12.04.2020 00:32
    Foren-Beitrag von Ray im Thema Shaft (USA 1971 -)

    Liebesgrüße aus Pistolen (Shaft's Big Score, USA 1972)

    Regie: Gordon Parks

    Darsteller: Richard Roundtree, Moses Gunn, Joseph Mascolo, Julius W. Harris u.a.



    Der Versicherungs- und Bestattungsunternehmer Asby kommt durch einen Anschlag in seinen Ladenräumen zu Tode. Der Mann hatte kurz zuvor seinen Freund John Shaft um Hilfe gebeten. Shaft nimmt sich des Falls an und gerät einmal mehr zwischen die Fronten krimineller Vereinigungen...

    „Liebesgrüße aus Pistolen“, ein eigenwilliger deutscher Verleihtitel, ist die erste Fortsetzung des Überraschungserfolgs „Shaft“. Richard Roundtree schlüpft erneut in die Rolle des Privatdektivs John Shaft. Die Regie übernahm wiederum Gordon Parks, der auch gleich die Musik verantwortete, weil sich Isaac Hayes, der die legendäre Musik zum Vorgänger beigesteuert hatte, mit der Produktionsfirma nicht einigen konnte. Auch mit Bumpy Jonas, dem Gangsterkönig aus dem Erstling, gibt es ein Wiedersehen, wenngleich er hier nur eine Nebenrolle spielt. Im Zentrum stehen vielmehr der von Joseph Mascolo gespielte Gus Mascola (auffällige Namensähnlichkeit zwischen Figur und Darsteller) und Johnny Kelly, dem Partner des Getöteten. Die abermals von Ernest Tidyman erdachte Story ist mit derjenigen des Vorgängers durchaus vergleichbar, auch musikalisch versucht man sich ersichtlich an den Erfolg des vorangegangenen Films anzuschließen, was jedoch nicht ganz gelingt. Ansonsten merkt man dem Film das erhöhte Budget an. Dies zeigt sich insbesondere an dem spektakulären Showdown, in dem Shaft sich im Auto und per Motorboot seinen Verfolgern zu entziehen versucht, die ihn ihrerseits im Auto und mit einem Helikopter verfolgen. Auch die Ausstattung bewegt sich auf höherem Niveau. Obwohl der Film erneut milieusicher inszeniert wurde, kommt er in Sachen Atmosphäre nicht an das Original heran, was auch daran liegt, dass Regisseur Parks weniger auf den Straßen im Zentrum New Yorks, sondern eher in Randgebieten unterwegs war und der Anteil an Innenszenen höher ausfällt. Dafür sorgen die Szenen auf dem Friedhof für optische Reizpunkte. Im Übrigen ist alles ein bisschen routinierter und obwohl „Liebesgrüße aus Pistolen“ insgesamt nicht an den Vorgänger heranreicht, ist auch das Sequel ein höchst unterhaltsamer Kriminalfilm mit wiederum überzeugendem Hauptdarsteller und stilsicherer Inszenierung. Hervorzuheben ist an dieser Stelle noch eine längere Szene in einem Club, in der Regisseur Parks eine Schlägerei in Zeitlupe geschickt mit Aufnahmen von durch Bodypainting verzierten Tänzerinnen verbindet, wobei das Ganze mit funkiger Musik unterlegt ist.

    Anders als „Shaft“ ist „Liebesgrüße aus Pistolen“ bis heute hierzulande nicht auf Blu-Ray erschienen. Es gibt eine (längst vergriffene) DVD von Anfang des Jahrtausends, die eigentlich ein Fall fürs Museum ist: Kennt jemand noch die Snapcase-Hüllen, in die Warner zu jener Zeit mitunter seine DVDs packte? Außerdem ist die DVD beidseitig bespielt, einmal im 16:9- und einmal im 4:3-Format.


    Wenngleich „Liebsgrüße aus Pistolen“ in atmosphärischer Hinsicht nicht an den Vorgänger heranreicht, handelt es sich um einen sauber inszenierten Kriminalfilm mit einem abermals überzeugenden Richard Roundtree in der Rolle des selbstbewussten Privatdetektivs. 4,5 von 5 Punkten.

  • Shaft (USA 1971 -)Datum10.04.2020 16:38
    Thema von Ray im Forum Film- und Fernsehklass...

    In diesem Thread kann über die Shaft-Trilogie und die anschließende TV-Serie mit Richard Roundtree in der Titelrolle sowie die beiden Shaft-Filme mit Samuel L. Jackson aus den Jahren 2000 und 2019 diskutiert werden.


    Shaft (Shaft, USA 1971)

    Regie: Gordon Parks

    Darsteller: Richard Roundtree, Moses Gunn, Charles Cioffi u.a.



    Privatdetektiv John Shaft wird vom Gangsterboss Bumpy Jonas beauftragt, seine entführte Tochter aufzuspüren und zu befreien. Dabei gerät Shaft in einen sich anbahnenden Krieg zwischen der Gruppe um Jonas und der Mafia...

    Der Begriff wird übermäßig gebraucht, aber auf „Shaft“ trifft er eindeutig zu: Der Film ist Kult – und das hat Gründe. Sobald Shaft im Vorspann zum Oscar-prämierten Titelsong von Isaac Hayes in Ledermantel und Rollkragenpullover durch die Straßen New Yorks schlendert, taucht man für 100 Minuten ganz tief in das New York der frühen 1970er ein. Der Film, der auf einer Vorlage von Ernest Tidyman, Drehbuchautor von „Brennpunkt Brooklyn – French Connection“, beruht, knüpft mit der Figur des abgebrühten private eye an alte Noir-Traditionen an und mixt dies auf inhaltlicher Ebene geschickt mit Elementen des Gangsterfilms. Was den Schlag beim zarten Geschlecht angeht, bewegt sich „Shaft“ zudem in einer Liga mit James Bond, was aber zu Letztgenanntem anders als bei den Fortsetzungen, insbesondere „Shaft in Afrika“, weitgehend die einzige Parallele bleibt. Richard Roundtree liefert in der Titelrolle eine höchst beeindruckende Performance ab. Seine Präsenz ist enorm, ebenso sein Charisma. Man spürt in jeder Sekunde, dass hier ein junger Nachwuchsdarsteller seine Chance nutzen möchte. Belohnt wurde das Engagement mit einer Nominierung für den Golden Globe als „Bester Nachwuchsdarsteller“. Fein herausgearbeitet ist auch die „Partnerschaft“ mit dem Polizisten Androzzi, gespielt von Charles Cioffi, der sich der besonderen Fähigkeiten des Detektivs bewusst, immer wieder Kontakt zu Shaft sucht und ein ums andere Mal ein Auge zudrückt. Die beiden liefern sich während des Films manchen launigen Schlagabtausch, als eine Art „Running Gag“ fungiert dabei die Zeile „Mach es dir selbst, Scheißerchen“, die Shaft zunächst von einer verprellten Geliebten an den Kopf geworfen bekommt. Androzzi schnappt dies zufällig auf und adressiert Shaft an geeigneter Stelle süffisant mit den gleichen Worten, doch Shaft hat zum Glück Gelegenheit, sich entsprechend zu „revanchieren“. Hervorzuheben ist auch der knackige Showdown, der effektvoll von Trommeln untermalt ist und bei dem ein Feuerwehrschlauch eine nicht unwesentliche Rolle spielt. Dem Helden wird zudem ein besonderer Moment eingeräumt, wenn er spektakulär an einem Seil hängend mit einer Waffe in der Hand durchs Fenster springt und sogleich losfeuert. „Shaft“ gehört insgesamt zu den besten Vertretern seiner Gattung und bereitet auch bei wiederholter Sichtung immer wieder große Freude.

    Die Blu-Ray von Warner zeigt den Film in guter Qualität. Die Extras können sich zudem sehen lassen: Es gibt ein Making-Of, Trailer sowie eine Folge der TV-Serie im Originalton, die sich dem dritten Kinofilm unmittelbar anschloss und ebenfalls Richard Roundtree in der Titelrolle zeigte.


    „Shaft“ ist nicht nur ein herausragendes Zeitdokument, sondern auch knapp 50 Jahre nach Erscheinen immer noch ein hervorragender Kriminalfilm mit großartigem Soundtrack und einem äußerst überzeugenden Richard Roundtree in der Hauptrolle. 5 von 5 Punkten.

  • TV-Termine im AprilDatum09.04.2020 22:43
    Thema von Ray im Forum Aktuelle Filme (DVD, K...

    In der kommenden Nacht läuft um 02:25 Uhr der Kriminalfilm "Don Mariano weiß von nichts" (auch bekannt als "Der Tag der Eule") mit Franco Nero, Claudia Cardinale und Lee J. Cobb im SWR.

    https://www.swr.de/film/don-mariano-weis...ufpa/index.html

    https://www.tvspielfilm.de/tv-programm/s...113ca0cef9.html


    Danach kommt eine Wiederholung von "Brennpunkt Brooklyn - French Connection", der aktuell auf dem Sender läuft.

  • Also mir sind "Lautlos wie die Nacht", "Der Clan der Sizilianer", "Angst über der Stadt", "Der Körper meines Feindes" und "I wie Ikarus" bekannt und die sind alle spitze. "Der Coup" will ich auch schnellstmöglich mal sichten, da ist die Vorfreude ob des Casts und der Mitwirkung Verneuils extrem groß.

  • Sehr schön. Der Film war ja hier auch noch nicht besprochen worden, aber ich dachte mir schon, dass "Der Clan der Sizilianer" vielen bekannt ist. Gut zu wissen, dass er auch bei anderen einen solchen Status hat. Die Musik klingt hier wirklich besonders wie in manchem Western, den Morricone musikalisch begleitet hat. Vielleicht war die Musik auch für einen Western vorgesehen. Im Making-Of wurde gesagt, Morricone habe Regisseur Verneuil eine Reihe bisher unverwendeter Musik angeboten, aus der er wählen konnte.

    Der folgende Film kommt zwar an den "Clan der Sizilianer" nicht heran, ist aber ebenfalls sehr sehenswert.


    Der Maulwurf (Espion, lève-toi, F/CH 1982)

    Regie: Yves Boisset

    Darsteller: Lino Ventura, Michel Piccoli, Bruno Crémer, Bernard Fresson, Heinz Bennent, Krystyna Janda u.a.



    In Zürich wird in einer Straßenbahn ein Ex-Agent mit terroristischem Hintergrund erschossen. Daraufhin meldet sich ein Regierungsvertreter bei Grenier, ebenfalls ehemaliger Agent, der dem gleichen Agentennetzwerk wie der Tote angehörte. Grenier wird massiv unter Druck gesetzt, zumal seine Frau, Professorin an der Uni, Kontakte zu den Terroristen haben soll. Bald kommt es zu weiteren Todesfällen in Greniers Umfeld...

    Spionagethriller haben es nicht selten an sich, dass sie den Betrachter mit einer verworrenen Handlung überfordern. „Der Maulwurf“ ist ein löbliches Gegenbeispiel, dem die Gratwanderung, dem Genre getreu in vielerlei Hinsicht im Ungefähren zu bleiben, ohne das Publikum damit komplett zu verstoßen, gelingt. Regisseur Yves Boisset kommt ohne Umschweife zur Sache und hält die Spannung konstant aufrecht. Ihm zur Seite stehen ihm äußerst fähige Darsteller. Besonderes Lob verdient sich Michel Piccoli, der mit einer höchst undurchsichtigen Darstellung eines hohen Regierungsbeamten überzeugt. Der Zuschauer und Lino Ventura können sich nie sicher sein, ob sie ihm vertrauen können oder nicht. Gleiches gilt für die Figur, die Bruno Crémer verkörpert. Auch Lino Ventura agiert überzeugend. Kurze Auftritte absolvieren überdies Heinz Bennent und Bernard Fresson. Der vergleichsweise unverbrauchte Schauplatz Zürich wird äußerst gewinnbringend eingesetzt, so z.B. die Polybahn im Showdown des Films. Garniert wird der Agentenfilm mit einem gewohnt hochwertigen Soundtrack von Ennio Morricone.

    Die Blu-Ray von Pidax hat eine sehr gute Bildqualität, verzichtet allerdings mal wieder im Gegensatz zur DVD-Ausgabe aufs Booklet.


    Sehenswerter Agententhriller mit starkem Cast und Morricone-Soundtrack vor der unverbrauchten Kulisse Zürichs. 4,5 von 5 Punkten.

  • Sehr gut! Mir ging es ähnlich und ich war ebenfalls überrrascht, als ich den Film unter den Restposten fand, weil die DVD gefühlt ja wirklich aus der ersten Pidax-Stunde stammt wie die zu den anderen Fuchsberger-Filmen "Hotel der toten Gäste" und "Feuer frei auf Frankie". Die restlichen Restposten sind auch ganz überwiegend (deutlich) jüngeren Datums.

  • Folgender Blacky-Film wurde hier noch nicht besprochen und gehört zu den "Restposten", die bei Pidax aktuell günstig verkauft werden...

    https://www.pidax-film.de/Restposten-zu-...-Sand::273.html


    Heißer Sand (BRD 1970)

    Regie: Günter Gräwert

    Darsteller: Joachim Fuchsberger, Sieghardt Rupp, Andrea Jonasson, Günter Gräwert, Tony Kramreither, Volker Geissler u.a.



    Während Pilot Jeff Barlow auf einer Sahara-Expedition verschollen zu sein scheint, unterhält seine Gattin eine Affäre mit dem Piloten Arthur Durban. Als Barlow unverhofft zurückkehrt, werden die Dinge für alle Beteiligten kompliziert: Denn der Direktor der Gesellschaft, für die Barlow arbeitet, hat bereits Durban als dessen Nachfolger auserkoren. Barlow und Durban, die sich nicht näher kennen, müssen in der Folge zusammenarbeiten, wobei Barlow aufgrund der Zusage für Durban nur noch die „zweite Geige“ spielen darf, was Barlow allenfalls zähneknirschend akzeptiert. Die Beziehung der beiden Piloten wird auf eine noch härtere Probe gestellt, als Barlow über einen Bekannten Hinweise bezüglich der Affäre seiner Frau mit Durban erhält. Kurz darauf begeben sich Barlow und Durban auf eine neuerliche waghalsige Expedition...

    Dieser 1970 für das ZDF produzierte Abenteuerfilm lässt aufgrund der Schauplätze, der Entstehungszeit und Hauptdarsteller Fuchsberger zunächst Erinnerungen an den Straßenfeger „11 Uhr 20“ aufkommen. Die Inszenierung Günter Gräwerts ist sehr hochwertig, auch wenn er nach höchst gelungenem Einstieg im zweiten Drittel das Tempo ein wenig verschleppt. Gerade in den ersten Minuten, wenn er in gemeinsamen Szenen zwischen Sieghardt Rupp und Andrea Jonasson schnelle Szenenwechsel mit z.T. fließenden Dialogübergängen präsentiert, zeigt sich, dass es sich nicht um einen schlicht „heruntergekurbelten“ TV-Film, sondern ein durchaus ambitioniertes Werk handelt. Die Schauwerte des Films sind enorm, sowohl was Aufnahmen in der Wüste als auch solche in den Städten anbelangt. Die Spannung bezieht der Film aus dem Psycho-Duell zwischen Fuchsberger und Rupp. Barlow lädt, nachdem er die Hinweise über die Affäre erhalten hat, zunächst Durban mit zu sich nach Hause, offiziell, um Durban seiner Frau „vorzustellen“. Als die beiden auf der gemeinsamen Expedition in der Wüste abstürzen und das Wasser knapp wird, stellt sich für Barlow die Frage, ob er die letzten Reste mit seinem Widersacher teilen soll oder nicht. Der Zuschauer fragt sich in dieser Phase längst, ob überhaupt einer der beiden wird überleben können. Kollegen suchen die beiden zwar unter Hochdruck, doch der Wasservorrat wird immer knapper. Ob die Rettungsaktion gelingt, soll hier nicht verraten werden. Die in den Hauptrollen erstklassig besetzte und sorgfältig inszenierte Produktion kann man in jedem Fall empfehlen.


    Mit in Anbetracht der Entstehungszeit beträchtlichem Aufwand inszenierter Abenteuerfilm, der mit Publikumsliebling Joachim Fuchsberger, Sieghardt Rupp und der adretten Andrea Jonasson vorzüglich besetzt ist. 4,5 von 5 Punkten.

  • Der Clan der Sizilianer (Le clan des Siciliens, F 1969)

    Regie: Henri Verneuil

    Darsteller: Jean Gabin, Alain Delon, Lino Ventura, Sydney Chaplin u.a.



    Die in krumme Geschäfte verwickelte sizilianische Familie Manalese, die zur Tarnung in Paris eine Firma für Glücksspielautomaten betreibt, verhilft dem Polizistenmörder Sartet während einer Überführungsfahrt zur Flucht. Gemeinsam mit Sartet planen die Manaleses einen großen Coup, während Kommissar Le Goff alle Hebel in Bewegung setzt, um Sartet wieder einzufangen...

    Jean Gabin und Alain Delon oder Jean Gabin und Lino Ventura in einem Film – das gab es häufiger. Aber Jean Gabin, Alain Delon und Lino Ventura in ein und demselben Film – das ist wirklich etwas besonderes. Die Star-Power dieser drei Größen ist es u.a. auch, die diesen Film ausmacht. Die geschickte Kombination von Gangsterfilm und Heist-Movie dürfte jedoch ebenso zum Erfolg beigetragen haben wie der wieder einmal großartige Score von Ennio Morricone. Jean Gabin als mit natürlicher Aura ausgestattetes Oberhaupt der Malanese-Familie, Delon als hitziger und mitunter leichtsinniger Polizistenmörder und Lino Ventura als impulsiver Kommissar Le Goff sind höchst treffend besetzt und werden von Regisseur Henri Verneuil („Lautlos wie die Nacht“, „Angst über der Stadt“) optimal zur Geltung gebracht. In einer Nebenrolle ist zudem Sydney Chaplin unmittelbar nach seinem Auftritt in „Das Gesicht im Dunkeln“ zu sehen. Anders als in vielen anderen Heist-Movies wird der Zuschauer zwar nicht bis ins Detail in die Planung des Verbrechens eingebunden, der Coup selber nimmt jedoch ausreichend Raum ein und ist mit der ein oder anderen spannungssteigernden Verwicklung versehen. Eine weitere, nicht unwichtige Komplikation stellt die Affäre zwischen Sartet und einer der Schwiegertöchter des Malanese-Oberhaupts dar. Der Film gehört zu den großen Klassikern des französischen Kriminalfilms und kann uneingeschränkt empfohlen werden.

    Die Blu-Ray von Fox ist insofern bemerkenswert, als sie für ihr Erscheinungsjahr (2014) ungewöhnlich neu produzierte Extras enthält, insbesondere eine einstündige Dokumentation, in der einige am Film Beteiligte zu Wort kommen. Sehr löblich! Die Bildqualität geht in Ordnung.


    Die Besetzung mit Jean Gabin, Alain Delon und Lino Ventura, die hochwertige Inszenierung von Henri Verneuil sowie der wieder enorm hörenswerte Score von Ennio Morricone machen „Der Clan der Sizilianer“ zu einem wahren Vergnügen. 5 von 5 Punkten.

  • Die Organisation (The Organization, USA 1971)

    Regie: Don Medford

    Darsteller: Sidney Poitier, Barbara McNair, Sheree North u.a.



    Durch einen spektakulären Einbruch in eine scheinbar unbescholte Firma erbeutet eine Gruppe von Dieben eine große Menge an Heroin. Am Tatort findet die Polizei zudem einen Mitarbeiter tot auf. Virgil Tibbs staunt nicht schlecht, als die Diebe sich kurz darauf an ihn wenden und behaupten, mit dem Mord nichts zu tun zu haben. Und das ist nicht alles: Den Diebstahl haben sie nur begangen, weil sie das Vertrauen in die Fähigkeiten der Polizei beim Kampf gegen das Geschäft mit Drogen verloren haben. Sie wollen mit Tibbs heimlich kooperieren, um „die Organisation“, die ein großer Faktor im Drogengeschäft San Franciscos ist, niederzuschlagen...

    Wer „Die Organisation“ einnmal gesehen hat, vergisst den Einstieg so schnell nicht. Mithilfe eines Stabhochsprungs (!) verschafft sich einer der Diebe Zugang zum Gelände der Möbelfirma und bringt so den Stein ins Rollen. Die Prätitelsequenz von „Die Organisation“, dem letzten Film der Reihe um den Polizisten Virgil Tibbs, beginnt also durchaus vielversprechend. Ganz kann der Film im Anschluss das hohe Niveau jedoch nicht halten, weshalb man es im Ergebnis mit dem schwächsten Teil der Trilogie zu tun hat. Die Geschichte um eine Gruppe Revolutionärer, die meinen, die Arbeit der Polizei besser machen zu können als diese selbst, ist ein typisches Dokument der Zeit und im Ansatz durchaus reizvoll. Leider bleibt „Die Organisation“, die in der Folge gemeinsamer Gegner von Tibbs und seinen neuen Partnern wird, ausgesprochen dunkel. Man bekommt eine Reihe von Handlagern und am Ende auch ein paar Verantwortliche zu sehen, wer letztendlich indes die Anführer sind, welcher gesellschaftlicher Schicht sie entstammen und wie mächtig sie tatsächlich sind, bleibt bis zum Ende unklar. Auch der Whodunit wird nicht wirklich befriedigend aufgeklärt, weil schließlich zwei Täter präsentiert werden, die im Film zuvor nicht aufgetaucht waren. Trotz dieser Schwächen bleibt „Die Organisation“ dennoch ein atmosphärischer und kurzweiliger Kriminalfilm, den Sidney Poitier mit seiner Präsenz und seinem Charisma veredelt. Dies ist allerdings auch bitter nötig, weil der Film diesmal ohne nennenswerten Gaststar auskommt. Die Musik stammt zudem erstmals nicht von Quincy Jones, sondern von Gil Melle. Die Regie übernahm der eher unbekannte Don Medford, der hauptsächlich fürs Fernsehen arbeitete.


    Nach starkem Einstieg leidet der letzte Teil der Virgil Tibbs-Trilogie darunter, dass der Zuschauer über die titelgebende „Organisation“ insgesamt sehr wenig erfährt. Die im Ansatz interessante Story vermag daher sein volles Potential nicht zu entfalten. Dennoch handelt es sich nicht zuletzt dank es des einmal mehr überzeugenden Sidney Poitier um einen guten Vertreter des Polizeifilms. 4 von 5 Punkten.

  • ZDF History: Hardy KrügerDatum05.04.2020 14:03
    Thema von Ray im Forum Aktuelle Filme (DVD, K...

    ZDF-History hat auch Hardy Krüger eine Dokumentation gewidmet, die allerdings weitgehend der Ende letzten Jahres auf Arte ausgestrahlten "Hardy Krüger-Story" entspricht. Zu Wort kommen u.a. auch Mario Adorf und Liselotte Pulver.

    https://www.zdf.de/dokumentation/zdf-his...ltstar-100.html

  • Zehn Stunden Zeit für Virgil Tibbs (They Call Me Mister Tibbs!, USA 1970)

    Regie: Gordon Douglas

    Darsteller: Sidney Poitier, Martin Landau, Anthony Zerbe, Barbara McNair u.a.




    Virgil Tibbs hat es mit einem Mord an einer Prostituierten zu tun. In Verdacht gerät schnell auch ein politisch einflussreicher Prediger namens Logan Sharpe. Er war einer von mehreren Männern, welche die Tote am Tag ihres Todes aufgesucht hatten. Für Tibbs hat der Fall insofern eine persönliche Note, als er Sharpe schon seit Jugendtagen kennt und privat mit seiner Frau regelmäßig dessen Predigten aufsucht...

    Wie soll man einen Ausnahmefilm wie „In der Hitze der Nacht“ sinnvoll fortsetzen? Wenn man bedenkt, dass Sequels im Action- und Krimifach oft schlicht eine Erhöhung der Erfolgszutaten bedeuten, hätte man Tibbs konsequent noch mehr Rassisten auf den Hals hetzen müssen. Da der Erstling das Thema erschöpfend behandelt hat, trafen die Verantwortlichen grundsätzlich die richtige Entscheidung, Tibbs in seiner Heimat mit einem vom Thema Rassismus befreiten Fall zu konfrontieren. Merkwürdig ist allerdings, dass Tibbs nun in San Francisco ermittelt, wo es in „Die Hitze der Nacht“ noch hieß, er gehe in Philadelphia seiner Arbeit nach. Auch gab er dort gegenüber der Rod Steiger-Figur an, nicht verheiratet, sondern lediglich in der Vergangenheit einmal verlobt gewesen zu sein. Nun wird er ohne nähere Erklärung zum verheirateten Vater zweier Kinder gemacht. Hintergrund der Änderungen dürfte sein, dass man sich diesmal nicht einer Vorlage John Balls bediente, sondern eine neue Geschichte um Virgil Tibbs erdachte, was freilich noch keine Erklärung dafür ist, warum man diese Änderungen vornahm. Wenngleich das Endprodukt erwartungsgemäß nicht mit dem Vorgänger mithalten kann, ist auch „Zehn Stunden für Virgil Tibbs“ (wieder so ein Beispiel für einen Verweis auf eine zeitliche Dimension im deutschen Verleihtitel, die im Film keine Rolle spielt) ein sehr guter Kriminalfilm seiner Zeit. Während im Original Poitier sich den Film noch mit Rod Steiger teilen und schauspielerisch sogar tendenziell den Kürzeren ziehen musste, ist die Fortsetzung ganz auf seinen Star zugeschnitten. Dies eröffnet die Option, weitere Facetten der Figur zu zeigen. So wird Tibbs nicht nur von seiner Arbeit, sondern auch von seiner Familie ordentlich auf Trab gehalten. Als „Saubermann“ hebt sich Tibbs von anderen Hauptakteuren des Polizeikrimis, die vor und nach dem vorliegenden Beitrag erschienen („Nur noch 72 Stunden“, „Dirty Harry“, „French Connection“), ab. Gerade diese kleineren Einblicke ins Familienleben eines Polizisten dürften sich die Macher der „Lethal Weapon“-Reihe ganz genau angeschaut haben. Die Story ist im Grundsatz nichts, was man nicht auch innerhalb eines TV-Krimis geboten bekommen könnte, allein das Charisma Poitiers grenzt den Film indes bereits von der TV-Ware ab. In der wichtigen Rolle des Predigers Sharpe überzeugt zudem Martin Landau („Der unsichtbare Dritte“). Anstelle von Norman Jewison nahm Gordon Douglas auf dem Regiestuhl Platz, der zuvor drei Kriminalfilme mit Frank Sinatra auf die Leinwand gebracht hatte („Der Detektiv“ sowie die beiden Tony Rome-Filme „Der Schnüffler“ und „Die Lady in Zement“). Er inszeniert flüssig, baut die ein oder andere kleine Verfolgungsjagd ein und punktet mit ungewöhnlichen Einstellungen (z.B. Sicht aus dem Fußbereich eines Wagens über eine Leiche nach draußen zu Virgil Tibbs im Hintergrund). Für die Musik war wiederum Quincy Jones zuständig, der die musikalische Untermalung diesmal dem Ton des Films flotter und dem Zeitgeist entsprechend gestaltet. Insgesamt ist „Zehn Stunden Zeit für Virgil Tibbs“ eine würdige Fortsetzung des Klassikers „In der Hitze der Nacht“.


    Nach dem Abstecher in eine von rassistischen Vorurteilen geprägte Kleinstadt ermittelt Virgil Tibbs in der Fortsetzung in der Großstadt San Francisco. Der Film rückt die Poitier-Figur mehr in den Fokus und kann ihr neue Facetten abgewinnen. Obwohl das Sequel nicht die Qualität des Originals erreicht und eher standardmäßige Kriminalfilm-Unterhaltung bietet, vermag auch „Zehn Stunden Zeit für Virgil Tibbs“ dank eines sehr präsenten Sidney Poitier und flüssiger Regie zu überzeugen. 4,5 von 5 Punkten.

  • Wallace & Blu-rayDatum04.04.2020 13:40
    Foren-Beitrag von Ray im Thema Wallace & Blu-ray

    Ah okay, danke für die Antwort. Daran hatte ich generell auch schon gedacht, inwiefern die Krise kurzfristig angedachte Veröffentlichungen betreffen könnte. Wie ich gerade gesehen habe, sind für Freitag angedachte Veröffentlichungen von Filmjuwelen auch "nicht verfügbar" bei Amazon. Aber da sich bei der Wallace-Blu-Ray-Edition 8 ja in der Tat schon vorher länger nichts getan hatte, könnten es in dem Fall wirklich noch andere Gründe sein.

  • Wallace & Blu-rayDatum04.04.2020 13:06
    Foren-Beitrag von Ray im Thema Wallace & Blu-ray

    Ich wurde schon skeptisch, als immer noch kein Cover zu sehen war, obwohl das Datum immer näher rückte. Aber wenn du mit "auf der Hand liegenden Gründen" mäßige Verkaufszahlen meinst, dürfte das Label das doch nicht erst zwischen der Ankündigung der Veröffentlichung und den letzten Wochen gemerkt haben, oder? Und wenn es daran liegen sollte, dass in den letzten Monaten die übrigen Editionen nicht allzu stark gefragt waren, ist das ja eigentlich auch kein Wunder, wenn lange nichts nachkommt und die Editionen jetzt auch nicht unbedingt verschleudert werden.

    Ich hoffe jedenfalls, dass es doch noch weiter geht, zur Not bei einem andren Label! Wäre schon extrem bitter, wenn man nach mehr als der Hälfte aufhören würde. Da ist schon noch der ein oder andere Titel dabei, den ich gerne in bestmöglicher Qualität in meiner Sammlung hätte.

  • Herz ohne Gnade (1958)Datum04.04.2020 11:10
    Foren-Beitrag von Ray im Thema Herz ohne Gnade (1958)

    Zum Tode Barbara Rüttings...


    Herz ohne Gnade (BRD 1958)

    Regie: Viktor Tourjansky

    Darsteller: Hansjörg Felmy, Barbara Rütting, Werner Hinz, Hans Nielsen, Margarete Haagen, Corny Collins, Günther Pfitzmann, Josef Dahmen, Kai Fischer u.a.



    Der reiche Industrielle Rombach stelt die junge und ledige Anja Wegener als Privatsekretärin im eigenen Haushalt ein. Rombach hat einen Sohn, mit dem er ein schwieriges Verhältnis hat, weil er mit dessen Lebenswandel nicht einverstanden ist. Der junge Rombach macht der Sekretärin Avancen, stößt jedoch auf Ablehnung. Vielmehr sagt sie spontan "ja", als der Senior sie überraschend um die Hand anhält. Noch vor Vollzug der Hochzeit stirbt Rombach Senior. Hat Rombach junior bei dem Tod des Vaters die Finger im Spiel?

    Dieser zum Ende der 1950er-Jahre produzierte Kriminalfilm legt seinen Schwerpunkt eindeutig auf das dramatische Element. Über eine Stunde dauert es, bis es zum Todesfall Rombachs kommt und sich Ermittlungen anschließen, die mit einer überraschenden Auflösung aufwarten. Trotz dieses "Ungleichgewichts" aus Drama und Kriminalfilm macht "Herz ohne Gnade" einen soliden Gesamteindruck. Der lange Vorlauf bietet dem Trio Felmy-Rütting-Hinz genug Zeit, sich zu entfalten. Während man Felmy in einer für ihn eher untypischen, weil sehr ambivalenten Rolle sieht, zeigt sich Hinz wie ein Jahr später als Jean Buddenbrook als Patriarch, wo er übrigens abermals den Vater Hansjörg Felmys mimte. Anders als später in den Wallace-Filmen spielt Barbara Rütting keine auf ihre Persönlichkeit zugeschnittene Figur, sondern eine solche, die auch viele andere ihrer Kolleginnen hätten spielen können. Trotzdem fließt ihre Art natürlich in die Interpretation der Rolle ein, weswegen ihre Figur nicht so eindimensional bleibt, wie sie wahrscheinlich auf dem Papier war. In einer weiteren Rolle agiert Hans Nielsen (mal wieder) in der Rolle des Anwalts, die er gefühlt so häufig bekleidet hat wie Albert Bessler diejenige des Butlers. Josef Dahmen darf schon mal für seinen Part in der "Hafenpolizei" üben, mit Günther Pfitzmann, Corny Collins und Kai Fischer sind drei weitere spätere Wallace-Darsteller in Nebenrollen zu sehen. In inszenatorsicher Hinsicht ist hervorzuheben, dass die Übergänge zwischen den Szenen aus einem bebilderten Buch heraus gezeigt werden. Ein schöner Einfall.

    "Herz ohne Gnade" ist in der (inzwischen eingestellten?) Krimi-Klassiker-Edition von Icestorm erschienen. Das Bild der DVD ist ordentlich.


    Drama überwiegt Krimi in diesem zum Ende der 1950er-Jahre entstandenen Film mit überzeugender Besetzung und überraschender Auflösung. 4 von 5 Punkten.

  • An die Serie hab ich im Zusammenhang mit der Sichtung des Films ebenfalls nochmal gedacht. Ich kenne sie auch noch nicht. So verkehrt kann sie allerdings nicht gewsen sein, denn es wurden immerhin sieben Staffeln produziert. Hat sie hier vielleicht jemand gesehen? Wäre vielleicht auch mal was für Pidax.

    Sicher hätte Poitier den Oscar auch verdient gehabt, aber der Fiesling ist da wie gesagt auch immer ein bisschen im Vorteil, weil er sich noch mehr "auszeichnen" kann. Dass Poitier kurz zuvor schon den Oscar als "Bester Hauptdarsteller" für "Lilien auf de Felde" bekommen hatte, mag aber ebenfalls eine Rolle gespielt haben. An der politischen Brisanz des Thems würde ich das aber in diesem Fall nicht festmachen, immerhin hat der Film trotzdem fünf Oscars bekommen.

    Etwas schade finde ich im Übrigen, dass sich Poitier in den 1970ern und 1980ern ein bisschen rar gemacht hat. Aber mit "Mörderischer Vorsprung" ist ihm dann ja nochmal ein fulminantes Comeback geglückt.

Inhalte des Mitglieds Ray
Ray
Beiträge: 1517
Seite 5 von 50 « Seite 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 50 Seite »
Xobor Einfach ein eigenes Forum erstellen
Datenschutz