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Dieses Thema hat 54 Antworten
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 Film- und Fernsehklassiker national
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Gubanov Online




Beiträge: 15.359

01.05.2011 20:15
TATORT - Die restlichen 700+ Zitat · antworten

In dieses Thema passen alle „Tatort“-Episoden, die nicht schon von detaillierteren Einzelthreads abgedeckt werden. Gesonderte Ermittler-Themen gibt es bereits zu ...



Ich beginne mit zwei Folgen aus der „Klassiker-Box“:

Tatort: Peggy hat Angst
Hauptkommissarin Wiegand ermittelt in Mainz


Episode 148 der TV-Kriminalserie, BRD 1982. Regie: Wolfgang Becker. Drehbuch: Norbert Ehry. Mit: Karin Anselm (Hauptkommissarin Wiegand), Artus Matthiessen (Kriminalassistenz Wilcke), Rolf Jülich (Kriminalassistent Korn). In Gastrollen: Hannelore Elsner, Ute Christensen, Hans-Georg Panczak, Hannelore Schroth, Heinz-Werner Kraehkamp, Anita Kupsch, Roger Fritz, Harry Wüstenhagen, Ulli Kinalzik u.a. Erstsendung: 23. Mai 1983, ARD. Eine Produktion des Südwestfunks.

Erschreckend plastisch wirkt der Einblick in die Gedanken und Handlungen eines Psychopathen mit gestörtem Verhältnis zu Frauen in der Folge „Peggy hat Angst“. In einem Taxi in Mainz beginnt die Geschichte, die schamlos zufriedene Bettseligkeit mit einem beängstigenden Verbrechen kontrastiert. Verantwortlich für den Wirkeffekt: Hans-Georg Panczaks früh, wenngleich nicht von Anfang an für den Zuschauer distanzlos mitverfolgbare Performance eines Frauenmörders, die ekstatische Rockmusik „Why Can the Bodies Fly“ der Gruppe Warning, die der Folge im Wesentlichen ihre Reputation verschaffte, sowie einige technische Spielereien des Regisseurs Wolfgang Becker. Karin Anselm als eine der ersten Kommissarinnen im deutschen Fernsehen spielt eigentlich nur eine Nebenrolle, verleiht dieser aber Glaubwürdigkeit, Wärme und eine Kontrolliertheit, von der heutige Problem- oder Quotenfrauen im „Tatort“ noch viel lernen können.

Großen Fokus legt die Folge auch auf Hannelore Elsner, die eine gewohnt saubere Darstellung als Fotomodell mit leichten Sitten abliefert: Am Telefon hört sie den Mord an ihrer Freundin mit an, weshalb sie später vom Täter verfolgt und verängstigt wird. Leider, dies ist der einzige Kritikpunkt an der ansonsten hochspannenden und bewegenden Episode, wird Peggys Angst der großen Bedeutung des Titels nicht gerecht – am Ende schlägt sie sich sogar auf die Seite des Täters. Was allein ein weiteres Exempel für die manchmal kruden Beziehungen zwischen Männlein und Weiblein darstellt, ist auf vernünftiger Ebene nicht ganz nachvollziehbar.

Starker, emotionaler „Tatort“, in dem jeder von der Haupt- bis zur Nebenrolle (auch Harry Wüstenhagen ist zu sehen) eine hervorragende Leistung abgibt. Wäre das Drehbuch am Ende nicht entglitten, hätte die trotz früherem Produktionsdatum wesentlich moderner als z.B. Bülows Fälle wirkende Folge ein Musterbeispiel exerzieren können. So gibt’s 4,5 von 5 Punkten.

Tatort: rot, ... rot, ... tot
Hauptkommissar Lutz ermittelt in Stuttgart


Episode 83 der TV-Kriminalserie, BRD 1977. Regie: Theo Mezger. Drehbuch: Karl Heinz Willschrei. Mit: Werner Schumacher (Hauptkommissar Lutz), Frank Strecker (Kriminalassistent Wagner). In Gastrollen: Curd Jürgens, Renate Schroeter, Christian Berkel, Robert Freitag, Elke Twiesselmann, Christiane Pauli, Karin Schlemmer, Wolfgang Hepp, Siegmar Schneider, Christiane Timerding u.a. Erstsendung: 1. Januar 1978, ARD. Eine Produktion des Süddeutschen Rundfunks.

Während „Peggy hat Angst“ ihren aktuell 14. Platz in der All-Time-„Tatort“-Rangliste durchaus verdient, so finde ich die 20. Position von „rot, ... rot, ... tot“ ziemlich fragwürdig. Die Folge, über weite Strecken im Stuttgarter Villenviertel Killesberg angesiedelt („Am Killesberg wird nicht geklaut“ – nein, nur gemordet), schildert wenig innovativ eine aus drei, vier altbekannten Kniffen zusammengesetzte Frau-betrügt-Mann-und-Mann-tötet-Frau-Geschichte. Gastdarsteller Curd Jürgens – noch fit, aber zur Unkenntlichkeit gealtert – verdankt die Episode wohl ihren guten Ruf; sein Porträt eines sehnsüchtigen Mannes kann aber nicht retten, was das mittelmäßige Duo Willschrei-Mezger verfuhr. Meine Hoffnung, es gäbe einen Clou, da erst der dritte Mord vor der Kamera gezeigt wird, erfüllte sich ebensowenig wie mein Wunsch nach einem einprägsamen Ermittler: Werner Schumacher bleibt absolut blass, obwohl (oder weil?) „rot, ... rot, ... tot“ schon der achte von 16 Fällen für seinen Kommissar Lutz war. Es ist jedenfalls kein gutes Omen, dass sein Assistent, der breites Schwäbisch schwätzt, wesentlich memorabler ausfällt und schon nach zwei Dritteln der Spielzeit mit der richtigen Lösung aufwartet: „Mein Gott, ich denk’ halt nach“, seufzt er. Jeder, der das gleiche tut, wird sich über die Schwerfälligkeit der polizeilichen Ermittlungen und der Folge im Ganzen ärgern.

Wenig spannende Kammerspielepisode ohne die besonderen raffinierten und charakterlichen Qualitäten, die ein gutes Kammerspiel benötigt. Curd Jürgens und die durchaus schön anzusehende Renate Schroeter vertreiben ein wenig die Zeit. 2,5 von 5 Punkten.

Gubanov Online




Beiträge: 15.359

02.10.2011 20:28
#2 RE: TATORT - Die restlichen 700+ Zitat · antworten

Nur heute gibt es in einer Aktion drei Tatort-Einzel-DVDs für zusammen 10 Euro bei Amazon. Auch die Sammelboxen wurden auf 14,97 Euro preisgesenkt.

Jack_the_Ripper Offline




Beiträge: 380

19.12.2011 17:19
#3 RE: TATORT - Die restlichen 700+ Zitat · antworten

So ein Tag ... (Folge 133, 7. Februar 1982)

Frankfurt an einem Samstag im Frühsommer. Großeinsatz für die Polizeibeamten der Stadt, besonders für jene, die für das Bahnhofsviertel zuständig sind – die Eintracht spielt gegen Kaiserslautern, eine lokale Kiezgröße plant einen Pelzraub, Nutten, Zuhälter, Drogenhändler und "ganz normale Kundschaft“ geben sich im Revier die Klinke in die Hand. Im Mittelpunkt des sich in diesen Nachmittagsstunden unausweichlich auf seinen bitteren, blutigen Höhepunkt zubewegenden Dramas steht Polizeihauptmeister Werner Rolfs, vom stoischen Klaus Löwitsch verkörpert. Ein Mann, der das Herz auf dem rechten Fleck hat, dem „sein“ Revier alles bedeutet, der einen schier unmöglichen Kampf gegen die alltägliche Kriminalität führt, hinter dessen beherrschter Fassade starke Gefühle brodeln. Obwohl man gleich zu Beginn von einer emotionslosen Offstimme erfährt, dass Rolfs an diesem Samstag sterben wird, gelingt Jürgen Roland, dessen Arbeiten für den „Tatort“ meist für eine spezielle Qualität bürgen, eine Folge von hoher Spannung mit vielen intensiven Szenen, die einen nicht unberührt lassen. Kritisieren könnte man eine gewisse Überladenheit an Ereignissen und Typen, die sich alle an diesem Nachmittag komprimieren, an einem kleinen Zuviel an Zufällen und Querverbindungen – der Glaubwürdigkeit zuträglicher wäre es gewesen, wenn man auf manches Detail, manche Figur verzichtet hätte, zumal auch darstellerisch manche Kleinigkeiten holpern, das eine oder andere etwas zu bemüht routiniert, zu „geschauspielert“ und dadurch unbeholfen und gestellt wirkt.

In einem Jürgen-Roland-Krimi darf natürlich Günter Ungeheuer nicht fehlen, diesmal als Frankfurter Gangsterboss (mit dem Reineckerschen Namen Sobeck) und schärfster Gegenspieler Rolfs’, smart, eiskalt, gefährlich, jeder Situation gewachsen, (zu Recht) überzeugt davon, dass ihm nichts und niemand etwas anhaben kann. Als sein Handlanger der zynisch-brutale Werner Pochath, Diana Körner vermag den Zwiespalt in ihrer Beziehung zu einem Polizisten, der eigentlich mit seinem Beruf verheiratet ist, glaubhaft machen, gerät unschuldig zwischen die Fronten.

Jack_the_Ripper Offline




Beiträge: 380

23.12.2011 10:04
#4 RE: TATORT - Die restlichen 700+ Zitat · antworten

Mord ist kein Geschäft (Folge 144, 9. Jänner 1983)

Der Mord an einem jungen Mann, der erschlagen in seinem Wohnmobil gefunden wird, führt Kommissar Lutz und seinen Assistenten Wagner zu Schutzgelderpressern, die im heimelig-gemütlichen Stuttgart ihr Unwesen treiben. So recht fesselt dieser Tatort nicht, dazu hat Felix Hubys Geschichte zu wenig Ecken und Kanten, spult sich zu unspektakulär und harmonisch ab, vermag einzig durch die Frage nach dem Wer und Warum eine gewisse Spannung zu erzeugen. Fast 100 Minuten muss man durchhalten, bis man des Rätsels Lösung – die, da es an Verdächtigen und Motiven nicht unbedingt mangelt, einen gewissen Überraschungseffekt innehat – erfährt, eindeutig zu lang, Lutz-Stammregisseur Theo Mezger hätte gut daran getan, die Folge um zehn oder fünfzehn Minuten zu straffen. Mezger ist ein routinierter Handwerker, dessen Arbeit immer abhängig ist von der Qualität des Drehbuchs - was bei "Mord ist kein Geschäft" nur zu einer durchschnittlichen Episode führt. Die mehrmals erwähnten „Schwäbischen Spezialitäten“ schmecken diesmal mehr wie ein fader Eintopf. Assistent Wagner – der köstliche Frank Strecker – darf sich persönlich und gefühlsmäßig engagieren, die attraktive, undurchsichtige Despina Pajanou scheint ein falsches Spiel zu spielen, seine Kontaktaufnahmen zu ihr entwickeln sich passend zur der im Schutzgeldmilieu angesiedelten Handlung gern bei der Einnahme von Speis und Trank. Peter Ehrlich passt sich in seiner großväterlichen Ungefährlichkeit als Stuttgarter Unterweltler der Beschaulichkeit des Schauplatzes an, darf einige schöne Szenen mit Werner Schumacher bestreiten, Irina Wanka und Peter Lakenmacher überzeugen wenig, Hartmut Reck kann aus seiner vielschichtigen Rolle noch das beste herausholen. Für spaßigen schwäbischen Lokalkolorit sorgt diesmal neben Frank Strecker die schnippische Sekretärin im Kommissariat.

Jack_the_Ripper Offline




Beiträge: 380

26.12.2011 11:28
#5 RE: TATORT - Die restlichen 700+ Zitat · antworten

Stuttgarter Blüten (Folge 28, 1. April 1973)

Wie schon der Titel ahnen lässt, stehen in dieser Folge die Aktivitäten von Geldfälschern im Mittelpunkt, denen die Polizei durch den Verkehrsunfall eines Bandenmitglieds auf die Spur kommt. Wolfgang Menges Drehbuch ist einfallsreich und vielschichtig, der Autor kreiert eine abwechslungsreiche Verbrecherhatz, die bei aller spannender kriminalistischer Turbulenz nicht nur an der Oberfläche bleibt. Sowohl die eingebundene Figur des alten, spitzbübischen Fälschertalents, vom schwäbischen Original Willy Reichert mit einer lebensechten Mischung aus Alltäglichkeit, vorgetäuschter Unwissenheit und charmantem Gaunertum verkörpert, als auch der doppelbödige Schlusstwist um den Ort, an dem das Falschgeld gedruckt wird, verleihen der Story eine zusätzliche Nachhaltigkeit. Theo Mezgers flotte Regie, die mit vielen wechselnden Schauplätzen und einer lebendigen, wendigen Kamera den Schauplatz Stuttgart in den frühen 70ern erstehen lässt, trägt zusätzlich zum guten Eindruck bei.

Der bezüglich Einsatzort und Einsatzgebiet flexibel agierende Kommissar Lutz darf hier zwar schon in seinem späteren Stammrevier Stuttgart ermitteln, tritt aber noch als Experte für Falschgeldkriminalität auf, an seiner Seite bereits Frank Strecker, der auch noch nicht seinen Stammplatz innerhalb der Reihe gefunden hatte: war er in der vorhergehenden Folge noch in einem Gastauftritt dabei, spielt er hier zwar den Assistenten, heißt aber noch nicht Wagner. Werner Schumachers Kommissar Lutz wirkt auf den ersten Blick wie ein klassischer landläufiger Beamter, etwas stur und farblos, erst bei näherer Betrachtung offenbart sich eine durchaus ambivalente Figur mit Reibungsflächen, die zwar oft schroff, unfreundlich, spröde wirkt, im gleichen Moment aber einen subtilen Witz, großes Verständnis und eine zähe Bissigkeit an den Tag legt. Mit Frank Strecker (der später auch als talentierter Krimiregisseur auffiel und leider früh verstarb) wurde ihm dabei ein passendes Gegenstück an die Seite gestellt, der mit schwäbischer Mundart, manchmal etwas unbeholfen, aber immer engagiert und mit einer eigenen Meinung auftritt. Streckers Vater Max, ein weiteres schwäbisches Original, muss diesmal als Lutz’ Vorgesetzter die üblichen Klischees solcher Krimifiguren erfüllen, wichtigtuerisch, von sich eingenommen, mit aufdringlicher Einmischung, abkanzelnd. Ich konnte mich – trotz allem darin enthaltenen humoristischen Wert - mit diesen Chefs des deutschen Fernsehkrimis nie wirklich anfreunden, lassen sie doch ihre Untergebenen – in der Regel immerhin Haupt- und Identifikationsfigur der jeweiligen Reihe – meist wie unfähige Lehrlinge und Praktikanten dastehen. Das weitere Personal der Folge – u.a. Manfred Seipold und Rainer Basedow – agiert routiniert, am ehesten verdient Claudia Amms Erwähnung, ebenso wie Gustl Bayrhammers Auftritt als Gastkommissar.

Jack_the_Ripper Offline




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28.12.2011 21:05
#6 RE: TATORT - Die restlichen 700+ Zitat · antworten

Rubecks Traum (Folge 153, 8. Jänner 1984)

Der hessische Tatort war nach dem Abgang Klaus Höhnes und bevor der amüsante Karl-Heinz Hassel mit trockener Gelassenheit die Ermittlungen übernahm eine Art Experimentierfeld, bot in diesen Jahren unterschiedliche Geschichten und Schauplätze, bei denen die Kommissare, falls vorhanden, meist nur blasse Randfiguren blieben. In dieser Folge hat Hans Werner Bussinger die undankbare und wenig Herausforderung bietende Aufgabe übernommen, tritt erst nach rund der Hälfte der Laufzeit in Erscheinung und bleibt ganz und gar austauschbar. Hauptfigur in Heinz Schirks (auch Regie) raffinierter Story ist der Bankdirektor eines romantischen hessischen Städtchens, von Manfred Boehm mit Glaubwürdigkeit und zunächst ruhiger Entschlossenheit verkörpert. Die Eintönigkeit des Lebens an der Seite einer ungeliebten Frau in einem muffigen Reihenhäuschen, mit den Schwiegereltern im ersten Stock (die Frau bettlägerig, der Mann mit unterdrücktem Groll gegen den Schwiegersohn – der unverwüstliche Nebenrollenstar Heini Göbel überrascht mit einer kantigen Darstellung) und in einem langweiligen Beruf gefangen, das Gefühl, etwas versäumt zu haben, hat ihn in die Arme eines jungen Mädchens getrieben, mit dem er Glück und Jugend zurückholen möchte. Um sich den nicht ganz ausgereiften Traum finanzieren zu können, hat er Geld vom Konto zweier älterer Schwestern abgezweigt und auf einem Schweizer Nummernkonto gelagert. Doch eines Tages taucht ein Erpresser auf … Fazit: eine solide, kurzweilige Kriminalgeschichte wird mit gut gespielten, in ihrer Kleinbürgerlichkeit erstickend realistisch präsentierten Alltags-, Kleinstadt- und Familienszenen gemischt und sorgt damit für bodenständige Serienunterhaltung - auch in der sommerlich-kuscheligen Provinz und hinter den Fenstern der Fachwerkhäuschen toben unterdrückte Leidenschaften und kriminelle Energien. Dass manches in seiner unerbittlich auf die finale Tragödie zustrebenden Konsequenz etwas konstruiert wirkt, übersieht man dabei gern, Witta Pohl treibt als enttäuschte und verletzte Frau das Geschehen schließlich mehr oder weniger unbeabsichtigt in eine fatale Richtung, kann sich mit dem Ausgang des Dramas aber vermutlich am besten arrangieren.

Jack_the_Ripper Offline




Beiträge: 380

06.01.2012 22:11
#7 RE: TATORT - Die restlichen 700+ Zitat · antworten

Sein letzter Wille (Folge 203, 4. April 1988)

Horst Michael Neutzes Kommissar Schreitle (über den Vornamen existieren wie bei so manchem Tatort-Kommissar unterschiedliche Angaben) scheint in seiner eigenbrötlerischen Art und was Sturheit und Dickköpfigkeit betrifft, seinem Vorgänger am Stuttgarter Schauplatz, Kommissar Lutz in nichts nachzustehen. Neben einem größeren Auftritt in Lutz’ letztem Fall brachte er es auf insgesamt drei Einsätze, dieser mittlere führt ihn in eine fiktive schwäbische Kleinstadt, in der er in ein Wespennest aus Korruption, Günstlingswirtschaft, brutalen Erpressermethoden und dörflichem Klüngel sticht. Er steht – zunächst skeptisch und unwillig - einem Ladenbesitzer bei, der sich immer stärkeren Repressionen und Bedrohungen ausgesetzt sieht, weil er sich weigert, sein Innenstadtgeschäft an eine Baufirma zu verkaufen … Der einzelgängerische Kommissar, der in dieser Folge wie eine Art einsamer und zum Teil ohne Befugnisse agierender Rächer auftritt, unbeirrbar, hartnäckig und zielstrebig, erscheint als der richtige Mann, um der hässlichen und letztendlich sogar zu einem Todesfall führenden Geschichte auf den Grund zu gehen. Er lässt sich zusammenschlagen und beinah erschießen, trotzt weiblichen Reizen und anderen Versuchungen und Drohungen, bleibt wie ein zäher Bluthund auf der Fährte.

Während mich die Kommissar-Figur in Neutzes leiser, trockener Darstellung sehr überzeugt, spult sich die Geschichte zäh und klischeehaft ab, endet offen und unbefriedigend, erinnert damit fatal an manche späte Lutz-Folgen. Auch hier hat man den Eindruck, der Fall ließe sich in einer 45- oder 60-Minuten-Serie erschöpfend abhandeln, zu viel Leerlauf schleicht sich ein, zu sehr schwelgt Hartmut Griesmayr in kleinstädtischen Bildern, zu wenig Spannung und schärfende Tiefe findet sich im Buch von Felix Huby und Hartmund Grund. Dazu werden besonders auf Seiten der „Bösewichter“ zu viele fast kitschige Abziehbilder bedient, von Darstellern wie Dieter Kirchlechner, Dirk Galuba und Peter von Strombeck noch dazu bis zum Äußersten ausgereizt, irgendwie beschleicht einem das Gefühl, man hat alles schon mal viel besser und eindringlicher gesehen. Gisela Zülch und Christine Wodetzky haben besonders im Zusammenspiel mit Neutze ihre stärksten Szenen, was gleichzeitig auch fast die stärksten der ganzen Folge sind, bedingt gehört dazu auch der Auftritt von Günther Mack als getriezten Händler. Dass er einmal etwas unpassend und uncharmant als „alter Mann“ tituliert wird, zeigt jedoch zugleich, wie oberflächlich und ungenau die Figuren dieser Folge gezeichnet wurden - die wahren Beweggründe für seine Weigerung, für sein ganzes Handeln, blieben mir schleierhaft und ungelöst, hätten jedoch wie bei keinem zweiten Protagonisten Stoff für eine interessante psychologische Studie abgegeben.

Jack_the_Ripper Offline




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11.01.2012 22:29
#8 RE: TATORT - Die restlichen 700+ Zitat · antworten

Pension Tosca oder Die Sterne lügen nicht (Folge 195, 12. Juli 1987)

Michael Kehlmann (Buch + Regie) präsentiert mit diesem bayerischen Tatort ein unterhaltsames, auf angenehme Weise altmodisches Kriminalstück, das bei der Erstausstrahlung vor bald 25 Jahren schon etwas anachronistisch gewirkt haben dürfte. Zu diesem Eindruck tragen die fast wie aus einer anderen Epoche stammenden Schauplätze – hauptsächlich die titelgebende Pension mit ihren langen Gängen, schweren Teppichen, hinter Vorhängen verborgenen Fenstern und wuchernden Topfpflanzen, z.T. auch das ordnerüberladene Polizeibüro – gleichermaßen bei wie die Protagonisten, ihre Darstellung und Rollenanlage. Auch die auf zwei Ebenen verlaufende und in der Pension ihren Schnittpunkt findende Handlung verströmt ein etwas antiquiertes Flair, das einen mehr an ein Schwarzweißspiel der 60er-Jahre denn einen 80er-Jahre-Tatort denken lässt. Durch diese Machart mutet auch das Geschehen rund um alte Nazis und neue Gefolgsleute, die in der biergeschwängerten Atmosphäre eines Kellers und hinter der Tarnung eines letztklassigen Fußballvereins ihr braunes Gedankengut verbreiten, etwas naiv und reißbrettartig gezeichnet an, während das Schicksal einer eleganten Physikerin (Dagmar Mettler), die zur Spionage für die DDR gezwungen wird und bei ihrem letzten Auftrag die Gefolgschaft verweigert, starke Assoziationen zu „Die Fünfte Kolonne“ weckt. Ungewöhnlich wirkt auf den ersten Blick die Besetzung Hans Brenners als ermittelnder Kommissar, war er im deutschen Fernsehkrimi doch sonst abonniert auf zwielichtige Typen, variierten seine Auftritte höchstens zwischen den Bereichen skrupelloser Verbrecher, williger Gehilfe und Gauner mit dem Herz am rechten Fleck (die Ermittlerrolle in einem ebenfalls 1987 entstandenen "Derrick" ist dabei keine wirkliche Ausnahme). Als einmalig im Einsatz befindlicher Tatort-Kommissar schlägt er sich ziemlich wacker, transportiert Verständnis, Empörung, Engagement gleichermaßen glaubwürdig, auch im Wechselspiel mit seinen Assistenten, dem abgeklärten, unaufgeregten Gustl Weishappel und dem frisch-fröhlichen Michael Lerchenberg, unbeschwert von brauner Vergangenheit und deutsch-deutschem Alltag. Manche Handlungskonstrukte mögen vereinfacht wirken, aber eine gelungene Mischung aus inszenatorischer und schauspielerischer Güte sorgt für zwei abwechslungsreiche Stunden – da musste ich mich durch manche 60- und 90-Minüter mehr quälen. Darstellerisch herausragend Pensionsinhaber Joachim Wichmann, der als Zubrot die Sterne deutet und seinen scharfen Blick hinter Entrücktheit und Zerstreutheit versteckt, in seiner letzten Rolle (?) Konrad Georg, dessen Tarnung als alter Nazi aufzufliegen droht und der eine ebenso reale Bedrohung darstellt wie der charismatische Ostagent Götz von Langenheim, Grete Heger bringt als singende, mütterliche Pensionswirtin einen fast monarchistischen Hauch des alten Europa in die Handlung.

Jack_the_Ripper Offline




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19.01.2012 16:33
#9 RE: TATORT - Die restlichen 700+ Zitat · antworten

Acht, neun – aus! (Folge 166, 10. Februar 1985)

Nach „So ein Tag …“ führt uns Jürgen Roland noch einmal an den Tatort Frankfurt und in dortige Polizei- und Unterweltskreise, fast befällt einen beim Schauen ein Dejavu-Gefühl, meint man, eine nachgereichte Vorgeschichte, eine Ergänzung zur 1982-Folge zu erleben. Diesmal verzichtet Roland auf eine zu konstruierte Handlung, auf zu viel Personal und Einzelschicksale, bietet eine ausgewogene Mischung aus Spannung, Lokalkolorit und Dramatik, gleitet nur ab und zu in eine für den Regisseur typische Theatralik ab. Vier Männer stehen im Mittelpunkt der wie eine griechische Tragödie unweigerlich auf ihren blutigen Höhepunkt zusteuernden Geschichte: ein gescheiterter Boxer (Micha Lampert), gefangen in einem Sumpf aus Sucht und Gewalt, in gewisser Weise Spielball zwischen Gangstern und Polizei; ein desillusionierter Polizist, müde und ausgelaugt von dreißig Jahren sinnlosen Kampfes gegen das Verbrechen, auf dem Sprung in eine andere Stadt, zu Frau und ruhigem Job (Klaus Löwitsch bleibt diesmal konturloser als in der Vorgängerfolge, wirkt routinierter, was nicht nur an der Resignation der von ihm verkörperten Figur liegt); ein junger Polizist, ein Frischling, der unerwartet, übertragen und im eigentlichen Sinn des Wortes, ins Schussfeld gerät und zwischen Wut, Verzweiflung und Unsicherheit schwankt (Pierre Franckh, mit seiner Grimassenschneiderei auch diesmal eher nervtötend für mich, sodass mir wirkliche Anteilnahme an seinem Schicksal nicht gelang, zumindest bis auf die äußerst intensive Schlussszene); schließlich ein Boxmanager, der in legalen und illegalen Geschäften seine Finger hat (der großartige Klaus Höhne in der Günter Ungeheuer-Rolle, seine wenigen Auftritte sind ein Lehrbeispiel an zurückgenommener, intensiver Schauspielkunst, die tief beeindruckt). Im Personal der klassischen Tragödie darf eine starke Frauenfigur nicht fehlen, die undurchsichtige Ingmar Zeisberg beweist, dass hinter dem mütterlichen, fast sprichwörtlich goldenen Herzen einer Gastwirtin durchtriebene Kälte und Gefährlichkeit lauern können – die Männer sind nur Schachfiguren in ihrem gefährlichen Spiel. Karl Heinz Hess begegnet uns in der fast unerwähnenswerten Rolle eines Supermarktleiters.

Gubanov Online




Beiträge: 15.359

12.12.2012 01:00
#10 RE: TATORT - Die restlichen 700+ Zitat · antworten

Tatort: Tod im U-Bahnschacht
Hauptkommissar Schmidt ermittelt in Berlin


Episode 57 der TV-Kriminalserie, BRD 1975. Regie: Wolf Gremm. Drehbuch: Peter Stripp. Mit: Martin Hirthe (Hauptkommissar Schmidt), Manfred Günther (Kriminalassistent Wagner), Andreas Mannkopff (Kriminalassistent Wolf). In Gastrollen: Erdal Merdan, Meral Orhonsay, Reinhard Kolldehoff, Tuncl Kurtiz, Senih Orkan, Aras Ören, Dorothea Moritz, Günter Meisner, Friedrich G. Beckhaus, Klaus Münster u.a. Erstsendung: 9. November 1975, ARD. Eine Produktion des Senders Freies Berlin.

Zitat von Tatort (57): Tod im U-Bahnschacht
Ein türkischer Schwarzarbeiter gerät beim Bau der U-Bahnstrecke unter der Wilmersdorfer Straße versehentlich unter die Räder einer Planierraupe und stirbt eines qualvollen Todes. Weil er keine Arbeitsgenehmigung hatte, lässt man seine Leiche verschwinden – und plant dasselbe mit dem einzigen Zeugen, einem Landsmann, der nun sowohl gegen die mächtigen Interessen der Bauherren und ihrer Freunde als auch gegen die Behörden ankämpfen muss ...


Hohn, Spott und Verachtung schütten „Tatort“-Fans über dieser ehemaligen Giftschrank-Folge des SFB aus, die nach der Erstsendung 1975 für entrüstete Reaktionen sorgte und erst 1992 wieder das Licht der Bildschirme erblickte. Vom Prädikat „schlechteste Folge der 1970er Jahre“ ist manchmal die Rede und von abgeschmackter Effekthascherei noch viel häufiger. Was sind die Kritikpunkte? Für stillos hält man die Eröffnungsszene, in der Regisseur Wolf Gremm sich nicht davor scheut, die Kamera beim bitteren Ende des Arbeiters lange und beinah genüsslich auf dessen Todesschmerzen draufzuhalten. Für einseitig die Schilderung der Ausländerproblematik – und für abstoßend das Ende, in dem die großen Fische unversehrt davonschwimmen, während der für seine Vorstellung von Gerechtigkeit streitende Arkan in mehrfacher Hinsicht endgültige Niederlagen einstecken muss.

Auch mir sind diese Punkte nicht verborgen geblieben, gleichwohl echauffiere ich mich nicht über die Machart von „Tod im U-Bahnschacht“, wie etwa zeitgenössische Zuschauer seinerzeit ihre Feedback-Pflicht erfüllten: „Als Polizeipräsident von Berlin würde ich Klage gegen den SFB erheben“, schreibt zum Beispiel Karl B. aus S. – weitere erzürnte Stimmen findet man bei Zauberspiegel-Online.de. Vom heutigen Standpunkt fällt es leichter, „Tod im U-Bahnschacht“ als das zu akzeptieren, was es ist: eine manchmal etwas unbeholfene, dafür aber umso wegweisendere Erstbegegnung der heute so eng miteinander verknüpften Traditionen „Tatort“ und Migrationsaufarbeitung, die sich, um künstlerische Distanz zwischen Realität und Fiktion zu bewahren, reichlich eines bitterbösen Zynismus bediente. In vielen Szenen tritt unterschwellig eine Art Humor zu Tage, die so schwarz ist, dass sie den Geschmack der meisten „Tatort“-Freunde verfehlt haben dürfte. Lässt man sich aber unvoreingenommen auf dies ein, so erhält man eine actionreiche, wenig zimperliche Episode, die ihre gesamte Laufzeit ohne Längen überbrückt und in einem spannenden und gleichzeitig ernüchternden Finale gipfelt.

Martin Hirthe hält sich als Ermittler stark zurück, weil Erdal Merdan als Arkan die eindeutig größte Rolle zugesprochen bekam. Obschon er in klarer Absicht von Selbstjustiz handelt, motiviert das Skript seine Handlung doch so geschickt, dass man ihn bald als eine Art Held akzeptiert, was vielen gesellschaftlichen Normen zuwider geht, aber gleichzeitig die allgemeinen Erschütterungen über das Ende der Folge erklärt und das Experiment „Tod im U-Bahnschacht“ gelingen lässt. Neben Merdan ist dafür auch Urgestein Reinhard Kolldehoff verantwortlich, der wieder einmal so grandios aufspielt, dass man sich keine bessere Besetzung für den abstoßenden Überschurken (noch dazu mit Namen Kaiser) hätte wünschen können.

Für U-Bahnfreunde ist die Folge nebenbei ein wahrer Genuss, darf man doch Blicke auf die Baustelle der 1978 eröffneten Strecke der heutigen U7 vom Fehrbelliner zum Richard-Wagner-Platz durch das Zentrum von Charlottenburg sowie außerdem auf die damals nagelneue Station Rathaus Steglitz und die schon seit den Anfangsjahren der Berliner Hochbahn in Betrieb befindliche, über dem Landwehrkanal thronende Anlage am Halleschen Tor werfen. Gemeinsam mit der charakteristischen Musik und den eindrücklichen Darstellerleistungen sprechen diese Argumente in meinen Augen eine deutliche Sprache – für einen massiv unterbewerteten, aber irgendwie natürlich wirklich obskuren „Tatort“.

Inhaltlich kann ich nichts Verwerfliches an „Tod im U-Bahnschacht“ feststellen – das, was sich als Übel am Ende der Folge herauskristallisiert, wird so deutlich verurteilt, dass eine Wertung des Gesehenen nur in die Denkrichtung Toleranz und Hinterfragung von Schwarzarbeit und Ausbeutung erfolgen kann. Und da hat man doch nichts falsch gemacht. Schwer zu bepunkten. Ich entschließe mich für die vollen 5 von 5 Punkten, in denen aber auch ein Verständnis für (gänzlich) konträre Sichtweisen mitschwingt. Mich würden weitere Meinungen in diesem Fall besonders interessieren.

Jack_the_Ripper Offline




Beiträge: 380

15.12.2012 22:03
#11 RE: TATORT - Die restlichen 700+ Zitat · antworten

Abendstern (Folge 68, 7. November 1976)

Herbert Lichtenfelds raffinierte Geschichte enthält eine gut ausgewogene Mischung aus Ehedrama und verwickeltem, etwas zu konstruiertem Kriminalrätsel und entfaltet in Wolfgang Beckers punktgenauer, atmosphärischer und sehr einfühlsamer Regie erst seine besondere Wirkung. Die von Eifersucht vergiftete, im Prinzip gescheiterte Ehe eines kinderlosen Paares in mittleren Jahren bildet den Dreh- und Angelpunkt der Handlung, die Frau besitzt ein kleines Geschäft, engagiert sich kirchlich, der Mann, Beamter, flüchtet aus der Kälte und Lieblosigkeit des kleinen Reihenhauses in die Arme einer jungen Kellnerin. Als er verdächtigt wird, an deren und dem Tod eines Mannes schuldig zu sein, sieht seine Frau die Zeit gekommen, um auf perfide, fast krankhafte Weise Rache zu nehmen. Elfriede Irralls sehr zurückgenommene Darstellung charakterisiert eine enttäuschte, verletzt Frau, die sich in einen verhängnisvollen Wahn flüchtet, dabei gleichzeitig kaltblütig und überlegt agiert. Regisseur Günter Gräwert meistert seine Hauptrolle des – fast – unschuldig in einen bösen Albtraum gestolperten Mannes in der Midlife-Crisis ebenfalls beeindruckend, an ihm scheint ein talentierter Darsteller verloren gegangen zu sein.

Auch die anderen Verbindungen, die dieser Fall streift, machen wenig Lust auf Hochzeit und trautes Glück zu zweit: die des Wirtes und seiner gleichgültig-frustrierten Gemahlin (Harry Kalenberg und „Rehbeinchen“ Helma Seitz), die nur am Rande gestreifte Ehe des Opfers, deren Ehemann (der junge Christian Kohlund) zu den ersten Verdächtigen gehört, schließlich die Beziehung Kommissar Haferkamps zu seiner geschiedenen Frau, zu der es ihn – gerade in emotional belastenden Phasen – immer wieder zieht (Karin Eickelbaum verströmt auch in dieser Folge eine ungeheuer selbständige, attraktive Eleganz), letztendlich, wenn man so will, das Verhältnis zwischen Haferkamp und seinem Assistenten Kreutzer, dem vergnüglichen Willy Semmelrogge, das für amüsante Einschübe sorgt und Merkmale einer langjährigen, in Routine erstarrten Ehe aufweist. An Hansjörg Felmys Darstellung gibt es für mich nichts auszusetzen, seine Verpflichtung als Kommissarsdarsteller ein großes Glück für die Tatort-Serie, die ihm einige unvergessliche Folgen zu verdanken hat. Er ist mitfühlend und verständnisvoll, schnoddrig und erfolgsorientiert, vergisst nie, dass er es mit Menschen, mit Gefühlen und Schicksalen zu tun hat. Ein überflüssiger, ärgerlicher Protagonist übrigens auch in dieser Episode Haferkamps präpotenter, mürrischer Vorgesetzter Scheffner, da zaubern mir nicht mal Haferkamps ironische Frechheiten ihm gegenüber ein Lächeln auf die Lippen.

Prisma Online




Beiträge: 7.529

30.12.2012 13:11
#12 TATORT - Die restlichen 700+ Zitat · antworten



TATORT - WODKA BITTER-LEMON (FOLGE 50)

mit Hansjörg Felmy, Karin Eickelbaum, Willy Semmelrogge und Gustl Bayrhammer als Kriminaloberinspektor Veigl
Gäste: Claudia Amm, Heinz Bennent, Sky du Mont, Sabine von Maydell, Katharina Seyferth und Margot Trooger sowie Lil Dagover



Eines Abends nimmt der Fabrikant Martin Koenen ein junges Mädchen, welches gerade aus einer Diskothek kommt, auf einen Drink mit zu sich nach Hause. Es stellt sich heraus, dass sie eine Auszubildende in seinem Betrieb ist. Koenen nimmt diese Nachricht unter Schock auf, da er an seine Reputation denken muss, und lässt das Mädchen für einige Minuten alleine, um klare Gedanken fassen zu können. Als er zurückkommt und sie hinausbitten möchte, ist sie tot. Er verliert die Nerven und alarmiert nicht die Polizei, er schafft die Tote weg und platziert sie auf einer Parkbank. Die Untersuchungen von Kommissar Haferkamp ergeben schließlich, dass die Tote durch Gift getötet wurde, und die Spur führt zunächst in den Betrieb und unmittelbar danach in die Koenen-Villa. Dort sieht sich Haferkamp mit einer eigenartigen Familien-Dynastie konfrontiert, bei der sich insbesondere die Schwester des mittlerweile mordverdächtigen Martin Koenen, als schwierige Kontrahentin bei den Ermittlungen herausstellt. Auch seine Frau Petra hinterlässt einen merkwürdig abgeklärten Eindruck, doch ist das Motiv tatsächlich Eifersucht? Das erscheint Kommissar Haferkamp zu einfach zu sein, und schließlich führt ihn sein Weg bis in die besseren Kreise von Sylt, wo seine eigene, geschiedene Frau Ingrid entscheidende Hinweise in diesem Mordfall sammeln kann...

Diese 1975 unter der Regie von Franz Peter Wirth entstandene fünfzigste Folge gilt als stiller Klassiker der Tatort-Reihe. Wo die Besetzung ohnehin für sich selbst spricht, hat man es darüber hinaus mit einem sehr raffinierten Kriminalfall zu tun, bei dem vor allem das mühsame Aufschlüsseln sehr interessant dargestellt wurde. Einen besonderen Charme bekommt "Wodka Bitter-Lemon" durch die interessanten Schauplätze, wie beispielsweise die Koenen-Villa, die Firma oder die Anlaufstellen für die bessere Gesellschaft, aber vor allem das letzte Drittel auf Sylt wird zum großen Genuss. Wieder einmal gibt es ein Crossover und man sieht in einer Kurzen Sequenz den Münchner Kollegen Veigl, der Auskünfte bei der Überprüfung eines Alibis erteilt. Die kluge Inszenierung lässt trotz einer ruhigen Herangehensweise keine Längen oder Leerlauf aufkommen, und für das Gelingen ist insgesamt und über weite Strecken Hansjörg Felmy mit verantwortlich. Auch ich sehe es als großes Glück an, dass man mit ihm einen sehr prägnanten Tatort-Kommissar zur Verfügung hatte, dessen Strategie stets transparent für den Zuschauer vermittelt wird, und dessen Kraft in der Ruhe liegt. Er hört zu und filtert wichtige Informationen intuitiv aus Gesprächen heraus, er zieht seine Schlüsse mit glasklarem Verstand und gesundem Verständnis, und dabei ist er kein Freund irgendwelcher fragwürdigen Tricks, er wirkt souverän und fair. Die Privatperson Haferkamp wird im Zusammensein mit Karin Eickelbaum, seiner geschiedenen Frau, die spontan und sympathisch wirkt, sehr gut gezeichnet, und insgesamt wirken Geschichte und Personen sehr ausgewogen und greifbar. Die erweiterte Besetzung ist hier eine wahre Pracht!

Wo soll man da bloß anfangen und wer hinterlässt den bemerkenswertesten Eindruck? Es ist Vorweg zu nehmen, dass die Riege der Darsteller auf höchstem Niveau funktioniert. Ganz ausgezeichnet wirkt Claudia Amm als Petra Koenen, die jüngere Ehefrau des Mordverdächtigen. Sie, die sich zur Tatzeit in München befand, kommt zurück in ein Haus, in welchem sie seit jeher nur als Fremdkörper angesehen wird. Sie erträgt diesen fast klaustrophobischen Zustand seit geraumer Zeit, und quittiert dies mit einer offensiven Unempfindlichkeit gegenüber allen Rahmenbedingungen. Claudia Amm wirkt besonders in den Gesprächen mit Hansjörg Felmy sehr kühl und distanziert, und lässt dabei auch Raum für nachdenkliche Tendenzen, sie wirkt geheimnisvoll. Oftmals betont sie, dass sie mit ihren Aufgaben und Pflichten vertraut sei, daher funktioniert sie auch wie es von ihr verlangt wird. Ihre Schwägerin Adele wird von der großartigen Margot Trooger dargestellt, die man hier in ihrer vorletzten Rolle sieht. Als Haferkamp anmerkt, ob man in gewissen Angelegenheiten nicht zuerst Frau Koenen fragen solle, erwidert sie in bissiger Selbstverständlichkeit »Ich bin Frau Koenen!«. Sie hält innerhalb der Familie alle Fäden in der Hand, und sie richtet alles so aus, dass Dinge nach ihren Wünschen geschehen. Ihren Bruder Martin hält sie, obwohl er das Unternehmen leitet, für schwach, und sie selbst würde es anscheinend gerne selbst übernehmen, was sich allerdings für eine Frau von Format nicht schickt. So operiert sie aus dem Hinterhalt und torpediert die Ehe ihres Bruders, der sich nicht durchzusetzen vermag. Als Mutter Koenen sieht man die damals fast 90-jährige Lil Dagover in einer ihrer obligatorischsten Rollen. Die dem Anschein nach bereits etwas senile alte Dame zelebriert allerdings noch das, was sie vermutlich ihr ganzes Leben getan hat. Sie legt größten Wert auf Etikette und kolportiert Oberflächlichkeiten, verabscheut daher direkte Worte. Wie immer gestikuliert Lil Dagover mit nahezu hoheitsvollen Bewegungen, an ihrer Interpretation sieht man allerdings auch, dass es wohl schon eine größere Anstrengung dargestellt haben muss.

Bei den Herren fällt insbesondere Heinz Bennent sehr positiv auf. Warum nahm er gerade in dieser Nacht ein unbekanntes Mädchen mit zu sich nach Hause? Das fragt sich auch Kommissar Haferkamp, und von Martin Koenen bekommt er darauf eine Antwort, die zum Nachdenken verleitet. Dieses Mädchen habe ihn nämlich daran erinnert, wie seine eigene Frau früher einmal gewesen sei. Die Rahmenbedingungen in der Familie höhlen jeden Beteiligten langsam aus, und mit ihm hat das schwächste Glied in dieser Kette nun einen fatalen Fehler begangen. Doch wo liegt das Motiv? Heinz Bennent zeichnet diese Figur mit Bravour, er wirkt unterjocht, zerbrechlich, aber vor allem resigniert. Das klassische Pendant zu ihm stellt Sky du Mont dar. Ein Lebemann, ein Playboy der rücksichtslosesten Art, der betuchte Frauen lediglich als temporär-gewinnbringende Werkzeuge ansieht. In Besetzungsfragen ist dieser "Tatort" definitiv eine der überzeugendsten Episoden, die ich bislang gesehen habe. Davon mal abgesehen ist "Wodka Bitter-Lemon" insgesamt als sehr gut aufgebaut, dabei gekonnt und logisch verschachtelt, und ziemlich aufwendig inszeniert zu bezeichnen. Das Katz-und-Maus-Spiel nimmt dabei ganz klassische Formen an und versucht sich nicht durch unnötige Effekte interessant zu machen. Ein Puzzle-Spiel der perfideren Sorte, das in Verbindung mit einem sehr bitteren und fatalen Denkfehler zu einem grandiosen Finale führt. Da ich ja nicht so der ganz große "Tatort"-Fan bin, fühle ich mich nach dieser hervorragenden Folge so, als dass ich zumindest einer werden könnte!

Percy Lister Online



Beiträge: 3.508

31.03.2013 13:15
#13 RE: TATORT - Die restlichen 700+ Zitat · antworten

BEWERTET: "Wodka Bitter Lemon" (aus der Reihe: "Tatort") (Erstausstrahlung am 13. April 1975)
mit: Hansjörg Felmy, Claudia Amm, Heinz Bennent, Margot Trooger, Lil Dagover, Sabine von Maydell, Willy Semmelrogge, Karin Eickelbaum, Sky Dumont, Katharina Seyferth, Klaus Grünberg, Gustl Bayrhammer u.a. | Drehbuch: Henry Kolarz | Regie: Franz Peter Wirth

Auf dem Nachhauseweg nimmt der Fabrikant Martin Koenen eine Anhalterin mit. Wie sich herausstellt, handelt es sich um das 16-jährige Lehrmädchen Irene Lersch, die in seinem Werk beschäftigt ist. Um einen klaren Gedanken fassen zu können, bietet ihr Herr Koenen einen Drink an und verlässt das Zimmer. Als er es nach zehn Minuten wieder betritt, liegt Irene tot vor dem Kamin. In Panik bringt der Mann die Leiche in einen Park, wo sie tags darauf gefunden wird. Das Obduktionsergebnis lautet: Vergiftung durch Zyankali. Da Irene heimlich eine Jadefigur vom Kaminsims entwendet hatte, kommt Kommissar Haferkamp mithilfe einer Zeugin bald auf die Spur des Fabrikanten. Es stellt sich allerdings die Frage, ob nicht Koenen selbst das Ziel des Mordanschlags sein sollte und wer von seinem Tod profitieren würde ...



Unterschiedliche Lebenswelten treffen in der prominent besetzten Geschichte aufeinander. Die ungezwungene Sorglosigkeit einer Sabine von Maydell, die sich im Arbeitszimmer ihres Vorgesetzten durch Musik, Tanz und Alkohol einen persönlichen Freiraum schafft; die den äußeren Schein wahrende Claudia Amm, die als Ehefrau des Firmendirektors familienpolitisch machtlos ist, aber gesellschaftlich in die Pflicht genommen wird; die souveräne Margot Trooger, die eigentliche Dame des Hauses, deren Ehrgeiz, das Familienunternehmen zu leiten, den Biss zeigt, den ihr Bruder manchmal vermissen lässt und zuletzt Lil Dagover, die wie keine Andere dafür prädestiniert ist, Manieren und Anschauungen einer vergangenen Zeit zu repräsentieren, spannt sich der Bogen ihrer Karriere doch vom exemplarischen Stummfilm "Das Kabinett des Dr. Caligari" bis hin zur Dürrenmatt-Charakterrolle in "Der Richter und sein Henker". Das vielgelobte "Seidenlächeln" blitzt im "Tatort" selten auf und wenn sie die Polizei auf die wertvollen Möbelstücke hinweist, wirkt sie ebenso entrückt wie als Gräfin Moron in der Edgar-Wallace-Verfilmung von 1961.

Hansjörg Felmy ermittelt als Haferkamp "unauffälliger, sachlich und gänzlich ohne Playboy-Allüren. [...] Seine wichtigste Bezugsperson war Ex-Frau Ingrid (Karin Eickelbaum). Die lebenskluge Fotografin beriet ihn, wenn er zweifelte, sorgte für sein Seelenheil, wenn er verzweifelte. Diese Komponente machte den ernsten Haferkamp menschlich und erzeugte eine Anmutung von privatem Hintergrund, zu dem auch die Liebe zu seinen alten Shellack-Jazzplatten gehörte." (Der deutsche Fernsehkrimi, Verlag J.B. Metzler, Seite 190) Haferkamps ruhige, angenehme Art kommt ihm in den Verhören zugute, die er gern an neutralen Orten führt und damit eine entspannte Gesprächsatmosphäre schafft. Seine Ermittlungsergebnisse fußen auf abwägenden Überlegungen; im Fall von Petra Koenen glaubt man gar eine gewisse Sympathie entdecken zu können. Ebenso zeigt er auch Ablehnung - hier, wenn es um die Künstlerclique auf dem mondänen Sylt geht, die von Sky Dumont routiniert angeführt wird.

Heinz Bennent spielt mit dem ihm eigenen Unverständnis für seine Umwelt; stets fühlt er sich betrogen, belogen oder in seinen Absichten behindert. Sein ratloses Gesicht kommt ihm in der Rolle des Außenseiters, der er meist ist, zugute. Die Frauen meiden ihn, die Männer verachten ihn. So gelingt es ihm, seinen Figuren die Tiefe zu verleihen, die Abgründe hinter der Fassade sichtbar macht.

Das Modell "Tatort" liegt in meiner Gunst insgesamt hinter den Einstunden-Episoden der ZDF-Konkurrenz zurück. Die lange Laufzeit sorgt für einen Durchhänger im Mittelteil und fördert das Nachlassen des Interesses. Von der starken Ausgangssituation entfernt sich die Folge nicht nur geografisch (wobei die Sylt-Aufnahmen aus der Vogelperspektive nicht nur Haferkamp eine willkommene Frischluftzufuhr bieten), sondern auch personell. Die Wahl der Schauplätze kann allgemein als sehr gelungen bezeichnet werden, wobei das Familienanwesen, das Schloss als Treffpunkt der Reiter und der Bahnhof Westerland / Sylt besonders eindrucksvoll sind. Die gehobene Atmosphäre des klassischen Familiendramas hätte nur einiger Kürzungen bedurft, um ihr zu einer wirklich ausgezeichneten Folge zu verhelfen.

Gubanov Online




Beiträge: 15.359

08.01.2014 15:00
#14 RE: TATORT - Die restlichen 700+ Zitat · antworten

Tatort: Die Fette Hoppe
Hauptkommissare Lessing und Dorn ermitteln in Weimar


Episode 891 der TV-Kriminalserie, BRD 2013. Regie: Franziska Meletzky. Drehbuch: Murmel Clausen, Andreas Pflüger. Mit: Christian Ulmen (Hauptkommissar Lessing), Nora Tschirner (Hauptkommissarin Dorn), Thorsten Merten (Kriminalkommissar Stich). In Gastrollen: Wolfgang Maria Bauer, Dominique Horwitz, Klara Deutschmann, Stephan Grossmann, Palina Rojinski, Ramona Kunze-Libnow, Elke Wieditz, Ute Wieckhorst, Jan Baake u.a. Erstsendung: 26. Dezember 2013, ARD. Eine Produktion des Mitteldeutschen Rundfunks.

Zitat von Tatort (891): Die Fette Hoppe
Die Fleischereibesitzerin Brigitte Hoppe wurde entführt. In ihrem Auto findet man große Mengen Blut und ein Fleischerbeil. Der Entführer meldet sich trotzdem bei Hoppe junior. 45’000 Euro Lösegeld will er haben. Dabei ist Frau Hoppe längst tot, wie die DNA-Untersuchung ergibt. Ist mit ihr die berühmte Thüringer Wurstkreation, die „Fette Hoppe“, ausgestorben, deren Geheimrezeptur nur die Tote kannte?


Dass bei dem als One-Out geplanten „Tatort“-Ausflug nach Weimar kein bierernster Klassik-Krimi herauskommen würde, war bei der Besetzung der Ermittlerrollen mit den Komikern Christian Ulmen und Nora Tschirner von Anfang an klar. Allerdings befürchtete ich, dass das genaue Gegenextrem – eine gewollte Parodie auf die langlebige Fernsehreihe – dabei entstünde, obwohl ich den Humor der beiden Darsteller für durchaus überdurchschnittlich im deutschen Fernsehgeschäft halte und ihn jederzeit der flachen „Comedy“, wie sie leider aus der Richtung der Wallace-Aficionados Welke, Kalkofe, Pastewka und Co. kommt, vorziehe. Letztlich kann „Die Fette Hoppe“ aber als Musterbeispiel dafür gelten, wie sich außergewöhnlichen Humor mit passabler „Tatort“-Stimmung ergänzen kann.

Als Schauplatz wählte der MDR das serienmäßig bisher unerschlossene Weimar aus (womit im Übrigen neben Erfurt gleich zwei Thüringer „Tatorte“ produziert werden, während Sachsen-Anhalt bisher noch nie zu Sonntagabendehren in der Traditionsserie kam). Die wunderschöne Stadt – für „Tatort“-Verhältnisse klein und idyllisch – greift Motive auf, die man aus anderen Folgen der Reihe bereits kennt: jeder kennt jeden; ein Ermittler mit Außen-, einer mit Innensicht; Einbeziehen lokaler Identitäten etc. – Und dennoch kommt „Die Fette Hoppe“ jung und unverbraucht daher, was im Wesentlichen ihren Hauptdarstellern und deren ungewöhnlicher, aber damit besonders identifikationsstiftender Herangehensweise an Polizistenrollen zu verdanken ist.

„Die Fette Hoppe“ ist nicht nur aus sich selbst heraus eine spannend und geradlinig (d.h. ohne unnötigen Schmonz) erzählte Geschichte, sondern besticht auch durch Bezüge auf Filmklassiker. Am auffälligsten gestalten sich wohl die Parallelen zu Alfred Hitchcocks „Immer Ärger mit Harry“, nach dessen Vorbild die Leiche Brigitte Hoppes in der zweiten Episodenhälfte kreuz und quer durch Weimar gefahren und getragen wird. Weiterhin ist es vielleicht meiner überspannten Wallace-Fantasie zuzuschreiben, aber ich glaube nicht an den Zufall, dass die Leiche den Vornamen Brigitte Grothums und den Nachnamen Marianne Hoppes, die im Übrigen in Weimar auf die Handelsschule ging, trägt.

Ungewöhnlich gestaltet sich auch die Struktur des Whodunit-Rätsels. Glaubt man zunächst, die Lösung des Verbrechens schon sehr zeitig gefunden zu haben, so zaubert das Drehbuch doch immer noch eine weitere Überraschung aus dem Hut, versucht sich erfolgreich im Aneinanderreihen von Spannungssequenzen, die sich teilweise als ganz harmlos herausstellen, und nutzt die Verbindung Weimars mit dem Wirken Friedrich Schillers in der Verfolgungsjagd am Ende auf eine beinahe geniale Art und Weise.

Erfrischend junger und amüsanter „Tatort“, der Wortwitz und Situationskomik mit einem Verbrechen kombiniert, das ohne den humoristischen Einschlag beinahe gewagt hart ausgefallen wäre, so aber glänzend verdaut werden kann. Ich freue mich auf weitere Folgen aus Weimar. 5 von 5 Punkten.

Peter Offline




Beiträge: 2.817

08.01.2014 15:18
#15 RE: TATORT - Die restlichen 700+ Zitat · antworten

Geradezu weimar-klassisch auf den Punkt gebracht, @Gubanov! "Die Fette Hoppe" hat auch mich alten Schiller-Freund begeistert (5 von 5 Punkten) und mit großer Vorfreude auf kommende Weimar-Fälle erfüllt ...

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