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 Film- und Fernsehklassiker national
Ray Offline



Beiträge: 1.936

30.11.2021 22:41
Zwischen gestern und morgen (1947) Zitat · Antworten

Zwischen gestern und morgen (D 1947)

Regie: Harald Braun

Darsteller: Viktor de Kowa, Winnie Markus, Viktor Staal, Willy Birgel, Otto Wernicke, Hildegard Knef, Erich Ponto u.a.



Michael Rott kehrt kurz nach Ende des Zweiten Weltkriegs aus der Schweiz nach Deutschland zurück. Die alten Weggefährten empfangen ihn jedoch nicht gerade mit offenen Armen. Denn Rott wird verdächtigt, 1938 vor seiner Flucht aus Deutschland in einem Hotel einen Schmuckdiebstahl zu Lasten einer Jüdin begangen zu haben. Diese hatte ihm den Schmuck anvertraut, damit er ihn ihrem in Geldnot befindlichen Ehemann übergibt. Kurz nach der Übergabe an Rott stürzte sich die Frau, von Parteifunktionären verfolgt, in den Tod und Rott verschwand in die Schweiz...

"Zwischen gestern und morgen" war einer der ersten in der amerikanischen Besatzungszone hergestellten Filme. Allein deshalb ist das von Harald Braun inszenierte Werk ein interessantes Zeitdokument. Gleich in den ersten Minuten sieht man den noch vergleichweise "jugendlich" aussehenden Viktor de Kowa durch verbombte Straßenzüge in München laufen. In mehreren Rückblenden erfährt der Zuschauer, warum der Maler Rott 1938 Hals über Kopf Deutschland verlassen musste und wie es seinen Weggefährten - u.a. seiner Freundin Anette - inzwischen erging. Nach und nach tritt neben den dramatischen Plot ein kleiner "Krimi-Plot" rund um den Verdacht des Schmuckdiebstahls in Zusammenhang mit einem tragischen Selbstmord einer jüdischen Frau. Bei der Art und Weise, wie das Ganze dann aufgelöst wird, spielt der Faktor Zufall freilch eine große Rolle und das "Happy End" mag vielleicht heute etwas aufgesetzt wirken, geschah aber sicher auch in dem Bestreben, im Rahmen einer der ersten Nachkriegsfilmproduktionen in der amerikanischen Besatzungszone ein wenig Hoffnung beim Publikum zu verbreiten. Im Übrigen findet eine kritische Auseinandersetzung mit der jüngeren Vergangenheit durchaus statt. Hervorzuheben sind neben de Kowa vor allem Otto Wernicke als regimetreuer Ministerialdirktor sowie "Schnauz" Erich Ponto als völlig desillusionierter Professor, der vor seinem alten Freund Rott verbittert die Dissertationsschriften seiner Doktoranden nacheinander auf den Tisch knallt und dabei erklärt, wo und wie diese im Zweiten Weltkrieg zu Tode gekommen sind. Insgesamt ein reizvoller Trümmerfilm, weil er nicht nur als Zeitdokument, sondern auch als reizvoller Genre-Mix funktioniert.

Der Film ist bei Filmjuwelen auf DVD erschienen. Das Bild ist gut.


Sehenswerter Beitrag zum Trümmerfilm, der über den Faktor "Zeitdokument" hinaus auch als reizvolle Mischung aus Kriminalfilm und Drama über weite Strecken gut funktioniert. 4 von 5 Punkten.

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