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  • Foren-Beitrag von Jan im Thema

    Zitat von Ray im Beitrag #1

    Nur auf Blu-Ray (die alte Universum-DVD ist noch erhältlich) ist der an "Charade" orientierte Stanley Donen-Krimi "Arabeske" mit Gregory Peck und Sophia Loren erschienen, ebenfalls zum Startpreis von 9.99€. Diese hab ich mir noch nicht zugelegt, wird aber sicher bald geschehen.

    "Charade" kann ich allein der Optik wegen sehr empfehlen. Soweit mir in Erinnerung, war der kameratechnisch ein absoluter Augenschmaus. Vergleichbar in etwa mit dem Harry-Palmer-Streifen "Ipcress".

    Gruß
    Jan

  • Edgar Wallace AusstrahlungenDatum10.10.2017 18:03
    Foren-Beitrag von Jan im Thema

    Das mit den frühen Erinnerungen ist in der Tat so eine Sache. Ich zum Beispiel war mir jahrelang völlig darüber im "Klaren", dass der farbige Peitschenmönch mit auf einem Schrottplatz ballspielenden Kindern beginnen würde. Erst Jahre später, als ich alle Filme beisammen hatte, fiel mir auf, dass das der Bucklige ist. Nebenbei: Ich meine mich bis heute zu erinnern, dass Sat.1 in einer TV-Ausstrahlung eine Version des Buckligen sendete, die in der Tat vor (!) den Credits mit den spielenden Kindern begann und dann die Credits auf die aus dem Auto gesunkene Frauenleiche geschnitten hatte. Die leicht bekleidete Bardame aus dem CCC-Hof wäre demnach in dieser Version nicht mehr drinnen gewesen. Mag natürlich durchaus in die Kategorie Irrtum (siehe Peitschenmönch) fallen.

    Gruß
    Jan

  • Edgar Wallace AusstrahlungenDatum07.10.2017 11:23
    Foren-Beitrag von Jan im Thema

    Mmh, wenn Du 27 Jahre alt bist und noch deutliche Erinnerungen hast, scheiden die großen SAT.1-Ausstrahlungen zu Beginn der 1990er Jahre ja eher aus. Da liefen nahezu alle Filme jeden Samstagabend um 20.15 Uhr (wie auch Jerry Cotton oder Simmel). Zum Ende der 1990er Jahre dann hat Kabel 1 die Filme ins Programm aufgenommen. Der Bucklige ist z.B. am Donnerstag, den 04.06.1998 um 20.15 Uhr gelaufen. Der längstzurückliegende Sonntag, den ich auf wunschliste.de finden kann, ist der 16.07.2000, 16.20 Uhr.

    Gruß
    Jan

  • Ungelöste RätselDatum06.10.2017 22:52
    Foren-Beitrag von Jan im Thema

    Zitat von Ray im Beitrag #74
    Die Passage habe ich zufällig recht aufmerksam gelesen, weil mich das auch interessierte. Die Rolle war tatsächlich - soweit ich das richtig überblickt habe - im Drehbuch genauso klein.

    Ich kenne Vohrers Original-Exemplar und konnte sehr ausführlich darin blättern. Interessant wäre da ein Vergleich. Hatte das Exemplar in Düsseldorf auch Seiten, die vollständig überklebt waren? Das war meiner Erinnerung nach vor allem im letzten Drittel der Fall. Da wurde heftig umgeschrieben. Zudem waren ganze Abschnitte völlig gestrichen - gefühlt bestimmt 20 Minuten Spielzeit. Daran, dass der Anwalt indes der eigentliche Drahtzieher war, kann ich mich nicht mehr erinnern. Möglich, dass ich das aber auch überlesen habe.

    Gruß
    Jan

  • Thema von Jan im Forum Off-Topic

    Es ist völlig an mir vobei gegangen, dass - offenbar vor rund vier Wochen - das Gebäude der Berliner Synchron (Wenzel Lüdecke) in der Mühlenstraße in Berlin-Lankwitz abgerissen worden ist. Ich war dort vor ca. anderthalb Jahren einmal drin und war begeistert vom morbiden Charme und dem Wind der 1950er und 1960er Jahre, der dort noch in jeder Ecke zu wehen schien. Bereits die verwaiste Pförtnerloge (ja, so etwas gab es früher!) wies darauf hin, dass in diesem nach dem Zweiten Weltkrieg von der auch längst vergessenen Mosaik-Kopierfilmanstalt betriebenen Gebäudekomplex nicht viel modernisiert wurde. Eine geschwungene, gewaltige Steintreppe mit eloxiertem Treppengeländer führte direkt hinter dem Eingang vor einer imposanten Wand aus Glasbausteinen nach oben zu den Synchronstudios, die, verborgen hinter schweren, schalldichten Türen ohne Klinken, im oberen Stockwerk lagen. Beim Betreten dieser Treppe konnte ich mir sicher sein, dass all die Stars der Wirtschaftswunderzeit, die früher in diesem Gebäude ein- und ausgegangen waren, am gleichen Handlauf diese Treppe nach oben gestiegen waren, auf der auch ich in die erste Etage ging. Die Flure zu beiden Seiten des Haupteinganges, belegt mit typischem Linoleum jener Jahre, waren fast beänstigend düster, mufften typisch nach besagtem Linoleum, führten kerzengerade zu einer aufwändig verputzten Mauer nach Sixties-Machart. Wahrscheinlich wurde das Gebäude zum Ende der 1950er Jahre einmal modernisiert, danach, abgesehen von den Synchronstudios selbst, mit Sicherheit nicht mehr. Für einen Freund alter Gemäuer wie mich war es ein regelrechtes Eldorado; entsprechend erschüttert bin ich nun, dass so ein Bau einfach dem Erdboden gleich gemacht wird, um - was sonst? - der x-ten modernen Mietskaserne Platz zu machen.

    Ab dem Beginn der 1950er Jahre mieteten sich neben der Berliner Synchron von Wenzel Lüdecke ebenso die Ultra Film Synchron von Josef Wolf und Alfred Vohrer dort ein wie die Rondo Film Synchronisation von Werner Peters. Beide Firmen hatten auf der gegenüber liegenden Seite jeweils eigene Büroräume in einem Häuserkomplex, der heute (hoffentlich) noch steht und aus Wohnungen besteht.

    Wer sich einen kurzen Bericht der Berliner Abendschau zum Abriss ansehen möchte, findet diesen hier:
    http://mediathek.rbb-online.de/tv/Abends...mentId=45487910


    Gruß
    Jan

  • Rangliste aller Bond-DarstellerDatum17.09.2017 22:01
    Foren-Beitrag von Jan im Thema

    Dankenswerterweise habe ich in den letzten Wochen auch einige Bond-Streifen gesehen. Es ist für mich überaus schwer, anhand der je Schauspieler durchaus schwankenden Qualität der Filme hier eine dauerhaft beständige Wertungsreihenfolge zu erstellen. Ein Timothy Dalton ist mir in jedem seiner Filme allemal lieber, als ein Sean Connery in "Diamentenfieber". Dennoch würde ich Dalton in der Gesamtschau hinter Connery einordnen. Dennoch will ich mich auch einmal versuchen:

    Platz 1: Roger Moore
    Ohne Wenn und Aber und in Kenntnis einiger weniger auch schwächerer Streifen steht Moore mit dem unwiderstehlichen britischen Charme ganz oben. Mit zunehmender Erfahrung ab seinem zweiten Einsatz balancierte kein zweiter Bond-Darsteller so souverän zwischen hart und smart.

    Platz 2: Sean Connery
    Sicherlich auch eine Idealbesetzung und ein unstrittiger Glücksgriff. Im Gegensatz zu Moore wirkt sein Charme bisweilen leicht blasiert, wenngleich nur selten snobistisch.

    Platz 2: George Lazenby
    Sein extrem starker Single-Auftritt verhilft Lazenby zu einer mit Connery identischen Platzierung. Ohnehin sind die Unterschiede zwischen den beiden fast marginal. Dass Lazenby durchaus noch etwas ironischer und verletztlicher als Connery agieren durfte, verdankt er dem erstklassigen Buch seinens einmaligen Einsatzes.

    Platz 4: Daniel Craig
    Die Neuinterpretation der Rolle rettete die Serie. Der Typus Bond, den Craig vertritt, scheint mir deutlich näher an der Flemming-Vorlage als bei den drei Vorplatzierten. Craig ist schon optisch ein harter Charakter, bietet weniger Wohlfühl-Ambiente als der smarte Roger Moore und weniger Aristokratie als Connery, liefert allerdings bislang überaus souveräne Auftritte.

    Platz 5: Timothy Dalton
    Der Mann mit dem Roy-Black-Charme. Ohne Frage ein ernstzunehmender Darsteller, für Bond aber nur bedingt geeignet. Nicht ihm anzulasten ist die Entstehungszeit seiner beiden Filme - Auswirkungen auf eine eher zurückhaltende, wenig leichtfüßige Verkörperung des Superspions blieben indes dennoch nicht aus.

    Platz 6: Pierce Brosnan
    Der ewige Prügelknabe: den einen zu soft, den anderen zu aalglatt, noch wieder anderen zu unglaubwürdig. Sicher stimmt all dies fallweise mal mehr und mal weniger. Nicht alle seine Auftritte jedoch gingen vollständig in die Hose. Einen großen Anteil daran, dass Brosnan hier die rote Laterne davonträgt, dürfte zudem auch in bisweilen extrem miesen Büchern zu suchen sein.

    Gruß
    Jan

  • Foren-Beitrag von Jan im Thema

    Mit diesen vier Gewinnern kann ich trotz ihrer Verschiedenartigkeit - oder gerade deswegen - hervorragend leben! Mit Argentos "Handschuhen" findet sich ein übergeordnetes Meisterwerk, die beiden Mabuses sind unstrittig erstklassige Kriminalfilme und die LWW-Spinne ist auch für mich eine der deutlichsten Epigonen überhaupt. Vielleicht im Feld nicht der beste Film, sicher aber der eindeutigste Nachahmer und ein gut gemachter Streifen. Insofern ein überaus gelungenes Vierer-Treppchen!

    Vielen Dank an Gubanov für das Organisieren und Auswerten!

    Gruß
    Jan

  • Foren-Beitrag von Jan im Thema

    Zitat von Gubanov im Beitrag #235

    Zitat von Jan im Beitrag #233
    Beide Filme, die ich von ihrer Handlung bis heute nicht wirklich auseinander halten kann, hätten ohne Probleme auch 1956 entsanden sein können.

    Hätte, hätte, Fahrradkette. Sind sie aber nicht. Der erste ist direkt mit dem einsetzenden Wallace-Erfolg entstanden. Das zu ignorieren oder zum Zufall zu erklären, finde ich ein bisschen naiv.


    Das ist sicherlich kein Zufall und es darf gemutmaßt werden, dass das Revival des deutschen Kriminalfilms seit 1959 positiv auf die Realisierung der beiden Produktionen gewirkt hat. Gleichlautende Mutmaßung empfiehlt sich aber ebenso im Hinblick auf "Eheinstitut Aurora", einem Dramolett mit bedrohter Schönheit und draufgängerischem Hauptdarsteller, dem man einen Krimiplot angeheftet hat. Insofern ist das Entstehungsjahr vielleicht ein Indiz, aber sicher noch keine Garantie, es mit einer reinrassigen Epigone zu tun zu bekommen.

    Zitat von Gubanov im Beitrag #235

    Allgemein scheint hier eine verbreitete Binsenweisheit zu gelten, dass, wo Rühmann draufsteht, nicht Epigone drin sein kann.

    Das würde ich nicht einmal als Binsenweisheit bezeichnen. Mir fällt ehrlicherweise kein einziger Rühmann-Film ein, den ich in allernächste Nähe zu Wallace & Co. setzen könnte, wenngleich ich im Falle Pater Brown nicht bestreite, dass die neu auflebende Krimiwelle einen Einfluss gehabt haben mag. Die Parallelen in der Machart sind jedoch kaum gegeben und insofern fällt der Epigonen-Faktor entsprechend geringer aus als beispielsweise bei der LWW-Spinne oder dem BEW-Würger. Unstrittig gehören beide Filme allerdings viel mehr hier in die (entferntere) Nähe zu Wallace als es Alibi oder Mörderspiel je könnten.

    Gruß
    Jan

  • Foren-Beitrag von Jan im Thema

    Zitat von Gubanov im Beitrag #227

    Die Pater-Brown-Filme werden hier traditionell unverständlich schwach im Epigonenstatus eingeschätzt, obwohl sie als Gilbert-Keith-Chesterton-Reihe eigentlich die gleiche Anerkennung als Wallace-Verwandte verdient hätten wie die Bryan-Edgar- oder Louis-Weinert-Wilton-Reihen.

    Der Meinung bin ich nicht! Ich kenne die beiden Rühmann-Filme schon lange, habe aber noch nie (auch nicht bei näherer) Betrachtung einen überdeutlichen Wallace-Bezug wahrgenommen. Richtig ist, dass der Handlungsort natürlich dem der Wallace-Filme entspricht. Darüber hinaus jedoch weicht die Machart doch stark von Wallace / BEW / LWW ab. Beide Filme, die ich von ihrer Handlung bis heute nicht wirklich auseinander halten kann, hätten ohne Probleme auch 1956 entsanden sein können. Da findet sich kaum etwas vom grell-plakativen Inszenierungsstil eines Alfred Vohrer oder eines Harald Reinl. Man stelle sich vor, der Bankier Conelly ("Das schwarze Schaf") wäre nicht bei der Fernsehübertragung eines Fußballspiels (!) ermodet worden, sondern wie Eva Pflug weiland im "Frosch" von einem abartig maskierten Verbrecher mit der Maschinenpistole zerfetzt worden oder noch besser: man hätte versucht, ihn in einem Waschkessel zu ersäufen. Unvortstellbar, das hätte das Rühmann-Publikum ganz bestimmt nicht toleriert. Sicher sind die abartigen Mordmethoden nicht in allen Wallace-Filmen enthalten und man könnte nun einen Film wie "Das Rätsel der roten Orchidee" anführen und hier allerlei Parallelen ziehen. Indes ist der Orchideen-Film nach meinem Dafürhalten ein Außenseiter und nicht stilprägend für die Wallace-Reihe. Insofern vergleiche ich da eher mit dem Frosch, den Augen oder dem Gasthaus, die rings um die Pater-Brown-Filme entstanden.

    Was mich aber noch viel deutlicher davon abhält, die beiden Rühmann-Browns als echte Epigonen wahrzunehmen, ist das Genre. Abgesehen vom angesprochenen Orchideen-Film und vielleicht noch vom "grünen Bogenschützen" sind die Wallace-, BEW- und LWW-Filme im Großen und Ganzen reinrassige Kriminalfilme mit - mal mehr, mal weniger - humoristischen Einlagen oder Anleihen im Grusel- oder Gangster-Genre. Die beiden Pater-Brown-Filme nehme ich eher als verschmitzte Rühmann-Komödien mit kriminalstischen Tendenzen wahr. Sicher gibt es einen bzw. auch mehrere Kriminalfälle in den Brown-Filmen, die aber im Wesentlichen dafür herhalten, den putzigen Heinz Rühmann in den Mittelpunkt des Geschehens zu setzen.

    Insofern haben die beiden Brown-Filme bestimmt eine höhere Epigonenwertung verdient als "Ein Alibi zerbricht", "Mörderspiel" oder "Unter Ausschluss der Öffentlichkeit". Die drei haben aber mal so gar nichts mit Wallace zu tun, insofern macht das in meinen Augen aus Rühmanns Krimi-Kalauern noch keinen echten Stilverwandten.

    Gruß
    Jan

  • Foren-Beitrag von Jan im Thema

    Oh ja, da kann man schon erstaunt sein. Dass der Henker - mutmaßlicherweise (auch) nicht zuletzt durch Deine Wertung - hier abgestraft wird, damit war zu rechnen. In meinen Augen glasklar ein Film für das Podium.

    Was aber mit dem "Würger" passiert ist, wissen wohl nur die Wertungs-Götter... Mithin ein Film, dem ich jetzt mehr zugetraut hätte.


    Gruß
    Jan

  • Edgar-Wallace-SchauplätzeDatum13.09.2017 19:57
    Foren-Beitrag von Jan im Thema

    Zitat von Gubanov im Beitrag #242
    Warum sollte man 1965 auch auf Konservenaufnahmen von Anfang 1963 zurückgreifen, wenn der letzte Wallace-Film vor "Neues vom Hexer" reichlich Gelegenheiten für London-Archivaufnahmen bot?

    Jupp, das kommt noch hinzu!

    Gruß
    Jan

  • Bewertet: "Der Zinker" (1963, 12)Datum13.09.2017 19:48
    Foren-Beitrag von Jan im Thema

    Möglicherweise Sebastian Fischer. Das ist aber nur eine grobe Vermutung; der Satz "Ja, Nancy, das hast Du fein gemacht!" gibt nicht wirklich viel her. Zumindest kommt Fischer als orstansässiger Synchronsprecher, häufig beschäftigt bei der Ultra Film Synchron, durchaus in Betracht.

    Gruß
    Jan

  • Edgar-Wallace-SchauplätzeDatum13.09.2017 19:42
    Foren-Beitrag von Jan im Thema

    Zitat von Lord Low im Beitrag #239
    Zitat von greaves im Beitrag #230
    @Lord Low

    Die Dreharbeiten /Fotos ,die du meinst ,aus Neues vom Hexer entstanden am st.katahrines way,der parallel zur Tower-Bridge Road verläuft. Als zwischen Londoner Tower und zum Hotel The Tower in London


    Kann es sein, dass diese Aufnahmen gleich bei den Dreharbeiten zu "Der Zinker" entstanden sind. Dort hat man ja auch genau an dieser Stelle gedreht und bei "Neues vom Hexer" sehe ich nicht, warum man für so eine kurze Szene extra nach London fliegen würde.

    "Der Zinker" ist in Scope gedreht, "Neues vom Hexer" meiner Erinnerung zufolge nicht. Insofern halte ich das für eher unwahrscheinlich.

    Gruß
    Jan

  • Foren-Beitrag von Jan im Thema

    "Unter Ausschluss der Öffentlichkeit": Gehört - und das spiegeln auch die Wertungen wider - eigentlich gar nicht hier hinein und kämpft sich dennoch ins gehobene Mittelfeld. Trotz Abstrafung im Segment Epigonenfaktor (Platz 47, allerdings durchaus verständlicherweise). Genau umgekehrt verhält es sich beim "Wirtshaus von Dartmoor", das sich im Wesentlichen aufgrund der Tatsache nach oben "mogeln" kann, weil es eben ein überdeutliches Palgiat ist und zu Recht diesbezüglich den dritten Rang einfährt. Filmisch betrachtet vielleicht auch nicht so wirklich gerecht, für einen Epigonen-Wettbewerb aber sicher folgerichtig.

    Dass das "7. Opfer" nicht in die Top Ten gekommen ist, finde ich auch einigermaßen schade. Das schlechte Abschneiden im Kapitel Musik dürfte dazu beigetragen haben. Möglicherweise hatten einige Teilnehmer hier noch die alte Fernsehauswertung, bei der die Credits stumm eingeblendet werden? Der Rosenberger-Sound an sich hätte eine bessere Wertung verdient. Ebenso die Inszenierung von F.J. Gottlieb. Dass er sich mit seiner durchaus ambitionierten und einfallsreichen "Opfer"-Regie mit Platz 21 nur vier Plätze vor Rudolf Zehetgrubers Gemurkse im "Wirtshaus" wiederfinden muss, ist nun wirklich auch nicht gerecht.

    Ansonsten wäre das "Testament" durchaus auch noch so ein Kandidat für die Top Ten gewesen, wenngleich eher knapp. Zähneknirschend mag ich Platz 16 goutieren, hätte mir jedoch noch ein wenig mehr gewünscht.

    Gruß
    Jan

  • Foren-Beitrag von Jan im Thema

    Zitat von Gubanov im Beitrag #184

    „Wartezimmer zum Jenseits“ halte ich für einigermaßen richtig eingestuft; auch mich hat dieser Film nie zu Jubelstürmen veranlasst. Es handelt sich um einen gut gemachten und besetzten Film, daher die guten Einschätzungen in diesen Kategorien. Warum es eine +8 im Epigonen-Faktor regnete, weiß ich nicht so recht, denn das Feeling des Films wirkt auf mich schon recht eigenständig. Lag die gnädige Wertung daran, dass der Film in den Universum-Wallace-DVD-Boxen mit enthalten ist?


    Ich kann mit dem "Wartezimmer" von allen Alfred-Vohrer-Filmen der 1960er Jahre zusammen mit "Neues vom Hexer" recht wenig anfangen. Man merkt dem Streifen ziemlich gut an, dass er nur noch das Schlimmste verhindern will, indem er schlussendlich doch auf die Wallace-Masche setzt. Insofern geht die Epigonen-Wertung hier schon in Ordnung, es wird von den meisten Wertern wohl im Wesentlichen nicht die Absicht hinter einem Film bewertet worden sein, sondern das Endergebnis und das hat - bei durchaus gegebenen Abweichungen im Hinblick auf die Dramaturgie - mit der Verbrecherorganisation, dem (teilweisen) Handlungsort England, der Paarung aus draufgängerischem Helden (George) und ulkigem Helfer (Clarin) sowie den Charakteren, die Kinski und Lange darstellen, schon deutliche Anleihen bei der Wallace-Serie im Gepäck. Wäre der Film wie geplant von Robert Siodmak nach eigenem Buch realisiert worden, wäre das ein ganz anderer Film geworden. So aber engagierte man das Autorenduo Sibelius/Keindorff und holte als sichere Bank den Feuerwehrmann Alfred Vohrer, sodass das Geschäft nicht völlig in die Hose gehen konnte. Es ist und es bleibt aber doch irgendwie eine Zangengeburt.

    Gruß
    Jan

  • Foren-Beitrag von Jan im Thema

    Naja, der Fuchsberger-Bonus schlägt durch, würde ich sagen. Außerdem scheint man das Buch für recht gelungen zu halten. Für mich Grund genug, mir den Film bei Gelegenheit mal wieder anzusehen. Allzu grandios sind meine Erinnerungen an ihn indes nicht, trotz der guten Besetzung.

    "Wartezimmer zum Jenseits" hätte ich etwas - nicht viel - besser erwartet. Dass der Böttcher-Sound nicht besser wegkommt, verwundert mich ein wenig.

    Gruß
    Jan

  • Grabenplatz 17 (1958)Datum11.09.2017 23:30
    Foren-Beitrag von Jan im Thema

    Grabenplatz 17
    Kriminalfilm, BRD 1958 • Darsteller: Wolfgang Preiss, Wolfgang Wahl, Carl Lange, Werner Peters, Kai Fischer, Charles Regnier, Maria Sebaldt, Maria Litto, Franz Schaftheitlein, Günther Ungeheuer, Horst Beck, Kurt Waitzmann, Ralf Wolter und Gert Fröbe • Drehbuch: Wolf Neumeister und Erich Engels • Kamera: Georg Bruckbauer • Musik: Heino Gaze • Bauten: Dieter Bartels und Theo Zwierski • Schnitt: Martha Dübber • Herstellungsleitung: Otto Meissner für Alf Teichs (Deutsche Film Hansa) • Atelier: Filmatelier Göttingen
    Regie: Erich Engels


    Eine Frauenleiche ruft den Krimninalkommissar Dr. Jäger aus Hannover auf den Plan. Der Sohn der Ermordeten, der kleine schwer kranke Michael, flieht aus der Wohnung - er hatte die Täter beobachtet. Kurz darauf verschwindet Michael vollkommen von der Bildflläche und Dr. Jäger ist sich sicher: die Täter haben den Kleinen entführt. Die Spur führt rasch in die Spelunken, Tanzbars und Unterweltschlupfwinkel des Hamburger Hafenviertels St. Pauli. Dr. Jäger samt Assi Wagenknecht kämpfen dort alsbald gegen eine gut aufgestellte Verbrecherorganisation, um deren Kopf und Drahtzieher unschädlich zu machen. Viel auswegloser als der Kampf gegen Drahtzieher und Helfershelfer erweist sich jedoch schnell der Kampf gegen die Zeit, denn der entführte Junge Michael benötigt dringend Medizin, ansonsten stirbt er.

    "Grabenplatz 17" gilt gemeinhin als überdeutlich stilprägend für die gut ein Jahr später anlaufende Wallace-Welle. Der Film nimmt einige Charakteristika vorweg, welche die Rialto Film kurz darauf zur Grundlage ihres Erfolges bei Wallace machen sollten. Es ist weniger die Geschichte um einen schwer erkrankten Jungen, nicht einmal die Dramaturgie eines echten Whodunits, die Erich Engels' Film zu einem stilistisch artverwandten Film werden lassen. Prägend ist hier vielmehr die Optik des Films, genauer gesagt die Kamera Georg Bruckbauers. Gehüllt in einen Grauschleier und mit einem gekonnten Licht-und-Schatten-Spiel effektvoll ausgeleuchtet, fängt Bruckbauer die exquisit ausgesuchten Handlungsorte in Hamburger Hinterhöfen, auf nassem Kopfsteinpflaster oder in tristen Mietskasernen krimigerecht ein. Den gekonnten Einsatz des Schleierfilters dürfte auch der spätere LWW-Kameramann Werner M. Lenz zur Kenntnis genommen haben, als er 1963 die Aufnahmen zur "weißen Spinne" bei Dr. Reinl drehte. Wer "Grabenplatz 17" sieht, wird unweigerlich an einen um die Häuserecken schleichenden und Zahnstocher kauenden Horst Frank denken, an einen Mörder mit der Drahtschlinge und an das kleine weiße Spinnengetier, das allenthalben herumliegt. Georg Bruckbauer, selbst nie mit Wallace und Co. in Berührung gekommen, darf sich angesichts seiner wunderbaren Aufnahmen rühmen, legitimer Wegbereiter der Schauer-Optik aus der Wallace-Welle gewesen zu sein.

    Freilich weniger deutlich sind die vorauseilenden Zeichen bei der Regie wahrnehmbar. "Grabenplatz 17" weist eine solide, wenngleich wenig effektvolle Inszenierung auf, der es an nichts mangelt, die aber auch keine sonderlich bemerkenswerten Akzente setzt. Erich Engels, im selben Jahr noch mit "Dr. Crippen lebt" in den Kinos vertreten, dreht letztlich gleichförmig, verzichtet auf Schnörkel oder allzu drastisches Spannungspeitschen. Einigermaßen unentschlossen bleibt er stets bei der Frage, inwieweit ein Whodunit im Mittelpunkt der Dramaturgie steht. Vor allem im letzten Drittel - Anzeichen dafür sind jedoch auch schon früher zu bemerken - verlegt sich die Regie vielmehr darauf, die Spannung aus dem Wettlauf gegen die Zeit zu beziehen. Dies wiederum gelingt nur leidlich, weil Engels nahezu vollständig darauf verzichtet, den leidenden Jungen überhaupt erst ins Bild zu bekommen. Allzu gelassen lässt der Regisseur bisweilen zudem die ermittelnden Beamten agieren, sodass der letzte Druck beim Zuschauer nicht ankommen will.

    Natürlich hapert es diesbezüglich auch etwas an dem von Wolf Neumeister und Erich Engels gemeinsam verfassten Buch. Das eingespielte Autoren-Gespann, welches zuvor auch einige Heinz-Erhard-Klamotten hervorbrachte, zollt über weite Strecken dem Entstehungszeitraum Tribut und belässt es bei mehrheitlich zaghaften Anspielungen. Der ausschlaggebende Mord ist bereits passiert, nachdem die Credits enden, der Junge wirkt, wie schon geschrieben, eher leidend als um's Leben bedroht, Sex und Amüsement werden freilich nur gestriffen und bleiben Randnotizen. Viel sicherer wirkt da das Händchen der beiden Autoren schon im Hinblick auf das gezielte Einstreuen ulkiger Momente, die zu keiner Zeit flach oder überbordend klamaukig daherkommen, wie man es bei einer Produktion aus 1958 befürchten könnte. Ein Ringkampf mit unübersehbar schwergewichtiger Dame, einige sarkastische, fast ironische Texte bilden die humoristischen Leitplanken, mit denen Regisseur Erich Engels leichtes Spiel hat, sie überzeugend auf die Leinwand zu bringen.

    Wolfgang Preiss und Wolfgang Wahl bilden in diesem Streifen das Ermittler-Duo. Beide sollten in späteren Wallace- bzw. Epigonenproduktionen dabei sein, wobei festzuhalten bleibt, dass Wolfgang Wahls Auftritt in Engels' "Grabenplatz 17" durchaus mehr Raum zur Entfaltung bietet, als es später im "Zinker" bei Vohrer der Fall sein würde. Die Besetzung tut dem Film überaus gut, wobei gleich erwähnt werden kann, dass Gert-Fröbe-Fans vermutlich nicht wirklich auf ihre Kosten kommen werden. Der wuchtige Mime aus Zwickau dient im Wesentlichen zur Ablenkung vom eigentlichen Drahtzieher, wobei ihm dieser Part schon allein deswegen ein wenig zum Verhängnis wird, weil Erich Engels nur wenig Interesse dafür hat, einen harten Whodunit zu präsentieren und somit im Verbergen des Hintermannes bestenfalls halbherziges Engagement zeigt. Fröbes Part beschränkt sich somit auf seine Standard-Performance des bösen Buben, dessen Verbleib in dieser Geschichte im Übrigen ungeklärt versickert. Ähnlich verhält es sich mit Werner Peters. Von ihm erfährt der Zuschauer zwar - wiederum eher zaghaft dargeboten -, was mit ihm passiert. Vielmehr als den bösen Handlanger, den man von ihm gut kennt, sollte man sich hier indes nicht erwarten. Erwarten hingehen sollte der Zuschauer schon, den in den Credits genannten Chares Regnier gut suchen zu müssen. Mit geglückter Maske ausgestattet, ist er auf den ersten Blick nicht zu erkennen, vielmehr ist er am schnellsten zu "erhören", auch wenn er mit schwäbischem Dialekt spricht. Viel interessanter erweist sich der Cast aus heutiger Sicht auch angesichts der kleinen Nebenrollen. Die hier im Threat bereits angesprochene Ingrid van Bergen ist nicht auszumachen. Die Figur der Lily wird von der wie eh und je aparten Maria Litto verkörpert, was den Verdacht nahelegt, dass kurzfristig umbesetzt wurde oder aber die namensgleiche Verlobte des Assistenten Wagenknecht ursprünglich noch einen Auftritt hatte. Des Weiteren finden sich unter den Kleindarstellern ein schwer auszumachender Günther Ungeheuer im Halbprofil und - er taucht m.W. nirgends nemantlich auf - auch Hans Korte, der bei der Verfolgung des Haupttäters einen Kellner spielt, der den Ermittlern noch schnell zwei Kognaks serviert.

    Fazit: Ein aus heutiger Sicht aufgrund der stilprägenden Optik im Hinblick auf die Wallace-Filme überaus sehenswerter, ansonsten passabler, durchaus geradliniger aber wenig spektakulärer Kriminalfilm solider Machart. 3,5 von 5 Punkten.

  • Foren-Beitrag von Jan im Thema

    Zitat von Gubanov im Beitrag #172
    Zitat von Jan im Beitrag #170
    Solange aber auch nur noch ein einziger Zehetgruber im Wettbewerb ist, wäre es eine blanke Schande, das Halsband hier zu sehen.

    Dein frommer Wunsch bleibt auch ein ebensolcher.


    Hatte ich fast erwartet, dass das Wirtshaus vorbeizieht. Gut, der Film hat Peter Thomas an Bord, Heinz Drache spielt eifrig gegen den Regisseur an und das Sujet Moor steht hoch im Kurs. Ich sehe den Film dennoch hinter dem Halsband.

    Ansonsten passen die Ergebnisse bislang recht gut in mein Wohlbefinden. Die beiden schwachen Mabuses hätte ich dennoch etwas weiter vorne erwartet, Wixxer 2 profitiert von Fuchsberger, obwohl er schlechter als der erste Teil ist. Die Nylonschlinge hätte sich besser noch einige Plätze weiter hinten eingefunden; daran trage ich aber Mitschuld, beim nächsten Wettbewerb werde ich zuvor mehr ansehen und erst dann abstimmen. Abgesehen von den Darstellern und der Musik hätte sich die Nylonschlinge bei mir überall eine 1 eingefangen.

    Gruß
    Jan

  • Foren-Beitrag von Jan im Thema

    Zitat von Giacco im Beitrag #169
    Zitat von Gubanov im Beitrag #163
    Damit haben wir bereits einen großen Gewinner: "Sherlock Holmes und das Halsband des Todes" Auch wenn der Film ziemlich schnarchig ist

    Du selbst bezeichnest den Film als "schnarchig". Das sehe ich auch so und für mich ist das ein Grund, ihn möglichst weit hinten zu platzieren.

    Sicher gehört das Halsband nicht wirklich auf einen der vorderen Plätze. Dafür gibt es viel zu starke andere Epigonen, die selbst den Originalen in nichts nachstehen. Solange aber auch nur noch ein einziger Zehetgruber im Wettbewerb ist, wäre es eine blanke Schande, das Halsband hier zu sehen. Insofern kann ich so gar nicht nachvollziehen, wie es dazu kommen konnte, dass das Halsband 2012 die rote Laterne davon trug.

    Gruß
    Jan

  • Foren-Beitrag von Jan im Thema

    Zitat von Marmstorfer im Beitrag #23
    Einzig das "Wirtshaus" stellt eine positive Ausnahme da, sowohl was die Führung der Schauspieler als auch ein gewisses Gespür für Atmosphäre anbelangt; mit großem Abstand der beste Zehetgruber-Film im Wettbewerb. Gut möglich, dass sich dort der positive Einfluss Gero Weckers bemerkbar gemacht hat.


    Das sehe ich auch so. Habe gerade noch einmal in meinen Text zum Wirtshaus geguckt und war auch schon vor mehreren Jahren der Auffassung, dass es handwerklich betrachtet der wohl beste Zehetgruber sein dürfte. Meine Punktevergabe damals war mit 2 von 5 Punkten aber irgendwie immer noch mies. Vielleicht tue ich mir das Wirtshaus bei Gelegenheit noch einmal an und vielleicht rücke ich dann auch einen halben Punkt mehr heraus. Der Level bei Zehetgruber ist und bleibt aber irgendwo auf Höhe der Türzimmerschwelle hängen.


    Zitat von schwarzseher im Beitrag #24
    Und ich bleibe dabei,er unterhält mich .


    Ja, er unterhält mich auch. Man glaubt gar nicht, wie schön unterhaltsam ein anwachsender Verärgerungsfaktor sein kann. Allerdings, und das mag dem Film durchaus zum Vorteil gereichen, wird Rudolf Zehetgruber noch deutlich Schlimmeres in seiner Karriere verbrochen haben. Das habe ich dann entweder aus reinem Selbstschutz heraus bereits aus meinem Kopf gestrichen oder ich wurde bislang noch davor bewahrt. Es wird aber der Tag wieder kommen, an dem ich mir das eine oder andere Sahnestück des Meisters noch einmal ansehen werde. Alternativ gibt's halt je 20 Hiebe mit dem Rohrstock auf die nackten Fußsohlen.

    Gruß
    Jan

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