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  • Edgar Wallace - Heute vor...DatumGestern 09:38
    Foren-Beitrag von Jan im Thema Edgar Wallace - Heute vor...

    Zitat von Count Villain im Beitrag #591
    Hier möchte ich mich mal selbst zitieren.

    Zitat
    Fazit
    Gottlieb ist ein guter Regisseur, aber ein schlechter Dramaturg. Der Abt ist zu jeder Zeit kurzweilig und atmosphärisch, aber zu keiner Zeit spannend. Lustigerweise ist der Film damit sowohl eine der größten vertanen Chancen der Reihe als auch eine erfrischende Abwechslung zu den anderen Filmen.


    Bei dieser Meinung (dem Besprechungsthread im Unterforum entnommen) bleibe ich jetzt immer noch. Der "Abt" ist demzufolge für mich auch nicht der beste Gottlieb-Film. Den finde ich eher bei den Epigonen (Schwarze Witwe, Siebtes Opfer, Phantom von Soho). Und wenn ich den Höhepunkt von Gottliebs "echtem" Wallace-Schaffen heraussuchen müsste, wäre das die letzte halbe Stunde von der gelben Schlange. Leider ist die Stunde davor - trotz Braun, Regnier und Peters, denen man allen durchaus gerne zuschaut - absolut langweilig geraten.


    Das unterschreibe ich zu 100%! Auch ich halte den Abt eher für einen der schwächeren Gottlieb-Filme, währenddessen gerade die Schlange, aber auch die Gruft aus meiner Sicht unter'm Strich zumindest teilweise besser als ihr Ruf sind. Der Abt krankt ganz besonders an dem Gottlieb-Problem, dass er einfach kein guter Drehbuchschreiber war. Am Ende kann man ja immer nicht sagen, wer von den Autoren nun die Vorlagen dergestalt verschlimmbesserte; an Gottliebs Filmen waren zumeist auch andere Autoren beteiligt. Angesichts eines unübersehbaren Musters muss aber wohl als überwiegend wahrscheinlich gelten, dass er selbst dafür die Verantwortung trug. Auch kann man nicht sagen, wie schlimm die Vorlagen nun wirklich immer waren, denn ein Regisseur mit Sinn für flotte und ironische Inszenierungen war er ja durchaus, und so rettet er sich in seinen gelungenen Filmen durch seine Inszenierung möglicherweise selber vor dem Untergang.

    Der Abt ist so ein Paradebeispiel für misslungene Dramaturgie und schlechtes Timing. Streckenweise von viel zu getragener Stimmung, dann wieder überhastet mit gleich zwei Äbten, inszenatorisch am Ende noch unsauber aufgelöst. Das dauerhafte Herumgeschleiche in der Abtei, das Gottlieb schätzungsweise in 25 unterschiedlichen Darreichungsformen serviert, verbessert das Gesamtbild dann auch nicht. Möglicherweise ist der Abt der Wallace-Film innerhalb der Reihe, der bis in die letzte Nebenrolle am besten besetzt ist. Das gilt selbst für Dieter Borsche, der einen wirklich irren Lord abgibt, dessen Wirken jedoch in der Umgebung, in die ihn Gottlieb steckt, gar nicht funktionieren kann. Selbst wenn der zwielichtige Arthur Gine seine Schwester an den Lord vermarkten wollte, so muss es schon anno 1963 als fragwürdig zurückgeblieben sein, dass diese sich auch nur zehn Sekunden mit der Idee hätte anfreunden können, ihrem Bruder diesen Dienst zu erweisen. Ganz zu schweigen davon, dass sie sich auch noch (reichlich langatmig) mit dem irren Lord in zahlreichen Szenen auseinandersetzt.

    Zurück zu Gottlieb selbst: Sollte ich eine Rangfolge seiner drei Wallace-Filme erstellen, so stünde vermutlich die Gruft an erster Stelle, gefolgt von der Schlange und am Ende trotz der tollen Besetzung bleibt dem Abt nur das Schlusslicht. Gottliebs Epigonen sind z.T. erheblich besser gelungen als seine Originale, hier vor allem Witwe, 7. Opfer und Phantom.

    Gruß
    Jan

  • Das England der Wallace-FilmeDatum28.06.2022 15:00
    Foren-Beitrag von Jan im Thema Das England der Wallace-Filme

    Die Bezeichnung "Phantasieengland" finde ich eigentlich durch und durch passend. Auch erinnere ich mich daran, wie Oliver Kalkofe in der bereits genannten Doku davon berichtete, wie enttäuscht er war, als er zum ersten Mal das echte England sah - ohne Nebel und ohne nasses Kopfsteinpflaster. Ähnlich ging es mir 1994 auch, wobei ich immerhin nicht ernsthaft an den Nebel glaubte.

    Einmal von den Bauten/Dekors aus betrachtet:

    Meiner Wahrnehmung nach ist dieses Phantasieengland in den einzelnen Phasen unterschiedlich umgesetzt worden bzw. es hat sich innerhalb der Reihe deutlich gewandelt. Zunächst versuchte man, dem realen England zumindest in den Ateliers und in den in Dänemark gewählten Sets sehr nahe zu kommen. Man denke an das echt britisch wirkende Haus der Benetts im Frosch, den eigens angefertigten Wegweisern mit echt englisch klingenden Ortschaften oder natürlich an die opulente Ausstattung von Erik Aaes Atelierbauten. Zumindest der Raum, in dem gespielt wurde, sollte nicht an Nierentisch und Häkeldecke erinnern, sondern eine gehobene Form englischer Noblesse verströmen. Mit Einstieg Alfred Vohrers wurden die Bauten in seinen überaus Atelier lastigen Filmen sehr viel kulissenhafter. Ich nehme an, dass es weniger die Absicht war, die englische Note zu eliminieren, denn vielmehr eben jenen Bühnencharakter zu erschaffen, den sich der Regisseur per se in allen seinen Produktionen wünschte. Spätestens mit Wechsel der Produktion nach Berlin und der Wahl von Pfaueninsel & Co. wechseln die Außendekors dann in einen eher ländlichen Raum, währenddessen die CCC-Bauten immer grotesker werden und das Bild vermitteln, dass der Ansicht der Macher zufolge in englischen Schlössern Massen an Spinnweben von der Decke hängen, Skelette in der Ecke stehen und die Erbauer der Schlösser mehr Geheimtüren als echte Türen in ihre Refugien einbauen ließen. Es wird gerade in der Farb-Ära ein geradewegs mittelalterliches Bild erzeugt, das gar nicht zu verbergen trachtet, dass es sich um ein reines Phantasieprodukt handelt. Der diesbezügliche Bruch, den erst das Glasauge in die Reihe bringt, wird vor allem auch dadurch so prägnant, dass diese imaginäre Altertümlichkeit quasi im Handstreich verschwunden ist und einem überraschenden Realismus weicht, der aber nichts mehr mit dem liebenswerten Phantasieengland zu tun hat, sondern fast staatenlos ist und überall auf der Welt spielen könnte.

    Rein von den Atelierbauten und der Ausstattung bzw. den Dekors würde ich grob drei aufeinanderfolgende "Phantasieenglands" unterscheiden:
    - Kategorie 1: Bemüht um eine Form des wirklichen Englands, Schaffung einer möglichst undeutschen Atmosphäre, detailverliebte Bauten von großem Aufwand (von Frosch bis Zinker)
    - Kategorie 2: England dient als Synonym quasi mittelalterlicher Zustände, groteske Überzeichnung von Schauer, Grusel und Sündenpfuhl, die Bauten kulissenhaft und von gewolltem Bühnencharakter (von Abt bis Gorilla)
    - Kategorie 3: Der Schauplatz tritt in den Hintergrund, erscheint entweder staatenlos oder unbekümmert deutsch, später sogar offenkundig italienisch (von Glasauge bis Halbmond)

    Währenddessen die Abgrenzung zwischen Kategorie 2 und 3 sehr einfach ist, fällt sie zwischen 1 und 2 schon schwerer, zudem finden sich immer auch Ausreißer. Alles in allem hat England an Bedeutung in der Ausstattung der Filme mit fortschreitender Zeit mehr und mehr eingebüßt. Der Zeitgeist überrollte den zunächst gewählten Snobismus mit Schaurigkeiten und später auch Sex. Der nackte Busen von Ingrid Steeger war im Gorilla von mehr Bedeutung als das "Your game please!" in den Augen.

    Gruß
    Jan

  • Edgar Wallace - Heute vor...Datum23.06.2022 12:54
    Foren-Beitrag von Jan im Thema Edgar Wallace - Heute vor...

    Zitat von Savini im Beitrag #568
    Vielleicht war er aber auch ZU britisch für das Phantasie-England des deutschen Kinos/Fernsehens?


    Das ist tatsächlich gar keine so schlechte Erklärung! Man schuf sich mit den Figuren ja so eine verschrobene und am Ende urdeutsche Vorstellung vom Leben auf der Insel bzw. griff den Zeitgeist der Bundesrepublik diesbezüglich auf. Hubsi von Meyerinks Darstellung eines britischen Militärs im "Buckligen" oder Arents, später auch Besslers Butler-Typus bleiben zwangsläufig pure Fiktion. Die übrigen Charaktere, die weit weniger zum Chargieren engagiert wurden, treten dann oftmals entweder ungehobelt auf (z.B. Jochen Brockmann im "Hexer" oder Hans Nielsen im "Tuch", wobei der immerhin Amerikaner sein durfte), oder sie verkörpern den guten Onkel quasi staatenloser Mentalität (wieder Brockmann im "Frosch", wieder Nielsen in der "Tür"). Naheliegend für Lieven wären da tatsächlich die "Augen" gewesen, die Rolle bekam er ja schließlich 1968 auch noch. Rechtsanwalt Havelloc hätte auch passen können, vielleicht auch Frank Sutton. Zwar ist René Deltgen für mich die Idealbesetzung des "Hexers", Lieven wäre da aber auch nicht unpassend gewesen. Am Ende hätte ihm seine "Britishness" bei genauerer Betrachtung vermutlich tatsächlich aber keinen zentralen Vorteil gegenüber der gewählten Besetzung verschafft.

    Gruß
    Jan

  • Edgar Wallace - Heute vor...Datum23.06.2022 09:37
    Foren-Beitrag von Jan im Thema Edgar Wallace - Heute vor...

    Zitat von Savini im Beitrag #566
    Zitat von Peter Ross im Beitrag #564
    Das Kosmopolitische war es dann auch, was dem damals sehr biederen deutschen Krimipublikum etwas verdächtig vorkam. Seine Gewandtheit, seine Souveränität, seine Lässigkeit gepaart mit guten Manieren bei durchaus sympathischer Erscheinung erschien in den 50er Jahren so gar nicht heimatlich bodenständig, wie man es aus den Filmschmonzetten gewohnt war. Damals erschien das alles verdächtiger als heutzutage.

    Neben seiner Erscheinung machte sich die lange Prägung im englischsprachigen Raum auch dadurch bemerkbar, dass sein Deutsch eine leicht englische Färbung hatte, die mir schon früh auffiel und mich erst irritierte, bevor ich erfuhr, dass er jahrzehntelang in England gelebt hatte.


    In der Vor-Internet-Ära war ich davon überzeugt, Lieven sei Engländer und spreche nur wahnsinnig gut Deutsch! Erst mit Aufkommen der ersten (kurzen) Biografien erfuhr ich, dass er gar kein geborener Brite war. Eigentlich ist es verwunderlich, dass Lieven bei Wallace nicht häufiger besetzt wurde. Er wirkte stets britischer als britisch.

    Gruß
    Jan

  • DrehbuchautorenDatum21.06.2022 13:57
    Foren-Beitrag von Jan im Thema Drehbuchautoren

    Ich meine, dass bis auf "Augen" alles da war. Es handelt sich um die originalen Drehbücher vom Set, die verfilmt wurden. Oben rechts wurde dann die Spitze der Seite abgeschnitten, die verfilmt wurde. Das erleichterte den Zugriff, wenn man das Buch wieder in die Hand nahm. Handschriftliche Änderungen und Notizen oder sogar Zeichnungen waren von Vohrer selbst (nur mit einiger Übung zu lesen, Vohrer war Rechtshänder) und von einer anderen Person enthalten. Mutmaßlich war diese andere Person Eva Ebner oder das Skriptgirl. Die Handschrift war jedenfalls gut leserlich und häufig dieselbe. Ich bin nicht recht sicher, glaube aber, dass zumindest im Falle Wallace die Drehbücher im Nachgang dem Film angeglichen wurden. Die Passagen, die zur "Hand" hier einmal zu lesen waren, entsprachen zwar dem Film, aber nicht dem von mir in Händen gehaltenen Drehbuch, das weitgehend handschriftlich abgeändert war (inkl. vollständig neu geschriebener Seiten, die in das bestehende Drehbuch eingeklebt waren).

    Gruß
    Jan

  • DrehbuchautorenDatum21.06.2022 11:39
    Foren-Beitrag von Jan im Thema Drehbuchautoren

    Ja, ich. Aber nur solche, die von Alfred Vohrer geschrieben/bearbeitet/verfilmt wurden und in dessen Nachlass sind.

    Gruß
    Jan

  • Unser Mann in Rio (1966)Datum02.06.2022 10:16
    Foren-Beitrag von Jan im Thema Unser Mann in Rio (1966)

    Zitat von eastmancolor im Beitrag #23
    Da mag wohl jemand Filmjuwelen nicht. Realistische Einschätzungen der Disc gibt es auf Movieside.

    https://www.movieside.de/index.php?threa...-5#post-1219340




    Wobei die beiden dort zu findenden Rezensionen sich ja doch eher mit der Meinung von TV-1967 zu decken scheinen, was das Bild anbelangt.

    Gruß
    Jan

  • Wallace & Blu-rayDatum02.06.2022 09:25
    Foren-Beitrag von Jan im Thema Wallace & Blu-ray

    Als eigentlich bekennender Blu-Ray-Skeptiker kann ich übrigens all jenen, die bislang nicht zugeschlagen haben, nur wärmstens ans Herz legen, den Kauf zu tätigen! Ich habe es getan, und ich habe es nicht bereut. Das Bild ist nahezu ausnahmslos einmalig, gestochen scharf und vor allem ab 1966 in der Farb-Ära eine echte Pracht. Es gibt eine einzige Ausnahme, bei der das Bild seltsam matschig und fast ausnahmslos unscharf ist. Das ist "Die blaue Hand". Mir ist nicht klar, warum das so ist. Bei einem s/w-Film (es könnte "Der Hexer" gewesen sein, ganz sicher bin ich mir nicht mehr) findet sich zu Begin ein Hinweis, dass das Bild phasenweise nicht dem Blu-Ray-Standard entspricht, weil da wohl Ausgangsmaterial fehlte (oder so ähnlich). Aber das ist nicht weiter dramatisch. Bei der "Hand" ist es schon eher nervig. Der Rest aber ist ein einmaliges Erlebnis. Gerade Farb-Freunde werden das nie wieder missen wollen.

    Gruß
    Jan

  • Edgar Wallace - Heute vor...Datum29.05.2022 11:14
    Foren-Beitrag von Jan im Thema Edgar Wallace - Heute vor...

    Zitat von Peter Ross im Beitrag #513

    Keck, direkt, frech, ehrlich - diese berlinerischen Klischee-Eigenschaften verkörperten Schauspielerinnen wie Edith Hancke, Barbara Schöne oder eben auch Ilse Pagé perfekt! Warum aber wird man damit Stammpersonal in ganzen sieben Wallace-Filmen?


    Das Engagement von Ilse Pagé geht auf die "Schauspieler-Quelle" Albert Bessler zurück. Wie auch Monika Peitsch, so war auch Ilse Pagé am Berliner Schiller-Theater fest unter Vertrag. Um die Schiller-Schauspieler auch mit (lukrativeren) Beschäftigungen beim Film versorgen zu können, die es ermöglichten, Film und Theater unter einen Hut zu bringen, spleiste man sie in Berliner Produktionen ein. Beschäftigte des Schillertheaters durften während ihrer festen Verpflichtung West-Berlin nur max. einen Tag verlassen. So musste man Produktionen suchen, die in West-Berlin gedreht wurden, und da boten sich die Wallace-Filme einfach an. Zentrale Figur in diesem Prozess war der Dramaturg des Schiller-Theaters Albert Bessler, der sich zudem, quasi als anständige Entlohnung, selbst auch in diesen Produktionen unterbringen ließ. Was Regisseur Alfred Vohrer, der mit Albert Bessler gemeinsam diesen Theater-Film-Transfer entwickelt hatte, an Ilse Pagé fand, hatte sie bis an ihr Lebensende nicht verstanden, weil Vohrer ihr das nie mitgeteilt hatte. Ilse Pagé erinnerte sich 2015 mir gegenüber noch gut daran, wie befremdlich es für sie war, dass ihr Regisseur "mit dem letzten Beleuchter am Set" per Du war, währenddessen er sie selber zeitlebens hartnäckig gesiezt habe. Trotzdessen waren Ilse Pagés Erinnerungen an ihre Wallace-Zeit reichlich gespickt an Anekdoten zu Vohrer, Kinski, Bessler, Drache, der Umbesetzung von Schürenberg zu von Meyerink und zu einer Dampferfahrt, kurzum sie hatte die Zeit überaus positiv in Erinnerung.

    Das als kleine Ergänzung zu der wirklich sympathischen Ilse Pagé, die leider viel zu früh verstarb.

    Gruß
    Jan

  • Wallace & Blu-rayDatum17.05.2022 19:19
    Foren-Beitrag von Jan im Thema Wallace & Blu-ray

    Zitat von Prisma im Beitrag #1133
    Zitat von Jan im Beitrag #1132
    Eine Frage hätte ich aber zum "Buckligen": Enthalten ist hier die Szene in der Mädchen-Besserungsanstalt, in der Ilse Pagé ihr Oberteil aufknöpft und die Oberen fragt, welche geheimen Gelüste die Oberin wohl sonst noch so hätte. Ist das auf der DVD auch enthalten? Ich kann mich zwar daran erinnern, dass die Einstellung bei den Fernsehausstrahlungen gefehlt hat, nicht aber daran, wie das bei der DVD aussieht.

    Diese Szene ist auf der DVD wieder enthalten gewesen, hatte aber bei damaligen TV-Ausstrahlungen und zumindest auf den mir bekannten Video-Veröffentlichungen gefehlt. Ich hatte mich bei der Entschärfung dieser Szene schon immer ein wenig gewundert, zumal es andernorts bereist mehr zur Sache ging.

    Danke, dann hatte ich das von der DVD irgendwie verdrängt. Dass die Szene geschnitten wurde für's TV, wundert mich auch ein wenig, denn rein plakativ zu sehen ist ja nichts. Vermutlich war es die Verbindung aus (angedeuteter) Homosexualität, Gewalt und einer Form der ausgelieferten Hingebung, die zum Anstoß führte. Kurz darauf hat ja Rolf Olsen in "Rasthaus der grausamen Puppen" noch erheblich heftiger in dieser Richtung zugeschlagen. Da findet auf meiner DVD eine wahre Schnittorgie statt, die das alles vollkommen verstümmelt zurücklässt.

    Gruß
    Jan

  • Wallace & Blu-rayDatum17.05.2022 17:03
    Foren-Beitrag von Jan im Thema Wallace & Blu-ray

    Zitat von Fan von Edgar Wallace im Beitrag #1131
    Wie sieht es mit vorangestellten Verleihmarken (Constantin-, Rialto-, ggf. Vohrer-Tafel) aus? Sind die vorhandenen?


    Constantin-, Vohrer- und Rialto-Tafeln sind, sofern es sie denn gegeben hat bei den einzelnen Filmen, in bester Qualität enthalten. Auch die Prisma-Tafel ist drin, wobei ich gerade nicht sagen kann, ob in allen Prisma-Filmen oder nur in einem.

    Eine Frage hätte ich aber zum "Buckligen": Enthalten ist hier die Szene in der Mädchen-Besserungsanstalt, in der Ilse Pagé ihr Oberteil aufknöpft und die Oberen fragt, welche geheimen Gelüste die Oberin wohl sonst noch so hätte. Ist das auf der DVD auch enthalten? Ich kann mich zwar daran erinnern, dass die Einstellung bei den Fernsehausstrahlungen gefehlt hat, nicht aber daran, wie das bei der DVD aussieht. Mir kam es eher so vor, als hätte ich das bei der BR zum ersten Mal gesehen.

    Gruß
    Jan

  • Edgar Wallace - Heute vor...Datum17.05.2022 13:11
    Foren-Beitrag von Jan im Thema Edgar Wallace - Heute vor...

    Ich habe bei "blass" auch zunächst an Harry Meyen gedacht. Der Betreffende kam mir erst nach längerem Grübeln in den Sinn, was schon einiges darüber aussagt, wie er mir im Gedächtnis blieb, obschon ich jenen bei einem jüngsten Wiedersehen des Films tatsächlich überzeugender fand als in meiner Erinnerung festgesetzt.

    Gruß
    Jan

  • Edgar Wallace - Heute vor...Datum16.05.2022 09:45
    Foren-Beitrag von Jan im Thema Edgar Wallace - Heute vor...

    Ein sehr schöner Artikel über Frau Uhlen und ihr wirklich nachhaltiges Wirken bei Wallace. Mit 1891 macht ihr sie zwar kopierfehlerbedingt ein wenig uncharmant alt (sie war ja mit Jahrgang 1919 rund 30 Jahre jünger) - der Rest des Textes passt aber wie die berühmte Faust auf's Auge. Übrigens entstammte die "Liason" Uhlen/Vohrer noch der alten UFA-Zeit. Ebenso wie die daher rührende Bekanntschaft zu René Deltgen, so geht auch die Verbindung zu Gisela Uhlen noch auf alte Regieassistenzen bei Harald Braun zurück. Etwas grübele ich noch, was die beiden für das Fernsehen gemacht haben wollen. Das könnte eigentlich nur im "Traumschiff" gewesen sein, wobei mir auch da gerade nichts einfällt.

    Gruß
    Jan

  • Edgar Wallace - Heute vor...Datum12.05.2022 11:07
    Foren-Beitrag von Jan im Thema Edgar Wallace - Heute vor...

    Zitat von Peter Ross im Beitrag #481

    Unser morgiger regelmäßiger Wallace-Darsteller (genau genommen 7 Werke) stand auch gleich für zwei Verfilmungen von "Der Hund von Baskerville" vor der Kamera.

    ...und ich unterstelle mal, dass er einmal im Baskervill'schen Hund einen Diener verkörperte. Bei Wallace später kennzeichnete ihn dann in einem seiner Auftritte eine etwas ungelenk erscheinende Vorsicht, vor der Kamera nicht zu stolpern.

    Gruß
    Jan

  • Zukunft der CCC Studios HaselhorstDatum12.05.2022 11:02
    Foren-Beitrag von Jan im Thema Zukunft der CCC Studios Haselhorst

    Zitat von DanielL im Beitrag #23
    Rohmaterial von 1960:
    Aufnahmen vom Studiogelände und von CCC-Produktionen.

    Toller Fund, RBB! Diese Archiv-Offensive ist weiterhin wunderbar!

    https://www.ardmediathek.de/video/rbb-re...mFocmVjY2NmaWxt

    Es wird gut deutlich: Neuwertig oder gar glamourös waren die CCC-Studios damals auch nicht. Letzteres sind Studios auch selten. Dennoch sieht es dort in Zukunft vielleicht besser aus den je. Ich hoffe die Kombination aus neuer Bebauung, Wasserturm und originaler Studioteile wird für alle beteiligten Seiten ein Erfolg.

    Herrlich, danke für's Verlinken! Glamourös war da tatsächlich nie was, aber ich glaube, es war schon durchaus modern gehalten. Halt moder-kostenbewusst - wie man Brauner so kennt. Vergleicht man das mit Bildern beispielsweise der Ateliers in Bendestorf, dann werden die Unterschiede aber schon deutlich.

    Gruß
    Jan

  • Edgar Wallace - Heute vor...Datum20.04.2022 12:21
    Foren-Beitrag von Jan im Thema Edgar Wallace - Heute vor...

    Zitat von DanielL im Beitrag #424
    Die besten Chancen vielleicht irgendwelche Unterlagen von der Aufnahmeleitung...

    Ein Drehtagbericht wäre wohl der sicherste Beleg, denn irgendwie muss Organist Miller ja an den Drehort gekommen sein. Ich kenne diese Dokumente aber nur von der CCC und weiß nicht, ob Rialto sowas auch gemacht hat.

    Zitat von Count Villain im Beitrag #425
    Zitat von Jan im Beitrag #423
    Es spricht die Logik dagegen, mit Arent ein Zugpferd im Portfolio zu haben, welches man so verändert, dass es für den Zuschauer nicht mehr zu erkennen ist, (...)

    Andererseits gibt es hier genug Leute, die Arent in dem Organisten zu erkennen glauben. Ich ebenfalls.

    Man soll ja niemals nie sagen. Dass es da einige Prallelen gibt in der Gesichtsform, stimmt schon. Mir ist die Maskerade aber zu unsinnig und auch zu professionell, als dass ich mir darauf einen Reim machen könnte.

    Gibt es eigentlich bei Wallace einen Organisten Miller im Roman? So ganz einleuchtend erschien mir dessen Funktion im Film ohnehin nie.

    Gruß
    Jan

  • Edgar Wallace - Heute vor...Datum19.04.2022 12:13
    Foren-Beitrag von Jan im Thema Edgar Wallace - Heute vor...

    Zitat von Peter im Beitrag #422
    Zitat von Jan im Beitrag #421
    Keine Maske der Welt - und schon gar keine mit den Mitteln der Wallace-Produktion - hätte aus Eddi Arent den Organisten Miller gemacht. Von echten physiognomischen Abweichungen mal ganz abgesehen.

    Nun ja, diese Behauptung trifft in wesentlich größerem Maße auf Horst Uhse als auf Eddi Arent zu.
    Und auf welchen in Frage kommenden Schauspieler eigentlich nicht?

    Ich kann mich an die Diskussion noch gut erinnern und auch daran, dass die Frage aufkam, wie man es wohl bewerkstelligt hatte, die Ohrläppchen Arents derart zu verändern, dass sie denen des Organisten entsprechen. Ich weiß auch nicht, ob es sich wirklich um den Schauspieler Horst Uhse handelt. Gewiss ist für mich nur, dass es sich nicht um Eddi Arent handelt. Es spricht die Logik dagegen, mit Arent ein Zugpferd im Portfolio zu haben, welches man so verändert, dass es für den Zuschauer nicht mehr zu erkennen ist, dies zudem dann nicht einmal auflöst und den ganzen Aufwand gewissermaßen als Gag zur Belustigung der Crew betreibt. Ich würde noch darüber nachdenken, ob es im Bereich des Möglichen wäre, wenn es sich um einen späten Farb-Vohrer handeln würde. Aber so früh in der Reihe? Unter der Regie des chronisch ernsthaften Harald Reinl? Ach nee...

    Gruß
    Jan

  • Edgar Wallace - Heute vor...Datum19.04.2022 10:17
    Foren-Beitrag von Jan im Thema Edgar Wallace - Heute vor...

    Zitat von Savini im Beitrag #420
    Zitat von Peter Ross im Beitrag #419
    Allerdings gibt es auch andere Auffassungen: Unter anderem die Gesichtsform wirkt doch stark so, man habe Arent einfach entsprechend geschminkt. Auch seine ansonsten kurze Rolle als Nachbar Stone wäre recht untypisch für einen Film.

    Aber noch weniger typisch wäre eine Doppelrolle; und erst recht, dass dies später nicht durchgesickert wäre. Es wurde ja schon darauf verwiesen, dass Christos Tses in seinem Buch fleißig Anekdoten vom Dreh gesammelt hatte und mit Arent befreundet war; spätestens er hätte sich eine solche Enthüllung nicht entgehen lassen.

    Sehe ich ebenso. Ich habe diese Doppelrollen-Theorie noch nie verstanden. Es ist doch recht eindeutig, dass auch der "Fälscher" mit Arents Namen versehen werden sollte, Arent wohl anderweitige Verpflichtungen hatte bzw. das Buch nichts Passendes für ihn bereit hielt und er so eben nur einen Tag nach Hamburg eingeflogen wurde, um mit ihm später werben zu können. Keine Maske der Welt - und schon gar keine mit den Mitteln der Wallace-Produktion - hätte aus Eddi Arent den Organisten Miller gemacht. Von echten physiognomischen Abweichungen mal ganz abgesehen.

    Gruß
    Jan

  • Aktuelle deutsche TV-FilmeDatum19.04.2022 09:50
    Foren-Beitrag von Jan im Thema Aktuelle deutsche TV-Filme

    Euer Ehren
    TV-Mehrteiler (D/A 2022) von David Nawrath mit Sebastian Koch, Tobias Moretti, Paula Beer, Ursula Strauss, uvm.

    Hatte mich gerade noch das ZDF mit dem kleinen Gangster-Thriller "Der Feind meines Feindes" überrascht, ackert nun die ARD gleich mit einem Mehrteiler eifrig gegen ihr moralinsaures Renommée an: "Euer Ehren" erzählt die sich immer schneller drehende Abwärtsspirale, in die der von Sebastian Koch mit einer schon bemerkenswert stoischer Ernsthaftigkeit gespielte Richter Jacobi gerät, nachdem sein Sohn den Spross eines Serben-Clans mit dem Auto über den Haufen gefahren hat. Das Vertuschen der Tat reißt in weiterer Folge Unbescholtene und Unbeteiligte mit sich in den Abgrund und führt zu einem Bandenkrieg zwischen den Serben und dem ortsansässigen Lokalpatronen Uli Lindner, hinreißend hintersinnig durch Tobias Moretti dargestellt.

    In sechs Mal 45 Minuten (in der Mediathek) bzw. drei Mal anderthalb Stunden (in der Fernsehausstrahlung) liefert der Berliner Autor und Regisseur David Nawrath Hochspannung ohne Verschnaufpause. Das Sujet bringt mit sich, dass große Vorbilder - im wahrsten Sinne des Wortes - hier und da Pate stehen. So kennt man den alternden Mafiaboss und dessen vergebliche Versuche, seinen jüngsten Spross aus den kriminellen Machenschaften herauszuhalten, von Coppolas "Der Pate". Ebenso fühlt man sich stark an "The Italian Job" bzw. "Charlie staubt Millionen ab" erinnert, wenn auch bei Nawrath ein grollender Lamborghini durch die Alpenlandschaft donnert und so eine fast schon liebevolle Reminiszenz an Peter Collinsons legendäre Auftakt-Sequenz aus dem Jahr 1969 liefert.

    Die eigentliche Show in diesem Mehrteiler liefert fraglos Tobias Moretti. Nawrath drehte seine deutsch-österreichische Co-Produktion vor der imposanten Kulisse des Innsbrucker Landes in Tirol, aus dem Moretti stammt und dessen, für hiesige Verhältnisse gewöhnungsbedürftige, Mundart er beherrscht. Unkalkulierbar bleibt der von Moretti dargestellte Schlachthaus-Besitzer mit Hang zu Korruption, Rauschgift und Bandenkriminalität. Hierzu schrieben ihm die Drehbuchautoren herrliche Dialoge auf den Leib, zauberte ihm die Maske eine skurrile Perücke. Eine wirklich herrlich unwirtliche Gestalt!

    Die ARD-Mediathek hält den Mehrteiler noch bis zum 01.08.2022 zum Abruf bereit.

    Gruß
    Jan

  • Zitat von michro im Beitrag #174

    Der Constantin-Verleih (Barthel/Gerhard F. Hummel ?) wollte Arent nach Voransicht des Filmes feuern. Begründung: Eddi habe den Butler miserabel gespielt.


    Stehen da tatsächlich die genannten Namen in Klammern in der Zeitung? Mir scheint, da hat ein Redakteur allzu hastig etwas formuliert, ohne vorab noch einmal nachzulesen. Dass der Name Barthel in diesem Zusammenhang Sinn ergibt, leuchtet noch ein. Stünde da der Name Hummel, so müsste der betreffende Redakteur eigentlich bei Joachim Kramp nachgelesen haben, denn der ist der einzige, der Herrn Hummel eine bedeutende Rolle beimisst bzw. diesen überhaupt erwähnt. Dort aber steht ganz gewiss nicht, dass Arent seine Sache nicht gut gemacht habe. Ich würde das insofern mal als grotesken Irrläufer verbuchen.

    Gruß
    Jan

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