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  • Foren-Beitrag von Jan im Thema

    Zitat von patrick im Beitrag #10
    Zitat von Uli1972 im Beitrag #7
    "Der grüne Bogenschütze" ist für mich der schwächste Wallace der SW-Ära...

    Es folgen noch deutlich schwächere...

    Ja, zwei fallen mir da ein, nämlich "Zimmer 13" und "Das Rätsel der roten Orchidee". Darüber hinaus mangelt es mir leider an Vorstellungsgabe, welchen Film der Reihe ich außer den beiden genannten hinter dem Bogenschützen einreihen würde.

    Der wesentliche Kritikpunkt, nämlich Jürgen Rolands völlig aus dem Ruder geratener Faible für das, was er wohl als britische Schrulligkeit verstanden wissen wollte, ist ja bereits mehrfach angesprochen worden. Ich habe gewiss eine Ader für Rolands bisweilen derbe Humoreinlagen und bin auch ansonsten ein großer Roland-Fan. Im Falle des Bogenschützen indes gingen dem Hauptspielleiter leider die Verhältnismäßigkeiten vollends flöten. Abgesehen von Karin Dor, Heinz Weiss und Hans Epskamp bemüht sich nahezu der vollständige Cast darum, aus dem Bogenschützen einen Knallchargen zu machen. Die durchaus gut ausgesuchten und auch tatsächlich gut ausgestatteten Sets werden zur Bühne für das, was sich der Deutsche unter englischem Humor vorzustellen glaubt. Ganz davon abgesehen, dass es in diesem Fall mit der Vorstellung nicht recht weit her war, konterkariert das Schießbuden-Ensemble jeden Ansatz, Spannung und kriminalistische Handlung aufkommen zu lassen. Was Jürgen Roland hier geritten hat, nach dem famosen roten Kreis eine derartige Bruchlandung zu vollbringen, bleibt Spekulation. Möglicherweise war es nach den durchaus hart geratenen Reinl-Filmen das Ansinnen von Verleih und Produktion, die Reihe in eine neue Richtung hinwein auszuprobieren. Möglich auch, dass dem mitschreibenden Wolfgang Menge, durchaus auch ein Freund deftiger aber nicht immer treffsicherer Lustigkeiten, eine gewisse Mitschuld am Misslingen des Films in die Schuhe zu schieben ist.

    Was unter dem Strich auf Ewigkeit vom Bogenschützen bleiben wird, ist die durchaus bemerkenswerte Besetzung mit dem ebenfals bereits mehrfach angesprochenen Gert Fröbe. Fröbe spielt den Abel Bellamy mit den gleichen Mitteln wie Jahre später den Räuber Hotzenplotz. Er grimmassiert, chargiert und poltert durch die drögen Dialoge, als könne ihm das ganze Machwerk kaum etwas anhaben. Er erduldet sichtbar die unfreiwillig komische Krawatte ebenso wie den Nadelstreifenanzug im Al-Capone-Stil mit der ihm eigenen Würde.

    Nein, der Bogenschütze - passenderweise zurecht gemacht wie ein Tanzvirtuose in Tatjana Gsovsky Fernsehballet - kann als erster echter Tiefschlag der Reihe bezeichnet werden. Einen Punkt vermag ich für Gert Fröbes Tapferkeit zu zücken, einen weiteren für die zum Teil aparten Dekors und die anständige Ausstattung. Macht dann in Summe 2 von 5 Punkten und damit ist dieser letztlich total farblose Bogenheini dann auch ausreichend bepunktet.

    Gruß
    Jan

  • Edgar Wallace AusstrahlungenDatum02.12.2018 09:25
    Foren-Beitrag von Jan im Thema

    Zitat von TV-1967 im Beitrag #472
    Wer hatte eigentlich gestern den "Unheimlichen Mönch" im BR gesehen? Ist da niemandem etwas aufgefallen? Der komplette Vorspann (wo das Auto brennt) und die Credits (Hallo, hier...) waren in sw. Und dann noch eine Kuriosität! Auf dem Zettel den Sir John und Bratt lesen steht ja auf der DVD/Blu Ray "HALTET EUCH HERAUS AUS DER SACHE! DER MÖNCH!" In der gestrigen Fassung steht tatsächlich das Ganze auf Englisch "Keep Out Of This Affair! The Monk"...sehr seltsam??? Obwohl in HD gesendet waren viele Grieselchen im Bild zu sehen.Jedenfalls ist das Bild auf der BluRay wesentlich klarer und besser gewesen...


    Ich habe das zwar gestern nicht gesehen, kenne aber eine Sat.1-Ausstrahlung aus den frühen 1990er Jahren, in der die Credits ebenfalls in s/w waren. Genau genommen kannte ich auch nur diese Fassung bis zum Erscheinen der DVDs und war dann damals einigermaßen überrascht, das brennende Auto mitsamt der Namen in Farbe präsentiert zu bekommen. An den Zettel kann ich mich indes nicht mehr erinnern. Ich meine, dass der gar nicht zu sehen war und dass Sir John das nur vorgelesen hat.

    Etwas Vergleichbares gibt es auch beim Farbmönch: In meiner damaligen VHS-Fassung von Sat.1 findet Konrad Geord inmitten seiner veränderten Apparaturen auch einen Drohbrief. In meiner Fassung steht dort "Farai la stessa fine". Ich habe mich jahrelang gefragt, warum der Mönch da auf einmal Italienisch spricht.

    Gruß
    Jan

  • "Derrick" oder: das andere KonzeptDatum28.11.2018 00:02
    Foren-Beitrag von Jan im Thema

    Zitat von Gubanov im Beitrag #893

    Zitat von Derrick: Riekes trauriger Nachbar
    Das Fotomodell Rieke Körner sitzt auf einer Parkbank




    Gott-oh-Gott, wie viele tote Frauen sitzen eigentlich bei Reinecker noch auf der Parkbank? Hat das alles in allem mal jemand gezählt? Da kann man ja bald einen eigenen Wettbewerb mit Tote-Frauen-sitzen-auf-der-Parkbank-Episoden veranstalten.

    Auch ansonsten klingt alles zu dieser Episode so, als müsste ich die unbedingt sehen, um mal so richtig in Stimmung zu kommen. Das klingt alles nach echtem Hasskappen-Faktor. Danach werde ich wahllos irgendwas zerstören!



    Gruß
    Jan

  • Foren-Beitrag von Jan im Thema

    Zitat von Uli1972 im Beitrag #156
    Über die Tatsache, dass es keinen "Triple-Wixx"-Kinofilm als Abschluss der Reihe geben wird, steht hier ja bis heute nichts. Naja, es ist ja auch ein Bewertungs-Thread. Vielleicht wurde das ja schon an anderer Stelle erwähnt. Leider musste man feststellen, dass den Herren Kalkofe und Pastewka letztlich doch das Geld und vor allem persönliche Eitelkeiten wichtiger waren, als ihre ach so grosse Leidenschaft für die Wallace-Filme. Seine zumindest irgendwann mal angedeuteten weiteren Aktivitäten in Sachen Wallace auf Netflix, könnte sich Kalkofe von mir aus ohnehin an den Hut stecken. Er ist längst als reiner Kommerz-Fuzzi und Selbstdarsteller enttarnt. Im Endeffekt natürlich auch keine grosse Überraschung...

    Diese Einstellung teile ich jetzt nicht wirklich. So ein Film kostet enormes Geld. Würdest Du da Deines vom Bankkonto aus Liebe zu Edgar Wallace komplett hinein pumpen und letztlich zittern, ob es wieder eingespielt wird oder - wenn nicht - einen Haken dahinter machen und freudig den Millionen hinterher winken? Ich denke nicht. Film ist ein Geschäft wie jedes andere auch. Am Wixxer sind einige Gelgeber beteiligt, die vermutlich eher rechnen als Liebe bekunden. Es ließe sich ein dritter Wixxer-Teil noch so liebevoll gestalten. Wenn die Zuschauer ausbleiben, sind die Scheine weg.

    Gruß
    Jan

  • Bewertet: "Der rote Kreis" (1959/60, 2)Datum22.11.2018 19:46
    Foren-Beitrag von Jan im Thema

    Zitat von Gubanov im Beitrag #19
    Weiß man, in welchen Studios genau die nötigen Nachsynchronisationen bei einzelnen Wallace-Filmen vorgenommen wurden?

    Das kann ich nur für die klassischen CCC-Filme sagen, deren Synchronisation bzw. im Wesentlichen ja die Off-Texte (z.B. Telefonate) bei CCC im direkten Nachgang der Aufnahmen entstanden. Hat Freddy natürlich selbst gemacht (und separat abgerechnet ). Bei den in Hamburg entstandenen Filmen dürfte es ein Ton-Studio in Hamburg gewesen sein. Ob es diese Möglichkeit bei Studio Hamburg analog zur CCC gab, weiß ich nicht, könnte ich mir aber gut vorstellen. Gleiches mutmaßlicherweise beim Kreis. Kaum wird man Friedrich Schütter nach Dänemark gekarrt haben. Schütter war überwiegend in Hamburg tätig, daher würde ich sehr davon ausgehen, dass auch die Kreis-Synchro und -Off-Texte in Hamburg entstanden sind.

    Zum Kreis selsbt schreibe ich noch.

    Gruß
    Jan

  • Foren-Beitrag von Jan im Thema

    Gerade eben so bekomme ich auch noch die Kurve und will etwas zum Frosch beisteuern:

    Der Erstling einer so lang andauernden und auch so erfolgreichen Serie ist wohl immer ein wenig etwas Besonderes. So steht der Frosch neben dem Gasthaus oder dem Hexer häufig synonym für die Wallace-Filme, und er gehört gefühlt auch zu den häufig wiederholten Beiträgen der Serie. Meine erste (flüchtige) Begegnung mit ihm hatte ich in den 1980er Jahren. Seinerzeit gab es im (ich glaube) ZDF an mehreren Sonnabenden im Hochsommer den sog. Wunschfilm, den die Zuschauer aus drei vorgeschlagenen Kinofilmen per Telefon selbst bestimmen durften. Ein probates Mittel gegen das Sommerloch quasi. Einer dieser Wunschfilme war der Frosch, und er setzte sich gar gegen US-amerikanische Actionfilme durch, wenn ich das noch recht zusammen bekomme. Damals bekam ich einen ersten Eindruck von Edgar Wallace, ohne zu ahnen, dass da noch 31 weitere Filme dieser Machart existieren würden.

    Echte Aufmerksamkeit widmete ich dem Film allerdings erst anlässlich einer der zahlreichen Sat.1-Ausstrahlungen zu Beginn der 1990er Jahre. Damals mit hinlänglicher Begeisterung. Einer Begeisterung, die letztlich bis heute kaum nachgelassen hat. Bedenkt man das Entstehungsjahr und die bis dahin seit Ende des Zweiten Weltkrieges in Deutschland mehrheitlich entstandenen Unterhaltungsfilme, so stellt der Frosch schon eine kleine Revolte im oftmals zahmen Einerlei dar. Der Zuschauer wurde gefesselt und geschockt statt getätschelt und gerührt. Nach nur wenig kommerziell erfolgreichen Kriminalfilmen in den 1950er Jahren traute sich die Rialto mit der Verfilmung des Frosches einiges, gewann aber dann deutlich.

    Regisseur Harald Reinl schöpfte aus dem Vollen, scheute keinen noch so drastischen Kontrast zum quietschebunten Wirtschaftswunder-Kino, präsentierte nasses Kopfsteinpflaster und karge Industrieruinen anstatt saftig-grüner Almwiesen und urig-heimeliger Jägerhütten, machte einen untersetzten Schwerverbrecher hinter einer hässlichen Glupschaugen-Maske zum Zentrum des Geschehens anstatt die Aufmerksamkeit auf föhnfrisierter Gutelaunemenschen zu lenken. Überhaupt gibt es in diesem Kriminalfilm reinsten Wassers nur wenig zu lachen. Weder für die zahlreich dahinscheidenden Helfershelfer, die der Frosch mit zum Teil erstaunlicher Brutalität ins Jenseits befördert, noch für den gebannten Zuschauer, der sich allenfalls an Eddi Arents Interpretation eines englischen Butlers belustigen kann. Der Frosch fesselt durch die Konsequenz, mit der er ein Kriminalfilm sein will. Reinl ließ sich dabei nicht beirren, inszenierte leerlauffrei, wie man es von ihm gewohnt ist.

    Über die zahlreichen Logikfehler ist bereits einiges geschrieben worden. Letztlich sind es Kleinigkeiten, die dem Gesamtwerk keinen Abbruch tun. Will man etwas kritisieren, so wird man vermutlich im Wesentlichen bei der Hauptdarstellerin Eva Anthes fündig. Weitestgehend talentfrei geht ihr das gewisse Etwas ihrer zahlreichen Nachfolgerinnen dann doch deutlich ab. Abseits dessen gibt es an diesem Film jedoch nahezu nichts auszusetzen.

    Fazit: Der Frosch präsentiert die heute legendären Zutaten der deutschen Edgar-Wallace-Serie in Reinkultur. Produzent Preben Philipsen kann ein überaus glückliches Händchen bei der Wahl des Regisseurs sowie der beiden so verschiedenen Hauptdarsteller Fuchsberger und Lowitz attestiert werden. Gerne vergebe ich für das Resultat 4,5 Punkte.

    Gruß
    Jan

  • Babeck (1968, TV)Datum15.10.2018 19:44
    Foren-Beitrag von Jan im Thema

    Zitat von Gubanov im Beitrag #21

    Zu den belastenden Unterlagen, mit denen Dr. Brenner erpresst wird: Seine Haushälterin (Helma "Rehbeinchen" Seitz) sagt in Teil 1 ziemlich deutlich, dass Brenner im Krieg tief in üble Machenschaften verwickelt gewesen sein muss, weil danach einige Patienten sich weigerten, sich von ihm behandeln zu lassen. Womöglich war er KZ-Arzt?

    Das würde zumindest erklären, warum es für die Unterlagen keine rechte Erklärung im Film gibt. Um NS-Bezüge hat man sich in den 1960er Jahren, wenn sie denn wirklich auf die Mattscheibe oder die Leinwand kommen sollten, letztlich dann doch herumgedrückt, sie verklausuliert oder gleich ganz weg gelassen. Siehe auch die deutsche Fassung des "Quiller-Memorandums" oder, oder.

    Gruß
    Jan

  • Foren-Beitrag von Jan im Thema

    Klingt tatsächlich gut - auch ich habe einige Filme ewig nicht gesehen. Außerdem bringt mich der Gruppenzwang dann auch dazu, jene Filme einmal wieder in den Player zu stecken, um die ich mich ansonsten gerne herumdrücke. Ich bin also auch dabei!

    Gruß
    Jan

  • Der Tod läuft hinterher (1967, TV)Datum08.10.2018 22:35
    Foren-Beitrag von Jan im Thema

    Zitat von Georg im Beitrag #53

    Zitat von Ray im Beitrag #50
    wenigstens hochklassige Einteiler wie "Hotel Royal"
    Den Hype um diesen Film habe ich nie verstanden. TROTZ Becker und erstklassiger Besetzung ist der Film doch eher nur Durchschnitt, was ich auf Matray/Krüger zurück führe.


    Und das ist noch freundlich formuliert. Ich kenne keinen schlechteren Wolfang-Becker-Film und habe mich selten so gelangweilt wie im Falle "Hotel Royal".

    Gruß
    Jan

  • Der Tod läuft hinterher (1967, TV)Datum07.10.2018 22:12
    Foren-Beitrag von Jan im Thema

    Zitat von Gubanov im Beitrag #51
    Und ich bin mir nach "Der Tod läuft hinterher" nun nicht mehr ganz so sicher wie früher, dass meine Entscheidung pro Durbridge ausfallen würde ...

    Dem könnte man lax entgegnen, dass Du Dir bitte auch noch die anderen beiden (erneut) angucken mögest, um wieder zu wissen, warum.

    Auch für mich zählt "Der Tod läuft hinterher" zu den besten TV-Krimis der 1960er Jahre, und der Dreiteiler hat sich ganz gewiss nicht hinter den besten Durbridges zu verstecken. Seine wie angesprochen überaus starke Besetzung in Verbindung mit der spannenden, wenngleich sehr althergebrachten Handlung wissen zu fesseln. Erich Ferstls Score ist ein Ohrwurm und die London-Szenen schmeicheln dem Auge des Betrachters. Rundherum ist der Dreiteiler UNterhaltung auf höchstem bundesdeutschen Niveau. Allerdings ging der Trend dann bei Reinecker m.E. im Zeitraffer bergab. Aber das kann dann ja Thema der anderen Threads sein.

    Gruß
    Jan

  • Foren-Beitrag von Jan im Thema

    Fassungslos und mit dicken Tränen des Entsetzens lese ich die Rangliste und bleibe stumm zurück...




    Gruß
    Jan

  • Foren-Beitrag von Jan im Thema

    Zitat von Gubanov im Beitrag #15

    Etwas anderes wurde auch, soweit ich weiß, nie behauptet. @Jan: Kann es sein, dass du bzgl. eines ungewohnten Hamburg-Ausflugs bei den typischen Berliner Farb-Wallace-Filmen den "Gorilla" mit dem "Glasauge" verwechselst, für das tatsächlich Szenen im Hamburger Hafen gedreht worden sein sollen?


    Zumindest habe ich es dort, wo ich es sicher zu finden glaubte, nicht gefunden - nämlich in Joachims "Hallo"-Buch. Dass ich es mit dem Glasauge verwechsel, scheint so zu sein, wobei ich mir beim Glasauge angesichts der im Bild sichtbaren Frachtschiffe eigentlich immer sicher war, dass das nicht in Berlin gedreht worden sein kann, weil die Pötte einfach zu groß sind.



    Gruß
    Jan

  • Foren-Beitrag von Jan im Thema

    Zitat von Marmstorfer im Beitrag #13
    Zitat von Jan im Beitrag #12

    Zitat von florian im Beitrag #11

    Welche Szene meinst du denn im Gorilla-Film?


    Die im Hafen, in der Sugar in die vermeintliche Themse springt. Ich meine, das soll auch Hamburg sein.


    Die Szene dürfte mit ziemlicher Sicherheit im Berliner Westhafen aufgenommen worden sein; da genügt beinahe schon eine Google-Bildersuche, um den Verdacht zu bestätigen.


    Das meine ich nämlich auch!

    Gruß
    Jan

  • Foren-Beitrag von Jan im Thema

    Zitat von florian im Beitrag #11

    Die Antwort ist aber im politischen Berlin der 60iger Jahre zu finden. Wo hätte man denn in Berlin eine Bahnhofsszene drehen sollen? Das war doch alles Territorium der Deutschen Reichsbahn, sprich der DDR. Der Mauerbau lag noch kein komplettes zurück. Eine Drehgenehmigung hätte die Reichsbahn wohl nicht erteilt.


    Guter Punkt! Da hätte ich auch drauf kommen können. Ich stimme Dir zu, dieser Umstand spricht zumindest in jenen Jahren gegen Aufnahmen auf einem Berliner Bahnhof. Und in der Tat ist mir eben ein Anhaltspunkt aufgefallen, der den Drehort recht genau bestimmen könnte: Hinter dem stummen Friedrich Joloff steht zu Beginn des Films eine Lok vom Typ V65 der Deutschen Bundesbahn. Bei wikipedia fand ich zu diesem Loktyp folgendes: "Die 15 Lokomotiven wurden zunächst im Raum Marburg (Lahn) vor leichten Reisezügen eingesetzt, im Jahre 1964 wurden sie dort jedoch von der leistungsfähigeren V 100 abgelöst. [...] Die übrigen zehn Loks waren in Hamburg-Altona (unter anderem auf der dortigen Hafenbahn) eingesetzt." Hamburg also ganz sicher, möglicherweise ist es Altona.

    Zitat von florian im Beitrag #11

    Welche Szene meinst du denn im Gorrila-Film?


    Die im Hafen, in der Sugar in die vermeintliche Themse springt. Ich eine, das soll auch Hamburg sein.

    Gruß
    Jan

  • Foren-Beitrag von Jan im Thema

    Zitat von florian im Beitrag #1

    0:01:22 bis 0.04:31 Waterloo-Station (Hamburger Hauptbahnhof)
    0:30:59 bis 0:32:40 Flughafen (Hamburg)

    Worauf stützt sich eigentlich diese Erkenntnis? Gibt es da bauliche Anhaltspunkte, welche die beiden Drehorte klar identifizieren? Ich habe mich stets gefragt, warum man in Berlin einen Film macht, um dann wegen zwei Szenen, die ebenso gut in Berlin hätten gedreht werden können, die (seinerzeit) beschwerliche Reise nach Hamburg auf sich nehmen sollte. Eine ähnliche Frage ergibt sich beim Gorilla.

    Gruß
    Jan

  • Foren-Beitrag von Jan im Thema

    Ich habe die erste Staffel bereits durch und bin durchaus angetan davon. Es stehen hier - erwartungsgemäß! - die Dekors und Bauten ziemlich deutlich im Vordergrund, jedoch sind sie so wunderbar gut gelungen, dass es wenig weh tut, den einen oder anderen Durchhänger in der nicht über die Maßen komplexen Geschichte zu verwinden. Die Darsteller hingegen sind zumindest für mich nicht derart erwartungsgemäß ausgesucht: Anstatt auf große Namen bei den Hauptrollen zu setzen, präsentiert "Babylon Berlin" einige weniger bekannte Gesichter in großen Rollen und verweist deutsche TV-Stars wie Benno Fürmann oder Lars Eidinger in die zweite Reihe. Hochkarätig bleibt das Ensemble dennoch durch die Bank. In ihrer naiv-liebevollen Darstellung brilliert die schöne Liv Lisa Fries an erster Stelle noch vor dem viel spröder angelegten Part Volker Bruchs. Will man unbedingt etwas bemängeln, mag man anführen, dass vergleichbar angelegte Serien wie beispielsweise "Die Sopranos" besser darin sind, ihre Zuschauer an die Charaktere zu binden. Eine echte Identifikationsfigur in "Babylon Berlin" ist schwer auszumachen. Am ehesten ist es wohl die von Liv Lisa Fries dargestellte Lotte.

    Letztlich muss auch in so einer kurzen Bewertung ein Wort zum Soundtrack verloren werden. In Zeiten simpler Klangteppiche ist das 40-Millionen-Euro-Werk natürlich in der Lage, einen ganz anderen Sound aufzufahren. Gekleckert haben die Macher folglich nicht. Die vom MDR-Sinfonieorchester eingespielten Stücke wirken monumental und modern bzw. fast zeitlos. Das Hauptstück "Zu Asche - zu Staub" hat nicht nur echten Ohrwumrcharakter, es könnte mit seinem Drum-Solo auch ein Kind der 1960er Jahre sein. So gereicht die Tanzszene im famos ausgestatteten Nachtclub Moka Efti zum optischen wie klanglichen Höhepunkt in der ersten Staffel. Musikalisch stimmt in "Babylon Berlin" alles, ein echter Wurf!

    Zusammenfassend bin ich überaus zufrieden mit der ersten Staffel und freue mich, bald die zweite hinterherschieben zu können!

    Gruß
    Jan

  • Foren-Beitrag von Jan im Thema

    Zitat von Georg im Beitrag #98
    Ist eigentlich schon mal jemandem aufgefallen, dass Regisseur Edwin Zbonek ca. bei 1:12:30 einen Cameoauftritt hat?

    In Ermangelung seines Aussehens: mir nicht! Interessante Info dennoch. Ist er der Mann auf der Straße, der den Zettel erst aufhebt und dann wegwirft, den Maria Perschy aus dem Fenster bei Dieter Borsche geworfen hat?

    Gruß
    Jan

  • Foren-Beitrag von Jan im Thema

    Zitat von greaves im Beitrag #3
    Ich meine die Villa mit dem Türmchen (links)...meine Theorie ist:wie es aussieht,sind die Fotos vor dem 2.Weltkrieg entstanden.
    Im Krieg ist das Gebäude beschädigt worden,auch der Turm.

    Diese Theorie würde ich grundsätzlich unterschreiben. Allerdings kommen dafür in Berlin, vor allem rings um Grunewald, Dahlem, Havel sowie der zahlreichen kleinen Seen, unzählige Villen infrage. Zwar ist diese Region im Kriege weit weniger zerbombt worden als andere Teile der Reichshauptstadt, jedoch haben da Querschläger und Fehlabwürfe durchaus einige Schaden angerichtet. Auf den Grundstücken, auf denen heute typische Bauhaus-Villen stehen, standen ja zuvor Gründerzeit-Villen, von denen letztlich jede die aus dem Mönch gewesen sein könnte. Ich glaube auch nicht, dass man über das Gebäude selbst weiter kommt. Wenn man es eines Tages herausfinden sollte, dann am ehesten über das sehr ausladende Grundstück, das waldähnlich anmutet. Vielleicht entdecht auch noch einmal jemand ein Detail ähnlich der Hausnummer aus der Clayallee bei der Gräfin. Bislang ist mir das aber leider noch nicht gelungen...

    Gruß
    Jan

  • Wallace-Tour in BerlinDatum19.09.2018 23:44
    Foren-Beitrag von Jan im Thema

    Tatsächlich ein sehr interessanter Fund. Auf die Idee mit der hohen Hausnummer wäre ich gar nicht einmal gekommen. Danke für die Bilder!

    Sehr drollig auch der Bildausschnitt, der Blacky zeigt, wie er über die Clayallee geht. Da stehen im Hintergrund gut sichtbar die deutschen Straßenleuchten und nur neben die Hausnummer 263 hat man diese nicht wirklich dazu passende aber englisch anmutende Laterne gestellt. Das ist mir so noch nie aufgefallen.

    Gruß
    Jan

  • Foren-Beitrag von Jan im Thema

    Schauderhaft. Nicht weil ich es als Majestätsbeleidigung auffassen würde. Ganz sicher nicht. Es ist, dem Trailer nach zu urteilen, schlicht miserabel gemacht.

    Je mehr die deutsche Filmindustrie vorsätzlich derartige Totalausfälle verbricht, desto weniger kann ich noch Mitleid für sie aufbringen.

    Gruß
    Jan

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Jan
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