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  • Foren-Beitrag von Jan im Thema

    Zitat von schwarzseher im Beitrag #19

    Fehlende Türschwellen usw ...geschenkt ....hab ich bei zig mal ansehen noch nie gemerkt.Warum ? zu oberflächlich ? eher sehe ich die Filme rel. unkritisch und suche jetzt nicht nach minus Punkten sondern lasse mich einfach "mitnehmen" und das klappt auch beim Hexer.

    Das ist ja auch nichts Negatives mit den Türschwellen. Das ist bei Atelieraufnahmen nun einmal (häufig) so. Ich achte da schon ein paar Jahre drauf, und es ist immer ein treffliches Indiz immer dann, wenn man sich nicht ganz sicher ist, ob etwas im Atelier oder an Originalschauplätzen entstandten ist. Hier ging es eher um die Kulissenhaftigkeit, weil man solche Umstände ja betonen oder vertuschen kann.

    Gruß
    Jan

  • Foren-Beitrag von Jan im Thema

    Ganz so arg gehe ich mit dem Film nicht ins Gericht, wenngleich auch ich sagen muss, dass ich den Hexer in letzter Konsequenz für überbewertet halte. Das bereits häufig angesprochene Ensemble ist freilich von allererster Güte, gut aufgelegt ist es zudem. Die Schauspielerführung ist wieder einmal quirlig, die Tempo-Taktung der Regie erwartungsgemäß hoch. Und doch zündet das Gesamtwerk nicht so wohlig wie zuvor. Woran das liegt? Sicher am fehlenden Flair des Buches. Herbert Reinecker hat bei seinem Einstand abseits der Verwendung der Hexer-Maskerade die Sex-Komponente betonter in die Reihe getragen und mit dem Mädchen-Heim einen Subplot gezeichnet, der die Reihe bis 1969 in wenngleich immer wieder leicht abgewandelter Form begleiten sollte. Bedauerlicherweise vergaß er darüber hinaus offenbar, sich mit dem Wallace'schen Grundton besonders auseinander zu setzen. Die Konsequenz ist, dass der Hexer vergleichsweise deutsch daherkommt und so ein ganz klein wenig und zaghaft erstmals auf der Exploitation-Welle zu reiten versucht, die sich in jenen Jahren langsam aber sicher in die Kinos schlich. Besonders derbe oder konsequent ist Reinecker dabei hier noch nicht; eine Änderung in der Grundauslegung indes ist gegenüber den vorherigen Beiträgen unverkennbar.

    Zu willenlosen Begeisterungsstürmen veranlassen mich zudem auch nicht die Leistungen der eigentlichen Garanten Thomas und Löb. Währenddessen der Erstgenannte meiner Erinnerung zufolge im Nachgang unumwunden zugab, dass ihm einfach beim Hexer nichts eingefallen ist, trifft dies wenngleich unausgesprochen auch auf den Zweitgenannten zu. Wieder haben wir es mit einem Film zu tun, der einen hohen Atelier-Anteil hat. Abgesehen von der im Telefon montierten Kamera kann ich mich indes an kaum einen echten optischen Höhepunkt erinnern. Die Bilder wirken belangloser als zuvor.

    Der Hexer markiert für mich zudem den Startpunkt eines kleinen Durchhängers beim Regisseur innerhalb der Reihe. Ohnehin sind die in 1964 und 1965 entstandenen Vohrer-Filme in meinen Augen nicht gerade dessen unbedingte Aushängeschilder; er fand vor allem mit "Lange Beine - Lange Finger" wieder den alten Tritt. Insofern gesellt sich hier zu einem mich nicht bis ins Letzte überzeugenden Buch auch ein schlaffer wirkender Regisseur, der eine gewisse Hexer-Lethargie gehabt zu haben scheint, die sich im Sequel noch erheblich deutlicher feststellen lassen sollte.

    Fazit: Bombig besetztes Prestigeprojekt der Rialto, das letztlich hinter den filmischen Erwartungen zurückbleibt, im Falle Herbert Reineckers eine gewisse Startschwierigkeit sowie im Falle Alfred Vohrers eine gewisse Kreativitätsdelle offenbart. Das famos aufgelegte Ensemble vermag die kleinen Unzulänglichkeiten zwar über weite Strecken zu überdecken, gänzlich zu vertuschen sind sie indes nicht. Seeeeehhhhr knappe 4 von 5 Punkten.

  • Foren-Beitrag von Jan im Thema

    Zitat von Count Villain im Beitrag #12
    Zitat von Jan im Beitrag #11
    Meinst Du damit die Szene, in der Sophie Hardy in das Vorzimmer von Sir John geht und die Kamera - zunächst ihren Füßen folgend - vor der Tür quasi durch die nicht existente Wand in das Vorzimmer fährt?


    Exakt! Bei einem abgefilmten Theaterstück würde ich mir das ja noch gefallen lassen oder wenn die ganze Inszenierung auf surreale Kulissenhaftigkeit aufgebaut ist (wie z. B. bei der Hokuspokus-Version mit Rühmann und Pulver), aber nicht bei einem "Real-Film". Da empfinde ich diesen "Gag" doch eher störend.

    Ja, aber exakt das war meiner Meinung nach beabsichtigt, und es war keineswegs eine Unsauberkeit oder gar unbeabsichtigt. Alfred Vohrer hat solch' eine Kamerafahrt in zahlreichen Filmen gemacht. Bei Derrick gibt es in diversen Episoden Vergleichbares: Der jeweilige Darsteller kommt vom Flur in das große Büro neben Derricks Büro. Die Kamera ist auf Schienen montiert und steht direkt hinter Bergers Schreibtisch, sie erfasst den Darsteller, bleibt auf ihm wie er durch das große Büro zur Verbindungstür zu Derricks Büro geht und läuft dann "durch" die Wand in Derricks Büro. Das ist eine beabsichtigte Kulissenhaftigkeit, wie sie sich bei Vohrer ja nicht nur an solchen Kamerafahrten, sondern auch an diversen anderen Punkten festmachen lässt. Ich bin überzeugt davon, dass er das gerade bei Wallace noch viel drastischer gemacht hätte, wenn man ihn gelassen hätte. Die Räume und Bauten sind letztendlich deswegen nicht so surreal, wie sie hätten sein können. Aber als Vertreter des Realismus würde ich sie keineswegs bezeichnen. Alles wirkt künstlich und bewusst unecht, Mobilar und Ausstattung werden teils zweckendfremdet. Die Szenerie ist grundsätzlich eher fantastisch und theaterhaft. Sie ist fast immer in die eine oder in die andere Richtung überzeichnet mit Spinnenweben im Zuckerwattenstil oder Staub aus Backpulverdosen einerseits, glattflächigen und vollkommen steril gehaltenen Räumen andererseits. Wände, Türen oder Mauern sollen Beton, Holz oder Backsteine vorgaukeln, sind aber gut erkennbar nichts weiter als Pappmachée. Türen im Atelier haben fast immer keine Türschwelle. Anstatt es zu vertuschen, lässt Vohrer auf die Füße eines in den Raum eintretenden Darsteller schwenken und erfasst neben den Füßen so auch den Studioboden ohne Türschwelle, dafür aber mit deutlich erkennbar nur aufgesetzten Wänden. Ich ordne das ganz klar als inszenatorisches Stilmittel ein.

    Gruß
    Jan

  • Foren-Beitrag von Jan im Thema

    Zitat von Count Villain im Beitrag #10
    fehlende Wand neben einer Tür

    Meinst Du damit die Szene, in der Sophie Hardy in das Vorzimmer von Sir John geht und die Kamera - zunächst ihren Füßen folgend - vor der Tür quasi durch die nicht existente Wand in das Vorzimmer fährt?

    Gruß
    Jan

  • Bewertet: "Zimmer 13" (1963/4, 15)Datum08.03.2019 11:53
    Foren-Beitrag von Jan im Thema

    Zitat von Count Villain im Beitrag #14
    Ach, was mich auch etwas stutzig gemacht hat, ist die Tatsache, dass Hans Clarin im Vorspann mit einer "und"-Nennung hervorgehoben wird. War er zu der Zeit so bekannt/beliebt?

    Ja, wundert mich auch etwas - zumal es in "Wartezimmer zum Jenseits" recht ähnlich ist und sich Clarin hier am Ende der Darstellerliste eine große Bildtafel mit Klaus Kinski teilt. Möglicherweise war geplant, Hans Clarin als Alternative zu Eddi Arent aufzubauen und so bekam er auch dessen Platz bei den Credits.

    Gruß
    Jan

  • Aktuelle deutsche TV-FilmeDatum03.03.2019 22:17
    Foren-Beitrag von Jan im Thema

    Zitat von Giacco im Beitrag #34
    Stimmt schon, es war eine Fließbandproduktion mit den üblichen Klischees. Wenn ich da aber an den von Rick Ostermann inszenierten ZDF-Krimi "Ostfriesensünde" mit einer nervenden Christiane Paul als Kommissarin, oder an die beiden "Prag-Krimis" (ARD) mit dem von mir ansonsten sehr geschätzten Roeland Wiesnekker in der Hauptrolle, denke, fand ich "Vermisst in Berlin" doch um einiges unterhaltsamer und erträglicher. Wobei ich sagen muss, dass meine Erwartungshaltung auch nicht sonderlich hoch war.

    Diese Städte-Krimis der ARD (gibt's glaube ich auch mit Istanbul und Bozen) habe ich nie angesehen - das ließt sich schon vorab wie TV-Unterhaltung auf Pauschalreiseniveau. Christiane Paul habe ich einmalig gesehen und war ähnlich genervt wie Du.

    Aus gegebenem Anlass heute mal wieder ein anderer aktueller Tipp: Oft genug bin ich wie ein Wilder über die Güte des aktuellen "Tatort" hergezogen. Tatsächlich gucke ich nur noch ausgewählte Episoden. Dazu zählen die mit Axel Milberg, weil ich den Schauspieler einfach mag und mir einbilde, dass dessen Tatorte weniger erhobene Zeigefinger haben als der ARD lieb sein kann. Heute gab's dann auch prompt die Bestätigung zu dieser Einstellung. "Borowski und das Glück der Anderen" ist ein Tatort wie aus dem Bilderbuch. Ein kleiner Film mit sehr überschaubarem Cast; neben Borowski selbst wird der Film vor allem von zwei bis drei weiteren Charakteren getragen, wovon besonders die Darstellerin der Peggy Stresemann (dargestellt von der für mich eher unbekannten Schauspielerin Katrin Wichmann) bei der Entwicklung einer durch Neid, Missgunst und Minderwertigkeitsgefühlen getriebenen Wahnvorstellung gezeigt wird. Tatsächlich gelingt Regisseur Andreas Kleinert und dem Autor Sascha Arango (der als Autor auch schon den ausgezeichneten "Borowski und der stille Gast" samt zugehörigem Sequel verantwortete) ein Film ohne jede Klischeehaftigkeit, locker, spannend, ironisch, überraschend und ungemein kurzweilig. Ein wunderbarer Film!

    Gruß
    Jan

  • Foren-Beitrag von Jan im Thema

    Zitat von Fabi88 im Beitrag #108

    Richard Angst war in der Lage jede Menge toller Bilder zu produzieren, allerdings sind in jedem Film dann auch wieder extrem schwache Momente dabei - sehr seltsam kadrierte Heranfahrten, unfassbar flach komponierte Bilder,... diese extreme Unebenheit kann man durchaus auch als "Unzulänglichkeit" bezeichnen.


    Ich bin nicht vom Fach wie Du - und deswegen sehr dankbar, mal etwas zur Kameraarbeit von einem echten Profi zu erfahren. Diese Sache, die Du als Unebenheit bezeichnest, ist mir tatsächlich im Henker auch aufgefallen. Gerade die nüchternen Aufnahmen im Polizeibüro stehen im Kontrast zu den extrem atmosphärischen Bildern bei Nacht außen. Allerdings war ich tatsächlich davon ausgegangen, dass es nicht als Unzulänglichkeit aufzufassen ist, sondern tatsächlich absichtlich so gestaltet ist. Felmy als reichlich konsternierter Beamter in ebensolchen Bildern quasi. Auch die Kiebach-Bauten passen dazu: nüchtern, fast spröde, seelenlos, letztlich ohne jedes Leben. Die Einstellungen sind grell ausgeleuchtet, die Bilder matt und - ja, tatsächlich! - irgendwie flach. Für mich passt das alles in allem aber zu dem, was hier die Handlung

    Seinen Platz in meiner ganz persönlichen Bestenliste der Kameramänner hat sich Richard Angst indes nicht durch den Henker erworben, sondern durch die John-Knittel-Verfilmung "Via Mala" von Paul May (1961). Ich bin bei jeder neuen Betrachten immer wieder begeistert über die durch und durch edel daherkommende Optik. Die Außenaufnahmen sind herlich tief und die Innenaufnahmen im Hause Lauretz oder im Sägewerk alle mit einem meisterlichen Kniff versehen: Um die Enge und Gedrungenheit noch optisch zu verstärken, hat Angst oft die Kamera auf Brusthöhe der Akteure montiert und leicht nach oben gefilmt. Eine Einstellung, die Innen wohl normalerweise recht selten vorkommt, weil es im Atelier normalerweise keine Decke gibt. Hier aber gibt es sie, bewusst tief eingezogen, und Angst hat da mit seinen Einstellungen eine echte Bedrückung geschaffen. Was die Außenaufnahmen anbelangt, fiele mir ansonsten nur noch Otto Heller ein, der in diesem Genre im Film "An heiligen Wassern" etwas der Angst'schen Aufnahmetechnik Vergleichbares zu Wege gebracht hätte.

    Zitat von Fabi88 im Beitrag #108

    Wenn nicht die Momente wären, wie das "Karottenkauen aus Kiefersicht" und Ähnliches, würde ich Karl Löb in die selbe Kategorie stecken - wobei diese Ideen wahrscheinlich eher auf Vohrers Kappe gehen.
    Ansonsten hat Löb wohl weit weniger "Wow-Momente" produziert als Angst, aber bei ihm fehlen eben Bilder, die ein Stirnrunzeln verursachen völlig.

    Löb schätze ich ähnlich wie Angst, wobei Löb eben auch einiges gemacht hat, was weniger nachhaltig war. Vielleicht auch deswegen, weil er einfach eine Unzahl an Filmen gemacht hat. Diese Impossible-Shots gehen sicher auf Vohrers Konto, ähnliches hat er ja beispielsweise auch mit Kurt Hasse als Kameramann gemacht. Allerdings bot auch Löb Wiedererkennungswert, selbst dann, wenn nicht Freddy Vohrer im Regiestuhl saß. Bei den "Herren mit der weißen Weste" (Staudte) gibt es einige Einstellungen (Türklinke in Großaufnahme mit blinkender Beleuchtung à la Kneipe am Fenster gegenüber), die sich bei Löb immer mal wieder finden. Ihm gebührt m.E. halt das Kompliment, den Wallace-Filmen trotz Farbe nicht den Garaus gemacht zu haben. Die Sache mit Licht und Schatten hat er selbst ab '66 noch recht gut im Griff gehabt.

    Beide - Angst und Löb - eint in meinen Augen aber noch was anderes: Beide wurden dem als bildgewaltigen Regisseur bekannten Fritz Lang zur Seite gestellt und beide haben in ihrer jeweiligen Zusammenarbeit mit dem großen "Optiker" nicht gerade ihre besten Arbeiten abgeliefert. Ich erinnere mich gut daran, dass ich nach dem ersten Sehen der "Tausend Augen" ein wenig ernüchtert war, hatte ich doch optisch etwas Vergleichbares zu Langs Vorkriegskrimis erwartet. Das war vielleicht etwas naiv in der Herangehensweise, jedoch würde ich selbst bei heutiger Betrachtung sagen, dass Karl Löb im Zusammenspiel mit Vohrer besser war als mit Lang.

    Gruß
    Jan

  • Foren-Beitrag von Jan im Thema

    Gerade der Vorwurf der optischen Unzulänglichkeit überrascht mich beim Henker allerdings auch. Richard Angst zählt für mich zu den besten Kameramänner des deutschen Films. Zugegebenerweise sind ie Atelierszenen in den beiden Polizeibüros recht steril eingeleuchtet und wirken blässlich. Indes hielt ich das stets für gewollt, um gerade Inspektor Hilliers tagtägliche Einöde im Polizistenberuf zu ver(sinn)bildlichen. Bei den diversen Außendrehs hat Angst m.E. alles gegeben und wunderbar schaurige Bilder eingefangen, die Karl Löb vermutlich auch nicht viel besser gemacht hätte.

    Gruß
    Jan

  • Bewertet: "Der schwarze Abt" (1963, 13)Datum27.02.2019 23:05
    Foren-Beitrag von Jan im Thema

    Zum ersten "Kutten-Beitrag" der Reihe fällt mir zumeist nicht besonders viel ein. Der Film tut nicht weh, setzt aber auch nicht die Akzente, die man aus der Verbrecherfigur hätte herausholen können. So oder so: Es ist fast schon eine Binsenweisheit, die eben auch den Abt trifft, wenn festgehalten werden muss, dass der so fähige Regisseur Gottlieb vom offenbar weniger bewanderten Drehbuchautor Gottlieb die Beine weggezogen bekommt. Das Bemühen um inhaltliche Andersartigkeiten und Abhebung vom bis dato Entstandenen ist auch dem Abt-Drehbuch kaum abzusprechen. Die vielgescholtene Dramaturgie - sie funktioniert einfach nicht in Gänze. Bei aller Liebe für's Abweichen von ausgetrampelten Pfaden, bleiben die Schwankungen im Tempo des Drehbuches zu eklatant, als dass man darüber einfach hinwegsehen könnte. Auch wenn Gottlieb alles daran setzte, die mauen Phasen der Vorlage durch optische Einfälle (wie immer erste Liga: Richard Angst) zu kompensieren, bleibt am Ende ein wenig homogener Film übrig.

    Aufgrund des charmanten Böttcher-Sounds, der tollen Kameraarbeit und der zahlreichen Darsteller mit reichlich Spiellaune bleibt dennoch durchaus auch etwas im Plus zu verzeichnen. Träte der Kuttenmann nicht gleich im Doppelpack auf und wäre er mit etwas mehr Gespür für Grusel und Schauer optisch umgesetzt worden, wäre aus diesem Film tatsächlich erheblich mehr herauszuholen gewesen.

    Fazit: Ein echter F.J.-Gottlieb-Film mit bemühtem aber letztlich nicht überzeugendem Buch. Zumindest schauspielerisch und in puncto Musik dennoch durchaus annehmbar. 3,5 von 5 Punkten gibt's dafür.

  • Foren-Beitrag von Jan im Thema

    Zitat von Havi17 im Beitrag #15
    Dies Problem gibt es hier auch beim grünen Bogenschützen

    Da sehe ich tatsächlich aber einen recht deutlichen Unterschied: Während der Bogenschütze seinen Humor - nennen wir es - übereddisiert, damit nach Arent'scher Machart allenthalben vorträgt und diesbezüglich seine deutsche Machart (in für Jürgen Roland eigentlich ungewöhnliche ungelenker Weise) kaum verleugnen kann, reiht das Tuch eher die eine oder andere amüsante Groteske aneinander, die ich nicht wirklich mit schief angeklebten Bärten oder um Bäume herumschleichende Darsteller aus der dritten Reihe in Verbindung bringe. Sicher, die Sache mit Inspektor Fuchsberger wäre nur dann treffsicher geglückt, wäre Blacky selbst am Telefon gewesen. Mit Rainer Brandt ist der Effekt verpufft und bleibt letztlich recht dümmlich zurück. Der viel zitierte Servierwagen hingegen torpediert die Geschichte nicht ansatzweise so derbe, wie es die vermeintlichen Humoresken dem Bogenschützen unmöglich machen, durchgehend als Krimi zu funktionieren. Sicher, das alles ist eine Frage des eigenen Geschmacks. Den Nervfaktor des Bogenschützen kann ich dem Tuch indes auch bei abschätzigster Betrachtungsweise nicht anlasten. Nicht einmal in Ansätzen.

    Grundsätzlich würde auch ich ins Horn des Wohlfühlfaktors stoßen wollen, welcher das Tuch unter'm Strich m.E. am besten charakterisiert. Für sich genommen sicher auf Einzelleistungen bezogen kein Film der überragenden Nachhaltigkeiten. Alles zusammen kombiniert jedoch ergibt sich das sehr runde Bild eines mal ulkigen, mal schauerlichen, in jedem Fall aber stets verschrobenen Sehvergnügens. Das Tuch nistet sich in seiner Genre-Nische ziemlich perfekt ein, gibt auch gar nicht erst vor, mehr sein zu wollen als bloße Unterhaltung ohne tieferen Sinn und Zweck. Sowohl Inszenierung als auch Ensemble bieten eben jene Ironie und Leichtigkeit, die man von Christ.. äh... Wallace erwarten darf. Die bis ins Groteske überzeichnete Schauspiellerführung bietet einmal mehr eine tolle Show - gerade und vor allem betrifft dies natürlich den herrlich irren Hans Clarin (nebenbei bemerkt selbst das Klavier spielend) und den streckenweise völlig von Sinnen spielenden Klaus Kinski.

    Dass wir es hier mit weniger aufregenden optischen Reizen zu tun bekommen als beispielsweise noch beim Zinker, liegt natürlich nicht zuletzt daran, dass es sich um einen reinen Atelierfilm handelt, der naturgemäß erheblich weniger Spielraum für allzu Extravagantes diesbezüglich bietet. Wettgemacht wird die bisweilen etwas konservative Optik durch den ersten echten Höhepunkt im Wallace-Schaffen des Peter Thomas. Die Idee, den Chopin für die Titelmusik mit quäkendem Getöse in die Sechzigerjahre zu holen, ist gleichermaßen künstlerisch reizvoll wie pragmatisch. Der Grundton, den Peter Thomas damit gleich einleitend setzt, passt bestens zum nicht gar so eiskalt angelegten Sujet des Films, ist daher durchaus auch Bestandteil des gesamten runden Bildes, das das Tuch so oder so hinterlässt.

    Tatsächlich gehört "Das indische Tuch" zu den wenigen Romanen von Edgar Wallace, die ich vor rund 25 Jahren gelesen habe. Ich erinnere nicht mehr allzu viele Details, weiß aber mit Bestimmheit, dass auch ich mich damals immer wieder wunderte, warum man wohl diese wunderbare Originalgeschichte nicht verwendete. Ein ähnliches Bild hatte ich nach dem Lesen des Romans "Das Geheimnis der Stecknadel". Bezeichnenderweise sind die beiden nach den Originaltiteln entstandenen Filme für sich genommen dennoch rundum gelungen und die völlig abweichende Story tut dabei nicht weiter weh.

    Fazit: Durch und durch ironisch angelegte Krimigroteske, die zwar von der Geschichte her eigentlich mit Wallace nichts zu tun hat und dennoch als Gesamtwerk kaum mehr Wallace sein könnte. 4,5 von 5 Punkten ist mir das allemal wert.

  • Ungelöste RätselDatum24.02.2019 22:13
    Foren-Beitrag von Jan im Thema

    Pichselswerder kenne ich, liegt unweit der Heerstraße am Stößensee so etwa auf Höhe Ecke Postfenn/Havelchaussee. Die anderen beiden Begriffe sagen mir im Zusammenhang mit Berlin nichts.

    Gruß
    Jan

  • NDR-Beitrag über Drehorte HamburgDatum13.02.2019 21:39
    Foren-Beitrag von Jan im Thema

    Zitat von Marmstorfer im Beitrag #10
    Zitat von Jan im Beitrag #9
    Wie kommt es zu so einem Beitrag? Ruft da ein Redakteur an und sagt, er will was zu Wallace in Hamburg machen oder muss man die erst aktiv überzeugen?



    Die Idee hatte wohl die verantwortliche Redakteurin, die hier fleißig in der Bildergalerie des Forums recherchiert hat und sich bzgl. eines Experten an die Forenleitung gewandt hat. Und niemand ist wohl so sehr im Thema wie Elford.


    Na, da haben dann die Bildervergleiche und die jahrelange Recherche ja sogar noch was für die Reaktivierung der Wallace-Serie im deutschen TV getan.

    Gruß
    Jan

  • NDR-Beitrag über Drehorte HamburgDatum13.02.2019 18:59
    Foren-Beitrag von Jan im Thema

    So, jetzt habe ich es auch gesehen. Tolle Sache, vielen Dank dafür. Wie kommt es zu so einem Beitrag? Ruft da ein Redakteur an und sagt, er will was zu Wallace in Hamburg machen oder muss man die erst aktiv überzeugen?

    Ich meine, dass die Berliner Abendschau (oder was Vergleichbares vom RBB) vor Jahren mal etwas Ähnliches im Zusammenhang mit der Pfaueninsel gebracht hat.

    Gruß
    Jan

  • NDR-Beitrag über Drehorte HamburgDatum12.02.2019 23:32
    Foren-Beitrag von Jan im Thema

    Zitat von Marmstorfer im Beitrag #6
    Gut möglich - wohl aus rechtlichen Gründen. Die Sendung wird aber nochmal in dieser Nacht wiederholt.

    Ja, hab's schon programmiert. Die Wege der Mediatheken sind tatsächlich - neben ihrer extremen Bedienerfreundlichkeit - unergründlich.

    Gruß
    Jan

  • NDR-Beitrag über Drehorte HamburgDatum12.02.2019 22:20
    Foren-Beitrag von Jan im Thema

    Kann es sein, dass genau dieser Beitrag in der Mediathek nicht zu finden ist? Zwar ist die Sendung DAS! vom heutigen Tage drin, ich habe die auch zweimal durchgesucht, jedoch finde ich den Drehort-Beitrag darin nicht. Die in der Mediathek abrufbare Version der Sendung ist auch nur 40 Minuten lang und nicht 45 Minuten?!

    Gruß
    Jan

  • Aktuelle deutsche TV-FilmeDatum11.02.2019 22:43
    Foren-Beitrag von Jan im Thema

    Um 20.15 Uhr strahlte das ZDF heute das eigenproduzierte Krimidrama mit dem ungelenken Titel "Vermisst in Berlin" aus. Letztlich eine typisch deutsche Fließbandproduktion mit der offenbar so unverzichtbaren Zeichnung dauerschreiender Kriminalbeamter, reichlich anspruchsloser filmischer Ästhetik auf Videoclip-Niveau und aufgesetzer politischer Korrektheit. Somit ist die Produktion eigentlich kaum einer Erwähnung wert, wären da nicht die wunderbar gegen ihr angestammtes Rollenfach besetzte Natalia Wörner sowie die ambitioniert gegen die Klischees der Geschichte anspielende Jördis Triebel. Neben den beiden erlebenswerten Hauptdarstellerinnen gelingt dem Film ein ungewohnt umfassender Blick auf Westberlin, was tatsächlich bei einem Film aus dem Jahr 2018 eine kleine Sensation ist, werden doch gemeinhin in neueren Produktionen die Drehorte immer mehr anonymisiert und bagatellisiert. Ob es die Absicht Sherry Hormanns war, den Drehort Westberlin derart in den Fokus zu rücken, kann kaum beantwortet werden. Indes darf die Antwort auf diese Frage dem Zuschauer auch herzlich egal sein, wird ihm doch reichlich Lokalkolorit geboten. Gedreht wurde u.a. am Kranzler-Eck, im Hotel Motel One Upper West schräg gegenüber dem Mamorhaus am Kurfürstendamm in einer der oberen Suiten mit Blick auf das Europacenter und die Gedächtniskirche, am großen Stern, am Brandenburger Tor und Unter den Linden, auf der Straße des 17. Juni sowie im Tiergarten. Eine ganz besondere Ecke erwischte Sherry Hormann dann am Hüttenweg, Abfahrt Avus in Fahrtrichtung stadtauswärts: Exakt an der Stelle, an der seinerzeit - wie passend zum WdW - der Zinker den lästigen Larry Greame in der Telefonzelle ins Jenseits beförderte, wurde in "Vermisst in Berlin" ein kleiner Junge wiederentdeckt. Leichter als anno 1963 hat es eben jener Berliner Drehort aber auch heute nicht. Wurde er 1963 als London vermarktet, wollte der heutige Fernsehfilm dem Zuschauer weißmachen, es handele sich um Stuttgart. Dass Frau Hormann - was dann wiederum bittere Absicht gewesen sein dürfte - dem Zuschauer Berlin ansonsten als großen Straßenstrich zu verkaufen versucht, muss neben den zahlreichen übrigen Stereotypen wohl oder übel hingenommen werden.

    Fazit: Wegen der beiden Hauptdarstellerinnen und dem ungeahnt umfänglichen Westberlin-Eindruck durchaus sehenswert. Die krampfige und bemüht ambitionierte Geschichte ist dann eher etwas für Klischeefetischisten.

    Gruß
    Jan

  • Bewertet: "Der Zinker" (1963, 12)Datum11.02.2019 09:36
    Foren-Beitrag von Jan im Thema

    Zitat von florian im Beitrag #10

    Zurück zum Zinker. Bereits damals erkannte ich, dass der Film in Berlin gedreht wurde. Der Juwelier-Überfall am Theodor-Heuss-Platz wurde sofort identifiziert.


    Tatsächlich war mir bis eben nicht bewusst, dass diese Szene am Theodor-Heuss-Platz entstanden ist. Der Drehortvergleich in der Bildergalerie ist aber eindeutig. An dem Haus bin ich schon unzählige Male vorbeigelaufen und habe das nie in Verbindung gebracht. Den Diner gibt es da aber - glaube ich - heute nicht mehr.

    Zum Zinker:
    Der Film gehört zweifellos zu den vorzeigbarsten Qualitätsprodukten der Reihe. Nicht zuletzt durch das Ultrascope-Aufnahmeverfahren verströmt die Produktion eine gewisse Wertigkeit, die sich auch anhand des Kulissenbaus und den überaus stimmungsvollen Nachtaufnahmen im trockeneisvernebelten, schneebedeckten Berlin zeigt. Bedingt durch eben jenes, erstmals bei der Wallace-Serie eingesetzte, Verfahren sind die Bilder erheblich ruhiger als zuvor. Die Kamera erfasst die Akteure häufig einander gegenübersitzend in der Totalen oder sogar Supertotalen, wobei der Abstand zwischen den Personen schon sehr großzügig gewählt werden konnte, das berühmte "Schuss-und-Gegenschuss" nahezu überflüssig wurde. Schnelle Kamerafahrten gibt es ob der heftigen (und wohl auch schweren) Kamera gar nicht, wilde Schwenks sind ebenso wenig vorhanden wie der Einsatz einer Handkamera. Alleine durch die Ultrascope-Bilder setzt der Zinker ein Ausrufezeichen und hebt sich schon rein optisch deutlich von seinen Vorgängern ab. Nicht erspart hat Regisseur Alfred Vohrer seinem arrivierten Kameramann Karl Löb bei den ganzen Hochglanzbildern, die Kamera in einer Mundhöhle, unter dem Boden eines Waschbeckens oder in einem brennenden Kamin zu positionieren. Diese technischen Spielereien des Regisseurs sind vielleicht für die zu erzählende Geschichte nicht wirklich von Belang, reichern die Optik des Films aber in gewohnt bizarrer Art und Weise an und bilden einen Gutteil des typischen Wallace-Flairs. Last not least muss in puncto Optik neben den hübschen Schneeaufnahmen des winterlichen Berlins erwähnt werden, dass man für den Zinker erstmals wieder nach London reiste um einige Szenen mit Darstellern (Drache, Rütting und Arent) vor Ort zu drehen. Diese Originalaufnahmen verleihen dem Film zusätzliches Flair und letztlich auch eine gewisse Professionalität. Selbst für die entsprechenden Requisiten sorgte man am Zeitungsstand: "SNAKE KILLS MAN" steht dort zu lesen.

    Dann das exquisite Ensemble. Mit Günther Pfitzmann, Agnes Windeck, Barbara Rütting, Inge Langen, Siegfried Wischnewski, Wolfgang Wahl und Albert Bessler werden erstmals unbekannte und auch unverbrauchte Wallace-Gesichter in der ersten Reihe präsentiert. Zudem sind die alten Platzhirsche Drache, Schürenberg, Hendriks, Arent und Kinski so besetzt, wie man es erwarten darf. Noch klassischer kann ein Wallace-Cast kaum sein an der Stelle. Dass die weibliche Hauptrolle gerade die durchaus gestandene Barbara Rütting erhielt und dass ihre harsche Nebenbuhlerin Inge Langen ebenso wie Rütting auch nicht wirklich zur Riege der unschuldigen Mädchen zu zählen ist, ergibt sich nicht zuletzt aus der an verdächtigen Köpfen eher mager gehaltenen Geschichte.

    Einen wahren Glanzlichtauftritt darf, das muss an dieser Stelle noch einmal separat erwähnt werden, Heinz Drache verbuchen. Im besten aller seiner Wallace-Auftritte dominiert er die Handlung durch sein exzessives Alphatier-Gehabe sehr konsequent. An Inspektor Elford gibt es keine Zweifel, Inspektor Elford behält den Überblick und gedenkt nicht, sich mit Nebensächlichkeiten, Schwätzern oder allzu langsamen Gesellen in seiner Umgebung abzugeben. Inspektor Elford gehört zu den klassischen Vertretern männlich dominierter Hauptrollen. Ohne Fehl und Tadel. Dieser Typus ist leider etwas aus der Mode gekommen, genau genommen mag es ihn so nie gegeben haben - abseits der Leinwand. Da wir es hier aber in allen belangen mit reiner Fiktion zu tun bekommen, ist der Charakter Elford eine durch und durch konsequente Fiktion. Ganz nebenbei ergeben sich aus diesem Gehabe zahlreiche überaus amüsante Szenen. Der Polizeiarzt ist dem Inspektor in seinen Erklärungen zu langsam, der Beamte mit der Schreibmaschine redet zu viel, Sergeant Lomm hat wenigstens stets ein Feuerzeug parat. Undifferenziert bleibt das Spiel Draches dennoch nicht. In einigen Szenen kann der Inspektor auch anders - so beispielsweise bei Mrs. Mulfort und ihrer Geschichte vom verstorbenen Ehemann oder an der Themse mit der enttäuschten Beryl Stedman.

    Das Buch verzichtet darauf - anders als nahezu alle Vorgänger - das Rätselraten um den Hauptverbrecher dadurch aufrecht zu erhalten, dass es unzählige Figuren gibt, die letztlich alle mehr oder weniger als Täter infrage kommen könnten. Vielmehr ist Harald G. Peterssons Buch konsequenter und deutlich aufwändiger gestrickt. Geschickt legt Petersson die Fährte zunächst auf Beryl Stedman und dann auf Millie Trent. Auch scheut das Buch nicht davor, die alte Mrs. Mulford diesbezüglich in der Schwebe zu halten, indem es ihr eine Art Kollaboration mit dem Wärter Brownie zuschiebt. Ihr "Kann ich mich noch auf Sie verlassen?" kann durchaus auch anders interpretiert werden, als es die alte Dame meinte. Insofern stimme ich zwar zu, dass es im Zinker erheblich weniger Verdächtige als üblich gibt. Jedoch tut das der Spannung keinen Abbruch. Zumal die Überführung des Zinkers tatsächlich ein nettes kleines Kabinettstückchen ist.

    Will man dem Zinker ernsthaft etwas anlasten, muss man m.E. recht lange suchen und wird dann wohl am ehesten bei Schnittmeister Hermann Haller fündig. Die Anschlussfehler, die er im Schneideraum produzierte, sind leider allzu zahlreich. Sowohl im Büro des Inspektors als auch bei Mrs. Mulfort passt da zum Teil gar nichts wirklich. Auch die berühmten Schürenberg-Beine unter dem Tisch - hervorgerufen durch eine simple Kopie der zuvor aufgenommenen Einstellung - gehören zu den Versäumnissen des Schnittmeisters. Das wirkt sich unter dem Strich zwar nicht nennenswert auf den hohen Qualitätslevel der Produktion aus, gehört dennoch aber zu den kleinen und letztlich eigentlich auch vermeidbaren Ärgernissen.

    Fazit: "Der Zinker" ist eines der unstrittigen Vorzeigeprodukte der Wallace-Welle; edel in der Anmutung, ausgefallen und kurzweilig in der Inszenierung, erstklassig und für die Reihe z.T. auch wegweisend besetzt. Auch der bisweilen etwas unzulängliche Schnitt kann nicht vereiteln, dass ich 5 von 5 Punkten verteile.

  • Foren-Beitrag von Jan im Thema

    Zitat von Giacco im Beitrag #124
    Zitat von Jan im Beitrag #123

    ein Preisboxer hat dem Darsteller Frithjof Vierock in die Nase gebissen

    Interessant. Ich habe gelesen, ein Hund hätte ihn in die Nase gebissen.


    Das mag natürlich ein kurioses Missverständnis sein, weil es einen Boxer ja nun auch als Hund gibt. Allerdings hatte ich das tatsächlich so verstanden, dass es ein Mensch gewesen sei. Das war aber auch nur eine Nebenbemerkung, weswegen ich das nicht beschwören will. Kommt letztendlich auch auf's Gleiche heraus.

    Gruß
    Jan

  • Foren-Beitrag von Jan im Thema

    Zitat von Giacco im Beitrag #122

    Dieser Armbruch, der Brand im Studio und die Sache mit Blacky Fuchsberger - die Dreharbeiten standen offensichtlich unter keinem guten Stern.

    Das stimmt. Zudem ist ein Beleuchter von einem Auto erfasst worden und noch an der Unfallstelle gestorben, ein Preisboxer hat dem Darsteller Frithjof Vierock in die Nase gebissen, weil der Jungspund der Meinung war, mal einen ausgewachsenen Boxer nach Drehschluss provozieren zu müssen (auch das sieht man in einigen Szenen, wenn man genau hinsieht). Karin Hübner, schwer spirituell angehaucht, wollte mehrfach die Dreharbeiten verlassen, weil sie der Meinung war, dass die Produktion aufgrund der zahlreichen Vorfälle verflucht sei. Alles in allem tatsächlich eine reichlich unglückliche Zeit...

    Gruß
    Jan

  • Foren-Beitrag von Jan im Thema

    Zitat von Giacco im Beitrag #120

    In Plön in Holstein begannen die Dreharbeiten zu dem Kriminalfilm "Sieben Tage Frist", den Alfred Vohrer für Luggi Waldleitners Roxy-Film inszeniert. Weitere Szenen werden in St.Peter Ording und anderen Orten in Schleswig-Holstein gedreht. Die Atlieraufnahmen entstehen im Filmstudio Bendestorf.


    Studio Bendestorf ist ja sogar in den Credits als Atelier benannt. Aufgrund eines Brandes kurz vor Beginn der Dreharbeiten musste aber erheblich umdisponiert werden. Hilde Brand ist sich noch heute felsenfest sicher, niemals in Bendestorf gewesen zu sein. Die mit ihr entstandenen Szenen mit den eifrig knobelnden Jungs sind tatsächlich in einem dieser auf Stelzen stehenden Hütten in St. Peter Ording entstanden, weiß sie zu berichten. Ohnehin fand das alles unter den denkbar ungünstigsten Voraussetzungen statt, da sich Frau Brand, was man im fertigen Film aufgrund des guten Kostüms und der geschickten Aufnahmeweise kaum erkennt, kurz vor den Aufnahmen einen Arm gebrochen hatte und diesen kaum bewegen konnte. Ziemlich ungünstig für einen echten Striptease.

    Gruß
    Jan

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