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  • Foren-Beitrag von Jan im Thema

    Meine Wertung ist abgeschickt; leider in diesem Fall mit einigen Wissenslücken...

    Gruß
    Jan

  • Zukunft der CCC Studios HaselhorstDatum17.04.2018 00:14
    Foren-Beitrag von Jan im Thema

    Zitat von Marmstorfer im Beitrag #7
    Zuletzt wurden die Netflix-Serie „Dark“ und der ZDF-Dreiteiler „Ku’damm 59“ in den CCC-Studios gedreht; die vorgenommenen Investitionen machen sich also bezahlt. Deine Argumentation erschließt sich mir nicht so ganz. Oder meinst du mit CCC-Studios die Produktionsfirma der Brauners, also die CCC-Film? Das aus dieser Richtung nochmal etwas Wallace-artiges produziert wird, glaube ich eher nicht...

    In "Ku'damm 59" waren die Studios ja sogar Außenkulissen - ich meine als BBB- oder DDD-Studios bezeichnet!

    Gruß
    Jan

  • 20 Fakten zum 20. Todestag Datum13.04.2018 22:42
    Foren-Beitrag von Jan im Thema

    Sehr interessante Liste, vielen Dank!

    Zitat von Georg im Beitrag #1

    14. Francis Durbridge sich die Titelmusik für seine Mehrteiler immer selbst aussuchte?


    Auch bei den deutschen Verfilmungen? Dass es bei der britischen Verfilmung "Die Spur mit dem Lippenstift" so war, hatte ich auch schon gelesen, und man muss Durbridge hier ein besonders glückliches Händchen attestieren. Dass er auch bei den deutschen Verfilmungen etwas aussuchen konnte, würde mich zumindest überraschen, weil der Sender dann schon seinerzeit mehrere Stücke bzw. unterschiedliche Komponisten hätte beauftragen müssen. Später gab es sowas schon - beispielsweise bei der "Schwarzwaldklinik", bei der Martin Böttcher nicht zum Zuge kam. Gibt es Aufzeichnungen bei den Sendern darüber, wer auch beauftragt wurde und wessen Klänge es dann letztlich nicht in den Mehrteiler geschafft haben?

    Gruß
    Jan

  • Bewertet TV: "Wie ein Blitz" (1970, 9)Datum12.04.2018 23:05
    Foren-Beitrag von Jan im Thema

    Was die Farbgestaltung angeht: Ich weiß nicht, ob "Mit Schirm, Charme und Melone" auch auf Ampex gedreht wurde. Hinsichtlich "Wie ein Blitz" jedoch möchte ich zu bedenken geben, dass es hier ggf. aufgrund der Aufnahmetechnik keine Wahlmöglichkeit bei der Farbgestaltung gab, wie es sie bei der Filmtechnik mit Filter- und Materialmöglichkeiten gab.

    Horst Bollmann hat mir in der Rolle des durchaus gewitzten und über weite Strecken mit seiner Unscheinbarkeit kokettierenden Art immer sehr gut gefallen. Auch das Ende hat mich nie völlig irritiert, zumal sich Rolf von Sydow geschickt alle Mühe gab, Bollmann als unterschätzt zu zeigen. Warum soll nicht auch ein mittlerweile etwas in die Jahre gekommener und mit leiblicher Rundlichkeit gesegneter Inspektor von 1,65m Körpergröße kampffertige Erfahrungen aufweisen? Dem gesamten Ensemble macht eben jener Inspektor ja über weite Strecken seiner Ermittlungen geschickt etwas vor, indem er Naivität bis hin zur Unfähigkeit vorgaukelt aber dann, wenn es an die Überführung geht, sowohl seinen Sprachgebrauch tough wandelt wie auch seine überraschenden körperlichen Fähigkeiten ausspielt. Ich empfand das als inszenatorisch überzeugend und keineswegs fremdartig oder völlig unglaubwürdig.

    Gruß
    Jan

  • Nachtzug D 106 (1964, TV)Datum12.04.2018 22:32
    Foren-Beitrag von Jan im Thema

    Beide Produktionen - "Nachtzug D 106" und "Mörderspiel" - würde ich grundsätzlich sehr empfehlen, wobei mir "Mörderspiel" noch erheblich besser gefallen hat, nicht zuletzt auch wegen des grandiosen Harry Meyen. Beide Produktionen sind von Helmuth Ashley, der hier aus meiner Sicht auf dem Höhepunkt seines Schaffens als Regisseur war und danach nur noch selten (beispielsweise bei seinen beiden "Kommissar"-Episoden "Die Cousine" und "Sein letzter Coup") an dieses Format anknüpfen konnte. Ashleys "Derrick"-Episoden sind aus meiner Sicht oftmals von einer gewissen Schwülstigkeit gezeichnet, die gerade bei dem sehr nüchternen Kammerspiel "Nachtzug D 106" noch völlig fehlte.

    Spontan fallen mir vergleichsweise wenige Filme aus dieser Epoche ein, die mit "Nachtzug D 106" direkt vergleichbar wären. Vielleicht sind es am ehesten noch der TV-Film "Besuch aus der Zone" von Rainer Wolffhardt und aus dem Kino "Kirmes" von Wolfgang Staudte oder "Schwarzer Kies" von Helmut Käutner. Alle drei Filme gehen aber deutlich in die Richtung Drama und mit Ausnahme von "Besuch aus der Zone" sind es auch weniger echte Kammerspiele, sondern eher gleichermaßen ambitionierte wie erfolglose Versuche, dem Kinopublikum anspruchsvolle aber auch etwas düster geratene Kost vorzusetzen. Zudem bliebe da natürlich noch Günter Gräwerts fabelhaft gelungene Reginald-Rose-Adaption "Die zwölf Geschworenen" von 1963 mit einer wirklich beeindruckenden Besetzung und einem sich im Kern wohl am dichtesten am "Nachtzug" befindlichen Plot.

    Gruß
    Jan

  • Foren-Beitrag von Jan im Thema

    Dieser Gesamtschau auf die zweite Box kann ich ziemlich zustimmen. Nur wenige Episoden stufe ich anders ein. Hierzu zählen "Drei Tote reisen nach Wien" und "Der Tod des Herrn Kurusch" ebenso wie "Das Ende eines Tanzvergnügens".

    So sieht meine Liste aus:

    Platz 01 Traum eines Wahnsinnigen (Becker)
    Platz 02 Ein Amoklauf (Becker)
    Platz 03 Der Moormörder (Becker)
    Platz 04 Der Tote von Zimmer 17 (Becker)
    Platz 05 Drei Tote reisen nach Wien (Haugk)
    Platz 06 Die Anhalterin (Staudte)
    Platz 07 Schwester Ignatia (Haugk)
    Platz 08 Die kleine Schubelik (Tressler)
    Platz 09 Anonymer Anruf (Käutner)
    Platz 10 Ende eines Tanzvergnügens (Staudte)
    Platz 11 Ein rätselhafter Mord (Staudte)
    Platz 12 Kellner Windeck (Ode)
    Platz 13 Die Tote im Park (Staudte)
    Platz 14 Lisa Bassenges Mörder (Staudte)
    Platz 15 Besuch bei Alberti (Staudte)
    Platz 16 Überlegungen eines Mörders (Haugk)
    Platz 17 Der Mord an Frau Klett (Haugk)
    Platz 18 Lagankes Verwandte (Becker)
    Platz 19 Tod eines Schulmädchens (Grädler)
    Platz 20 Der Tod des Herrn Kurusch (Grädler)
    Platz 21 Tod eines Ladenbesitzers (Staudte)
    Platz 22 Als die Blumen Trauer trugen (Haugk)
    Platz 23 Toter gesucht (Grädler)
    Platz 24 Die andere Seite der Straße (Grädler)
    Platz 25 Grau-roter Morgen (Grädler)

    Gruß
    Jan

  • Foren-Beitrag von Jan im Thema

    Meine 1. Wertung ist raus.

    Zitat von brutus im Beitrag #27
    Zitat von Georg im Beitrag #24
    Die Rätselfrage bezieht sich NUR auf Aufritte in TV-Filmen, mir ist gerade klar geworden, dass man die Paul-Temple-Hörspiele nicht mit hinzu nehmen darf...

    Und hoffentlich auch nur TV-Produktionen, die hier im Wettbewerb sind, sonst hab ich es eventuell vergeigt

    Berechtigter Einwand. Ich habe das auch so unterstellt.

    Rätselfrage #1 und Bilderquiz #1 sind von mir demnach auch abgegeben.

    Gruß
    Jan

  • Foren-Beitrag von Jan im Thema

    Zitat von Baal1985 im Beitrag #314

    Soll es einfach nur ein 1:1-Remake sein? Das ist der Film nicht.(Trotz einiger wirklich dreister Kopien).


    Den Hinweis verstehe ich nicht! Der Gorilla ist nach dem Augen-Drehbuch inszeniert, das eine Reihe von - im Wesentlichen zeitgeistige - Retuschen erfuhr; besonders die Sprache wurde modernisiert. Insofern kann es ja eigentlich keine dreiste Kopie sein, wenn die Grundlage identisch ist.

    Zitat von Baal1985 im Beitrag #314

    Wollte man eine neue Interpretation der alten Geschichte? Auch das ist der Film, abgesehen von einigen Ansätzen nicht.


    Ich kann nicht erkennen, dass die Macher hier etwas Neues bringen wollten oder den Anspruch hatten, die Geschichte neu zu interpretieren. Antrieb für die Neuverfilmung dürfte die von Dir angesprochene "Klemme" vertraglicher Verpflichtungen gewesen sein. Ebenso die Aussicht darauf, mit vergleichsweise geringen Mitteln den höchstmöglichen Output zu erwirtschaften. Um sich nicht von Teilen des Publikums oder gar von einem neunmalklugen Kritiker mit gutem Gedächtnis erwischen zu lassen, hat man dazu neben der sprachlichen Modernisierung auch markante Gegebenheiten oberflächlich angepasst. Aus dem tiefschwarz gekleideten Dieter Borsche wurde die ganz in Weiß gehaltene Inge Langen. Vom Grundsatz her blieb aber alles identisch. Dass der Plan aufging, gibt den Machern noch nachträglich Recht. Betrachtet vom Standpunkt origineller Vorgehensweisen her ist der Film sicher keine Meisterleistung, geschäftlich jedoch ein doller Plan!

    Zitat von Baal1985 im Beitrag #314

    Das finde ich eigentlich schade, da ich hier durchaus Möglichkeiten sehe, den Film z.B. durch eine gute Kameraführung aufzumöbeln. Aber die Bilder wirken meistens "lieblos dahingerotzt." Das Gleiche gilt für die Musik. Es ist ein Medley aus Melodien, die man glaubt irgendwo in anderen Filmen schon einmal gehört zu haben.


    Ich kann nicht erkennen, dass sich Löbs Kameraführung hier von seinen anderen Arbeiten beim Farb-Wallace unterscheiden würde. Es gibt die identischen "von-unten-nach-oben-Beleuchtungen" wie ab 1966 bekannt, die bunt blinkenden Leuchtreklamen ins Zimmer hinein sind beispielsweise identisch zum "Mann mit dem Glasauge" eingesetzt, es wechseln sich Close-Shots typisch mit Totalen ab. Meiner Meinung nach ist der Gorilla optisch ein typischer Farb-Wallace der Ära 66-69.

    Zitat von Baal1985 im Beitrag #314

    Man möge mir entgegenhalten, dass der Film einfach nur als Trash gemeint ist, aber dafür gibt es mir zu viele ernste Passagen.


    Ich bin schon der Meinung, dass Alfred Vohrer und Horst Wendlandt hier nicht mehr mit dem Ernst bei der Sache waren, der sie noch bis ca. 1963/1964 ausgezeichnet hatte. Mir erzählt auch niemand, dass ein Regisseur, der zum damaligen Zeitpunkt plante, das Leben Johann Sebastian Bachs zu verfilmen, im Gorilla seine völlige künstlerische Erfüllung gefunden hat (vermutlich dürfte er sie nicht einmal darin gesucht haben). Der Film ist, was er ist: Eine (durchaus erfolgreiche) Neuverfilmung mit Elementen, die der Zeit entsprachen und mit einem Affen, der notgedrungen eine Rolle spielen musste und dessen schlussenliche Ausgestaltung keiner besonderen Ernsthaftigeit mehr entsprang.

    Ich find' den Film nach wie vor nicht zuletzt wegen seiner Skurrilität extrem unterhaltsam. Handwerklich betrachtet ist er nix schlechter als die anderen Farbfilme zwischen 1966 und 1969. Ich würde ihn gegenüber der "blauen Hand" sogar höher einstufen.

    Gruß
    Jan

  • Bewertet TV: "Die Schlüssel" (1965, 6)Datum02.04.2018 00:46
    Foren-Beitrag von Jan im Thema

    "Die Schlüssel" habe ich auch jüngst noch einmal wieder aufgewärmt. Ich hatte den Dreiteiler sicher 15 Jahre nicht mehr gesehen, was nicht an miesen Qualitäten liegt. Es hatte sich nicht anders ergeben. Meine im Großen und Ganzen guten Erinnerungen haben sich auch wieder bestätigt, auch was meinen Eindruck in Bezug auf Albert Lieven betrifft. Es ist nicht wirklich Lieven, dem man diese sonderbare Zurückhaltung anlasten muss. Seine Figur ist einigermaßen ungünstig ausgefallen. Schon im ersten Teil steht außer Zweifel, dass Eric Martin nicht als Tatverdächtiger in Betracht kommt. Folglich gesteht dies Inspector Hyde auch frühzeitig zu. Insofern beraubt dieses frühzeitige Bekenntnis den Ermittler etwas um seine Aufgabe. Die Geschichte wird fortan im Wesentlichen aus Martins Blickwinkel erzählt. Der Inspector läuft nebenher und erhält allgemein nur wenig Raum, sich zu entfalten. Lievens übrige Auftritte bei Durbridge waren da sicher günstiger für ihn.

    Alles in allem aber liegt mir dieser Paul-May-Durbridge mehr als der zweite!

    Gruß
    Jan

  • Bewertet TV: "Tim Frazer" (1963, 4)Datum02.04.2018 00:34
    Foren-Beitrag von Jan im Thema

    Ich kann an "Tim Frazer" auch keine so harsche Kritik üben; ich weiß indes auch nicht, ob sich solche Lesermeinungen nicht evtl. nach jeder Ausstrahlung fanden. Max Eckard ist eine durchaus mutige Besetzung: Kein wirklicher Strahlemann, kein Held durch und durch und - ja! - er kommt bisweilen schon recht bundesdeutsch daher. Insofern geht der Hinweis mit den Filzpantoffeln nicht völlig ins Leere. Allerdings ist Tim Frazer als Figur ja auch als völliger Laie in Bezug auf das Kriminalistische angelegt - wie so oft bei Durbridge. Stellt man sich eher einen wohlsituierten Londoner Ingenieur vor, so mag der Darsteller Eckard schon erheblich stimmiger ins Raster passen. Dieser Ingenieur kommt eher unverhofft zum Kriminalistischen und eben das habe ich Eckard stets glaubhaft abkaufen können. Im Falle von "Tim Frazer" sogar deutlicher als beim Nachfolger "Der Fall Salinger", bei dem Eckard auf die adrette Ingrid Ernest trifft und sich da mehr verklemmt als gelöst so eine Art Romanze andeuten soll.

    Von allen Quest-Inszenierungen bei Durbridge erscheint mir "Tim Frazer" die geglückteste.

    Gruß
    Jan

  • Bewertet TV: "Melissa" (1966, 7)Datum28.03.2018 22:40
    Foren-Beitrag von Jan im Thema

    Zitat von patrick im Beitrag #58

    Das hat sicher auch einiges mit den recht präsenten Hepburns zu tun, für die ich vom Fleck weg eine Antipathie hegte, aber sicher nicht nur.


    Beiden Darstellern - Hanne Wieder und Hubert Suschka - kann ich für sich genommen recht viel abgewinnen, jedoch hätte ich beide hier nie so besetzt. Vor allem Suschka ist zu einschlägig und zu vorbelastet vom Rollenfach her. Das mag seinerzeit etwas weniger dramatisch gewesen sein, weil er kaum so präsent war, wie er heute z.B. für mich ist. Dennoch wäre es angeraten gewesen, hier sensibler vorzugehen. Das alles ist aber nichts gegen den Totalausfall Erik Schumann. Kurzatmig japsend und mit Glitzerjacket turnt er als Partylöwe in einem italienischen Sportwagen durch bundesdeutsche Drehorte mit Jägerzaun und fein drappiertem Vorgarten. Schumann verströmt das Flair eines völligen Trottels, kaum einer Erwähnung wert im Hinblick auf das Rätselraten um den großen Hintermann.


    Zitat von patrick im Beitrag #58

    @Jan welches sind eigentlich deine Durbridge-Favoriten, wenn ich mal so fragen darf?

    Das ist bei mir erheblich volatiler als beispielsweise bei der Wallace-Reihe. Nicht zuletzt liegt es daran, dass alle ARD-Durbridges zwischen 1959 und 1977 ihre Stärken haben; die einen mehr, die anderen etwas weniger. Genau genommen ist auch "Melissa" alles andere als ein Flop - gegenüber besonders starken Beiträgen wie "Das Messer", "Wie ein Blitz", "Ein Mann namens Harry Brent" bzw. den beiden "Frazer"-Mehrteilern aber bei mir eher im Hintertreffen. Am wenigsten kann ich mit "Es ist soweit" und letztlich leider eben auch mit "Melissa" anfangen. Gepresst in das bekannte Punkteschema liegen aber selbst diese bei rund 3 bis 3,5 Punkten. Insofern alles noch im Rahmen. Müsste ich mich ad hoc entscheiden, würde entweder "Das Messer" oder "Wie ein Blitz" das Rennen machen!

    Gruß
    Jan

  • Bewertet TV: "Melissa" (1966, 7)Datum25.03.2018 23:53
    Foren-Beitrag von Jan im Thema

    Ich gehöre ja auch eher zu den Melissa-Kritikern, die nicht wirklich begeistert sind ob der Machart und vor allem auch aufgrund der ausgewählten Darsteller. Den Punkt des Nachahmens indes sehe ich dann etwas anders. Es gehörte zu Durbridges bevorzugten Spielarten, die Hauptperson zu belasten und dann den Ermittler langsam aber sicher hinter die falschen Fährten kommen zu lassen. Mal nahm Durbridge dabei den Zuschauer von Anbeginn an mit, mal ließ er ihn lange im Dunkeln tappen. Letztlich findet sich dieses Strickmuster bereits in Der Andere, dann im Halstuch, in Tim Frazer ein wenig, in Harry Brent recht deutlich. Häufig entschied sich Durbridge dazu, diese Dramaturgie konsequent aus dem Blickwinkel einer der beiden Parteien zu entwickeln - so in Melissa aus der Position Guy Fosters heraus. Bisweilen schwankte er dabei aber auch hin und her, wie beispielsweis in Der Andere. Letztlich würde ich sogar sagen, dass gerade das Zusammenspiel zwischen dem großen Verdächtigen Günther Stoll und dem zunächst zweifelnden und dann unterstützenden Siegfried Wischnewski zu den absoluten Pluspunkten von Melissa zählt und sich diese Entwicklung über drei Teile hinweg auch in der Gesamtschau aller "ARD-Mehrteiler" keineswegs verstecken muss. Im Wesentlichen liegt dies an dem hervorragend getakteten Schauspiel Wischnewskis. Darüber hinaus indes könnte ich dann doch eine ganze Reihe von Punkten aufzählen, die in nahezu allen weiteren Durbridges vor und nach Melissa treffsicherer geglückt sind. Aber das ist ein anderes Thema.

    Gruß
    Jan

  • "Derrick" oder: das andere KonzeptDatum25.03.2018 00:06
    Foren-Beitrag von Jan im Thema

    Zitat von Gubanov im Beitrag #856
    „Ich hab’ sie von der Straße mitgenommen, ich weiß’ auch nicht warum. [...] Ich hab’ ihr gesagt, was ich von ihr halte, da hat sie angefangen zu schreien und dann hab’ ich ihr den Mund zugehalten.“ No shit, Herbert! Das ist doch nun wirklich sehr dünn.

    Das kommt mir jedoch irgendwie bekannt vor. Reichlich identisch war diese Art der Erklärung schon mindestens zweimal zuvor, nämlich in "Hoffmanns Höllenfahrt" und in "Stiftungsfest". Mindestens deswegen, weil ich meine, dass es gar noch eine vierte Reinecker-Variation dieses Themas gab, deren Titel mir aber gerade nicht einfällt. Einmal konnte jedoch in jedem Fall Klaus Löwitsch nicht mehr an sich halten und einmal hakte es bei Siegfried Lowitz aus. Es hatte genügt, dass ein junges Mädchen zu schreien begann. Die Tötung geschah dann eher beiläufig und in Panik. Immerhin war in diesen beiden Episoden noch das Motiv der Angst vor Entdeckung erklärend hinzugefügt - die beiden älteren Herren hatten schließlich zuvor erfolglos einmal ihr Glück bei der jungen Nachbarstochter und einmal bei der Freundin des Sohnes versucht; beide mussten folglich mit Entdeckung rechnen, mit Häme, Spott und Erniedrigung, sofern das Opfer davon gekommen wäre. Das scheint bei Reineckers dritter - bzw. gar vierter - Auflage dieses Plots aber offenbar schon nicht mehr von Relevanz gewesen zu sein, was man schon auch als ein Beispiel der zunehmenden Verflachung deuten mag, die ich der Spätphase Reinecker'schen Schaffens bisweilen schon vorwerfe.

    Gruß
    Jan

  • TV-Tipp ARD MediathekDatum23.03.2018 16:24
    Foren-Beitrag von Jan im Thema

    Ich habe den gesehen, als er von der ARD regulär ausgestrahlt wurde. Eine Groteske, zweifelsohne. Aber super gespielt, im Mittelteil indes ein wenig langatmig inszeniert. Ein Film aus der Kategorie "Mal was anderes". Schön, dass die ARD den Mut hat, sowas umzusetzen. Hätte eher zum ZDF gepasst.

    Gruß
    Jan

  • Foren-Beitrag von Jan im Thema

    Zitat von DanielL im Beitrag #41

    "Sore", war übrigens schon der zweite Begriff, den ich beim Ansehen der Serie nachschlagen musste. Trotz langjährigem Krimi-Konsums kannte ich den Gauner-Ausdruck "Sore" (Beute) genau so wenig wie wie bei Folge 1 "Schränker" (für Tresorknacker).


    Zumindest für den Begriff Sore empfehle ich Dir was ganz Neues: Es gibt da einen Streifen von 1963. Der trägt den Titel "Der Zinker" und darin wird der Begriff auch verwendet (von Seargent Lomm im Büro bei Scotland Yard).

    Den Schränker kenne ich natürlich aus "M". Seither hat er das Gesicht Gustaf Gründgens...

    Gruß
    Jan

  • Foren-Beitrag von Jan im Thema

    Dem Fazit kann ich voll und ganz beipflichten, auch und gerade was das Auseinanderfallen des vorderen Dreiviertels zum hinteren Viertel der Episoden anbelangt. Die Haferkamp-Episoden weisen gerade bis 1978 deutlich überdurchschnittliche Bücher auf, stets inszeniert durch sichere Hand. Vor allem Wolfgang Becker prägte den Stil der Haferkamp-Tatorte, wobei er tunlichst vermied, in Routine abzugleiten, vielmehr häufig ungewöhnliche, teils derbe oder gar skurrile Momente einbaute. So gewann Wolfgang Becker tatsächlich Vico Torriani (!) dafür, in Slapstik gleicher Manier als abgehalfterter Kitschbarde aufzutreten. Das kann man schon als außergewöhnlich betrachten. Aber auch auf Beckers hauseigenem Terrain - dem Kriminalfilm - überzeugte er, verstand höchste Spannung mit typischem Becker-Tempo zu verbinden. Von den Becker-Haferkamps ist kein einziger schwach; eine ausgezeichnete Leistung!

    Anders verhält es sich da schon bei Wolfgang Staudte, dessen Beiträge ich alle eher am entgegengesetzten Ende erinnere. Allzu gemächlich ging Staudte zu Werk - eine Auffälligkeit, die auch bei einigen Kommissar-Episoden zu beobachten war. Zudem ließen Staudte gerade bei den letzten Fällen die Bücher im Stich, die alles in allem nicht mehr dem Niveau der Jahre zuvor entsprachen.

    Was - neben dem exzellenten Beitrag von Franz-Peter Wirth und dem eher routinierten Einzelwerk Heinz Schirks - bleibt, sind die von Felmy gescholtenen Gebrüder Gies. Gerade mit "Der Feinkosthändler" haben sich beide bei mir einen tief verwurzelten Eindruck erarbeitet, den ich in dieser Reihe auf gar keinen Fall missen möchten, den ich sogar zur Spitzenklasse des deutschen TV-Krimis zähle. Insofern hat sich nach meinem Dafürhalten die schlechte Chemie zwischen Hauptakteur und Autor/Regisseur-Gespann im fertigen Film nicht niedergeschlagen.

    Alles in allem sind die Haferkamp-Episoden neben den Finke-Episoden die im Schnitt betrachtet wohl hochkarätigsten Tatorte.

    Gruß
    Jan

  • Foren-Beitrag von Jan im Thema

    Da wäre ich auch dabei. Die ARD-Klassiker kenne ich natürlich, einige Kinofilme auch. Bei den Engländern und - abgesehen von Jürgen Rolands "Besuch" - muss ich aber passen.

    Gruß
    Jan

  • Christian Rode gestorbenDatum25.02.2018 19:36
    Foren-Beitrag von Jan im Thema

    Zitat von Havi17 im Beitrag #5
    Daran kann ich mich nicht mehr erinnern

    Ich musste googeln: Von 1973 bis zu seinem Tode 1985 war es tatsächlich Wolfgang Kieling, der sich die Nase beim Sprechen zuhalten musste und so Bert eine erste deutsche Stimme gab.

    Gruß
    Jan

  • Christian Rode gestorbenDatum25.02.2018 14:19
    Foren-Beitrag von Jan im Thema

    Zitat von Havi17 im Beitrag #3
    Wer kennt denn nicht Bert aus der Sesamstraße

    Hat den nicht auch zu Beginn Wolfgang Kieling gesprochen?

    Gruß
    Jan

  • Foren-Beitrag von Jan im Thema

    Zitat von Ray im Beitrag #83

    Fall Nr. 16: Die Kugel im Leib (Tatort-Folge 95, BRD 1979)


    Ich erinnere mich nur noch schemenhaft: War das nicht die Episode, in der man einen Alfa Spider in ein Rondell für Fahrräder gefahren hat und mit dem quasi eine 360°-Steilkurven-Fahrt absolvierte? Wenn ja, dann war die Episode wirklich eher lau, aber die Sache mit dem Alfa war technisch schon meisterlich!

    Gruß
    Jan

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