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  • Kommissar MaigretDatum24.05.2018 20:12
    Foren-Beitrag von Georg im Thema

    Den Originaltitel habe ich übrigens bewusst nicht gewählt, weil dieser zu sehr spoilert: er nimmt ein Ereignis, das erst nach 2/3 des Films eintritt, schon vorweg. Das finde ich schade.

  • Durbridge fürs KinoDatum23.05.2018 16:24
    Foren-Beitrag von Georg im Thema

    Darüber berichte ich im Booklet zu Paul Temple - Wer ist Rex?. Das war eine geplante deutsche Verfilmung des "Rex"/ "Alex"-Stoffes. Leider widerrief Durbridge umgehend: "Die Rechte am Stoff liegen bei mir - ich habe keine Verfilmung lizenziert." Da hatte man wohl die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Es gelang mir nicht, herauszufinden, wie die geplante Besetzung war. Bisher jedenfalls.

  • Foren-Beitrag von Georg im Thema

    Zitat von Gubanov im Beitrag #10
    Ganz kann „Der elegante Dreh“ seine DDR-Herkunft übrigens nicht verleugnen: Als über das kitschige Gemälde des Eiffelturms gesprochen wird, das im Mittelpunkt des Falles steht, stellt ein Bekannter die Frage: „Welcher Turm soll denn das sein? Pisa? Eiffel? Oder der Fernsehturm?“
    Das dürfte aber auch die einzige Abweichung vom Originaltext Francis Durbridges sein. Der elegante Dreh ist von den drei Verfilmungen, die es gibt, die absolut werkgetreuste!

    Zur Ergänzung poste ich hier auch nochmals, was ich bei der Diskussion rund um die Platzierungen im Durbridge-Grand-Prix 2018 geschrieben habe:

    Zitat von Georg im Beitrag Der Francis-Durbridge-Grandprix 2018: Endergebnis (#159)
    Interessant (aber auch nicht besonders überraschend), dass beide Verfilmungen des Gentle Hook so weit hinten liegen. Irgendwie ist es wie ein Fluch, denn dieser an sich recht spannende Stoff hat drei Verfilmungen erfahren, aber keine ist gelungen (der italienische Dreiteiler Poco a poco von 1980 setzt dem Ganzen noch die Krone auf: Handlung so verunstaltet, dass man erst in Folge 3 erkennt, um welche Durbridge-Story es geht, Geschichte ins Homosexuellenmilieu verlagert usw.). Dass Dies Bildnis ist zum Morden schön TROTZ des Krimispezialisten Günter Gräwert so schwach ist, hat mich auch stets gewundert. Meines Erachtens krankt es auch am unsympathischen Szenenbild - und an Gila von Weitershausen, in meinen Augen eine Fehlbesetzung. Gerne hätte ich ja das Originaltheaterstück von der dt. Uraufführung 1975 gesehen, wo unter Ulrich Erfurths Regie Ruth-Maria Kubitschek die Titelrolle spielte. Der Stoff selbst war anscheinend Durbridges erfolgreichstes Theaterstück, in unzähligen Ländern und Theatern aufgeführt und auch das einzige (!), bei dem er Mitte der 1970er eine Option auf eine Kinoauswertung verkaufte.

  • Kommissar MaigretDatum22.05.2018 07:33
    Foren-Beitrag von Georg im Thema

    ... und am 17.08.2018 kommt der zweite Film mit Albert Préjean als Maigret:

    Maigret und die Frau ohne Kopf (Frankreich 1944)

    https://www.pidax-film.de/Film-Klassiker...9ftrkdhbqt0j6b4



    Die Originalsynchro ist leider verschollen und so wurde der Film komplett neu synchronisiert. Der alte dt. Kinotitel Maigret und sein schwierigster Fall wurde aufgrund der Verwechslungsgefahr mit dem Rühmann-Film geändert, ich habe mich für Maigret und die Frau ohne Kopf entschieden. Auch hier stammen die Übersetzungen aus dem Französischen für die Synchro wieder von mir, was diesmal oft gar nicht einfach war, da der Originalton an manchen Stellen so schlecht war, dass nicht einmal ein Franzose die Stellen verstehen konnte :). Aber alles geht :).

  • Foren-Beitrag von Georg im Thema
  • Foren-Beitrag von Georg im Thema

    Ich möchte mich auch nochmals bei allen Jury-Mitgliedern und Rätselfreunden bedanken, ein spannendes Event hier im Forum, das den Durbridge-Thread wieder ein wenig belebt hat. Nochmals ein großes Lob und herzlichen Dank an @Gubanov für die bewährte und tolle Durchführung des Grand-Prix!

  • Die zornigen jungen Männer (1960)Datum14.05.2018 15:41
    Foren-Beitrag von Georg im Thema

    Ein Film, der ob der Besetzung natürlich große Erwartungen schürt. Ich habe ihn eher gut bis mittelmäßig in Erinnerung, Percys Beschreibung trifft es recht gut.

  • Foren-Beitrag von Georg im Thema

    Ich finde auch, dass Wie ein Blitz unter den drei Filmen eindeutig der verdiente Gewinner ist. Die Story an sich bietet viele Twists (inklusive der Frage "Lebt das Todesopfer noch, das sich immer wieder meldet?") und hat eine der ungewöhnlichsten Storykonstruktionen (man sieht Mord und Mörder - und dennoch ist es ein Whodunit). Die detailverliebte Ausstattung (Szenenbild, sowohl innen und als auch außen) und die moderne, flotte Inszenierung inkl. des Soundtracks und interessanter Regieideen (Gordons Ermordung, Großaufnahmen...) sorgen für einen zeitlosen Krimi.
    Das Halstuch fand ich auch immer viel zu überbewertet, wenngleich es natürlich auch sehr gute Ware ist. Nicht zuletzt hat Durbridge mal selbst in einem Interview gesagt, er halte Das Halstuch für seinen schlechtesten Mehrteiler. Ob das damals vor der Ausstrahlung von Tim Frazer reine Publicity war (immerhin war Das Halstuch der international meistverfilmte Durbridge-Stoff) oder ob doch ein Fünkchen Wahrheit darin lag, ist offen. Immerhin überarbeitete Durbridge den Stoff aber dann doch nochmal und machte 20 Jahre später daraus Auf eigene Faust - Kleinstadtaffäre (Breakaway - The Local Affair), wo die Story viel moderner rüber kommt.

    Insgesamt bin ich sehr zufrieden mit dem 1. Platz, da Wie ein Blitz von jeher mein Lieblingsmehrteiler war.

  • Foren-Beitrag von Georg im Thema

    Zitat von Gubanov im Beitrag #12
    Eine klassische Durbridge-Geschichte, die gespannt macht, wie wohl der Original-Mehrteiler ausgefallen sein mag[/b]
    Hier kann ich Dir die Lektüre des Buchs Charlie war mein Freund wärmstens empfehlen, die sich als hoch spannend erweist und beinahe eine 1:1 Niederschrift des Mehrteilers ist. Z. B. hier erhältlich: https://www.zvab.com/servlet/BookDetails...2Bmein%2Bfreund

    Der Film an sich - den ich etwas besser bewerten würde - war in der Vita von Durbridge ganz nebenbei deshalb sehr wichtig, weil dadurch eine seiner wenigen engen Freundschaften entstand. In diesem Falle mit Regisseur Gerald Thomas.

  • Foren-Beitrag von Georg im Thema

    Ich halte die schlechte Bewertung von Es ist soweit schon etwas überzogen, wenn man bedenkt, dass es der erste Fernsehfilm überhaupt war, der im Ausland an Originalschauplätzen gedreht wurde, mit einer erstklassigen Besetzung und Musik. Die Story ist doch auch sehr spannend, hat viele Wendungen und Cliffhanger. Wenn man dem Film etwas anlasten kann, dann ist es höchstens, dass die Auswahl der Täter nicht so groß ist (aber das ist sie auch bei Melissa nicht!). Die Aversion, die hier im Forum gegen den Film zu herrschen scheint, verstehe ich nicht. Aber gut, ich muss und kann damit und mit der guten Platzierung des doch biederen Anderen (der hauptsächlich von Lieven lebt) leben, wie Gubanov mit dem guten Abschneiden des in meinen Augen gelungenen Harry Brent zurecht kommen muss ;).
    Und ja, danke Jan, für die Schelte an den May-Filmen, deren DEUTSCH-Lastigkeit eindeutig auch auf die biedere Inszenierung Paul Mays zurückzuführen ist. Was hätte man aus Melissa und den Schlüsseln alles machen können ... (die Storys mag ich beide sehr!).
    Das Halstuch ist sicherlich auch nur so weit vorne, weil es der bekannteste und populärste Durbridge überhaupt ist. Ich hoffe auf meinen Favoriten Wie ein Blitz.

  • Foren-Beitrag von Georg im Thema

    Zitat von Gubanov im Beitrag #116
    @Giacco: Nach dem, was dem Publikum mit "Piccadilly" als Kino-Durbridge angeboten wurde, halte ich zurückgehendes Interesse für "Frazer ... Mr. X" für sehr nachvollziehbar und glaube nicht, dass es nur der Qualität von "Frazer" angelastet werden kann.

    Ich denke auch, dass der qualitativ mäßige Piccadilly 0 Uhr 12 mit ein Grund für das schwächere Abschneiden des Frazer-Kinofilms beim damaligen Publikum war.
    Zitat von Gubanov im Beitrag #116
    Als Nichtkenner der Achtzigerjahre-Einteiler bemerke ich nur, dass es wohl kein allzu großer Verlust ist, sie nicht zu kennen - sie sterben ja hier gewissermaßen wie die Fliegen.
    Das ist angesichts der starken TV-Mehrteiler ja nicht verwunderlich. Andererseits wäre es auch unfair, den 80er-TV-Filmen keine Chance zu geben, denn sie hatten mit mehreren Herausforderungen zu kämpfen: 1. eine Story ohne Unterbrechung (und Cliffhanger) zu erzählen und 2. die in einem Raum spielende Theaterhandlung doch irgendwie filmischer zu gestalten. Im Falle von Besuch und Mord am Pool hat man hier gar nichts verändert und der gesamte Film spielt wie im Theater in einem Raum. Die anderen Adaptionen gehen wenigstens aus diesem Raum hinaus, am meisten Film ist sicherlich Tagebuch.
    Dennoch, wenn man die filmische Inszenierung von Kette, Messer und Blitz im Hinterkopf hat, ist das statische, mit Video gefilmte Kammerspiel der 80er sicherlich ein "Schock" und Rückschritt und hat damit natürlich auch Einfluss auf die Gesamtbewertung.

  • Die unheimlichen Briefe (1923)Datum09.05.2018 12:06
    Foren-Beitrag von Georg im Thema

    Ich habe den Roman vor ca. 2 Jahren erstmals gelesen und er hat mir ausgezeichnet gefallen. Ein schöner Whodunit, mit vielen Wendungen, der - für Wallace-Verhältnisse eher unüblich - bei fast jedem Kapitel mit einer Art Cliffhanger endet. Sicherlich in der Oberliga der Wallace-Romane.
    Die gleichnamige TV-Verfilmung von 1998 hat soweit ich mich erinnere nichts mehr mit dem Roman zu tun, war aber auch nicht unspannend.

  • Foren-Beitrag von Georg im Thema

    Interessant (aber auch nicht besonders überraschend), dass beide Verfilmungen des Gentle Hook so weit hinten liegen. Irgendwie ist es wie ein Fluch, denn dieser an sich recht spannende Stoff hat drei Verfilmungen erfahren, aber keine ist gelungen (der italienische Dreiteiler Poco a poco von 1980 setzt dem Ganzen noch die Krone auf: Handlung so verunstaltet, dass man erst in Folge 3 erkennt, um welche Durbridge-Story es geht, Geschichte ins Homosexuellenmilieu verlagert usw.). Dass Dies Bildnis ist zum Morden schön TROTZ des Krimispezialisten Günter Gräwert so schwach ist, hat mich auch stets gewundert. Meines Erachtens krankt es auch am unsympathischen Szenenbild - und an Gila von Weitershausen, in meinen Augen eine Fehlbesetzung. Gerne hätte ich ja das Originaltheaterstück von der dt. Uraufführung 1975 gesehen, wo unter Ulrich Erfurths Regie Ruth-Maria Kubitschek die Titelrolle spielte. Der Stoff selbst war anscheinend Durbridges erfolgreichstes Theaterstück, in unzähligen Ländern und Theatern aufgeführt und auch das einzige (!), bei dem er Mitte der 1970er eine Option auf eine Kinoauswertung verkaufte.
    Dies Bildnis ist unter den westdt. Einteilern mit Sicherheit der schwächste. Dass Tagebuch für einen Mörder so schlecht abschneidet, ist irgendwie etwas ungerecht, angesichts der Tatsache, welche Filme sonst noch im Rennen sind, aber kein Wunder. Hier krankt es auch am Drehbuch, das einige erklärende Szenen eliminiert und daher manches offen lässt (z. B.: "Warum ist dieses Tagebuch so verdammt wichtig?"). Allerdings wurden hier auch verschiedenen Szenenwechsel eingeführt, die es im Stück nicht gibt (dieses spielt ausschließlich im Wohnzimmer von Max Telligan).
    Persönlich halte ich Tim Frazer jagt den geheimnisvollen Mister X auch für stärker als P. 0 Uhr 12, wobei TF... Mister X sich ja ganz stark an die Wallace-Filme anlehnt.
    Bin gespannt auf die weiteren Ergebnisse!

  • ... und nichts als die Wahrheit (1958)Datum07.05.2018 07:11
    Foren-Beitrag von Georg im Thema

    Eine sehr schöne Besprechung und ein toller Film mit hervorragenden Schauspielern, selbst O. W. Fischer ist hier für mich gut erträglich (in den meisten Rollen hat er für mich so ein derartiges Overacting, dass ich ihm nichts glaube).
    Sah mir am Wochenende auch das "Original" Der Fall Deruga von 1938 an. Willy Birgel hat mich hier auch überzeugt und der gesamte Film kam auch sehr spannend und glaubwürdig daher, schönes authentisches Ambiente. Das könnte man aber auch von Wirths Film sagen. Selten, aber auch das Remake hat seine absolute Daseinsberechtigung, auch dank der Besetzung!

  • Foren-Beitrag von Georg im Thema

    Danke für die Rückmeldungen!

    @Lord Peter: Oh, die Druckfehler sind in der Tat ärgerlich, ich hatte in der letzten Phase des Buches ehrlich gesagt auch keine Zeit ) mehr, mir die 7. und 8. Version aus dem Lektorat nochmals gänzlich durchzulesen. Druckfehler passieren Gott sei Dank aber auch richtig großen Verlägen :).

  • Wolfgang Völz gestorbenDatum05.05.2018 08:01
    Foren-Beitrag von Georg im Thema

    Sehr traurig, ein wunderbarer Darsteller, der immer so viel Positives ausstrahlte. Als Johann im "Yoster" mochte ich ihn besonders gerne, als Nebendarsteller war er ja in sehr vielen Krimis mit an Bord und immer eine Bereicherung.

    Zitat von Gubanov im Beitrag #2
    Was man Wolfgang Völz hingegen nicht zuschreiben kann (Welt-online tut es trotzdem), ist, die Stimme von Columbo gewesen zu sein

    Dieser Schwachsinn wird von meiner Tageszeitung heute noch überboten, sie meldet: "Er war die Stimme von Columbo und Käpt'n Iglo" :-)

  • Foren-Beitrag von Georg im Thema

    Das Rätsel um die nicht gedrehte sechste Episode der vierten Staffel ist nun gelöst. Die Geschichte wurde ja bekannter Weise erst Jahre später als Tod eines Schaustellers realisiert, in anderer Besetzung und nach Serienende. Jack_the_Ripper fand im Gong 21/1981 den Grund dafür. Ich habe den Text aus der damaligen TV-Zeitschrift digitalisiert:

    "Fernsehkrimi scheiterte an Schaustellern - „Sonderdezernat“-Folge vom Hamburger Hummelfest geplatzt

    „Der Tatzeuge“ sollte die vierte Folge der neuen Staffel von „Sonderdezernat K 1“ heißen. Als Drehort war das Hamburger Hummelfest im August vorgesehen. Seit einem Vierteljahr laufen die Vorbereitungen. Schauspieler und Team sind engagiert. Seit einem Vierteljahr laufen auch die Verhandlungen mit dem Veranstalter des Hummelfestes, der Stadt Hamburg, Abt. Marktwesen, und den Schaustellern. Wie eine Bombe schlug jetzt zwei Monate vor Drehbeginn beim NDR ein Brief des Marktmeisters Krischke ein, der die Dreharbeiten platzen läßt. Krischke bezieht sich auf Rücksprachen mit Mitgliedern des Schaustellerverbandes. Die fordern vom NDR zumindest einmal während der 31tägigen Veranstaltung Hörfunkberichterstattung. Darüber hinaus wünscht man gleich für den Dezember-Jahrmarkt noch einen Fernsehtermin. Zusätzlich verlangen die Schaustellerfunktionäre Einsicht in das Drehbuch. Der NDR müsse zudem vor den Dreharbeiten die Erlaubnis von jedem einzelnen Schausteller einholen. Weiter heißt es, daß nicht während der Betriebszeiten des Volksfestes zwischen 15 und 24 Uhr gedreht werden könne, nötigenfalls aber nur an den Tagen Montag, Dienstag, Donnerstag. Harald Vock, Hauptabteilungsleiter Unterhaltung beim NDR und Autor des „Sonderdezernat“-Drehbuches empört: „So können wir nicht drehen. Wir sind machtlos gegen die Mafia der Schausteller. Wenn es nicht mehr möglich ist, auf einem öffentlichen Jahrmarkt zu filmen, können wir gleich einpacken. Wir haben es in ganz Deutschland probiert, aber es sind überall die gleichen Familien, die das Jahrmarktwesen fest in der Hand haben. Dann sollen wir nicht während der Marktzeiten drehen. So ein Quatsch, es geht uns doch gerade um das bunte Leben, das Glitzern und den Trubel. Wenn ich schon höre: Montag, Dienstag, Donnerstag! Sollen wir an den anderen Tagen unser Team beurlauben? Die sollen erpressen, wen sie wollen, mich nicht!“ Da die Verträge mit den Schauspielern und einigen freien Mitarbeitern nicht mehr rückgängig gemacht werden können, entsteht dem NDR durch das Nein der Schausteller ein Schaden von 200 000 Mark!"

  • Foren-Beitrag von Georg im Thema

    Danke für Deine Rückmeldungen, Giacco!

    Dieser Schauspieler spricht im Film auch gar nicht, wenn ich mich richtig erinnere. Regisseur Vajda lebte viele Jahre in Spanien, vielleicht kam es deshalb zu seiner Verpflichtung?

  • Thema von Georg im Forum Film- und Fernsehklass...

    DAS FEUERSCHIFF
    Krimi, BRD 1962

    Mit James Robertson Justice, Helmut Wildt, Dieter Borsche, Pinkas Braun, Werner Peters, Michael Hinz, Wolfgang Völz, Sieghardt Rupp, Günter Mack, Georg Lehn

    Drehbuch: Curt Siodmak
    nach der Novelle von Siegfried Lenz
    Kamera: Heinz Pehlke
    Musik: Peter Sandloff
    Regie: Ladislao Vajda

    Hamburg: eine Bande bestehend aus drei Gangstern überfällt eine Bank und versucht mit einem Boot über das Wasser nach Dänemark zu flüchten. Doch die drei Männer, angeführt von Caspary, erleiden beinahe Schiffbruch und werden von der Besatzung des Feuerschiffs von Kapitän Freytag aufgenommen. Schnell stellt sich heraus, dass die Geretteten Verbrecher sind. Nach und nach eskaliert die Situation an Bord und es fallen Schüsse. Eines der Bordmitglieder stirbt ...

    Die Novelle „Das Feuerschiff“ von Siegfried Lenz, die durchaus auch als Krimi gesehen werden kann, wird meist als Parabel zu den Themen Gewalt, Widerstand und Verantwortung des Einzelnen verstanden (so Wikipedia) und gehört in vielen Leselisten von Schulen zum Standardinventar.
    Lenz‘ Geschichte wurde dreimal verfilmt, neben der hier besprochenen Version gibt es auch eine US-Kinovariante von 1986 (Regie: Jerzy Skolimowski) mit Tom Bower, Klaus Maria Brandauer, William Forsythe und Robert Duvall. Der NDR produzierte 2007 einen Fernsehfilm (Regie: Florian Gärtner) mit Jan Fedder und Axel Milberg.
    Zurück zur 1962er-Version: Ladislao Vajda inszeniert einen spannenden Film, dem das Lexikon des internationalen Films allerdings zu Recht Folgendes vorwirft: „Der Film übersieht offenbar, daß die zugrundeliegende Erzählung von Siegfried Lenz vor allem eine Parabel über den gewaltlosen Widerstand ist. Seine Diskussion über Ordnung und Recht versickert auf der Grenze zwischen Thesenstück und dramatischem Durchhalteabenteuer.“ Als reiner Kriminalfilm funktioniert Vajdas Inszenierung jedoch recht gut, die Spannung wird gut aufgebaut, die zunehmend eskalierende Stimmung an Bord wird gelungen wieder gegeben und mündet in ein dramatisches Finale. Die vorzügliche Besetzung macht aus „Das Feuerschiff“ natürlich einen Leckerbissen für Genrefans: James Robertson Justice brilliert als Dr. Freytag, Helmut Wildt als Gangster Caspary spielt diesen fast sympathisch ruhig. Sieghardt Rupp als Mann fürs Grobe ist in einer für ihn passenden Rolle zu sehen und die Schiffsmannschaft, bestehend aus dem Wallace-Inventar Pinkas Braun, Werner Peters und Wolfgang Völz ist sehenswert. Gelungen auch der Auftritt des jungen Michael Hinz als Sohn des Kapitäns, der im Konflikt mit dem Vater steht, nicht nur über die Vorstellungen, wie sein Leben ablaufen soll, sondern auch darüber, wie mit der gesamten Situation umgegangen werden kann.
    Nette Hamburgbilder gibt es als Draufgabe, so dass „Das Feuerschiff“ als schönes s/w-Krimiabenteuer durchgängig und ohne Längen unterhält.

  • Thema von Georg im Forum Film- und Fernsehklass...

    AFFÄRE NACHTFROST
    BRD 1988/89
    Regie: Sigi Rothemund
    Mit Hansjörg Felmy, Gudrun Landgrebe, Charles Brauer, Dietrich Mattausch, Heinz Moog u. v. a.

    Deutschland, Mitte der 1980er. Felmy spielt einen erfolgreichen BND-Mitarbeiter, der überall angesehen und in ein geheimes Forschungsprojekt involviert ist. Eines Abends führt er seinen Hund Gassi, dabei spricht ihn ein Mann an, der sich als KGB-Mitarbeiter vorstellt. Er konfrontiert den Oberst mit zwei Fakten: erstens, dass er weiß, dass er seit 40 Jahren unter falschem Namen lebt und zweitens, dass er von seinen NS-Kriegsverbrechen weiß. Für sein Schweigen will der KGB-Mann geheime BRD-Forschungsergebnisse. Der Oberst steigt scheinbar auf die Forderungen ein, gesteht aber gleichzeitig seiner Frau, dass er an der Sprengung einer Brücke im 2. Weltkrieg unschuldig war. Nur ein damals zwölfjähriger Junge kann das heute noch beweisen. Dieser stellt sich jedoch als nunmehriger DDR-Major der Nationalen Volksarmee heraus. Die Frau des BND-Obersts beschließt, illegal in die DDR zu reisen, um den Mann aufzusuchen und ihn um seine Aussage zu bitten. Diese soll ihren Mann zu entlasten.

    Sigi Rothemund, der uns als Siggi Götz u. a. solche cineastischen "Meilensteine" wie Komm', zieh dein Dirndl aus oder Bohr weiter Kumpel bescherte, inszenierte hier einen formidablen Agententhriller mit einem exzellenten Hansjörg Felmy in der Titelrolle, flankiert von Gudrun Landgrebe in einer Doppelrolle als dessen Ehefrau und Schwägerin. Der Film kommt gänzlich ohne Musik aus, ist aber an vielen Stellen beunruhigend spannend. Die DDR-Szenen scheinen zumindest zum Teil (gedreht wurde 1988) an Ort und Stelle gedreht worden zu sein (was doch angesichts des Themas überrascht), zumindest sind der Palast der Tränen und der Bahnhof Friedrichstraße zu sehen. Charles Brauer gibt glaubhaft den NVA-Major, Heinz Moog ist als Schwiegervater Felmys zu sehen, Dietrich Mattausch spielt einen NS-Oberst in einer längeren Rückblende (in der zwangsläufig der junge Felmy auch von einem anderen Darsteller gespielt werden musste) knallhart und rücksichtslos.
    Ein Film, der keine Sekunde Langeweile aufkommen lässt und mit einem überraschenden Ende aufwartet, soviel kann man sagen.
    Das Drehbuch basiert auf einem Roman von Stefan Murr (Pseudonym des Ganghofer-Enkels Bernhard Horstmann, früher auch gemeinsam mit seiner Ehefrau Charlotte), der im Krimifach immerhin für den 1967er-WDR-Straßenfeger Der dritte Handschuh verantwortlich zeichnete und auch die Vorlagen zu Ein Toter stoppt den 8 Uhr 10 und den "Tatort" Flieder für Jaczek lieferte.

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