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Dieses Thema hat 862 Antworten
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 Film- und Fernsehklassiker national
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Gubanov Offline




Beiträge: 15.214

24.03.2018 20:45
#856 RE: "Derrick" oder: das andere Konzept Zitat · antworten



Derrick: Dein Bruder, der Mörder

Episode 251 der TV-Kriminalserie, BRD 1995. Regie: Hans-Jürgen Tögel. Drehbuch: Herbert Reinecker. Mit: Horst Tappert, Fritz Wepper sowie: Peter von Strombeck (Hubert Basler), Holger Handtke (Randolf Basler), Eva Kotthaus (Liane Basler), Carin C. Tietze (Vera Podewil), Kurt Weinzierl (Karl Podewil), Edith Behleit (Frau Wunderlich), Johanna Baumann, Natalia Brunke u.a. Erstsendung: 8. September 1995, ZDF.

Zitat von Derrick: Dein Bruder, der Mörder
Der Student Randolf Basler hat im Eifer des Gefechts die Prostituierte Herta Podewil erwürgt. Aufgeregt sucht er Rat bei seiner Mutter, die wiederum Randolfs Bruder Hubert einweiht. Für diesen ist klar: Die Tote muss aus Randolfs Wohnung weggeschafft werden. Gemeinsam tragen sie sie ins Auto und setzen sie vor ihrer Haustür ab. Hubert Basler lässt das Schicksal der Toten und ihrer Familie jedoch nicht los. Er erfährt, dass die Tote ein Kind hinterlässt, um das sich nun niemand kümmert. Sein Interesse bleibt nicht unbemerkt – und Oberinspektor Derrick ist sich bald sicher, dass die Spur zum Mörder über Hubert Basler führt ...


Nur ein einziges Mal zeichnete der bei Ringelmann ab den 1990er Jahren eigentlich immer wieder zum Einsatz kommende Hans-Jürgen Tögel für eine „Derrick“-Folge verantwortlich. Der Regie-Routinier lieferte in diesem einen „Seitensprung“ dann auch das ab, was man von ihm erwartete: solide Durchschnittskost, die nicht weh tut, aber genauso wenig in Begeisterung versetzt. Letzteres ist dabei nicht einmal ihm selbst zuzuschreiben, denn in Hinblick auf die Inszenierung kann „Dein Bruder, der Mörder“ mit leicht überdurchschnittlicher Qualität punkten. Am Anfang schwenkt die Kamera durch Randolf Baslers Apartment und kommt auf einem Computerbildschirm zu ruhen, auf dem ein bunter Hypnose-Strudel den Zuschauer sozusagen bildlich in die Geschichte hineinzieht. Demnach verfolgt er gespannt die kommenden Ereignisse, die kompakt und solide umgesetzt wurden und in einem dramatischen und dennoch sensiblen Bilderbuchfinale gipfeln. Wenig zu bemängeln also.

Die Abstriche müssen in anderer Beziehung gemacht werden. Vor allem ist es die Faulheit von Ringelmann und Reinecker, die mich zu einem leichten, aber bestimmten Augenrollen veranlasste: Wenn Dauer-Heulsuse Holger Handtke wieder einmal als soziopathischer Studenten-Nerd verpflichtet wird und sich Reinecker nicht einmal die geringste Mühe gibt, sich einen Grund für die Leiche in Handtkes Schlafzimmer auszudenken, dann merkt man doch ganz eindeutig, dass hier nur mit halbem Elan zu Werke gegangen wurde. Der Fokus soll auf der Beziehung der beiden ungleichen Brüder liegen, die durch den Mord des einen und die Hilfeleistung des anderen in ein asymmetrisches Abhängigkeitsverhältnis geraten. Das gelingt auch gut und glaubhaft, aber ist nicht das, was eigentlich für einen Krimi-Zuschauer von Interesse ist. Der Rahmen – Warum wurde gemordet? Was verband Täter und Opfer? Welche Fehler beging der Täter? – fehlt ganz einfach. Alles, was zum Tathergang gesagt wird, ist: „Ich hab’ sie von der Straße mitgenommen, ich weiß’ auch nicht warum. [...] Ich hab’ ihr gesagt, was ich von ihr halte, da hat sie angefangen zu schreien und dann hab’ ich ihr den Mund zugehalten.“ No shit, Herbert! Das ist doch nun wirklich sehr dünn.

Wie angedeutet, funktioniert andererseits das Zusammenspiel von Handtke mit Filmbruder Peter von Strombeck recht effektiv; auch die Szenen mit seiner Mutter Eva Kotthaus sind gut umgesetzt, wenngleich das Agieren der Familienehren-Retter doch recht konstruiert erscheint und Reineckers altes Motiv vom familiären Schutz vor Strafverfolgung in früheren Folgen schon deutlich beeindruckender umgesetzt wurde. Derrick erreicht die Lösung wieder einmal eher durch allgemeine Menschenkenntnis als durch konkrete Ermittlungen, aber das ist man ja mittlerweile gewöhnt. Immerhin werden ihm mehrere schöne Besprechungen mit Harry auf dem Revier zugestanden, in denen das Geschehen reflektiert und Strategien fürs weitere Vorgehen besprochen werden – aus einer davon stammt die bemerkenswerte Aussage, dass Derrick nicht den geradesten Weg zur Überführung des Täters wählt, weil er seinem Bruder Respekt schuldig sei. Solche humanen Aussagen haben im ewigen Kampf des Guten gegen das Böse eher Seltenheitswert.

Eine nur mittelspannende Familienangelegenheit, deren Mord-Anteil aufs Minimalste reduziert wurde. Während man Holger Handtke zunächst zum Teufel wünscht, breitet sich bald eine neugierige Akzeptanz für den Basler-Clan aus, die milde gegenüber dem routinierten Endergebnis stimmt. 3 von 5 Punkten.

Georg Offline




Beiträge: 2.863

24.03.2018 21:59
#857 RE: "Derrick" oder: das andere Konzept Zitat · antworten

Zitat von Gubanov im Beitrag #856
Nur ein einziges Mal zeichnete der bei Ringelmann ab den 1990er Jahren eigentlich immer wieder zum Einsatz kommende Hans-Jürgen Tögel für eine „Derrick“-Folge verantwortlich.
Das hat auch seine Gründe: er und Tappert konnten nicht miteinander.

In seiner - im Übrigen sehr lesenswerten und kurzweiligen - Autobiographie Traumreise meines Lebens - Alle kennen meine Filme (2016, LangenMüller, München) erklärt Hans-Jürgen Tögel auf den Seiten 202 und 203 auch weshalb:

"Nachdem ich [...] dreizehn Folgen von Der Alte mit Rolf Schimpf gedreht hatte, durfte ich 1995 eine Folge Derrick übernehmen. Der Episodentitel lautete Mein Bruder, der Mörder. Das war meine erste und - wie sich noch zeigen wird - letzte Zusammenarbeit mit Horst Tappert. Derrick ist nach wie vor die meistverkaufte deutsche Serie und wurde in über hundert Ländern ausgestrahlt.
Als der Münchner Oberinspektor Stephan Derrick war Tappert ein Ausnahmestar - und das ließ er alle am Set spüren. Seine Anzüge ließ er sich exklusiv in England schneidern, in seinen ausgedehnten Mittagspausen brachte ihn ein Chauffeur in teure Restaurants, und am Set übernahm er gerne die Rolle des Regisseurs. Mit seinen Machtspielchen boykottierte er die gesamten Dreharbeiten und konnte sich dabei vor und hinter der Kamera auf seinen Assistenten Harry Klein alias Fritz Wepper als willfährigen Komplizen verlassen.
Die Sache spitzte sich zu, bis Produzent Helmut Ringelmann ein Machtwort zu meinen Gunsten sprach. Ich ging danach zu Tappert und sagte: "Herr Tappert, ich denke, wir sind beide Manns genug, diesen Film als Regisseur und Hauptdarsteller zu Ende zu bringen - und jetzt möchte ich Sie um Ihre Hand bitten." Er schaute mich mit seinen großen Augen an. Ich ergriff seine Hand und gab ihm das feierliche Versprechen, anschließend nie wieder mit ihm zusammenzuarbeiten. Irgendwie hat das gefruchtet. Wir brachten den Job zu Ende, und die Episode wurde ein Quotenerfolg. Wenigstens das war ein tolles Ergebnis."

Jan Offline




Beiträge: 1.270

25.03.2018 00:06
#858 RE: "Derrick" oder: das andere Konzept Zitat · antworten

Zitat von Gubanov im Beitrag #856
„Ich hab’ sie von der Straße mitgenommen, ich weiß’ auch nicht warum. [...] Ich hab’ ihr gesagt, was ich von ihr halte, da hat sie angefangen zu schreien und dann hab’ ich ihr den Mund zugehalten.“ No shit, Herbert! Das ist doch nun wirklich sehr dünn.

Das kommt mir jedoch irgendwie bekannt vor. Reichlich identisch war diese Art der Erklärung schon mindestens zweimal zuvor, nämlich in "Hoffmanns Höllenfahrt" und in "Stiftungsfest". Mindestens deswegen, weil ich meine, dass es gar noch eine vierte Reinecker-Variation dieses Themas gab, deren Titel mir aber gerade nicht einfällt. Einmal konnte jedoch in jedem Fall Klaus Löwitsch nicht mehr an sich halten und einmal hakte es bei Siegfried Lowitz aus. Es hatte genügt, dass ein junges Mädchen zu schreien begann. Die Tötung geschah dann eher beiläufig und in Panik. Immerhin war in diesen beiden Episoden noch das Motiv der Angst vor Entdeckung erklärend hinzugefügt - die beiden älteren Herren hatten schließlich zuvor erfolglos einmal ihr Glück bei der jungen Nachbarstochter und einmal bei der Freundin des Sohnes versucht; beide mussten folglich mit Entdeckung rechnen, mit Häme, Spott und Erniedrigung, sofern das Opfer davon gekommen wäre. Das scheint bei Reineckers dritter - bzw. gar vierter - Auflage dieses Plots aber offenbar schon nicht mehr von Relevanz gewesen zu sein, was man schon auch als ein Beispiel der zunehmenden Verflachung deuten mag, die ich der Spätphase Reinecker'schen Schaffens bisweilen schon vorwerfe.

Gruß
Jan

Gubanov Offline




Beiträge: 15.214

26.03.2018 00:35
#859 RE: "Derrick" oder: das andere Konzept Zitat · antworten

@Georg: Danke für die Hintergrundinfos. Spannender Klatsch! Dass Tögel so negativ über Tappert berichtet, legt nahe, dass seine Perspektive nicht die einzige ist, die man in dieser Causa kennen sollte ...


@Jan: Ich vermute, du meinst "Die Tote im Park" aus der "Kommissar"-Reihe? Da lief der Mord auch nach dem beschriebenen Schema ab. In "Dein Bruder, der Mörder" wird allerdings noch in der gleichen Szene klar, dass der Mord eigentlich nicht durchs Mundzuhalten begangen wurde, sondern weil Randolf Basler die Prostituierte würgte. So oder so: Reinecker hätte gut daran getan, dem Mörder und seiner Motivation etwas mehr Fleisch auf die Rippen zu hängen.

Gubanov Offline




Beiträge: 15.214

27.03.2018 00:15
#860 RE: "Derrick" oder: das andere Konzept Zitat · antworten



Derrick: Die Ungerührtheit der Mörder

Episode 252 der TV-Kriminalserie, BRD 1995. Regie: Helmuth Ashley. Drehbuch: Herbert Reinecker. Mit: Horst Tappert, Fritz Wepper sowie: Marion Kracht (Sophie Lauer), Wolf Roth (Dr. Weiland), Michael Mendl (Ali Klais), George Lenz (Geißler), Mario Irrek (Johannes Keller), Melanie Rühmann (Hanna), Petra Bischoff (Ingeborg Noll), Renate Grosser u.a. Erstsendung: 6. Oktober 1995, ZDF.

Zitat von Derrick: Die Ungerührtheit der Mörder
Gymnasiallehrer Dr. Weiland glaubt, ein für seine Oberstufenschüler geeignetes Aufsatzthema gefunden zu haben: die Vorgänge, die sich im Gehirn eines Mörders abspielen. Er vereinbart mit der Haftanstalt, dass der Frauenmörder Ali Klais unmittelbar nach seiner Entlassung zu einer Fragestunde in die Schule eingeladen wird. Die Fragerunde entpuppt sich jedoch als Tribunal, das die Schüler hoffnungslos überfordert. Sie beginnen, sich an Klais’ Fersen zu heften und geraten ebenso wie die mit Derrick befreundete Psychologin Sophie Lauer unter Verdacht, als Klais plötzlich selbst erschossen wird ...


Das Maximiliansgymnasium ist zwar seit den Lümmelbank-Komödien mit Hansi Kraus zumindest filmisch nicht für pädagogische Mustergültigkeit bekannt; die Gebahren, die Lehrer Weiland an den Tag legt, sind aber noch um einiges kruder als die von Knörzerich, Blaumeier und Co. In dem Versuch, das Klassenzimmer für eine „hautnahe Begegnung mit einem Problem unserer Zeit“ zu öffnen und dabei mehr über das „Steuergerät“ Gehirn zu erfahren, in dem sich „wahre Blitzgewitter“, wenn auch keine „Menschheitssonnenaufgänge“ zutragen, lädt Weiland seine Klasse zum ungezwungenen Mörder-Talk ein. Der einzige, der auf diese Weise die Schwere eines Mordes verharmlost, ist dabei paradoxerweise der Lehrer selbst, der eigentlich gegen eine Verrohung der Gesellschaft eintreten möchte. Der Gefängnisdirektor betrachtet dies lapidar als eine Folge der Unterhaltungsindustrie und Weilands Vorstoß als eine Schnapsidee – und soll damit Recht behalten.

Auch wenn Helmuth Ashley das Gespräch zwischen Schülern und Lehrern sehr eindringlich auf den Bildschirm bringt, muss die wortkarge, einfältige Verhaltensweise von Ali Klais doch als ärgerlich bezeichnet werden. Reinecker ging es wohl darum, unterschwellig nicht nur eine Ungerührtheit, sondern auch eine Dummheit der Mörder zu suggerieren. Michael Mendl steht dieses zurückgebliebene Auftreten nicht wirklich, sodass es die ohnehin schwierige Glaubwürdigkeit der Folge weiter strapaziert. Überzeugender als er wirkt seine Schwester, als die Renate Grosser in ihrem letzten „Derrick“-Auftritt noch einmal punktgenaue Akzente – einschließlich Wutausbruch – setzen darf. Auch Wolf Roth als spinniger Lehrer leistet wie üblich passgenaue Arbeit, während die Besetzung der Schüler mit bis zu 28-jährigen Schauspielern wieder einmal etwas weit hergeholt erscheint.

Einen ganz großen Schwerpunkt bildet diesmal der Auftritt von Marion Kracht als mit Derrick offenbar sehr eng befreundete Psychologin. Da in den Akten des ZDF als offizielle Freundinnen des Oberinspektors nur die Charaktere von Johanna von Koczian und Margot Medicus geführt werden, darf von einer rein platonischen Beziehung zwischen dem eher väterlichen Ermittler und der über ihre mangelnde Lebenserfahrung grübelnden Sophie Lauer ausgegangen werden. Immerhin ist sie aber schon so weit gediehen, dass Derrick für die Dame die eingestaubten Spaghetti aus seinem Küchenschrank zückt und sie ihm im Gegenzug von einer Vergewaltigung im Kindesalter erzählt. Man muss folglich eine Involvierung Lauers in den Fall befürchten, für den sie sich so fieberhaft interessiert – ein cleverer Schachzug des Drehbuchs, welcher der sonst sehr geschwätzigen Folge eine markante Besonderheit verleiht und Derrick umso affektiver am Schicksal von Klais, Weiland und dessen Schülern teilhaben lässt. Tappert erhielt nicht in jeder Folge so ausführliche Gelegenheit, sein schauspielerisches Talent unter Beweis zu stellen. Wer Derrick hauptsächlich seinetwegen sieht, wird dieser Folge besonders viel abgewinnen können.

Leider trifft das auf den Mord an Klais sowie dessen Aufklärung nicht wirklich zu. Sie ist wie so oft im späteren Serienverlauf nur Standardware, die sich leicht vorausahnen lässt und genauerer Betrachtung nur mit Mühe und Not standhält. Immerhin zieht der erfahrene und moralisch gefestige Oberinspektor einen passenden Schlussstrich unter die Episode: Wer einen Mörder tötet, ist kein „besserer Mörder“ als derjenige, der einen Unschuldigen auf dem Gewissen hat. Wir können über diese Weisheit nachdenken, während der Abspann mit Eberhard Schoeners depressiver – pardon: „seelisch erkälteter“ – Musik über Tapperts bedeutungsschwangeres Gesicht läuft.

Weder das Verhalten des Pädagogen noch das seiner Schüler dürfte besonders nah an der Realität angesiedelt sein. Auch Michael Mendls Mörder bleibt eher eine Scherenschnittfigur. Nichtsdestoweniger und auch trotz verschiedentlichen Predigtgeschwafels verfügt „Die Ungerührtheit der Mörder“ über ein anrührendes Moment mit großem Tiefgang. Derricks persönliche Involvierung tut ihr Übriges dazu. Gute 3,5 von 5 Punkten – das sollte in Box 17 eigentlich für einen Platz in der besseren Hälfte reichen.

Gubanov Offline




Beiträge: 15.214

08.04.2018 09:00
#861 RE: "Derrick" oder: das andere Konzept Zitat · antworten



Derrick: Herr Widanje träumt schlecht

Episode 253 der TV-Kriminalserie, BRD 1995. Regie: Alfred Weidenmann. Drehbuch: Herbert Reinecker. Mit: Horst Tappert, Fritz Wepper sowie: Gudrun Landgrebe (Agnes Voss), Eleonore Weisgerber (Gerda Widanje), Edwin Noël (Kergel), Julia Brendler (Dina), George Lenz (Hans), Henry van Lyck (Widanje), Philipp Moog (Dr. Dahlau), Dirk Galuba (Victor Eppler) u.a. Erstsendung: 17. November 1995, ZDF.

Zitat von Derrick: Herr Widanje träumt schlecht
Seine Frau ist heilfroh, dass er tot ist: Herr Widanje liegt erschossen auf seiner eigenen Schwelle – getötet von einer Person, die ihn aus dem Haus heraus erschoss. Frau Widanje erhält von einer guten Freundin, einer mit Derrick bekannten Psychologin, ein Alibi. Frau Dr. Voss versorgt den Oberinspektor dann auch mit Videobändern, die die Abgründe des Herrn Widanje offenlegen: Dieser pflegte seine andauernden Vergewaltigungsfantasien nämlich nicht selten in die Tat umzusetzen. Sowohl bei seiner Gattin als auch bei der Tochter seines Angestellten Kergel ...

Zitat von G. Walt: „Herr Widanje träumt schlecht“ bei Zauberspiegel Online, Quelle
Er träumte nicht wirklich schlecht. Er träumte nur davon Frauen zu vergewaltigen und das war eben schlecht. Für ihn war es die reinste Wonne.


Das paradoxe Wortspiel, das Reinecker zum Titel der Episode erhebt, kennzeichnet sowohl die abstoßende Selbstverständlichkeit, mit der der Ermordete seinen Lüsten nachgeht, als auch die einhellige Bewertung seiner Macke durch die übrigen Handlungsträger. Obwohl völlig mit sich selbst im Reinen und deshalb ein ganz beruhigter Schläfer, war Herr Widanje doch ein Mann, der seine Feinde wie an einer Perlenschnur aufzieht. Seine Besetzung mit dem schon immer zwielichtigen, aber nie wirklich bedrohlichen Henry van Lyck fällt deshalb etwas enttäuschend aus und man wünscht sich, er und „Derrick“-Veteran Dirk Galuba, der als Widanjes Prokurist zu sehen ist, hätten die Rollen getauscht. Mit Galuba als Titelfigur wäre für den nötigen Sleaze mit Sicherheit gesorgt gewesen ...

Dabei sind schmutzige Details gar nicht das Anliegen der Alfred-Weidenmann-Folge. Sie konzentriert sich in sauber-gesittetem Rahmen auf die psychologischen Auswirkungen des Widanje-Triebs, die vor allem von Gudrun Landgrebes Psychologin Dr. Agnes Voss in Worte gepackt werden. Ihr zweiter und leider schon letzter „Derrick“-Auftritt konfrontiert den Oberinspektor nach „Die Ungerührtheit der Mörder“ zum zweiten Mal in unmittelbarer Folge mit einer mit Derrick recht vertrauten Psychologin, die bis zur Halskrause in den Fall verstrickt ist. Landgrebe legt ihr Spiel ruhig und konzentriert an und kann sich deshalb als wichtige Informationsquelle profilieren, obwohl letztlich durchscheint, dass sie nicht die volle Wahrheit preisgibt. Neben ihr fallen der altgediente Edwin Noël, der vorsichtig aufmüpfige George Lenz und die zurückhaltende Julia Brendler positiv auf, während Eleonore Weisgerber als verheult durch die Szenerie schlafwandelndes Ehephantom etwas zu dick aufträgt und Philipp Moog als junger Staatsanwalt ein wenig deplatziert wirkt.

Einen Sonderstatus reklamiert die Folge insofern, als der Täter nicht eindeutig benannt wird und sich Derrick am Ende der einstündigen Laufzeit in einer Sackgasse wiederfindet. Die Spuren des Falles Widanje laufen, obwohl ein Geständnis vorliegt, ins Leere, was den Ausgang der Episode ungewohnt offen gestaltet. Das Publikum, das sich von einem Krimi eigentlich abschließende Klarheit erwartet, wird hier bewusst hingehalten – ein Stilmittel, das nach dem jahrzehntelangen Dauererfolg des Oberinspektors nun ganz bewusst von Reinecker eingesetzt wird, um Realitätsnähe zu schaffen (vgl. auch „Offener Fall“ oder „Eines Mannes Herz“). Derrick fällt dazu das dienstbeflissene Fazit: „Es gibt immer wieder Fälle, die nie ganz gelöst werden. Es bleiben immer wieder offene Fragen. Und ich werde immer wieder versuchen, sie zu beantworten.“ Vorbildlich!

Zwar erscheinen gewisse Handlungselemente offenkundig konstruiert (die Videos der Psychologin, der mit einem Job gekaufte Vater des Vergewaltigungsopfers) – aber dennoch überzeugt das Gesamtbild von „Herr Widanje träumt schlecht“ durch einen interessanten Mord, ein schillerndes Opfer und ein spannendes Täterrätsel. Gudrun Landgrebe liefert eine sehr einnehmende Darstellung ab; hinter ihr reihen sich diesmal erstaunlich viele altbekannte Gesichter, die etwas Nostalgie aufkommen lassen. 4 von 5 Punkten.

Gubanov Offline




Beiträge: 15.214

11.04.2018 23:20
#862 RE: "Derrick" oder: das andere Konzept Zitat · antworten



Derrick: Mitternachtssolo

Episode 254 der TV-Kriminalserie, BRD 1995. Regie: Helmuth Ashley. Drehbuch: Herbert Reinecker. Mit: Horst Tappert, Fritz Wepper sowie: Udo Samel (Thomas Randel), Susanne Uhlen (Inge Prasko), Winfried Glatzeder (Benjamin Prasko), Michael Zittel (Gus Doppler), Peter Krüger (Conny Kieler), Edgar Walther (Arthur Bolz) u.a. Erstsendung: 15. Dezember 1995, ZDF.

Zitat von Derrick: Mitternachtssolo
Buchprüfung in einem offenbar schlampig geführten Nachtklub. Geschäftsführer Prasko muss Besitzer Bolz Rede und Antwort stehen, als dieser in den Akten Hinweise auf Unterschlagungen entdeckt. Im Wortgefecht zückt Prasko eine Waffe, ein Schuss löst sich, der Besitzer ist tot. Beim Versuch, die Leiche vom Tatort fortzuschaffen, wird Prasko vom Wachmann Randel ertappt. Dieser hat den Mörder nun in der Hand. Randel – ein kläglicher Versager bei Frauen – hat nur einen Wunsch: Prankos aufreizende Frau soll ihm morgens den Kaffee ans Bett bringen. Aus der kuriosen „Zwangsbekanntschaft“ erwächst bald eine unwahrscheinliche Freundschaft ...


Nach einem so beiläufig wie möglich abgehandelten Mord entwickelt sich eine recht abstruse, aber auch anheimelnde Dreiecksgeschichte, die den Umgang gänzlich unterschiedlicher Charaktere mit Mord aufzeigt. Der cholerische Egoist Prasko tut alles, um seine Haut zu retten, geht dafür sowohl über Leichen als auch über das Wohl seiner Frau. Mit Winfried Glatzeder darf sich Prasko einer glänzenden Besetzung rühmen – der Schauspieler versteht sich bestens auf die Verkörperung schmieriger Typen, die sich für den Nabel der Welt halten. Prasko ist in dieser Form zwar ein rechtes Ekel, steht aber auf verlorenem Posten, weil die anderen Beteiligten und Mitwisser nicht gar so abgekartet sind wie er. So macht er bisweilen einen einsamen, mitleiderregenden Eindruck – zum Beispiel, als er nach Absage seiner „Freunde“ Herrn Bolz’ Leiche allein unter größter Kraftanstrengung durch den Klub zerrt, aber nicht weit kommt, weil er alsgleich entdeckt wird. In diesem Moment schlägt des Wachmanns große Stunde – Udo Samel gibt hier ein absolutes Kabinettstück, das seine total weltfremde, unrealistische Rolle richtiggehend greifbar macht. Sein Spiel ist hintergründig und doch aufrichtig; obwohl er Frau Prasko umkreist wie eine Biene die Blüte im Hochsommer, hegt er offenkundig keine schmutzigen Hintergedanken, sondern will einfach – wie es bei Reinecker schon 20 Jahre früher hieß – „einen Anteil am Leben“.

Zwischen beiden Männern steht Frau Prasko alias Susanne Uhlen. Uhlen sagte über Ringelmann-Produktionen in der „Derrick“-Jubiläumsdokumentation „Mein Name ist Derrick“:

Zitat von Susanne Uhlen in „Mein Name ist Derrick“, Quelle
Ich kenne Ringelmann schon seit vielen Jahrzehnten, [...] ich habe als Kind schon bei ihm gedreht. Er hat mich immer wieder genommen. Es ist für uns eine Ehre, auch einmal nur zwei oder drei Drehtage bei ihm zu haben, weil man ganz genau weiß, dass er sehr treu ist und einem dann ein Jahr später eine größere Rolle gibt. Die Bücher sind immer gut, immer interessant, und man hat mit großartigen Kollegen zu tun.


Tatsächlich versprach Frau Uhlen nicht zu viel, denn ihre Rolle ist kein geringeres Faszinosum als die von Samel. Das zunächst kalt-verachtende Gangsterliebchen an Praskos Seite wandelt sich im Laufe der Filmhandlung zu einer mitleidvollen und später sogar aufrichtig zugeneigten Freundin Randels, was der Beziehung zwischen ihr und dem Loser eine romantische Naivität verleiht. Zugleich kommt Frau Prasko so manche hochamüsante Knallerzeile über die Lippen, die den Zuschauer ob ihrer Unverblümtheit gut unterhalten wird. (Unverblümt übrigens auch ihr halbtransparentes Shirt, das sie, nachdem klar wird, dass Randel nicht mit ihr schlafen will, gegen einen ganz und gar unerotischen Tomboy-Look tauscht.) Hinzu kommt, dass die Geschichte mit einem Schlag in die Magengrube endet – eine sehr angenehme Abwechslung, die der Folge und ihren Figuren zusätzliche Wucht verleiht.

So wird aus einem windigen Krimi ein sehr unterhaltsames Beziehungsdrama. Ob das die zu bevorzugende Domäne von Oberinspektor Derrick ist, muss jeder selbst feststellen, aber ich fühlte mich ausgesprochen angesprochen. Dazu trug neben Ashleys diesmal besonders einfühlsamer Regie auch die herrliche 90er-Musik bei, die zu Beginn im „Klub Prasko“ gespielt wird. Das mittlerweile etwas überstrapazierte, aber kultige „Back for Good“ von Take That wird sogar noch geschlagen von der One-Hit-Wonder-Band The Connells, deren „‘74-‘75“ leider ein wenig kurz kommt.

Wir bewegen uns weitab von Wahrscheinlichkeiten oder kriminalistischer Logik. Stephan und Harry enttarnen den Mörder bereits in der ersten Befragung daran, ob er Eis in den Whiskey nimmt oder nicht (!) – eine Schlussfolgerung, die Sherlock Holmes entweder vor Neid erblassen oder im Grab rotieren lassen würde. Da der Schwerpunkt aber auf der niedlichen Geschichte zwischen Frau Prasko und dem stocksteifen Sonderling Randel liegt, fällt das wenig ins Gewicht. Hier wuchern vielmehr extrem motivierte Gastdarsteller und eine passende Regisseurswahl. Gute 4 von 5 Punkten.

Gubanov Offline




Beiträge: 15.214

13.04.2018 19:45
#863 RE: "Derrick" oder: das andere Konzept Zitat · antworten



Derrick: Die zweite Kugel

Episode 255 der TV-Kriminalserie, BRD 1996. Regie: Horst Tappert. Drehbuch: Herbert Reinecker. Mit: Horst Tappert, Fritz Wepper sowie: Philipp Moog (Pfarrer Figges), Oliver Hasenfratz (Konrad Kahlert), Götz Hellriegel (Valentino), Dirk Galuba (Johannes Kahlert), Lambert Hamel (Dr. Stanz), Peter Bertram (Veronese), Werner Asam (Oberkellner Mayer), Ursula Ludwig u.a. Erstsendung: 5. Januar 1996, ZDF.

Zitat von Derrick: Die zweite Kugel
Die Mafia verlangt Schutzgelder nicht nur von Spaghettitempeln, sondern auch von italienischen Gastronomen, die sich in München auf bayerische Biertradition verlegt haben. Der „Veronese“ führt ein solches uriges Lokal und weigert sich, weiter zu zahlen. Des Nachts erhält er Besuch von Jung-Mafioso Valentino und seinem Münchner Kumpel Konrad, die die Küche des Unwilligen in Brand setzen wollen. Doch der Veronese überrascht sie – er ist bewaffnet. In einem Handgemenge entreißt Konrad ihm die Waffe und erschießt ihn. Dummerweise wird er selbst dabei verwundet – eine Kugel bleibt im Arm stecken. Um vom Arzt nicht bei der Polizei verpfiffen zu werden, beschließt Konrad, seine Geschichte einem Pfarrer unter Beichtgeheimnis zu erzählen und diesen für einen verschwiegenen Arzt sorgen zu lassen ...


Beichtgeheimnis à la „Dem Mörder eine Kerze“ und „Anruf in der Nacht“ trifft auf Schutzgelderpressung à la „Tod eines Italieners“ und „Nach acht langen Jahren“. Einfach nur zwei typische Handlungsstränge miteinander zu kombinieren und darauf zu hoffen, dass die Mischung ungewöhnlich genug ausfällt, um als neue Idee durchzugehen, kann – wie man am Beispiel von „Die zweite Kugel“ feststellt – auch nach hinten losgehen. Tatsächlich klaffen in Reineckers Drehbuch so frappierende Logiklöcher, dass man sich fragt, warum Tappert sie, als er für diese Folge auf dem Regiestuhl Platz nahm, nicht zu stopfen versuchte. Das Verhalten des jungen Konrad Kahlert gibt dem Zuschauer ebenso Rätsel auf wie das planlose Vorgehen der Mafia, die ausgerechnet den harmlosesten und verschwiegensten Zeugen zu beseitigen versucht.

Das Besondere an der Folge ist, dass sie immer wieder zwischen den Ereignissen aus Sichtweise der Gangster und ihren Beratungen auf der einen sowie Derricks Ermittlungen auf der anderen Seite hin- und herwechselt. Durch den Wissensvorsprung, dass man als Zuschauer den Täter kennt, wird eine interessante Struktur ermöglicht, die Derrick auf ganz eigenen, für den Mörder nicht nachzuvollziehenden Wegen auf die richtige Fährte führt. Dem Schützen begegnet der Oberinspektor folglich erst in der 52. Minute – eine interessante Variation. Tappert erlaubte sich den Scherz, in dieser Szene wie ein Geist plötzlich aufzutauchen und dem jungen Tunichtgut damit einen gehörigen Schrecken einzujagen.

Oliver Hasenfratz spielt diesen egoistischen Drückeberger mit großem Ausdruck – vielleicht manchmal sogar überengagiert. Man wird sich als Zuschauer weder ganz darüber klar, inwiefern er seine Tat zu bedauern bereit ist, noch, warum er überhaupt den Abzug betätigt hat. Die Mordszene ist zwar eindringlich und ziemlich hart inszeniert, gibt inhaltlich aber ebenso Rätsel auf wie das windig erklärte plötzliche Auftauchen des „Toten“ in der Aufklärungsszene (man habe ein Double engagiert, heißt es da bloß lapidar). Leider erhält Hasenfratz außerdem wenige bereitwillige Gegenspieler. Lambert Hamel ist eine rühmliche Ausnahme. Als Doktor obliegt ihm die schwierige Aufgabe, zwischen Hilfsbereitschaft und Bürgerpflicht abzuwiegen. Der Pfarrer achtet hingegen nur auf das Erstgenannte und bleibt deshalb eindimensional – zumal die Idee, ausgerechnet „Bürschchen“ Philipp Moog als Pfaffen zu besetzen, wohl einer durchzechten Nacht entsprungen sein muss. Am schlimmsten gerieren sich jedoch die „Italiener“ der Folge, die mit Götz Hellriegel und dem altbefürchteten Peter Bertram ‘mal wieder gar gruselig unitalienisch besetzt sind.

Da wollte jemand zu viele Ideen in eine Folge packen: „Die zweite Kugel“ hat vereinzelte reizvolle Momente, scheitert jedoch an einem verworrenen, unrealistischen Plot und Besetzungen, die das Gefühl, dass sich die Geschichte vielleicht doch so zugetragen haben könnte, nicht unbedingt unterstützen. Der Von-Zeit-zu-Zeit-Regisseur Tappert hätte eine stärkere Vorlage gebraucht. 3 von 5 Punkten.



Mit nur wenigen Spitzenfolgen und einem eher überschaubaren Punktschnitt von 3,4 pro Folge reiht sich „Derrick Collector’s Box 17“ relativ weit hinten in die „Derrick“-Hall of Fame ein. Die enthaltenen Episoden sind zum allergrößten Teil dem Jahrgang 1995 zuzuordnen, der sich als schwächer als der Vorjahresschub erweist und dennoch sauber und in überwiegendem Maße befriedigend gemacht ist. Am meisten bedauern muss man, dass Derrick mental nur mehr wenig gefordert wird und manchmal seine Fälle eher wie ein Hexenmeister mit sechstem Sinn löst. Die Sujets gefielen mir allerdings sehr gut; Box 17 hält sich von sumpfigen Schwabinger Lokalitäten und Drogenpuffgeschichten für die Reinecker-Verhältnisse angenehm fern. Haugk lieferte mit „Anruf aus Wien“ zudem einen wirklich starken, Weidenmann mit der „Teestunde“ einen ausgesprochen distinguierten Fall. Überraschend schwach dagegen die beiden Folgen, die Hauptdarsteller Tappert auf der anderen Seite der Kamera „verbrach“.

Platz 01 | ★★★★★ | Folge 244 | Anruf aus Wien (Haugk)

Platz 02 | ★★★★☆ | Folge 246 | Teestunde mit einer Mörderin? (Weidenmann)

Platz 03 | ★★★★★ | Folge 248 | Kostloffs Thema (Haugk)
Platz 04 | ★★★★★ | Folge 254 | Mitternachtssolo (Ashley)
Platz 05 | ★★★★★ | Folge 250 | Eines Mannes Herz (Weidenmann)
Platz 06 | ★★★★★ | Folge 253 | Herr Widanje träumt schlecht (Weidenmann)

Platz 07 | ★★★☆★ | Folge 252 | Die Ungerührtheit der Mörder (Ashley)
Platz 08 | ★★★☆★ | Folge 241 | Nachtgebete (Grädler)

Platz 09 | ★★★★★ | Folge 242 | Abendessen mit Bruno (Weidenmann)
Platz 10 | ★★★★★ | Folge 245 | Ein Mord, zweiter Teil (Weidenmann)
Platz 11 | ★★★★★ | Folge 251 | Dein Bruder, der Mörder (Tögel)
Platz 12 | ★★★★★ | Folge 247 | Ein Mord und lauter nette Leute (Grädler)
Platz 13 | ★★★★★ | Folge 255 | Die zweite Kugel (Tappert)

Platz 14 | ★★★★★ | Folge 243 | Katze ohne Ohren (Tappert)

Platz 15 | ★☆★★★ | Folge 249 | Derricks toter Freund (Grädler)

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