597 Daten, das ist eine schöne Auswahl an relevanten Ereignissen! Schön, dass du dir die Mühe machst, Peter Ross! Es sind diese kreativen und individuellen Beiträge, die ein Forum am Leben erhalten.
Ich danke Euch für die klaren und offenen Worte, die das Thema sehr gut auf den Punkt bringen. Im Bewertungs-Thread zum BEW-Film "Der Henker von London" wird in Beitrag Nr. 117 die Redewendung "bis zur Vergasung" in den Zusammenhang gestellt, was ich weder als angebracht, noch für sehr geschmackvoll erachte. Begeisterungsfähigkeit für einen Film oder einen Schauspieler sollte ebenso wenig wie Abneigung gegen ein Thema zu sprachlichen Entgleisungen führen - Respekt und kritische Distanz sollten immer die Basis für eine Diskussion bilden. Danke!
"Der schwarze Abt" (1963): Leslie Gine und Dick Alford bzw. Leslie Gine und Harry Chelford
Die Ruinen der Abtei Fossaway sind nicht nur Schauplatz eines Mordes, sondern auch der geheime Treffpunkt des sechsunddreißigjährigen Joachim Fuchsberger und der vierundzwanzigjährigen Grit Boettcher, die mit dem dreiundfünfzigjährigen Dieter Borsche verlobt ist. Schloss Chelford und seine Ländereien bilden den Rahmen für eine intensive Schatzsuche, der Lord Chelford seine ganze Energie widmet. Sein Vetter Dick verwaltet den Besitz und dient gleichzeitig als Hüter des Ansehens der Familie, die durch das rätselhafte Verschwinden von Lady Chelford, der Mutter des jetzigen Schlossbesitzers, sowie des verschrobenen Verhaltens von Lord Chelford an gesellschaftlicher Achtung eingebüßt hat. Die Gründe für die konstruierte Verlobung mit der mittellosen, jedoch aus gutem Hause stammenden Leslie Gine sind in dem Bemühen zu suchen, den Schein einer respektablen Verbindung zu schaffen, wobei Leslie nichts weiter als einen Posten in der Bilanz seiner Besitztümer darstellt. Dick Alford sieht diese arrangierte Beziehung mit zwiespältigen Gefühlen. Einerseits glaubt er an die Notwendigkeit, eine standesgemäße Herrin auf Fossaway zu sehen, andererseits bedauert er es, ausgerechnet Leslie Gine, die er schon lange mag, an seinen egozentrischen und weltfremden Vetter gebunden zu sehen.
Leslie Gine hat noch einen weiteren heimlichen Verehrer, den untersetzten Bürovorsteher ihres leichtsinnigen Bruders Arthur. Fabian Gilder, der vom vierundvierzigjährigen Werner Peters dargestellt wird, hat sich durch Bauernschläue ein hübsches Vermögen beiseite geschafft und meint, er könne Leslie damit beeindrucken. Der Unhold bedrängt die zierliche Frau, die den gesellschaftlichen Gepflogenheiten entsprechend zu einer zurückhaltenden jungen Dame erzogen worden ist, die gepflegte Konversation machen und ansonsten eine gute Partie eingehen soll. Das ungehobelte Benehmen ihres Verehrers entrüstet sie, weil ihr auf der Schule für Töchter des gehobenen Mittelstands nicht gesagt wurde, dass nicht alle Männer Kavaliere und Gentlemen sind, sondern eine Frau auch damit rechnen muss, einem Vertreter des starken Geschlechts zu begegnen, der keine anderen Absichten als die Befriedigung seiner sexuellen Gelüste hat. Sie ist deshalb zunächst irritiert und dann entsetzt, dass der Angestellte ihres Bruders sich erdreistet, ihr eindeutige Avancen zu machen und sie mit Gewalt in die Enge treibt. So findet sich Leslie von Männern umgeben, die, mit Ausnahme von Dick Alford, wenig vielversprechend sind und ihr das Gefühl vermitteln, sich in ihr Schicksal fügen zu müssen.
Die Fürsorge ihres älteren Bruders Arthur endet mit der Frage, wie Leslie an den Mann gebracht werden soll, damit er sie gut versorgt weiß und sich nicht mehr an das Versprechen halten muss, das er vermutlich den früh verstorbenen Eltern geben musste. Mit dem Tag versteht seine Schwester wenig mehr anzufangen, als auszureiten, spazieren zu gehen und Besuche zu machen. Mehr wird auch nicht von ihr verlangt, weswegen sie zwischen den nach Geld und Macht strebenden Männern ein wenig verloren wirkt. Instinktiv fühlt sie sich zu Dick Alford hingezogen, dem schneidigen und jüngeren Verwalter des Gutes, der ihr zwar keine besonderen Zuneigungsbekundungen entgegen bringt, sie aber recht gerne mag und sich für ihre Belange interessiert. Durch die zahlreichen Anspannungen und Eskalationen in und um die Abtei Fossaway, verbleiben im Grunde nur zwei Personen, die imstande sind, einen konventionellen Lebensweg zu verfolgen: Leslie Gine und Dick Alford. Ihre Union ist wie ein versöhnlicher Neubeginn nach den Jahren der Gier und des Wahnsinns, der die Atmosphäre des Anwesens schwer belastete. Dankbar, einem düsteren Schicksal in den altehrwürdigen Mauern entronnen zu sein, wird Leslie an der Seite von Dick neue Lebensfreude und Leichtigkeit finden.
Als außenstehendes Forumsmitglied habe ich in den letzten Monaten nicht das Gefühl gehabt, dass mit negativen Wertungen gespart wird: im Gegenteil. Wenn ich an das vehemente Beharren einiger User denke, einem Film 0 Punkte geben zu MÜSSEN, weil es sich ja um eine grottenschlechte Produktion handelt, die leider nicht dem eigenen Geschmack entspricht und deshalb natürlich durchgeprügelt werden muss, dann denke ich, werden wohl einige in manchen Kategorien nur 1 Punkt vergeben - ob das nun mit Herz und Verstand geschieht oder aus Boshaftigkeit gegenüber Produktionen, die sich die Freiheit nehmen, vom klassischen Schema der Frühphase abzuweichen, müssen die Betreffenden selbst beantworten.
Meine Wertungen sind raus. In den Kategorien "Persönliche Lieblingsfilme" und "Voraussichtliche Favoriten" klaffen meine Punkteangaben arg auseinander.
Weswegen zählt eigentlich eine Wertung von 36 Punkten nicht, während es anscheinend legitim ist, einem Film das pure Existenzrecht abzusprechen, indem er mit niederschmetternden 0 Punkten bewertet werden kann, wie es hier bereits in verachtender Weise von einigen Mitgliedern in den "WdW"-Threads zelebriert wurde?
Ich habe mir die Episode heute extra noch einmal angesehen. Es ist Rosemarie Lücke. Sie spielt die blonde, blauäugige Inge Holm in "Tonio Kröger", Rolf Thieles Literaturverfilmung nach Thomas Mann aus dem Jahr 1964.
ich habe auf einer niederländischen Seite den Eintrag gefunden, dass es sich um die Trinity Road Nr. 142 handeln soll (siehe www.filmvandaag.nl), hoffe die Angabe stimmt.
"Der Schlafwagenmörder" (Original: Mördaren - en helt vanlig person) (Schweden 1967) mit: Allan Edwall, Lars Ekborg, Karl-Arne Holmsten, Heinz Hopf, Britta Pettersson, Ewa Strömberg, Curt Masreliez, Elsa Prawitz, Björn Gustafson, Nils Hallberg, Julie Bernby, Karl-Arne Bergman, Tore Bengtsson, Frej Lindqvist, Christina Carlwind, Gunnar Stanzén, Olle Björling, Christina Sellgren, Erik Hell u.a. | Drehbuch: Maj Sjöwall und Per Wahlöö | Regie: Arne Mattson
Der Nord-Express bringt seine Passagiere auch in der Mittsommernacht ans Ziel, doch dieses Mal geschehen zwei Frauenmorde, von denen der erste unbemerkt bleibt. Als das zweite Opfer aus dem Zug gestoßen wird, zieht eine junge Frau, die das gleiche Coupé belegte wie die Ermordete, die Notbremse. Der erzwungene Halt beschädigt das Bremssystem und der Zug muss für vier Stunden eine Pause einlegen, in der die Passagiere in einer nahegelegenen Bahnstation auf die Polizei warten, die den vermeintlichen Unfall untersuchen will. Kurz vor der Tat wurde der Mörder auf dem Gang gesehen, er trug schwarze Handschuhe und einen schwarzen Regenmantel aus Lackleder....
Große Dramen spielen sich in den Zügen auf der Leinwand ab; der Geschwindigkeitsrausch befördert seine Passagiere ins Verderben und manchmal sogar in den Tod, während die Lokomotive davon unbeeindruckt weiterhin kraftvoll ihre Waggons zieht. Kommt die Fahrt zu einem abrupten Stillstand, so bedeutet dies fast immer die Konsequenz einer Katastrophe. Der schwedische Regisseur Arne Mattson ist dem deutschen Publikum vor allem wegen seines rührseligen Liebesdramas "Sie tanzte nur einen Sommer" (1951) mit Ulla Jacobsson bekannt. Hier erhält er Gelegenheit, einen Kriminalfilm zu inszenieren, der seine Vielschichtigkeit hinter einer konventionellen Fassade tarnt. Nach dem fulminanten Auftakt sinkt der Spannungspegel wieder auf ein Normalmaß zurück, so, als wäre der Mord nur in der Phantasie des Zuschauers geschehen, dessen Wunsch nach Sensationen mit dem Ruhebedürfnis der Reisenden kontrastiert. Im Zug herrscht ein ständiges Kommen und Gehen, Unruhe und Nervosität treiben die Passagiere an und spiegeln sich auch in der Konservation im Salonwagen wider, wo sich jene versammeln, die allein reisen oder ein Publikum suchen. Selbstdarsteller finden ihre Bühne und ein Querschnitt aus der Gesellschaft präsentiert sich in kontroversen Bemerkungen und klischeetypischen Reaktionen. Der Rittmeister prolongiert sein militärisches Engagement und versucht die Kontrolle an sich zu reißen, indem er die Vorzüge der Armee mit den Mängeln im Eisenbahnbetrieb konfrontiert. Eine Opernsängerin lässt sich nur schwer aus der Reserve locken, weil sie ihr neugieriger Gesprächspartner auf ein volkstümliches Niveau reduzieren möchte. Ein junges Paar vergisst alles um sich herum und nistet sich in einem leeren Abteil ein. Die Krankenschwester lebt resoluten Pragmatismus vor. Der Sohn aus reichem Haus treibt die Nervosität seiner Mitreisenden mit ironischen und sarkastischen Spitzen in die Höhe. Der Direktor im öffentlichen Dienst sucht ein Ventil, um seinen angestauten Frust loszuwerden. Selbst der Schaffner scheint neben seiner Dienstauffassung auch andere Beweggründe mit an Bord des Zuges gebracht zu haben. Über allem liegt eine gereizte, angespannte Atmosphäre der Beklemmung. Die engen Abteile, der schmale Gang und die gegenseitigen Behinderungen durch ruheloses Verhalten, erhöhen die latent vorhandene Platzangst einiger Passagiere und bereiten den Boden für die kommenden Ereignisse, welche die Charaktereigenschaften der Personen gnadenlos entlarven und emotional alle Schleusen öffnen werden.
Der Schauplatz Eisenbahn bietet einen Mikrokosmos erster Güteklasse. Lange Flure führen ins Nirgendwo und dienen nur dem Flanieren entlang fremder Kabinen, in denen sich zwischenmenschliche Banalitäten, aber auch Tragödien und Romanzen abspielen. Abteiltüren dienen als Barrieren, welche die Personen gegen die anderen abschotten, ihnen Grenzen aufzeigen oder im schlimmsten Fall zum Tatort werden. Die Klaustrophobie nährt sich aus den rudimentären Räumlichkeiten, die zweckmäßig und unpersönlich sind und nur der simplen Unterbringung, nicht aber dem gehobenen Aufenthalt dienen. Der Salonwagen fungiert als Versammlungsort, um über die Mitreisenden herzuziehen, sich von unliebsamen Passagieren abzusondern oder um ernsthafte Überlegungen anzustellen. Der Aufbruch zur einsamen Bahnstation ist wie eine Befreiung und die blank liegenden Nerven aller brechen sich in den - im Vergleich zu den spartanischen Schlafkabinen geradezu fürstlich geräumigen - Aufenthaltsräumen endlich ihre Bahn. Der pedantische Stationsvorstand ("Ein Beamter muss nicht höflich, sondern ordentlich sein.") sorgt mit seinem Egoismus für eine Reinigung der Atmosphäre, in der ausgeübte Befehlsgewalt, eine deutliche Hierarchie und die Geringschätzung anderer - inklusive der Polizei - bereits für eine Vergiftung des Ambientes sorgten. Der Kriminalinspektor transportiert routinierte Souveränität und Gelassenheit. Situationen wie die vorliegende können ihn nicht aus seinem Konzept bringen, das auf jahrelanger Berufserfahrung und Menschenkenntnis fußt. Die Regie schafft es hier, die Spannung neu anzuheizen, nachdem die Handlung in den engen Zuggarnituren an ihre buchstäblichen Grenzen gelangt war. Psychogramme unterschiedlicher Couleur festigen die Individualität der Figuren, wobei einige besonders ins Auge fallen, so z.B. Allan Edwall, Heinz Hopf, Ewa Strömberg und Lars Ekborg. Reue macht sich stellenweise breit, sogar ein grotesker Moment der Nekrophilie wird heraufbeschworen und emotionale Extreme umfassen die Gruppe der Reisenden mit variierender Intensität. Gregor Hult sieht sich nach seinen ausschließlich sarkastischen Kommentaren bemüßigt, ein Geständnis abzulegen, das gleichzeitig eine Lebensbeichte darstellt; Pia verharrt in stummer Verachtung, die jederzeit in explosiven Hass umschlagen kann und der Direktor will mit ein paar Scheinen hastig reinen Tisch machen. Selbst der Rittmeister erkennt, dass seine Ordnung zerschlagen wird, weil er glaubt, seinen treuen Verbündeten Grälle durch Eigennutz verloren zu haben.
"Der Schlafwagenmörder" verfügt über eine dichte Atmosphäre, die der klassischen Kriminalhandlung intime Nuancen verleiht und sich in feinen Personenporträts ausdrückt, was die Frage nach dem "Who's done it?" zu einem psychologischen Rätsel macht, dessen Lösung den Film zu einem anspruchsvollen und anregenden Geheimtipp macht.
BEWERTET: "Der Würger vom Tower" (Deutschland 1965) mit: Hans Reiser, Charles Regnier, Kai Fischer, Ellen Schwiers, Christa Linder, Alfred Schlageter, Ady Berber, Ruth Jecklin, Lis Kertelge, Walter Kiesler, Inigo Gallo, Rainer Bertram, Gerhard Geisler, Gisela Lorenz u.a. | Drehbuch: Erwin C. Dietrich | Regie: Hans Mehringer
Die vermögende Witwe Mary Wilkins, Besitzerin eines von nur fünf existenten Parvati-Smaragden, wird eines Nachts ermordet. Kurz darauf wird ihre Tochter Jane von Mitgliedern der "Brüder der ausgleichenden Gerechtigkeit" entführt. Inspektor Harvey von Scotland Yard sucht den Juwelier Clifton auf und informiert sich über die Geschichte des wertvollen Steines, der aus einem indischen Tempel entwendet wurde und wie ein Heiligtum verehrt wird. Währenddessen verfolgt der unheimliche Würger die Spur des Smaragden und tötet jeden, der sich weigert, den Stein herauszugeben....
Im Zuge der populären Krimiwelle sahen mehrere Produzenten die Chance, sich mit einem stilverwandten Film an den Erfolg der Kollegen ran zu hängen und von der Mundpropaganda zu profitieren. Es wurde angenommen, dass der Zuschauer nicht zwischen A- und B-Ware unterscheiden würde, sondern sich von einem klingenden Filmtitel und einer reißerischen Geschichte ebenso ins Kino locken lassen würde wie bei der namhafteren Konkurrenz. Die bekannten Leinwandregisseure waren fast durchgehend ausgebucht, weswegen auch Männer aus dem Fernsehmetier engagiert wurden. Der Schweizer Schauspieler Hans Mehringer hatte bisher vor allem Unterhaltungssendungen für das Fernsehen seiner Heimat inszeniert, ebenso schrieb er die Drehbücher zu einem dreiteiligen Mitratefernsehkrimi mit Alfred Schlageter und Fred Tanner ("Wer ist der Täter?"). Sein Engagement als Kinoregisseur blieb ein Gastspiel und er wandte sich anschließend wieder dem Unterhaltungsfernsehen zu. Andreas Demmer oblag es, für eindrucksvolle Bilder zu sorgen, was ihm nur teilweise gelingt. Viel Potential wird liegengelassen, wenn die Kamera falsch positioniert ist und die herrlichsten Gruselszenen übereilt und emotionslos abgedreht werden. Es gelingt leider nicht, Ady Berber unheimlich in Szene zu setzen, die Morde sind schlecht ausgeleuchtet und geschehen teilweise im Off. Die Musik ist sehr beschwingt, unterstützt die Handlung also nur bedingt. Stellenweise hört man einzelne Töne aus dem Score zum "Unheimlichen Mönch" (Regie: Harald Reinl) heraus, der im Herbst des selben Jahres gedreht wurde. Die krude Philosophie der Kapuzensekte erhält breiten Raum. Kuttenträger sind im Allgemeinen beliebte Exoten in der Krimilandschaft, assoziiert man mit ihnen doch ein unberechenbares Verhalten, das keine Rücksicht zu nehmen braucht, weil die Tarnung die Identität der Person unsichtbar macht.
Leider gelingt es der Urania Film nicht, das erfolgreiche Muster der routinierten Konkurrenz stimmig zu kopieren. Alles wirkt wie ein billiges Plagiat, das den Zuschauer seltsam ungerührt lässt. Es stellt sich keine Verbindung zu den Figuren her, welche größtenteils fremd und schablonenhaft wirken. Selbst gute alte Bekannte wie Charles Regnier und Ellen Schwiers geben sich wenig Mühe, ihren Rollen Leben einzuhauchen und aus den grob gezeichneten Vorgaben mehr herauszuholen als eine müde Performance im Fall von Regnier und eine geradezu ironisch überspitzte Dialogwiedergabe im Fall seiner Kollegin Schwiers. Hans Reiser, der von Arnold Marquis synchronisiert wurde - während man bei dem Vorsitzenden des Geheimbundes leider auf eine Stimmencamouflage verzichtete - spult seinen Part lustlos herunter. Kai Fischer ist in diesem träge wirkenden Ensemble die erfrischende Ausnahme, sie besticht durch die für sie typischen Akzente von feinem Humor und charmanter Lebhaftigkeit. Positiv hervorzuheben ist auch der Wechsel der Schauplätze. Obwohl es natürlich obligatorische London-Aufnahmen aus der Konserve gibt, bietet man durch die Schweizer Connection einige neue Außendrehorte. Schloss Hilfikon im Schweizer Kanton Aargau diente als Hintergrund für den Ansitz des Pferdeliebhabers Alfred Schlageter. So konnte man den Berliner und Hamburger Drehorten der deutschen Kollegen wenigstens eine eigenständige Note entgegensetzen. Der geheime Versammlungsort der Kapuzenbrüder sorgt nur bedingt für eine furchteinflößende Atmosphäre, obwohl die junge Heldin Christa Linder dort bange Tage durchleben muss. Ihre Figur bleibt weitgehend passiv, weil sie im Rahmen ihrer Rollenvorgabe wenig Möglichkeiten hat, einen nachhaltigen Auftritt zu formulieren. In Erinnerung bleiben so vor allem ihre Angst und ihre Resignation.
Schale Kriminalproduktion mit einem verschenkten Schauspieler-Ensemble, das selbst nicht an einen Erfolg zu glauben scheint. 2 von 5 Punkten
Ich bin gespannt, ob es sich hier um eine exakte Umsetzung des gruseligen Romans "The Lodger" von Marie Adelaide Belloc Lowndes handelt, der erstmals 1913 bei Charles Scribner's Sons erschienen ist und den ich mir vor Jahren aus den USA kommen ließ. Alfred Hitchcock hat die Geschichte zugunsten seines Hauptdarstellers Ivor Novello umgewandelt, um den Weg für ein romantisches Happy-End mit June Tripp frei zu räumen. Im Roman heißt es im letzten Absatz: "Mr. Sleuth never came back, and at last, after many days and many nights had gone by, Mrs. Bunting left off listening for the click of the lock which she at once hoped and feared would herald her lodger's return."
Hans Nielsen spielt den Anwalt Dr. Reinhardt, einen alten Freund von Dr. Georg Sibelius. Er kommt relativ spät zu seinem Auftritt und berät den Arzt zu einem heiklen Fall von Verleumdung. Eine von Ann Savo gespielte Patientin beschuldigt Dr. Sibelius, sie verführt zu haben. Dr. Reinhardt argumentiert fast ärgerlich, weil er die Anschauung seines Freundes kennt, der seinen Patientinnen gegenüber oft zu arglos und leichtgläubig reagiert. Hans Nielsen schüttelt seine Rolle fast schon aus dem linken Ärmel, hat er sie doch in verschiedenen Varianten immer wieder überzeugend gespielt.
Die Satire mit dem ursprünglichen Arbeitstitel "Dream" sollte laut Aussage von Orson Welles keine Erzählung werden, sondern eine Abfolge von Eindrücken bieten. Er war überzeugt, dass sich sein ehrgeiziges Projekt seinem meisterhaften Erstling ("Citizen Kane") als ebenbürtig erweisen werde. Im Grunde erzählt er seine eigene Geschichte: ein alternder Kinoregisseur bemüht sich, sein Lebenswerk mit einem letzten Opus zu vollenden und muss nun sehen, wie er das Geld dafür aufbringt. Da sich Welles von iranischem Kapital abhängig gemacht hatte, bedeuteten die politischen Umwälzungen im ehemaligen Persien den Strich durch seine Rechnung. Nach dem Sturz des Schahs Reza Pahlavi beschlagnahmten die neuen erzkonservativen Machthaber das gesamte Filmmaterial und hielten es in einem Pariser Tresor unter Verschluss. So wiederholte sich das Schicksal der Filmfigur Jake Hannaford auf groteske Weise an Welles persönlich, der bereits einen Rohschnitt des Films erstellt hatte und die ungewöhnliche Produktion für sein Comeback in Hollywood nutzen wollte, wo man schon lange tuschelte, dass das verrückte Wunderkind aus Wisconsin - er wurde "Crazy Welles" genannt - nichts mehr fertig bringe. Sein zur selben Zeit beendetes Kinowerk "F for Fake" fand zunächst in den USA keinen Verleih und wurde nur in Europa gezeigt. Während es noch über zehn Jahre nach Welles' Tod so aussah, als wäre "The Other Side of the Wind" für immer verloren, ist es nun umso erfreulicher, dass eine weitere geheimnisumwobene Produktion wieder der Allgemeinheit zugänglich gemacht wurde - entgegen aller Unkenrufe, sie werde für immer verschollen bleiben.
In diesem Sinne: Danke an Prisma für den präzisen und hintergründigen Bericht, aus dem echte Begeisterung spricht.
Walter Wilz ging nach dem Abitur nach München und schrieb sich an der Universität ein, um ein Studium der Theaterwissenschaften zu absolvieren, nahm jedoch parallel Schauspielunterricht und knüpfte über Wenzel Lüdecke erste Kontakte zum Film. Mit der Hauptrolle im Alfred-Vohrer-Film "Meine 99 Bräute" klappte es im Jahr 1958 nicht, doch Regisseur Fritz Umgelter gab ihm ein Jahr später eine Rolle im Fernsehmehrteiler "So weit die Füße tragen". Vermutlich liegt hier die Verbindung zu seinem Auftritt als Fischer in "Nur der Wind". Im selben Jahr wirkte Wilz in so verschiedenen Filmen wie "Geheime Wege" (mit Richard Widmark, Charles Regnier und Sonja Ziemann), "Verdammt die jungen Sünder nicht" (aka "Morgen beginnt das Leben") (mit Cordula Trantow, Corny Collins und Werner Hinz) und "Immer wenn es Nacht wird" (mit Jan Hendriks, Hannelore Elsner und Karin Kernke) mit.
Der Fischer Angus ist ein unauffälliger, nachdenklicher Bursche, der mit den Problemen seines Handwerks bestens vertraut ist. Die meisten jungen Leute sehen keine Zukunftsperspektiven in diesem traditionellen Beruf und wandern nach England ab oder reisen nach Amerika aus, um ein geregeltes Gehalt gegen die Unsicherheit einzutauschen, die das Fischerhandwerk mitbringt. Angus hat alles, was er braucht und man merkt, dass ihm das einfache Leben in der Natur gefällt. Er ist kein Abenteurer, benötigt keine großen Reichtümer und schätzt seinen Tagesablauf, bei dem die Männer nach der Arbeit zu einem Bier einkehren und ein wenig plaudern. Als Naturbursche ist er auch mit den Tieren vertraut, holt den Besucher Mike mit der Kutsche vom Hafen ab und prescht später auf einem Pferd über die felsige Ebene, um dem Mann zu Hilfe zu eilen. Man hat das Gefühl, dass Wilz dieses unabhängige Leben auch in Wirklichkeit schätzte und sich in Lederjacke und Gummistiefeln wohl fühlte und in Drehpausen über die Weite der windumtosten Küstenlandschaft wanderte, um Gedanken nachzuhängen und den Kopf frei zu bekommen. Ein schönes Wiedersehen mit dem sympathischen Mimen, der sich in die Gruppe einfügt, als hätte er sein Leben lang in der rauen irischen Landschaft verbracht, wo Eigenbrötler und Rebellen ein unauffälliges Auskommen haben, wenn sie über die Weiten ziehen.
BEWERTET: "Nur der Wind" (Deutschland 1961) mit: Freddy Quinn, Cordula Trantow, Gustav Knuth, Heinz Weiss, Gudrun Schmidt, Helmut Oeser, Gottfried Herbe, Georg Lehn, Maureen Toal, Walter Wilz, Dorit Amann, Hans E. Schons u.a. | Drehbuch: Kurt Nachmann | Regie: Fritz Umgelter
Tim O'Connor, der Sohn des Fischers Sean, ist nach Dublin gefahren, um dort Geld für ein neues Motorboot zu verdienen. Seit geraumer Zeit verlassen immer mehr Fischer den Küstenabschnitt, weil sich die Ertragslage verschlechtert hat und es kaum noch Arbeit für die Männer gibt. In Dublin lernt Tim einen gewissen Jack Johnston kennen, der ihm rät, den wertvollen Schmuck der Millionärin Mrs. Collins zu stehlen, um seine Schulden zu begleichen. Auf der Flucht wird Tim allerdings vom Parkwächter gestoppt, den er kurzerhand niederschlägt. Er versteckt die Beute in einem Schließfach am Bahnhof und sendet den Schlüssel per Expressbrief nach Hause. Jack Johnston lässt Tim glauben, er habe den Parkwächter getötet, um ihn unter Druck zu setzen, woraufhin Tim sich das Leben nimmt. Zuvor beauftragt er jedoch seinen alten Freund Mike O'Brien, den Schlüssel abzufangen und ihn nach Dublin zurückzubringen. Doch der alte Sean schwört Rache und macht Mike für den Tod seines Sohnes verantwortlich....
Freddy Quinn, Sohn eines irischen Vaters und einer österreichischen Mutter, begann seine Karriere als Schauspieler ungefähr parallel zu seinen ersten Film- und Fernsehrollen und in beiden Fällen spielte der Hamburger Regisseur Jürgen Roland eine entscheidende Rolle. Nach einigen heiteren Musikfilmen übernahm er in "Nur der Wind" unter der Regie von Fritz Umgelter eine ernste Rolle als Bootsbauer, der seinem Freund helfen und den Hintermann eines Juwelendiebstahls überführen will. Sein Spiel ist angenehm zurückhaltend, er verfügt über eine natürliche Autorität, die ihm einen Vertrauensvorschuss ermöglicht, der für die Geschichte essentiell ist. Der unbekannte Gottfried Herbe spielt den jungen Tim und man stellt sich die Frage, warum Walter Wilz nur eine kleine Nebenrolle erhielt. Leider sieht man ihn zwei Jahre nach seinem Erfolg in "Der Frosch mit der Maske" in der unbedeutenden Rolle als Fischer Angus, den man, wenn man es nicht wüsste, mit Baskenmütze und Dreitagebart gar nicht erkennen würde. Wie viel hätte er aus der Rolle des verzweifelten Tim O'Connor herausgeholt, die in Grundzügen auffallend der Rolle des Ray Bennett ähnelt! Heinz Weiss, ebenfalls ein vertrauter Mann für Regisseur Umgelter, gibt den aalglatten Lebemann, der seinen Aufwand aus den Taschen vermögender Damen finanziert, die er um ihren Schmuck erleichtert. Selbstredend macht er sich die Hände nicht selbst schmutzig, sondern betraut seine geschmeidige Sekretärin Dinah, die von Gudrun Schmidt mit mondäner Souveränität gespielt wird, mit der Aufgabe, einen naiven Burschen für den Raub zu gewinnen. Unübersehbar dabei die Botschaft des Films, die dem Zuschauer eine Lektion über die Gutgläubigkeit unbedarfter Landbewohner erteilt, auch hier wieder eine Reminiszenz an den "Frosch mit der Maske". Cordula Trantow stattet das Mädchen Eileen mit Natürlichkeit, Anmut und Eigenständigkeit aus - Eigenschaften, die den Kontrast zu den eleganten Damen des Yachtclubs aufzeigen, in dem der Hochstapler Johnston so sicher auftritt. Natürlich werben gleich zwei Männer um ihre Zuneigung und es ist ziemlich klar, für wen sich Eileen am Ende entscheiden wird.
Wunderbare Aufnahmen von der grünen Insel geben dem Kriminalfilm die richtige Würze. Der melancholische Titelsong, sein authentisch agierender Interpret und die Jagd nach dem Schlüssel, der zum Spielball zwischen Gut und Böse wird, werden von Regisseur Umgelter zu einem glaubwürdigen Drama umgesetzt, das gut unterhält und auch jene Zuschauer überzeugt, die ein reines Star-Vehikel für den Hamburger Sänger erwarteten. 4 von 5 Punkten
BEWERTET: "Rosemaries Tochter" (Deutschland 1976) mit: Lillian Müller, Horst Frank, Tamara Lund, Jo Herbst, Werner Pochath, Bela Erny, Hanne Wieder, Karl Schönböck, Tilo von Berlepsch, Herbert Fux, Silvia Simon, Ernst Lothar, Walter Ullrich u.a. | Drehbuch: Ted Rose, Friedhelm Lehmann, Helmuth Ruge und Joe Berger | Regie: Rolf Thiele
Die Frankfurter Prostituierte Rosemarie Nitribitt hinterließ eine Tochter, die in der Schweiz aufwuchs und für deren Unterhalt ein unbekannter Gönner sorgte. Als die Zahlungen nach zwanzig Jahren plötzlich ausbleiben, reist Annemarie in die Bundesrepublik, um im Umfeld ihrer ermordeten Mutter nach Spuren zu suchen. Mit der Devise, sich an allen, die für den Tod der Nitribitt verantwortlich sind, zu rächen und selbst finanziell unabhängig zu werden, sucht Annemarie den Kontakt zu ehemaligen Bekannten ihrer Mutter, wobei sie vorgibt, Journalistin zu sein. Sie sticht dabei in mehrere Wespennester und sorgt für helle Aufregung bei den Beteiligten....
Diskussionswürdige, kritische Thesen werden im Plauderton serviert, ohne dem Zuschauer Zeit zum Reflektieren zu lassen. Während Bild und Ton selten konform ablaufen, treibt Thiele seinen Film mit einer Vehemenz voran, in der ungetrübtes Selbstbewusstsein seinen Ausdruck findet. Dem Regisseur des Kinoklassikers "Das Mädchen Rosemarie" scheint es weniger darum zu gehen, Wahrheiten aufzudecken oder ein Komplott zu entwerfen, als sich in der Allmacht zu sonnen, die er als "Experte" über den Stoff erlangt zu haben scheint. Seine Auslegung der Geschichte ist geradezu verwegen und könnte als Parodie durchgehen, wenn Thiele sie nicht so ernst nehmen würde. Alles, was kommentiert, angeprangert und analysiert wird, ist bitterernst und soll intellektuell wirken, während parallel Müllers Venusfigur zu sehen ist. Laufend bemüht Thiele die Urmutter der blonden Annemarie, das stadtbekannte Mädchen Rosemarie von Anno dazumal, wobei Nadja Tiller wie ein Gespenst in Sepia aus der Vergangenheit auf den Zuschauer blickt und er sich unwillkürlich fragt, ob Thiele nicht genügend neues Material hatte, um die 92 Minuten Filmlänge auszufüllen. Nicht erst als leuchtend rote Hakenkreuzflaggen im Bild erscheinen oder Werner Pochath den 'deutschen Herbst' antizipiert, zieht man verwundert die Augenbrauen hoch. Das Staunen über die Melange aus Satire, Drama, Komödie und Erotikfilm setzt bereits ein, als Lillian Müller auf Tamara Lund und Jo Herbst trifft, die den Tanz ums goldene Kalb traumtänzerisch wiederholen und alle Hoffnung des Zusehers auf eine ernsthafte Beschäftigung mit dem Kriminalfall 68331/57 begraben. Die Beweggründe der weiblichen Hauptfigur scheinen nicht einmal ihr selbst bekannt zu sein, bleiben ihre Aktionen doch vage und dienen meist nur dem Zweck der Selbstinszenierung. Die Propagierung der totalen Amnesie als Heilsbringer ist der Gegenentwurf zu Annemaries Wunsch, die Leute zum Sprechen zu bewegen. Verweist Thiele am Anfang des Films noch laufend auf seinen eigenen Klassiker, so scheint auch er sich am Ende für den Nebel des Vergessens entschieden zu haben, mit dem er sein geschmacksverirrtes Werk einsprüht - doch das Publikum vergisst nicht.
Charly Steinberger erweist sich einmal mehr als Meister seines Fachs und taucht Müller in schmeichelnde Perspektiven, die reizvolle Kontraste ergeben und die Darstellerin zum visuellen Kunstwerk stilisieren. Weiches Licht, satte Farben und fließende Übergänge zwischen nüchterner Realität und versponnener Traumwelt charakterisieren bereits den Vorgänger "Frauenstation". Die Kamera nutzt alle Möglichkeiten, den Film dort aufzuwerten, wo das Drehbuch versagt. Bleiben die Dialoge auch flach, die Kommentare exaltiert und die Handlungen abstrus, so kann man wenigstens nicht leugnen, dass alles sehr kreativ ausgeleuchtet und fotografiert wurde. Während Horst Frank, Hanne Wieder und Herbert Fux des öfteren unvorteilhaft ins Bild gerückt werden, touchiert die Kameralinse Lillian Müller mit Samthandschuhen und rückt ihre diversen Schokoladenseiten stets passgenau in den Mittelpunkt. Die Betonung liegt auf ihrem unschuldigen Charme, der von ihrer feindlichen Umgebung bedroht wird und dessen gleich mehrere Personen habhaft werden wollen. Der Pöbel wird dabei in Verzerrung und Nahaufnahme gezeigt, in Zeitlupe bewegt er sich zu absurden Moritaten und zeigt sich in all seiner Erbärmlichkeit. Immer wieder fischt die Kamera das blonde Mädchen aus der Menge heraus, isoliert es und lenkt das Interesse des Publikums auf seine Ausstrahlung. Lillian Müller stellt in gewisser Hinsicht den einzigen Lichtblick der Produktion dar, weil sie ebenso wie ihre Figur das Metier als Anfängerin ausübt und sich deshalb nicht jene Vorwürfe gefallen lassen muss, die man etwa einem Schauspieler wie Horst Frank machen muss. Sein affektiertes Auftreten im Käfig voller Narren, abwechselnd bewaffnet mit Banane, Beil oder Bacardi, stellt einen Tiefpunkt in seiner Karriere dar. Man fragt sich ohnehin, welche Beweggründe dazu führten, dass Rolf Thiele stets prominente Namen um sich scharen konnte, selbst bei Produktionen auf niedrigstem Niveau. Mag sein, dass Thiele ursprünglich mit der Absicht angetreten war, den Fall Nitribitt neu zu beleuchten, das Ergebnis ist jedoch weder eine kontroverse Spurensuche, noch ein leidlich spannender Kriminalfilm oder ein intelligentes Drama, sondern eine sinnbefreite Groteske.
Abschließend noch ein Auszug aus der Kritik von Paula Linhart im "Filmdienst" unter dem Eintrag Nr. 20 059 des Jahrgangsbandes von 1976:
"Das von Rolf Thiele 1958 in Gang gesetzte bundesdeutsche Affärenkarussell ("Das Mädchen Rosemarie"), das seine zeitsatirischen Glossen nicht ohne keß-unterhaltsamen Dreh über die Runden brachte, wird "zeitgemäß" wieder angekurbelt, verfehlt aber den satirisch-parodistischen Anschluß. Idee und hinterhältige Pointen ohne Geist und listig versteckten Witz verdummen zu vordergründigen Gags. Wo sich der Kommentar augenzwinkernd mit Anspielungen begnügt, wird die Bilderstory plump anzüglich und mit einer Einstellung unverblümt ins Pornofach verlegt. In dieser parodistischen und kabarettistischen Substanzleere bekommt der üppige Ausstattungschic und -flitter nur Alibifunktion, so attraktiv und effektvoll er auch ins Bild gebracht wird."