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Dieses Thema hat 402 Antworten
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 Film- und Fernsehklassiker international
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kaeuflin Offline




Beiträge: 1.252

11.11.2011 22:56
#76 RE: Sammelthread "Film Noir" Zitat · antworten

Opfer der Unterwelt / D.O.A. (Dead on Arrival)

Herstellungsland: USA
Erscheinungsjahr: 1950
Drehbuch: Russell Rouse, Clarence Greene
Kamera: Ernest Laszlo
Schnitt: Arthur H. Nadel
Musik: Dimitri Tiomkin
Länge: ca. 83 Minuten
Regie: Rudolph Maté
Cast: Edmond O'Brien, Pamela Britton, Luther Adler,
Beverly Garland, Lynn Baggett, William Ching, Henry
Hart, Neville Brand, Laurette Luez, Jess Kirkpatrick


Ich habe einen Mord zu Melden – Ich wurde Ermordet.

Wäre die Polizeidienststelle nicht bereits informiert gewesen, hätte die Aussage dess hineinstürmenden Frank Bigelow sicher für erhebliche Verwirrung gesorgt. Weiberheld Bigelow zog es vor seiner Hochzeit mit seiner Freundin Paula Gibson aus einer kalifornischen Kleinstadt nach San Francisco. Er wollte noch einmal Seine Unabhängigkeit genießen, Testen ober er sich doch für eine Andere Begeistern kann. Im Hotel trifft er auf eine Gesellschaft, der er sich anschließt und durch das Nachtleben der Großstadt zieht. Am Nächsten Morgen erwacht Frank nicht nur mit einem Ordentlichen Kater, sondern auch mit extremen Scherzen in der Magengegend. Die Ärzte die er daraufhin aufsucht, Diagnostizieren ihm das er Vergiftet wurde und noch maximal eine Woche zu leben hat. Eine Rettung ist ausgeschlossen. Frank begibt auf die Suche nach seinem Mörder.

WOW – Was für ein Film! D.O.A verlässt sich nicht nur eine Interessante und ungewöhnliche Idee, sondern hat noch einige clevere Wendung in der Hinterhand. Der Film ist ungemein Spannend, obwohl man weiß, dass für Frank keine Hoffnung mehr besteht. Regisseur Maté inszeniert seine Mörderjagt unter verschärften Bedingungen mit sehr viel schwung.

Hinzu kommt die gelungene Kammerarbeit, die einige Faszinierende Szenen einfängt, ohne dabei gestellt oder künstlich zu wirken, ein schmissiger Swing und Jazz Soundtrack und ein toll aufspielender Cast angeführt von Edmond O'Brien der es schafft seinen Frank Bigelow trotz all seiner Fehler symphytisch erscheinen zu lassen.

Die Damen schlagen sich ebenfalls Ausgezeichnet. Pamela Britton ist Franks Verlobt, die die Fehler ihres Geliebten kennt und ich trotzdem über alles liebt. Sie spürt, dass etwas mit Frank nicht stimmt, versucht ihm zu Helfen und ist letzten Endes doch Machtlos. Lynn Baggett als Witwe des Mannes dessen Tod Frank das Leben kostet, gibt eine Vortreffliche Femme Fatal ab, welche sich obwohl Mitschuldig aus der Affäre ziehen kann. Laurette Luez sorgt als Gangsterbraut für Zuätzliche Verwirrung. Herausheben möchte ich noch die Leistung von Neville Brand, der als Wahnsinniger Handlanger ein kleines Kabinettstückchen abliefert. Klaus Kinskis Rolle als Peter Keen in „Geheimnis der Gelben Narzissen“ scheint geradezu von Brands „Chester“ Inspiriert zu sein.

D.O.A hat mich wirklich begeistert, daran konnte auch die mäßige Qualität der DVD nichts ändern. 9 Filme auf 3 DVDs für ca.10$ sagt eigentlich schon alles – Defekte, Tonschwankungen, rauschen keine Untertitel … aber immer noch besser als befürchtet. Ich werde mir wohl die DVD von Image noch zulegen, die soll recht gut sein.

Einer der außergewöhnlichsten und Spannendsten Film Noirs die ich bisher gesehen habe.

5 von 5

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kaeuflin Offline




Beiträge: 1.252

14.11.2011 14:26
#77 RE: Sammelthread "Film Noir" Zitat · antworten

In der Klemme / Desperate

Herstellungsland: USA
Erscheinungsjahr: 1947
Drehbuch: Harry Essex, Dorothy Atlas, Anthony Mann, Martin Rackin
Kamera: George E. Diskant
Schnitt: Marston Fay
Musik: Paul Sawtell
Länge: ca. 73 Minuten
Regie: Anthony Mann
Cast: Steve Brodie, Audrey Long, Raymond Burr, Douglas Fowley,
William Challee, Jason Robards Sr., Freddie Steele,
Lee Frederick, Paul E. Burns, Ilka Grüning
LKW Fahrer Steve Randall (Steve Brodie) wird unschuldig in einen Raubüberfall verwickelt, bei dem ein Polizist um Leben kann. Der Jüngere Bruder von Bandenführer Walt Radak wird verhaftet und soll Hingerichtet werden. Walt ist jedes Mittel recht um seinen Bruder zu retten – er verlang von Steve, dass er sich stellt und die Verantwortung für den Mord übernimmt, ansonsten würde seine schwangere Frau Anne sterben. Steve und Anne flüchten, Polizei und Gangster dicht auf den Fersen.

Ganze 73 Minuten läuft dieser Thriller von Anthony Mann, doch diese haben es wirklich in sich. Mann gelingt es die Story nachvollziehbar zu erzählen, den Charakteren genug Platz einzuräumen und das Tempo bis zum Showdown zwischen Steve und Walt stets hoch zu halten. Er beherrscht Land genau so gut wie Stadt Setting, läst seine Personen sympathisch und nachvollziehbar agieren und vergisst trotz der kurzen Laufzeit die Ruhigen Momente nicht.

Unterstützt wird er dabei von einem in sich geschlossenen und gut aufspielenden Cast, aus dem Raymond Burr als Gangster Walt Radak herausragt.

Vielleicht kein großer Klassiker, aber ein immer noch sehr sehenswerter Film Noir.

Erneut ein Lob an die DVD aus der Film Noir Collection 5 von Warner Tolles Bild und gutverständlicher Ton.

4,5 von 5

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Gubanov Offline




Beiträge: 14.472

17.11.2011 14:04
#78 RE: Sammelthread "Film Noir" Zitat · antworten

Zitat von Gubanov
Secret Beyond the Door
• VÖ: demnächst (noch kein konkreter Termin)
• USA 1948 | Thriller | 1.33:1 academy
• English 2.0
• Bonus: Stills / poster gallery and collector’s poster card
Inhalt: Fritz Lang’s darkly romantic thriller stars Joan Bennett as Celia, a young and impressionable New Yorker who falls for handsome architect Mark Lamphere (Michael Redgrave), whom she marries in haste. Although all seems blissful at first, mystery seems to surround Celia’s husband: his opulent mansion contains replicas of rooms in which famous murders took place and his previous wife died under suspicious circumstances. Is Celia’s imagination running wild, or does Mark really have a sinister secret – and why is one room always kept locked?


Die DVD ist unterdessen erschienen. Einen Review kann man unter diesem Link nachlesen.

kaeuflin Offline




Beiträge: 1.252

04.12.2011 16:43
#79 RE: Sammelthread "Film Noir" Zitat · antworten

Umleitung / Detour

Herstellungsland: USA
Erscheinungsjahr: 1945
Drehbuch: Martin Goldsmith, Martin Mooney
Kamera: Benjamin H. Kline
Schnitt: George McGuire
Musik: Leo Erdody
Länge: ca. 67 Minuten
Regie: Edgar G. Ulmer
Cast: Tom Neal, Ann Savage, Claudia Drake,
Edmund MacDonald, Tim Ryan, Esther Howard,
Pat Gleason, Don Brodie, Roger Clark, Eddie Hall


Al und Sue treten gemeinsam in einer New Yorker Bar auf. Er spielt Piano, sie singt. Auch Privat sind die beiden ein Paar. Doch Sue ist es leid, nur vor Betrunkenen aufzutreten – es zieht sie nach Hollywood. Nach einiger Zeit der Trennung, beschließt Al ihr Nachzufolgen um sie zu heiraten. Ohne größere Geldreserven Trampt er Quer durch die USA. Kurz vor Kalifornien wird er von einem Mann namens Haskell aufgelesen, der verspricht ihn bis nach LA mitzunehmen, wenn Al ihn dafür beim Fahren ablöst. Doch Haskell geht es nicht gut – er verstirbt auf der Fahrt. In Panik für den Mörder gehalten zu werden versteckt Al die Leiche und fährt als Haskell weiter. An einer Tankstelle liest er die junge Vera auf. Vera kannte den echten Haskell, doch Al der Polizei auszuliefern liegt nicht in ihrem Interesse.

Billig Produziert, nur 2 größere Rollen, als Location eine staubige Straße und ein großer Wagen und dennoch geling Regisseur Ulmer ein Packender und Wendungsreicher Thriller. Die Story ist unvorhersehbar und konsequent, die zwei Hauptdarsteller in blendender Form und die Rückblenden und der Voiceover geschickt angewandt. Ann Savage als undurchsichtige Femme Fatal die den zwischen mürrisch und Hilflos wirkenden Tom Neal an den Rande der Verzweiflung bringt ist alleine schon das Ansehen wert.

Kamera und Musik sind guter Durchschnitt und der Film kurz genug um darüber hinwegzutäuschen, dass optisch nicht allzu spektakuläres geboten wird.

Leider scheint es Weltweit noch keine wirklich überzeugende DVD des Films zu geben. Meine DVD stammt aus jenem 9 Filme auf 3 DVDs Set aus dem ich schon D.O.A. ertragen habe. Das Bild ist unruhig, unscharf und voller Defekte. Immerhin ist die Tonspur recht gut verständlich. Hoffentlich erbarmt sich mal einen Label und liefert eine würdige Version diese B-Film Klassikers ab.

Für den Film selbst ziehe ich volle 5 von 5 Punkten

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Gubanov Offline




Beiträge: 14.472

04.12.2011 17:21
#80 RE: Sammelthread "Film Noir" Zitat · antworten

Das Bild der Image-DVD sieht nicht allzu übel aus, wenn man es mit den anderen vergleicht:

http://www.dvdbeaver.com/film/dvdcompare3/detour.htm

Das Optimum sähe sicher anders aus, aber brauchbar ist diese VÖ (abgesehen von dem augenkrebserregenden DVD-Cover ) anscheinend doch.

kaeuflin Offline




Beiträge: 1.252

04.12.2011 19:35
#81 RE: Sammelthread "Film Noir" Zitat · antworten

Ja, die scheint momentahn die beste zu sein - allerdings wie du schon sagst nicht optimal ... mal sehen, wenn ich sie irgendwo wiklich billig bekomme ...

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kaeuflin Offline




Beiträge: 1.252

19.12.2011 14:03
#82 RE: Sammelthread "Film Noir" Zitat · antworten

Eigentlich wollte ich einen Film Noir ansehen, doch nicht immer ist Noir drin wo Noir drauf steht. Mehr dazu, dort wo es hingehört:

Bewertet: Mannequins für Rio (1954)

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Havi17 Offline




Beiträge: 2.931

19.12.2011 16:42
#83 RE: Sammelthread "Film Noir" Zitat · antworten

Das ist eben Marketing. Man verwendet einen gut besetzten Begriff wie Straßenfeger oder eben Film Noir mit eienm Add On und schon wird die DVD gekauft. Man muß heutzutage eben mit seinen Kenntnissen oder Recherchen sattelfest sein und sich eine eigene Meinung bilden. Das fatale hierbei ist daß Unwissende in Foren damit Film Noir neu definieren ... Das hat schon in der Vergangenheit auch hier schon Diskussionen gegeben, wo auch Joachim versuchte aufzuklären.

Gruss
Havi17

kaeuflin Offline




Beiträge: 1.252

19.12.2011 16:57
#84 RE: Sammelthread "Film Noir" Zitat · antworten

Zitat von Havi17
Das ist eben Marketing. Man verwendet einen gut besetzten Begriff wie Straßenfeger oder eben Film Noir mit eienm Add On und schon wird die DVD gekauft. Man muß heutzutage eben mit seinen Kenntnissen oder Recherchen sattelfest sein und sich eine eigene Meinung bilden. Das fatale hierbei ist daß Unwissende in Foren damit Film Noir neu definieren ... Das hat schon in der Vergangenheit auch hier schon Diskussionen gegeben, wo auch Joachim versuchte aufzuklären.


Der Vorteil an der Sache ist, es sind 6 Filme in der Box und der Preis für die gebotene Qualität durchaus OK.

Ausserdem bei B und C Filmen aus dieser Zeit, die womöglich noch weiss Gott wie viele Alternativtitel haben, wird es mit der Recherche mühsam... Viele davon findet sich in der OFDb gar nicht und in der IMBd halten sich die Infos zum Inhalt auch in Grenzen ... Ausprobieren ist da das einzige das Gewissheit bringt.

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kaeuflin Offline




Beiträge: 1.252

28.12.2011 17:46
#85 RE: Sammelthread "Film Noir" Zitat · antworten

Stranger on the Third Floor

Herstellungsland: USA
Erscheinungsjahr: 1940
Drehbuch: Frank Partos, Nathanael West
Kamera: Nicholas Musuraca
Schnitt: Harry Marker
Musik: Roy Webb
Länge: ca. 63 Minuten
Regie: Boris Ingster
Cast: Peter Lorre, John McGuire, Margaret Tallichet, Charles
Waldron, Elisha Cook Jr., Charles Halton, Ethel Griffies,
Cliff Clark, Oscar O'Shea, Alec Craig


Stanger On The 3rd Floor – Der Meinung einiger Filmexperten der erste „Echte“ Film Noir und doch ein eher unbekannterer Vertreter seiner Gattung.

Mike Ward, ein Junger Reporter, ist Zeuge in einem Mordprozess. Nicht nur ist seine Aussage Auschlaggebend für den Ausgang des Prozesses, es macht ihn über Nacht zum Star seiner Zeitung. Die sich dadurch ergebende Gehaltserhöhung will er dazu Nutzen endlich seine Geliebte Jane zu ehelichen. Doch Jane weckt Zweifel in ihm. Hat er wirklich den Richtigen man auf den Elektrischen Stuhl geschickt? Und was wenn nicht? Sein Vorgesetzter sieht die ganze Angelegenheit deutlich Pragmatischer "…there are too many people in the world anyway".

Doch Mike lässt der Gedanke nicht in Ruhe. Als er in seinem Haus einem Mysteriösen Fremden begegnet und er anschließend seinen verhassten Nachbar nicht mehr schnarchen hört, beginnen Traum und Realität zu verschmelzen. Am Ende der Nacht wird die Leiche des Nachbarn gefunden und Mike ist der Hauptverdächtige. Kommentar seine Kolegen "And If He Is Innocent?" - "Who cares - What A Story!"

Was sich jetzt auf den ersten Blick nach einem Klassischen „Death Alley Noir“ Anhört entpuppt sich bei genauerem betrachten für mich doch eher als Nachruf auf die 20er und 30er Jahre ...

Das Problem des Films ist sein Drehbuch – Das Mystery ist nicht vorhanden, es gibt keine unvorhersehbaren Handlungsentwicklungen, der Held ist sehr schnell „Außer Gefecht“, kann nicht mehr agieren. Sicher, dass lässt ihn machtlos erscheinen, das Leben ist dem Zufall, dem Schicksal ausliefert aber wirklich spannend wird „Stranger“ trotz allem nie.

Beim Sehen kamen mir zwei Filme aus den 30ern in den Sinn, die deutlich näher mit „Stranger on the 3rd Floor“ verwand zu sein scheinen als spätere Film Noirs : M von Friz Lang (alleine durch die Rolle von Peter Lorre und die Fotografie) und Hitchcks „Mord – Sir John greift ein“, der sich um das Gewissen und die damit verbundenen Aussagen vor Gericht und ihre Bedeutung für einen möglicherweise Unschuldigen dreht. Auch Sir John hört seine Stimme in seinem Kopf, die ihn Zweifeln lässt.

Auffallend an „Stranger“ ist das extreme Spiel mit Licht und Schatten, welches bei der beinahe 20 Minütigen Traum/Real Sequenz seinen Höhepunkt erreicht. Doch auch dies Lässt mich eher an die Stummfilm Ära denken als jetzt unbedingt an den Film Noir.

Das Alles soll nun nicht bedeuten Stranger on the 3rd Floor wäre ein schlechter Film. Nein, er wirkt auf mich nur älter als sein Entstehungsjahr. Die Kammeraarbeit ist exzellent, die Darsteller können in ihren Rollen durchaus überzeugen und auch die Inszenierung ist sehr solide, wenn auch eher langsam. Neben Peter Lorre, der eigentlich immer Überzeugen kann, sticht besonders ein kurzer Auftritt von Elisha Cook Jr. heraus.

Das Drehbuch ist der einzige echte Schwachpunkt – Die Story ist schlüssig, und könnte für Mike wirklich tragisch Enden (doch das war in den 40er leider schon nicht mehr möglich) doch reicht sie nur für 35 bis 40 Minuten Film aus. Die Traumsequenz versucht das etwas zu verschleiern, den Zuschauer abzulenken (und sieht toll aus), bringt die „Handlung“ im Endeffekt aber keinen Millimeter weiter.

Für mich Persönlich ist Langs Gehetzt mehr Noir als „Stanger on The 3rd Floor“. Zum Glück habe ich aber eine Grundsätzliche Schwäche für diese alten Filme und so, bin ich mit dem gebotenen durchaus zufrieden.

Die DVD von ODEON bietet eine Ordentliche Bild und Tonqualität aber leider keine UT oder Extras. Dafür kann man sie mit etwas Glück schon für um die 4 Pfund bekommen.

Hätte man noch die eine oder andere Wendung eingebaut, könnte ich eine höhere Bewertung geben. So bleibt es bei ordentlichen 3,5 von 5 Punkten und einer Empfehlung für Fans von Schattenreichen 30er Jahre Filmen.

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kaeuflin Offline




Beiträge: 1.252

01.01.2012 21:34
#86 RE: Sammelthread "Film Noir" Zitat · antworten

Bury Me Dead

Herstellungsland: USA
Erscheinungsjahr: 1947
Drehbuch: Irene Winston, Dwight V. Babcock, Karen DeWolf
Kamera: John Alton
Schnitt: W. Donn Hayes
Musik: Emil Cadkin
Länge: ca. 68 Minuten
Regie: Bernard Vorhaus
Cast: June Lockhart, Cathy O'Donnell, Hugh Beaumont,
Mark Daniels, Greg McClure, Milton Parsons,
Virginia Farmer, Sonia Darrin, Cliff Clark, Ned Glass
Irgendwie hat es mir Cathy O'Donnell angetan. Nach Im Schatten der Nacht, Sidestreet und Polizeirevier 21 wollte ich unbedingt ihre anderen Noir Filme sehen. Burry Me Dead, den ich mir als „Classic Film Noir Double Feature“ von VCI in Regal gegönnt habe entstand kurz nach O'Donnells Duchbruch mit „Die Besten Jahre unseres Lebens 1946“, dem anschließenden Konflikt mit dem Hollywood Studio System, dem sie sich nicht beugen wollte und kurz vor ihrem Auftritt in Nicolas Rays „They live by night“, welcher allerdings erst 2 Jahre Später ins Kino gebracht wurde…

Burry Me Dead ist ein B-Noir aus Hollywoods Poverty Row Abteilung. Allerdings ist Burry Me Dead einer dieser “Billig Thriller” mit einer geradezu genialen Idee:

Eine Frau (June Lockhart) geht zu einer Beerdigung. Sie trauert nicht und hält sich von den Angehörigen fern - Sie Beobachtet ihre Reaktionen aus der Entfernung. Um unerkannt zu bleiben ist ihr Gesicht ist verschleiert. Die Beerdigung ist ihre Eigene. Doch wer wurde an ihrer statt begraben? Und wer wäre kaltblütig genug gewesen sie zu töten. Auswahl gibt es Reichlich, schließlich befand sie sich gerade mitten in einer Scheidung, welche ihren Noch Ehemann um ein großes Vermögen gebracht hätte. Auch ihre Halbschwester „Rusty“ fühlte sich um Geld und Geliebten Betrogen. Und welche Gefühle empfand der Mann, zu dem es sie zuletzt hinzog, eigentlich wirklich für sie?

Burry Me Dead lebt von seiner Ausgangsidee. Das alles ist interessant und complex genug um den Zuschauer knapp 70 Minuten gut zu Unterhalten und über die eine oder andere Schwäche hinwegzutäuschen. Regisseur Vorhaus versucht das mangelnde Beuget durch wenige, sparsam beleuchtete Schauplätze, wenige Darsteller und eine unheimliche Stimmung zu Überdecken. Hilfreich erweist sich dabei die gute Kameraarbeit von Noir Speziallist John Alton. Die Action Szenen dagegen sind eher Stümperhaft inszeniert, die Boxszenen und der „Champion“ wirken albern.

Auch bei den Darstellern gibt es Licht und Schatten. June Lockhart als eigensinnige und in gewißerweise Egoistische „Heldin“ kann durchaus überzeugen, genau wie Cathy O'Donnell als deren Halbschwester die unter ihrer Rolle in der Familie leidet, andererseits auch in jedem einen Feind sieht und unentwegt Zwietracht säht.

Hugh Beaumont als Anwalt und Vertrauter der Familie bietet ebenfalls eine Solide Vorstellung, wohingegen Mark Daniels als Verdächtiger Ehemann eher blass bleibt. Greg McClure als Boxer hat zwar die nötigen Muskel aber kein Schauspieltalent, Sonia Darrin als Daniels geliebt soll clever und gefährlich wirken, verliert aber klar gegen Lockhard und O'Donnell. Die weitern Anwesenden sind eher für den Humoristischen Teil des Film gedacht - Milton Parsons als steifer Butler der erst mit Verzögerung in Ohnmacht fällt und inkompetenten Polizisten die zu hohe körperliche Beanspruchung befürchten wenn sie einen Mord verhindern sollen. Über den Humor wird oft im Film wird viel gelästert, ich fand in gar nicht so unpassend. Einzig unser Boxer ...

Eigentlich schade mit etwas mehr Beuget und einem, in wichtigen Nebenrollen sorgfältiger ausgewählten Cast, hätte hier ein klasse Film entstehen können. Die beiden Hauptdarstellerinnen, das Ordentliche Drehbuch und die schone Atmosphäre machen den Film aber trotz allem sehenswert.

Mit Sympathiepunkten 3,5 / 5

Leider kann die DVD von VCI in diesem Fall überhaupt nicht überzeugen. Das Bild geht gerade noch in Ordnung, ist ein wenig Detailarm und dunkel aber der Film ist immerhin von 1947. Die Tonspur ist allerdings eine Zumutung – Immer wieder im Handlungsverlauf nimmt das Rauschen und rattern (das ist schon kein knacken mehr!) so sehr zu das man Mühe hat der Handlung zu Folgen. Da wirkt es fast schon wie Hohn, wenn man als Bonus einen Kommentar von „Film Restoration Consultant“ Jay Fenton bekommt.

Sehr schade, denn leider gibt es im Moment keine Alternative für Interessierte Filmfreunde. Hoffentlich ist die Tonqualität beim 2. Film des Sets „The Chase“ (1946) besser ...

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kaeuflin Offline




Beiträge: 1.252

04.01.2012 22:09
#87 RE: Sammelthread "Film Noir" Zitat · antworten

Follow Me Quietly

Herstellungsland: USA
Erscheinungsjahr: 1949
Drehbuch: Lillie Hayward, Anthony Mann, Francis Rosenwald
Kamera: Robert De Grasse
Schnitt: Elmo Williams
Musik: Leonid Raab
Länge: ca. 60 Minuten
Regie: Richard Fleischer, Anthony Mann
Cast: William Lundigan, Dorothy Patrick, Jeff Corey, Nestor
Paiva, Charles D. Brown, Paul Guilfoyle, Edwin Max,
Frank Ferguson, Marlo Dwyer, Archie Twitchell


Womit haben wir es denn hier zu tun? Dem Vorläufer des modernen Serienkiller-Films? Dem Urvater des Giallo?

Ein Serienmörder macht die Stadt unsicher. Er mordet scheinbar wahr los Menschen die er für schuldig hält – Daher sein Spitzname „The Judge“. Die Polizei steht vor einem Rätzel – Obwohl der Täter deutlich Spuren hinterlässt, fehlen Police Lieut. Harry Grant die Ansatzpunkte für eine erfolgreiche Ermittlung. Der Mordzwang tritt immer bei Regen auf. Als er mit seinen üblichen Methoden nicht weiterkommt, entschließt er sich zu einem Experiment: er lässt einen Dummi des Täter erstellen, gemäß der Angaben der Zeugen. Diese „Puppe“ Ohne Gesicht dient als Abgleichhilfe mit möglichen verdächtigen. Durch einen weiteren Hinweis gelangen er und die ehrgeizige
Journalistin Ann Gorman schließlich auf die Spur eines unscheinbaren, harmlos wirkenden Durchschnittsmenschen ein einer größeren psychischen Störung.

Dieser Film ist in etwa so logisch und realistisch wie ein durchschnittlicher Wallace Film oder ein Giallo – und wie eben jene macht es auch hier einfach Spaß den Ermittler mit den Ungewöhnlichen Methoden zuzusehen.

Der damals noch unerfahrene Richard Fleischer inszeniert mit Hilfe seinen Kollegen Antony Man, welcher auch für die Grundstory des Films verantwortlich war einen rasanten und spannenden Reißer wie man in den 40er Jahren nicht erwartet hätte. Das Lange furiose Finale trägt dabei eindeutig Manns Handschrift. Kameraman De Grasse liefert gelungen Modern wirkende Bilder die von Elmo Williams geschickt montiert werden. Der Cast weist kaum bekannte Namen auf, doch alle Akteure können in ihren Rollen überzeugen.

Der Mörder selbst weckt bei mir Erinnerungen an Mr. Cast aus der Poirot Folge Mord nach Fahrplan (auch wenn dieser bei Christie kein Mörder war), Der Tick mit dem Regen an Argentos Aura /Träume und der Killer an all jene Film Killer die das „Böse“ aus ihrer Stadt vernichten wollen…

Da Richard Fleischer im Laufe seiner Kariere doch recht erfolgreich und berühmt wurde, möchte ich es nicht ausschließen, das sich der eine oder andere Drehbuchschreiber hiervon inspirieren ließ.

Kein großes Kino, aber ein enorm Kurzweiliger Serienkiller-Noir. 4,5 von 5 Punkten

Die Französische DVD unter dem Titel „Assassin sans visage“ aus der Collection RKO bietet ein ausgezeichnetes Bild und einen gut verständliche englische Tonspur. Extras oder englische UTs gib es zwar keine, dafür ist die DVD aber um die 9 Euro zu bekommen.

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kaeuflin Offline




Beiträge: 1.252

05.01.2012 23:31
#88 RE: Sammelthread "Film Noir" Zitat · antworten

Strange Impersonation

Herstellungsland: USA
Erscheinungsjahr: 1946
Drehbuch: Lewis Herman, Mindret Lord, Anne Wigton
Kamera: Robert Pittack
Schnitt: W. John F. Link Sr.
Musik: Alexander Laszlo
Länge: ca. 68 Minuten
Regie: Anthony Mann
Cast: Brenda Marshall, William Gargan, Hillary Brooke,
George Chandler, Ruth Ford, H.B. Warner, Lyle Talbot,
Mary Treen, Cay Forrester, Dick Scott


Ein etwas anderer Film Noir aus dem Hause Republic Pictures.

Nora Goodrich und Arline Cole ist Wissenschaftlerin in einem Medizinischen Labor. Die Arbeiten an einem Neuen Betäubungsmittel stehen kurz vor dem Abschluss. Ihr Vorgesetzter, Dr. Stephen Lindstrom würde Nora am liebsten sofort Heiraten, doch diese zögert, will zuerst ihre Experimente beenden. Auf dem Weg nach Hause fährt Nora mit ihrem Wagen eine junge Frau an, welche allerdings trotz des Drängens eines Anwalts der zufällig Zeuge wurde, nicht gegen sie vorgehen will. Mit der Hilfe Arline plant Nora das Mittel zuhause selbst zu testen. Sollte alles funktionieren, würde sie Stephen drängen am nächsten Tag nachgeben.

Doch kann sie Arline, die offenbar auch an ihrem Chef interessiert ist wirklich vertrauen? Kaum ist Nora eingeschlafen verursacht Arline eine Explosion. Stephen, der zuvor in Noras Wohnung seine Brieftasche vergessen hatte, kann zwar schlimmeres verhindern, doch Noras Gesicht ist zerstört. Während Noras Krankenhausaufenthalt säht Arline weiter Zwietracht zwischen den Liebenden und nach ihrer Entlassung nimmt Noras Leben einen völlig unerwarteten Kurs ...

Ich setze hier mal eine Spoiler-Warnung:

Die junge Frau, die sie Angefahren hat will Geld aus Nora herauspressen. Als diese nicht darauf eingehen will zückt ihre Gegnerin eine Waffe. Es kommt zu einem Handgemenge auf dem Balkon, bei welchem die Angreiferin getötet wird und anschließend über die Brüstung stürzt. Auf Grund des Schmucks, den die Frau Nora entwenden konnte, wird die Leiche für Nora gehalten. Die „Alte“ Nora ist nun tot. Sie nimmt die Identität der Toten an und lässt sich von einem Plastischen Chirurgen ein neues Gesicht machen. Mit neuer Identität kehrt sie als Noras Schulfreundin in das Leben von Stephen und Arline zurück, welche inzwischen geheiratet haben.

Es ist schwer, hier bei der Inhaltsangabe an der Richtigen Stelle Aufzuhören ... Das Drehbuch ist voller wahnwitziger Wendungen, die die Handlung nur schwer Vorrausehbar macht. Dabei folgt der Film keiner Logik und sollte besser nicht hinterfragt werden. Ich muss schon gestehen, ich hatte meinen daran mich überraschen zu lassen was man in knapp 70 Minuten Laufzeit packen kann. Zumal Anthony Mann die Geschichte zügig und höchst professionell vorwärts treibt. Technisch gibt es nichts auszusetzen.

Die Figuren sind von vornherein schon eine wenig überzeichnet angelegt, funktionieren beinahe als Karikatur ihrer selbst und locker den Film auf angenehme Weise auf. Den Darsteller war wohl durchaus bewusst, dass sie sich hier weder in einem ernsthaften Thriller, noch in einem echten Melodram a befinden. Brenda Marshall ist die „Ehrgeizige Streberin“ die nur Augen für ihre Experimente hat von weitem bereits anzusehen während man Hillary Brook die Eifersucht in jedem Moment ansieht. William Gargans Stephen scheint von alledem nicht mitzubekommen.

Was mir den Spaß an der Sache ein bisschen verdorben hat ist das Ende ... Wahrscheinlich hätte ein konsequentes Ende wohl nur Zuschauer mit schwarzem Humor zufrieden gestellt, aber so wie die Probleme nun gelöst werden ist mir einfach zu billig. Da kamen die Drehbuchautoren wohl einfach nicht mehr logisch aus der Sackgasse heraus.

Schwer in Zahlen zu fassen ... 3 / 5?

Die DVD von KINO International liefert ein über weite Strecken brauchbares Bild und eine stets gut verständliche Tonspur. Leider gibt es auch hier keine UTs.

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kaeuflin Offline




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04.02.2012 18:20
#89 RE: Sammelthread "Film Noir" Zitat · antworten

Bodyguard

Herstellungsland: USA
Erscheinungsjahr: 1948
Drehbuch: George W. George, Robert Altman
Kamera: Robert De Grasse
Schnitt: W. Elmo Williams
Musik: Emil Paul Sawtell
Länge: ca. 62 Minuten
Regie: Richard Fleischer
Cast: Lawrence Tierney, Priscilla Lane, Philip Reed, June
Clayworth, Elisabeth Risdon, Steve Brodie, Frank
Fenton, Charles Cane, Erville Alderson, Bobby Barber
Mike Carter, Polizist der Mordkommission hält nicht viel von Vorschriften und konventionellen Ermittlungsmetoden. Als er bei einer Aktion mal wieder über das Ziel hinausschießt wird er erst suspendiert und nach einem unbeherrschten Angriff auf seinen Vorgesetzten ganz entlassen. Allerdings sind nun andere Leute an seinen Diensten interessiert. So zum Beispiel Freddy Dysen, der Mike gerne als Bodyguard für seine Tante, die Fleischfabrikantin Gene Dysen, hätte. Freddys Ansicht nach ist das Leben seiner Tante in Gefahr und wie zum Beweis kommt es während Mikes Anwesenheit zu einem Anschlag auf die alte Dame. Widerwillig erklärt er sich bereit, über Nacht in der vornehmen Villa zu bleiben. Doch als Gene Dysen Nachts das Haus verlässt und Mike die Verfolgung aufnimmt wird er Niedergeschlagen und kommt in seinem Wagen wieder zu sich, der auf den Bahngleisen abgestellt wurde, neben ihm die Leiche seinen Ex-Vorgesetzten Lieutenant Borden. Mike kann rechtzeitig Entkommen, doch für die Polizei ist er nun der Hauptverdächtige.

Ein Jahr vor dem gelungenen Follow Me Quietly inszeniert Fleischer diesen kleinen Film Noir für RKO. Wer nun allerdings auf einen Ähnlich kreativen Film hofft, wird wohl eine kleine Enttäuschung erleben. The Bodyguard ist ein Gradliniger recht leicht zu durchschauender kleiner Thriller, dem ein wenig mehr Kreativität gut getan hätte.

Weder die Inszenierung noch die Kamera Arbeit sind mehr als nach Auftragsarbeit aussehende Routine. Es gibt zwar technisch nicht viel daran auszusetzten, doch wirklich fesseln konnte mich die ganze Sache nicht. Die Story war zumindest für mich sehr leicht durchschaubar, eine wirkliche Überraschung gab es nicht.

Das größte Problem ist meiner Meinung nach allerdings die Besetzung der Hauptrolle mit Lawrence Tierney. Sein Mike Carter bekommt keine Tiefe, ihm geling es nicht Interesse beim Zuschauer zu wecken. Tierney wirkt ungelenk und sein Spiel wirkt sehr emotionslos. Priscilla Lane als seine Freundin / Verlobte / Helferin wirkt da schon deutlich lebhafter. Allerdings kann auch sie mich nicht 100% überzeugen, was aber auch am Drehbuch liegen kann. Elisabeth Risdon als undurchschaubare Gene Dysen strahlt immerhin die für ihre Rolle nötige Autorität aus.

Insgesamt entpuppt sich Bodyguard als Handwerklich ordentlicher aber wenig spannender Thriller mit unglücklicher Besetzung. Fleischer konnte es deutlich besser.

2,5 von 5

Mir liegt die französische DVD aus der Collection RKO vor, die eine für das Alter Ordentliche Bild und Tonqualität bietet.

Mag der Buchswald tot sein, der Buchsgeist lebt weiter!

Happiness IS the road ! (Marillion)

kaeuflin Offline




Beiträge: 1.252

15.02.2012 12:15
#90 RE: Sammelthread "Film Noir" Zitat · antworten

The Clay Pigeon

Herstellungsland: USA
Erscheinungsjahr: 1949
Drehbuch: Carl Foreman
Kamera: Robert De Grasse
Schnitt: Samuel E. Beetley
Musik: Paul Sawtell
Länge: ca. 63 Minuten
Regie: Richard Fleischer
Cast: Bill Williams, Barbara Hale, Richard Quine,
Richard Loo, Frank Fenton, Frank Wilcox,
Marya Marco, Robert Bray, Martha Hyer, Harold Landon


Als Jim Fletcher nach zwei Jahren Koma und mit einer Teilweisen Amnesie im Krankenhaus erwacht, wäre er beinahe das Opfer eines ehemaligen Soldatenkollegen geworden. Wie alle, so ist auch dieser davon überzeugt einen Verräter vor sich zu haben, der den Tot der Kameraden riskierte, um sich selbst Vorteile zu verschaffen. Als er während eines Gesprächs des Personals erfährt, dass man ihn vors Kriegsgericht stellen will flüchtet Jim. Überzeugt davon, dass nur seine beiden besten Freunde und Kampfgenossen seine Unschuld beweisen und seine Erinnerungslücken füllen können macht sich Fletcher auf die Suche.

Als er auf Martha, die Ehefrau einer seiner Gefährten stößt muss der erfahren, dass ihr Mann scheinbar sein Opfer wurde. Mit Martha im Schlepptau geht die Reise weiter Richtung LA, wo ein weiterer Kamerad sich niedergelassen hat.

Clay Pigeon ist ein rasanter, kompakter Thriller. Das große Mistery ist zwar schon recht früh zu sichtbar, dennoch wird der Film nie langweilig, macht es Spaß unserem Heldenpärchen wider Willen bei der wahrheitssuche zuzusehen. Das liegt zum einen am geschickten einstreuen von Suspense Sequenzen und zum anderen an den symphytischen Darstellern. Bill Williams gibt den einfachen ehrlichen Soldaten – der Zuschauer zweifelt nie an seiner Unschuld. Während die Spätere Perry Mason Sekretärin Barbara Hale ihren Sinneswandel glaubhaft umsetzten kann. Richard Quine und Richard Loo ergänzen den Cast durch strake Auftritte in den wichtigen Nebenrollen.

Technisch gibt es an Fleischers Film nichts auszusetzten. Zügig und Spannend inszeniert, entstehen keine unnötigen Längen, Kamera und Musik wirken passend wenn auch unauffällig und das Drehbuch ist in sich schlüssig, wenn auch nicht besonders kreativ.

4 von 5

Erneut liegt mir die französische DVD aus der Collection RKO vor, die wie gewohnt eine sehr gute Bild und Tonqualität bietet.

Mag der Buchswald tot sein, der Buchsgeist lebt weiter!

Happiness IS the road ! (Marillion)

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