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Dieses Thema hat 451 Antworten
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 Film- und Fernsehklassiker international
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Ray Offline



Beiträge: 1.247

03.08.2019 13:33
#451 RE: Sammelthread "Film Noir" - Pushover (1954) Zitat · antworten

Ring frei für Stoker Thompson (The Set-Up, USA 1949)

Regie: Robert Wise

Darsteller: Robert Ryan, Audrey Totter, George Tobias, Wallace Ford u.a.



Film Noir Nummer 108:


Stoker Thompson, seit 20 Jahren im Boxgeschäft, soll gegen einen jungen Herausforderer namens Tiger Nelson antreten. Seine Frau ist gegen den erneuten Wettstreit im Ring, zu oft ist Thompson gescheitert. Dennoch tritt Thompson an. Was er nicht weiß: Sein Manager hat sich mit einem Gangster auf eine Manipulation des Kampfes verständigt, da er davon ausgeht, dass Thompson ohnehin keine Chance hat. Doch sein Schützling kämpft in diesem Kampf als wäre es sein letzter...

"Ring frei für Stoker Thompson" hat gemeinhin einen exzellenten Ruf und dies durchaus zu Recht. In Echtzeit offeriert Regisseur Robert Wise dem Publikum ein dichtes Porträt eines tragischen Stehaufmännchens, zugleich gibt er präzise Einblicke hinter die Kulissen des damaligen Boxsports sowie des Publikums, das, aus den unterschiedlichsten sozialen Schichten stammend, den Kampf zweier Männer bis aufs Blut als Ventil verwendet, um den eigenen Dampf abzulassen. Die Kampfszenen sind äußerst intensiv und ziehen den Betrachter ebenso in seinen Bann wie das Schicksal Stoker Thompsons. Mit seiner Frau hat er vor dem Kampf eine Auseinandersetzung. Beinahe flehend bekräftigt er ihr gegenüber, dass er "nur einen Schlag" entfernt vom großen Wurf sei, worauf sie nur resignierend entgegnet, dass dies seiner Auffassung nach seine gesamte Zeit im Boxsport so gewesen sei. Mrs. Thompson, angewidert von den Äußerungen des Boxpubliums vor der Halle, entscheidet sich, dem Kampf fern zu bleiben und alleine spazieren zu gehen. Ob sie das bereuen wird?

Das soll hier nicht verraten werden. Gesagt werden darf jedoch, dass "Ring frei für Stoker Thompson" in knapp 70 Minuten packende Noir-Unterhaltung liefert. Robert Ryan, ein prägendes Gesicht der "Schwarzen Serie", aber grundsätzlich eher auf Fieslinge gebucht, überzeugt hier in einer sympathischen Rolle. Der Film kam wie so viele dieser Werke hierzulande nicht in die Kinos und feierte daher sein Debüt erst im Rahmen einer Ausstrahlung in der ARD. Auf eine deutsche DVD-Auswertung wartet man bis heute vergebens. Der interessierte Filmfreund muss daher auch in diesem Fall mit einem Import vorliebnehmen. Die spanische DVD ist zu ordentlichen Konditionen zu haben und bietet ein gutes Bild sowie den Originalton.


Mitreißendes Boxerdrama in Echtzeit mit einem herausragenden Robert Ryan in der Titelrolle. 4,5 von 5 Punkten.

Ray Offline



Beiträge: 1.247

04.08.2019 14:43
#452 RE: Sammelthread "Film Noir" - Pushover (1954) Zitat · antworten

Jagd nach Millionen (Body and Soul, USA 1947)

Regie: Robert Rossen

Darsteller: John Garfield, Lilli Palmer, Hazel Broooks u.a.



Film Noir Nummer 109:


Nach dem Tod seines Vaters infolge eines Attentats startet der erfolgreiche Amateurboxer Charlie Davis eine Profikarriere, um für sich und seine Familie für Unterhalt zu sorgen. Erfolge stellen sich schnell ein, noch dazu findet er die Liebe seines Lebens. Doch der Erfolg steigt ihm allmählich zu Kopf...

Wie die späteren „Ring frei für Stoker Thompson“ und „Zwischen Frauen und Seilen“ wirft „Jagd nach Millionen“ einen kritischen Blick auf das Boxgeschäft. Auch im vorliegenden Film warten Macht, Geldgier und Korruption auf den Helden des Films. Dieser wird gespielt von John Garfield, den man getrost zur ersten Liga der männlichen Hauptdarsteller innerhalb Schwarzen Serie zählen darf. Sein Name bürgt für Qualität und auch in diesem Film löst er dieses Versprechen ein. Die Kampfszenen im Ring sind zwar nicht ganz so eindrucksvoll inszeniert wie in den anderen genannten Filmen. Überdies geht dem Film bei einer Länge von über 100 Minuten die Dichte von „Ring frei für Stoker Thompson ab“. Dass der Film gleichwohl nie langweilig wird, liegt in erster Linie am Hauptdarstellerduo, das sich eben aus Garfield, aber eben auch Lilli Palmer zusammensetzt. Sie spielt die Geliebte des Boxers, eine Kunststudentin und damit eine selbstständige, selbstbewusste Frau. Palmer überzeugt mit ihrer großartigen Ausstrahlung und trägt den Film mit ihrer Darbietung ein ganzes Stück mit. Als Femme Fatale agiert Hazel Brooks, die Garfield zumindest vorübergehend ein wenig den Kopf verdreht. Das versöhnliche Ende überrascht ein bisschen und erscheint fast ein wenig inkonsequent. Regisseur Rossen hatte noch eine andere Version gedreht, die er auch zunächst präferierte, letztlich wurde er dahingehend überzeugt, das publikumswirksame Ende zu verwenden. Und tatsächlich gönnt der Zuschauer den sympathischen Figuren das Happy End. "Jagd nach Millionen" gewann einen Oscar für den besten Schnitt.


John Garfield und Lilli Palmer sammeln ordentlich Sympathiepunkte in diesem Sozialdrama aus dem Boxermilieu, das wie die nachfolgenden Werke „Ring frei für Stoker Thompson“ und „Zwischen Frauen und Seilen“ einen kritischen Blick auf die Welt des professionellen Boxsports wirft. 4,5 von 5 Punkten.

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