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Dieses Thema hat 440 Antworten
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 Film- und Fernsehklassiker international
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Ray Offline



Beiträge: 1.159

18.02.2019 23:20
#436 RE: Sammelthread "Film Noir" Zitat · antworten

Vielen Dank, Gubanov. Als ich vor etwas mehr als drei Jahren anfing, hätte ich wohl nicht gedacht, jemals auf 100 zu kommen. Aber das Genre hat es mir einfacch angetan. Die großartige Bildsprache, die oft vielschichtigen Storys, all die Hollywood-Größen - die "Schwarze Serie" hat einfach extrem viel zu bieten. Obwohl ich inzwischen einen guten Überblick habe, gibt es immer noch viel zu entdecken. Schön, dass du auch diesen Thread wieder mit einer Besprechung bereicherst. Sie lädt dazu ein, sich den "blonden Tiger" bald noch einmal vorzunehmen. Mit ihm bin ich zum Lizabeth Scott-Fan geworden. In "Martha Ivers" hatte sie ja noch einen eher kleineren Part, war mir mit ihrer Ausstrahlung allerdings auch bereits aufgefallen. "Späte Sühne", "Die toten Jahre" und "Pitfall" habe ich ebenfalls in (sehr) guter Erinnerung.

Ray Offline



Beiträge: 1.159

02.03.2019 23:54
#437 RE: Sammelthread "Film Noir" Zitat · antworten

Auch im folgenden Noir ist Lizabeth Scott mit von der Partie...


Gangster/Das Syndikat (The Racket, USA 1951)

Regie: John Cromwell, Nicholas Ray u.a.

Darsteller: Robert Mitchum, Robert Ryan, Lizabeth Scott, William Talman u.a.



Film Noir Nummer 101:


Das titelgebende Syndikat wird von einem Gangster ohne Namen geleitet, dessen gefährlichstes Werkzeug der Kriminelle Nick Scanion (Robert Ryan) ist. Das Syndikat macht auch dem aufrechten Polizisten McQuigg (Mitchum) zu schaffen. Um Scanion aus der Reserve zu locken und damit dem Syndikat einen Schlag zu versetzen, lässt er kurzerhand gegen den Willen des Staatsanwalts Scanions Bruder sowie dessen Geliebte, die Nachtclubsängerin Irene Hayes (Lizabeth Scott) verhaften. Ob der Plan aufgeht?

Allen Unkenrufen zum Trotz ist "The Racket" ein durchaus vorzeigbarer Vertreter seines Genres. Der Story fehlt zwar zugegebenermaßen die Tiefe, dafür ist der Film erstklassig besetzt, hat ein ordentliches Tempo und bezieht aus dem andauernden Konflikt zwischen Scanion und dem Polizisten McQuigg das notwendige Maß an Spannung. Robert Mitchum und Robert Ryan hatten schon wenige Jahre zuvor in Edward Dmytryks sehenswertem Noir "Im Kreuzfeuer" zusammen agiert. Mitchum spielt den ehrenvollen Polizisten durchaus engagiert, Robert Ryan glänzt einmalmehr als Bösewicht. Lizabeth Scott spielt eine Nachtclubsängerin. Erwartungsgemäß darf sie denn auch einen kleinen Gesangsauftritt hinlegen. Ihre Rolle ist nicht sonderlich komplex, entsprechend kann sie dem Film anders als in anderen Produktionen wie dem von Gubanov unlängst besprochenen "Der blonde Tiger" nicht ihren Stempel aufdrücken. William Talman, später bekannt durch seine Rolle des Staatsanwalts Burger in der Serie "Perry Mason", unterstützt Mitchum bei den Ermittlungen tatkräftig und wird im letzten Drittel zur tragischen Figur. Howard Hughes, der Ende der 1940er-Jahre die Aktienmehrheit an RKO erwarb, machte im Laufe der Produktion seine Macht geltend und feuerte Regisseur Cromwell. Weitere Szenen wurden u.a. von Nicholas Ray gedreht. Dass man diese Unruhen dem Werk ansieht, lässt sich nicht behaupten. Allgemein gehen der Inszenierung jedoch weitgehend die charakteristischen Merkmale eines typischen Noirs ab.

Interessierte können zur spanischen DVD greifen, die den Film auch im Originalton enthält und für unter 10 Euro zu haben ist. Die Bildqualität ist solide.


Erstklassig besetzter und kurzweiliger Kriminalfilm, dem in der Inszenierung ein wenig die Charakteristika der Schwarzen Serie abgehen. Alles in allem wesentlich besser als sein Ruf. 4 von 5 Punkten.

Gubanov Offline




Beiträge: 15.715

05.03.2019 19:30
#438 RE: Sammelthread "Film Noir" Zitat · antworten

Interessant - diesen Film hatte ich bislang überhaupt noch nicht auf dem Schirm. Die Besetzung liest sich sehr lohnenswert.

Ich habe mir jetzt mal neben der altgedienten "Film Noir Encyclopedia" von Silver, Ward, Ursini und Porfirio noch ein weiteres Buch zu Noirs bestellt, das aktuell hier günstig erhältlich ist und ebenfalls den Eindruck eines Standardwerks macht: "A Comprehensive Encyclopedia of Film Noir" von John Grant. Ich werde berichten, wenn ich das Buch in Händen halte und etwas darin stöbern konnte.

Vorerst auch von mir ein weiterer Bericht zu einem eher unbekannten Noir:



Einer weiß zuviel (Woman on the Run)

Thriller, USA 1950. Regie: Norman Foster. Drehbuch: Alan Campbell, Norman Foster (Story: Sylvia Tate). Mit: Ann Sheridan (Eleanor Johnson), Dennis O’Keefe (Danny Legget), Robert Keith (Inspector Ferris), Ross Elliott (Frank Johnson), Frank Jenks (Detective Shaw), Steven Geray (Dr. Hohler), John Qualen (Maibus), J. Farrell MacDonald (Seefahrer), Victor Sen Yung (Sam), Reiko Sato (Suzie) u.a. Uraufführung (USA): 12. Oktober 1950. Uraufführung (BRD): 31. Juli 1951. Eine Produktion von Fidelity Pictures für Universal Pictures.

Zitat von Einer weiß zuviel
Beim Gassigehen mit seinem Hund wird Frank Johnson Zeuge eines Verbrechermordes und erkennt im Licht einer Straßenlaterne den Schützen. Weil dieser auch scharf auf ihn schießt, verschwindet Johnson nach einer kurzen Befragung durch die Polizei lieber spurlos von der Bildfläche. Seine von ihm entfremdete Frau Eleanor macht sich gemeinsam mit dem neugierigen Reporter Legget auf die Suche nach Frank und stellt dabei fest, dass sie ihn doch immer noch liebt. Umso mehr fürchtet sie um sein Leben, als der Mörder plötzlich herausfindet, wo er Frank aufstöbern und endgültig beseitigen kann – auf einem Jahrmarkt im Schatten einer Achterbahn ...


Einen Blick auf das, was besser verborgen geblieben wäre, erhascht nicht nur Unglücksvogel Frank Johnson, der wider Willen zum Mordzeugen wird, sondern auch der Zuschauer dieses Film Noir, als er nach Franks Verschwinden ungeschminkte Auskunft über die zerrüttete Ehe der Johnsons erhält. Frank, ein Künstler, der Konflikten immer nur aus dem Weg geht, und seine Frau Eleanor, die ihre Gleichgültigkeit hinter aufgesetzt raubeinigen Kommentaren verbirgt, bilden wirklich ein „reizendes“ und einigermaßen unwahrscheinliches Paar. Aber mit ihren eigenwilligen Aktionen nach dem Verschwinden ihres Gatten sowie ihrer Abneigung gegen den routinierten Polizeiinspektor erwärmt Eleanor dann doch bald das Publikum für sich, sodass sie und nicht der untergetauchte Mordzeuge fortan der Star dieses Krimis ist. Genaugenommen machen damit sowohl der deutsche Titel, der sich auf Frank bezieht, als auch der englische falsche Vorspiegelungen, denn Eleanor ist eher auf der Jagd als auf der Flucht. Zu Ann Sheridan würde etwas anderes auch gar nicht passen: In „Einer weiß zuviel“ geht sie schließlich im Stil einer selbstbestimmten Privatdetektivin dem Geheimnis um den Mord, den ihr Mann mit ansah, auf den Grund.

Zitat von Sean Axmaker: „Woman on the Run“ at Turner Classic Movies, Quelle
Ann Sheridan was nicknamed “The Oomph Girl” (a name that she detested) by studio publicists to promote her as a Hollywood bombshell but she’s better known by classic movie fans as a talented dramatic actress [...] with a knack for both comedy and hardboiled toughness. This role showcases all three elements, with Sheridan dishing out sardonic cracks with deadpan snap and then softening as she discovers new dimensions of her estranged husband on her odyssey. It’s refreshing to see in a film noir, a genre known for predatory relationships, one-sided love affairs and sexual obsession, a story about a rediscovery of affection that has been ground to indifference and resentment over time.




In Dennis O’Keefe findet Ann Sheridan einen gelungenen Sparringspartner für ihre Ermittlungen, denn O’Keefe erweist sich als Reporter Legget als ebenso hartnäckig und wortgewandt wie Eleanor Johnson. In einigen Szenen übertreibt die Regie anfangs vielleicht die humoristischen Momente zwischen Sheridan und O’Keefe, aber der turning point zur Mitte der Geschichte wird letztlich durch das leichtherzige Verhältnis der beiden Figuren zueinander umso effektiver und überraschender. Von da an nimmt „Einer weiß zuviel“ deutlich an Spannung und auch an Düsternis zu und gerade das Finale, das sich in der Dunkelheit unter den Bohlen eines nächtlichen Vergnügungspiers abspielt, lässt dem Publikum einige Schauer über den Rücken laufen. Norman Foster, der sich sonst mit inszenatorischen Kniffen eher bedeckt hält, zeigt in diesen Szenen ein regelrecht metaphorisches Verständnis dafür, dass man es beim Film Noir immer mit den unterschätzten Schattenseiten des kalifornischen entertainment business zu tun bekommt.

Die dem Finale vorangehende lange Suche nach Frank Johnson führt Sheridan und O’Keefe durch abwechslungsreiche Lokalitäten und zahlreiche, teilweise sehr pittoreske Außenaufnahmen eines zeitgenössischen San Francisco. Interessant für Krimifreunde dürfte zudem der Auftritt des in der Stadt gebürtigen Victor Sen Yung sein, der in elf Charlie-Chan-Filmen den „Sohn Nummer zwei“ des bekannten Buch- und Leinwanddetektivs verkörperte. Hier in „Einer weiß zuviel“ stellt er einen Barbesitzer dar, der das Leben seiner Tochter ahnungsloserweise an den Hauptverbrecher verliert – wenn auch eine Neben-, so doch schon eine etwas tiefergehende Rolle, die den Film ebenso wie die differenziertere Zeichnung der Geschlechter zu einem der gesellschaftlich progressiveren Noirs macht. Unter dem reinen Krimi-Aspekt kann Fosters B picture hingegen nur eine solide Mittelfeldposition einfahren.

Mann beobachtet Mord und verschwindet, Frau sucht ihn und stößt dabei auf den Mörder. Mit Gespür für lustige und gruselige Momente erzählt „Einer weiß zuviel“ einen Standard-Krimi aus der Sichtweise einer emanzipierten, etwas abgehalfterten Ann Sheridan, der man zwar das Duell mit dem Killer, nicht aber unbedingt das Wiederaufkeimen einer zarten Romanze zutraut. 4 von 5 Punkten.

Ray Offline



Beiträge: 1.159

13.03.2019 23:07
#439 RE: Sammelthread "Film Noir" Zitat · antworten

Bin gespannt auf deine Rückmeldung zu Grants Werk. Habe nun auch wieder "Der blonde Tiger" gesichtet. Der sehr gute Eindruck hat sich definitiv bestätigt. Es dürfte sich um die stärkste Rolle Lizabeth Scotts handeln. Großes Lob verdient auch die Blu-Ray von Arrow, auf der sich ein neu produziertes Making-Of mit interessanten Analysen und Hintergrundinformationen befindet. Auch dem Restaurationsvorgang wird eine eigene Featurette gewidmet. Ene vorbildliche VÖ, die dem Werk absolut gerecht wird.

Gubanov Offline




Beiträge: 15.715

16.03.2019 10:44
#440 RE: Sammelthread "Film Noir" Zitat · antworten

Ich habe das Buch "A Comprehensive Encyclopedia of Film Noir" seit mittlerweile über einer Woche vorliegen und hatte jetzt die Gelegenheit, mich etwas ausführlicher einzulesen. Was es von anderen Werken zur Filmgattung Noir unterscheidet, ist seine enorme Breite. Anstatt sich auf den engen Klassikerkanon zu beschränken, findet man darin sowohl namhafte Noirs wie "Double Indemnity" als auch Filme, die vom Genreaspekt her eher Auslegungssache sind; sowohl Produktionen aus dem Kernzeitraum als auch solche, die man als "Proto- oder Neo-Noirs" bezeichnen würde; sowohl amerikanische als auch "ausländische" Filme wie z.B. "M". Insgesamt sind laut Klappentext mehr als 3250 Filme enthalten.

Das bedeutet, dass für jeden Film trotz insgesamt über 760 Seiten Umfang nur ein bis drei Absätze zur Verfügung stehen, die Bandbreite an berücksichtigten Filmen also gewissermaßen zu einem Verlust an Tiefgang führt. Nichtsdestoweniger sind die einzelnen Einträge kenntnisreich und hochwertig geschrieben und verraten auf den ersten Blick nicht zu viel, sodass ich in diesem Buch auch Filme nachschlagen würde, die ich noch nicht gesehen habe (im Gegensatz zu Silvers "Noir Encyclopedia", die für die einzelnen Filme zwar oft profunder ist, aber auch fleißig [tlw. unnötig] spoilert).

Im Haupttext, der die Filme im Lexikonstil alphabetisch auflistet, sind keine Fotos enthalten, allerdings gibt es mehrere separate Bildteile, in denen Werbefotos, Filmplakate u.ä. thematisch sortiert enthalten sind.

Insgesamt kann ich das Buch, das als hochwertig leinengebunden mit Schutzumschlag daherkommt, als zusätzliche Recherchequelle weiterempfehlen; die Mühe des einzelnen Autors, so viele Filme zu sehen und mit Hintergrundinfos zu besprechen, ist beachtlich. Auch für die Erweiterung des eigenen Horizonts scheint mir das Buch sehr geeignet zu sein. Häufig wird als Kritikpunkt genannt, dass ein komplettes Inhaltsverzeichnis aller Filme fehlt, man also auf gut Glück suchen muss. Das habe ich noch nicht wirklich als Nachteil bemerkt; allerdings gibt es sehr wohl ein Register, das mir sehr zusagt: eines, in dem jeweils alle besprochenen Filme zu ausgewählten Regisseuren, Autoren und Hauptdarstellern aufgeführt sind. Ich kann also auf einen Blick sehen, welche Noirs es von Fritz Lang, Cornell Woolrich oder Barbra Stanwyck gibt. Das ist ziemlich cool.

Ray Offline



Beiträge: 1.159

17.03.2019 23:36
#441 RE: Sammelthread "Film Noir" Zitat · antworten

Danke für deinen ausführlichen Bericht deiner ersten Eindrücke. Klingt ja durchaus vielversprechend, gerade für neue Anregungen ist das Buch sicher sehr gut geeignet.

Sicherlich findet sich auch ein Eintrag über folgenden Film...


Bumerang (Boomerang, USA 1947)

Regie: Elia Kazan

Darsteller: Dana Andrews, Jane Wyatt, Lee J. Cobb, Karl Malden u.a.



Film Noir Nummer 102:


Der allseits beliebte Pater Lambert wird auf seinem allabendlichen Spaziergang durch seine kleine Gemeinde in Connecticut hinterrücks erschossen. Als die Ermittlungen trotz erheblichen Aufwands zunächst wenig erfolgreich verlaufen, erhält der zuständige Staatsanwalt Harvey eines Abends Besuch vom Bürgermeister und anderen einflussreichen Amtsträgern, die ihn in Anbetracht bevorstehender Wahlen dazu drängen, den Fall um jeden Preis zügig aufzuklären. In der Folge wird ein Verdächtiger unter Schlafentzug zu einem Geständnis genötigt. Doch Harvey hat Zweifel an der Schuld des Mannes...

Elia Kazan, im weiteren Verlauf seiner Karriere mit drei Oscars ausgezeichnet, schuf diesen Noir mit Dana Andrews („Laura“, „Faustrecht der Großstadt“) in der Hauptrolle. Der Film ist gerade zu Anfang sehr stark im dokumentarischen Stil in Szene gesetzt. Ein auktorialer Erzähler führt in die Geschichte ein und erklärt, dass sich die auf Fakten beruhende Geschichte in jeder anderen Kleinstadt zutragen könne. Eher ungewöhnlich für einen Noir beginnt der Film nach dieser kurzen Einführung mit einer Mordszene, die durchaus interessant inszeniert ist und daher haften bleiben wird. Gezeigt wird der Pater, wie er an einem Straßenübergang steht und sich seine Pfeife anmachen möchte, während sich hinter ihm ein Mann mit Mantel und Hut bekleidet an ihn heranschleicht, die Pistole an seinem Hinterkopf ansetzt und abdrückt. Wäre die Tatwaffe keine Pistole, hätte die Szene auch einem Wallace-Film entstammen können. Dass anschließend die Mordermittlungen aus Sicht von Polizei und Staatsanwaltschaft Hauptgegenstand der Handlung sind, ist ebenfalls eher ungewöhnlich. Andrews spielt obendrein keinen gebrochenen Chrakter, sondern einen aufrechten Staatsanwalt, der trotz erheblichen politischen Drucks standhaft bleibt und vor Gericht für die Gerechtigkeit kämpft. In den Szenen vor Gericht läuft Andrews und mit ihm der ganze Film zu großer Form auf. Wie er nacheinander die vermeintlich von der Richtigkeit ihrer Wahrnehmung überzeugten Augenzeugen vorführt, hat große Klasse. In diesen Momenten erreicht „Bumerang“ Qualitäten, die man von Meisterwerken wie „Den 12 Geschworenen“ kennt. Obschon der wahre Täter wie im echten zugrundeliegenden Fall nicht entlarvt werden kann, gibt der Film doch klare Hinweise bezüglich der Identität des Täters, so dass „Bumerang“ den Betrachter zufrieden aus dem Film entlässt. Dass "Bumerang" angesichts seiner nüchternen Inszenierung und seiner positiv charakterisierten Hauptfigur von einem idealtypischen Noir ein ganzes Stück entfernt ist, verzeiht man daher nur zu gerne.

In Deutschland fehlt bis dato eine Blu-Ray- oder DVD-Auswertung. In England ist der Film in der „Masters of Cinema“-Series erschienen. Das Set enthält das Werk aus dem Hause 20th Century Fox erstklassig restauriert. Dazu gibt es eine Dokumentation über den Regisseur sowie ein edel gestaltetes, 44 (!) Seiten starkes Booklet, das einen Essay, ein abgedrucktes Interview mit dem Regisseur sowie den Zeitschriftenartikel über den wahren Fall, der als Basis für das Drehbuch zum Film diente. Eine rundum empfehlenswerte Anschaffung, zumal bei einem Preis von ca. 10 Euro auch die eigentlich unnötige Blu-Ray-/DVD-Kombo wenig stört.


Packender, auf Fakten basierender Polizei- und Gerichtskrimi mit einem starken Dana Andrews in der Rolle eines prinzipientreuen Staatsanwalts. 4,5 von 5 Punkten.

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