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Dieses Thema hat 428 Antworten
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 Film- und Fernsehklassiker international
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Georg Offline




Beiträge: 2.984

29.10.2018 20:50
#421 RE: Sammelthread "Film Noir" Zitat · antworten

Sehr interessant, der Film ist auch bei Youtube in der tschechischen Version zu finden, allerdings in schwacher Qualität. Habe mal reingeschaut, beginnt sehr spannend.
Wo ist die DVD, von der Du sprichst, denn zu bestellen? Habe nichts gefunden.

Stroheim Offline




Beiträge: 163

30.10.2018 18:49
#422 'Hra Bez Pravidel' - Neo-Noir aus Tschechien 1967 Zitat · antworten

´
Hab meine DVD vor zehn Tagen über Ebay von einem Verkäufer in Tschechien bezogen.
Derselbe Händler bietet augenscheinlich auch noch ein zweites Exemplar an - ebenfalls Neuware:

https://www.ebay.de/itm/A-Game-Without-R...872.m2749.l2649


Eine bis dato nicht im Handel erhätliche deutsche Fernsehfassung unter dem Titel 'Juwelenräuber werden gejagt' existiert offensichtlich auch:

https://www.der-film-noir.de/v1/node/1375

........


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Ray Offline



Beiträge: 1.124

30.10.2018 21:20
#423 RE: 'Hra Bez Pravidel' - Neo-Noir aus Tschechien 1967 Zitat · antworten

Das Labyrinth/Menschen ohne Seele (Union Station) (USA 1950)

Regie: Rudolf Maté

Darsteller: William Holden, Nancy Olson, Barry Fitzgerald, Lyle Bettger, Jan Sterling u.a.



Film Noir Nummer 92:


Die kürzlich erblindete Tochter eines verwitweten Unternehmers wird entführt. Auf den Fall und die Täter aufmerksam wird die Polizei über Umwege durch die Chefsekretärin des Unternehmers, die im Anschluss an eine gemeinsame Autofahrt mit dem späteren Entführungsopfer verdächtige Beobachtungen gemacht hatte...

Eins vorweg: "Das Labyrinth" erreicht bei weitem nicht die Qualität des von Rudolf Maté unmittelbar zuvor inszenierten Noirs "D.O.A. - Opfer der Unterwelt". Dafür sorgt schon die ziemlich überschaubare Story und die im Kontrast zur idealtypischen Vorstellung eines Film Noir vorhandene Schwarz-Weiß-Unterscheidung zwischen "gut" und "böse". Es handelt sich eher um einen klassischen Polizeifilm und gehört in die Nische jener Noir-Beiträge, welche sich der detaillierten Schilderung der Polizeiarbeit im semi-dokumentarischen Stil verschrieben haben. Ähnlich wie Jules Dassins "Stadt ohne Maske" besticht "Das Labyrinth" durch ein authentisches Porträt einer amerikanischen Großstadt. Neben innerstädtischen Bildern gibt es ausgiebige Zug-, Bahnhofs und U-Bahntunnel-Aufnahmen, die dem Film viel Atmosphäre verleihen. Diese hat der Film indes auch durchaus nötig. In dem Versuch, die gelungene Chemie zwischen Holden und Olson aus dem zuvor abgedrehten Wilder-Film "Sunset Boulevard" in die vorliegende Produktion zu übertragen, übertrieb man es leider ein wenig und gab Olson im Laufe der Ermittlungen übermäßig viel Raum, vorhersehbares Happy End inklusive. Alles in allem eine nicht unsympathische Wohlfühl-Produktion mit ausdrucksstarken Bildern auf der einen, aber überschauberer inhaltlicher Tiefe auf der anderen Seite.

Großes Lob an Arte, dass der Sender diesen zuvor nicht im deutschen Fernsehen gesendeten und im deutschsprachigen Raum auch nicht auf DVD veröffentlichten Kriminalfilm in guter Qualität zu arbeitnehmerfreundlicher Sendezeit ausgestrahlt hat.


Optisch ansprechender, inhaltlich für einen Noir aber recht schwarz-weiß malerischer Polizeifilm im semi-dokumentarischen Stil von Rudolf Maté ("D.O.A.") mit William Holden und Nancy Olson ("Sunset Boulevard"). 3,5 von 5 Punkten.

Tarzan Offline



Beiträge: 906

01.11.2018 12:04
#424 RE: 'Hra Bez Pravidel' - Neo-Noir aus Tschechien 1967 Zitat · antworten

Es wird zwar noch ein bisschen dauern, aber neuer Lesestoff zum Film Noir in einem faszinierenden Land kommt:

https://muehlbeyer-verlag.de/vorschaudet...-in-mexiko.html

Ray Offline



Beiträge: 1.124

08.11.2018 19:23
#425 RE: 'Hra Bez Pravidel' - Neo-Noir aus Tschechien 1967 Zitat · antworten

In der Reihe "Krimi Classics" erscheinen am 07.12. zwei interessante Noir-Krimis.

Einmal Rudolf Matés "Mörder ohne Maske" mit Robert Mitchum und Linda Darnell, der im Kino in einer 3D-Fassung ausgestrahlt wurde. Die DVD enthält indes nur die 2D-Fassung.

https://www.amazon.de/M%C3%B6rder-ohne-M...rder+ohne+maske


Außerdem "Von Agenten gejagt" mit dem aus "Der dritte Mann" bekannten Gespann Joseph Cotten/Orson Welles.

https://www.amazon.de/Von-Agenten-gejagt...CPW1QEPQ0Z7TSGN

https://der-film-noir.de/v1/node/1091


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Ray Offline



Beiträge: 1.124

15.12.2018 15:47
#426 RE: Sammelthread Film Noir Zitat · antworten

Mörder ohne Maske (Second Chance) (USA 1953)

Regie: Rudolf Maté

Darsteller: Robert Mitchum, Linda Darnell, Jack Palance u.a.


Film Noir Nummer 93:


Clare (Linda darnell) ist auf der Flucht vor ihrem Ex-Freund, einem Gangsterboss. In Mexiko, wo sie sich vor ihm versteckt, wird sie von dem Killer Cappy, einem Handlanger des Ex-Geliebten, aufgesucht. Dieser will sie nur am Leben lassen, wenn sie mit ihm weiterzieht. Doch Clare hat keinerlei Gefühle für Cappy und hat sich obendrein frisch in den Boxer Russ (Robert Mitchum) verliebt. Doch Cappy lässt sich nicht so leicht abwimmeln...

Diese RKO-Produktion aus dem Jahre 1953 wurde seinerzeit sogar in 3D in die Lichtspielhäuser gebracht. Und das sicher nicht zu Unrecht, denn Schauwerte hat "Mörder ohne Maske" (der deutsche Verleihtitel erschließt sich dem Betrachter nicht) reichlich zu bieten. Der Film wurde an Originalschauplätzen in Mexiko gedreht. Fulminant sind die Bilder im Gebirge, welches Mitchum und Darnell mit einer alten Seilbahn bereisen. Hier steigt auch der beeindruckende Showdown, in dem sich die Seilbahn verhakt und die Insassen, unter ihnen neben den frisch verliebten Clare und Russ auch der uneinsichtige Cappy, auf ein "Wunder" angewiesen sind, um ein Unglück zu vermeiden. Denn die Rettungswagen haben nicht genug Platz, um alle zu retten. Es muss also entschieden werden, wer zurückgelassen wird. Das psychologische Potential, das in dieser Konstellation steckt, wird nur teilweise genutzt. Es war sicher nicht die beste Idee des Drehbuchverfassers, einem Jungen eine Binde um die Augen zu legen und durch Fingerzeig entscheiden zu lassen, wer überleben darf. Natürlich wurden die Nahaufnahmen in der Kabine im Studio mit Rückprojektionen, einige waghalsige Aktionen wurden allerdings mit dem nötigen Stunt-Personal vor Ort gedreht. Jene Aufnahmen wissen auch 65 Jahre nach Erscheinen des Films zu fesseln und sorgen dafür, dass der kurzweilige Streifen in Erinnerung bleiben wird. Inhaltlich gibt der Film indes nicht viel her. Der Gangsterboss, von dem Clare flieht, existiert nur in den Dialogen und tritt im Film selbst nicht auf. Ansonsten wird sie vor Ort in Mexiko von zwei Männern umworben, wobei schnell klar wird, dass nur Mitchum ihr Herz wird gewinnen können und Palance nur rohe Gewalt übrig bleibt. Jack Palance spielt den aufdringlichen Cappy durchaus überzeugend, Mitchum und Darnell, Letztere bekannt aus dem Otto Preminger-Noir "Fallen Angel", liefern grundsolide Leistungen ab. Rudolf Maté, im Genre ebenfalls kein Unbekannter (insbesondere "D.O.A.") inszeniert straff und effektvoll, sodass "Mörder ohne Maske" ohne Längen gut unterhält.

Die DVD von Cargo Records aus der Reihe "Krimi Classics" präsentiert den Film mit deutschem Vorspann. Das Bild kommt allerdings über weite Strecken in sehr blassen, um nicht zu sagen ausgewaschenen Farben daher.


Kurzweiliges Spannungskino mit eindrucksvollen Bildern an Originalschauplätzen in Mexiko und guter Besetzung. 4 von 5 Punkten.

Tarzan Offline



Beiträge: 906

15.12.2018 16:15
#427 RE: Sammelthread Film Noir Zitat · antworten

Alles Wissenswerte zu diesem (und einigen anderen) Film Noirs gibt es bald auch hier:
https://muehlbeyer-verlag.de/vorschaudet...-in-mexiko.html

Ray Offline



Beiträge: 1.124

03.01.2019 23:47
#428 RE: Sammelthread Film Noir Zitat · antworten

Lebensgier (Human Desire, USA 1954)

Regie: Fritz Lang

Darsteller: Glenn Ford, Gloria Grahame, Broderick Crawford u.a.



Film Noir Nummer 94:


Carl Buckley, einem Lokführer, droht die Kündigung. Er bittet seine Ehefrau Vicky, mit seinem Chef zu sprechen, da er weiß, dass diese ihn von früher kennt und einen guten Draht zu ihm hat. Als sie länger wegbleibt als von Carl angenommen, wird er misstrauisch. Auf Nachfragen weicht Vicky aus. Von Eifersucht getrieben, lässt er Vicky einen Brief an den Chef schreiben, um ein weiteres Treffen zu vereinbaren. Chef Owens geht darauf ein und wird bei dem vermeintlichen nächsten Date mit Vicky von Carl erstochen. Vicky, die dabei war, ist geschockt. Kurz nach dem Mord lernt sie Carls Kollegen Jeff kennen, der frisch aus dem Koreakrieg zurückgekehrt ist. Vicky beginnt eine Affäre mit Jeff in der Hoffnung, dass dieser sie von ihrem Ehemann befreien möge...

Ein Jahr nach dem ausgezeichneten Film Noir "Heißes Eisen" ging Fritz Lang kein großes Risiko ein und inszenierte einen Film des gleichen Genres mit denselben Hauptdarstellern. Nach etwas gemütlicher, aber nicht unsympathischer Exposition nimmt der Thriller mit der Eifersuchtsszene Carl Buckleys rasch Fahrt auf. Im zweiten Drittel glaubt der erfahrene Noir-Seher, dem üblichen Verlauf einer typischen Dreiecksgeschichte entgegenzublicken, in dem Jeff Vickys Ehemann aus dem Weg räumen wird. Doch das letzte Drittel belehrt den Betrachter eines Besseren und wartet mit netten Wendungen auf. Fritz Langs Inszenierung bewegt sich auf gewohnt hohem Niveau, im Verbund mit Kameramann Burnett Guffey macht er sich das Breitbildformat zunutze und liefert einige gelungene Einstellungen. "Lebensgier" kommt ohne Längen aus und hat mit Gloria Grahame ein echtes Genre-Schwergewicht als Faustpfand. Obschon sie nicht ganz so brilliert wie in "Ein einsamer Ort", liefert sie einmalmehr eine eindrückliche Performance ab und bringt eine gehörige Portion Intensität ins Spiel. Filmpartner Glenn Ford kann da nicht ganz mithalten, gibt aber ebenfalls eine solide Vorstellung. Auch Grahames Film-Ehemann Broderick Crawford haucht dem eifersüchtigen Ehemann Leben ein. Alles in allem ein überdurchschnittlicher Vertreter der Schwarzen Serie, den sich Genre-Fans und Anhänger Fritz Langs nicht entgehen lassen sollten.


Sauberer Noir-Thriller von Fritz Lang im Widescreen-Format mit einer gewohnt starken Gloria Grahame. 4,5 von 5 Punkten.

Ray Offline



Beiträge: 1.124

08.01.2019 23:42
#429 RE: Sammelthread Film Noir Zitat · antworten

Reporter des Satans (Ace in Hole/The Big Carnival, USA 1951)

Regie: Billy Wilder

Darsteller: Kirk Douglas, Jan Sterling, Robert Arthur u.a.


Film Noir Nummer 95:


Chuck Tatum ist ein ehrgeiziger und intelligenter Reporter, eckt jedoch gerne an und hat sich so einstweilen seine große Karriere verbaut. In letzter Not heuert er bei einer kleinen Zeitung an. Auf dem Weg zu einer Außenreportage kommt er zufällig an einer Höhle vorbei, in der ein Mann namens Leo Minosa, der auf der Suche nach indianischen Artefakten war, eingeschlossen ist. Noch ist die breite Öffentlichkeit von dem Vorfall nicht informiert. Tatum erkennt das Potential für eine große Story...

Dieser letzte Film Noir Billy Wilders mit dem arg plakativen deutschen Titel "Reporter des Satans" war seinerzeit kein großer Erfolg. Es handelt sich auch eher weniger um einen klassischen Kriminalfilm als vielmehr um das Porträt eines Besessenen, der auf dem Weg zum Ruhm ohne Rücksicht auf Verluste agiert. Der Film ist voll und ganz auf Kirk Douglas zugeschnitten, der die Rolle des Reporters mit allem was er hat zum Leben erweckt. Seine Darstellung strotzt nur so vor Energie. Gleichzeitig rechnet der Film durch satirische Überzeichnung mit der Sensationsgier der Menschen ab. Vor der Höhle sammeln sich im Laufe der Zeit nicht nur ein Haufen von Reportern und Schaulustigen, das Drumherum gleicht alsbald einem Jahrmarkt: Musik, Buden, Heiterkeit. Doch die größte Attraktion ist natürlich der eingeschlossene Minosa. Tatum klettert mehrfach in die Höhle hinab und gewinnt so das Vertrauen des Mannes. Just dieses Vertrauen nutzt er schamlos fürs eigene Fortkommen aus. Er weist die Retter an, eine langsamere Methode anzuwenden, um seine Story größer aufziehen zu können. Dies hat fatale Folgen: Minosa bekommt eine Lungenentzündung und blickt immer näher dem Ende entgegen. Ob er gerettet werden kann und ob der Plan Tatums, das große Comeback zu starten, aufgeht, sei hier nicht verraten. Erwähnt sei allerdings, dass der Film trotz seiner interessanten Story, des starken Spiels von Douglas und den klaren Botschaften von Regisseur Wilder Längen aufweist, die dem Film ein Stück weit seiner Dramatik berauben. Jan Sterling bleibt in der Rolle der opportunistischen Gattin Monosas, die sich Tatum alsbald an den Hals wirft und auf ein behaglicheres Leben mit dem ambitionierten Reporter hofft, von diesem ebenso wie der Gatte aber nur ausgenutzt wird, eher blass.

Die DVD von Cargo Records präsentiert den Film in sehr guter Bildqualität. Allerdings enthält sie entgegen den Angaben auf der Rückseite des Covers nur die deutsche Tonspur, auf Originalton muss der Käufer verzichten.


Bitteres Porträt eines egozentrischen Reporters, das zugleich die Sensationsgier der Menschen an den Pranger stellt. Aufgrund einiger Längen gelingt es dem Film jedoch nicht, die Aufmerksamkeit des Publikums konstant hoch zu halten. 3,5 von 5 Punkten.

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