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Dieses Thema hat 285 Antworten
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 Film- und Fernsehklassiker national
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Peter Ross Offline



Beiträge: 1.351

15.05.2014 19:46
#226 RE: Bewertet: "Der Alte" Zitat · antworten




Der Alte: Freundschaftsdienst
(Folge 73, 28.10.1983)

Gastdarsteller: Ursula Lingen, Rolf Henniger, Dieter Schidor, Irina Wanka, Wolfgang Müller, Claudia Butenuth
Buch: Detlef Müller
Regie: Theodor Grädler

Handlung: Klaus Bertrams Schwiegervater wird im Haus seiner Mutter ermordet. Bertrag will die Tat verschleiern, da er Mitwissen ist und den Mörder schützen möchte. Daher wendet er sich an seinen Freund Christoph Bessler, die den Toten dann gemeinsam in einem Wald vergraben. Doch Christoph Besslers Freundin will Profit aus der Sache machen. Sie täuscht Bertrams Mutter eine Entführung vor und fordert Lösegeld...

KEINE SPOILER
Freundschaftsdienst ist eine spannend inszenierte Episode, die wieder einmal die verschiedenen Charaktäre gut heraus arbeitet. Zum einen eine reiche Familie, in der Mutter und Vater getrennt leben, dann wiederum armes befreundetes Paar, bei der sie ein durchtriebenes Spiel spielt. Die Story ist zu keiner Zeit langweilig und die Episode ist sorgfältig gedreht. Musik ist spannungsvoll eingesetzt.

Fazit: Erneut eine solide Grädler-Folge mit Spannung und einer interessanten Story! 4,5 von 5 Punkten

Percy Lister Offline



Beiträge: 3.547

17.08.2014 15:09
#227 RE: Bewertet: "Der Alte" Zitat · antworten

BEWERTET: "Bumerang" (Folge 14)
mit: Siegfried Lowitz, Michael Ande, Jan Hendriks, Henning Schlüter, Alwy Becker, Joachim Ansorge, Hans Caninenberg, Roland Renner, Richard Münch, Andrea Dahmen, Xenia Pörtner, Michael Maien, Eva Berthold, Ilse Petri, Eduard Linkers, Heiner Lauterbach u.a. - Buch und Regie: Alfred Vohrer

Kommissar Köster und Gerd Heymann feiern den Geburtstag von Kösters Lebensgefährtin Anna. Da erreicht sie die Nachricht vom Mord an der Übersetzerin Laura Mattis. Diese war vor allem für die Industrie tätig und hatte seit vier Monaten ein Verhältnis mit dem verheirateten Dr. Berger. Dessen Frau Vera pflegt ebenfalls eine intime Beziehung. Erste Ermittlungen ergeben, dass der Täter Turnschuhe getragen hat. Veras Freund Bernd Hartog ist Mitglied im Tennisclub. Findet sich hier eine heiße Spur?



Im Gegensatz zu seinem Kollegen Stephan Derrick gönnt man Erwin Köster die Freundschaft mit der klugen Anna Gautier. Eine Frau an seiner Seite stört weder die Ermittlungen, noch die Harmonie im Büro. Sind Derrick und Klein im Laufe der Jahre zu einem eingespielten und loyalen Team geworden, so bleibt die Distanz zwischen Köster und Heymann doch immer aufrecht und drückt sich am ehesten in väterlichem Wohlwollen aus. Hier schließt „Der Alte“ an „Der Kommissar“ an, während es in „Derrick“ partnerschaftlicher zugeht. Die Mordszene wirkt wie bereits in „Toccata und Fuge“ äußerst gialloesk. Der Kontrast zwischen der Geburtstagsfeier bei Köster und dem Schaumbad mit tödlichem Ausgang wird vor allem durch die unterschiedliche Ausleuchtung betont. Alfred Vohrer zeigt hier, was er in ähnlichen Situationen beim „Buckligen von Soho“ oder „Im Banne des Unheimlichen“ angewandt hat. Er stemmt Drehbuch und Regie selbst, was bei der Vielzahl von Charakteren zu einer spannenden, aber nicht in allen Details stimmigen Episode führt. Alwy Becker zeichnet wieder einmal eine Rolle, die sie so überzeugend ausfüllt: jene der betrogenen und betrügenden Ehefrau. Ebenso wie Evelyn Opela gelingt es ihr stets aufs Neue, elegant zwischen den Verhältnissen zu balancieren und dabei untadelig auszusehen. Der Blick des Zuschauers verfängt sich in ihrer Haartracht, verweilt auf ihrem blassen Gesicht und wünscht ihr gleichzeitig Erfolg und Scheitern. Sie polarisiert, weil sie ungeniert nur ein Interesse vertritt: ihr eigenes.
Roland Renner als Stiefsohn ist die große Enttäuschung, da sein Auftritt ins Leere läuft. Hier hätte man mehr als eine stumme Rolle herausholen können. Joachim Ansorge misstraut man prinzipiell: Die Abgründe in seiner Seele lassen sich nicht verbergen, mag er auch noch so harmlos daherkommen. Die winterlichen Schauplätze in der freien Natur zeigen Aktivitäten verschiedenster Art, wobei Pferde und Tennis die Statussymbole der Besserverdiener sind. Hans Caninenberg wirkt als Liebhaber ein wenig verloren, wobei ich statt Eva Berthold auch lieber Jutta Kammann gesehen hätte. Der ewig junge Michael Maien taucht glücklicherweise erst als posthumer Verlobter auf.

Vohrer gelingt es, die Aufmerksamkeit des Publikums zu fesseln und behält alle Faktoren im Auge; dass ihm dabei ein paar Fäden entgleiten, ist unvermeidbar. Der Titel der Folge (deren Inhalt auf der DVD-Verpackung übrigens gänzlich anders angegeben wird) erschließt sich mir indes nicht – 4 von 5 Punkten.

Mr Keeney Offline




Beiträge: 1.328

03.01.2015 12:26
#228 RE: Bewertet: "Der Alte" Zitat · antworten

Folge 60: Der Überfall (1982)

Diese in der vorweihnachtlichen Einkaufswarenhauswelt angesiedelte Folge habe ich mir kürzlich mal wieder rausgegriffen und muss leider zugeben, dass sie für mich zu den schwächsten Köster-Folgen überhaupt gehört.

Nichts gegen überkonstruierte Fälle, aber hier ist man eindeutig über das Ziel hinausgeschossen. So wie Lowitz zu Konrad Georg in der Folge sinngemäß sagt: „ Sie sind das Nebenprodukt der Aufklärung eines Kapitalverbrechens“ so hat man beinahe den Eindruck, die dramaturgisch nur mäßig spannende Aufklärung diverser ziemlich unglaubwürdig verketteter und psychologisch für mich nicht wirklich überzeugend motivierter Verbrechen sei letzten Endes nur das Musikvideo zu Frank Duvals „Face To Face“, dessen ohnehin oftmals plakative Kompositionskunst hier sicherlich einen der ganz hohen unter all den denkbaren schwülstigen Gipfeln erklommen hat, von welchem herab sich die Klänge dann auch noch extrem großflächig und ausladend kleisterartig über die Folge ergießen. Dazu kommt dann noch, und dass ist jetzt mein wirklich großes Problem, dass man eben nicht Horst Schimanski fluchend durch trist-graue, zu Ausgleich und Ausflucht meinetwegen wesentlich duvalbedürftigere Ruhrpottkulissen jagen sieht, sondern mit schöner Regelmäßigkeit –face to face- Sascha Hehn und – irgendwie sogar noch schlimmer hier- Edda Seippel durch das weihnachtlich dekorierte München lavieren, während ein geschätzter echter harter Hund wie Arthur Brauss leider viel zu früh ins Gras beißen musste. Zwar hat wirklich jeder der beteiligten Protagonisten irgendwie Dreck am Stecken, aber da drauf, da drauf ist wirklich soviel Zuckerguss, dass akute Diabetesgefahr besteht.

Sicherlich mit Abstand der schwächste der drei Beiträge von Alfred Weidenmann zur Köster-Reihe, dessen beiden anderen Folgen ich ziemlich gern mag. Hier konnte er leider nichts retten, Vogelers mich nicht restlos überzeugendes Buch wurde mit wenig fesselnden Schauspielleistungen umgesetzt und mit Duval geflutet. Immerhin, das Wiedersehen mit Konrad Georg ist nett, doch durchaus...so richtig „face to face“ eben.

Mr Keeney Offline




Beiträge: 1.328

23.01.2015 13:17
#229 RE: Bewertet: "Der Alte" Zitat · antworten

Folge 21: Der Spieler (1978)

Als Gegenentwurf habe ich mir erneut eine Folge mit dem guten Arthur Brauss angesehen und sah in jeglicher Hinsicht ein erfrischend gutes Kontrastprogramm, auch wenn mit Bernd Herzsprung auf den ersten Blick erneut ein eher milchbübiger Gegenspieler zu Brauss agierte und zumindest in der ersten Hälfte überwiegend die eher schmachtende (aber doch irgendwie recht hübsche) „Ballade pour Adeline“ von Richard Clayderman erklingt.

Für mich persönlich ist diese Folge dennoch oder gerade deswegen ein Highlight: der geschätzte Regisseur Brynych inszeniert ein furioses Psychoduell mit einigen wenigen aber dafür punktgenau treffsicheren Brynych-Eskapaden (vor allem eine typische ausgedehnte Lach-Szene, diesmal aber hinter geschlossener Tür, prägt sich ein), ein Duell jeweils über Bande und Kreuz zwischen Lowitz, Herzsprung und Brauss, die ihre Rollen genial ausfüllen. Lowitz ist meines Erachtens neben Felmy ohnehin der absolut größte, wenn es um den Nervenkrieg und die psychologische Auseinandersetzung mit großen und teils prominenten Gegenspielern geht, auch wenn dieser fulminante Eindruck manchmal etwas verwässert und der Bogen diesbezüglich etwas überspannt wurde, weil man innerhalb der Reihe wohl immer mal wieder gemeint haben muss, diese Fähigkeit alleine trage einige ansonsten durchaus maue und insgesamt unbefriedigende Folgen (vor allem „Der Zigeuner“, aber beispielsweise auch „Der Gärtner“ seien hier genannt).
Auch hier könnte man zwar mosern und sachlich richtig feststellen, die Motivation und bestimmte Handlungsweisen der Hauptfiguren in bestimmten Situationen werden, wenn überhaupt, nur äußerst vage beleuchtet, jedoch erscheint dies nebensächlich angesichts der grandiosen Leistungen aller Beteiligten. Mittels teilweise ungewöhnlichen Bildeinstellungen und geradezu glühend wirkenden Münchner Sommerimpressionen bereitet Brynych seinem fantastischen Darstellerensemble, das neben den bereits erwähnten Hauptfiguren ein willkommenes Wiedersehen mit u. a. Ulrich Beiger, Karl Tischlinger (als „clochard“) und auch ganz famos Wolf Ackva („Die seltsamen Methoden des F. J. Wanninger) gewährleistet, den idealen Nährboden zur Zelebration eines äußerlich coolen aber innerlich brodelnden Psycho-Dreikampfs.

Der letzten Trumpf zieht man dann aus meiner Sicht allerdings noch im letzten Drittel: beinahe wortlose Szenen einer Beschattung respektive Verfolgung in der empfindsam von der Kamera eingefangenen sommerlichen Münchner Innenstadt werden mit Leonard Cohens „Suzanne“ durchsetzt. Absolut grandios und ein wunderbares Paradebeispiel für gelungenen Musikeinsatz im Fernsehkrimi. Da wird die Story tatsächlich für einige Minuten Nebensache.

Für Brynych- und Leonard Cohen-Fans ist die Folge ein Muss, alle anderen können aber eigentlich schon aufgrund des hervorragenden Darsteller-Ensembles auch nicht soviel falsch machen, auch wenn die Story zugegebenermaßen in einigen Punkten etwas schwachbrüstig ist.

Jan Offline




Beiträge: 1.330

23.01.2015 14:14
#230 RE: Bewertet: "Der Alte" Zitat · antworten

Zitat von Mr Keeney im Beitrag #229

[...]der geschätzte Regisseur Brynych inszeniert [...] gelungenen Musikeinsatz im Fernsehkrimi.


Das war ja, zumindest als er noch durfte, wie er wollte, eines seiner Markenzeichen. Ohne Gnade wird Musik - bzw. ein immer wiederkehrendes Stück - unglaublich inflationär eingesetzt. Man denke auch an den Sportpalastwalzer, Apfelsinen im Haar oder Theo - wir fahr'n nach Lodz. Nicht zuletzt deswegen bin ich nach wie vor ein großer Brynych-Fan.

Gruß
Jan

Mark Paxton Offline




Beiträge: 347

23.01.2015 17:20
#231 RE: Bewertet: "Der Alte" Zitat · antworten

Zitat von Mr Keeney im Beitrag #229
Folge 21: Der Spieler (1978)

Für mich ist der Einstand des Autors Volker Vogeler, der die Serie später fast ausschließlich für die Serie verantwortlich war, kein besonderes Highlight. Brynych hin und her, aber die Story taugt nicht viel, wenngleich man auch sagen muss, dass Herr Vogeler bei Gangstergeschichten immer noch besser war als bei "normalen" Kriminalstorys, bei denen es in Familienkreisen zu Todesfällen kam. Vergleicht doch mal die Geschichten der anderen Autoren mit denen von Volker Vogeler, da bleibt dieser Autor immer an der letzten Stelle.

Prisma Offline




Beiträge: 7.541

13.12.2015 13:44
#232 RE: Bewertet: "Der Alte" Zitat · antworten





● Folge 1: DIE DIENSTREISE (D|1977)
mit Siegfried Lowitz, Michael Ande, Henning Schlüter, Xenia Pörtner
Gäste: Hans Brenner, Wolfgang Reichmann, Susanne Uhlen, Iris Berben, Katharina Seyferth, Ralph Wolter, Gert Haucke, Dan van Husen, u.a.
hergestellt durch die Neue Münchner Fernsehproduktion | im Auftrag von ZDF | ORF | SRG
Regie: Johannes Schaaf



»Scheiße, wenn man ne Nutte liebt!«


Kriminalhauptkommissar Erwin Köster stellt sich bei einem Banküberfall mit Geiselnahme zum Austausch zur Verfügung. So kommen die erschöpften und teils hysterischen Geiseln frei und Köster begibt sich in die Gewalt des Verbrechers, den er an jeden beliebigen Ort bringen soll. Zu seinem Auftrag gehört außerdem, mehr über den Geiselnehmer zu erfahren und über ihn an den gefährlichen und lange gesuchten Auftragskiller Teretti heranzukommen. Auf der turbulenten Fahrt durch die Umgebung von München, bei der die beiden von Reportern verfolgt werden, die man zunächst abschütteln, und außerdem an einen neuen Wagen kommen muss, lernt Köster den Bankräuber besser kennen, doch sein gefährliches Spiel droht außer Kontrolle zu geraten...

Regisseur Johannes Schaaf kreierte mit seinem Pilotfilm einen beeindruckenden Grundstein für die erfolgreiche Serie "Der Alte" und man legte genau so großen Wert auf eine nachhaltige Integration der beteiligten Hauptpersonen, beziehungsweise der Titelfigur. Erwin Köster bekommt also von Siegfried Lowitz Leben eingehaucht. Darunter zu verstehen ist allerdings nicht unbedingt, dass man es mit einer Art Action-Helden zu tun bekommt, Kriminalhauptkommissar Köster ist geradezu ein eigenbrödlerischer Denker, dessen wache Kombinationsgabe erfolgversprechend ist. Bereits bei den ersten Eindrücken wird dem Zuschauer verdeutlicht, mit wem man es bei Bedarf in 100 Folgen zu tun bekommen wird und Siegfried Lowitz gewinnt die Zuschauergunst hier spielend. Dabei definiert sich die entstehende Sympathie über sehr menschliche Züge. Für die Serie bietet die Pilotfolge also den perfekten Einstieg und nicht nur die Charakterzeichnungen sind äußerst gelungen, sondern auch die Skizzierung eines augenscheinlich normalen Kriminalfalles, der mit Bankraub und Geiselnahme zumindest permanent an der Tagesordnung sein könnte. Die Konzentration liegt nicht nur auf Verbrechen und Mord, sondern auch die Arbeit und die Tricks der Polizei werden ausgiebig durchleuchtet. Was tun, wenn Komplikationen auftreten? "Der Alte" wirds schon wissen. Es ist erstaunlich, dass mit diesem Konzept nach kürzester Zeit bereits eine empfundene Verlässlichkeit oder beinahe Routine aufgebaut werden kann. Köster wird den Bankräuber also anstelle der Geiseln begleiten, um die heikle Situation zu entschärfen, Ruhe in die hektische Atmosphäre zu bringen und natürlich zu ermitteln. Der Zuschauer darf sich also bereit machen für einen spannenden Trip, der mit halsbrecherischen Sequenzen und Verfolgungsjagden angereichert wurde.

Die Premieren-Besetzung leistet sowohl in der Haupt-, als auch in der Nebenhandlung hervorragende Schützenhilfe. Als Bankräuber und Geiselnehmer sieht man Hans Brenner, der aufgrund seiner Überzeugungskraft und seines Aussehens bei derartigen Rollen quasi ein Abonnement hatte. Zunächst wirkt er rücksichtslos und aggressiv, doch Köster kann ihn mit seiner authentischen Art indirekt beruhigen. Er begleitet ihn nicht mit erhobenem Zeigefinger, er bemüht sich um Ehrlichkeit und solidarisiert sich in bestimmten Situationen sogar mit seinem Gegenpart. Merkwürdigerweise entstehen trotz aller Brisanz immer wieder sensible Momente, die innerhalb dieses Vakuums beinahe freundschaftlich wirken, allerdings nur bis zum nächsten Knall innerhalb dieses Tauziehens. Haupt- und Nebenhandlung werden zum Ende hin eine intelligente Verknüpfung erfahren, was sehr gut ankommt, da gewisse Zusammenhänge nicht vollkommen geklärt waren. Insbesondere Wolfgang Reichmann als lange gesuchter Berufskiller, dem man nie etwas nachweisen konnte, überzeugt mit einer kalten und zynischen Darbietung und sorgt zusätzlich für das spürbare Vernehmen eines imaginären Sekundenzeigers. In der Erscheinung eines Gentleman wirkt seine Brutalität umso erschütternder, die er insbesondere an den schwächeren Gliedern dieser Kette auszulassen pflegt. Susanne Uhlen und Iris Berben, als offenbar leichte Mädchen für schwere Kundschaft, bereichern das Geschehen wie jeder andere Name in der Darstellerriege ausgezeichnet. Nach dieser außerordentlichen Dienstreise wird man innerhalb dieses Nervenkrieges mit einem fulminanten Showdown belohnt, sodass man anerkennend sagen darf, dass der Einstieg in die Serie absolut gelungen ist. Action und Spannung runden diesen Eindruck ab, viele Ortswechsel sorgen für Variabilität und man darf den weiteren Verlauf der jungen Serie mit Ungeduld und Spannung erwarten.

Marmstorfer Online




Beiträge: 7.380

05.02.2016 16:26
#233 RE: Bewertet: "Der Alte" Zitat · antworten

Eine Ära geht zu Ende... Wie das ZDF heute bekanntgab, verabschiedet sich Michael Ande alias Gerd Heymann auf eigenen Wunsch nach 39 Jahren aus der Serie. Die letzte Folge mit ihm wird am 8. April zu sehen sein. Kein anderer Schauspieler im deutschen Fernsehen verkörperte ein und dieselbe Serienfigur über einen längeren Zeitraum. Ande ist mittlerweile 71 Jahre alt; auch sein erster "Chef" Siegfried Lowitz stieg einst im Alter von 71 aus der Serie aus.

Jan Offline




Beiträge: 1.330

05.02.2016 19:01
#234 RE: Bewertet: "Der Alte" Zitat · antworten

Zitat von Marmstorfer im Beitrag #233
Eine Ära geht zu Ende... Wie das ZDF heute bekanntgab, verabschiedet sich Michael Ande alias Gerd Heymann auf eigenen Wunsch nach 39 Jahren aus der Serie. Die letzte Folge mit ihm wird am 8. April zu sehen sein. Kein anderer Schauspieler im deutschen Fernsehen verkörperte ein und dieselbe Serienfigur über einen längeren Zeitraum. Ande ist mittlerweile 71 Jahre alt; auch sein erster "Chef" Siegfried Lowitz stieg einst im Alter von 71 aus der Serie aus.

Schade, wobei man wohl sagen muss, dass Ande in den letzten Jahren auch keine allzu präsente Rolle in der Reihe mehr gespielt hat. Mit Lowitz und dem jungen Ande hatte man - nach überraschend langer Eingewöhnungszeit - ein tolles Team aus alt und jung zusammengestellt. In den ersten Episoden hakte es diesbezüglich noch recht deutlich, waren Lowitz und Ande noch zu sehr von einander entkoppelt. Im weiteren Verlauf dann wurde daraus ein an Kommissar Keller erinnerndes Vater-Sohn-Team, in dem Michael Ande mal aufmucken durfte und ein anderes Mal von seinem Chef wieder als "lieber Freund und Kollege" vorgestellt wurde. Selbst zum Geburtstag von Kösters Teilzeitfreundin war er (als einziger Gast) eingeladen. Weder Jan Hendricks noch Wolfgang Zerlett harmonierten mit dem Duo besonders überzeugend und liefen bisweilen ebenso ungalant nebenher wie die späteren Kollegen Böttcher und Sanoussi-Bliss. Im Verlauf seiner Karriere neben Rolf Schimpf dann wirkte Ande gleichberechtigter, jedoch wuchs mit den Jahren irgendwie auch die Frage, warum er als zuverlässiger Beamter eigentlich stets auf der gleichen Karrierestufe verharrte. Und in den letzten Jahren dann wirkte es leider so, als haben die Macher irgendwie gar nichts mehr mit ihm anfangen können. Insofern kommt es nach 39 verdienstvollen Jahren am 8. April hoffentlich zu einer würdigen Pensionierung und nicht zu einem sang- und klanglosen Verschwinden. Die Reihe hat Michael Ande viel zu verdanken, wie ich finde!

Gruß
Jan

Lord Low Offline




Beiträge: 628

14.11.2017 22:54
#235 RE: Bewertet: "Der Alte" Zitat · antworten

Welcher Song ist denn in der Folge "Bumerang" während der Mord-Szene zu hören? Wurde der extra für die Folge komponiert?

Stephan535 Offline



Beiträge: 4

15.11.2017 19:23
#236 RE: Bewertet: "Der Alte" Zitat · antworten

Tommi Piper - Rock`N Roll Star

Der Song war kurz vorher lustigerweise in einer Derrick-Folge dabei, in der Tommi Piper einen Rockstar spielte: "Tod eines Fans"

Lord Low Offline




Beiträge: 628

15.11.2017 23:44
#237 RE: Bewertet: "Der Alte" Zitat · antworten

Zitat von Stephan535 im Beitrag #236
Tommi Piper - Rock`N Roll Star

Der Song war kurz vorher lustigerweise in einer Derrick-Folge dabei, in der Tommi Piper einen Rockstar spielte: "Tod eines Fans"


Gibt es den Song auch digital oder aber sonstwo zu kaufen? Kann ihn irgendwie nirgends finden.

Stephan535 Offline



Beiträge: 4

15.11.2017 23:50
#238 RE: Bewertet: "Der Alte" Zitat · antworten

Das weiß ich leider nicht. Ich konnte ihn auch nicht finden.

Ray Offline



Beiträge: 1.060

17.11.2017 21:59
#239 RE: Bewertet: "Der Alte" Zitat · antworten

In den vergangenen Wochen habe ich mich nun erstmals dem „alten Alten“, sprich der Ära Siegfried Lowitz, gewidmet. Konkret habe ich die „Collector´s Box Vol.1“ durchgesehen.

Generell wirkt die Serie deutlich moderner als die Vorgänger-Serie „Der Kommissar“. Farbe statt S/W, experimentellere Musik-Auswahl, weniger Hippie- und Studenten-Themen. Ebenso auffallend ist, dass sich die Reihe mehr auf seine Hauptfigur konzentriert. War Kommissar Keller zwar ein väterlicher Anführer, so ließ er seine „Rasselbande“ doch regelmäßig von der Leine und eigenständig ermitteln. Hier wird er zwar oft von der Michael Ande-Figur begleitet, alleine auf Ermittlungspfaden sieht man Ande aber eher selten, Jan Hendriks verkommt gar (leider) über weite Strecken zum bloßen Stichwortgeber und besseren Statisten. Eine feste Sekretärin hat Köster nicht, dafür sieht man ihn regelmäßig im Austausch mit seinem Vorgesetzten, der in bester Sir John-Tradition sympathisch-trottelig vor sich hin „wirkt“. Köster selbst kommt gerade zu Anfang bisweilen mit grenzwertigen Methoden zum Ziel.

Was die Drehbücher betrifft, so wird hier kein Reinecker-Alleingang gefahren, sondern auf verschiedene Autoren zurückgegriffen. Die Regie wechselt, regelmäßig handelt es sich jedoch um „die üblichen Verdächtigen“, welche schon beim „Kommissar“ oder auch später bei „Derrick“ für die Inszenierung verantwortlich waren (z.B. Vohrer, Becker).

Salz in der Suppe sind bei derartigen Serien für mich stets die Gaststars. Als Faustregel kann man sagen: je mehr sich eine Serie zeitlich von den mir so geliebten 1960ern wegbewegt, umso uninteressanter wird sie für mich, weil die Gesichter zunehmend andere sind, also die „Trefferquote“ diesbezüglich sinkt. Das heißt wiederum für meine Einschätzung der einzelnen Episoden, dass ein paar bekannte und geschätzte Gesichter vor der Kamera schon die „halbe Miete“ sind. Umgekehrt muss mich eine Folge inhaltlich schon sehr fesseln, wenn sie ohne solche Gaststars nach obiger Definition auskommen muss.

Bevor ich ein Gesamtfazit ziehe und danach in Tradition dieses Threads eine kleine Rangliste der ersten Box poste, noch ein paar Worte zur DVD-Veröffentlichung. Die Bildqualität lässt nicht selten zu Wünschen übrig, wer also noch alte TV-Aufzeichnungen hat, kann getrost auf einen Kauf verzichten. In Anbetracht der Bezeichnung als „Collector´s Box“ ist es darüber hinaus doch sehr schade, dass der Interessierte hier gänzlich auf Extras verzichten muss. Zumindest ein Booklet mit Hintergrundinformationen und ein paar ausgewählten Bildern hätte es doch sein dürfen. Immerhin ist die Aufmachung der Box selbst einer „Collector´s Box“ würdig.

Summa summarum hat mir diese erste Box „gut“ gefallen. Im Vergleich zur ersten „Kommissar“-Box schon rund eine Klasse schwächer, vor späteren Abschnitten in der „Kommissar“-Ära muss sich der „Alte“ in dieser frühen Phase aber sicher nicht verstecken.

Hier noch die Rangliste der einzelnen Episoden:


1. Konkurs 5/5
Dank des ehrwürdigen O.E. Hasse als wie ein Rohrspatz daher schimpfender Greis im Ohrensessel und edlem Gehstock, der wunderbaren Christiane Krüger und dem cleveren Buch meine klare Nummer 1.
2. Nachtmusik 5/5
Folgen, die in der vermeintlichen gesellschaftlichen „Elite“ spielen, haben es mir schon immer angetan. Gelungene Gastauftritte von Hellmut Lange und Alexander Kerst tun ihr übriges.
3. Toccata und Fuge 5/5
Etwas seltsam anmutende, aber gleichzeitig sehr atmosphärische Folge, abermals in der „besseren Gesellschaft“ spielend, wobei die dort nicht selten anzutreffende Sinnleere auf interessante Weise dargestellt und entlarvt wird.

4. Erkältung im Sommer 4,5/5
5. Der schöne Alex 4/5
6. Bumerang 4/5
7. Marholms Erben 4/5
8. Ein Koffer 4/5
9. Ein unkomplizierter Fall 4/5
10. Lohngeld 4/5
11. Jack Braun 4/5
12. Der Alte schlägt zweimal zu 3,5/5
13. Der Spieler 3,5/5
14. Die Dienstreise 3,5/5
15. Zeugenaussagen 3,5/5
16. Blütenträume 3/5
17. Zwei Mörder 3/5
18. Die Kolonne 3/5
19. Die Rache 2,5/5
20. Die Sträflingsfrau 2/5
21. Verena und Annabelle 2/5
22. Der Pelikan 1,5/5

Lord Low Offline




Beiträge: 628

17.11.2017 22:10
#240 RE: Bewertet: "Der Alte" Zitat · antworten

Zitat von Ray im Beitrag #239
In den vergangenen Wochen habe ich mich nun erstmals dem „alten Alten“, sprich der Ära Siegfried Lowitz, gewidmet.




Die schau ich mir auch grad wieder alle an. Und ich hab beim "Alten" eigentlich immer nur Lowitz gemocht. Mit seinen Nachfolgern konnte ich nie was anfangen.

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