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Dieses Thema hat 265 Antworten
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 Film- und Fernsehklassiker national
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Jan Offline




Beiträge: 1.245

06.01.2018 23:26
#256 RE: Bewertet: "Der Alte" Zitat · antworten

Henning Schlüter erinnert in der Tat an Siegfried Schürenberg. In einer Vohrer-Episode (weiß gerade nicht welche) bringt die adrette Sekretärin gar den Tee. Allerdings ist Schlüter dann auch alsbald wieder aus der Serie ausgstiegen und wurde auch nicht mehr ersetzt. Ein Staatsanwalt geisterte zudem durch einige Folgen, trat dann aber auch nicht wieder in Erscheinung.

Gruß
Jan

Gubanov Offline




Beiträge: 15.047

07.01.2018 10:57
#257 RE: Bewertet: "Der Alte" Zitat · antworten

Zitat von Jan im Beitrag #256
Allerdings ist Schlüter dann auch alsbald wieder aus der Serie ausgstiegen

Was ja auch eigentlich zu befürworten ist, schließlich sind die "Der Alte"-Krimis bei aller Unterhaltsamkeit der Millinger-Szenen keine Spät-Wallace-Verschnitte (i.e. klamottige Kriminalkomödien). Andererseits war in dem schwachen Ermittlerteam der Reihe Schlüter für mich kurioserweise noch das stärkste Pferd im Stall.

schwarzseher Offline



Beiträge: 359

07.01.2018 20:18
#258 RE: Bewertet: "Der Alte" Zitat · antworten

Ich hänge mit dem Alten ( wie mit fast allem ) mal wieder hinterher.Also quasi Box 1.Da ich S. Lowitz und seine ( sogar seine teilweise unsympathische Figur Köster )Spielweise sehr schätze ,bin ich bei einigen Folgen etwas irritiert.ZB. "Toccatta und Fuge" .....die Story ..ok irgendwie ,aber dann Heidelinde Weis !!!Klischeehaftes Getue wie in einem zweitklassigem Theaterstück.Hoffentlich geht das nicht oft so weiter.

Georg Offline




Beiträge: 2.812

07.01.2018 20:43
#259 RE: Bewertet: "Der Alte" Zitat · antworten

Zitat von Jan im Beitrag #256
Allerdings ist Schlüter dann auch alsbald wieder aus der Serie ausgstiegen
Na ja, Millinger/ Schlüter hatte seinen letzten Auftritt in Folge 78 Perfektes Geständnis, die als 74. produziert wurde. Da war er doch drei Viertel der Produktionszeit mit an Bord...
Ich musste bei ihm auch immer an Sir John denken.
Generell gefallen mir die späteren Köster auch besser als die teils experimentellen frühen Folgen. Erst mit der Zeit hatte Ringelmann auch die "richtigen" Drehbuchautoren aussortiert (wobei ich mit einem immer meine Schwierigkeiten hatte: Volker Vogeler ...).

Jan Offline




Beiträge: 1.245

08.01.2018 19:41
#260 RE: Bewertet: "Der Alte" Zitat · antworten

Zitat von Georg im Beitrag #259
Zitat von Jan im Beitrag #256
Allerdings ist Schlüter dann auch alsbald wieder aus der Serie ausgstiegen
Na ja, Millinger/ Schlüter hatte seinen letzten Auftritt in Folge 78 Perfektes Geständnis, die als 74. produziert wurde. Da war er doch drei Viertel der Produktionszeit mit an Bord...


Guck an, ich hätte gefühlsmäßig gesagt, es sei nicht so lange gewesen.

Zitat von Georg im Beitrag #259

Erst mit der Zeit hatte Ringelmann auch die "richtigen" Drehbuchautoren aussortiert (wobei ich mit einem immer meine Schwierigkeiten hatte: Volker Vogeler ...).

Ja, der traurige Seehund (O-Ton Lowitz in einer Episode, in der Vogeler mal als Schauspieler zu sehen war). Der hatte leider seine Schwächen. Gottlob hatte man aber die gute Frau Fendel kein zweites Mal ans Drehbuch gelassen. Ihr Beitrag ist wirklich annähernd abstoßend.

Gruß
Jan

schwarzseher Offline



Beiträge: 359

13.01.2018 12:34
#261 RE: Bewertet: "Der Alte" Zitat · antworten

Nach den Folgen "Lohngeld" und "Verena und Annabelle " bin ich leider immer noch irgendwie sprachlos.Ich habe die Folgen so lange nicht mehr gesehen und mich auf Köster/Lowitz gefreut ....und Kommissar Köster finde ich in seiner Art auch heute noch gut,aber......die Storys sind doch irgendwie krude und "bemüht"( hat glaube ich schon jemand hier geschrieben)Drache und Lowitz in einer Folge lässt Wallage Fans natürlich aufhorchen aber im Grunde werden alle nur in schlechten Stories verheizt.

Prisma Online




Beiträge: 7.484

14.01.2018 14:54
#262 RE: Bewertet: "Der Alte" Zitat · antworten





● Folge 9: VERENA UND ANNABELLE (D|1977)
mit Siegfried Lowitz, Michael Ande
Gäste: Krista Keller-Di Cerami, Paul Hoffmann, Heinz Drache, Werner Pochath, Thomas Braut, u.a.
eine Produktion der Neue Münchner Fernsehproduktion | im Auftrag von ZDF | ORF | SRG
Regie: Alfred Vohrer




Die Literaturkritikerin Verena Moldau lebt in panischer Angst, da bereits drei Mordanschläge auf sie verübt wurden. Zuerst wurde sie ins Krankenhaus eingeliefert, da sie einen vergifteten Likör getrunken hatte, wenige Tage später war ihre Dusche mit elektrischem Strom präpariert und anschließend wurde auch noch an ihrem Wagen manipuliert, so dass sie einen Unfall verursachte. Kommissar Köster untersucht diesen rätselhaften Fall ohne greifbare Ansatzpunkte und er kann das Vertrauen des potentiellen Mordopfers gewinnen. Sie berichtet ihm schließlich von ihrem schwerwiegenden Verdacht, der ihre Zwillingsschwester Annabelle belastet, doch diese ist bereits seit fast zehn Jahren untergetaucht. Da eine große Erbschaft bevorsteht und ihre Schwester sie angeblich hasst, scheint für Verena kein anderes Motiv in Frage zu kommen...

Gerade Folge 9 der noch jungen Serie ruft die unterschiedlichsten Reaktionen hervor, was zunächst daran liegen mag, dass Alfred Vohrer den Zuschauer mit einer auffälligen Unruhe und Hysterie zu provozieren versucht. Mit etwas Fantasie könnte man diese Episode sogar als Giallo dieser Serie bezeichnen, da sich diesbezüglich ungewöhnlich viele genretypische Parallelen finden lassen, wenn auch nur im erweiterten Sinn. Vohrer setzt hier auf Verwirrung und Täuschung, und auch wenn Zufall und Realität hier mehr als unwahrscheinlich konstruiert wurden, geht eine Faszination von der Geschichte aus, die immer nur zu dem gleichen Punkt führen wird, und zwar zu der nahezu halsbrecherisch agierenden Krista Keller-Di Cerami, eine der zweifellos unbändigsten Damen der deutschen Krimi-Landschaft. Praktischerweise mit einer Doppelrolle betraut, legt sie ihr Können in einem bemerkenswert breiten Spektrum dar, das manche vielleicht ganz simpel nur Overacting nennen würden, aber bei den richtigen Antennen für Furore sorgen wird. Der Einstieg wird durch einen Mordanschlag geebnet, der in seiner Darbietung verstören wirkt. Ein unbestimmtes Gefühl zwischen Mitleid und Besorgnis, aber gleichzeitig auch Skepsis und gewolltem Sicherheitsabstand kommt beim Betrachten der halben Titelrolle auf, doch man weiß nicht genau warum. Direkt kocht eine nervöse Spannung hoch, die Folge 9 genau wie die vermiedene Struktur sehr stark prägen wird, alles scheint möglich, aber nichts wirkt wahrscheinlich. Köster, der letztlich noch jeden Fall bändigen konnte, sieht sich eigentlich nicht mit der Gefahr konfrontiert, es hier nicht auch schaffen zu können, eher gestaltet sich seine Ermittlungsarbeit als holprig, da er die Frau(en) nicht in den Griff bekommt. Nach zahlreichen unberechenbaren Kapriolen der eigentümlichen Protagonisten glaubt man als Zuschauer schließlich selbst, dass man sich lediglich in einer massiven Wahnvorstellung der stimmungslabil, und äußerst angeschlagen wirkenden Verena befindet, bis es schließlich zu einer großen Überraschung kommt.

Die Tatverdächtige taucht auf und steht plötzlich vor der Tür eines ihrer abgelegten Liebhaber, der gleichzeitig auch der ehemalige Verlobte ihrer Schwester war, alias Heinz Drache, der den Begriff abgelegt in vielerlei Hinsicht neu definieren wird. Im Gegensatz zu ihrer Schwester ist Annabelle selbstbewusst, frech bis auffordernd und direkt in ihren Kommentaren, außerdem mondän im Auftreten. Geschickt spielt sie mit der uralten Angriffsfläche Eitelkeit, und packt ihr Gegenüber in Windeseile, um postwendend an Informationen zu gelangen. Heinz Drache schimmert auch hier ganz in seinem obligatorischen Stil, Arroganz und Herablassung, die sich zuvor im Gespräch mit Köster auf dem Tenniscourt zeigten, wirken unsympathisch und auch hier ungebrochen, was es einem zusätzlich nicht gerade leicht macht, ihm den schweren Fauxpas zu verzeihen, als er als Schiedsrichter »30:30 - Einstand« gezählt hatte. In der Zwischenzeit bekommt man noch den reichen Onkel der Zwillingsschwestern vorgestellt, bei dem Verena weitere Verschwörungstheorien ausbreitet und die Irritation komplett macht. Kommissar Köster versucht zu deuten, zu ordnen, allerdings scheint es so, als jage er lediglich Schimären nach. Dass man es mit keinem normalen Fall zu tun haben kann, oder besser gesagt haben darf, wird bei "Verena & Annabelle" von der ersten Minute an geebnet. Diese erfrischende Strategie birgt selbstverständlich auch die Gefahr, dass die Episode aufgrund ihrer vollkommen konträr angelegten Strategie einfach nicht punkten kann. Alfred Vohrer war es offenbar gleich, und es bleibt ein Unikat der Serie zurück, dass für seine Verhältnisse üblich verspielt, aber gleichzeitig selbstbewusst genug wirkt, um sicher bestehen zu können. Über all dem steht jedoch die atemberaubende Krista Keller-Di Cerami in zweifacher Potenz, die mit einer von Nähe und Distanz geprägten Selbstinszenierung in die Irre leitet, die für "Der Alte" so gut wie beispiellos geblieben ist. Der kleine Giallo, oder vielmehr kleine der Psycho-Thriller unter den Folgen der Lowitz-Ära, kann mit den richtigen Antennen schon sehr viel Freude bereiten.

Percy Lister Online



Beiträge: 3.427

14.01.2018 20:33
#263 RE: Bewertet: "Der Alte" Zitat · antworten

Ich habe die Episode bereits 2012 besprochen und sie mir aufgrund Prismas Bericht heute erneut angesehen. Wer über den wahren Sachverhalt informiert ist, beobachtet genauer und sieht in Krista Kellers Gesicht viele Hinweise, die bei der Erstsichtung ohne Verständnis bleiben. Man merkt das Lauernde, sieht den misstrauischen Blick und ihr zaghaftes Lächeln, das Unsicherheit kaschieren soll. Die Eifersucht der Verena Moldau auf die beliebte Schwester, die selbst nach acht Jahren Abwesenheit "kommt, sieht und siegt". Schwer wiegt die Bürde dieser Vor- und Verstellung; die Leere und das Feuer wechseln sich mit dem Figurentausch ab und zeichnen ein Bild, welches das Gemälde "Der Tod und das Mädchen" (direkt neben dem Regal mit den vergifteten Likörfläschchen) so diskret einläutete. Alfred Vohrer hinterlässt seine Visitenkarte.

schwarzseher Offline



Beiträge: 359

15.01.2018 19:58
#264 RE: Bewertet: "Der Alte" Zitat · antworten

Ich finde das schon toll wie ihr diese Folge hier beschreibt/bewertet .Und wenn ich die Folge nicht schon gesehen hätte wäre ich sehr gespannt und sicher auch mit etwas Vorfreude....Respekt.
Leider empfinde ich es ganz anders.Frau Keller mit ihrem klischeehaften Jekyll und Hyde Getue erstickt jegliche Spannung im Ansatz.Dann noch schnell ein irres mit den Augen rollen in den Armen des Kommissars ....und fertig ist der Hitchcock äh...Alte.
So einfach ist es dann doch nicht ,nicht jeder ist ein Norman Bates .

Mr Keeney Offline




Beiträge: 1.328

15.01.2018 22:16
#265 RE: Bewertet: "Der Alte" Zitat · antworten

Und gerade weil Krista Keller nicht Norman Bates war oder ist und mithin eben nicht die ganz große Kinobühne mit ihren Breitwandmöglichkeiten auch in Bezug auf Spielzeit und Budget zur Verfügung hatte, zolle ich ihrer Leistung umso mehr Tribut. Es ist letztendlich ein herrliches Kabinettstückchen, ein irrwitziger Drahtseilakt bei der augenscheinlich nicht ganz so tiefen Fallhöhe des Freitagabendkrimis und somit ein grandioses Ausspielen aller und sei es auch nur der angedeutetsten Möglichkeiten auf definitiv eng begrenztem und abgestecktem Raum! Die Grundidee mag krude und konstruiert wirken, doch was Krista Keller in ungeahnter Waghalsigkeit bei gleichzeitig geradezu exaltierter Nuanciertheit daraus macht ist für das dafür empfängliche Publikum atemberaubend...schade, dass es offenbar viele nicht goutieren können und noch viel trauriger, dass es solche Experimente zumindest innerhalb der heutigen 60-Minüter wohl kaum noch gibt...
Ich kann mich den treffenden lobenden Kritiken nur anschließen!

Gubanov Offline




Beiträge: 15.047

16.01.2018 14:05
#266 RE: Bewertet: "Der Alte" Zitat · antworten

Ich habe null Erinnerung mehr an die besagte Folge. Nur noch, dass ich sie als oberes Mittelfeld, aber "damals" (2013) schon als leicht vergessenswürdig eingeschätzt hatte. Dass sie dermaßen polarisiert, wundert mich.

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