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Dieses Thema hat 278 Antworten
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 Film- und Fernsehklassiker national
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Marmstorfer Offline




Beiträge: 7.369

19.04.2014 02:14
#211 RE: Bewertet: "Der Alte" Zitat · antworten

Endlich habe ich auch Collector's Box Nr. 3 in Gänze begutachtet (2006 hatte ich die betreffenden Folgen bereits im Rahmen der letzten vollständigen Ausstrahlung bei 3 Sat gesehen) - und nach wie vor bin ich fasziniert von Erwin Köster und seinen Fällen. Die Lust am Experimentieren ist den Autoren deutlich anzumerken - auch wenn Vogeler speziell in dieser Phase häufiger übers Ziel hinaus geschossen ist und im Verbund mit Grädler einige doch sehr krude, berühmt-berüchtigte Folgen entstanden sind. Aber man hat nie das Gefühl, dass die Serie auf der Stelle tritt. Ganz vorne in meiner Rangliste tummeln sich zwei Vogeler/Brynych-Kollaborationen (hoffentlich kriegt Georg das nicht mit... ).


01. Tod am Sonntag (B: Vogeler/R: Brynych) - 5 von 5 Punkten
02. Hass (Vogeler/Brynych) - 4,5 von 5 Punkten
03. Tod eines Aussteigers (Hampel/Goslar) - 4,5 von 5 Punkten
04. Der Überfall (Vogeler/Weidenmann) - 4 von 5 Punkten
05. Bis daß der Tod uns scheidet (Müller/Vohrer) - 4 von 5 Punkten
06. Die Beute (Müller/Ashley) - 4 von 5 Punkten
07. Tote Lumpen jagt man nicht (Müller/Gräwert) - 4 von 5 Punkten
08. Die Unbekannte (Müller/Brynych) - 4 von 5 Punkten
09. Freispruch (Müller/Vohrer) - 4 von 5 Punkten)
10. Der Gärtner (Vogeler/Grädler) - 4 von 5 Punkten
11. Urlaub aus dem Knast (Müller/Haugk) - 4 von 5 Punkten
12. Schwarzer Montag (Vogeler/Grädler) - 3,5 von 5 Punkten
13. Der rote Faden (Vogeler/Grädler) - 3,5 von 5 Punkten
14. Eine Frau ist verschwunden (Müller/Ashley) - 3,5 von 5 Punkten
15. Ich werde dich töten (Vogeler/Grädler) - 3 von 5 Punkten
16. Die Ratte (Vogeler/Grädler) - 3 von 5 Punkten
17. Teufelsküche (Vogeler/Grädler) - 3 von 5 Punkten
18. Der Zigeuner (Vogeler/Grädler) - 2,5 von 5 Punkten

Georg Offline




Beiträge: 2.918

19.04.2014 18:11
#212 RE: Bewertet: "Der Alte" Zitat · antworten

Zitat
(hoffentlich kriegt Georg das nicht mit... ).

Mit einigen Platzierungen bin ich doch ganz zufrieden ;-), so wie z. B. mit den Plätzen 15-18. Dass du als Brynych-Fan dessen Folgen an die Spitze reihst, verwundert mich nicht und ist ja auch logischerweise legitim. Hauptsache, du hast Spaß an der Serie (auch wenn die Folgen ab ca. 35 schon sehr Vogeler-lastig sind und später lange nur mehr Müller-Vogeler im Wechselspiel arbeiten, ehe dann nochmals Hampel hinzutritt).

Gubanov Online




Beiträge: 15.392

22.04.2014 21:00
#213 RE: Bewertet: "Der Alte" Zitat · antworten

Passend dazu fahre ich ebenfalls mit einigen Folgen aus der dritten Collector’s Box fort:



Der Alte: Die Unbekannte

Episode 53 der TV-Kriminalserie, BRD 1981. Regie: Zbynek Brynych. Drehbuch: Detlef Müller. Mit: Siegfried Lowitz, Jan Hendriks, Wolfgang Zerlett, Krystian Martinek, Christine Wodetzky, Michaela May, Klaus Höhne, Gisela Hoeter, Ullrich Haupt, Ilse Künkele u.a. Erstsendung: 31. Juli 1981.

Zitat von Der Alte: Die Unbekannte
Inbrünstig liebt Richard Ohlbeck Dorothea Hormann. So sehr, dass er für sie einen Mord begeht: Er schafft ihren Ehemann, den bekannten Professor Hormann, aus dem Wege, der sie quält und eine langfristige Beziehung zwischen Richard und Dorothea blockiert. Nach seiner Tat muss Richard aber erschüttert feststellen, dass sich Dorothea nicht mehr bei ihm meldet. Und mehr noch: dass sie nicht die ist, die sie vorgab, zu sein. Er liebte eine Unbekannte!


Eine Story, die allzu leicht in seichte Gefilde abgleiten könnte, ist in den krawalligen Händen Zbynek Brynychs gut aufgehoben. Dabei setzte der Regisseur vor allem in der Mordszene dicke Ausrufezeichen, in der der junge Gastdarsteller Krystian Martinek hervorragend zur Geltung kommt. Die Duval-Musik, die dazu ertönt, fällt zwar leider mindestens genauso schockierend aus wie der Mord an Professor Hormann, aber da Brynych die Dauerberieselung mit dem Stück „Love, What’s Your Face“ in der zweiten Hälfte der Folge dankenswerterweise einstellte, gewinnt die Episode im gleichen Maße an Stimmung wie auch an kriminalistischer Undurchschaubarkeit.

Der Titel „Die Unbekannte“ ist vage genug, um verschiedene Interpretationen durch den Kopf des Zuschauers zu jagen. Zunächst meint man, Richard und Dorothea würden „ihren Mord“ von einer Unbekannten, nämlich der Frau aus dem oberen Stockwerk, erledigen lassen. Später erkennt man, dass sie eigentlich diejenige ist, die dem Protagonisten näher steht und dass sich Dorotheas Identität als raffinierter Schwindel entpuppt. Das Publikum ist über diese Enthüllung ebenso geschockt wie Richard Ohlbeck, sodass die etwas wüst angelegte Gegenüberstellung im Hause Hormann erstaunlich gut funktioniert.

Das Ermittlerteam steht leider nur in dezimierter Form zur Verfügung: Michael Ande und Henning Schlüter gingen wohl schon vorzeitig in die nach der Episode anstehende Drehpause, sodass man mit Lowitz, Hendriks und dem gesichtslosen Ersatzermittler Zerlett Vorlieb nehmen muss. Dabei wird Lowitz ebenso wie Kollege Tappert einmal zu Beginn des Falls aus der Oper heraus zum Tatort zitiert – ein unverkennbares Signal an den Zuschauer, für die unermüdliche Arbeit der Polizei dankbar zu sein. Dass daran ausgerechnet in „Die Unbekannte“ erinnert wird, ist verwunderlich (oder ein salomonischer Ausgleich?), denn im ganzen Verlauf wird sehr viel Sympathie für den Mörder aufgebaut, der sogar gute Chancen auf ein mildes Urteil zugesprochen bekommt.

Die ungewöhnliche Struktur tut der Folge ausgesprochen gut. Es ist angenehm, nicht augenblicklich mit einer Leiche konfrontiert zu werden, sondern zunächst einen Blick in die Karten des von Anfang an bekannten Täters zu erhalten. Der Rätselfaktor wird durch die Motivierung Dorotheas dennoch bis zum Ende hochgehalten, wobei Detlef Müller nicht auf die naheliegendste Lösung zurückgriff und einen ärztlichen Kunstfehler für den Zorn der Frau verantwortlich machte.

Bittere Romantik trifft clevere Mordverführung. „Die Unbekannte“ gewinnt durch überzeugende Hauptdarsteller, vielfältige Schauplätze (Grünwald, U-Bahn, Friedhöfe) und ein Drehbuch, das deutlich über Seriendurchschnitt angesiedelt ist. Ähnlich wie in „Illusionen über einen Mord“ macht sich Müllers Vorliebe, durch einen Mord einen anderen aufzudecken, bemerkbar. 4 von 5 Punkten.

Lieblingszitat: „Die Liebe kann einen Menschen bis zum Wahnsinn bringen.“

Gubanov Online




Beiträge: 15.392

22.04.2014 22:30
#214 RE: Bewertet: "Der Alte" Zitat · antworten



Der Alte: Der Gärtner

Episode 54 der TV-Kriminalserie, BRD 1981. Regie: Theodor Grädler. Drehbuch: Volker Vogeler. Mit: Siegfried Lowitz, Michael Ande, Jan Hendriks, Martin Held, Susanne Uhlen, Heinz Baumann, Brigitte Mira, Edith Heerdegen, Sabi Dorr u.a. Erstsendung: 30. Oktober 1981.

Zitat von Der Alte: Der Gärtner
Immer Schwierigkeiten mit dem Personal! Der Gärtner im Hause des ehemaligen Wirtschaftsmagnaten Martius trieb es offensichtlich ziemlich bunt. Nach dem Krieg ohne Referenzen eingestellt, hatte sich Herr Martius ein Kuckucksei in den Haushalt geholt: Grigoleit war ein umtriebiger Erpresser. Der Mann mit dem Hang zu Blumen und Geld bezahlte dafür mit dem Leben – ein anderer Hausbewohner erschoss ihn. Und keiner von ihnen kooperiert mit Kommissar Köster ...


Die Besprechung enthält leichte Spoiler.

Auch diese Grädler-Vogeler-Kooperation wirkt, als dringe man gemeinsam mit Kommissar Köster in eine unter Trance stehende, völlig von der Außenwelt entrückte Gesellschaft ein. Würde man sagen, der Haushalt Martius sei „entschleunigt“, so dürfte dafür eine Nominierung als Untertreibung des Monats sicher sein. In ewigen angespannten Szenen macht Köster mit dem Hausherrn schale Konversation, ohne dabei wirklich etwas Inhaltliches auszutauschen. Das Personal kommt demgegenüber deutlich zu kurz, wobei vor allem Susanne Uhlen und Heinz Baumann mehr Screentime verdient gehabt hätten. Brigitte Mira spielt dagegen so aufdringlich, dass sie aus ihren Szenen ein Maximum an Aufmerksamkeit herausholt, aber gleichzeitig die künstlich-affektierte Note dieser Folge unterstreicht.

Martin Held wirkt ziemlich verschwendet in „Der Gärtner“, zumal ich aus seiner Rolle nicht schlau werde. Auf der einen Seite stellt sich heraus, dass er offenbar homosexuell ist, auf der anderen Seite soll er so großen Gefallen an seiner jungen Haushälterin Angelika gefunden haben, dass er sie als Haupterbin für sein Vermögen einsetzte. Dem steht wiederum gegenüber, dass er keine Initiative ergriff, als der Gärtner Grigoleit Angelika zu vergewaltigen versuchte. Hier verschluckte sich Vogeler wohl selbst an seinen abstrusen Personenbeschreibungen, zumal viele der ekligen Geheimnisse völlig überflüssig sind und nur dazu dienen sollen, gewisse Personen zu deklassieren ...

Die Intention, den vorliegenden Fall mit einer englischen Kurzgeschichte aus Heymanns Bücherregal zu kontrastieren, erscheint ganz nett, reicht aber bei Weitem nicht aus, um die dramaturgischen Missgriffe im Hauptfall auszumerzen. Einer ist, dass man Grigoleit nie zu Gesicht bekommt. Da seine Person nach dem Mord aber quasi totgeschwiegen wird und niemand ernsthaft und ehrlich über ihn spricht, sind sowohl die Tat als auch das Opfer so wenig greifbar, dass jegliches Interesse am Auffinden des Täters von ganz allein flöten geht.

Die seltsam depressive Stimmung der Episode wird durch das gerade in der ersten Hälfte dauerhaft verwendete Streicherquietschen sowie die nächtlichen Beratungen zwischen Köster und Heymann im Dienstwagen untermauert. Dennoch ist man für jede Minute froh, in der man nicht im Hause Martius zugegen sein muss, dessen Steifheit und Surrealität das Anwesen in „Eine große Familie“ um ein Vielfaches toppt. Dagegen hilft nicht einmal das luftig-glasige Gewächshaus mit seinen markanten roten Blüten und dem geheimnisvollen Orangenbäumchen ...

Der titelgebende Gärtner bleibt eine blutleere Fantasiegestalt, deren vielfältige Erpressungsversuche nicht so sehr berühren, wie es sich Grädler und Vogeler vielleicht gewünscht hätten. Martin Helds Rolle krankt an diversen Widersprüchen. Über der gesamten Episode ruht eine stumpfe Betäubung wie eine dicke Wolldecke. 2 von 5 Punkten.

Lieblingszitat: „Ich lerne langsam, aber ich lerne.“

Peter Ross Offline



Beiträge: 1.351

27.04.2014 22:56
#215 RE: Bewertet: "Der Alte" Zitat · antworten

Zitat von Marmstorfer im Beitrag #211
Endlich habe ich auch Collector's Box Nr. 3 in Gänze begutachtet (2006 hatte ich die betreffenden Folgen bereits im Rahmen der letzten vollständigen Ausstrahlung bei 3 Sat gesehen) - und nach wie vor bin ich fasziniert von Erwin Köster und seinen Fällen. Die Lust am Experimentieren ist den Autoren deutlich anzumerken - auch wenn Vogeler speziell in dieser Phase häufiger übers Ziel hinaus geschossen ist und im Verbund mit Grädler einige doch sehr krude, berühmt-berüchtigte Folgen entstanden sind. Aber man hat nie das Gefühl, dass die Serie auf der Stelle tritt. Ganz vorne in meiner Rangliste tummeln sich zwei Vogeler/Brynych-Kollaborationen (hoffentlich kriegt Georg das nicht mit... ).


01. Tod am Sonntag (B: Vogeler/R: Brynych) - 5 von 5 Punkten
02. Hass (Vogeler/Brynych) - 4,5 von 5 Punkten
03. Tod eines Aussteigers (Hampel/Goslar) - 4,5 von 5 Punkten
04. Der Überfall (Vogeler/Weidenmann) - 4 von 5 Punkten
05. Bis daß der Tod uns scheidet (Müller/Vohrer) - 4 von 5 Punkten
06. Die Beute (Müller/Ashley) - 4 von 5 Punkten
07. Tote Lumpen jagt man nicht (Müller/Gräwert) - 4 von 5 Punkten
08. Die Unbekannte (Müller/Brynych) - 4 von 5 Punkten
09. Freispruch (Müller/Vohrer) - 4 von 5 Punkten)
10. Der Gärtner (Vogeler/Grädler) - 4 von 5 Punkten
11. Urlaub aus dem Knast (Müller/Haugk) - 4 von 5 Punkten
12. Schwarzer Montag (Vogeler/Grädler) - 3,5 von 5 Punkten
13. Der rote Faden (Vogeler/Grädler) - 3,5 von 5 Punkten
14. Eine Frau ist verschwunden (Müller/Ashley) - 3,5 von 5 Punkten
15. Ich werde dich töten (Vogeler/Grädler) - 3 von 5 Punkten
16. Die Ratte (Vogeler/Grädler) - 3 von 5 Punkten
17. Teufelsküche (Vogeler/Grädler) - 3 von 5 Punkten
18. Der Zigeuner (Vogeler/Grädler) - 2,5 von 5 Punkten


Ich schaue mir ebenfalls gerade Tag für Tag die Folgen dieser Box an. Ich habe zwar noch nicht alle Folgen gesehen, jedoch teile ich deiner Meinung, dass die drei von dir letzten Plätze auch mir überhaupt nicht gefallen. Beste Folge der Box bisher: Tote Lumpen jagt man nicht - mit dem hervorragendem Herbert Fleischmann!

Gubanov Online




Beiträge: 15.392

05.05.2014 18:30
#216 RE: Bewertet: "Der Alte" Zitat · antworten



Der Alte: Urlaub aus dem Knast

Episode 55 der TV-Kriminalserie, BRD 1981. Regie: Dietrich Haugk. Drehbuch: Detlef Müller. Mit: Siegfried Lowitz, Michael Ande, Jan Hendriks, Henning Schlüter, Werner Kreindl, Peter von Strombeck, Michael Rehberg, Heinz Ehrenfreund, Margit Schulte-Tigges, Sigurd Fitzek u.a. Erstsendung: 27. November 1981.

Zitat von Der Alte: Urlaub aus dem Knast
Für ein Wochenende hat Horst Loban Ausgang aus dem Gefängnis. Außer einem Treffen mit seiner Freundin hat er noch ganz andere Dinge vor: Für einen Mittelsmann soll er Koffer mit Goldbarren aus der Wohnung eines Gangsters stehlen, bei denen es sich um die Beute aus einem mehrere Jahre zurückliegenden Überfall handelt. Doch die Koffer sind verschwunden. In der Panik lösen sich zwei Schüsse aus Lobans Pistole – einer trifft den Häftling, der andere seinen Gegner ...


Dass Dietrich Haugk eher für die unkonventionelleren Inszenierungen der Fernsehkrimi-Episoden steht, pfeifen die Spatzen von den Dächern. Häufig zeichnen sich die unter seiner Leitung entstandenen Folgen deshalb durch ausgefallene Ideen, besondere Vielfalt und sprühende Innovativität aus. Sich hüten muss Haugk allerdings vor einer zu dreckigen, zu abgehalfterten Herangehensweise, wie sie sich bei „Derrick“ zum Beispiel in „Nachtstreife“ und eben auch in dieser „Der Alte“-Episode bemerkbar macht. Über der gesamten Folge liegen ein schmutzig-brauner Film und eine versiffte Hintertreppenmentalität, die „Urlaub aus dem Knast“ wie eine frühe Brynych-Folge ohne den Brynych’schen Humor wirken lässt.

Ein paar Spitzen gibt es dennoch: Hans Zanders florierendes Unter-der-Hand-Unternehmen im Knast oder Werner Kreindls Gangsterboss-Allüren einschließlich einer Klamotte, die ihn schon von Weitem als krummen Gesellen ausweist, können nicht ganz ernst gemeint gewesen sein. Aber das ist alles nur Beiwerk: Hauptsache ist, dass die Story nicht dem üblichen hohen Niveau der Detlef-Müller-Arbeiten entspricht. Ihr fehlt es trotz der höhepunktsreichen Anlage an Tempo und viele Handlungsverläufe sind allzu vorhersehbar und simpel konstruiert. Wie die Gauner glauben konnten, bei dieser offensichtlichen Verbindung zwischen Raimund Vetter, den Dietz-Brüdern und Horst Loban nicht erwischt zu werden, wird sich wohl nur Müller selbst erklären können. Obwohl der Alte erst nach langem Vorspiel das Licht des Bildschirms erblickt, hat man doch das Gefühl, er hätte diesen Fall bei etwas geistiger Anstrengung noch deutlich schneller lösen können.

Peter von Strombeck ist ein bekanntes ZDF-Seriengesicht, das interessanterweise meist in den schwächeren Serienfolgen auftritt. Er holt das Meiste aus seiner Rolle heraus, die sich vor allem im Zusammenspiel mit bzw. dem Verbergen der Wahrheit vor seiner Freundin, der angehenden Lehrerin, zu einem plastischen Charakter entwickelt. Bei Margit Schulte-Tigges’ Hanne kann man sich nie ganz sicher sein, ob ihre Beteuerungen, sie sei wirklich persönlich und nicht nur einer Studie wegen an Horst interessiert, tatsächlich zutreffend sind. Auf jeden Fall hinterlässt sie einen herrlich naiven Eindruck. Michael Rehberg ist als durchtriebener Ränkeschmied zu sehen, während Heinz Ehrenfreund echten Elan für seine Rolle als Hauptverdächtiger vermissen lässt.

Zu exaltiert ist nicht immer gut: Die wenig ansprechende Gaunerposse scheitert an einem nicht zu Ende gedachten Drehbuch und einer zu unsensiblen Regie. Die Darsteller sind weniger prominent als in den letzten Episoden und wussten offenbar nicht alle viel mit ihren Rollen anzufangen. Dennoch fällt „Urlaub aus dem Knast“ noch ins untere Mittelfeld, weil immerhin alle Geschehnisse und Dialoge ohne größere Umstände und mit Gespür fürs Milieu über die Bühne gehen. 3 von 5 Punkten.

Lieblingszitat: „Mit drei Prozent macht man sich keine Feinde.“

Peter Ross Offline



Beiträge: 1.351

05.05.2014 20:33
#217 RE: Bewertet: "Der Alte" Zitat · antworten

Box 3 ist nun komplett geschaut. Gleich geht es mit Box 4 weiter.
Hier meine persönliche Ranking-Liste.

Am besten hat mir "Tote Lumpen jagt man nicht" gefallen. Fleischmann mag ich ohnehin in seinen späten Rollen sehr gerne. Die Folge ist durchgehend spannend.
Auch wenn Grädler meines Erachtens nach bei allen Krimiserien immer solide abliefert, gehören hier die Folgen zu den schwächeren Inszenierungen. Dies mag aber auch dem jeweiligen Buch geschuldet sein. Meine Liste bei voller Ausreitzung der 5-Punkte-Skala sieht wie folgt aus:

01. Tote Lumpen jagt man nicht (Müller/Gräwert) --- 5 von 5 Punkten
02. Bis daß der Tod uns scheidet (Müller/Vohrer) --- 5 von 5 Punkten
03. Die Beute (Müller/Ashley) --- 5 von 5 Punkten
04. Der Überfall (Vogeler/Weidenmann) --- 4,5 von 5 Punkten
05. Tod eines Aussteigers (Hampel/Goslar) --- 4 von 5 Punkten
06. Die Unbekannte (Müller/Brynych) --- 4 von 5 Punkten
07. Hass (Vogeler/Brynych) --- 3,5 von 5 Punkten
08. Freispruch (Müller/Vohrer) --- 3 von 5 Punkten
09. Ich werde dich töten (Vogeler/Grädler) --- 3 von 5 Punkten
10. Tod am Sonntag (B: Vogeler/R: Brynych) --- 2,5 von 5 Punkten
11. Der rote Faden (Vogeler/Grädler) --- 2,5 von 5 Punkten
12. Eine Frau ist verschwunden (Müller/Ashley) --- 2,5 von 5 Punkten
13. Urlaub aus dem Knast (Müller/Haugk) --- 2 von 5 Punkten
14. Schwarzer Montag (Vogeler/Grädler) --- 1,5 von 5 Punkten
15. Der Gärtner (Vogeler/Grädler) --- 1 von 5 Punkten
16. Teufelsküche (Vogeler/Grädler) --- 1 von 5 Punkten
17. Der Zigeuner (Vogeler/Grädler) --- 1 von 5 Punkten
18. Die Ratte (Vogeler/Grädler) --- 1 von 5 Punkten


@Marmstorfer: Insgesamt deckt sich unser Filmgeschmack bei vielen Episoden. Lediglich deine Lieblingsfolge "Tod am Sonntag" fand ich nur mittelmäßig.
@Gubanov: Auch dein Geschmack scheint deinen Berichten nach ähnlich zu liegen.

Peter Ross Offline



Beiträge: 1.351

05.05.2014 22:05
#218 RE: Bewertet: "Der Alte" Zitat · antworten




Der Alte: Spuren eines Unsichtbaren
(Folge 66, 18.02.1983)

Gastdarsteller: Doris Schade, Karl Heinz Vosgerau, Hans-Helmut Dickow, Helmut Zhuber, Eva Christian, Gundy Grand

Handlung: Schon mehrere Tage scheint bei Herrn Dobling etwas nicht zu stimmen. Seiner Frau und seinem Sohn gegenüber verhält er sich merkwürdig. Eines Tages wird er telefonisch zu einem Treffen mit einem Kollegen bestellt. Doch Augenzeugen beobachten später neben Doblings Auto in einer Kiesgrube einen Mord - wer ermordet wurde und wer Täter ist, können sie nicht erkennen. In den folgenden Tagen kommt es immer wieder zu Begegnungen, die darauf schließen lassen, dass Dobling noch lebt. Insbesondere Kontakte Doblings zu seinem Chef Theo Kundler geben seiner Familie Hoffnung.

Die Besprechung enthält leichte Spoiler.
"Spuren eines Unsichtbaren" ist eine temporeiche Folge, die neben gut agierenden Darstellern mit tollen Außenaufnahmen glänzen kann. Die Folge erinnerte mich ein stückweit an die Reinecker-Dreiteiler, wenig langweilig und immer wieder mit rätselhaften Spannungsmomenten in der Folge. Karl-Heinz Vosgerau spielt hier gerade durch seine ruhige Art einen hervorragenden Gegenspieler, dessen Brutalität er sich im Auftreten anmerken lässt. Der Handlungsverlauf insgesamt ist weitestgehend stimmig und nicht zu komplex. Besonders gut hat mit das Ende gefallen, bei dem Köster bei Frau Dobling klingelt und ihr die Nachricht vom Tode überbringen will. Doch soweit kommt es nicht - Während sie die Tür aufmacht, startet der Abspann.

Fazit: Temporeiche und interessante Folge - das Duo Müller/Haugk können hier mit der ersten Folge der Box 4 ein Highlight der gesamten Serie schaffen. Für meinen persönlichen Geschmack reicht keine Folge der vorherigen Box an diese Folge heran. MINDESTENS 5 von 5 Punkten.

@Gubanov: Habe erst nach meiner Bewertung gesehen, dass dir die Folge offenbar auch gefallen hat.

Peter Ross Offline



Beiträge: 1.351

06.05.2014 22:36
#219 RE: Bewertet: "Der Alte" Zitat · antworten




Der Alte: Der vierte Mann
(Folge 68, 22.04.1983)

Gastdarsteller: Werner Pochath, Reinhard Kolldehoff, Wolfgang Kieling, Robert Meyer, Paul Albert Krumm, Diether Krebs

Handlung: Eine vor vielen Jahren erfolgte Lösegeld-Zahlung für einen Unternehmer beschäftigt den Alten und sein Team. Zwar wurden seinerzeit zwei der Täter festgenommen, doch Köster nahm an, dass wohl noch weitere Personen beteiligt waren. Das Ende der Haftstrafen der Inhaftierten führt ihn zu neuen Spuren...

Die Besprechung enthält leichte Spoiler.
"Der Alte: Der vierte Mann" kommt mit einer sehr prominenten Besetzung daher. Mit Paul Albert Krumm spielt hier einer meiner persönlichen Lieblingsschauspieler mit. Leider können sich die Darsteller in der Folge kaum entfalten. Der Handlungsverlauf ist überschaubar, ohne jegliche Überraschungsmomente. Szenen der Observation ermüden beim Anschauen der Folge sichtlich. Musikalisch wartet die ebenfalls ohne besondere Gestaltung auf - nicht einmal der Abspann ist vertont. Diether Krebs als Gangster, der erst in den letzten Minuten auftaucht, kauft man seine Rolle überhaupt nicht ab.

Fazit: Schwache Köster-Folge, die leider künftig in meinem Giftschrank gelagert wird. Mit "Spuren eines Unsichtbaren" und "Der vierte Mann" liegen eine hervorragende Folge zu einer belanglosen Folge dicht wie selten nebeneinander. Schade um die tolle Besetzung dieser Folge, die nur durch Anwesenheit einen halben Punkt rettet. Schwache 1,5 von 5 Punkten.

Peter Ross Offline



Beiträge: 1.351

07.05.2014 22:37
#220 RE: Bewertet: "Der Alte" Zitat · antworten




Der Alte: Der Tote im Wagen
(Folge 69, 20.05.1983)

Gastdarsteller: Inge Birkmann, Matthieu Carrière, Richard Münch, Bernd Herzsprung, Konrad Georg, Helma Seitz, Alf Marholm

Handlung: John Malven (Matthieu Carrière) ist bei einer Feier hochrangigier Geschäftsfreunde eingeladen. Zu dem Termin ist auch seine Mutter willkommen, die unter Alkoholproblemen leidet. Betrunken sieht sie zu später Stunde auf dem Parkplatz der Feierlichkeit einen Toten in einem Wagen. Doch nachdem sie im Haus der Gesellschaft um Dr. Dannhaus (Richard Münch) davon berichtet, ist die Leiche verschwunden. Dem Personenkreis im Hause scheint dies aber mehr als recht zu sein...

KEINE SPOILER
"Spannender Einstieg einer Folge, bei der ich zunächst vom Namen an "11 Uhr 20" von Reinecker denken musste. Der Beginn wird nicht zu langsam und nicht zu schnell eingeleitet, es ist interessant, die Charaktere der Folge bereits vor dem Mord kennen zu lernen. Inge Birkmann verkörpert die unter Alkoholproblemen leidende Mutter hervorragend, mit der Darstellung ihres Sohnes Matthieu Carrière ergibt sich ein wunderbar konträres Bild. Richard Münch als älterer feiner Schlossherr ist schön in dieser Serie noch einmal zu sehen. Leider verstab er - wie Konrad Georg- bereits 4 Jahre nach Ausstrahlung. Konrad Georg ist in einer Nebenrolle zu sehen, der Arzt, der sich ganz der Gesellschaft beugt. Selten findet sich bei "Der Alte" erneut eine so gelungene und prominente Besetzung in einer spannenden Folge. Lediglich die Auflösung kam mir zu plötzlich und zu "erzählend".

Fazit: Gut besetzte Folge, die über weite Strecken spannend ist! Tolle darstellerische Leistungen. Eine interessanteres Ende hätte zu 5 Punkten geführt, so jedoch gute 4 von 5 Punkten.

Mark Paxton Offline




Beiträge: 347

10.05.2014 10:51
#221 RE: Bewertet: "Der Alte" Zitat · antworten

Bei "Tote im Wagen" fehlt mir außerdem die Filmmusik: die hätte einiges zur Spannung beigetragen. Die Folge verliert auch etwas an Spannung, was wohl auch am fehlenden Tempo der Regie liegt. Detlef Müller ist aber eindeutig der bessere Autor jener Jahre, in denen Volker Vogeler so ziemliche Folge verunstaltet hat.

Gubanov Online




Beiträge: 15.392

10.05.2014 18:00
#222 RE: Bewertet: "Der Alte" Zitat · antworten



Der Alte: Tod eines Aussteigers

Episode 56 der TV-Kriminalserie, BRD 1982. Regie: Jürgen Goslar. Drehbuch: Bruno Hampel. Mit: Siegfried Lowitz, Michael Ande, Jan Hendriks, Henning Schlüter, Anne Marie Kuster, Rolf Henninger, Wolf Roth, Andreas Seyferth, Hannes Kaetner, Jens-Peter Mordass u.a. Erstsendung: 8. Januar 1982.

Zitat von Der Alte: Tod eines Aussteigers
Klaus Radek gelingt es nicht, die Vergangenheit hinter sich zu lassen: Einst arbeitete er im Auftrag einer internationalen Autoschieberbande, die nun nicht locker lässt, den Aussteiger wieder zur Kooperation zu bekehren. Da reicht es Radek: Er behauptet, er habe ein Geständnis hinterlegt, das weitergeleitet würde, wenn ihm etwas zustöße. Die Gangster lassen sich davon nicht einschüchtern: Radek liegt noch am gleichen Abend schwer verletzt im Hausflur. Und auf der Intensivstation macht ihm jemand endgültig den Garaus ...


Die Besprechung enthält Spoiler.

Im Gegensatz zu meinen Köster-Kollegen sehe ich „Tod eines Aussteigers“ zwiespältig. Wie so manch andere von Jürgen Goslar inszenierte Episode ist auch diese nicht frei von moralischer Schwere und gewissen Längen (aber auch Auslassungen). Nach einem ruppigen, aber interessanten Start bewegt sich die Geschichte auf einen absackenden Mittelteil zu, der nur wenig Interessantes zu bieten hat. Schwierig ist neben dem Herauszögern von Radeks Tod vor allem die Rolle seiner Freundin, die mit Anne Marie Kuster mit einer Darstellerin besetzt wurde, die sich mit den Mechanismen eines Freitagabendkrimis nicht auskannte. Sperrig und ungelenk kommt ihre Darstellung der wichtigen Rolle herüber, bockig und mit ausgestrecktem Zeigefinger schreit sie den Alten und ihren Alten an. Es sind die sensiblen Zwischentöne, die ihrer Darstellung fehlen, wodurch sie als Identifikationsfigur unbrauchbar wird.

Die Auflösung soll wohl die Stärke von „Tod eines Aussteigers“ sein. Tatsächlich war die Thematisierung von Homosexualität zum damaligen Zeitpunkt in dieser Form – also mit einer gewissen Sympathie oder zumindest einem Verständnis von Autor und Publikum her – recht ungewöhnlich. Allerdings kommt sie als Thematik unvorhergesehen und damit etwas plötzlich ins Spiel. Während das für die Entwicklung der Charaktere einen eher aufgesetzten Eindruck hinterlässt, tut es der Qualität des Whodunit sehr gut, denn die schiere Tatsache, dass Wolf Roth der „Mörder“ aus dem Krankenhaus ist, kündigt sich schon vor seiner Tat lang und breit an. So gibt es wenigstens noch einen Aha-Effekt bezüglich seines Motivs. Typisch hingegen ist, dass die verschiedensten nicht dem konservativen Weltbild entsprechenden Gesinnungen in einen scheinbaren Kausalzusammenhang gerückt werden: Wer schwul ist, absolviert Zivildienst, statt zur Bundeswehr zu gehen. Wer nicht zur Bundeswehr geht, befürwortet Sterbehilfe und so weiter. Naja ...

Minuspunkte sammelt „Tod eines Aussteigers“ des Weiteren durch eine extrem nervige Musikuntermalung von Frank Duval sowie durch die Tatsache, dass der Fall nicht gänzlich geklärt wird. Im Gegensatz zum rührigen Oberinspektor Derrick interessiert sich Köster nur für seinen pittoresken kleinen Mordfall. Die dahinterstehende Bandenkriminalität ist für ihn Sache des LKA und so wird die Zerschlagung der eigentlichen verbrecherischen Kreise nicht thematisiert. Dabei sitzen hier die eigentlichen Schuldträger am Todes Radeks. Der wird durch Andreas Seyferth zu Beginn überzeugend verkörpert – schade, dass er sogleich von der Bildfläche verschwindet.

Von einer weniger exaltierten Hauptdarstellerin und einer weniger malträtierenden Szenenmusik hätte „Tod eines Aussteigers“ ebenso profitiert wie von einer größeren Konsequenz bei der Verfolgung der eigentlichen Verbrecher. Die Geschichte um eine dramatische Liebe wirkt unfertig und stellenweise unausgegoren. 3 von 5 Punkten.

Lieblingszitat: „Verpisst euch! Oder soll ich euch die Treppe runterpusten?“

Marmstorfer Offline




Beiträge: 7.369

10.05.2014 19:05
#223 RE: Bewertet: "Der Alte" Zitat · antworten

Zitat von Gubanov im Beitrag #222
Die Auflösung soll wohl die Stärke von „Tod eines Aussteigers“ sein.

Für mich zählt das Geständnis von Wolf Roth zu den schauspielerisch eindrucksvollsten Szenen der Serie. Die bewegende Sequenz hinterlässt einen nachhaltigen Eindruck - und ist tatsächlich maßgeblich für meine hohe Wertung verantwortlich.
Zitat von Gubanov im Beitrag #222
Tatsächlich war die Thematisierung von Homosexualität zum damaligen Zeitpunkt in dieser Form – also mit einer gewissen Sympathie oder zumindest einem Verständnis von Autor und Publikum her – recht ungewöhnlich.

Stimmt wohl - kam beim einem "Alten" aus der Feder von Bruno Hampel aber nicht das erste Mal vor - siehe Folge 18 "Die Kolonne". Da du die Folge noch nicht gesehen hast, möchte ich an dieser Stelle aber nicht mehr verraten.
Zitat von Gubanov im Beitrag #222
Minuspunkte sammelt „Tod eines Aussteigers“ des Weiteren durch eine extrem nervige Musikuntermalung von Frank Duval...

Geschmackssache. "Feel me" ist ein angenehm seicht-eingängiger Eurodiscopop-Song mit Bonnie-Tyler-Flair; gefällt mir gut. Allerdings hätte Goslar ihn gerne etwas weniger inflationär einsetzen dürfen.

Peter Ross Offline



Beiträge: 1.351

11.05.2014 18:08
#224 RE: Bewertet: "Der Alte" Zitat · antworten




Der Alte: Auf Leben und Tod
(Folge 70, 03.06.1983)

Gastdarsteller: Thomas Holtzmann, Lisa Kreuzer,...
Buch: Volker Vogeler
Regie: Günter Gräwert

Handlung: Der arbeitslose Familienvater Thomas Langner wird an einem Bahnübergang ermordet aufgefunden. Kommissar Köster ist verwundert, dass der Tote mehrere hundert Mark bei sich trug und seine Frau etwas zu verbergen scheint. Als die weiteren Ermittlungen ergeben, dass die Frau des früheren Arbeitgebers Ulf Bärmann seit ein paar Tagen entführt ist, versucht Köster mit seinem Team die Zusammenhänge zu lösen.

KEINE SPOILER
Die Folge ist im Gegensatz zu vorherigen Folgen wieder weniger prominent besetzt. Sie besitzt mehr humoristische Ansätze. Insbesondere der Neid Gerd Heymanns auf die Vorgehensweise von Köster wird mehrfach in komischer Art und Weise thematisiert. Zudem sorgt der ältere Gartennachbar für den ein oder anderen Aufheiterungsmoment. Die Folge ist recht vorhersehbar, ohne weitere besondere Spannungs- und Überraschungsmomente. Hervorzuheben ist noch die schöne Gestaltung der Außenaufnahmen.

Fazit: Folge, die weniger durch Spannung glänzt sondern einzig durch ihre fast zu stark eingesetzten humoristischen Mittel auffällt. Mittelmäßige 3 von 5 Punkten.

Peter Ross Offline



Beiträge: 1.351

12.05.2014 18:34
#225 RE: Bewertet: "Der Alte" Zitat · antworten




Der Alte: Liebe hat ihren Preis
(Folge 71, 09.09.1983)

Gastdarsteller: Horst Buchholz, Alwy Becker, Ute Christensen, Lotte Ledl, Paul Hoffmann
Buch: Detlef Müller
Regie: Theodor Grädler

Handlung: Der gut aussehende Firmeninhaber Wolf Daniel (Horst Buchholz) pflegt neben der Beziehung zu seiner Frau noch ein Verhältnis zu seiner Sekretärin. Als seine Frau eines Tages ermordet wird, beschließt der Vater seiner Frau, seine erheblichen Vermögensanteile abzuziehen. Doch wer hat ein Interesse an dem Mord? Ist es Wolf Daniel selber oder kommt der Mörder aus seinem Umfeld? Nachdem Daniel sich Geld von einer reichen Dame leihen möchte, scheint auch der Mordfall seiner Auflösung näher zu kommen...

KEINE SPOILER
Spürbar in dieser Box 4 erhöht sich durch das Buch von Detlef Müller die Qualität der Folge. Eine Folge, die sehr durch die persönlichen Beziehungen der Charaktäre um Horst Buchholz geprägt ist. Die Darstellungskunst der drei Frau (Becker, Christensen und Ledl) gefällt mir sehr gut. Die Folge ist solide, hat Spannungsmomente und ist in sich schlüssig. Fehlen tut hier die musikalische Untermalung, so dass auch der Abspann unvertont bleibt. Dies finde ich persönlich eher ungewohnt (ist zwar in einzelnen Episoden ein Stilmittel, passt hier aber nicht). Ansonsten eine interessante Folge, deren Sichtung sich lohnt.

Fazit: Solide Grädler-Folge mit einem guten Buch und lustvoller Darsteller-Riege! 4 von 5 Punkten

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