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Dieses Thema hat 976 Antworten
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 Film- und Fernsehklassiker national
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Gubanov ( gelöscht )
Beiträge:

17.02.2013 14:27
#541 RE: "Derrick" oder: das andere Konzept Zitat · Antworten



Derrick: Das seltsame Leben des Herrn Richter

Episode 120 der TV-Kriminalserie, BRD 1984. Regie: Theodor Grädler. Drehbuch: Herbert Reinecker. Mit: Horst Tappert, Fritz Wepper sowie: Klaus Behrendt (Martin Richter), Edwin Noël (Manfred Richter), Christa Berndl (Berta Haginger), Klaus Höhne (Dr. Kuhn), Mijou Kovacs (Charlotte Bussoni), Peter Bertram (Bruno Bussoni), Christiane Hammacher, Hilde Volk u.a. Erstsendung: 19. Oktober 1984, ZDF.

Zitat von Derrick: Das seltsame Leben des Herrn Richter
Herr Richter ist auf der Flucht vor Unbekannten. Vor Unbekannten in einem schwarzen Wagen. Warum – das wissen weder seine Freundin noch sein Sohn. Erst als Herr Richter im Schlosspark von Oberschleißheim erschossen wird, kommt die Wahrheit ans Licht: Er führte ein Doppelleben. Und einem Italiener mit gelber Krawatte gefiel Herrn Richters Benehmen gar nicht mehr …


Gehetzt, gejagt, rastlos, auf der Flucht – Klaus Behrendt, „Derrick“-Zuschauern seit jeher als instabiler Charakter mit Hang zur Selbstzerstörung bekannt, passt ganz hervorragend in die Rolle des aufgewühlten Herrn Richter, der in seiner Wohnung hin- und hertigert und in Oberschleißheim, von Panik gepackt, nicht nur bei sich selbst Verunsicherung und Zweifel verbreitet. Welche Gefahr ihm droht, ist sowohl den Zuschauern als auch seinem Unfeld unbekannt, was für enorm spannende Einstiegsminuten sorgt, die sich zwischen Parkwiesen und Bachläufen in eleganter Umgebung mit mehreren Schüssen entladen. Da war es aus mit Herrn Richters Doppelleben.

Gerade weil Behrendt der Nimbus des einfachen Mannes, ja: des Versagers, innewohnt, kommt sein raffiniertes Spiel für alle Beteiligten völlig überraschend. Besonders glaubwürdig geht Edwin Noël an diese Enttarnung heran, denn als Sohn des Betroffenen nimmt er einen Part ein, der bei Reinecker gern auch ins Peinliche abgleiten kann. Noël spielt allerdings so kraftvoll und lebensnah, dass er im Wesentlichen zum Gelingen der abwechslungsreichen Ermittlungsphase beiträgt. Ebenfalls wirft Klaus Höhne sein Pfund in die Waagschale. Der Mime, der vor allem aus den Konrad-„Tatorten“ des HR bekannt ist, hatte eine sechsjährige „Derrick“-Pause eingelegt und ist nun, als Mitglied eines Segelclubs, wieder eine willkommene Bereicherung für die Besetzungsliste.

Wer behauptet, Theodor Grädler könne keine spannungsgeladenen Folgen inszenieren, der vergisst nicht nur „Madeira“, sondern auch „Das seltsame Leben des Herrn Richter“, denn die Rätselhaftigkeit der Ereignisse und Grädlers archetypische Konzentration auf interessante und vielschichtig angelegte Charaktere führte dazu, dass diese Folge ein enorm mitreißendes Eigenleben entwickelte. Abgerundet wurde die Jagd durch einen aufwändig gefilmten Einsatz eines Polizeihubschraubers, der weder zu kurz noch zu lang gehalten wird. Grädler erzielte durch dieses furiose Finale noch einmal einen markanten Schlusspunkt, ohne dabei seinen Fehler aus der „Der Alte“-Folge „Schwarzer Montag“ zu wiederholen, in der sich eine ähnliche Szene solange hinzieht, bis sie einem förmlich zu den Ohren herauskommt.

Zum ersten Mal zeige ich mich mit einer Abschlussfolge einer „Collector’s Box“ nicht nur zufrieden, sondern regelrecht begeistert. Die alte Ordnung ist wiederhergestellt: Grädler funktioniert noch immer, wenn er sein bewährtes Konzept durchziehen kann und auch die Gelegenheit erhält, aus kammerspielartigen Umgebungen herauszubrechen. 5 von 5 Punkten für einen Krimi, bei dem ich zitterte, die Schauplätze und die Schauspieler bewunderte und auch am Plot nichts auszusetzen fand.



Auch wenn Box 8 mit einem Highlight zu Ende geht, so konnte sie doch nicht immer auf ganzer Linie überzeugen. Glücklicherweise gibt es unvermindert einige Highlights und dazu viele gut ansehbare Folgen; dennoch merkt man, dass der Anteil an Mittelfeld-Folgen (3,5 und 3 von 5 Punkten) deutlich zunimmt. Ein Ausreißer nach unten war seit Längerem auch wieder einmal dabei, was dem Durchschnitt der Edition nicht gut tut. Ich lande bei runden 3,8 Punkten pro Episode mit besonderen Empfehlungen für die Folgen 108 und 120.


Platz 01 | ★★★★★ | Folge 108 | Dr. Römer und der Mann des Jahres (Grädler)

Platz 02 | ★★★★★ | Folge 120 | Das seltsame Leben des Herrn Richter (Grädler)
Platz 03 | ★★★★★ | Folge 113 | Tödlicher Ausweg (Vohrer)

Platz 04 | ★★★★☆ | Folge 116 | Ein Mörder zu wenig (Vohrer)
Platz 05 | ★★★★☆ | Folge 119 | Gangster haben andere Spielregeln (Vohrer)

Platz 06 | ★★★★★ | Folge 114 | Keine schöne Fahrt nach Rom (Weidenmann)
Platz 07 | ★★★★★ | Folge 112 | Drei atemlose Tage (Vohrer)

Platz 08 | ★★★☆★ | Folge 106 | Attentat auf Derrick (Brynych)
Platz 09 | ★★★☆★ | Folge 117 | Angriff aus dem Dunkel (Goslar)
Platz 10 | ★★★☆★ | Folge 110 | Die Verführung (Ashley)
Platz 11 | ★★★☆★ | Folge 111 | Manuels Pflegerin (Ashley)

Platz 12 | ★★★★★ | Folge 109 | Das Mädchen in Jeans (Grädler)
Platz 13 | ★★★★★ | Folge 115 | Ein Spiel mit dem Tod (Grädler)
Platz 14 | ★★★★★ | Folge 107 | Die Schrecken der Nacht (Brynych)

Platz 15 | ★★★★★ | Folge 118 | Ende einer Sehnsucht (Braun)

Nun überwiegt die Vorfreude auf die nächsten 15 Episoden. Glaubt man den Stimmen im „Derrick“-Forum, wird es ja gleich mit einem Highlight losgehen ...

Percy Lister Offline



Beiträge: 3.589

17.02.2013 14:36
#542 RE: "Derrick" oder: das andere Konzept Zitat · Antworten

Nach Sichtung aller fünfzehn Episoden der achten "Derrick"-Box komme ich zu folgendem Fazit:

Platz 01 (Folge 108): Dr. Römer und der Mann des Jahres - 5 Punkte
Platz 02 (Folge 119): Gangster haben andere Spielregeln - 5 Punkte
Platz 03 (Folge 114): Keine schöne Fahrt nach Rom - 4,5 Punkte
Platz 04 (Folge 116): Ein Mörder zu wenig - 4,5 Punkte
Platz 05 (Folge 112): Drei atemlose Tage - 4,5 Punkte
Platz 06 (Folge 111): Manuels Pflegerin - 4,5 Punkte
Platz 07 (Folge 113): Tödlicher Ausweg - 4 Punkte
Platz 08 (Folge 107): Die Schrecken der Nacht - 3,5 Punkte
Platz 09 (Folge 109): Das Mädchen in Jeans - 3 Punkte
Platz 10 (Folge 106): Attentat auf Derrick - 3 Punkte
Platz 11 (Folge 115): Ein Spiel mit dem Tod - 3 Punkte
Platz 12 (Folge 110): Die Verführung - 3 Punkte
Platz 13 (Folge 117): Angriff aus dem Dunkel - 2,5 Punkte
Platz 14 (Folge 120): Das seltsame Leben des Herrn Richter - 2,5 Punkte
Platz 15 (Folge 118): Ende einer Sehnsucht - 1 Punkt

Percy Lister Offline



Beiträge: 3.589

17.02.2013 14:53
#543 RE: "Derrick" oder: das andere Konzept Zitat · Antworten

BEWERTET: "Der Klassenbeste" (Folge 121)
mit: Horst Tappert, Fritz Wepper, Ralf Schermuly, Anne Bennent, Helga Anders, Ilse Neubauer, Claudia Butenuth, Volker Eckstein, Dieter Eppler, Robert Meyer, Til Erwig, Ulf J. Söhmisch, Thomas Reiner u.a. - Regie: Theodor Grädler

Dr. pharm. Anders hat mit seinen Jahrgangskameraden in einem Landgasthaus ausgiebig gefeiert. Seine ehemaligen Mitschüler erinnern an die großen Erfolge, die der Klassenprimus immer schon feiern konnte. Nun steht der Apotheker kurz vor der Heirat. Auf dem Nachhauseweg nimmt er entgegen seiner Gewohnheit zwei junge Anhalterinnen mit und überfährt in einem Moment der Unachtsamkeit einen Mann, der eine Autopanne hatte. Er schleift den Schwerverletzten, den er für tot hält, an den Straßenrand und fährt weiter. Von nun an ist er den beiden Frauen ausgeliefert, die ihn erpressen und sich bei ihm einnisten.....

Mit vertauschten Rollen agiert die prominent besetzte Darstellerliste dieser "Derrick"-Episode. Ralf Schermuly, den man gewöhnlich unter den Kleinkriminellen findet, verkörpert einen Mann, der es aufgrund seiner Fähigkeiten, Disziplin und Fleiß zu etwas gebracht hat. Der eigene Betrieb, die Luxuswohnung und das Bootshaus weisen auf ein Leben hin, das die Annehmlichkeiten als Früchte der Arbeit sieht, der man alles verdankt und deshalb einiges schuldet, u.a. einen tadellosen Leumund. Durch die ungewohnte Maßlosigkeit beim Alkoholkonsum bricht Dr. Anders mit seinen Prinzipien und ebnet sich dadurch den Weg ins Verderben. Die Reihe seiner Vergehen steigert sich am Ende bis zum Mord, dem schwersten Kapitalverbrechen. Ein kurzer Augenblick genügt, um sein Leben zu zerstören. Die verzweifelten Versuche, zu retten, was zu retten ist, treiben ihn nur immer tiefer in die ausweglose Situation. Anne Bennent, die man bisher entweder als Kind oder als verstörte junge Frau sah, verbündet sich diesmal mit der durchtriebenen Helga Anders, die das Duo anführt und durch blitzschnelle Überlegungen und Aufsässigkeit punktet. Das raffinierte Spiel der beiden Aussteigerinnen, die in den Tag hinein leben und damit das Gegenteil des in seine Berufsroutine eingebundenen Dr. Anders darstellen, zeugt von Kaltblütigkeit und dem schnellen Ergreifen einer Chance, die es ihnen und ihren wertlosen Freunden ermöglicht, sich zu bereichern.

Für Helga Anders, die bereits im Frühjahr 1986 starb, ist es der letzte Auftritt bei "Derrick" und man sieht ihr an, dass es nicht allein die Arbeit der Maske ist, der sie ihr Aussehen verdankt. Horst Tappert schreibt in seinem Buch "Derrick und ich - Meine zwei Leben" (Heyne-Verlag) auf Seite 213 folgendes über ihre letzte Rolle: "An einem Drehtag brachte ihre Mutter sie frühmorgens ins Studio, untergehakt, sie konnte sich kaum aufrecht halten. Wir brauchten nur noch eine Großaufnahme von ihr. Der Regisseur kniete hinter ihr, stützte sie. Es tat uns allen im Herzen weh." Ilse Neubauer überzeugt als trauernde Witwe, die in Stephan Derrick einen Freund sucht, der den Tod ihres Mannes aufklären soll. Hier zeigt sich wieder einmal die menschliche Größe des Oberinspektors, der weit über sein Dezernat hinaus für sein Engagement bekannt ist. Die Geschichte kulminiert in einem Finale, das sowohl Verständnis, als auch Abscheu erzeugt. Einerseits wünscht man die beiden Frauen zum Teufel, andererseits versteht man nicht, wie es der Mann so weit kommen lassen konnte.

Gubanov ( gelöscht )
Beiträge:

19.02.2013 14:25
#544 RE: "Derrick" oder: das andere Konzept Zitat · Antworten

Zitat von Gubanov im Beitrag #541
Glaubt man den Stimmen im „Derrick“-Forum, wird es ja gleich mit einem Highlight losgehen ...

Dieses Mal waren die Vorschusslorbeeren gerechtfertigt. „Der Klassenbeste“ hat durchaus das Zeug dazu, in die Riege der Serienklassiker, gewissermaßen der Klassenbesten, einzugehen.

DERRICK Collector’s Box 9 (Folgen 121 bis 135, 1984-85)




Derrick: Der Klassenbeste

Episode 121 der TV-Kriminalserie, BRD 1984. Regie: Theodor Grädler. Drehbuch: Herbert Reinecker. Mit: Horst Tappert, Fritz Wepper sowie: Dieter Eppler (Schönfeld), Ralf Schermuly (Wolfgang Anders), Anne Bennent (Grit), Helga Anders (Uschi), Claudia Butenuth (Dita Mahler), Ilse Neubauer (Hannelore Wiegand), Robert Meyer (Wohlers), Volker Eckstein (Willi Anholt) u.a. Erstsendung: 23. November 1984, ZDF.

Zitat von Derrick: Der Klassenbeste
Vielleicht hat sich der Primus da etwas viel zugemutet: Nach einem Treffen mit seinen ehemaligen Klassenkameraden, bei dem neben Wiedersehensfreude auch gehörige Mengen Schnaps auf dem Programm standen, setzt sich Apotheker Anders nächtens noch hinters Steuer. Er nimmt sogar zwei Anhalterinnen mit, nur um einige Augenblicke später einen Mann zu überfahren. Sind die Frauen im Wagen nun Fluch oder Segen?


Herbert Reinecker wäre der letzte Mensch gewesen, der daran glaubt, dass Verbrechen sich auszahlt. Im Gegenteil: Die schiere Grundvorstellung, der die Reihe „Derrick“ zugrunde liegt, nämlich dass sich unbedarfte Menschen aus unterschiedlichen Gründen plötzlich in der Rolle des Verbrechers finden und in ihrem ausweglosen Kampf, dieser unbequemen Situation zu entkommen, sich nur umso tiefer in die Sache verstricken, um letztenendes an ihr zu scheitern, spricht bereits Bände über die Verabscheuung, die der Autor jeder unaufrichtigen Tat gegenüber aufbrachte. Diese „Wege ins Verbrechen“ waren fester Bestandteil der „Derrick“-Episoden der 1970er Jahre, bevor sie nicht zuletzt des Publikumsdrucks wegen immer häufiger den althergebrachten Whodunit-Strukturen wichen. In „Der Klassenbeste“ bricht der in allen Facetten geschilderte Werdegang eines Saubermannes hin zum verzweifelten Verbrecher erneut so deutlich durch, dass man die Folge auch gut zehn Jahre eher hätte zur Ausstrahlung bringen können.

Natürlich ist die Frage, ob Mann mit der Schuld, etwas Verbotenes getan zu haben, klarkommt, einzig abhängig von den Skrupeln, die er aufzubringen in der Lage ist und die einige der Protagonisten in „Der Klassenbeste“ abschätzig als hasenfüßige „Manschetten“ titulieren. In dieser Hinsicht stehen sich der unbescholtene Apotheker Anders und der kaltschnäuzige Drogenbaron Wohlers gegenüber, deren Aufeinandertreffen sowohl Spannung als auch ein wahrhaft abstruses Aufeinandertreffen von Weltanschauungen heraufbeschwört. Während Anders, eigentlich ganz harmlos und ohne bösen Willen in eine Klemme hineingeschlittert, mit seiner Lage, verfolgt zu werden und etwas verbergen zu müssen, vollauf überfordert ist, weiß Wohlers die Situation ohne Rücksicht auf Verluste auszunutzen. Beide Rollen sind hervorragend und charaktertreu besetzt und zeigen Ralf Schermuly und Robert Meyer in Hochform. Letzterer darf als Hinweis darauf, dass es bei völligem Ausschalten moralischer Anwandlungen sehr wohl möglich ist, von verbrecherischem Handeln zu profitieren, reihenweise schnieke Poloshirts von Fred Perry und Emporio Armani auftragen.

Als Bindeglieder zwischen der Ober- und der Unterwelt fungieren die beiden Anhalterinnen, die selbst – passend zu ihrer Heimat-, Plan- und Ziellosigkeit – keiner dieser Sphären eindeutig zuzuordnen sind. Während sie zwar gerissen und mit allen Wassern gewaschen agieren, ja auch vor der einen oder anderen Strafsache nicht zurückschrecken, so glauben sie doch in purer Naivität, mit ihrem erpresserischen Treiben dem Apotheker auf unbeschränkte Zeit auf der Tasche liegen und auf die Nerven gehen zu können. Anne Bennent und Helga Anders bringen als zwielichtige Zerstörerinnen ausreichend dreckigen Sex-Appeal mit; gerade Anders kann aber ihren desolaten Zustand vor der Kamera nicht mehr verbergen, sodass es bei allem Respekt vernünftig war, von weiteren Verpflichtungen in ihren übrigen anderthalb Lebensjahren abzusehen. Überhaupt war die mädchenhafte Frau mit dem Schmollmund bei „Derrick“ wie auch in vielen anderen Produktionen auf immer wieder ähnliche Lolita-meets-Femme-fatale-Rollen festgelegt, bei denen ich mich gelegentlich frage, ob sie die Anders oder ihr Publikum mehr unterforderten.

Mit formidablem Schauermoment klingt „Der Klassenbeste“ aus: Im Gegensatz zu einigen Weichspül-Episoden, bei denen das dicke Ende kurz vor knapp von den allgegenwärtigen Gesetzeshütern verhindert werden konnte, gelingt es Wolfgang Anders, seinen leidvoll gefassten Plan auch in die Tat umzusetzen. Für diesen letzten Akt entführt er Grit, Uschi und uns Zuschauer in die grüne Natur an jene einsame Seehütte, die auch bereits in „Der Kommissar: Blinde Spiele“ und „Der Alte: Schwarzer Montag“ (beide Grädler) in die Dienste des Verbrechens gestellt worden war.

Glaubwürdiger, routinierter Polizeiarbeit wird ein Leben entgegengesetzt, das ohne Vorankündigung aus den Angeln reißt. Den Vergleich mit der ähnlich gelagerten Episode „Abitur“ kann „Der Klassenbeste“ für sich entscheiden, sodass 5 von 5 Punkten nur mehr eine Formsache sind. In Erinnerung werden vor allem Ralf Schermuly und Robert Meyer bleiben.

Gubanov ( gelöscht )
Beiträge:

19.02.2013 20:15
#545 RE: "Derrick" oder: das andere Konzept Zitat · Antworten



Derrick: Stellen Sie sich vor, man hat Dr. Prestel erschossen

Episode 122 der TV-Kriminalserie, BRD 1984. Regie: Zbynek Brynych. Drehbuch: Herbert Reinecker. Mit: Horst Tappert, Fritz Wepper sowie: Ursula Lingen (Dora Kolberg), Armin Mueller-Stahl (Alexander Kolberg), Jutta Kammann (Frau Wilmers), Klaus Herm (Herr Soskind), Peer Augustinski (Dr. Gerhard Prestel), Verena Peter (Lisbeth), Hans Quest (Herr Münardy), Hilde Volk u.a. Erstsendung: 14. Dezember 1984, ZDF.

Zitat von Derrick: Stellen Sie sich vor, man hat Dr. Prestel erschossen
Ein Ehedrama bahnt sich an: Die Frau des Verlegers Kolberg, der wegen eines Autounfalls gehbehindert ist, unterhält eine Affäre mit dem Anwalt ihres Mannes. Dieser Dr. Prestel wird nun just an jenem Abend erschossen, an dem Dora Kolberg ihrem Gatten die Wahrheit beichtet. Ein Zufall? Derrick verneint. Denn obwohl Prestel beruflich so einige Feinde gehabt haben dürfte, konzentriert der Oberinspektor alle Ermittlungen allein auf die Kolbergs.


Die Besprechung enthält Spoiler.

Auch wenn sich Frau Kolberg für ihren Liebhaber entschieden hat, so geht die Frage „Wer hat den Längsten?“ unter Armin Mueller-Stahl und Peer Augustinski doch unentschieden aus, denn die beiden Männer teilen sich die Ehre, in der „Derrick“-Episode mit dem ausschweifendsten aller Titel mitgespielt zu haben. Gefolgt, aber nicht eingestellt wird dieser Rekord von #236, „Darf ich Ihnen meinen Mörder vorstellen?“, die, von Theodor Grädler inszeniert, im Juni 1994 im ZDF-Programm auftauchte.

Mit einem kurzen Auftauchen kündigt auch Horst Tappert an, dass es sich bei diesem Fernsehspiel um einen „Derrick“ handelt, indem er sich ein knappes, aber eindeutig zu seinen Gunsten entschiedenes Duell mit dem titelgebenden Dr. Prestel liefert, nur um im Anschluss für runde 20 Minuten wieder vom Bildschirm zu verschwinden und Platz zu machen für eine Familiengeschichte, die dieses Mal leider an Komplexität manches zu wünschen übrig lässt. Nicht einmal dem sonst gern so zackigen Zbynek Brynych gelang es, die Geschichte vom gequälten Mann, der die Liebe seiner Frau mit einem Mord zurückgewinnen will, ansprechend aufzumöbeln, sodass sich alles eine Spur zu sehr in die Länge zieht. Einige inhaltliche Schwächen werden zu allem Überfluss auch noch offenbar – allen voran die, warum Herr Kolberg sich nicht einen anderen Anwalt suchte, wenn Prestel sowohl eine Gefahr für sein Privatleben als auch beruflich eine Niete war. Auch erscheint es mir merkwürdig, dass ein und derselbe Anwalt in einem Mordprozess und einem Fall von Verkehrsrecht in Erscheinung tritt, man mag diesen Dissens aber damit erklären, dass Stephan und Harry, die wichtige Aussagen im erstgenannten Fall machten, es in der Vorgängerfolge ja tatsächlich unter anderem mit einem Verbrechen im Straßenverkehr zu tun hatten.

Derrick ermittelt dieses Mal über weite Strecken ohne seinen Assistenten, was allerdings nur unwesentlich oder, um es freundlicher zu formulieren, weniger als umgekehrt ins Gewicht fällt. Natürlich soll das nicht heißen, dass ich auf den guten Fritz Wepper verzichten möchte, aber wahrscheinlich diente diesem die Drehzeit von „SSSVMHDPE“ (liest sich ein wenig wie SSDSGPS oder SSDSDSSWEMUGABRTLAD) zu einer kleinen Auszeit, wie sie sich schließlich auch Horst Tappert gelegentlich nahm.

Es liegt in der Natur der Geschichte, dass Armin Mueller-Stahl die Folge mit seiner Präsenz tragen muss, was ihm gut gelingt, wenngleich er – wofür er freilich nichts kann! – bei mir wegen ihrer Ähnlichkeit einige Assoziationen zu dem in dieser Rollenhinsicht schon etwas überstrapazierten Siegfried Wischniewski erweckte. Ursula Lingen sehe ich bekanntlich immer wieder gern; auch hier tritt sie überzeugend und damenhaft auf, ohne eingebildet oder selbstsüchtig zu wirken. Peer Augustinski schleimt als Dr. Prestel geflissentlich vor sich hin, auch wenn er einmal harschere Worte in den Mund nehmen muss.

Die besonders malerische Villa, die Verleger Kolberg sein Eigen nennt, lenkt ein wenig vom schwachbrüstigen Plot ab, was ebenso von der guten Besetzung gesagt werden kann. Trotzdem möchte ich das Drehbuch insofern verteidigen, als es immerhin konsequent ausgestaltet wurde und nicht wieder in Torschusspanik darauf verfiel, einer treuen Hausangestellten die Schuld in die Schuhe zu schieben. Nicht zum ersten Mal problematisch aber die Frage nach der Organisation der Schusswaffen, die die Mörder im Reinecker-Universum stets praktisch zur Hand haben. 3,5 von 5 Punkten.

Gubanov ( gelöscht )
Beiträge:

22.02.2013 18:10
#546 RE: "Derrick" oder: das andere Konzept Zitat · Antworten



Derrick: Der Mann aus Antibes

Episode 123 der TV-Kriminalserie, BRD 1985. Regie: Jürgen Goslar. Drehbuch: Herbert Reinecker. Mit: Horst Tappert, Fritz Wepper sowie: Christian Kohlund (Bondeck), Sky Dumont (Limbach), Irina Wanka (Irene Maurer), Edwin Marian (Vater Limbach), Henry Stolow (Joe Schneider), Kunibert Gensichen, Wilfried von Aacken, Dieter Möbius u.a. Erstsendung: 18. Januar 1985, ZDF.

Zitat von Derrick: Der Mann aus Antibes
Ein Galaempfang im Hofgarten endet mit einem unvorhergesehenen Zwischenfall: Die Gäste der Soirée hören den Schrei eines Mädchens und finden ihre Leiche in einem nahegelegenen Pavillon. Es handelt sich um Irene Maurer, die eine seltsame Beziehung zu dem Geschäftsmann Limbach pflegte. Irene wurde erstochen. Etwa von ihrem Liebhaber?


Er wollte sich doch anziehen! Der glattgebügelte Schönling Sky Dumont, trefflich als verbrecherischer Hauptverdächtiger besetzt, kommt Derrick zuerst im Bademantel entgegen, nur um nach dem Kleiderwechsel sein Hemd bis zum Bauchnabel offen zu tragen. Dass das obligatorische Goldkettchen ebenso zur All-Inclusive-Ausstattung zählt wie die zum Dumont’schen Habitus gehörigen hochnäsigen Gesten, versteht sich von selbst. Für die Herren der Schöpfung halten sich die Schauwerte dagegen arg in Grenzen: Irina Wanka, personifiziertes Rehaugenopfer, stirbt schon, bevor man sie zum ersten Mal zu Gesicht bekommt, und die angeblich so attraktive Schauspielerin, von der mehrfach die Rede ist, kann Harry wegen aufregender und abgelegener Dreharbeiten erst gar nicht befragen.

Es bleibt also bei Männerrollen, die den „Mann aus Antibes“ klar dominieren: Dumont macht, wie bereits erwähnt, als glitschiger roter Hering den Anfang. Als Leiter eines Reisebüros blickt er nicht nur auf einen untergebenen Stab an Mitarbeiterinnen, sondern auch auf eine unerquickliche Reihe an Vorstrafen zurück, bewohnt Michael Degens Villa Kunterbunt aus „Via Genua“ als Zweitmieter und verstrickt sich in immer augenfälligere Widersprüche. Das Katz-und-Maus-Spiel, das sich Dumont mit Derrick liefert, zählt zu den unterhaltsameren Teilen der Folge, gerade auch weil Horst Tappert bei den Dreharbeiten zu Folge 123 besonders gut aufgelegt erscheint. Noch mehr als sonst verleiht er dem Oberinspektor nicht nur eine dienstbeflissene, sondern auch eine sympathisch-verschmitzte, scherzhaft-burschikose Art. Die Frischzellenkur mag in den Regieanweisungen Goslars begründet sein, der zwar erneut keinen großen Hit mit seiner Inszenierung landete, aber immerhin die Szenen im Hofgarten ganz hervorragend in Szene setzte: Symmetrie und ständige Bewegung der Kamera gehen über das übliche solide technische Niveau der Serie deutlich hinaus.

Weniger Sympathien mag ich für Christian Kohlund aufbringen, dessen Rolle wie eine lauwarm aufgekochte Kopie des Arne Reuter aus „Eine ganz alte Geschichte“ anmutet. Während Kohlund zwar nicht den Nervfaktor Carrieres entwickelt, so lässt er gleichzeitig auch dessen Charisma vermissen. Der halbgare Racheengel, der Indizien erst nach und nach der Polizei offenbart, macht immerhin einen ganz ähnlichen Eindruck verkappter und verquerer Rechts- und Gerechtigkeitsauffassung, ist aber seinem Gegner in keinster Weise gewachsen. Während Reuter seiner auserwählten Zielscheibe Answald einen gehörigen Schlag versetzen konnte, zeigt Limbach dem plumpen Bondeck über die allerlängste Strecke die kalte Schulter. Fraglich ist außerdem, als wie glaubhaft man das Mordmotiv betrachten möchte und ob das Geständnis eigentlich nicht in die dramatische Kitschecke zu rücken ist, was der eigentlich ganz stilvollen Folge alles andere als gut tut.

Wirklich prominent besetzt ist „Der Mann aus Antibes“ nicht, sollte einigen „Derrick“-Sausern aber trotzdem ein Lächeln aufs Gesicht zaubern. Während Dumont seine einzige mögliche Krimirolle routiniert abwickelt, fällt Kohlunds Teil eher enttäuschend aus, was einige Längen offenlegt und der Episode Schwung nimmt. 3 von 5 Punkten.

Percy Lister Offline



Beiträge: 3.589

24.02.2013 13:44
#547 RE: "Derrick" oder: das andere Konzept Zitat · Antworten

BEWERTET: "Stellen Sie sich vor, man hat Dr. Prestel erschossen" (Folge 122)
mit: Horst Tappert, Fritz Wepper, Ursula Lingen, Armin Müller-Stahl, Peer Augustinski, Verena Peter, Klaus Herm, Jutta Kammann, Hilde Volk, Wilfried Klaus, Hans Quest, Christine Neubauer u.a. - Regie: Zbynek Brynych

Der Verleger Kolberg und seine Frau Dora stehen seit geraumer Zeit unter einer gewissen Spannung. An diesem Abend wird Kolbergs Rechtsanwalt Dr. Prestel zum ersten Mal offiziell mit Dora ausgehen - mit Billigung des Verlegers, der sich seit einem Verkehrsunfall nur mehr mühsam auf den Beinen halten kann. Dr. Prestel vertritt seine Interessen in dieser Angelegenheit, bisher jedoch ohne Erfolg. Und auch sein Erfolg auf dem gesellschaftlichen Parkett ist von kurzer Dauer: Noch in der selben Nacht wird der Rechtsanwalt vor seinem Haus erschossen.....

Die Arbeit von Oberinspektor Derrick ist mit der Überführung des Täters noch nicht beendet. Es kommt vor, dass sein Zeugnis auch vor Gericht gewünscht wird und er dort auf die Gegenpartei trifft, die dem Angeklagten rechtlichen Beistand leistet und mit den belastenden Aussagen des Oberinspektors natürlich nicht konform geht. Zu einem Gustostückchen kommt es im Auftakt der Folge zwischen Peer Augustinski und Horst Tappert. Während Erstgenannter vor Enttäuschung und Zorn schäumt und zugibt, dass die Integrität des Ermittlers sogar die Geschworenen beeindruckt, bleibt Derrick trotz harscher Beschimpfung ruhig. Dr. Prestel profitiert vom Glanz seines Amtes, ist aber im Grunde ein durchschnittlich begabter Mann, dem es gelingt, oberflächlich Eindruck zu machen, solange man seine Charakterfestigkeit nicht hinterfragt. In diesem Zusammenhang gefallen vor allem die Szenen mit Mutter und Schwester. Armin Müller-Stahl, der sich auch international einen Namen gemacht hat, zeichnet einen schwierigen Mann, der die Veränderungen in seinem Leben nicht aufhalten kann, sich aber mit aller Kraft dagegen stemmt. Unterstützt wird er dabei von seinen loyalen Angestellten, die in stiller Demut sein Schicksal mittragen und sich auch außerhalb ihrer Arbeitszeiten um ihn sorgen. Verena Peters Andeutung einer Zuneigung bleibt wegen des alles überlagernden Ehethemas im Ansatz stecken; das in elitärer Herablassung verharrende Verlegerteam gibt sich empört und stellt sich ebenso hinter Herrn Kolberg wie dessen Haushälterin. Selten in einer Kriminalfolge gibt es nur einen offensichtlichen Verdächtigen, der dann auch noch von allen Seiten verteidigt wird. Die aparte Ursula Lingen, die hier noch attraktiver wirkt als in ihren ähnlich gelagerten "Kommissar"-Rollen, profitiert von der Ausstrahlung der erfahrenen Frau, die einerseits nach dem Abenteuer sucht, andererseits aber den Erwartungen, die man an sie stellt, gerecht werden will.
Ungereimtheiten in der Ausführung des Verbrechens führen zusammen mit der sehr gefassten Regie des Böhmen Brynych zu einem Kriminalspiel, das auf leise Töne setzt und in seiner Behutsamkeit teilweise fast schon übertrieben zurückhaltend erscheint. So wirken die Szenen mit Augustinski und Müller-Stahl in der Villa gekünstelt und theaterhaft und die Längen werden erst durch den emotionsvoll aufspielenden Horst Tappert aufgebrochen. Kraftvoll und engagiert knüpft er an alte Zeiten an und befreit sich und den Zuseher damit aus abwartender Distanz.

Gubanov ( gelöscht )
Beiträge:

24.02.2013 14:39
#548 RE: "Derrick" oder: das andere Konzept Zitat · Antworten

Wer über 100 Folgen „Derrick“-Erfahrung mitbringt, für den sollte es kein Problem sein, ein paar Fragen zur Serie zu beantworten. Oder? – Der Focus stellte anno 2008 eine Reihe von 17 Fragen über den Oberinspektor zusammen, die teilweise ganz einfach sind, es aber auch manchmal ganz schön in sich haben. Hier findet ihr heraus, ob ihr Stephans Kombinationsgabe teilt:
http://www.focus.de/kultur/kino_tv/derri...aid_339430.html

Ich lege mit 14 Punkten vor. Mir wird empfohlen, mich weiterhin meiner „Derrick“-Sammlung zu widmen, um Wissenslücken zu vervollständigen. Nichts lieber als das!

Marmstorfer Offline




Beiträge: 7.506

24.02.2013 15:59
#549 RE: "Derrick" oder: das andere Konzept Zitat · Antworten

Ergebnis
15 von 17 Fragen richtig

Experte
Herzlichen Glückwunsch, Sie sind ein wahrer Derrick-Experte und verdienen die Ernennung zum Oberinspektor h.c.


Wie schön - Probleme bereiteten mir nur die prominenten Derrick-Fans und die Dienstwaffe.

Trotzdem wird natürlich weiterhin fleißig "Derrick" geschaut.

Georg Offline




Beiträge: 3.221

24.02.2013 19:40
#550 RE: "Derrick" oder: das andere Konzept Zitat · Antworten

16 von 17. Ich scheiterte an der Einschaltquote zur 1. Folge ... :-)

Percy Lister Offline



Beiträge: 3.589

03.03.2013 13:39
#551 RE: "Derrick" oder: das andere Konzept Zitat · Antworten

BEWERTET: "Der Mann aus Antibes" (Folge 123)
mit: Horst Tappert, Fritz Wepper, Sky Dumont, Christian Kohlund, Irina Wanka, Edwin Marian, Henry Stolow, Kunibert Gensichen u.a. - Regie: Jürgen Goslar

Die Besucher eines Gala-Empfangs im Münchner Hofgarten werden jäh aus ihrer guten Stimmung gerissen: Der gellende Schrei einer Frau sorgt für Aufsehen und Unruhe. Im Hofgartentempel findet man die Leiche der jungen Dolmetscherin Irene Maurer, das Messer steckt noch in ihrem Rücken. Der Verdacht richtet sich gegen ihren ehemaligen Partner Paul Limbach, der für die Tatzeit kein Alibi hat und mit Irene im Streit auseinandergegangen ist....

Antibes, die südfranzösische Stadt an der Côte d'Azur, bildet den Ausgangspunkt des Rachefeldzugs eines Mannes namens Bondeck. Christian Kohlund legt ihn in seiner wuschelmähnigen, in hellen Tönen gehaltenen Erscheinung als Fürsprecher der toten Irina Wanka an, deren Ruf als unschuldiges Opfer zügelloser Männerträume es diesmal gar nicht nötig macht, dass sie größeren Spielraum erhält. In poetischer Weise bedient sich Goslar der Umgebung des abendlichen Treffpunkts, von dem Derrick zum Hauptverdächtigen eilt, dem Dritten im Bunde: Sky Dumont. Es ist bezeichnend, dass alle drei Darsteller fremdländische Exotik verkörpern und über schmeichelnde Stimmen verfügen. Diese Tatsache verleiht Folge 123 eine Aura der Weite und des ungezwungenen Strebens nach persönlicher Freiheit, die sich - je nach Weltanschauung - in Beziehungen á la Carte (Limbach) oder dem Ausüben einer Gerechtigkeit äußert, die Urteile über Leben und Tod fällt (Bondeck). Die Frau steht zwischen diesen beiden Antipoden; der Großstadttiger Dumont bewegt sich katzengleich durch sein Jagdrevier, das er mit - ihm wegen seines Aussehens gern zugestandenen -Statussymbolen bestückt. Das Blau seiner Wände harmoniert mit dem Stoff seines Hemdes; sein rastloses Dasein - immer auf der Suche nach dem prickelnden Genuss in exquisitem Rahmen - erlebt einen Höhepunkt im Verhör in Derricks Büro. Kohlund hingegen setzt auf Mitgefühl und Anteilnahme, plant seine Vergeltung jedoch strategisch, statt von Anfang an offen die Hintergrundmotive zu erläutern. Diese Vorgangsweise wird von Reinecker immer wieder angewandt und entzieht den betreffenden Personen sofort jede Sympathie des Zuschauers. Horst Tappert ist in Hochform und versteht die beiden unterschiedlichen Männer individuell anzupacken, was ihm Respekt verschafft und für eine ausgewogene Balance sorgt. Der überflüssige Part des Kostümbildners, der ebenso wie die abwesende Schauspielerin von der Tatsache ablenken soll, dass es sich im Grunde um eine Sache zwischen zwei Männern handelt, ebnet den Weg zu einer nebulösen Erläuterung der Verfassung des Mordopfers, das in unpräzisen Briefen auf blassblauem Papier die Spekulationen anheizt.

Wie passend scheinen die Worte des Lebemanns Oscar Wilde (1854-1900) aus der Ballade vom Zuchthaus zu Reading (1898) :

Der liebt zu kurz und der zu lang.
Der kauft, der bietet an.
Der tötet mit Tränen, und jener hat's
Mit kaltem Blut getan.
Denn jeder tötet, was er liebt,
Nur stirbt nicht jeder daran.

Percy Lister Offline



Beiträge: 3.589

24.03.2013 14:29
#552 RE: "Derrick" oder: das andere Konzept Zitat · Antworten

BEWERTET: "Gregs Trompete" (Folge 124)
mit: Horst Tappert, Fritz Wepper, Ekkehardt Belle, Carolin Ohrner, Sieghardt Rupp, Dieter Schidor, Jeanette Mühlmann, Karl Renar, Pierre Franckh, Wolfgang Müller u.a. - Regie: Jürgen Goslar

Der Musikstudent Joachim Lutze fährt auf dem Rückweg von Bad Tölz nach München an einer Unfallstelle vorbei und sieht sich gezwungen, eine Verletzte in seinem Wagen mitzunehmen. Nachdem er die Frau in der Waldklinik abgeliefert hat, beauftragt sie ihn, ihre Sporttasche zu einer bestimmten Adresse zu bringen. Als er sich am nächsten Morgen im Krankenhaus nach dem Befinden der Patientin, die sich als Sängerin Susanne Loon herausstellt, erkundigen will, begrüßt ihn Oberinspektor Derrick: Die Frau ist tot - erstickt mit einem Kissen.....

Die Vorgeschichte des Mordes wird ausführlich durch die Augen des belastbaren Ekkehardt Belle gezeigt. Er und Carolin Ohrner begegnen dem Milieu, das sich ihnen eröffnet, mit gemäßigtem Interesse. Sie wissen einerseits von den Abgründen, die sich hinter der ermordeten jungen Frau auftun, glauben aber andererseits, durch eine Mischung aus Vorsicht und Neugier sowohl der Polizei, als auch den hinterbliebenen Bandmitgliedern eine helfende Hand reichen zu können.
Die abgewrackte Truppe besteht aus dem dahinsiechenden Dieter Schidor, einem launischen Wolfgang Müller und Pierre Franckh, der sich hier jedoch sehr zurückhaltend gibt. Nach seinem Auftritt in "Tödlicher Ausweg" (Folge 113) holt er vorübergehend Luft für weitere exzentrische Rollen. Abgebrühte Gelassenheit finden wir in Form des ehemaligen Zollfahnders Kressin. Sieghardt Rupp hat sich nun in der leichtfüßigen Atmosphäre der Tennis-Clubs eingerichtet und agiert dementsprechend unaufgeregt und entspannt. Noch immer kehrt er sein Großmannsgehabe heraus, fühlt sich als überlegener Sieger über bürgerliche Konventionen, hängt aber ebenso veralteten Macho-Allüren nach. Die Geschichte plätschert fad und zäh dahin; der Trompetenheini wird als großes Talent gefeiert, hatte aber anscheinend nicht den Weitblick, sich und seine Karriere zu erhalten. Die muffige Abbruchbude dient als Endstation und sorgt als Todesschauplatz für ein müdes Gähnen. Selbst Derrick erscheint in dieser Episode nur durchschnittlich motiviert. "Ach, du meine Güte! Schon wieder eine Drogengeschichte..." mag er beim morgendlichen Kaffee ausgerufen haben, als er das neueste Drehbuch von Herbert Reinecker in Händen hielt. Da ändert auch der Schluss-Twist nichts an der Tatsache, dass "Gregs Trompete" in der selben Kategorie spielt wie "Solo für Margarete", wobei wir dort immerhin in die seelischen Abgründe von Horst Buchholz blicken konnten. Dieter Schidor bietet hierfür nur einen schalen Ersatz.

Gubanov ( gelöscht )
Beiträge:

24.03.2013 14:35
#553 RE: "Derrick" oder: das andere Konzept Zitat · Antworten

Ein Monat ohne Derrick scheint möglich, aber sinnlos.



Derrick: Gregs Trompete

Episode 124 der TV-Kriminalserie, BRD 1985. Regie: Jürgen Goslar. Drehbuch: Herbert Reinecker. Mit: Horst Tappert, Fritz Wepper sowie: Ekkehard Belle (Joachim Lutze), Carolin Ohrner (Cornelia), Sieghardt Rupp (Andreas Klinger), Karl Renar (Berkhahn), Jeanette Mühlmann (Susanne Lohn), Dieter Schidor (Norman Greg), Pierre Franckh (Benno), Hans Zander u.a. Erstsendung: 8. Februar 1985, ZDF.

Zitat von Derrick: Gregs Trompete
Nach dem Unfall einer jungen Frau wird ein Passant zum zufälligen Kurier für ein paar Tennisutensilien. Dem Musikstudenten Joachim Lutze fällt auf, dass Berkhahn, der Mann, dem er die Sachen übergibt, ungewöhnlich nervös reagiert. Und als ihm dann die Mitteilung vom Tod der Unfallfahrerin gemacht wird, kristallisiert sich immer klarer heraus: Hier mischt das Drogenmilieu mit!


Herbert Reinecker war immer für eine entmutigende Drogengeschichte zu haben. Die meisten dieser Episoden gerieten dröge und besserwisserisch oder versuchten, Mitleid mit den von falschen Vorstellungen und Wünschen zerfressenen Süchtigen zu heucheln. Abhängige Musiker fand man z.B. in der wenig gelungenen Horst-Buchholz-Folge „Solo für Margarete“. Die Erfahrung, die das „Derrick“-Team unterdessen mit diesem Stoffgebiet gesammelt hatte, bewirkte aber dankenswerterweise, dass „Gregs Trompete“ deutlich mehr überzeugt als viele andere Possen.

Das liegt an mehreren Umständen, von denen die Übernahme der Ermittlerrolle durch Ekkehard Belle der wohl wichtigste ist. Es kommt in letzter Zeit ungewöhnlich häufig vor, dass Oberinspektor Derrick gewollte und ungewollte Hilfe von Amateurspürnasen erhält. In diesem Fall kommt die Konstellation besonders glaubhaft herüber, weil der Privatmann selbst betroffen und auf mehreren Ebenen mit dem Geschehen verbunden ist: Er agierte unwissentlich als Teil der Drogenkette, er interessiert sich für Musik, für das Schicksal der Toten und erweckt – gemeinsam mit seiner Freundin, die überzeugend von Carolin Ohrner gespielt wird, – durchaus den Eindruck, als käme ihm ein zusätzlicher Adrenalinschub nicht ungelegen. Es müssen keine vorgehaltenen moralempfindlerischen Gründe gefunden werden, um Lutze auf die weiße, feinkörnige Spur zu setzen. Dafür wirft der Einsatz des Studenten – diesmal tatsächlich ein rechtschaffener Geselle – einige sehr spannende Szenen ab, zu denen vor allem das erste Treffen zwischen Belle und Rupp zählt. Sieghardt Rupp spielt den zwielichtigen „Reporter“ mit Bravour und überzeugt auch in seinen weiteren Szenen auf dem Tennisplatz. Eine Haltung der selbstherrlichen Überlegenheit trug Herr Rupp ja seit seinen „Kressin“-Tagen mit sich herum, ohne gleichermaßen schleimig und milchgesichtig wie etwa Sky Dumont in der Vorgängerfolge zu wirken.

Die Ausflüge in die Drogenszene werden von Jürgen Goslar mit eindringlichen Bildern aus Gregs Bude illustriert. Die Kamera hält hier etwas zu lang und ungeniert auf die offensichtlich zur Abschreckung gedachten Gesichter der Süchtigen, was ein wenig den Schwung aus der Geschichte nimmt. Demgegenüber muss die Arbeit der Maske gelobt werden, die Schidor, Müller und Franckh glaubhaft auf abgewrackt getrimmt hat. Außerdem gerät die von Greg Newman entschleunigte Geschichte (im Nachspann als Norman Greg aufgeführt – hier hatte der Bildmonteur wohl keine besondere Vorliebe für die englische Sprache) wieder in Fahrt, als die nächtliche Verhaftung Karl Renars ansteht, die einen Platz unter den spannendsten Szenen der letzten „Derrick“-Jahre verdient hat.

Die Folge mit den mehrfachen Überraschungen greift auf einen Plot zurück, der den Zuschauer trotz üblicher Drogengeschichte zu fesseln weiß. Noch besser wäre sie gelungen, wenn man weniger Zeit in das Herumvegetieren der Band investiert und stattdessen lieber eine Szene wie den Autounfall der Loon oder Gregs Selbstmord gezeigt hätte. 4 von 5 Punkten mit leicht überdurchschnittlichen Tendenzen.

Blap Offline




Beiträge: 1.128

27.03.2013 20:37
#554 RE: "Derrick" oder: das andere Konzept Zitat · Antworten

Die Fortsetzung der "Mega-Derrick-Sause"


Derrick - Collector's Box 10 (Folgen 136-150)

Folge 143 - Ein eiskalter Hund (Deutschland 1986)

Radikale Entsorgung

Luise Lohbach (Christine Buchegger) und ihr Gatte Jakob (Klaus Löwitsch) führen keine glückliche Ehe. Jakob geht nicht nur ständig fremd, seit einiger Zeit verhält er sich extrem kühl und abweisend. Für den untreuen Ehemann ist Scheidung keine sinnvolle Option, da die Gattin das Vermögen mit in die Ehe brachte. Eines Tages wird Frau Lohbach in ihrem Wochenendhaus ermordet. Jakob Lohbach kann ein wasserdichtes Alibi vorweisen, zum Tatzeitpunkt spielte er mit seinem Schwager und einem Mitarbeiter Karten. Offen bekennt er sich zu seiner Beziehung mit Greta Riemann (Gundi Ellert), die als Kellnerin im Gasthaus Lohbach arbeitet. Derrick und Klein verdächtigen den kaltherzigen Witwer, doch dessen Alibi scheint unantastbar ...

Klaus Löwitsch darf sich arrogant, abgebrüht, knallhart und extrem gefühlskalt zeigen, mit einem Menschen wie Jakob Lohbach möchte man sich kaum umgeben. Dem knarzigen Löwitsch steht die Rolle des berechnenden Gierhalses bestens zu Gesicht, gewissermaßen wie auf den Leib geschneidert. Horst Michael Neutze lässt sich von seinem Schwager blenden, erkennt zwar die kühle Oberfläche, rechnet jedoch nicht mit der grausigen Fratze hinter der kantigen Fassade. Ida Krottendorf überzeugt als leicht schrullige Bürokraft der Lohbachs, überdies liefert sie die Vorlage für einen kleinen Running Gag, der das triste Treiben hier und da auflockert. Christine Buchegger bleibt als Mordopfer nur wenig Entfaltungsraum, sie hechelt dem fiesen Gatten verzweifelt hinterher, arme Luise. Gundi Ellert bringt als Geliebte einen Hauch biederen Sexappeal ins Spiel, Axel Milberg sehen wir als zunehmend hektischen Bruder der Servierkraft.

Regisseur Theodor Grädler ringt mit dem wenig erbaulichen Drehbuch, vor allem der viel zu flotte Zusammenbruch des Eisblocks wirkt an den -kaum vorhandenen- Haaren herbeigezogen. Obendrauf sieht unser geschätzter Oberinspektor über fragwürdige Ermittlungsmethoden hinweg, Derrick muss sich dem schwachen Finale der Folge beugen. Schade und unpassend, hier hätte ich mir Mut zur Bitterkeit gewünscht, durch den "Ein eiskalter Hund" deutliche Aufwertung erfahren hätte. Interessante Ansätze bietet die Rolle Gundi Ellerts, deren Potential nicht genutzt wird, immerhin wird ihre zunehmende Angst vor dem bösartigen Liebhaber deutlich. Viel mehr gibt es nicht zu berichten, Fanbefriedigung auf kleiner Flamme, ansprechende Leistungen der Darsteller retten den mittelprächtigen Plot.

Knappe 6/10 (obere Mittelklasse)

***

Vom Ursprung her verdorben

Gubanov ( gelöscht )
Beiträge:

29.03.2013 22:30
#555 RE: "Derrick" oder: das andere Konzept Zitat · Antworten



Derrick: Raskos Kinder

Episode 125 der TV-Kriminalserie, BRD 1985. Regie: Theodor Grädler. Drehbuch: Herbert Reinecker. Mit: Horst Tappert, Fritz Wepper sowie: Anja Jaenicke (Anja Rasko), Volker Eckstein (Michael Rasko), Peter Ehrlich (Albert Rasko), Lisa Kreuzer (Evelyn), Peter Kuiper (Alwin Docker), Andreas Seyferth (Kurt Eger), Dieter Prochnow (Krassner), Henry Stolow (Grohmann) u.a. Erstsendung: 1. März 1985, ZDF.

Zitat von Derrick: Raskos Kinder
Den eigenen Vater überfallen? Warum nicht! Es bringt Geld, weil er als Sicherheitsbote für einen Großmarkt arbeitet, und tut niemandem wirklich weh. Es sei denn, der angedungene Spitzbube gerät in Panik und ersticht den Vater. Das hatten Raskos kluge Kinder nicht bedacht. Nun sind sie deprimiert – und auf Derricks Radar gelandet. Zumindest solange, bis der windige Komplize auch ermordet wird ...


Die Besprechung enthält leichte Spoiler.

Meine Güte! Die Brut, die Herr Rasko sich da herangezogen hat, ist ja eine feine Truppe. Bruder und Schwester, durch fehlende Arbeit und Ausbildung offenbar ohne Freunde oder andere Kontakte zur Außenwelt, deichseln sich in strunzender Dummheit einen Plan zurecht, den vernünftig umzusetzen weder sie noch ihr Kumpane in der Lage sind. Überhaupt darf man Raskos Kindern ein Versagen auf ganzer Linie attestieren – die Schlussworte Derricks untermauern die Eigenschaften des Duos, das in einer aktuellen Verfilmung sicher die aufgeschwülstelten Probleme von Gern-Hartzern aufgeladen bekommen hätte, treffsicher mit Pfeil und Bogen des Gesetzes: „Dummheit, Naivität, Geldgier“. Feigheit gehört auch noch hinzugefügt. Sie kurbelt nicht nur das Geschehen an, hat den Tod des Vaters zur Folge; sie sorgt auch dafür, dass ein solider Mann, der unschuldig hätte bleiben können, unüberlegt zum Mörder werden muss, nur weil Rasko junior selbst zum Abfeuern einer Waffe nicht taugt.

Nachdem ich meinen Blutdruck wieder auf Normalniveau heruntergefahren habe, obliegt es mir, noch ein paar Worte zu Volker Eckstein und Anja Jaenicke zu schreiben, die in den Titelrollen als Verlierertypen ideal besetzt sind. Eckstein war allein durch seine kleine, laut Blap „neurotische“ Erscheinung für derlei Rollen wie geschaffen, wurde im Laufe der Reihe aber so häufig eingesetzt, dass ich anlässlich dieses letzten Auftritts sagen darf: Jetzt reicht’s aber auch. Anja Jaenicke ergeht sich im Vergleich zu ihrem „Bruder“ so überzeugend in Selbstmitleid, dass man ihr zurufen mag, es läge doch eine Pistole in greifbarer Nähe. Sie klaut für meine Begriffe deutlich zuviel Spielzeit, wie auch die nervigen Kinder bereits viel zu viel Raum in dieser Besprechung füllen. Also weiter!

Durch die lange Einleitung betreten Derrick und Harry die Bildfläche erst relativ spät, aber sie beherrschen sie gekonnt, sobald sie einmal aufgetaucht sind. Gerade Wepper, der in den vergangenen Episoden nur wenige Gelegenheiten zur Entfaltung erhielt, darf wieder einmal für einen kurzen Moment aus dem Schatten seines Chefs treten und diesen darauf hinweisen, dass er sich schon mehrfach geirrt und Lügen von Verdächtigen nicht als Lügen erkannt habe. Seltsam, in diesen Fällen kann die Kamera nicht dabeigewesen sein!

Wesentlich spannender als die Rasko’sche Nachhilfestunde „Leben und Sterben für Anfänger“ gestalten sich die Geschehnisse im, vorm und um das Motel in Pullach, wo ein gealterter Peter Kuiper zwar noch immer bellt, aber nicht mehr beißt. Die großen Tage der absoluten Dominanz sind gezählt, jetzt wird es auch für den Schrank unter den Derrick-Gästen Zeit, die eigenen Schwächen zu erkennen. Das macht Kuiper nicht weniger eindrucksvoll – im Gegenteil: Man freut sich über eine neue Seite! Autoschieberei, ein ständiges Kommen und Gehen sowie geheime Liebschaften vermischen sich zu einer spannenden Mischung, die gern mehr Gewicht innerhalb der Folge hätte erhalten dürfen.

Theodor Grädler gelingt eine solide Aufarbeitung des Stoffs, wobei diesmal selbst mir das Fehlen untermalender Musik negativ auffällt. Ansonsten liegt der übliche Fokus auf schauspielerischen Stärken hier ganz richtig, denn neben den bereits Genannten tun sich auch Peter Ehrlich, Lisa Kreuzer und Andreas Seyferth lobenswert hervor. Letzterer wird durch eine Aussage ins Wanken gebracht, die für meinen Geschmack etwas zu wenig Ermittlungsarbeit und zu viel zufälliges Glück beinhaltet.

Teert sie, federt sie, lasst sie brummen! Mit den besten Grüßen an Raskos verkommene Kinder verteile ich 3,5 von 5 Punkten an eine Folge, die den Zuschauer zwar emotional involvieren kann, aber über dieser Fähigkeit das Setzen von Prioritäten vergisst. Jaenicke spielt sich ähnlich hervor wie im „Tatort“ „Die kleine Kanaille“ – und das ist nicht jedermanns Fall.

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