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Dieses Thema hat 976 Antworten
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 Film- und Fernsehklassiker national
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Blap Offline




Beiträge: 1.128

06.06.2012 14:59
#376 RE: "Derrick" oder: das andere Konzept Zitat · Antworten

Zitat von Gubanov im Beitrag #375
Alles in allem bleibt das „Lied aus Theben“ relativ unscheinbar. „Mittelfeld“ lautet der Ausdruck für Folgen, die einen nicht so recht zu packen vermögen ...

Wird sind oft sehr unterschiedlicher Meinung, hier stimme ich dir jedoch gern zu. Für meinen Geschmack nur ganz knapp vor der bisher schwächsten Folge "Ein Kongress in Berlin" (61).

Trotz diverser Schwächen bleibt das übliche Wohlfühlen. Viel mehr als manch andere Serie / Reihe zu bieten vermag.

***

Vom Ursprung her verdorben

Gubanov ( gelöscht )
Beiträge:

07.06.2012 09:50
#377 RE: "Derrick" oder: das andere Konzept Zitat · Antworten

Zitat von Blap im Beitrag #376
Trotz diverser Schwächen bleibt das übliche Wohlfühlen. Viel mehr als manch andere Serie / Reihe zu bieten vermag.

Dem kann ich nur uneingeschränkt zustimmen!



Derrick: Tödliche Sekunde

Episode 69 der TV-Kriminalserie, BRD 1980. Regie: Zbynek Brynych. Drehbuch: Herbert Reinecker. Mit: Horst Tappert, Fritz Wepper sowie: Uwe Ochsenknecht (Achim Rudolf), Werner Kreindl (Albert Rudolf), Ida Krottendorf (Frau Rudolf), Irina Wanka (Marianne Schieder), Eva Brumby (Frau Kahl), Kunibert Gensichen (Johann Kahl), Lisa Kreuzer (Ina Dommberg), Werner Asam (Gerhard Dommberg) u.a. Erstsendung: 28. März 1980, ZDF.

Zitat von Derrick: Tödliche Sekunde
Als er auf dem Rückweg vom Basketball zufällig den Motorradhelm seiner Freundin verliert, gerät Achim Rudolf in den Strudel der Ereignisse: Ein Mann in einer nahen Lottoannahmestelle wurde erstochen – und zu seinem Schreck entdeckt Achim das Auto seines Vaters am Tatort. Rudolf senior dagegen behauptet, den ganzen Abend in seiner Stammkneipe verbracht zu haben.


Nach den stark auf Drama gebürsteten letzten Episoden, deren Abkehren vom herkömmlichen Krimi seinen Höhepunkt in „Karo As“ fand, beweist Herbert Reinecker mit „Tödliche Sekunde“, dass er noch immer für etwas ausgefeiltere Alibikonstruktionen, Täterfragen und Verdächtigenkreise gut ist. Wenn auch der eigentliche Titel „Tödliche Sekunde“ nur recht wenig hergibt und in Bezug auf die spezifische Handlung nicht wesentlich klarer wird, so sollte man sich davon und von dem gemächlichen Start nicht abschrecken lassen. Die Episode beginnt mit einem Einblick in das Gefühlsleben des Studenten Achim Rudolf. Reinecker hat hier einen Studierenden ausnahmsweise einmal nicht zum Mörder, Trinker oder Tunichtgut gemacht, wofür ich ihm – diesen Bericht schreibe ich gerade in der Pause zwischen zwei Seminaren – ziemlich dankbar bin. Heute rollen wir bei der Besetzung Achims mit Uwe Ochsenknecht natürlich mit den Augen – ähnlich Veronica Ferres hat er sich über die Jahre durch sein Auftreten in der Öffentlichkeit selbst zur persona non grata gemacht. Damals, am Beginn seiner Karriere, war davon aber noch nichts zu spüren, weshalb ich versuche, beide Augen zuzudrücken.

Wenn „Tödliche Sekunde“ seine großen Stärken im Krimifach hat, so muss die Folge natürlich auch entsprechenden Anforderungen gerecht werden. Reineckers Plot wirkt zwar spannend und gut nachvollziehbar, einige Verbindungen stützen sich aber zu stark auf Zufälle und Unwahrscheinlichkeiten. Allein, dass Achim just am Auto seines Vaters den Helm verliert, muss stutzig machen. Dass Derrick dann ohne nennenswerte Hinweise nur aufgrund der Vorstrafe Alberts diesen als potenziellen Verdächtigen ansieht, ist auch eher ein Beispiel für sein sensibles Näschen als für glaubwürdige Polizeiroutine.

Dafür wird man in der zweiten Hälfte der Folge mit einigen Leckerbissen verwöhnt: Bergers und Harrys Observation des Kreisels (bei dessen Erwähnung Stephan und sein Assistent brynych-typisch in unerklärliches Gelächter ausbrechen) gehört ebenso zu den Höhepunkten der Folge wie die Nachstellung des Einbruchs am Ende. Die Lohmann-Brüder – Karikaturen von Langfingern, wie sie auch gut in einer TKKG-Folge auftreten könnten – setzen einen angenehmen Kontrast zur düsteren Enge des Ladens und der Sets im Allgemeinen. Der Schlusseindruck gerät im Übrigen sehr gelungen, weil man endlich wieder einmal die Original-„Derrick“-Musik der Les Humphries über die Credits legte. Nachdem dies in den ersten Episoden Standard war, verlor sich diese Praxis leider vor allem mit der Etablierung Frank Duvals als Dauerkomponist.

Was als leicht fragwürdige Hinterzimmerepisode beginnt und scheinbar zunächst nur vom Zusammenspiel von Kreindl und Ochenknecht lebt, wird nach und nach zu einem immer facettenreicheren „Derrick“-Krimi. 4 von 5 Punkten.

Percy Lister Offline



Beiträge: 3.589

10.06.2012 13:42
#378 RE: "Derrick" oder: das andere Konzept Zitat · Antworten

BEWERTET: "Ein Lied aus Theben" (Folge 68)
mit: Horst Tappert, Fritz Wepper, Werner Schulenberg, Mijou Kovacs, Siegfried Wischnewski, Inge Birkmann, Michael Boettge, Maria Sebaldt, Eckhard Heise, Edith Schneider u.a. - Regie: Alfred Weidenmann

Inge Bruckmanns Leidenschaft ist der Tanz. Sie ist eines der vielversprechendsten Mitglieder ihrer Formation und wird von zwei jungen Männern aus ihrem Umfeld umworben. Hans Machnow hatte Erfolg, er darf Inge nach Hause bringen. Ulrich Hemp, der Rivale Machnows, bekommt von diesem noch einen Faustschlag verpasst, bevor sich das Paar verabschiedet. Doch zuhause kommt Hans nie an; seine Leiche wird auf dem Hof neben der Garage gefunden. Todesursache: Schlag auf den Hinterkopf mit einem stumpfen Gegenstand. Für Oberinspektor Derrick steht fest: Es kann nur einer gewesen sein: Ulrich Hemp. Doch bald stellt sich heraus, dass er sich geirrt hat....

Die Entschlossenheit, mit der Stephan und Harry auf den Mann losgehen, der ihnen von Inge Bruckmann als möglicher Mörder genannt wird, ist ungewöhnlich für die sonst besonnene und abwegende Vorgangsweise der Ermittler. Es scheint, als wolle Derrick den Fall schnellstens aufklären, um selbst mehr Zeit für Kulturgenuss zu haben, sehen wir ihn doch wieder in einem seltenen Moment der Entspannung. Mit Wohlwollen konstatiert er die Atmosphäre des Tanzsaals, wobei das Potpourri, das dem Publikum geboten wird, ebenso wirr erscheint wie die Verse aus dem alten Ägypten, dessen Bedeutung der Gastvater Inges in Zusammenhang mit seinen eigenen Gefühlen bringt. Bald schon ahnt man, dass der jungen Frau auch von Vater und Sohn Empfindungen entgegengebracht werden, die weit über das Freundschaftliche hinausgehen. Wie sich die Zuneigung zu Inge äußert, bleibt den unterschiedlichen Charakteren überlassen. Je nach Temperament werden zur Verfolgung ihres Ziels Einschüchterung, Erpressung, Schmeichelei, Machtgehabe und Mitgefühl angewandt. Man möchte Inge raten, ihren Koffer zu packen und wegzugehen.
Mit Werner Schulenberg und Siegfried Wischnewski stehen sich zwei Männer gegenüber, deren Motive nicht versteckt werden und die sich gebildet und kulturell interessiert geben. Ihre sanfte Tour soll die junge Frau mürbe machen, doch man merkt, dass sie langsam die Geduld verlieren und brachiale Gewalt als letzte Möglichkeit nicht ausschließen. Inge Birkmann steht zweifelnd am Rande und berichtet von Ängsten, die sie jahrelang versteckt hat, um den Schein zu wahren und ihrem Mann keine Angriffsfläche zu bieten. Ein Wiedersehen gibt es auch mit Professor Bound aus "Im Banne des Unheimlichen": Edith Schneider darf als Mutter des Getöteten echte Trauer zeigen. Die Tanzmeisterin mit Elan verkörpert Maria Sebaldt, deren Energie wie immer beeindruckend ist.
Leider kommt die Folge in Filzpantoffeln daher und lässt viele gutgemeinte Elemente kraftlos versanden. Das titelgebende Motto des Ägyptologen wird von Derrick als Farce enttarnt; die Handlung verliert sich -wie beim Tanz- in ständiger Wiederholung von Taten und Worten.

Gubanov ( gelöscht )
Beiträge:

10.06.2012 14:34
#379 RE: "Derrick" oder: das andere Konzept Zitat · Antworten



Derrick: Ein tödlicher Preis

Episode 70 der TV-Kriminalserie, BRD 1980. Regie: Helmuth Ashley. Drehbuch: Herbert Reinecker. Mit: Horst Tappert, Fritz Wepper sowie: Ekkehard Belle (Harald Dornwall), Monika Baumgartner (Lisbeth Dornwall), Kurt Weinzierl (Hugo Dornwall), Christiane Hammacher (Agnes Dornwall), Friedrich Georg Beckhaus (Jakob Wilhelmi), Peter Eschberg (Josla), Axel Schießler, Anton Feichtner u.a. Erstsendung: 2. Mai 1980, ZDF.

Zitat von Derrick: Ein tödlicher Preis
München Hauptbahnhof. Ein Zug aus Instanbul fährt ein. Polizisten veranstalten eine Razzia. Erfolglos. Stattdessen findet ein Taxifahrer einen Koffer mit heißer Ware. Das ist sein Tod, denn er kann der Versuchung, ihn zu öffnen und zehn Kilo Heroin in seinen Besitz zu bringen, nicht widerstehen. Sein Sohn Harald entdeckt das Geheimnis des Koffers, aber denkt nicht daran, der Polizei Meldung zu machen.


Wenn auch der junge Harald Dornwall übermütig und naiv handelt, so tut sein amateurhafter und wackelig gerechtfertigter Ausflug in die Welt der Drogenkriminalität natürlich der Spannung der ein wenig bieder inszenierten Geschichte sehr gut. „Ein tödlicher Preis“ kann in mehrfacher Hinsicht mit „Via Bangkok“ verglichen werden – nicht zuletzt, was die beiden Folgen eigene getragene und selbst etwas rauschträge Stimmung betrifft. Es ist ganz klar, dass die Stärken nicht aus den üblichen Genre-Höhepunkten bezogen werden, aus Schlägereien, Befehlen, sich nicht umzudrehen, und böse gefauchten Telefonanrufen. Sie alle bleiben hinter ihren Möglichkeiten zurück, den Drogenschmuggel in seiner vollen Gefährlichkeit darzustellen. Peter Eschberg ist ein gutes Beispiel hierfür: Er hat einige tolle Auftritte, wirkt mit seinem Hut, seiner drohenden Nonchalance aber wie ein Zerrbild eines nicht mehr aktuellen Dreißigerjahrekriminellen.

Stattdessen obliegt es der Polizei, auszuformulieren, wie erbarmungslos und riskant das Metier Joslas ist. Mit „die Polizei“ ist im Groben Harry gemeint, dessen Part hier wieder einmal große Bedeutung genießt. Offensichtlich war Tappert wieder einmal außer Hause beschäftigt, stand also für die Drehdauer dieser Episode nur eingeschränkt zur Verfügung. Während man in „Die Puppe“ eine Ausrede für seine Abwesenheit über weite Strecken erdachte, bleibt seine Zurückhaltung in diesem Fall unkommentiert. Abwesend über weite Strecken ist auch das anfangs in den Mittelpunkt gerückte Zug- und Bahnhofsflair, das nur als Auslöser der Geschichte fungiert und dann verpufft. Schienenliebhaber ärgern sich darüber, weil sie ähnliche Spielchen schon von „Mord im TEE“ und „Der Fotograf“ kennen und langsam einmal wieder eine komplette „Derrick“-Folge im Milieu des Nah- und Fernverkehrs fordern. „Tod am Bahngleis“ hat gezeigt, dass das toll funktionieren kann.

Nach den immer guten Leistungen der letzten Episoden hat mich die Besetzung hier nicht zu großen Luftsprüngen veranlasst. Peter Eschberg, der für die Manieriertheit seines Parts nicht viel kann, gehört noch zu den eindrücklicheren Teilen des Cast, der ansonsten ein paar Folgen später wieder vergessen sein dürfte. Eine Ausnahme bildet Friedrich Georg Beckhaus. Er spielt den Kollegen des toten Dornwall und verleiht diesem vielschichtigen Charakter Tiefe. Ob man ihn menschlich findet wie Blap oder ihn sogar für das Schicksal Dornwalls verantwortlich macht (Wilhelmi setzte diesem ja den Floh „Wir brauchen Geld“ überhaupt erst ins Ohr und löste auf diese Weise die Unvorsichtigkeit, die zu seinem Tod führte, erst aus), bleibt jedem selbst überlassen.

Im Musikdepartment debütierte ein neuer Mann, Hans Hammerschmid, der insgesamt nur noch fünf weitere Male bei „Derrick“ zu hören sein wird. Verwunderlich ist das nicht, denn sein Score setzte zumindest in diesem Teil keine besonderen Zeichen. Er passt deshalb zum Duktus der gesamten Folge, die bei mir weniger landen konnte als bei Percy Lister.

Durchschnitts-„Derrick“, der viele Möglichkeiten, bedrohlichere Kreise zu ziehen, ausschlägt. Die grundlegende Handlung weiß zu gefallen, aber es fehlt an der Abstimmung von Details und einem Team interessanterer Charaktere. 3 von 5 Punkten.

Percy Lister Offline



Beiträge: 3.589

10.06.2012 20:23
#380 RE: "Derrick" oder: das andere Konzept Zitat · Antworten

BEWERTET: "Tödliche Sekunde" (Folge 69)
mit: Horst Tappert, Fritz Wepper, Uwe Ochsenknecht, Werner Kreindl, Ida Krottendorf, Eva Brumby, Werner Asam, Lisa Kreuzer, Irina Wanka, Kunibert Gensichen u.a. - Regie: Zbynek Brynych

Nächtlicher Überfall auf eine Lottoannahmestelle: Der Besitzer wurde erstochen, ein hoher Geldbetrag geraubt. Achim Rudolf, dessen Vater wegen Diebstahls vorbestraft ist, entdeckt das Auto seines Vaters in der Nähe des Tatorts. Da dieser keine überzeugende Erklärung abgeben kann, hält Achim ihn für den Täter.
Auch Oberinspektor Derrick ermittelt in diese Richtung, hegt aber Zweifel an der Aussage von Rudolf senior, der behauptet, seinen Wagen für eine halbe Stunde ausgeliehen zu haben. Der Wirt und einige der Gäste scheinen in die Sache verwickelt zu sein. Kann Achim seinen Vater dazu bewegen, sich zu stellen?

Konflikte zwischen Söhnen und Vätern sind bei "Derrick" keine Seltenheit; man könnte sagen, dass diese aufgrund des Weltbilds von Herbert Reinecker vorprogrammiert sind. Unterschiedliche Anschauungen kollidieren miteinander, wenn zwei Generationen unter einem Dach leben (müssen) und liefern dem Autor von Kriminaldrehbüchern reichlich Stoff für Zoff. Werner Kreindl, der ohnehin wenig umgänglich erscheint und dessen Gesicht man gerne vor oder hinter dem Tresen einer Eckkneipe sieht, darf sich mit dem jungen Uwe Ochsenknecht messen, dessen seltsam leuchtende Augen Bedrohung verheißen. Umso angenehmer ist man überrascht, dass sein Student doch ein redlicher, ordentlicher Bursche ist, der sich für das Schicksal anderer Leute interessiert und seine überschüssigen Körperkräfte lieber beim Sport einsetzt, als in die Fußstapfen des Vaters zu treten. Die achtzehnjährige Irina Wanka, deren feengleiche Stimme das Ohr des Zusehers im Laufe der Jahre schon öfters erfreut hat, spielt Achims Freundin und gibt ihren "Derrick"-Einstand. Sie ist eine zauberhafte Erscheinung, deren Optik nachhaltig im Gedächtnis bleibt.
Ida Krottendorf reiht sich in die Riege der besorgten Mütter ein, die zwischen Ehemann und Sohn stehen und deren Gewissen ihnen Kummer bereitet. Die zweite Familie in dieser Folge bilden Eva Brumby, deren Mutter-Bates-Gesicht stets Trauer oder Ärgernis zur Schau trägt; die immer ein wenig melancholisch dreinblickende Lisa Kreuzer und der grobe Waldschrat Werner Asam, in dessen Nähe Stühle zu Bruch gehen und Bierkrüge zerbersten.
Zbynek Brynych macht sich einen Spaß daraus, Derrick die gestrickte braune Krawatte umzubinden und ihn und Harry wieder einmal grundlos lachen zu lassen. Ansonsten hält er sich fast vornehm zurück und kreist die Kamera um die Gedanken und Handlungen des jungen Achim.
Der Tathergang ist für den aufmerksamen Beobachter nachvollziehbar und spricht für das Feingefühl Derricks, sich nicht mit einer naheliegenden Auflösung zu begnügen, sondern die ganze Wahrheit aus den Tätern herauszukitzeln.

Gubanov ( gelöscht )
Beiträge:

11.06.2012 18:04
#381 RE: "Derrick" oder: das andere Konzept Zitat · Antworten



Derrick: Die Entscheidung

Episode 71 der TV-Kriminalserie, BRD 1980. Regie: Theodor Grädler. Drehbuch: Herbert Reinecker. Mit: Horst Tappert, Fritz Wepper sowie: Hannes Messemer (Ulrich Hauff), Brigitte Horney (Ina Hauff), Gisela Uhlen (Henriette Hauff), Christiane Krüger (Margot Hauff), Karl Heinz Vosgerau (Alf Hauff), Sky Dumont (Peter Hauff), Manfred Seipold (Herr Blaufuß), Wolfgang Reinbacher u.a. Erstsendung: 30. Mai 1980, ZDF.

Zitat von Derrick: Die Entscheidung
Dass der Tote im Schlafwagen eigentlich jemand anderer sein sollte, wird für Stephan und Harry schnell klar, als sie einen Blick auf die Familien- und Geschäftsverhältnisse von Alf Hauff werfen, der eigentlich das Bett des Ermordeten gebucht hatte. In der Familie Hauff herrscht eine bizarre Angespanntheit – die Luft kann Derrick wie mit einem Messer schneiden. Welcher der Angehörigen ist der Täter?

Zitat von Markus Burbach: Fiktionen staatlicher Exekutive, in „Augenblick 30: Gesetz & Moral – Öffentlich-rechtliche Kommissare“, Marburger Hefte zur Medienwissenschaft, 1999, S. 21
Im Laufe der fast dreihundert Folgen entsteht in der Serie „Derrick“ eine Wirklichkeit, die mit der Realität der Zuschauer nicht mehr viel gemein hat [, g]erade wenn sich die Handlung in Lebensbereiche begibt, die jenseits des allgemein Etablierten liegen [...]. Die Welt der Reichen und Bösen ist abstrakt-unterkühlt, kennt nur die Laster, die es in den Augen Derricks (und damit des Autors) zu verurteilen gilt, und lässt sich von Derrick, der sie schon durchschaut hat [...], nur allzu leicht aus der Reserve locken und damit zu Geständnissen verleiten.


Die Welt, in die man in „Die Entscheidung“ eintaucht, ist alles andere als alltäglich und sicher auch alles andere als normal. Es handelt sich um einen Fall, bei dem Drehbuch, Regie und Akteure Hand in Hand gingen, weil sich offenbar alle Beteiligten einig waren, dass die Geschichte auf einem theatralischen, der Realität entrückten Niveau angesiedelt werden müsse. Reineckers Beitrag: geschraubte Bühnendialoge, die an die Zwanzigerjahre erinnern – die Zeit, in der Actrice Ina Hauff ihre Blütezeit erlebte. Grädler trug zum Gesamteindruck eine entfesselte, überstilisierte Darstellerführung bei, womit er die Verantwortlichkeit für Plotentwicklung und Dramatik völlig in die Hände der Schauspieler legte. Aus diesem Prinzip sticht lediglich die Einstiegsszene heraus, die meinen gestern geäußerten Wunsch nach Eisenbahnschauerromantik schon überraschend nahe kommt, im Rahmen dieser Folge jedoch ein wenig aus dem Rahmen fällt. Der eigentlich vorherrschende Stil wird erst in der Szene der Testamentseröffnung manifestiert.

Ab da beginnt die große Stunde von Hannes Messemer und Brigitte Horney. Dialoglastigkeit und nervtötende Übertreibung wird „Die Entscheidung“ vorgeworfen. Ich sehe diese Punkte ganz genauso, aber wie kann man sie kritisieren, wenn sie offensichtlich mit voller Absicht eingebaut worden sind? Messemers von Neurosen durch und durch zerfressener Ulrich Hauff eröffnet Blicke in ein tieferes Bewusstsein – Reineckers Bewusstsein, offensichtlich. Orte, die ja oder nein sagen, Geständnisse, die pure Fantasien sind, und eine Welt, die die Form einer Bühne angenommen hat, sind nur wenige Beispiele für Glanzszenen aus „Die Entscheidung“. Brigitte Horney ist zu denselben Teilen wie Messemer am Gelingen der Episode beteiligt. Sie intoniert ähnlich wie einst Lady Aston, nur noch ein wenig verrückter, ausgefallener. Beide Schauspieler sorgen für Momente, in denen man unfreiwillig zu lachen beginnt und sogleich merkt, wie deplatziert diese Reaktion ist.

Auch Tappert unterstützt das tragikomische Mienenspiel vorzüglich. Man kann seinem verdutzten Gesichtsausdruck in mehreren Szenen entnehmen, dass auch er sich fragt, wohinein er hier eigentlich geraten ist. Freilich, dass am Ende der unscheinbarste aller Charaktere als Mörder aus dem Hut gezogen wird, ist vom kriminalistischen Standpunkt etwas enttäuschend. Einen Oberinspektor vom Formate Derrick hätte es dafür nicht gebraucht. Aber es geht ja auch nicht um Kriminalistik. Es geht um Effekte. Bühneneffekte.

„Die Entscheidung“ ist eine immens polarisierende Folge. Entweder man liebt sie oder man kann mit ihrem Stil nichts anfangen. Wer einen „Derrick“ der üblichen Sorte erwartet, wird enttäuscht werden, jeden anderen wird könnte das Experiment überzeugen. 5 von 5 Punkten.

Percy Lister Offline



Beiträge: 3.589

22.06.2012 20:32
#382 RE: "Derrick" oder: das andere Konzept Zitat · Antworten

Kleiner Nachtrag zu "Der Mann aus Portofino" (Episode 29) aus dem Jahr 1976:

Im Urlaub hat man endlich Zeit zum Lesen und so nahm ich mir während der langen Zugfahrt das Magazin "FOCUS Storia" vor, das sich in der Frühjahrsausgabe 2012 mit dem Thema "Come si viveva ai tempi del fascismo" (= Wie lebte man zur Zeit des italienischen Faschismus?) beschäftigt. Es gibt ein eigenes Kapitel zum Thema Film: "La fabbrica dei sogni" (= Die Traumfabrik). Darin liest man, dass Amedeo Nazzari, der in der "Derrick"-Folge Nummer 29 den Arzt Dr. Pinaldi spielt, ein gefragter Darsteller des italienischen Kinos der Dreißiger Jahre war. Eine männliche Parade-Diva, die erfolgreich Helden darstellte. Der Schauspieler (1907-1979) ist mit Pfeife, Oberlippenbärtchen und ernstem Blick ein Darsteller, den man gern verpflichtete, um ein Gegengewicht zu Hollywood zu schaffen - ähnlich wie in den Filmen, die aus den gleichen Gründen in Nazideutschland gedreht wurden. Über Nazzaris Gesinnung steht in dem Artikel leider nichts, aber es war nett, einmal etwas über einen unserer geheimnisvollen "Derrick"-Darsteller zu lesen.

Percy Lister Offline



Beiträge: 3.589

24.06.2012 14:12
#383 RE: "Derrick" oder: das andere Konzept Zitat · Antworten

BEWERTET: "Ein tödlicher Preis" (Folge 70)
mit: Horst Tappert, Fritz Wepper, Ekkehardt Belle, Monika Baumgartner, Friedrich Georg Beckhaus, Kurt Weinzierl, Christine Hammacher, Peter Eschberg u.a. - Regie: Helmuth Ashley

Drogenrazzia am Münchner Hauptbahnhof. Der Istanbul-Express D 292 rollt ein. Geschickt schaffen es zwei Männer, durch die Polizeikontrolle zu kommen. Sie deponieren ihren Koffer mit der "heißen Ware" in einem wartenden Taxi vor dem Eingang der Station. Der Taxifahrer Hugo Dornwall nimmt den herrenlosen Koffer nach Feierabend mit nach Hause, da das Fundbüro bereits geschlossen ist. Am nächsten Tag wird er tot hinter dem Steuer seines Wagens gefunden. Man hat ihn ermordet. Harald Dornwall, der Sohn des Taxifahrers, erhält einen Telefonanruf. Wenn er etwas über den Tod seines Vaters erfahren wolle, solle er in ein leerstehendes Haus kommen.....

Die Vorgänge dieser "Derrick"-Folge erinnern natürlich prompt an die "Alte"-Episode "Ein Koffer" (# 12), in der Harald Leipnitz ähnlich naiv und geldgierig versucht, den großen Reibach zu machen, indem er glaubt, sich mit Drogenhändlern einigen zu können. Schlauer sein wollen als die anderen - diese Vorstellung stachelt zusammen mit der Aussicht auf schnelles, leichtverdientes Geld viele Menschen an und führt dazu, dass alle Warnungen und Schutzmechanismen ignoriert werden. Die Doppelmoral, die bei Harald Dornwall greift -den redlichen Namen seines Vaters zu schützen und gleichzeitig selbst zum Kriminellen zu werden- steht sinnbildlich für die Verlockungen, die laut Herbert Reinecker ins Verderben führen: "Karrierestreben, Herrschsucht, Geldgier und Persönlichkeitsschwäche" (Der deutsche Fernsehkrimi, Verlag J.B. Metzler, Seite 178). Monika Baumgartner -welch eine Wandlung seit "Ute und Manuela"- spielt die Ehefrau des jungen Dornwall und versucht, ihren Mann vor der Gefährlichkeit seiner Pläne zu warnen. Hinter seinem Rücken die Polizei zu verständigen - diesen Mut hat sie leider nicht. Familienloyalität kommt vor gesundem Menschenverstand und Rechtsempfinden. Friedrich Georg Beckhaus glänzt in einer interessanten Nebenrolle; seine Hilfsbereitschaft, die Sorge um den Freund und die sich langsam entwickelnde Bereitschaft, ins das Drogengeschäft einzusteigen, werden mit glaubhafter Natürlichkeit dargestellt. Die Gedankengänge, denen er und Hugo in früheren Gesprächen nachhingen, sprechen für den Wunsch nach einem besseren, weil finanziell abgesicherten Leben und lassen Raum für Spekulationen.
Peter Eschberg, dessen Darstellung des Mark Paxton in "Wie ein Blitz" (1970) mit sprühender Arroganz, Selbstverliebtheit und Listigkeit für wohlwollendes Raunen im Publikum sorgte, ist im Gesicht ein bisschen runder geworden, verströmt jedoch immer noch eine Aura der Gefährlichkeit. Die Inkonsequenz, mit der Berufsverbrecher jedoch lästige Zeugen und Mitwisser behandeln, schwächt ihren Nimbus. Warum Harald Dornwall immer wieder zwischen den Fäusten der Schläger durchschlüpfen kann, bleibt ein Rätsel. Verkehrsknotenpunkte als anonyme Treffpunkte für den Austausch von "nicht offizieller Handelsware", sorgen immer wieder für Auflockerung. So endet die Folge, wie sie begonnen hat, an einem Bahnhof: Pasing soll es diesmal sein.
Abschließend ein weiteres Zitat aus dem obengenannten Buch: "[...] gibt es auf der Welt kaum noch "Derrick"-freie Plätze. Die Serie war, wie ihre Vorgängerin, von vornherein für einen internationalen Markt konzipiert worden. Daher war Produzent Ringelmann eine unspezifische, aufs Allgemein-Menschliche abzielende Darstellungsweise, die auf der ganzen Welt verstanden werden kann, gerade recht." (S. 180)

Gubanov ( gelöscht )
Beiträge:

24.06.2012 14:18
#384 RE: "Derrick" oder: das andere Konzept Zitat · Antworten

Zitat von Percy Lister im Beitrag #383
Familienloyalität kommt vor gesundem Menschenverstand und Rechtsempfinden.

Mit diesem kurzen Statement kann man einen großen Anteil von "Derrick"-Episoden treffend zusammenfassen. Auf den Punkt gebracht.

Blap Offline




Beiträge: 1.128

25.06.2012 00:42
#385 RE: "Derrick" oder: das andere Konzept Zitat · Antworten

Die Fortsetzung der "Mega-Derrick-Sause"


Derrick - Collector's Box 9 (Folgen 121-135)

Folge 126 - Toter Goldfisch (Deutschland 1985)

Von überspannten Bögen und kühlen Ermittlern

Derrick wird von seinem Kollegen Lapper (Robert Naegele) auf einen traurigen Fall angesprochen, eine Frau in den besten Jahren hat Selbstmord begangen. Lapper sieht die Schuld bei Roland Marks (Hans Georg Panczak). Der junge Mann hatte sich, offenbar aus Geldgier, auf eine Beziehung mit der wesentlich älteren Dame eingelassen. Tatsächlich sind die Motive des Roland Marks von fragwürdiger Natur, sein Freund Andreas Hessler (Gerd Böckmann) wählt mit Hilfe gesichteter Zeitungsannoncen geeignete Zielpersonen aus. Mehrfach will Lapper Derrick zu Ermittlungen bewegen, dem Oberinspektor fehlt jedoch ein geeigneter Ansatz für derartige Nachforschungen. Derweil hat Marks Kontakt zu Julia Stettner (Elisabeth Wiedemann) aufgenommen, einer Mittfünfzigerin mit grossem Haus und dickem Konto. Julia fühlt sich in der Gesellschaft ihres neuen Bekannten wohl, ihr Sohn Ingo (Thomas Astan) zeigt offen Ablehnung, aus seiner Sicht ist diese Beziehung völlig unangemessen. Das ungleiche Paar kommt sich näher und näher, doch eines Abends erschüttert ein erschreckender Vorfall das Leben der Beteiligten! Andreas Hessler wurde durch die geschlossene Tür der Wohnung erschossen, die er seit rund zwei Jahren gemeinsam mit Roland bewohnte...

Bereits in "Tandem" (Folge 58) unterhielt Elisabeth Wiedemann eine Beziehung zu einem jüngeren Mann (obwohl diese unter einem anderen Stern stand), erneut liefert sie eine erstklassige Leistung ab. Wiedemanns Darbietung mag auf den ersten Blick eine Spur zu dick aufgetragen sein, doch sie bringt die rasch erblühende Liebe in ihrem Herzen, die neue Lust auf das Leben, wundervoll zum Ausdruck. Da darf man durchaus naiv und leicht überdreht aus der Hüfte kommen, frech mit Kamera und Zuschauer flirten. Hans Georg Panczak bleibt nicht auf den Part des abgebrühten Heiratsschwindlers beschränkt, seine Fassade bröckelt bereits zu Beginn, stürzt später vollends in sich zusammen. Den kühlen und berechnenden Typ präsentiert uns Gerd Böckmann, dessen Nervenkostüm freilich längst nicht aus Stahl gestrickt ist. Für Thomas Astan bleibt einmal mehr eine unsympathische Rolle, Sohnemännchen sieht die feiste Erbschaft schrumpfen, die eigene Machtposition gefährdet. Paul Hoffmann sehen wir als älteren Bruder Wiedemanns, er stösst mit Ausdauer in das Horn der "guten Gesellschaft", mahnt die aus der Spur gelaufene Schwester zu Zucht und Ordnung. Herbert Tiede taucht als Verwandter des Selbstmordopfers auf, wird vom am Rande des Wahnsinns agierenden Robert Naegele ins Spiel gebracht. Elisabeth Wiedemann und Hans Georg Panczak glänzen mit tollen Leistungen, gleiches gilt für die Nebenfiguren.

Den mäßig interessanten Kriminalfall mag ich "Toter Goldfisch" nicht anlasten, die Folge hat -neben den starken Schauspielern- andere Qualitäten zu bieten. Horst Tappert und Fritz Wepper zeigen uns Stephan Derrick und Harry Klein diesmal von einer ungewohnten Seite. Derrick, sonst stets der väterliche Freund und Helfer, behandelt den verschrobenen Kollegen Lapper mit kühler Arroganz, führt den verzweifelten Kriminalbeamten teilweise regelrecht vor. Harry eifert seinem Herrn und Meister nach, kommt jedoch nicht über den Status Wadenbeisser hinaus, bleibt eine Randnotiz. Diese Marschrichtung sorgt für Abwechslung, ich gebe jedoch gern zu, mir ist der warmherzige Derrick deutlich lieber. Zwischen Hans Georg Panczak und Gerd Böckmann knistert es homoerotisch, das Drehbuch enthält sich einer eindeutigen Aussage. Vielleicht nicht die verkehrteste Entscheidung, ansonsten hätten homophobe Engstirnler Wind unten den fauligen Flügeln gespürt. Andererseits mutlos? Wie wäre Alfred Vohrer mit dieser Vorlage umgegangen? Wir werden es nie erfahren, der bewährte Zbyněk Brynych zeichnet für die Regie von "Toter Goldfisch" verantwortlich. Unterschiedliche Interpretationen der letzten Einstellung sind möglich, der Tenor weist wohl in wenig hoffnungsvolle Gefilde. Derrick fies, Wiedemann charmant. Ein eigenwilliger Beitrag zum Derrick-Kosmos, ein sehr sehenswerter Beitrag!

7,5/10 (gut bis sehr gut)

***

Vom Ursprung her verdorben

Percy Lister Offline



Beiträge: 3.589

01.07.2012 14:55
#386 RE: "Derrick" oder: das andere Konzept Zitat · Antworten

Bewertet: "Derrick - Die Entscheidung" (Folge 71)
mit: Horst Tappert, Fritz Wepper, Hannes Messemer, Brigitte Horney, Karl Heinz Vosgerau, Gisela Uhlen, Sky Dumont, Christiane Krüger, Manfred Seipold u.a. - Regie: Theodor Grädler

Alfred Hauff reist mit dem Nachtzug vom Wiener Westbahnhof nach München. Als er am nächsten Morgen in seiner Pension Besuch von der Kriminalpolizei erhält, staunt er nicht schlecht: Ein Mann ist in dem Abteil erstickt worden, in dem er ursprünglich übernachten sollte. Offenbar hat der Täter den falschen Mann getötet. Für Oberinspektor Derrick steht fest, dass der Mörder in der Familie von Alfred Hauff zu suchen ist. Dieser trifft sich nämlich in München mit seiner Verwandtschaft, um die Firma seines kürzlich verstorbenen Vaters zu übernehmen - sehr zum Missfallen seines Bruders Ulrich....

Für den Eisenbahnliebhaber gibt es einen Blick auf den kobaltblauen Schlafwagen und das Dienstabteil des Schlafwagenschaffners, in dem sich auch die Rufanlage befindet, die vor allem dem Weckruf dient. Von der Realität des Reisens und des Termins im Büro des Notars geht es schnurstracks zur Exaltiertheit der beiden theatralisch auftretenden Dominanten dieser Folge: Hannes Messemer und Brigitte Horney. Vor allem Erstgenannter zieht eine Schau ab, dass es selbst Stephan Derrick angst und bange wird. Die hysterischen Versuche, den Verdacht auf sich zu lenken und die halbherzigen Rechtfertigungen seiner Kinder, machen aus Messemer einen am Leben zerbrochenen Kranken, der in Brigitte Horney eine Fürsprecherin findet, da ihr -der Künstlerin- Neurosen, Launen und unkonventionelle Ansichten nicht fremd sind. Wenn Ina Hauff in ihrem Tüllkostüm am Boden kauert, fühlt man sich an "Der Alte: Toccata und Fuge" erinnert. Der Regisseur befindet sich auf einem psychedelischen Kreativ-Urlaub und würden Alfred Vohrer oder Zbynek Brynych verantwortlich zeichnen, würde man sich auch nicht wundern.
Gegen Ende reist Derrick noch einmal das Ruder herum, als er Ulrich Hauff endlich in die Zange nimmt und dieser ihm seine Beobachtungen schildert. Gisela Uhlen (mit schrecklicher Topf-Frisur) tritt dem Zuseher mit hängenden Mundwinkeln entgegen; zu resigniert, zu müde von den Empfindlichkeiten ihres Mannes, überlässt sie ihren beiden Kindern (bemerkenswert gutaussehend und elegant: Christiane Krüger und der wie immer tadellose Sky Dumont) das Feld. Die Versäumnisse der Väter müssen die Kinder ausbaden: Wieder einmal erhebt Reinecker seinen Zeigefinger. Durch Kulissen, die Noblesse und Akkuratesse ausstrahlen -Ulrich Hauff spricht von einem abweisenden Haus- verströmt die Episode gepflegte Unterhaltung, die aber wie bereits erwähnt, von Nervensäge Messemer in abstruse Bahnen gelenkt wird.
Doch Stephan Derrick wäre kein erfahrener, ausdauernder Beamter, wenn er sich davon beeindrucken ließe. Seine unerschütterliche Contenance, die vertrauenserweckende Ruhe seiner Ausstrahlung und seine genaue Menschenkenntnis weisen dem Zuseher den Weg durch jede Episode, ob sie nun im Drogensumpf spielt oder in den teilweise nicht weniger morastigen Sphären der Millionärsklasse.

Percy Lister Offline



Beiträge: 3.589

01.07.2012 21:03
#387 RE: "Derrick" oder: das andere Konzept Zitat · Antworten

BEWERTET: "Derrick - Der Tod sucht Abonnenten" (Folge 72)
mit: Horst Tappert, Fritz Wepper, Verena Peter, Manfred Zapatka, Jacques Breuer, Ute Willing, Dirk Dautzenberg, Frank Muth, Käte Jaenicke, Herbert Tiede, Dinah Helal - Regie: Zbynek Brynych

Nach einem langen Arbeitstag kommt Oberinspektor Derrick müde nach Hause. Als er in seinen Garten hinaustritt, vernimmt er die Hilferufe einer Frau. Zwei Männer versuchen, sie in ein Auto zu zerren, lassen jedoch von ihr ab, als sie Derrick bemerken. Dieser hilft der jungen Frau ins Haus, wo ihm gleich klar ist, dass es sich um eine Süchtige handelt. Während er einen Arzt ruft, läuft die Frau davon und wird kurze Zeit später in einer Kneipe gefunden: tot. Sie hat sich am Fensterkreuz des Waschraums erhängt....

Die erste Frage, die sich dem Zuseher aufdrängt, lautet: Warum übernimmt Derrick diesen Fall? Drogenmissbrauch und seine Folgen fallen nicht in sein Ressort. Dafür stünde bereits ein vollbärtiger Kollege bereit. Die junge Lieselotte hat Selbstmord begangen und jegliche Nachforschungen dienen nur der Beruhigung von Derricks Gewissen, alles und vor allem das Richtige für die Frau getan zu haben. Wenigstens weiß er, wie man die Beteiligten anzufassen hat; er unterbindet hysterische Ausbrüche von Fixerinnen und widerspricht dem Schuldirektor, der sich der angeblich starken Persönlichkeit eines tonangebenden Schülers beugt. Herbert Tiede wirkt mit Halbglatze und Brille wie ein verrückter Professor und spricht die zeitlosen Probleme an, die Lehrer mit ihren Schülern haben. Völlig losgelöst von Vernunft und Beherrschung dürfen sich Verena Peter, Dinah Helal und Ute Willing abwechselnd die Seele aus dem gebeutelten Leib schreien; dürfen um sich schlagen, weinen und betteln und sich so hemmungslos geben, wie es sich manche Männer insgeheim wünschen - wären da nicht die hässlichen Einstiche an den Armen, die wie bei einer Marionette herunterhängen. Sie erinnern daran, dass sich die Mädchen nicht aus Lust breitbeinig anbieten, sondern, weil sie für den nächsten Schuss einfach alles tun würden. Wer hier zugreift, begeht in gewisser Weise Nekrophilie und unterstützt das "Geschäft mit Tod und Krankheit", wie Oberinspektor Derrick bemerkt.
Manfred Zapatka glaubt, den Teufelskreis durchbrechen zu können, übersieht aber, dass nichts schwerer ist, als einen Menschen von einer Sucht abzubringen. Er nimmt die Stimmungsschwankungen von Verena Peter in Kauf, freut sich über kleine Lichtblicke und verzweifelt beim Anblick der Krämpfe, in denen sie sich windet, sobald der Körper wieder nach Drogen ruft. Derricks Auge richtet sich derweil auf den von Jacques Breuer verkörperten Schüler, der die Fäden in der Hand hält und der sich ein lukratives Geschäft mit Suchtmitteln aufgebaut hat. Im schwarzen Ledermantel, mit Pomade im Haar und Elvis-Koteletten wirkt er unangenehm schleimig und entfaltet ein spöttisches Grinsen, sobald die Ermittler ihn auf seine Geldquellen ansprechen. Im Finale gibt es noch eine kleine Überraschung in diesem Fall ohne Rätselfaktor, bei dem alle Beteiligten ordentlich aufspielen und in brynycher Weise ein wenig übers Ziel hinausschießen.
Es ist übrigens interessant, dass Herbert Reinecker seine Drogenopfer gerne aus den Kreisen der Kunststudenten "rekrutiert" (siehe auch: "Der Kommissar"). Offenbar fallen seiner Meinung nach besonders phantasievolle Menschen den "bewusstseinserweiternden Stoffen" zum Opfer.

Passend zum Weltdrogentag, den die Vereinten Nationen 1987 ins Leben gerufen haben und der am 26. Juni begangen wird, noch folgendes zum Nachtrag:
"27 Millionen Menschen weltweit sind drogensüchtig. Dabei sind es nicht nur die klassischen Drogen wie Heroin, die gefährlich sind, sondern auch erlaubte Suchtmittel fordern ihre Opfer: 2,3 Millionen Menschen sterben jährlich am Alkoholkonsum, am Rauchen sogar 5,1 Millionen. In den Entwicklungs- und Schwellenländern hat der Drogenkonsum rasant zugenommen; der Handel mit Drogen führt zu Gewalt, Korruption und der Untergrabung der Demokratie." (Quelle: Weltdrogenbericht 2012 der UN)

Gubanov ( gelöscht )
Beiträge:

03.07.2012 21:50
#388 RE: "Derrick" oder: das andere Konzept Zitat · Antworten



Derrick: Der Tod sucht Abonnenten

Episode 72 der TV-Kriminalserie, BRD 1980. Regie: Zbynek Brynych. Drehbuch: Herbert Reinecker. Mit: Horst Tappert, Fritz Wepper sowie: Verena Peter (Marga Mende), Manfred Zapatka (Rudolf Schenke), Dirk Dautzenberg (Heinz Engels), Frank Muth (Berthold Engels), Jacques Breuer (Kurt Weber), Ute Willing (Roswitha Wohmann), Käte Jaenicke (Frau Wohmann), Dinah Helal (Lieselotte Schenke) u.a. Erstsendung: 27. Juni 1980, ZDF.

Zitat von Derrick: Der Tod sucht Abonnenten
Eine junge Frau erdrosselt sich auf der Toilette einer Gastwirtschaft, nachdem sie aus Derricks Wohnung geflohen ist. Dieser hatte sie auf der Straße vor einem Überfall beschützt und festgestellt, dass es sich um eine Drogensüchtige handelt. Nach dem Tod der jungen Hilo ermitteln Stephan und Harry in der Drogenszene und stellen ernüchtert fest, wie sehr sich das Problem unter jungen Münchnern ausgewachsen hat.


Nach einigen eher unscheinbaren und einer häufig unterschätzten Folge stand für das ZDF wieder einmal ein Publikumsmagnet unter den „Derrick“-Folgen an. Zuletzt hatte #61, „Ein Kongress in Berlin“, durch seine ungewöhnliche Aufmachung für Furore gesorgt. Nun sollten nicht die Formalia, sondern allein die vorherrschende Thematik die Aufmerksamkeit des Publikums garantieren. Man entschied sich, Drogen in den Mittelpunkt zu stellen, die in den 1970er und 1980er Jahren als neues Gesellschaftsgroßproblem entdeckt wurden – allzu unschuldig war der Umgang zuvor mit ihnen gewesen. Wenn man sich an Krimis der Sechziger erinnert, so nahmen Drogen immer nur die Rolle eines austauschbaren macguffin ein, deren schwerwiegende Folgen weitgehend ignoriert oder bagatellisiert wurden. Ein Missstand, den es aufzuholen galt:

Zitat von Mainzer Allgemeine Zeitung, 26. Juni 1980
Die Kriminalpolizei empfiehlt diese Folge der Derrick-Serie „Der Tod sucht Abonnenten“, morgen Abend im ZDF, jungen Menschen, weil zum Einen Gefahren aufgezeigt werden, wie in der Szene, in der ein Mädchen von ihrer Freundin „angefixt“ wird, ohne zu wissen, dass diese Spritze Heroin enthält, und so in die Drogenabhängigkeit gerät. Zum Anderen werden sehr eindringlich die Folgen des Rauschgiftkonsums aufgezeigt, die Qualen, denen man sich aussetzt, der Zwang zur Prostitution, um sich das viele Geld zu beschaffen, das man für die Droge braucht, und schließlich der Tod.
Die Kriminalpolizei empfiehlt diesen Film den Eltern. Er kann er erste Schritt sein, sich über Rauschgift und seine Folgen zu informieren.


In der allgemeinen Aufregung, der wachsende Zahlen von Drogenabhängigen und -toten zugrunde lagen, ging man sogar so weit, die Abendserie in die Schulen zu tragen. Zur prophylaktischen Abschreckung fand „Der Tod sucht Abonnenten“ so Eingang in den Lehrplan. Leider haben es solche „Lehrfilmchen“ auch oftmals an sich, dass sie ein Stück zu verbissen, ein Stück zu spröde und ein Stück zu eindeutig in ihrer Aussage sind. Einem so deutlichen Zeigefinger, wie Reinecker ihn in diesem Script erhob, begegnete man selten in „Derrick“. Nicht einmal Brynych hilft, den Tunnelblick aufzulösen, denn auf Spielereien und kuriose Einfälle verzichtete der Tscheche ebenso wie auf einen dynamischen Soundtrack. Aus den Lautsprechern quillt stattdessen ein süßlicher Duval-Score, von dem man meint, ihn schon zwanzigmal gehört zu haben.

Verena Peter überzeugt als drogenabhängige Marga Mende. Glücklicherweise reduzierte Reinecker das Mitleid, das man für die Dummheit der „Ich probier’ es ’mal“-Fraktion empfinden soll, auf ein erträgliches Minimum, weil er selbst kein Verständnis für die „Verwahrlosung und moralische Aufweichung der Jugend“ (wie er es vielleicht ausgedrückt hätte) aufbringen konnte. Einen weniger glaubwürdigen Eindruck macht leider Jacques Breuer in der Rolle des bitterbösen und gefühlskalten Heroinhändlers. Der weichgesichtige und zögerliche junge Mann war in „Solo für Margarete“ eindeutig besser besetzt als in dieser Dunkelmann-Rolle.

Entschädigt für die sicher wichtige und richtige, aber ebenso blutleere Handlung wird man dafür durch einen großen Tappert-Auftritt mit „tiefen“ Einblicken (zumindest für „Derrick“-Verhältnisse) in Privatleben und Psyche des Oberinspektors. Zu Beginn wirft man zum ersten Mal seit x Jahren einen Blick in dessen Wohnung – zu lang ist die letzte Gelegenheit her, als dass ich noch festmachen könnte, ob es sich um dasselbe oder ein völlig anderes Set handelt. Offenbar war er zuvor gemeinsam mit Harry, der später im Verlauf der Episode einen kurzen, eher amüsanten Wutausbruch ob steigender Drogenkriminalität aufspielen darf, einkaufen.

Ein Bilderbuchlehrstück, dem es aber an echtem Eigenleben fehlt. Zu übermächtig ist ein geboteartige Duktus „Du sollst nicht ...“. Die Verpackung einer an sich vernünftigen Aussage könnte also hübscher ausfallen. 3 von 5 Punkten.

PS: @Percy Lister wirft in der Besprechung die Frage auf: „Warum übernimmt Derrick diesen Fall? Drogenmissbrauch und seine Folgen fallen nicht in sein Ressort.“ – Die Brochüre „Augenblick 30“ beantwortet diesen Dissens wie folgt:

Zitat von Andreas Quetsch: Der Mensch und die Moral, in „Augenblick 30: Gesetz & Moral – Öffentlich-rechtliche Kommissare“, Marburger Hefte zur Medienwissenschaft, 1999, S. 38
Zu der Auflistung gehört noch eine weitere Verbrechensart, die in der Serie um die Arbeit einer Mordkommission quasi außer Konkurrenz mitläuft. Es sind Verbrechen, die keine Morde sind, aber dennoch von Reinecker mit diesen gleichgesetzt werden [...] In die gleiche Kategorie fällt die Rauschgiftproblematik. In „Judith“ (185/1990) betrachtet Derrick einen durch den „goldenen Schuss“ zu Tode gekommenen Junkie als Mordopfer. Sofort fühlt er sich zuständig und nimmt die Ermittlungen auf, denn wie er in „Der Tod sucht Abonnenten“ (72/1980) sagt: „Wer mit Krankheit und Tod handelt, ist kein Geschäftsmann. Der ist ein Mörder.“ Anhand solcher Episoden zeigt sich, dass Reinecker den Mordbegriff sehr weit fasst und mit dem Thema „Mord“ immer auch eine gesellschaftsbezogene Aussage verbindet.

Gubanov ( gelöscht )
Beiträge:

05.07.2012 22:04
#389 RE: "Derrick" oder: das andere Konzept Zitat · Antworten



Derrick: Auf einem Gutshof

Episode 73 der TV-Kriminalserie, BRD 1980. Regie: Theodor Grädler. Drehbuch: Herbert Reinecker. Mit: Horst Tappert, Fritz Wepper sowie: Helga Anders (Waltraud Heimann), Ellen Schwiers (Marlene Schulte), Horst Buchholz (Richard Schulte), Peter Dirschauer (Gerhard Wesenbrink), Rolf Becker (Eberhard Heimann), Karin Baal (Ina Schulte), Willy Schultes, Margot Dürrmeier-Aas u.a. Erstsendung: 1. August 1980, ZDF.

Zitat von Derrick: Auf einem Gutshof
Sturm und Regen fegen nachts um den Gutshof des Ehepaars Schulte. Marlene Schulte tritt ans Fenster, weil eine Scheibe gesplittert ist. Da fällt ein Schuss. Eine Pistolenkugel pfeift nah an ihr vorbei. Draußen steht ... ihr Mann! Marlene mag es nicht glauben, doch sie hat ihn gesehen. Allein: Richard Schulte scheint genauso überrascht wie sie ...


Die Besprechung enthält Spoiler.

Derrick ist schon wieder am Theater zu Gast. Zwar geschieht diese Stippvisite weder in Form einer Abwesenheit von Horst Tappert noch durch wild chargierende Bühnenmimen à la „Die Entscheidung“, doch die erneute Quelle der Inspiration ist mehr als deutlich. Denn wann wurde zuletzt so wunderbar perfide ein Theater aufgeführt, das einen Mann fast das Leben gekostet hätte?

Ja, „Auf einem Gutshof“ ist durchschaubar. Natürlich weiß man, dass Horst Buchholz in Wahrheit nicht wirklich den Schuss abgegeben hat, der seine Frau so wundersam knapp verfehlt hat. Natürlich ahnt man, wer stattdessen für den Trick verantwortlich zeichnete. Nur welch ein Trick das ganz genau war – dafür braucht es schon länger. Erst als Derrick sich so offensichtlich für die Freizeitbetätigung des volksschauspielernden Gutsverwalters zu interessieren beginnt, ging mir ein Licht auf. Ab diesem Moment ergab selbst der etwas plump erscheinende Titel plötzlich Sinn: „Auf einem Gutshof“ – derlei Formulierungen liest man in den Szenenbeschreibungen dramatischer Texte! Doch der echte Hammer folgte erst noch: Jetzt, so fiel mir wie Schuppen von den Augen, ist klar, wohin Reineckers drittes „Hexer“-Drehbuch wirklich verschwand!

Der Trick mit der Gummimaske ist für Freunde von Henry Arthur Milton ein besonders hübsches Gimmick. Ob eine waschechte Täuschung damit in Realität funktionieren würde, darf trotzdem – gerade in Anbetracht der sehr unterschiedlichen physiognomischen Merkmale von Buchholz und Dirschauer – angezweifelt werden. Die Maskierung ist indes nicht die einzige Zutat, die an Wallace-Machart erinnert: Das nächtliche Anwesen, umpeitscht von den englischstmöglichen Unwettern, lässt an Filme wie „Der grüne Bogenschütze“ oder „Der unheimliche Mönch“ denken.

Erneut haben wir es mit einer Promi-Folge unter den 1980er-„Derricks“ zu tun: Horst Buchholz (der mehr Aufmerksamkeit verdient hätte – seine suizidale Anwandlung am Ende kündigt sich jedenfalls nicht in ausreichendem Maße an) und Karin Baal, die nun auch zu Mini-Rollen griff, tauchen ebenso wie Peter Dirschauer und die beiden diesmal überzeugend fies agierenden Rolf Becker und Helga Anders zum wiederholten Male in der Serie auf. Ellen Schwiers dagegen ist zum ersten Mal zu Gast bei „Derrick“ (ja, so etwas gibt es tatsächlich noch). Sie trägt im Wesentlichen die lange erste Szene, die mehr als die Hälfte der Episode ausmacht und in alle Ereignisse und Abgründe einführt.

Derrick goes Wallace. Eine gelungene Kombination, bei der es nur im Detail hakt. Theo Grädler hat zwar schon eindrucksvollere Leistungen aus seinen Schauspielern herausgekitzelt, aber gerade Schwiers, Becker, Anders und Baal bleiben auch in dieser Folge in bester Erinnerung. Zur düsteren Stimmung passt auch die dumpfe Musik von Raimund Rosenberger. 4,5 von 5 Punkten.

Georg Offline




Beiträge: 3.228

06.07.2012 10:29
#390 RE: "Derrick" oder: das andere Konzept Zitat · Antworten

Zitat von Gubanov im Beitrag #389
Theo Grädler

Von seinen Freunden und Kollegen wurde er übrigens nicht "Theo" sondern "Teddy" genannt.

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