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Dieses Thema hat 976 Antworten
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 Film- und Fernsehklassiker national
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Blap Offline




Beiträge: 1.128

12.02.2012 23:48
#286 RE: "Derrick" oder: das andere Konzept Zitat · Antworten

Die Fortsetzung der "Mega-Derrick-Sause"


Derrick - Collector's Box 8 (Folgen 106-120)

Folge 110 - Die Verführung (Deutschland 1984)

Der Schüler Erich Wobeck (Hans-Jürgen Schatz) will die wilde Welt entdecken, doch seine neuen "Freunde" spielen ein falsches Spiel mit dem jungen Mann. Irgendwann steht Erich in einem fremden Haus, vor ihm liegen der ermordete Hausbesitzer und die zur Tat passende Waffe, Sekunden später ist die Polizei vor Ort. Einer der Ermittler kann den Anblick kaum fassen, Kommissar Wobeck (Gert Günther Hoffmann) steht seinem Sohn gegenüber! Sofort kontaktiert der Kommisssar seinen Kollegen Derrick, da er auf die Fähigkeiten des Oberinspektors vertraut. Erich berichtet von seinem Kumpel Willi Stein (Werner Stocker), der ins das Haus des Opfer eingestiegen war. Besagter Stein wird in einer Kneipe angetroffen, erhält jedoch durch die Aussagen des Gastes Karl Zander (Karl Obermayr) und dessen Sohn Heinz (Horst Kummeth) ein Alibi. Vor rund acht Jahren wurde Karl Zander durch Kommissar Wobeck überführt, wanderte damals wegen diverser Delikte ins Gefängnis. Offensiv stellt Zander seine Abneigung gegen Wobeck zur Schau, labt sich am Unglück des Kriminalbeamten...

Hans-Jürgen Schatz passt gut in die Rolle des biederen Bürschleins, sicher zum Zeitpunkt der Dreharbeiten etwas zu alt um einen Schüler zu spielen, doch darüber schaue ich gern hinweg. Erich Wobeck findet in seiner Familie keinen Halt. Die Mutter verstarb vor ein paar Jahren, dem Vater mangelt es an Einfühlungsvermögen, der ältere Bruder interessiert sich nicht für Erichs Gefühle und Gedanken. So liefert das Drehbuch die Erklärung für leichte Beeinflußbarkeit des Schülers gleich mit, ebenso für das Verhalten des offensichtlich völlig überforderten Vaters. Gert Günther Hoffmann ist vor allem als Synchronsprecher eine Legende, er überzeugt jedoch auch als verzweifelter Vater und hilfloser Ermittler. Richtig stark Karl Obermayr, ein verbitterter und von Hass zerfressener Krimineller, dessen unbändiger Zorn ihn über die Schwelle des Irrsinns treibt. Leider kommt Obermayr zu selten zum Zuge, da die Einleitung bis zum Mord bereits spürbar an der knapp einstündigen Spielzeit nagt. Horst Kummeth und Werner Stocker machen ihren Job ordentlich, gleiches gilt für Helmut Dauner, der als erster Lockvogel auf Schatz angesetzt wird.

"Die Verführung" bietet solide Durchschnittsware, einen Preis für Kreativität gewinnt Reineckers Plot ganz sicher nicht. Für Schmunzler sorgt Horst Tappert, der sich mehrfach über die Motive des Fieslings wundert, den hinterhältigen Plan als meschugge bezeichnet. Damit sollte vermutlich die erwartete Kritik abgeschmettert werden, schliesslich ist ein "Bekloppter" zu jedem wirren Gedankengang fähig, sei sein Plan auch noch so bescheuert. Mutlos, da traut manch andere Folge der Reihe dem Zuschauer mehr zu. Wenn schon auf den Gäulen namens Rachsucht und Wahnsinn geritten wird, dann hätte man Karl Obermayr mehr Raum zur Entfaltung gewähren sollen, die eigentliche "Verführung" komprimierter inszenieren können. Letztlich entsteht ein seltsam halbgares Gesamtbild, auf die sorfältige Einleitung folgt ein flaches Familendrama, obendrauf eine zu zahnlos gehaltene Rachesuhle. Ähnlich harmlos tönt die Musik von Hans Hammerschmid, die nie über unverbindlich-fröhliches Gedudel hinauskommt. Dank Horst Tappert und Fritz Wepper wird dem Fan immerhin der gewünschte Wohlfühlrahmen angeboten.

Knappe 6/10 (obere Mittelklasse)

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Percy Lister Offline



Beiträge: 3.589

18.02.2012 15:02
#287 RE: "Derrick" oder: das andere Konzept Zitat · Antworten

BEWERTET: "Ein Hinterhalt" (Folge 43)
mit: Horst Tappert, Fritz Wepper, Ruth Leuwerik, Hans Georg Panczak, Traugott Buhre, Toni Berger, Nora Minor, Hans Kraus, Werner Asam, Heiner Lauterbach, Mascha Gonska, Helmut Fischer, Ursula Ludwig, Claus Richt u.a. - Regie: Alfred Vohrer

Ein Auto fährt nachts durch den Wald. Plötzlich taucht ein Baumstamm auf, der die Fahrbahn versperrt. Der Fahrer kann nicht mehr bremsen und rammt das Hindernis, wobei der Wagen von der Straße abkommt und in Flammen aufgeht. Es handelt sich um das Auto der Landärztin Dr. Marta Schwemm. Am Steuer saß jedoch ein junger Mann, der für sie ein Medikament aus der Apotheke holen sollte und nun statt ihrer hilflos verbrannte. Wer wollte die alleinstehende Frau töten? Wird sich der Anschlag auf ihr Leben wiederholen?
Ruth Leuwerik (geb.1924) in der Hauptrolle überzeugt mit der ihr eigenen Würde, Beharrlichkeit und Voraussicht. "Es geht ihr nicht um Eintagsruhm, nicht einmal um sprunghafte Erfolge. Sie strebt eine kontinuierliche innere und äußere Weiterentwicklung an. Echte künstlerische Leistungen verlangt sie von sich selbst, nicht ein Spiel, das heute dem Publikum gefällt und morgen vergessen ist." (Unsere Filmlieblinge, Verlag Bernhard Reiff, 1956) Ihre Filmkarriere erlebte in den Fünfziger Jahren ihren Höhepunkt; das selbstbewusste Auftreten der unabhängigen, beruflich erfolgreichen Frau verlieh ihr jedoch gerade in späteren Rollen die Ausdruckskraft, die ihre Figuren mit Leben erfüllte. Dennoch wirkt sie nie herablassend oder berechnend, sondern zeigt stets, dass sie abwägt, bevor sie handelt; dass sie nachdenkt, bevor sie spricht und dass sie sich der mannigfaltigen Gefahren bewusst ist, die in der großen Welt auf den einzelnen Menschen lauern. Das Zusammenspiel mit Hans-Georg Panczak (geb.1952) gestaltet sich als Herausforderung für beide Parteien. Wird die Ärztin von Pflichtbewusstsein angetrieben, so schöpft der arbeitslose junge Mann vor allem aus seinem Zynismus, der jugendliches Aufbegehren und Nonkonformismus ausdrücken soll. Ohne Vorbild aufgewachsen, lebt er in den Tag hinein und sieht sich plötzlich mit einer Lebensart konfrontiert, die nicht der seinen entspricht, ihn aber anstachelt und sich letztendlich als richtig herausstellen wird. Der schwache Vater verbringt seine Tage mit Spielen und Trinken, was schlussendlich immer zum Teufel führt. Traugott Buhre bewältigt seinen Part wie schon in "Eine Nacht im Oktober" mit überzeugender Schmierigkeit. Es bleibt unbegreiflich, wie unprofessionell Oberinspektor Derrick nach dem Mordanschlag handelt. Da die eigene Familie allgemein zu den primären Verdächtigen bei einer Gewalttat zählt, hätte er Frau Dr. Schwemm zum Schutz einen Beamten der Kripo abstellen sollen, anstatt sie zu bitten, einen männlichen Verwandten ins Haus zu holen. Aber da sowohl der Kriminalbeamte Schröder, als auch sein Kollege Echterding die Mordkommission verlassen hatten, musste Derrick eben auf Eigeninitiative zurückgreifen. Anders wäre der Fall wohl auch nicht ins Rollen gekommen. Panczak, den wir öfter hören als sehen (er ist ein gefragter Synchronsprecher), kennt man vor allem aus Kriminalserien und dem "Landarzt", wobei er gerade in zwielichten Rollen Profil zeigen kann. Er ist durchaus lernfähig und das Finale für ihn nicht nur das schreckliche Ende einer verfahrenen Situation, sondern vor allem ein Neubeginn.
Die Wald- und Wiesenszenerie wartet mit "Urbayern" wie Karl Tischlinger, Werner Asam und Hansi Kraus auf; Charakterschädeln, die stur und unbelehrbar wirken und nur das glauben, was sie mit eigenen Augen gesehen haben. Helmut Fischer als seriöser, klug handelnder Gemeindepolizist wirkt hier geradezu vornehm, während sich Mascha Gonska mit einem Miniauftritt ins Gedächtnis der "Derrick"-Fans ruft. Heiner Lauterbach, hier noch mit vollen Haaren, dient im wahrsten Sinne des Wortes als Stütze für den versoffenen Traugott Buhre und wirkt so sanft, dass man die Enthüllungen am Ende kaum glauben kann.
Eine nachhaltig wirkende Folge, die vom starken Spiel von Leuwerik und Panczak lebt und die Kriminalermittler fast vergessen macht. Alfred Vohrer versteht es nach "Ein Alibi zerbricht" auch hier vorzüglich, Ruth Leuwerik die ihr zustehende Präsenz zu verleihen und die feinen Nuancen ihres Spiels zu vertiefen.

Percy Lister Offline



Beiträge: 3.589

18.02.2012 21:38
#288 RE: "Derrick" oder: das andere Konzept Zitat · Antworten

BEWERTET: "Steins Tochter" (Folge 44)
mit: Horst Tappert, Fritz Wepper, Katerina Jacob, Thomas Holtzmann, Marcus Boysen, Hartmut Becker, Stephan Schwartz, Henning Gissel, Hans Zander u.a. - Regie: Wolfgang Becker

Die 19-jährige Cosima Stein wird von ihrem Verlobten, dem Diskothekenbesitzer Alex Bork nach Hause gebracht. Ihr Vater ist gegen die Beziehung, da seine Tochter keine Nacht mehr zuhause ist, obwohl sie kurz vor dem Abitur steht. Als das Paar vor Steins Haus aus dem Wagen steigt, wird der 35-jährige Bork mit zwei Schüssen niedergestreckt. Wenig später stirbt er an den Verletzungen. Steckt Cosimas Ex-Freund hinter dem Mord? Oder hatte der erfolgreiche Geschäftsmann andere Feinde?
Katerina Jacob steht im Mittelpunkt des Interesses. An ihren Lippen hängt, zu ihren Lippen drängt doch alles (frei nach Goethe). Sie ist ausschließlich von Männern umgeben und definiert sich über sie oder besser gesagt: über die Gefühle und Gelüste, die man ihr entgegenbringt. In hemmungsloser Offenheit präsentiert sie nicht nur ihre Reize, sondern vor allem ihren unbändigen Willen, den das mutterlose Papa-Kind immer durchsetzen kann, auch wenn der sorgenvolle Vater nicht nur um seinen Leumund als Lehrer, sondern vor allem um ihre Zukunft fürchtet. Exzessives Tanzen und wilde Küsse wechseln sich mit hysterischen Weinkrämpfen ab und zeigen eine junge Frau, deretwegen sich gar einige Männer in Schwierigkeiten bringen. Fasziniert folgt man ihrer Spur und staunt, wie es ihr gelingt, alle Menschen ihrer Umgebung auf Trab zu halten. Marcus Boysen spielt gegen seine talentierte Kollegin an und schafft es, dem Publikum wechselnd andere Meinungen über sich abzuverlangen. Mit süffisantem Lächeln, bedrohlichem Schweigen, einschüchternder Mimik und nachdenklicher Haltung gelingt es ihm, einen Schüler zu zeigen, der mehr Verantwortungsbewusstsein hat, als man ihm zutraut. Thomas Holtzmann bewegt sich immer noch im gleichen Umfeld wie in "Auf dem Stundenplan: Mord" aus der Reihe "Der Kommissar". Seine Schüler verweigern ihm nach wie vor die Gefolgschaft, bleiben abweisend und uneinsichtig. Die aufmüpfige, fun-orientierte Jugend war Herbert Reinecker schon immer ein Dorn im Auge. "Das Lehrer/Schüler-Verhältnis taugte sehr gut, um den Generationenkonflikt zu thematisieren. Denn dieser beschäftigte Autor Reinecker immer wieder - waren es doch gerade die Jungen, die ab Mitte der 60er Jahre tradierte Werte über Bord geworfen hatten und unbekümmert neue Lebensmodelle erprobten. Aus Reineckers Sicht war das ein sehr fahrlässiges Verhalten, ist doch seines Erachtens der Mensch auf ein festes soziales und moralisches Stützkorsett angewiesen." ("Der deutsche Fernsehkrimi", Verlag J.B. Metzler, Seite 177)
Wenigstens Derrick und Klein dürfen sich wieder einmal von ihrer lockeren Seite zeigen, indem sie den Teilhaber von Bork bitten, die Hifi-Anlage in der Diskothek ausprobieren zu dürfen. Die Musik geht in die Beine und hätte Brynych und nicht Becker Regie geführt, hätten die beiden Kriminalbeamten sicher eine flotte Sohle aufs Parkett gelegt. Dabei geht Wolfgang Becker keineswegs behäbig vor. Er konzentriert sich auf den Kern der Geschichte und die drei Hauptakteure, wobei die Kamera ihnen in vielen Großaufnahmen sehr nahe kommt. Das Herz des Zusehers erfreut der Schneefall, der kurz nach dem Mord einsetzt und bald den ganzen Garten unter einer weißen Decke versteckt. Dennoch bleiben Derrick und Klein fern jeder Romantik und lassen sich auch durch falsche Fährten nicht täuschen. Die Ballistik und eine Zeugenbefragung weisen den Weg zum Täter.

Percy Lister Offline



Beiträge: 3.589

18.02.2012 22:02
#289 RE: "Derrick" oder: das andere Konzept Zitat · Antworten

BEWERTET: "Klavierkonzert" (Folge 45)
mit: Horst Tappert, Fritz Wepper, Maria Schell, Peter Fricke, Jutta Speidel, Iris Berben, Eric Pohlmann, Heinz Ehrenfreund, Sky Dumont, Ursula Ludwig, Ilse Neubauer, Helma Seitz, Michael Mendl u.a. - Regie: Helmuth Ashley

Robert van Doom gibt ein Klavierkonzert. Seinem Agenten fällt auf, dass er unkonzentriert ist und schlecht spielt. Robert hatte am Nachmittag einen Streit mit seiner Ehefrau Luisa, von der er sich scheiden lassen will. Gerade als diese aufbrechen will, um das Konzert zu besuchen, wird ihre Haushälterin durch das Schlafzimmerfenster erschossen. Alle Anzeichen sprechen dafür, dass Luisa das Mordopfer sein sollte. Steckt Robert hinter dem Anschlag? Hat er jemanden beauftragt, seine vermögende Frau zu töten?
Gubanov hat in seiner Kritik den Vorwurf einer unglaubwürdigen Verbindung zwischen Maria Schell und Peter Fricke geäußert. Dieser wird von der Basis, auf der die Geschichte aufgebaut ist, widerlegt. Eine wohlhabende, kunstinteressierte Frau in den besten Jahren fördert einen begabten jüngeren Mann und ermöglicht ihm eine Ausbildung, auf der er mit Fleiß und Talent eine Karriere aufbaut, die ihn unabhängig und erfolgreich macht. Der dominanten Art seiner Ehefrau überdrüssig geworden, sucht sich der Mann ein Leben abseits des vorgesehenen Pfades und eine neue Partnerin in Gestalt einer jüngeren Frau.
Ist die Vorgeschichte so unglaubwürdig? Dürfen Frauen sich ihre Partner nur in ihrem Jahrgang suchen? Weshalb manche Männer zwar die Variante "älterer vermögender Mann ehelicht jüngere -gerne auch mittellose- Frau" akzeptieren, jedoch verwundert den Kopf schütteln, wenn die Ausgangssituation genau umgekehrt ist, wird mir auf ewig ein Rätsel bleiben. Haben wir es hier mit dem patriarchalen Selbstverständnis eines Geschlechts zu tun, das sich in jedem Alter eine junge Partnerin leisten möchte?
Dem Kritiker Gubanov unterstelle ich einfach eine latente Abneigung gegen die mit großem Gestus aufspielende Mimin Maria Schell, die stets im Mittelpunkt ihrer Szenen steht und deren Temperament -ähnlich wie bei dem großen Gert Fröbe- wenig Platz für Konkurrenz lässt.
Ich sehe den Schwachpunkt der Handlung schlicht in der Tatsache, dass mich Herr Fricke als großer Pianist nicht überzeugt. Die Anfangsszenen im Konzertsaal hinterlassen einen schalen Nachgeschmack. Der Darsteller und das Instrument bilden keine Harmonie. Umso mehr gefällt sein Spiel in den Szenen abseits der Konzertbühne. Steht Peter Fricke in seinen Rollen gerne am Rande der Legalität und zählt zu den klassischen Verdächtigen, so darf er hier mehrere Facetten seines Könnens ausspielen. Er brilliert als aufbrausender, verzweifelter, um Fassung ringender Mann, der sich der Gefahr bewusst ist, in der sich seine Karriere und sein künftiges Leben befinden. Die mondäne Iris Berben war wohl die Frau für gewisse Stunden, erweist sich nun in der Krise jedoch als zu abgeklärt, weswegen -Ironie des Schicksals?- Fricke wieder auf das bewährte Modell "Zuverlässigkeit" in Form von Jutta Speidel zurückgreifen muss, wobei ich sagen möchte, dass Frau Speidel hier sehr schön und geschmackvoll aussieht. Ihre absolute Gleichgültigkeit gegenüber der Art und Weise, wie ihre Tante starb, fällt auf und scheint sie gegen alle Widrigkeiten des Lebens resistent zu machen. Weniger gut ist es um Eric Pohlmann bestellt, der ein Jahr später starb. Er sieht schmal und blass aus und das Sprechen scheint ihn anzustrengen. Der schöne Sky Dumont (der übrigens auch in die obengenannte Beziehungskategorie fällt) erhält eine kleine, aber feine Rolle als Sekretär des Impresarios und kann einen entscheidenden Hinweis geben. Grotesk bleibt der Auftritt von Helma Seitz, den man sich hätte sparen können. Die Rolle soll witzig wirken, zeigt aber nur den Verfall einer altbekannten Krimi-Institution. Heinz Ehrenfreund wird vom kraftvollen Engagement des Ehepaars van Doom ein wenig an den Rand gedrängt und zu leicht blickt man ihm in die Karten. Die Auflösung bestätigt den Verdacht, den man recht bald hegt und der wieder einmal pekuniäre Motive zum treibenden Faktor erhebt. Merke: Eine Frau mit Vermögen lebt gefährlich - mit und ohne Ehemann.

Blap Offline




Beiträge: 1.128

19.02.2012 13:31
#290 RE: "Derrick" oder: das andere Konzept Zitat · Antworten

Die Fortsetzung der "Mega-Derrick-Sause"


Derrick - Collector's Box 8 (Folgen 106-120)

Folge 111 - Manuels Pflegerin (Deutschland 1984)

Als Dr. Wolfgang Rohm (Herbert Fleischmann) den befreundeten Dr. Masilke aus dem Hotel abholen will, muss der erfolgreiche Unternehmer eine fürchterliche Entdeckung machen. Masilke wurde liegt tot in seinem Zimmer, wurde offensichtlich Opfer eines kaltblütigen Mordes. Kurz zuvor hatte Rohm seinen per Zug angereisten Freund ins Hotel gebracht, Masilke wollte sich nach der langen Bahnfahrt ein wenig ausruhen. Zunächst ist zwar kein Motiv erkennbar, doch immerhin gibt es einen ersten Hinweis, der vermutliche Täter suchte sein Opfer in der Uniform eines Briefzustellers auf. Im Haus von Dr. Rohm treffen die Ermittler auf dessen Bruder Manuel (Sascha Hehn). Der junge Mann sitzt im Rollstuhl und wird von der attraktiven Ingrid Moorhof (Susanne Uhlen) betreut. Noch immer ergibt sich kein handfester Ansatz, wer sollte einen friedlichen, harmlosen und unscheinbaren Pensionär auf solch perfide Art töten? Der Blick auf die berufliche Vergangenheit des Ermordeteten fördert einen interessanten Arbeitgeber zu Tage, Dr. Masilke war in der Kernforschungsanlage Jülich tätig...

Der letzte Streich des von mir sehr geschätzten Herbert Fleischmann, mehr solide Vorstellung als imposanter Auftritt, die Fäden ziehen diesmal andere Gestalten. Fleischmann kümmert sich als Dr. Rohm liebevoll um seinen Bruder, zumindest sorgt er für eine angemessene Betreuung. Eine Rolle abseits des Klischees vom knallharten und gefühllosen Bonzen, trotz beruflichen Erfolges nagt das Gewissen ohne Unterlass am Nervenkostüm des Unternehmers. Sascha Hehn rollt munter durch das Anwesen, seine neue Pflegerin bringt den Hormonhaushalt des Querschnittgelähmten in Wallung. Hehn sehen wir in einigen Szenen in das schrecklichste Kleidungsstück aller Zeiten gestopft, das ekelhafte Polohemd von Lacoste, in den achtziger Jahren Erkennungszeichen aller Popper, Seitenscheitelträger und sonstiger Schleimbeutel. Hüstel, bevor ich völlig die Contenance verliere, attestiere ich Hehn eine durchaus brauchbare Leistung. Susanne Uhlen darf in erster Linie traurig aus ihren grossen Augen blicken, ein mörderisches Mahlwerk droht ihr kleines Leben zu zerquetschen. Franziska Stömmer sehen wir als eifrige Hausangestellte der Herren Rohm, Karl Lange (aka Carl Lange) stellt sein kantiges Gesicht für eine Nebenrolle zur Verfügung.

Nur kurzzeitig könnte der Zuschauer "Manuels Pflegerin" Pflegerin für ein übliches Rachedrama halten. Hier sind ganz andere Machenschaften im Gange, Derrick und Klein müssen sich mit Agentenpack aus dem finsteren Reich der Kommunisten plagen. Die Herkunft der Burschen wird nicht benannt, sollte aber für jeden Betrachter eindeutig sein. Vor allem zeigt die Folge auf, wie verkrampft der Umgang mit im Rollstuhl sitzenden Menschen vor knapp dreissig Jahren noch war. So mutet der übermütige und verliebte Sturz des Manuel Rohm ins Abenteuer sicher nicht allzu nachvollziehbar an, untermauert aber auf charmante Weise dessen berechtigten Anspruch auf ein Leben mit Inhalt und Leidenschaft. Ja, der Gesamteindruck mutet unrund an, die feindlichen Agenten sind nicht mehr als alberne Abziehbildchen, abgespulte Klischees. Derrick, Klein und Sklave Berger werden durch das engagierte Eingreifen eines Beteiligten zu Helferlein degradiert, daher bringt der Titel "Manuels Pflegerin" den Inhalt auf Punkt. Trotz diverser Kritikpunkte stimmt der Unterhaltungswert, vielleicht hätte Regisseur Helmuth Ashley ein wenig kerniger, ruppiger inszenieren sollen, doch das Leben ist bekanntlich kein Wunschkonzert. Melancholische Klaviermusik lässt einen sympathischen Beitrag ausklingen, ich beschwere mich nicht über Sascha Hehn, was will man mehr? (Antwort: Zbyněk Brynych auf dem Regiestuhl!)

6,5/10 (oberste Mittelklasse)

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Vom Ursprung her verdorben

Percy Lister Offline



Beiträge: 3.589

19.02.2012 20:22
#291 RE: "Derrick" oder: das andere Konzept Zitat · Antworten

BEWERTET: "Tod eines Fans" (Folge 41)
mit: Horst Tappert, Fritz Wepper, Tommi Piper, Stefan Behrens, Wolfgang Wahl, Werner Schulenberg, Rebecca Völz, Christian Kohlund, Hannes Messemer, Helga Anders, Stella Nooney-Schell, Eva Kotthaus, Roland Astor, Eduard Linkers u.a. - Regie: Alfred Vohrer

Der Rockstar Harry Dugan gibt ein umjubeltes Konzert in München. Die Halle tobt und seine vor allem weiblichen Fans lassen ihn kaum von der Bühne. Nach seiner Rückkehr ins Hotel findet er ein unbekleidetes Mädchen in seinem Bett. Sie wurde mit einem Messer getötet. Als er die Leiche aus dem Weg räumen möchte, wird er von einem Reporter entdeckt. Wer hat die junge Frau ermordet? Wie kam sie in sein Zimmer? Handelt es sich um den Versuch, Dugan zu vernichten?

Tommi Piper überzeugt nicht nur seine Anhänger im Konzertsaal, sondern vor allem sein Publikum vor dem Fernsehschirm. Abgesehen von ein paar salbungsvollen Erklärungen, die er über seinen Erfolg abgibt, erweist sich sein Spiel als lebensecht und glaubwürdig, auch wenn man seine Musik nicht mag. Er gibt den überdrehten Rockstar, der sich mit dunkler Sonnenbrille in einer Limousine von einem Triumph zum anderen kutschieren lässt, wie aus dem Lehrbuch und scheint sich selbst ein wenig auf die Schippe nehmen zu wollen. Rebecca Völz ist als Groupie oder Fangirl ebenso in Fahrt und macht die ganze Lächerlichkeit einer übertriebenen Starverehrung deutlich: Beruf und Freundeskreis werden vernachlässigt, der gesunde Menschenverstand ausgeblendet. Umso realistischer der Weitblick des Managers Wolfgang Wahl, der deutlich macht, wie viele Arbeitsplätze von den Launen eines Künstlers abhängen und wie nah Erfolg und Niederlage in der Branche sind.
Der Kreis der Verdächtigen ist überschaubar, wird jedoch durch sprunghaftes Vorgehen Derricks bei den Verhören ein wenig gedehnt. So erweisen sich Alibis und Zeugenbeobachtungen als essentiell, wobei der Mörder am Ende nicht sehr glaubhaft wirkt. Sein "Bruder im Geiste", der die Tat mit seinem Schweigen billigt, wäre viel überzeugender gewesen. Aggressiver Nachdruck begegnet uns in Gestalt von Hannes Messemer, während Helga Anders vor allem zeigen darf, wie man sich in Schlaghosen korrekt bewegt, während man mit Polizeibeamten redet. Als Überbringer der Todesnachricht schickt Derrick seinen Freund Klein ins Rennen, da dieser sich mit jungen Mädchen und ihren Spleens besser auskennt. Die resignierte Mutter scheint ihre Tochter schon lange aufgegeben zu haben. Umso kampfbereiter wirkt der Mordverdächtige, dessen Werdegang von der ersten Befragung über die Zeit in der Zelle bis zur Vorführung im Polizeibüro recht ausführlich gezeigt wird und den Zuseher nicht nur von seiner Unschuld, sondern auch von seinen guten Absichten überzeugen soll.

Fazit: Ausflug in die Welt eines Popstars, die sich zwischen Hotelzimmern, gepackten Koffern und Konzerthallen abspielt, wobei ihm Fans, Equipe und Presse wie die Fliegen folgen - immer unter Strom, ohne Rücksicht auf Verluste.

Georg Offline




Beiträge: 3.228

19.02.2012 20:42
#292 RE: "Derrick" oder: das andere Konzept Zitat · Antworten

Zu dieser Folge (Tod eines Fans) gibt es übrigens ein sehr schönes ca. 20-minütiges Making-Of des Schweizer Schulfernsehens aus den 1970ern, in dem Ringelmann, Vohrer und Reinecker teilweise auch ausführlich zu Wort kommen und Vohrer u.a. erklärt, wie er die Inszenierung dieser Episode anlegt.

Chinesische Nelke Offline



Beiträge: 136

19.02.2012 22:01
#293 RE: "Derrick" oder: das andere Konzept Zitat · Antworten

Zitat von Georg im Beitrag #292
Zu dieser Folge (Tod eines Fans) gibt es übrigens ein sehr schönes ca. 20-minütiges Making-Of des Schweizer Schulfernsehens aus den 1970ern, in dem Ringelmann, Vohrer und Reinecker teilweise auch ausführlich zu Wort kommen und Vohrer u.a. erklärt, wie er die Inszenierung dieser Episode anlegt.

Habe ich auch noch in Erinnerung, ich glaube der Beitrag lief Anfang 1979 und dann nochmal 1985 im deutschen TV, ich meine unter dem Titel "Der Fall Derrick". Alfred Vohrer äußert sich darin zum Beispiel zum Ambiente von Gefängnissen.

Rebecca Völz habe ich noch in guter Erinnerung aus der brillianten Kommissar-Folge: Sturz aus großer Höhe (1975). Sehr schade, dass Sie danach nur sehr selten im TV zu sehen war / ist!

Jacob Starzinger Offline



Beiträge: 1.413

23.02.2012 14:00
#294 RE: "Derrick" oder: das andere Konzept Zitat · Antworten

Ich habe mal eine Frage: Man liest ja hier einiges über die Serie und mich würde Interessieren was mich da so erwarten würde (ich liebe Wallace und auch Epignonen mag ich sehr gerne. Außerdem mag ich auch Sendungen wie "Mit Schirm Charme und Melone"). Außerdem würde mich auch interessieren, was so die Preise für eine Box sind, da ich zu denen von Amazon noch keine Vergleiche habe. Wenn mir jemand weiterhelfen könnte, wäre das sehr freundlich.

Mfg Jacob

Blap Offline




Beiträge: 1.128

26.02.2012 00:38
#295 RE: "Derrick" oder: das andere Konzept Zitat · Antworten

Die Fortsetzung der "Mega-Derrick-Sause"


Derrick - Collector's Box 8 (Folgen 106-120)

Folge 112 - Drei atemlose Tage (Deutschland 1984)

Harald Wiemann (Ekkehardt Belle) und Karl Schuster (Stefan Fleming) sind dicke Freude. Seit einiger Zeit sind die jungen Männer arbeitslos, lassen sich ziellos durch die Tage treiben. Angestachelt von Unvernunft und Übermut stiehlt das Duo eine Luxuskarosse. Wenig später macht Karl im Kofferraum des Wagens eine überraschende Entdeckung, eine Reisetasche mit mehreren prall gefüllten Beuteln Rauschgift. Karl wittert ein gutes Geschäft, er will den PKW zurückbringen, hofft auf einen großzügigen "Finderlohn" seitens des Eigentümers. Harald distanziert sich energisch von diesem Vorhaben, sein Kumpel macht sich folglich alleine auf den Weg. Am Abend taucht Karl nicht am vereinbarten Treffpunkt auf, am nächsten Morgen erfährt Harald vom Tod seines Freundes. Derrick und Klein erzählt Harald zunächst nur einen Teil der Geschichte, denn er will mit Hilfe eines im Auto gefundenen Notizbuchs auf eigene Faust Druck auf die vermutlichen Mörder ausüben...

Ekkehardt Belle taucht immer wieder in der Reihe auf. Auf den ersten Blick scheint die Figur Harald Wiemann ein gedankenloser Luftikus zu sein, doch echte Freundschaft ist für den jungen Mann nicht nur eine Worthülse. Sicher neigt er dazu die Tatsachen nicht zu erkennen, seine Naivität lässt ihn am Rande des Abgrunds taumeln. Noch naiver kommt der von Stefan Fleming dargestellte Charakter rüber, der offensichtlich glaubt mit Drogenbaronen locker plaudern zu können. Ute Willing spielt die Schwester des Mordopfers, die mit den Umtrieben ihres Bruders und dessen Kumpel nicht glücklich ist, mehrfach bekommt Harald ihre zornige und verzweifelte Trauer zu spüren. Willy Schultes stolpert als überforderter Großvater durchs Bild, ein alter Mann, der die Welt um sich herum nicht mehr verstehen kann/will. Sky du Mont macht uns den bösen Gangster, mehr als ein Abziehbild wird nicht von ihm verlangt.

Das Drehbuch zeichnet "junge Männer ohne Arbeit" nur vordergründig als potentielle Kleinkriminelle. Der Blick hinter die Fassade, zeigt den Wunsch nach Anerkennung, die Sehnsucht nach Geborgenheit, Liebe, einem Anker im tosenden Sturm der tristen Tage (oh weh...). Naiv wie die Figuren Karl Schuster und Harald Wiemann mag der Plot angelegt sein, der Derrick als eine Art väterlichen Freund ins Spiel bringt. Der Oberinspektor müht sich nach Kräften, will seinen Schützling mit sanfter Bestimmheit zurück in die Spur schubsen. Für Schmunzler meinerseits sorgte Herr du Mont, der eine wundervolle Karikatur auf den Bildschirm zaubert. Alfred Vohrers Inszenierung kommt weitgehend ohne echte Grobheiten und Popanz aus, manchmal wünsche ich mir den wüsten Vohrer der sechziger/siebziger Jahre zurück. Frank Duval liefert gewohnte Kost ab, die Elektronik tönt im Stil der achtziger Jahre.

7/10 (gut)



Folge 113 - Tödlicher Ausweg (Deutschland 1984)

Hanna Schieda (Olivia Pascal) wird ermordert, die junge Frau wurde weder ausgebraut noch mißbraucht. Ihr Lebensgefährte Günter Hauser (Udo Vioff) ist geschockt, als Täter kommt er nicht Frage, er kann ein Alibi vorweisen. Hauser lebte seit einigen Monaten mit dem Opfer zusammen, für Hanna trennte er sich von seiner Ehefrau Antonia (Reinhild Solf). Vor ihrer Ermordung besuchte Hanna ein Aerobic-Center, die Vernehmung eines junges Mannes bleibt ohne brauchbare Erkenntnisse. Im Anwesen der Familie Hauser herrscht keine Trauer über den Tod der verhassten Geliebten. Antonia Hauser bekennt sich offen zu ihrer Nichteinwilligung in die vom Gatten gewünschte Scheidung, sie hält seine Liebschaft für einen vorübergehenden Irrweg. Der gemeinsame Sohn Rudolf (Pierre Franckh) neigt zu heftigen Reaktionen, er sieht in Hanna die Verantwortliche für den Zerfall seines Elternhauses. Auch Günter Hausers Vater Robert (Sigfrit Steiner) macht keinen Hehl aus dem Unverständnis für das Verhalten seines Sohns, er steht eindeutig zu seiner Schwiegertochter Antonia. Plötzlich geschieht ein zweiter Mord an einer jungen Frau, wie Hanna Schieda wurde sie erwürgt und aus dem Auto geworfen. Zielten die bisherigen Ermittlungen in eine völlig falsche Richtung...???

In Folge 55 (Schubachs Rückkehr) durften wir Udo Vioff als eiskalten Rachesatan bewundern, nun sehen wir ihn als verzweifelten Mann auf der Suche nach Halt, Liebe und Wärme, die Auswirkungen seiner Handlungen unterschätzend. Eine sehr gelungene Vorstellung, noch besser gefällt mir jedoch Reinhild Solf. Die Rolle der verlassenen Ehefrau ist vielschichtig angelegt, sie begegnet den Kriminalbeamten als unterkühlte Dame mit nahezu formvollendeter Contenance. Ihrem Gatten zeigt sie sich versöhnlich, milde und verständnisvoll, später brechen psychotische Züge hervor. Von Pierre Franckh bekommen wir genau die Vorstellung geboten, die wir von dem blonden Ohrfeigengesicht erwarten. Das Söhnlein ist völlig überspannt, überdreht, scheint zunehmend in den Wahnsinn abzugleiten, selbstverständlich inklusive Gegeifer und Gekeife. Gila von Weitershausen wirkt in einer Nebenrolle mit, für Olivia Pascal bleibt neben dem Auftakt eine Rückblende. Es muss erneut betont werden, Reinhild Solf spielt großartig auf! Pierre Franckh zu ertragen ist sicher nicht für jeden Zuschauer möglich, in angemessener Dosierung sehe ich das Bürschlein gern.

...und wieder ein Familiendrama. Das Gefüge funktioniert schon lange nicht mehr, gemeinsam einsam. Vor allem sind die Charaktere mit ihren eigenen Begierden und Ängsten beschäftigt, suchen die Verantwortung für das eigene Leid nicht bei sich selbst. Zwischen diesen Mühlsteinen ist kein Platz für weitere Menschen, ein Mahlwerk das Außenstehende und die eigene Substanz ohne Unterlass zerstört. An dieser Sippe würde sich so mancher angesehene Familientherapeut nachhaltig die Zähne ausbeissen. Das Finale gehört nicht zu Herbert Reineckers glaubwürdigsten Schöpfungen, mit gefällt diese fiese Bitterkeit. Erneut führte Alfred Vohrer Regie, die hysterischen Momente besorgt der von der Leine gelassene Pierre Franckh, Vohrer kommt seriös aus der Kiste.

7/10 (gut)

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Vom Ursprung her verdorben

Percy Lister Offline



Beiträge: 3.589

26.02.2012 13:45
#296 RE: "Derrick" oder: das andere Konzept Zitat · Antworten

Nach Abschluss der "Derrick"-Box 3 hier nun die Rangliste:

Platz 01 (Folge 42): Abendfrieden - 5 Punkte
Platz 02 (Folge 43): Ein Hinterhalt - 5 Punkte
Platz 03 (Folge 32): Eine Nacht im Oktober - 4,5 Punkte
Platz 04 (Folge 31): Hals in der Schlinge - 4,5 Punkte
Platz 05 (Folge 45): Klavierkonzert - 4 Punkte
Platz 06 (Folge 35): Das Kuckucksei - 4 Punkte
Platz 07 (Folge 38): Inkasso - 4 Punkte
Platz 08 (Folge 44): Steins Tochter - 4 Punkte
Platz 09 (Folge 33): Offene Rechnung - 3,5 Punkte
Platz 10 (Folge 37): Via Bangkok - 3,5 Punkte
Platz 11 (Folge 34): Tod des Wucherers - 3 Punkte
Platz 12 (Folge 40): Der Fotograf - 3 Punkte
Platz 13 (Folge 41): Tod eines Fans - 3 Punkte
Platz 14 (Folge 39): Tote im Wald - 2,5 Punkte
Platz 15 (Folge 36): Mord im TEE 91 - 1,5 Punkte

Percy Lister Offline



Beiträge: 3.589

26.02.2012 14:25
#297 RE: "Derrick" oder: das andere Konzept Zitat · Antworten

BEWERTET: "Kaffee mit Beate" (Folge 46)
mit: Horst Tappert, Fritz Wepper, Helga Anders, Peter Pasetti, Agnes Fink, Tilly Lauenstein, Christian Quadflieg, Klaus Herm, Johanna Elbauer u.a. - Regie: Alfred Vohrer

Beate und ihre Freundin Helga warten auf ein Vorsprechen im Theater. Da Helga sehr aufgeregt ist, gibt ihr Beate eine ihrer Cognac-Pralinen. Kurz darauf bricht Helga tot zusammen. Beate hatte die Schokobohnen am Morgen in ihrem Zimmer gefunden. Wer hat sie dort hingelegt? Weshalb will man die junge Frau töten?

Harry Klein erhält in dieser Folge endlich Gelegenheit, groß aufzuspielen und wichtige Aufgaben des Polizeibeamten zu erfüllen: zu beobachten und zu horchen, zu beschützen und zu verhüten, zu erfragen und auszuwerten. Stephan Derrick trägt nicht nur während der gesamten Episode einen gestrickten Schlips, sondern vor allem seinen Unmut zur Schau. Er muss sich diesmal mit der zweiten Reihe begnügen, hält die Stellung im Büro und wartet auf Informationen, um Harry gute Ratschläge und Warnungen mitzugeben. Denn nicht nur das potenzielle Mordopfer ist in Gefahr, Schaden an Leib und Seele zu nehmen. Auch der junge Kriminalist sieht sich Versuchungen ausgesetzt und begegnet Rivalen um die Gunst seines Schützlings. Mit Helga Anders rückt eine Frau in den Mittelpunkt, die durch ihr natürliches Auftreten und den Charme ihres Lächelns neues Leben in eine Wohngemeinschaft gebracht hat, die vor allem aus enttäuschten und resignierten Menschen besteht. Ihr Erscheinen weckte Hoffnungen, entzündete Gefühlsfeuerwerke und verlieh Alltäglichkeiten neuen Schwung. Wie bereits in "Tödlicher Irrtum" (Der Kommissar, 1970) regiert Agnes Fink auch hier über eine schrullige Gruppe, zeigt diesmal aber weitaus mehr Verständnis für die Kapriolen und Spleens ihrer Mitbewohner. Sie wirkt souveräner und scheint alle Fäden fest in der Hand zu halten. Als einzige weitere Frau sehen wir Tilly Lauenstein als bunten Vogel. In weite Strickwaren gewandet - die entweder von Sonia Rykiel entworfen oder inspiriert waren - geistert sie durch die Weitläufigkeit der Wohnung und offenbart dabei nicht nur ihr Faible für den geschiedenen Peter Pasetti, sondern auch ihren Hang zu geistigen Getränken, die als wirkungslose Seelentröster fungieren. Peter Pasettis Auftreten erinnerte mich sogleich an Mr. Paravicini aus "Die Mausefalle". Seine "teuflischen Augenbrauen" kennzeichnen den "Mann, der sich trotz seiner ergrauten Schläfen mit jugendlichen, elastischen Schritten bewegte". Die Noblesse seiner Erscheinung leidet auch in der WG nicht, obwohl er es gewohnt ist, große Räume zu durchschreiten. Umso deutlicher zeigt er seinen Unwillen gegen die Annäherungen seiner gleichaltrigen Leidensgenossin, um sich dann dem jungen Blut zuzuwenden, auf das trotz seines Alters immer noch glaubt, ein Anrecht zu besitzen.
Die zweite Garnitur der Männerriege bedienen Klaus Herm und Christian Quadflieg, wobei Herm seine Motive recht plausibel erläutert, während ich den Zweitgenannten nie leiden konnte - ob mit oder ohne Arztkittel. Überheblichkeit spricht aus all seinen Gesten.
Die Folge lässt sich durchaus als Kammerspiel bezeichnen und ließe sich bedenkenlos auf der Bühne aufführen. Die abgeteilten Räume; Verbindungstüren, vor die ein Schrank gestellt wurde und ein Flur, auf dem man sich (zufällig) trifft - die Wohnung lädt den Zuseher zum Verweilen ein und die Zeit verstreicht im Flug.
Klassisch ist auch der Mord in der Ouvertüre: Wie in "Vier Frauen und ein Mord" (Miss Marple, 1964) schwankt das Opfer auf die Bühne und bricht dort zusammen.
Alfred Vohrer verleiht seinen Figuren auch hier Intimität durch Mimik und Blicke, ohne deutlich zu werden. Agnes Finks Rolle wird mit leichtem lesbischen Touch garniert, was sie im Kontrast zur jungen Helga Anders hintergründig bedrohlich erscheinen lässt. Bei aller Routine versprühen die gestandenen Schauspieler eine Spielfreude, die auf ein harmonisches Ensemble schließen lässt.
"Sagen Sie mal, besitzen Sie auch noch eine dieser schönen Anrichten aus Mahagoni - pflaumenrotem Mahagoni mit großen, geschnitzten Früchten?" Der kindliche Überschwang, den Christopher Wren in "Die Mausefalle" zeigt, springt auch auf den Zuseher dieser "Derrick"-Folge über.

Blap Offline




Beiträge: 1.128

26.02.2012 23:02
#298 RE: "Derrick" oder: das andere Konzept Zitat · Antworten

Die Fortsetzung der "Mega-Derrick-Sause"


Derrick - Collector's Box 8 (Folgen 106-120)

Folge 114 - Keine schöne Fahrt nach Rom (Deutschland 1984)

Sabine Reis (Beate Finckh) und ihr Freund Martin Maurus (Thomas Schücke) wollen gemeinsam nach Rom trampen. Zunächst findet sich keine Mitfahrgelegenheit, doch irgendwann hat Sabine endlich einen LKW aufgetan. Als Martin einsteigen möchte, verpasst man dem jungen Mann einen Tritt vor die Brust, der Laster braust ohne ihn davon. Immerhin kann Martin wenige Sekunden später einen PKW stoppen. Dessen Fahrer (Heinz Reincke) zeigt sich zunächst hilfsbereit, wirft den ungebetenen Mitfahrer jedoch nach einigen Kilometern auf einem Parkplatz aus dem Auto. Am nächsten Morgen wird Sabines Leiche gefunden, das Mädchen wurde geschändet und wie Abfall entsorgt. Martin Maurus bekam die Insassen des Lastkraftwagens zwar nicht zu Gesicht, kann aber Angaben zum Namen der Spedition machen. Kollege Hamann (Wolfgang Müller) vom Raubdezernat berichtet von LKW-Diebstählen, offenbar wurde das betreffende Fahrzeug bereits vor Sabines Tötung von einer gut organisierten Bande gekapert, die Fahrer der Spedition wurden bei diesem Überfall leicht verletzt. Maurus stellt auf eigene Faust Nachforschungen an, bewusst hält er Informationen zurück, obschon Derrick ihn auf die Gefahren aufmerksam macht. Lässt sich der junge Mann auf ein lebensgefährliches Spiel ein, will er Rache für die Vergewaltigung und Ermordung seiner Freundin üben...???

Im Gegensatz zu seinen Darbietungen in den Folgen "Am Abgrund" (80) und "Das sechste Streichholz" (85), spielte Thomas Schücke in "Tödliches Rendezvous" (104) recht hölzern auf. Nun scheint er teils zur Salzsäule erstarrt, geistert wie ein Beamter auf Valium durch das Szenario. Ist das genialer Minimalismus, ist das Arbeitsverweigerung? Ich weiss es nicht. Gleichwohl passt Schückes "konsequentes Nicht-Schauspiel" gut zur inneren Leere der Figur Martin Maurus, nach dem gewaltsamen Tod seiner Freundin fällt der Bursche in ein tiefes Loch, hinzu kommen selbstzerstörerische Vorwürfe, hatte er den besorgten Eltern Reis doch versprochen auf ihr Mädchen zu achten. Heinz Reincke windet sich wie ein schleimiger Wurm, dem sympathischen Schauspieler gelingt mühelos die Darstellung eines widerlichen und feigen Menschen. Udo Thomer und Christiane Hammacher sehen wir als Eltern des Mordopfers, Thomer wurde diesmal nicht als Ekel besetzt, eine erfrischende Maßnahme. Sabine Reis kommt als aufgeweckter Sonnenschein daher, umso härter trifft ihr Tod den Zuschauer. Wolfgang Müller gehört nicht zur Riege der Superbullen, Harry gibt dem Kollegen hilfreiche Tipps. Ulli Kinalzik muss (mal wieder) als skrupelloser Fiesling herhalten, geschmacklose Cowboystiefel inklusive, meine Augen schmerzen noch immer.

Fahrt nicht per Anhalter, es könnte euer letzter Trip sein! Der Hinweis ist nicht zu übersehen/überhören, allzu penetrant wird der erhobene Zeigefinger angenehmerweise nicht erhoben. Der Fall entwickelt sich zu einem kurzweiligen Drama um einen trauernden Menschen, der in seinem Schmerz und der allumfassenden Hoffnungslosigkeit jegliche Vernunft abstreift, dabei gleichzeitig sehr methodisch und abgeklärt vorgeht. Das Finale unterstreicht die Eigenschaften der Protagonisten, letztlich sollte damit auch der schnarchigste Zuschauer klare Einblicke erhalten. Triste Kulissen (Autobahn, Speditionsgelände) untermalen vortrefflich die melancholische Stimmung. Frank Duval steuerte den Song "Living Like a Cry" bei. Leider zählt das Stück nicht zu den Sternstunden des Musikers/Komponisten, zu allem Überfluß wird das Geplärre sehr ausdauernd eingesetzt, keine gute Entscheidung. Regisseur Alfred Weidenmann inszeniert mit gutem Gespür für Tempo und Atmosphäre, daran ändert auch Duvals Geseier nichts. Vielleicht noch ein paar Worte zu Horst Tappert. Erneut versucht Derrick einen Betroffenen über die väterliche Schiene zu erreichen (siehe Folge 112 "Drei atemlose Tage"), scheitert aber diesmal bereits im Ansatz, da die zu umsorgende Person bereits zu tief in der eigenen Gefühlswelt gefangen ist. Freilich wirft unser Oberinspektor nicht die Flinte ins Korn, obwohl er den Bengel am liebsten übers Knie legen möchte. Herrliche Dialoge:

Harry: "Er sucht offenbar die Konfrontation mit den Tätern, eine persönliche Konfrontation."
Stephan: "Ein Irrer!"

Einer geht noch:

Stephan: "Wir müssen rein, der Junge ist in Lebensgefahr! Was sollen wir tun!?"
Harry: "Reingehen!"
Stephan: "Ich hau ihm den Arsch voll."

7,5/10 (gut bis sehr gut)

***

Vom Ursprung her verdorben

Gubanov ( gelöscht )
Beiträge:

27.02.2012 15:48
#299 RE: "Derrick" oder: das andere Konzept Zitat · Antworten

DERRICK Collector’s Box 4 (Folgen 46 bis 60, 1978-79)





Derrick: Kaffee mit Beate

Episode 46 der TV-Kriminalserie, BRD 1978. Regie: Alfred Vohrer. Drehbuch: Herbert Reinecker. Mit: Horst Tappert, Fritz Wepper sowie: Helga Anders (Beate Schill), Agnes Fink (Frau Pacha), Klaus Herm (Herr Pacha), Peter Pasetti (Herr Serball), Tilly Lauenstein (Frau Wollak), Christian Quadflieg (Herwig), Johanna Elbauer, Miriam Mahler u.a. Erstsendung: 14. Juli 1978, ZDF.

Zitat von Derrick: Kaffee mit Beate
Beates Freundin sinkt bei einem Theatervorsprechen tot auf der Bühne zusammen. Sie wurde vergiftet – mit den Cognacbohnen, die Beate ihr zuvor angeboten hatte. Beate ist überzeugt: Der Anschlag galt ihr, die Bohnen fand sie am gleichen Tag plötzlich in ihrem WG-Zimmer vor. Harry zieht auf Stephans Weisung in der WG ein, um undercover zu ermitteln.


Zu Beginn der vierten Collectors Box von MORE music & media lohnt sich wieder einmal ein Blick auf Rezeptionen der Serie von Außenstehenden. Interessant ist zum Beispiel, zu lesen, dass der Autor der vortrefflichen Analyse „Columbo: Der Mann der vielen Fragen“, Michael Striss, Derrick als Kontrapunkt zu seinem amerikanischen Pendant einordnet – wahrscheinlich unwissend, dass der Münchner Ermittler mit ganz ähnlichen Fällen wie Columbo begann:

Zitat von Michael Striss: Columbo: Der Mann der vielen Fragen, Books on Demand Norderstedt, 2007, S. 63
Bis [zum Siegeszug des kleinen Inspektors] hatte deutsche Wesensart ihren Ausdruck auf dem Bildschirm vor allem in autoritären Vätergestalten wie dem „Kommissar“ Erik Ode gefunden. Dieser war zu Beginn der Siebzigerjahre bruchlos durch den ebenso tugendhaft-korrekten und ordnungsliebenden „Derrick“ Horst Tappert ersetzt worden. Bezeichnende Verbindung zwischen beiden war der seinem Nachnamen Ehre machende Harry Klein (Fritz Wepper), der beiden Charakteren treu als Sohnesfigur und Befehlsempfänger zur Seite stand. Seine seltenen Versuche, sich zur Pubertät durchzuringen, scheiterten stets an der übermächtigen Gestalt seines jeweiligen Vaters.


In die gleiche Kerbe schlägt Striss einige Seiten später:

Zitat von Michael Striss: Columbo: Der Mann der vielen Fragen, Books on Demand Norderstedt, 2007, S. 204
Ein guter „Columbo“ lebt von einem überraschenden Ende – hier ist es voraussehbar. Dazu hätte es den Scharfsinn des Inspektors nicht gebraucht. Diesen Fall hätte man getrost Harry Klein übertragen können.


Für wie begabt oder emanzipiert man Harry auch immer halten mag, erfreulich ist, dass er eben auch einmal einen eigenen Gehversuch zugestanden bekommt – noch dazu in einer Folge, die so herrlich abgedreht ist wie „Kaffee mit Beate“. Stephan hält sich währenddessen aus dem Milieu der Wohnung und ihrer Mieter feinsäuberlich heraus, lässt sich nicht auf Experimente ein, würde auch zu beißend sarkastisch in den „liebeserfüllten Gemäuern“ wirken, in denen aus Zuneigung Hass und Mord heranwachsen. „Kann man ohne Gefühle leben?“ säuselt die Anders etwas verstrahlt. Schnitt. Derricks Antwort: „Ja, Harry. – Was gibt’s neues?“ Allein für diese Montage muss man Vohrer, Reinecker und Stamm-Cutter Preuss einfach lieben!

„Kaffee mit Beate“ lebt von seinen wunderbar überzeichneten Figuren: Eine gesunde Portion Theatralik schwingt in jeder Handlung, jedem Wort mit – Vohrer besann sich wohl seiner alten Bühnentage vor dem Zweiten Weltkrieg. Einfache Mittel, Tragik und Humor, tolle Schauspieler. In allen anderen Besprechungen würde nun der Satz folgen: „Allen voran Helga Anders.“ Hier nicht: Ihre Beate könnte von jeder x-beliebigen Schauspielerin gespielt werden, die weder O-Beine noch Silberblick hat. Das nymphomanische Luder, bei dem man sich fragt, ob es Reineckers Ängsten oder Wünschen entsprungen ist, stellt ein reines Mittel zum Zweck dar, einen macguffin für die anderen Männer und Frauen in der Wohnung, denen jede Aufmerksamkeit gelten sollte. Sie wird vor allem belohnt, wenn man sich den beiden „Damen“, der quarzenden Agnes Fink und der jaulenden Tilly Lauenstein, sowie Altstar Peter Pasetti zuwendet. Letztgenannter macht den Eindruck eines Tigers im Käfig – in jeder Hinsicht in unbefriedigter Lauerhaltung.

Ungewöhnlich für Reinecker, der sonst die gleichgeschlechtliche Liebe höchstens mit der Kneifzange anpackte, fallen die verschiedenen Blicke der Frauen untereinander aus – eine große Stärke der Folge ist es, sie weder zu bestätigen noch zu verwerfen; ein Verdienst, der man vielleicht ebenfalls Vohrer zuschreiben kann. Selbst die genauen Tatverantwortlichkeiten und -motive bleiben Auslegungssache und regen dazu an, die Episode mehrfach zu sehen, um immer mehr kleine, versteckte Hinweise zu finden, die sich hinter den offensichtlichen Beweggründen verstecken.

Ein großartiger „Derrick“, der fast ohne Derrick auskommt. Horst Tappert seien einige freie Nachmittage gegönnt, wenn sie zu einem derart grandiosen Ergebnis führen wie in „Kaffee mit Beate“. Giftmord, ein Agatha-Christie-Setting, Leidenschaften, ein Geheimnis (oder: sechs Geheimnisse) und einige erstrangige Schenkelklopfer: Hier entstand die erste ernstliche Konkurrenz für „Waldweg“ auf den Thron der besten Serienfolge. 5 von 5 Punkten. Und, um dort zu schließen, wo der Text begann: Muss man nun eine doppelte Bedeutung dahinter vermuten, dass Inspektor Columbos Leibspeise Chili con carne ist?

Prisma Offline




Beiträge: 7.574

27.02.2012 16:17
#300 RE: "Derrick" oder: das andere Konzept Zitat · Antworten

Sehr interessanter Beitrag, @Gubanov! Bei "Kaffee mit Beate" hat man es mit einer derartig starken Episode zu tun, dass man leichte Ansätze von Kritik obligatorisch ausblendet, gerade bei den Schauspielern. Allerdings sehe ich persönlich keine Willkür-Besetzung oder eine beliebige Austauschbarkeit bei Helga Anders. Wen hättest Du Dir denn alternativ vorstellen können?

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