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Dieses Thema hat 656 Antworten
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 Film- und Fernsehklassiker national
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Percy Lister Offline



Beiträge: 3.589

14.11.2012 20:36
#346 RE: "Der Kommissar" ( 1969 - 1976 ) Kommentare zu den Folgen Zitat · Antworten

Bewertet: "Parkplatz-Hyänen" (Folge 17/ Erstausstrahlung am 27. Februar 1970)
mit: Marianne Hoppe, Ida Krottendorf, Werner Pochath, Fred Haltiner, Johannes Heesters, Günther Neutze, Michael Jakubek, Evi Mattes, Maria Landrock, Wolfried Lier u.a. - Regie: Zbynek Brynych

Ein Wagen mit zwei maskierten Männern wartet auf einem Autobahnparkplatz auf Fahrer, die sich dort die Beine vertreten und raubt sie dann aus. Einem Opfer gelingt es, das Nummernschild des Fahrzeugs abzureißen und droht damit, es zur Polizei zu bringen. Daraufhin erschießt einer der Täter den Mann. Kommissar Keller wird bei der Familie Boszilke vorstellig; beide Söhne sind vorbestraft, doch ihre Eltern geben ihnen ein Alibi. Trotzdem verhaftet Keller die beiden, doch er hat nicht mit dem Engagement von Mutter Boszilke gerechnet. Als in der folgenden Nacht erneut ein Autofahrer ausgeraubt wird, ist der Kommissar gezwungen, Karl und Jürgen Boszilke wieder auf freien Fuß zu setzen.....

Marianne Hoppe fällt als Familienoberhaupt die Rolle zu, ihre beiden Söhne vor der übereifrigen Polizei in Schutz zu nehmen. Wie eine Löwenmutter kämpft sie mit allen Mitteln um die Freiheit der beiden leichtsinnigen Jungs, die in ihrem Leben einige Dummheiten gemacht haben, aber mit einem Raubmord nichts zu tun haben. Wir sehen sie schmeichelnd, leugnend, beschönigend und schnurrend wie eine Katze; gleichzeitig fährt sie aber auch ihre Krallen aus, wenn das häusliche Glück in Gefahr ist und sie ätzt in Richtung Bürokratentum, was vor allem die korrekte Rehbein erfahren muss, die von ihr angepöbelt ("Warum haben Sie keine Kinder?") und ausgehorcht wird ("Was steht denn in diesem Protokoll?"). Selbst Harry Klein bekommt es mit der Angst zu tun, als ihm der Kommissar den Auftrag gibt, Frau Boszilke nach Hause zu begleiten und keinen Moment aus den Augen zu lassen.

Johannes Heesters genießt die Exzentrik seiner Rolle in vollen Zügen. Er spielt den Grandseigneur mit abgewetztem Samtsakko, der hinter der Bühne seinen großen Auftritt zu proben scheint. Ida Krottendorf, mit tschechischem Akzent im "scheenen Minchen", umgarnt Walter Grabert mit Kaffee und Likörchen, persifliert ihre Figur mit großem Vergnügen - man sieht Brynych förmlich im Hintergrund grinsen. Apropos: Einen kurzen Blick darf der interessierte Zuseher diesmal gar auf den Meister persönlich werfen: Er blickt kurz durch das Schaufenster des Kaffeehauses. Die beiden Schlawiner en route sind mit Pochath und Haltiner bestens besetzt. Sie dürfen richtig auf die Pauke hauen und ihrem Übermut ("Junge, komm bald wieder") freien Lauf lassen. Gerade Fred Haltiner hat hier nach "Ratten der Großstadt" eine weitaus prägnantere Rolle. Evi Mattes, das Mordopfer aus dem "Papierblumenmörder" wandert durch die Kulissen und ergänzt das Gitarrenspiel von Fernandez Roul, der zwischen seilspringendem Mädchen und Kriegsversehrtem mit einem Bein durch die weitläufige Wohnung flaniert.

Günther Neutze hat einen fast stummen Part als Kneipenwirt und sieht dabei richtig elend aus. Böse Zungen behaupten ja, Neutze sähe immer miesepetrig drein, doch als Wirt Gierke macht er tatsächlich einen sehr bedrückten und niedergeschlagenen Eindruck. Nicht einmal die Endlosschleife von "Ghost Riders" kann ihn ein wenig aufheitern. Dafür darf sich Walter Grabert erneut in Szene setzen, indem er einen biederen Touristen aus Augsburg mimt, um als argloser Stotterer ein wenig hinter die Kulissen der Hinterhofwelt zu blicken.
Nachdem ich die Folge eine gefühlte Ewigkeit nicht mehr gesehen hatte und sie beim ersten Mal zäh und überdreht fand, konnte mich "Parkplatz-Hyänen" diesmal sogar auf erträgliche Weise unterhalten. Man merkt den Darstellern die Spielfreude an; beißender Humor und Ironie würzen so manche Drehbuchpassage.

Keine Wohlfühl-Folge für jeden Tag, aber dennoch eine groteske Abwechslung für besonders großzügige Stimmungslagen. Tendiert in Richtung Mittelfeld.

Prisma Offline




Beiträge: 7.591

17.11.2012 15:22
#347 RE: "Der Kommissar" ( 1969 - 1976 ) Kommentare zu den Folgen Zitat · Antworten



TOD EINES KLAVIERSPIELERS (Folge 22)

mit Erik Ode, Günther Schramm, Reinhard Glemnitz, Fritz Wepper, Emely Reuer, Helma Seitz
Gäste: Ingrid Andree, Günther Ungeheuer, Manfred Spies, Bertha Drews, Karin Heym, Lambert Hamel, Georg Lehn, u.a.



In einer Pension wird ein Mann durch die Türe seines Zimmers erschossen, doch niemand will etwas gesehen oder gehört haben. Die Ermittlungen führen Kommissar Keller in die Pacific Bar, eine Kneipe von zweifelhaftem Renommee, in welcher der Ermordete als Klavierspieler angestellt war. Schnell wird klar, mit welchen Leuten man es dort zu tun hat und für Keller besteht kein Zweifel mehr daran, dass man den Mörder unter den Stammgästen suchen muss. Doch die Befragungen mit dem Personal und Bekannten des Pianisten liefern zunächst keine Ergebnisse. Was also steckt hinter diesem rätselhaften Mord..?

Meine erste Assoziation aufgrund des Titels dieser Folge, ließ mich einen Mord in der besseren Gesellschaft erwarten. Schnellstens findet man sich allerdings in einer schäbigen Pension wieder, die Leute beherbergt, die gewiss nicht von Adel sind und die berüchtigte Pacific Bar gibt schließlich die letzten Hinweise darüber, in welchen Gesellschaftskreisen man sich wieder finden wird. Michael Kehlmann inszenierte sein Kommissar-Gastspiel mit viel Gespür für Atmosphäre und behandelte ganz klassische Motive sehr stilsicher, auch wenn die Folge insgesamt nicht zum allergrößten Spektakel geworden ist. Als sehr abwechslungsreich gestaltet sich die erneute Färbung des Kommissar-Teams, welches neben der unermüdlichen Arbeit vor allem aber nochmal folgendes charakterisiert, nämlich dass es sich um keine unfehlbaren Maschinen handelt, denen beispielsweise auch einmal der Zufall zur Hilfe kommen darf. Die zweiundzwanzigste Folge beginnt sehr temporeich und spannend, der anschließende Mord sorgt unmittelbar danach, aber vor allem im Verlauf für Verwirrung. Leider konnte das eigentlich konstant hohe Niveau der Inszenierung nicht bis zum Ende hin aufrecht erhalten werden, mir persönlich hat irgendwie schon ein unkonventioneller Paukenschlag gefehlt. Aber man wird bei allen Folgen en route vielleicht auch ein wenig zu anspruchsvoll.

Die Folge ist insgesamt um keinen der Charaktere herum konstruiert worden, so dass die Interpretationen vielleicht deswegen sogar noch einen Tic überzeugender wirken. Direkt gegenüber des Mordzimmers wohnt Sabine Körner, die von Ingrid Andree, der Frau mit der wunderbaren Erzählstimme, dargestellt wird. Andree, die häufig komplexere Rollen überzeugend interpretierte, beweist auch hier ihre Wandlungsfähigkeit. Der Zuschauer bekommt die etwas gewöhnliche Bedienung aus der lausigen Bar ungeschönt und vis-à-vis präsentiert, was sehr interessant ist. Unter der unempfindlichen Hülle der manchmal teilnahmslos wirkenden Frau verbirgt sich Resignation und tiefe Enttäuschung, so dass man getrost von einer der lebenden Toten aus der Pacific Bar sprechen kann. Ingrid Andree überzeugt jedenfalls mit einer facettenreichen und nachhaltigen Darbietung. Dies ist ebenso bei Günther Ungeheuer der Fall, der auf Rollen von dubiosen Herrschaften ein Abonnement hatte, die er jedoch stets mit Charme und Überlegenheit auszustatten wusste. Harro Bosche ist wie es scheint, tatsächlich mit allen Wassern gewaschen. Bertha Drews, Manfred Spies, Karin Heym, Georg Lehn und Lambert Hamel setzen zufriedenstellende Akzente und unterstützen die undurchsichtige Geschichte mit allen Mitteln. Eine gelungene Folge, die vor allem durch die überzeugenden Zeichnungen der Charaktere, den atmosphärischen Settings und der konventionellen Kriminal-Unterhaltung überzeugen konnte. Ein Patzer fiel mir allerdings beim Anschauen noch auf. Als Günther Ungeheuer und Erik Ode vor der Bar miteinander sprechen sieht man den Namen der Spelunke sehr gut lesbar, und zwar falsch geschrieben. Oder hat der Begriff "NIGTH CLUB" irgend eine Bedeutung, die ich noch nicht kenne?

Giacco Offline



Beiträge: 2.556

17.11.2012 16:53
#348 RE: "Der Kommissar" ( 1969 - 1976 ) Kommentare zu den Folgen Zitat · Antworten

Dem Kritiker der "HÖRZU" gefiel die Folge damals auch:

"Die jüngste Kommissar-Folge, der "Tod eines Klavierspielers" hatte Tempo und Spannung.
Regisseur Michael Kehlmann überbrückte geschickt kriminalistisch Zwiespältiges.
Als Stars hatte er sich Ingrid Adree und Günter Ungeheuer verdingt. Darsteller, die sich auf dem Bildschirm rar machen
und die ihre subtile Meisterschaft unter Beweis stellten.

Die "Bild und Funk" war anderer Meinung:
"Zuerst hetzte Reinecker seinen Kommissar und sein Publikum auf drei Münchener Berufsverbrecher,
in der letzten Sekunde läßt er die Katze aus dem Sack: Eine enttäuschte Frau war schuld am Tod des Klavierspielers.
Eine Dutzendstory. Und so war sie auch gemacht. Autor Reinecker sollte wahrscheinlich mal eine Pause machen.
Vielleicht sind dann seine weiteren Sendungen von besserer Qualität.

Prisma Offline




Beiträge: 7.591

18.11.2012 13:44
#349 RE: "Der Kommissar" ( 1969 - 1976 ) Kommentare zu den Folgen Zitat · Antworten



TÖDLICHER IRRTUM (Folge 23)

mit Erik Ode, Günther Schramm, Reinhard Glemnitz, Fritz Wepper, Helma Seitz
Gäste: Agnes Fink, Anton Diffring, Konrad Georg, Ullrich Haupt, Kurt Erhardt, Thomas Astan, u.a.



Am späten Abend klopft ein Mann an das Fenster von Pfarrer Krüger. In der Kirche möchte er die Beichte abgenommen bekommen, jedoch will er unter allen Umständen unerkannt bleiben. Der aufgebrachte Mann behauptet, er habe einen Mord an einer gewissen Frau Dönhoff begangen. Die Polizei nimmt die Aussage des Pfarrers mit Skepsis auf, überprüft den Hinweis dennoch umgehend. Man staunt daher nicht schlecht, als man von der angeblich ermordeten Maria Dönhoff empfangen wird. Wenig später wird allerdings tatsächlich eine Ermordete in diesem Haus gefunden. Handelt es sich um eine tödliche Verwechslung..?

Die Kamera schwenkt über einen dunklen Friedhof, hinter welchem man eine Kirche sieht, ein Unbekannter klopft an das Fenster des überraschten Pfarrers. "Tödlicher Irrtum" beginnt sehr spannend und unbehaglich, vielleicht sogar unheimlich, die Titelsequenz findet originellerweise direkt im Beichtstuhl statt, und somit hat man es mit einem der prägnantesten Opener der frühen Phase zu tun (der animierte Abspann mit Szenen der Darsteller steht ihm in nichts nach). Wolfgang Becker inszenierte diese Folge sehr eingängig, im Verlauf wird das Geschehen allerdings zu kopflastig, da das gesamte Geschehen ausschließlich um Agnes Fink konstruiert wurde. Der konstant spannende Aufbau dieser dreiundzwanzigsten Folge wird jedenfalls durch ein überaus seichtes Tatmotiv und eine wenig glaubwürdige Auflösung ausgebremst, was bei diesen guten Voraussetzungen wirklich schade ist. Über der Episode schwebt das Beichtgeheimnis, unter dessen Siegel eine tödliche Gefahr für Maria Dönhoff entsteht. Die Frage nach dem Gewissen und dem Abwägen zwischen persönlicher Verantwortung und gemeinnütziger Pflicht wird zur Zerreißprobe und wurde sehr überzeugend heraus gearbeitet. Das Warten auf die nächste Nacht, in welcher der Irrtum des Mörders korrigiert werden könnte, erzeugt zusätzliche Spannung genau wie die Angst der potentiellen Todes-Kandidatin, die man bei dieser Gelegenheit besser kennen lernt. Man bekommt es insgesamt mit sehr einprägsamen Charakterzeichnungen zu tun, die die Folge doppelt aufwerten.

Die Spannung der Geschichte wird hauptsächlich über Agnes Fink aufgebaut, die hier wieder einmal großartig aufspielt. Maria Dönhoff, eine reiche Geschäftsfrau, wirkt auf den ersten Blick wie eine Philanthropin, da sie in ihrem Hause eine Reihe von Herren beherbergt, die ausschließlich auf ihre Kosten leben. So sind gleichzeitig alle Verdächtigen direkt unter einem Dach versammelt. Doch die prinzipiell einsame Frau bewegten andere Gesichtspunkte dazu, und nicht etwa die Nächstenliebe. Sie hat Angst, und zwar panische Angst vor dem Alleine sein, also bezahlt sie für Zuwendung und Gesellschaft. Bei den Ermittlungen stellt sich heraus, dass alle Befragten mit Respekt und Bewunderung von ihr gesprochen haben sollen, so dass Kommissar Keller nur kurz anmerkt, dass dies auf Dauer ein bisschen wenig für eine Frau sei. Maria Dönhoff hat alles im Überfluss, jedoch verkümmert sie langsam aber sicher an den schweigenden Vorwürfen der Männer, die ihr zu Verstehen geben, dass sie als Partnerin, Mutter, aber vor allem als Frau ausgedient hat. Agnes Fink verkörpert dies mit Bravour, ihre suchenden, fast springenden Augen charakterisieren ihre Angst und die Fassungslosigkeit, mit der sie ihrer Situation gegenüber steht. Sie ist angespannt aber gleichzeitig müde geworden vom emotionalen Tagesgeschäft, da sie weder geliebt wird, noch gehasst, und für sie kommt es wesentlich schlimmer. Sie ist allen gleichgültig geworden. Anton Diffring gibt sich notgedrungen als Liebhaber her, geniest als Ausgleich aber das süße Leben nebst seiner jungen und schönen Freundin. Bei Konrad Georg, Thomas Astan und Kurt Erhardt, kommt es zu dem grotesken Anschein, dass sie ihre Geldgeberin, der darüber hinaus alles gehört (eben nur noch aus diesem Grunde) in deren eigenem Hause dulden und tolerieren. Ulrich Haupt rundet den Kreis der Verdächtigen gekonnt ab, die darstellerischen Leistungen bewegen sich in dieser Folge auf höchstem Niveau. So bekommt der Zuschauer im Endeffekt eher eine Studie präsentiert, gegen die sich der eigentliche Kriminalfall schwer behaupten kann. Das Grundgerüst ist zwar sehr gut und in Ansätzen genau so hochwertig ausgearbeitet worden, auffallend ist die stilsichere musikalische Untermalung, doch das Finale liefert einen ärgerlichen Durchhänger, in dem es vor Unglaubwürdigkeit und Inkonsequenz nur so wimmelt. Schade, die Regie hat leider in den letzten Minuten den Spannungshintergrund aus den Augen verloren. Insgesamt gesehen ist die Folge 23 aber allemal überdurchschnittlich unterhaltend (auch wenn ich sie besser in Erinnerung hatte), stellt letztlich aber keinen Überflieger der Kommissar-Reihe dar.

Percy Lister Offline



Beiträge: 3.589

18.11.2012 14:51
#350 RE: "Der Kommissar" ( 1969 - 1976 ) Kommentare zu den Folgen Zitat · Antworten

Bewertet: "Im Jagdhaus" (Folge 75/ Erstausstrahlung am 12. Juli 1974)
mit: Harry Meyen, Herbert Fleischmann, Eleonore Weisgerber, Ursula Lingen, Sabina Trooger, Klaus Herm, Willy Schultes, Max Griesser - Regie: Gottfried Reinhardt

Paul Schenk, Kaufmann, ist die treibende Kraft im Familienunternehmen, das er zusammen mit seinem Bruder Alwin leitet. Während Paul Entschlüsse rücksichtslos durchzusetzen vermag, ist Alwin eher zögerlich und konzentriert sich mehr auf seine Frau Eva und die beiden Töchter. Als Paul Schenk seinen Bruder und dessen Frau am Wochenende ins Jagdhaus bestellt, ist die Stimmung gespannt und vor allem Sabine, die Nichte von Paul, will ihrem Onkel aus dem Weg gehen. Dieser lässt auch bald die Bombe platzen: Er will Eva, seine Schwägerin, heiraten, da beide vor kurzem in Hamburg eine Affäre miteinander hatten.....

Gottfried Reinhardt zählt zu den acht Regisseuren, die jeweils nur einmal innerhalb der "Kommissar"-Serie die Spielleitung inne hatten. Es gelingt ihm durchaus, Akzente zu setzen und eine eigene Handschrift zu hinterlassen. Das Tempo ist gemächlich, er lässt seinen Protagonisten viel Zeit, sich einzuführen und zeichnet dadurch sechs verschiedene Porträts unterschiedlicher Charaktere; Menschen, die quasi in Klausur ihr wahres Gesicht zeigen. Angestaute Gefühle, die bisher unterdrückt wurden, kommen an die Oberfläche und enthüllen Motive, die jedem der Anwesenden einen Grund liefern, Paul Schenk feindselig gegenüber zu stehen.
Der baldige Abgang von Harry Meyen verhindert die Hinterfragung seiner Filmfigur, die trotz ausschließlicher Fixierung auf die Arbeit dennoch eine Annäherung zur Schwägerin suchte, die von Ursula Lingen mit Gleichmut dargestellt wird. Es wird angedeutet, dass ihr das sexuelle Intermezzo mit dem Bruder ihres Mannes nichts bedeutet habe, da es nicht ihr erster Seitensprung gewesen sei. Unvermittelt fühlt man sich "Im Jagdhaus" an "Domanns Mörder" (Folge 68) erinnert. Die angenehm distanzierte Atmosphäre des eleganten Refugiums wird durch seine Bewohner zu einem Treffpunkt, an dem heikle Angelegenheiten besprochen werden - natürlich immer mit dem Hinweis auf sensible, leicht zu kränkende Töchter. Wo Irina Wanka in "Domanns Mörder" das zu beschützende und abzuschirmende Kind ist, kann Sabina Trooger in den gemeinsamen Szenen mit Harry Meyen Eindruck machen. Sieht man ihr in das offene Gesicht, erkennt man darin deutlich die Züge ihrer Mutter Margot. Hört man ihr zu, erinnert man sich an die feste, klare Stimme der bekannten Schauspielerin. Sabina (geb. 1955) war nach ihrem Debüt oft in Fernsehserien zu sehen, arbeitete aber auch als Synchronsprecherin für berühmte amerikanische Stars und als Romanautorin. In dieser "Kommissar"-Folge reibt sie sich mit dem permanent schlecht gelaunt wirkenden Harry Meyen, der hart und unerbittlich bleibt. Herbert Fleischmann stellt einen Mann dar, der sich nicht so recht durchzusetzen weiß. Im Betrieb und in der Familie treffen andere die Entscheidungen und deshalb liegt es an der geschickt taktierenden Eleonore Weisgerber, den Mordverdacht von der Familie abzulenken.
Keller, der mit seinen Mitarbeitern erst nach geschlagenen 23 Minuten die Szene betritt, widert das Anschwärzen eines Außenstehenden deutlich an und er setzt wieder einmal auf die Beobachtungen von Augenzeugen, die es zunächst anscheinend nicht gibt. Das Aufsprengen einer eingeschworenen Gemeinschaft, die sich gegenseitig falsche Alibis gibt, gehört zu den liebsten Themen von Herbert Reinecker.
Durch die Idylle der Lage des Hauses, nächtliche Aufnahmen im Finale und Gefahr verheißende Kamera-Einstellungen sowohl beim ersten Mordanschlag, als auch in der brillant gefilmten Rückblende, hinterlässt die Episode einen gediegenen, aber dennoch düster-schaurigen Eindruck.

Prisma Offline




Beiträge: 7.591

18.11.2012 19:37
#351 RE: "Der Kommissar" ( 1969 - 1976 ) Kommentare zu den Folgen Zitat · Antworten



EINE KUGEL FÜR DEN KOMMISSAR (Folge 24)

mit Erik Ode, Günther Schramm, Reinhard Glemnitz, Fritz Wepper, Emely Reuer, Helma Seitz und Rosemarie Fendel
Gäste: Harald Juhnke, Klaus Löwitsch, Horst Michael Neutze, Gerd Günter Hoffmann, Angelika Zielke, u.a.



Kommissar Keller wird direkt vor seiner eigenen Haustüre nieder geschossen. Die Täter agierten aus einem vorbei fahrenden Wagen und es handelt sich offenbar nicht um eine zufällige Verwechslung. Glücklicherweise trägt Keller keine lebensbedrohlichen Verletzungen davon und ein späterer Anruf bestätigt, dass es sich um keinen Zufall, sondern um einen Anschlag handelte. Am Wahrscheinlichsten ist eine späte Rache eines Straftäters, den der Kommissar in seiner Laufbahn hinter Schloss und Riegel brachte, doch die Liste der potentiell Verdächtigen ist unübersichtlich und lang. Während die Ermittlungen auf Hochtouren laufen, entschließt sich Frau Keller, der Sache auf eigene Faust nachzugehen...

Nach dem Attentat auf Kommissar Keller läuft der aufgeschreckte Polizeiapparat auf Hochtouren, und die Mitarbeiter der Mordkommission heben sich anders als sonst üblich, komplett voneinander ab und agieren eigenständig. Auch die Damen dürfen unter der Regie von Erik Ode einmal eindrucksvoll beweisen, welch glasklare Kombinationsgabe sie besitzen und dass sie zu mehr fähig sind, als es oftmals dem Anschein nach ausgesehen hatte. Alle Beteiligten haben ohne jeden Zweifel vielfältiges unter dem Meister gelernt, und können ihre geschulten Fähigkeiten nun gewinnbringend unter Beweis stellen. Obwohl Erik Ode die komplette Mannschaft ganz exponiert in den Vordergrund hebt und man dadurch meinen könnte, er hielte sich bezüglich der von ihm interpretierten Figur des Kommissars zurück, der ja tatsächlich nur am Rande agiert, handelt es sich im Endeffekt schon um eine indirekte Selbstinszenierung, wenn sie auch keineswegs aufdringlich wirkt. Die günstigste Voraussetzung bei dieser Folge ist, dass jeder Zuschauer sofort und uneingeschränkt auf der Seite der Inszenierung und der Geschichte an sich ist, da der Protagonist, der das Sinnbild der Reihe darstellt, in große Gefahr geraten ist. Ausgezeichnet konstruiert wurden die zwei unterschiedlichen Vorgehensweisen der ermittelnden Gruppen. Die Männer bearbeiten den Fall im Sinne des Chefs, was auch die Frauen tun. Doch ihr großer Vorteil besteht darin, dass sie sich solidarisieren und wesentlich unkonventioneller wirken. Trotz unterschiedlicher Ansätze, bei denen der Verlauf ebenso kontrastreich wirkt, ist das wirklich Interessante daran, dass man sich irgendwann an der gleichen Stelle wieder treffen wird.

Das Fehlen einer tragenden weiblichen Hauptrolle ebnet die Bühne für Rosemarie Fendel, die als Franziska Keller leider nur sporadisch zu sehen war und stets unscheinbar in Szene gesetzt wurde. In Folge 24 räumte man ihr in ihrem letzten Kommissar-Auftritt endlich Möglichkeiten ein, sich zu profilieren. Trotz völliger Unerfahrenheit und nicht einzukalkulierender Risiken versucht sie eigenmächtig, den Fall aufzurollen. Dabei findet sie mit Fräulein Rehbein eine verlässliche und loyale Komplizin, die ihre langjährige Erfahrung gewinnbringend nutzen kann. Erik Ode ist in der gefährlichen Situation die Ruhe selbst. Er spielt den Fall herunter, obwohl er ihn insgeheim vermutlich nicht unterschätzt, allerdings möchte er mit dieser Strategie die anderen, vor allem aber seine aufgebrachte Frau beruhigen. Als sehr gelungen zu bewerten ist, dass einer nach dem anderen in der Wohnung der Kellers auftaucht, und diese quasi zum Ausweichbüro der Mordkommission avanciert. Frau Keller lässt es sich nicht nehmen, nicht nur die Ausnahmesituation, sondern generell den Beruf ihres Mannes kritisch zu hinterfragen, sie bleibt dabei aber verhältnismäßig ruhig und wirkt nicht hysterisch. Hier kann man wohl von ihrer jahrelangen Erfahrung als Kommissars-Gattin sprechen, von der sie in eigenartiger Weise profitieren kann. Es gestaltet sich als sehr interessant und originell, ihr im Verlauf schließlich bei ihren hartnäckigen Laien-Ermittlungen zusehen zu können. Die Spannung entsteht somit aus zahlreichen Komponenten. Die Kellers, sowohl sie als auch er, schweben in latenter Gefahr, der Anschlag könnte sich wiederholen und man hat es lange Zeit mit Phantomen zu tun; sie umgibt sich mit Leuten, denen sie nicht gewachsen ist; die Mitarbeiter der Mordkommission könnten nicht rechtzeitig intervenieren...man hat das Gefühl, dass die Zeit knapp wird. Die zwielichtigen Gestalten sind mit einem sympathischen und sehr überzeugend spielenden Harald Juhnke und Klaus Löwitsch, Horst Michael Neutze und Gerd Günter Hoffmann ausgezeichnet besetzt worden. Folge 24 besticht durch einen klaren Aufbau, empfundene Authentizität, durchgehende und nicht verkrampft wirkende Spannung, und mit einem sehr gelungenen Finale, so dass man sicherlich von einer der gelungensten Episoden der ersten Kommissar-Box sprechen kann.

Percy Lister Offline



Beiträge: 3.589

18.11.2012 20:41
#352 RE: "Der Kommissar" ( 1969 - 1976 ) Kommentare zu den Folgen Zitat · Antworten

Bewertet: "Sommerpension" (Folge 65/ Erstausstrahlung am 2. November 1973)
mit: Marianne Hoppe, Bruni Löbel, Hans Schweikart, Gerlinde Döberl, Charlotte Wittauer, Erika von Thellmann, Götz George, Lis Verhoeven, Otto Kurth, Heini Göbel, Wolfried Lier, Werner Umberg - Regie: Jürgen Goslar

Ein Jäger findet am Ufer eines Moorsees ein verlassenes Auto ohne Nummernschilder. Wenige Meter davon entfernt liegt eine Männerleiche. Der unbekannte Tote wurde beraubt und erschlagen. Ganz in der Nähe befindet sich eine Pension, die über den Sommer Rentner beherbergt, doch niemand will etwas gesehen oder gehört haben. Die Nachforschungen von Kommissar Keller ergeben, dass das Auto bereits der dritte Wagen innerhalb eines Monats ist, der dort gefunden wurde. Leiche gab es bisher keine, doch man hat auch nicht danach gesucht.....

Marianne Hoppe hat viermal beim "Kommissar" mitgespielt und immer waren es starke Frauen, denen sie ein Gesicht gab. Entweder als Übermutter in "Parkplatz-Hyänen", engagierte Sucherin nach der Wahrheit in "Keiner hörte den Schuss" oder als hilfsbereite Kollegin von Rudolf Platte in "Der Mord an Dr. Winter". In "Sommerpension" trägt sie die Schuld am Unglück ihrer Tochter und versucht dies, so gut wie möglich, zu übertünchen. Sie verlässt sich auf die treue Seele Bruni Löbel, die für die Pensionsgäste kocht und das Haus mit viel Schwung in Schuss hält. Die Seniorenrunde bietet der Polizei die Stirn, kritisiert die angebliche Ratlosigkeit der Ermittler ("Sind die nicht extra aus München gekommen? - Auch dort gibt es Dummköpfe!") und klagt über niedrige Renten, die wenig Spielraum lassen. Die Mahlzeiten und die Anteilnahme am Schicksal der Pensionstochter Barbara, in verniedlichender Weise "Barbie" genannt, füllen die Tage aus.
Jürgen Goslar lässt seine Schauspieler an der langen Leine; Hans Schweikart trotzt als eigensinniger Alter, unterstützt wird er dabei von resoluten und sich solidarisch zeigenden Gefährten, die mit ihrem Schicksal hadern und nichts mehr zu verlieren und keine Einsicht mehr zu zeigen haben. Erneut zeigt Reinecker die Gefährlichkeit alter Leute auf, deren Meinung aufgrund ihrer Lebenserfahrungen geprägt wurde und deren Handlungen kein Gesetz und keine Obrigkeit mehr fürchten. Nach geleisteter Arbeit fühlen sie sich nur mehr sich selbst verpflichtet und sinnen entweder auf Rache oder späte, ausgleichende Gerechtigkeit.
Gerlinde Döberl ist der "Engel mit dem gebrochenen Flügel". Ihre strahlende Aura wurde in zwei völlig unterschiedlichen Rollen innerhalb der Reihe eingefangen. Die tragische Figur der Barbara Schöndorf, die wegen eines lahmen Beins keine passende Frau für den Gastwirt Götz George ist, würde Alexa Reger - die sportliche Ehefrau an der Seite von Peter Pasetti (Folge 80) - glühend wegen ihrer Mobilität beneiden. Die Rückblenden, die von der ersten Begegnung zwischen dem neuen Pächter des Gasthauses und der einsamen Barbara erzählen, zeigen ungeschönt, wie nah Glück und Unglück beieinander liegen. Keller, zufrieden im Schaukelstuhl sitzend, mietet sich in der Pension ein, um den Personen auf die Finger zu sehen, parallel versorgen ihn seine Assistenten mit Informationen aus der näheren Umgebung. Die vielbeschworene Ruhe des abgelegenen Hauses, die schmackhafte Pilzsuppe und das Bad im samtweichen Wasser des Waldsees verleihen der Suche nach dem Mörder eine sommerliche Atmosphäre, die durch die interessanten Figuren Tiefgang erhält.
Die Frage, wieviele Menschen denn letztendlich aus Gewinnsucht im Morast verschwunden sind, wird nicht beantwortet. Der ungewöhnliche, alle Beteiligten erschütternde Kriminalfall lässt keine Gewinner zurück. Das Sommerhaus wird wohl sich selbst überlassen bleiben.

Percy Lister Offline



Beiträge: 3.589

18.11.2012 21:14
#353 RE: "Der Kommissar" ( 1969 - 1976 ) Kommentare zu den Folgen Zitat · Antworten

Bewertet: "Der Mord an Frau Klett" (Folge 25/ Erstausstrahlung am 9. Oktober 1970)
mit: Hanns Ernst Jäger, Vadim Glowna, Hilde Volk, Alfred Balthoff, Else Knott, Laurence Bien - Regie: Dietrich Haugk

Ein Lumpensammler findet bei seinem täglichen Kontrollgang in einer Mülltonne die Leiche einer Frau. Es handelt sich um Ursula Klett, eine nicht berufstätige Frau, die bei einem alten Kellner zur Untermiete wohnt. Sie wurde mit sechs bis sieben Messerstichen getötet. Zu ihrem Mann und Sohn Willi hatte sie schon lange keinen Kontakt mehr. Frau Klett führte ein bescheidenes Leben und fiel in ihrem Umkreis nicht weiter auf. Kommissar Keller erschüttert der Mordfall besonders und er setzt alle Hebel in Bewegung, um die Hintergründe der Tat aufzudecken. Die Spur führt in ein obskures Lokal namens "Remise", in dem Herr Wachsner als Kellner arbeitet.....

Der Auftakt wirft einen gnadenlos offenen Blick auf das traurige Ende einer Frau, die nach außen hin ein nichtssagendes Dasein ohne Höhepunkte führte. Keller, der das Foto der Toten immer wieder nachdenklich zur Hand nimmt, bescheinigt Frau Klett eine sympathische Ausstrahlung; selbst Harry Klein und Robert Heines bleiben angesichts der Entsorgung der Leiche in einem Müllcontainer nicht unbeeindruckt. Dietrich Haugk setzt Else Knott, die das Mordopfer spielt, in Rückblenden ähnlich ein wie den Arzt Dr. Pinaldi in "Derrick: Der Mann aus Portofino". Man sieht die Frau auf Distanz, andere Personen reden auf sie ein, das Foto wird zum Leben erweckt und spricht, aber die Lippen bleiben dank geschickter Ausleuchtung unbeweglich. So erscheint Frau Kletts Schatten plötzlich in einer Pfütze, während ihr Mann dem Kommissar schildert, wann er sie zum letzten Mal gesehen hat. Alfred Balthoff reiht sich in die Gruppe der vom Leben benachteiligten Menschen ein, die Reinecker in seinen Kriminalfilmen als perfekte Opfer pekuniärer Versuchungen darstellt. Wenn redliche Arbeit nur wenig Ertrag bringt, werden auch unbescholtene Staatsbürger zu Mittätern und Mitwissern, so das Credo des Drehbuchautors. In wunderbar ausgewogener Weise wird diesmal das gesamte "Kommissar"-Team in die Klärung des Falls eingespannt, es entwickelt sich gar ein kleiner Konkurrenzkampf zwischen dem Kommissar, der sich an den kauzigen Hanns Ernst Jäger heftet und den jungen Ermittlern, die auf gewohnte Methoden (Robert im scharfen Verhör, Harry im aktiven Durchforsten des Nachtlokals) setzen. Die triste Atmosphäre des Kleinbürgermilieus zwischen schäbigen Wohnungen, in denen der Verputz von den Wänden bröckelt und freudlosen Arbeitsstätten, ist typisch für eine Anzahl von Episoden, die Ausweglosigkeit und chronischen Geldmangel als Quelle allen Übels sehen. Umso erbaulicher sind die Feststellungen des Kommissars, der sich nicht von Wachsners Selbstmitleid ablenken lässt, sondern beharrlich an den Tatsachen festhält. Dafür gerät Rehbein ein wenig ins Schwanken, als sie auf ihre sichere Rente angesprochen wird, die ihr im Gegensatz zu dem altgedienten Kellner keiner nehmen kann. Vadim Glowna gibt erneut den jungen orientierungslosen Mann, den er so überzeugend spielt, als gehöre dies nicht zu seinem Beruf, sondern sei eine Momentaufnahme aus seinem Leben. Hanns Ernst Jäger wird in der Folge "Das Ende eines Humoristen" ebenfalls auf Späße und Albernheiten setzen, um sich ein Scherflein zu verdienen - erfolglos in beiden Fällen. Umso glaubwürdiger sind seine abgewrackten Figuren, die aussehen, als hätte Jäger nie etwas anderes gespielt.

Prisma Offline




Beiträge: 7.591

18.11.2012 22:00
#354 RE: "Der Kommissar" ( 1969 - 1976 ) Kommentare zu den Folgen Zitat · Antworten



DIE PERSÖNLICHE RANGLISTE [KOLLEKTION 1]


01 (Folge 14) DAS UNGEHEUER (5/5)
02 (Folge 06) DIE PISTOLE IM PARK (5/5)
03 (Folge 07) KEINER HÖRTE DEN SCHUSS (5/5)
04 (Folge 24) EINE KUGEL FÜR DEN KOMMISSAR (5/5)
05 (Folge 10) SCHREI VOR DEM FENSTER (5/5)
06 (Folge 21) ...WIE DIE WÖLFE (4,5/5)
07 (Folge 13) AUF DEM STUNDENPLAN: MORD (4,5/5)
08 (Folge 02) DAS MESSER IM GELDSCHRANK (4,5/5)
09 (Folge 19) IN LETZTER MINUTE (4,5/5)
10 (Folge 18) DR. MEINHARDTS TRAURIGES ENDE (4/5)
11 (Folge 08) DER TOD FÄHRT 1. KLASSE (4/5)
12 (Folge 22) TOD EINES KLAVIERSPIELERS (4/5)
13 (Folge 23) TÖDLICHER IRRTUM (3,5/5)
14 (Folge 04) DIE TOTE IM DORNBUSCH (3,5/5)
15 (Folge 12) DIE WAGGONSPRINGER (3,5/5)
16 (Folge 20) MESSER IM RÜCKEN (3/5)
17 (Folge 15) DER PAPIERBLUMENMÖRDER (3/5)
18 (Folge 09) GELD VON TOTEN KASSIEREN (3/5)
19 (Folge 01) TOTER HERR IM REGEN (3/5)
20 (Folge 03) RATTEN DER GROßSTADT (2,5/5)
21 (Folge 17) PARKPLATZ-HYÄNEN (2/5)
22 (Folge 05) EIN MÄDCHEN MELDET SICH NICHT MEHR (2/5)
23 (Folge 11) DIE SCHRECKLICHEN (1,5/5)
24 (Folge 16) TOD EINER ZEUGIN (1/5)

Percy Lister Offline



Beiträge: 3.589

24.11.2012 19:55
#355 RE: "Der Kommissar" ( 1969 - 1976 ) Kommentare zu den Folgen Zitat · Antworten

Bewertet: "Die Schrecklichen" (Folge 11/ Erstausstrahlung am 11. Juli 1969)
mit: Anita Höfer, Dirk Dautzenberg, Helga Anders, Karl Walter Diess, Hans Schweikart, Albert Hoerrmann, Karl Hellmer, Thomas Ohrner, Mogens von Gadow u.a. - Regie: Zbynek Brynych

Erich Thiemann aus Nürnberg liegt eines Morgens tot am Ufer der Isar. Der Mann wurde ausgeraubt und ertränkt. Da es sich bereits um den dritten Fall dieser Art handelt, wird Kommissar Keller misstrauisch und beschließt, herauszufinden, wo der Mann seinen letzten Abend verbracht hat. Die Spur führt in die Schenke des Gastwirts Panse, wo eine aufreizende Blondine die männlichen Gäste manchmal mit nach oben nimmt. Mehr noch interessieren den Kommissar jedoch die fünf alten Männer, die in der Nähe des Tatorts herumlungern und die Zeit totschlagen, indem sie Passanten erschrecken oder Autofahrer provozieren.....

Nach "Ratten der Großstadt" (Folge 3) haben wir es erneut mit einer Gruppe von Männern zu tun, die weder einer Arbeit, noch einer anderen sinnvollen Tätigkeit nachgeht, sondern querulierend und pöbelnd anderen Menschen auf den Geist fällt und sich dabei noch recht schlau vorkommt. Hans Schweikart ist wieder einmal der Anführer dieser Gemeinschaft der "Spazierstock mit Gummipfropfen"-Träger. Während sich Keller an die Fersen der Fünf haftet, verhören Grabert und Heines den versoffenen Karl Walter Diess und Klein soll von Helga Anders erfahren, wann der Ermordete das Haus verlassen hat.


Harry Klein und Herta Panse in "Der Kommissar: Die Schrecklichen"


Harry Klein und Beate Schill in "Derrick: Kaffee mit Beate"

Diese Momente der Harmonie zwischen dem jüngsten im Team der Mordkommission und der siebzehnjährigen Herta Panse lassen an die "Derrick"-Folge "Kaffee mit Beate" denken, die fast auf den Tag genau neun Jahre später ausgestrahlt wurde. Leider greifen die Puzzle-Teilchen nicht recht ineinander; zu flüchtig sind die Motive, die den Personen unterstellt werden, was leider die Schauspielerin Anders zu einem seltsamen Nischendasein zwingt und die Figur unausgereift und unglaubwürdig erscheinen lässt. Weshalb sollte ein Mädchen ihres Alters sich dem nächstbesten Betrunkenen anschließen wollen, nur um das desolate Elternhaus verlassen zu können? Dirk Dautzenberg passt hervorragend in dieses Szenario und wird von Anita Höfer (das Luder aus "Einer fehlt beim Kurkonzert") perfekt ergänzt. Über die Atmosphäre aus abgestandenem Alkohol, harten Holzstühlen und schäbigem Publikum tröstet Peter Beil mit dem Schlager "Corinna, Corinna" hinweg, der sofort ins Ohr geht und dem muffigen Inventar des Lokals eine optimistische Politur verleiht. Der Kriminalfall an sich zieht sich sehr in die Länge und wirft mit Suchscheinwerfern Licht auf enttäuschte Charaktere, lakonische Egoisten und berechnende Haustyrannen. Brynych genießt es sichtlich, die fünf Alten Unfug treiben zu lassen und sich an ihrem irren Zähneblecken, dem bösen Grinsen und den übermütigen Gesten zu ergötzen. Die sprichwörtliche "Würde des Alters"? Darüber kann der Regisseur nur lachen. Wehe dem, der das Pech hat, den fünf Rowdies zu begegnen! Alles in allem eine exzentrische Folge aus der (geistigen und nicht nur finanziellen) Unterschicht der Gesellschaft, die mich aber insgesamt besser unterhalten hat als die nachfolgend gesehene Episode "Der Tod des Apothekers".

Havi17 Offline




Beiträge: 3.795

24.11.2012 21:41
#356 RE: "Der Kommissar" ( 1969 - 1976 ) Kommentare zu den Folgen Zitat · Antworten

Eine faszinierende Frau

Gruss
Havi17

golo67 Offline



Beiträge: 11

25.11.2012 13:17
#357 RE: "Der Kommissar" ( 1969 - 1976 ) Kommentare zu den Folgen Zitat · Antworten

Deshalb ärgert es mich , das Diese Filme nicht auf DVD erhältlich sind!!


1968
Zuckerbrot und Peitsche
1968
Häschen in der Grube
1967
Tätowierung
1966/1967
Mädchen - Mädchen

Grüß
Golo

Percy Lister Offline



Beiträge: 3.589

25.11.2012 14:07
#358 RE: "Der Kommissar" ( 1969 - 1976 ) Kommentare zu den Folgen Zitat · Antworten

Bewertet: "Eine Grenzüberschreitung" (Folge 95/ Erstausstrahlung am 19. Dezember 1975)
mit: Claus Biederstaedt, Christian Reiner, Dieter Borsche, Herbert Herrmann, Inge Birkmann, Bernd Herzsprung, Eva-Ingeborg Scholz, Andrea L'Arronge, Wolfgang Müller, Elisabeth Wiedemann, Dieter Schidor, Erland Erlandsen, Ekkehardt Belle, Tobias Ringelmann, Lisa Helwig u.a. - Regie: Michael Braun

Vor zwei Tagen wurde Ralf Ramin entführt. Der Junge stammt aus einem wohlhabenden Elternhaus und soll gegen Zahlung eines Lösegelds freigelassen werden. Doch irgendetwas läuft schief und Ralf wird spontan nach Hause geschickt. Der Polizei gegenüber macht er die Aussage, dass er einen der Männer erkannt hat: Es ist Toni Kerk, der Sohn eines Angestellten seines Vaters. Kurze Zeit später wird Kerk erschossen aufgefunden.....

Herbert Reinecker zeichnet in "Eine Grenzüberschreitung" ein erfrischend neutrales Bild junger Menschen, ohne sich seines berüchtigten Zeigefingers zu bedienen. Die ausgewogen besetzte Clique besteht aus dem nachdenklichen Sonnyboy Herbert Herrmann, dem musisch begabten "Offene-Hemden-Träger" Bernd Herzsprung, der aufgeweckten Fotografin Andrea L'Arronge, dem zurückhaltenden Dieter Schidor, dem sportlichen Ekkehardt Belle, dem introvertierten Geheimnisträger Christian Reiner und dem Prototyp des unauffälligen Jungen von nebenan: Wolfgang Müller. Selbst Rehbein findet die Gruppe sympathisch und kann sich nicht vorstellen, dass in ihren Kreisen ein Mörder zu finden sein soll. Die Elterngeneration wartet mit Dieter Borsche, Claus Biederstaedt, Elisabeth Wiedemann und Eva-Ingeborg Scholz auf, die sehr unterschiedlich auf die Vorwürfe reagieren. Der cholerische Biederstaedt beruft sich auf die Ertüchtigung von Körper und Geist durch intensives Sporttraining, der gelehrte Borsche in seinem Bücherzimmer pocht auf die Einhaltung von Regeln und die verzweifelten Mütter Wiedemann und Scholz haben Angst um ihre Jungs, wobei besonders Erstgenannte in der Kiosk-Szene überzeugend und sensibel auftritt. Nach und nach entblättert sich die Geschichte in den Erzählungen der jungen Menschen; natürlich und ohne Effekte schildert der nüchterne Michael Braun den Ablauf der Entführung, die sich allerlei gerngesehener Schauplätze bedient, wobei die Bienenstöcke im Wald ein besonders stimmige Bild liefern. Selbst das wilde "I'm free" von The Who untermalt nur den Übermut einer spontanen Idee, ohne dem Selbstzweck zu dienen.
Das Rätsel um die Frage, wer Toni Kerk erschossen hat, hält den Zuseher bis zuletzt bei Laune und wird in einer Collage aus Rückblenden, Einzelverhören und Zeugenaussagen gekonnt spannend verpackt. Es zeigt sich, dass es in Reineckers Universum auch noch Freunde gibt, die miteinander zum Baden gehen, Radausflüge unternehmen und diskutieren, ohne Drogen, Alkohol oder Revolutionsparolen zu konsumieren. Der Einfall, aus einer Überlegung heraus einen Plan zu konstruieren, der aus dem Ruder läuft, ist geglückt und präsentiert sich in der drittletzten "Kommissar"- Episode als kurzweilige und angenehme Unterhaltung.

Percy Lister Offline



Beiträge: 3.589

25.11.2012 20:14
#359 RE: "Der Kommissar" ( 1969 - 1976 ) Kommentare zu den Folgen Zitat · Antworten

Bewertet: "Der Tod des Apothekers" (Folge 91/ Erstausstrahlung am 5. September 1975)
mit: Wolf Roth, Christine Schuberth, Wolf Richards, Corny Collins, Gerd Vespermann, Josef Meinrad u.a. - Regie: Michael Braun

Lena Lahuser ist seit drei Tagen spurlos verschwunden, ihr Ehemann erhält telefonisch die Aufforderung, 400.000 DM zu bezahlen, wenn er seine Frau wieder lebend zu Gesicht bekommen will. Herr Lahuser besorgt das Geld und begibt sich zum vorgesehenen Treffpunkt. Sein Neffe Edward hat sich inzwischen an die Polizei gewandt, die erstaunt feststellt, dass Lena Lahuser gar nicht entführt worden ist, sondern drei Tage mit ihrem Liebhaber in Garmisch war. Auch Herr Lahuser findet sich wieder ein, allerdings als Leiche an der Isar.....

Der Kriminalfall beginnt im Sinne der Teamarbeit vielversprechend und lässt am Mittagstisch in der Polizeikantine alle drei Assistenten von Kommissar Keller mit ihren Theorien zu Wort kommen. Jeder untersucht den Fall aus der Perspektive eines der Verdächtigen und wägt Für und Wider einer solchen Überlegung ab. Die klaren Ermittlungen, die unbeeindruckt von den Ausflüchten der Familien Loska und Lahuser ablaufen, sind tadellos, für Langeweile sorgen jedoch die Mordverdächtigen. Die Damen Schuberth und Collins vermitteln in ihrem Spiel Kontinuität und lassen die Herren an ihrer Seite abgehalftert, debil und bigott erscheinen.
Allen voran Josef Meinrad, der sich als Liebes-Märtyrer präsentiert und in masochistischer Weise vor dem Schlafzimmer seines Neffen wartet, als dieser mit Lena im Bett ist. Die beiden "Wölfe" (Roth und Richards) gebärden sich als heimliche Casanovas, die zwar das Vergnügen gern annehmen, das sich ihnen in Gestalt von Schuberth bietet, jeder auf seine Weise jedoch zu moralisieren beginnt, als es darum geht, dazu zu stehen. Der ungebundene Mann spricht von einer läufigen Katze, erkennt aber nicht, dass er sich auf das gleiche Niveau begeben hat, als er sich mit ihr einließ. Der verheiratete Mann fürchtet das Missfallen seiner Ehefrau, berufliche Nachteile und schätzt seine Geliebte ebenso gering. Corny Collins ist seit dem "Indischen Tuch" noch selbstbewusster geworden. Wurde ihr dort von zwei Möchtegern-Liebhabern eingeredet, sie sei schutzbedürftig, so zeigt sie hier, dass sie durchaus fähig ist, eigene Pläne zu schmieden - ohne Rücksicht auf Verluste.
Optische Höhepunkte der ansonsten routiniert dahinplätschernden Episode sind die Szenen auf dem idyllischen Friedhof. Ermüdend empfand ich es, von Wolf Roth immer wieder zu hören, seine angeheiratete Tante sei eine Schlampe. Schuberth widerlegt dies mit ihrem ruhigen, konzentrierten Spiel auf angenehme Weise. Ein großes Ärgernis stellt auch der Titel dar. Wenn ich vom Tod eines Apothekers höre, will ich die Apotheke sehen - die Fläschchen, die Pillendosen und die altehrwürdigen Räume, in denen Tinkturen, Medikamente und gute Ratschläge verabreicht werden. Ansonsten erübrigt sich jede explizite Erwähnung des Berufs des Mordopfers.
Eine unterdurchschnittliche Folge, bei der weder das Drehbuch, noch die unsympathischen Figuren für Spannung sorgen und bei der man dem Ende gleichgültig entgegensieht.

Percy Lister Offline



Beiträge: 3.589

25.11.2012 21:11
#360 RE: "Der Kommissar" ( 1969 - 1976 ) Kommentare zu den Folgen Zitat · Antworten

Bewertet: "Ein Anteil am Leben" (Folge 69/ Erstausstrahlung am 8. Februar 1974)
mit: Käthe Gold, Kurt Meisel, Maxl Graf, Wolfgang Schwarz, Dieter Schidor, Heidi Stroh, Otto Bolesch, Hans Baur, Katharina de Bruyn, Sky Dumont u.a. - Regie: Ullrich Haupt

Anna Bergmann, eine mittellose fünfundsechzigjährige Putzfrau, wohnt bei der zweiundzwanzigjährigen Kellnerin Alma Geibel, die in einem Bräuhaus serviert. Die attraktive junge Frau lässt sich nach Feierabend des öfteren nach Hause begleiten, weshalb Anna ihr Klappbett im Flur räumen und in die Küche ausweichen muss. Eines Nachts hört sie gellende Schreie aus dem Wohnzimmer, als die Tür einen Spalt geöffnet wird: Der Mörder steht ihr von Angesicht zu Angesicht gegenüber und auf dem Boden liegt Alma, die mit über zehn Messerstichen getötet wurde.....

Die Wienerin Käthe Gold (1907-1997) erhielt im Laufe der Jahre viele Auszeichnungen (u.a. den Ehrenring der Stadt Wien und das Filmband in Gold). Sie überzeugte bereits in "Schwarzes Dreieck" (Folge 58) als enttäuschte Ehefrau und Mutter. Auch diesmal spielt sie eine Frau, die im Herbst ihres Lebens mit leeren Händen dasteht und sich mehr schlecht als recht von einem Tag zum anderen hangelt. Sie hat zwar nach eigener Aussage immer gearbeitet, doch anscheinend keinen Heller für später beiseite gelegt bzw. legen können. Das Thema der Altersarmut wird von Herbert Reinecker oft angesprochen; man sieht Hotelangestellte oder Dienstboten, die weit über siebzig noch berufstätig sind, doch wenigstens haben sie an ihrem Arbeitsplatz freie Kost und Logis. Hier haben wir es mit einer Frau zu tun, die nur einen Arbeitskittel und eine Tasche besitzt und auf die Freundlichkeit ihrer Kollegin vom Bräuhaus angewiesen ist. Die Episode zeigt, wie sie nach dem Mord plötzlich über Geld verfügt und es in einer Mischung aus Trotz, neuerwachtem Übermut und Leichtsinn großzügig für Extravaganzen ausgibt. Sie mietet sich in einem teuren Hotel ein, verspeist in einem Restaurant Krebse, bestellt sich Sekt und kleidet sich neu ein. Offen spricht sie über die Absicht, Möbel zu kaufen. Möbel, für die sie nicht einmal ein Zimmer hat. Während Grabert und Heines die potentiellen Verdächtigen des Bräustüberls verhören, in dem Anna Geibel bediente, beobachten Harry und der Kommissar mit staunendem Interesse, wie Anna Bergmann auflebt und den plötzlichen Reichtum genießt. Das Geld, das sie ausgibt, ist Schweigegeld und ihm haftet etwas Unmoralisches an, weshalb Keller trocken bemerkt: "Ich trinke keinen Sekt, den ein Mörder bezahlt hat."

Die Herren der Stammtischrunde geraten in Verlegenheit und schieben sich gegenseitig Verdachtsmomente in die Schuhe, wobei das Mordopfer wieder einmal als leichtlebig dargestellt wird, was es den Ermittlern zusätzlich schwer macht, herauszufinden, wer getötet haben könnte. Maxl Graf ist als Saalchef zu sehen und fügt sich perfekt in die Szenerie des Gastbetriebes ein, der anfangs von zünftigen Klängen ("Oans, zwoa, gsuffa!", "Schneewalzer", "Mir san die lustigen Holzhackabuam") untermalt wird und doch durch die Exklusivität der Herrenrunde im Nebenzimmer weit von einer Oktoberfest-Stimmung entfernt ist. Ullrich Haupt versteht es, durch unheimlich ausgeleuchtete Nachtszenen und die Kontraste zwischen der Arbeitsstätte der Putzfrau und den Schauplätzen ihrer neugewonnenen Freiheit, viel Atmosphäre und Authentizität in die Episode zu bringen. Er lässt den Figuren Zeit, ihre Eigenheiten zu entfalten und die Erwartungen des Publikums zu erfüllen. Wieder einmal zeigt sich, dass es in einem Mordfall keine Gewinner gibt und die Tat weder etwas gelöst, noch etwas bewirkt hat. Eine sehr stimmige Episode, der der Zahn der Zeit nichts anhaben konnte und die vor allem von Käthe Gold und der punktgenauen Regie von Ullrich Haupt profitiert.

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