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Dieses Thema hat 160 Antworten
und wurde 12.058 mal aufgerufen
 Filmbewertungen
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Gubanov ( gelöscht )
Beiträge:

28.08.2012 11:43
#91 RE: Bewertet: "Der rote Kreis" (2) Zitat · Antworten

Wäre etwas für den nächsten Grandprix.

Miss Poirot Offline




Beiträge: 25

31.12.2013 02:37
#92 RE: Bewertet: "Der rote Kreis" (2) Zitat · Antworten

Ich war schon beim ersten Mal anschauen restlos begeistert von diesem Film. Ich empfinde ihn als echtes Meisterwerk der Reihe, weil
1. er nicht Klischee-behaftet ist
2. der Kommissar klasse ist
3. die weibliche Hauptfigur sehr selbstbewusst ist
4. die Auflösung mich schlicht umgehauen hat
5. ich die Restaurant-Szene supertoll finde: zig Protagonisten des Films an verschiedenen Tischen, alle für sich und doch irgendwie miteinander verbunden
6. Eddie Arent hier toll spielt und seinen Humor sparsam, aber gezielt einsetzt
7. ...ich einfach finde, daß Klausjürgen Wussow ein unglaublich attraktiver Mann war :D Kannte ihn bis dato nur als älteren Herren - bei diesem Film habe ich erstmal gestaunt, wie gut der früher mal aussah (schon allein diese Augen... *wusch* ) Wie Dirk Bach selig sagen würde: "Ein schöööner Mann!" :D
8. er auch losgelöst der EW-Reihe funktionieren würde
9. ich ihn meiner Tochter (16) als ersten aus der Wallace-Reihe gezeigt habe, und sie ihn richtig gut fand

5/5 Punkte

Stephan Offline



Beiträge: 114

01.01.2014 20:12
#93 RE: Bewertet: "Der rote Kreis" (2) Zitat · Antworten

Der rote Kreis ist tatsächlich im Zusammenhang mit vielen andren Wallace-Werken - und hier insbesondere Filmen - etwas anders zu betrachten, weil es als Buch und als Film eigentlich ein reiner Kriminalstoff ist ohne den Hang zum Gruselkrimi. Es fehlt ja z.B. jemand, der entweder seltsam gewandet rumläuft, wie Frosch oder Bogenschütze, oder eine Anleihe bei Frankenstein verkörpern kann, wie der blinde Jake.
Als reiner Kriminalfilm ist Jürgen Rolands Film aber absolut erstklassig, sowohl von Atmosphäre, Drehbuch oder auch den Darstellern. Einzig Thomas Alder wirkt manchmal etwas hölzern, wie ich finde. Die Musik fügt sich ebenfalls fantastisch und nahtlos in den Gesamteindruck ein. Die später perfektioniert abgedrehten Klänge von Peter Thomas hätten hier gar nicht unbedingt gepasst.

Dass hier ein anderes Helden( oder eigentlich ja auch nicht )-Duo auftritt als im Frosch, finde ich infolge des anderen Ansatzes im Grund-Stoff nur interessant und konsequent, zumal Saebisch und Wussow tadellose Leistungen abliefern, aufgrund derer man nur bedauern kann, dass man die beiden nicht öfter innerhalb der Wallace-Serie zu sehen kriegt. (Wussow wirkt im Bogenschützen m.E. aufgrund der Einspurigkeit der dortigen Figur weniger gut und Saebisch hat ja nur noch Gastauftritte.) Zum Vergleich mit den Vorgängern: Lowitz hätte wohl als Parr ähnlich gut gewirkt wie Saebisch, Blacky wäre als Yale eher eine Fehlbesetzung gewesen.

Alles in allem ein erstklassiger Kriminal-Wallace-Film!

tilomagnet Offline



Beiträge: 551

06.01.2014 17:40
#94 RE: Bewertet: "Der rote Kreis" (2) Zitat · Antworten

Was man besonders bei den beiden Erstlingen FROSCH und KREIS merkt ist die Tatsache, dass die Produktion hier noch außerordentlich gewissenhaft vorging vor allem was die Ausgestaltung des Drehbuchs angeht. Der Erfolg der Serie war noch nicht sicher und man musste das Publikum erst überzeugen. Der KREIS hat wie der Pilotfilm ein hervorragendes Buch mit stimmigem Spannungsbogen, klasse Dialogen und vor allem wirkt jede Szene tatsächlich durchdacht und notwendig für das Verständnis und den Ablauf der Handlung. Bereits die BANDE kommt da deutlich holpriger bzw. gemächlicher im Handlungsfluss daher und nach dem BOGENSCHÜTZEN war schon die erste Zäsur fällig, weil die Qualität offensichtlich nicht mehr stimmte.

Gegenüber seinem Vorgänger wirkt der KREIS auf jeden Fall düsterer und stellenweise vielleicht etwas altbacken, aber das kommt bei heutiger Sicht der Athmosphäre zu gute. Natürlich war Harald Reinl ein viel besserer Regiesseur als Roland und daher kann der FROSCH auch mit einer Vielzahl von Szenen aufwarten, die dauerhaft im Gedächtnis bleiben, was dem KREIS nicht so gelingt. Auch ist der Pilotfilm temporeicher und pfiffiger inszeniert. Trotzdem ist der KREIS ein rundum stimmiger, ja fast perfekter Krimi.

Count Villain Offline




Beiträge: 4.318

06.01.2014 18:47
#95 RE: Bewertet: "Der rote Kreis" (2) Zitat · Antworten

Zitat von Gubanov im Beitrag #91
Wäre etwas für den nächsten Grandprix.


Au ja, ein Logik-Grandprix, wo Demaskierungen, Herleitungen und Motivationen ordentlich zerlegt werden.

Edgar Erpel Offline




Beiträge: 1.287

23.01.2014 17:48
#96 RE: Bewertet: "Der rote Kreis" (2) Zitat · Antworten

Nach wie vor einer meiner Favoriten. Man merkt kaum, daß es einer der ersten Kinofilme von Jürgen Roland ist. Die Atmosphäre ist etwas düster, die später vor allem von Alfred Vohrer ins Spiel gebrachten Gimmicks fehlen hier noch völlig. Das Tempo entspricht völlig dem Inspektor, ein Mann mit 40 Dienstjahren, der, den Ruhestand vor Augen, trotzdem auch seinen wohl letzten Fall noch erfolgreich abschliessen will und dabei trotz seines Alters auch unkonventionelle Methoden nicht scheut. Gut aufgelegte Haupdarsteller geben sich gegenseitig Raum, die restliche Besetzung erhält ebenfalls Gelegenheit sich in ihren meist undurchsichtigen Rollen auszuzeichnen. Am Ende wird aus der fast schon üppigen Schar der Verdächtigen der überraschende Schurke entlarvt und, sich schon in Sicherheit wiegend, dingfest gemacht.
Als zweiter Beitrag der Wallace Reihe fällt der rote Kreis gegenüber dem Frosch nicht ab und muss sich rückblickend auch gegenüber den späteren Produktionen nicht verstecken.

5 von 5 Punkten

patrick Offline




Beiträge: 3.204

19.06.2014 22:57
#97 RE: Bewertet: "Der rote Kreis" (2) Zitat · Antworten

Der Kreis ist von der Machart her recht eng an den Frosch angelegt,wenn auch nicht sosehr der Meilenstein, wie Letzterer. Dennoch hält er sich hervorragend und ist durchaus Top 10-Material. Mann erkennt sofort den 50er-Jahre Touch der Frühwallace.
Die Musik ist noch nicht so ausgearbeitet und einprägsam, wie bei Böttcher und Thomas, womit ich persönlich aber gut leben kann. Die Atmosphäre ist düster und spannend. Der Bösewicht mit Hut und Gesichtsmaske erinnert etwas an Zorro, was ihn für mich durchaus zu einem typischen Wallace-Schurken macht. Übertreibungen werden ausgespart.Der Handlungsbogen,von der misslungenen Hinrichtung, bis zum eigentlichen Plot mit dem mörderischen Erpresser, ist phantasievoll. Man erkennt, wie beim Frosch, deutlich, dass man sich hier in der Anfangsphase Mühe gab, Krimis zu drehen, die ernst genommen werden wollten. Vohrer in Ehren, er hat sehr viele tolle Wallace gedreht, aber auch oft zu viele Albernheiten eingebaut, die den Machern der Frühfilme nie in den Sinn gekommen wären. Die Auflösung, über Beiger zu Wussow, ist erste Sahne und auch nicht an den Haaren herbeigezogen, wie bei vielen späteren Werken. Der Kreis hat für mich nicht den Charme und die Nachhaltigkeit des Frosches, bewegt sich aber trotzdem noch im obersten Spektrum.

4,5 von 5 Punkten

Mr Keeney Offline




Beiträge: 1.335

06.07.2014 10:28
#98 RE: Bewertet: "Der rote Kreis" (2) Zitat · Antworten

Als Vorbereitung für meine Teilnahme am Wallace-Grand-Prix habe auch ich einige Wallace-Filme aktuell wiedergesehen und zum Teil, wie hier mit dem roten Kreis, liebevoll gehegte lange Sichtungslücken geschlossen.

Ich hatte den Kreis als durchaus brillant in Erinnerung und so war ich auch von Beginn an fasziniert vom liebevollen, feingliedrigen Aufbau des Films. Jürgen Roland gehört definitiv zu meinen liebsten Regisseuren innerhalb der Wallace-Reihe, wie ein Derwisch entfacht er einen Reigen von Szenen an den unterschiedlichsten doch immer wohlig zu betrachtenden (dänischen) und mysteriös eingefangenen Schauplätzen. Hervorzuheben sind vor allem auch die Nachtszenen.
Auch die Vorgeschichte des Falles, die vor dem Vorspann erzählt wird, ist absolut einmalig und entführt den Zuschauer unversehens und überzeugend in eine (noch) ältere Zeit und ein anderes Land.

Beim Nachlesen dieses Threads habe ich mich wieder mal gefragt, warum der grüne Bogenschütze hier nicht mehr Freunde hat, denn dieser setzt für mich diese Tradition der Rolandschen Inszenierungskunst sehr überzeugend fort und ist überdies noch mit einem klareren Spannungsaufbau versehen.
Abgesehen von Roland scheint mir diese vielschichtig und liebevoll aufwendig mit vielen kleinen und manchmal auch ganz bescheidenen und gar nicht pompös-effetkvollen Einzelszenen versehene Inszenierungsart jedoch generell ein absoluter Vorteil der Frühphase der Reihe zu sein, schon der Frosch beispielsweise lässt sich da nicht lumpen. Es wird nicht einzig nach der Wirkung gefragt, sondern man schafft unermüdlich mit vielen Einzelszenen ein wundervoll gearbeitetes Mosaik. Auch wenn die Einzelszenen im Frosch durchaus noch etwas wirkungsvoller sein mögen.

Die beiden Filme eint für mich überdies, dass sie von der Machart und den Bildern her deutlich „älter“ wirken, als ihre nur kurze Zeit später gedrehten Nachfolger (bereits ab der Bande des Schreckens bzw. dem Rächer). Allerdings kann ich den Frosch wesentlich klarer in den 50ern verorten, als den Kreis, der irgendwie sich selbst genügt und keinerlei Verankerung braucht.

Es gibt aber in der Tat einige weitere Parallelen zum Frosch, doch bei allen Ähnlichkeiten ist die Story hier hinsichtlich der Haupthandlungsorte und Hauptpersonen viel verdichteter. Der Kreis wird, wie bereits hier im Thread angemerkt, dem Zuschauer primär als Einzelperson und nicht als Organisation präsentiert und im Grunde laufen die Handlungsstränge alle sehr wirkungsvoll an einigen Knotenpunkten zusammen, wie z. B. das Bürogebäude, das alte Lagerhaus und die benachbarten Anwesen Beardmore/Froyant. Dies ist im Zusammenklang mit der vielschichtigen Inszenierung und der stets interessanten und mehrsträngigen Handlung durchaus reizvoll und irgendwie liebenswert nostalgisch. Man denke als Beispiel nur an den Blick aus dem Bürogebäude in den Innenhof.
Man kann auch an keiner Stelle ein Abflachen der Handlung bemängeln, der Film trabt munter voran.

Als Kritikpunkte muss ich dennoch äußern, dass mir zuweilen schon ein wenig, wie oben schon angedeutet, die klaren Höhepunkte fehlen und dass das Rätsel um die Identität des Kreises für den geübten Zuschauer doch recht offenkundig ist. Ohne jetzt allzutief in eventuelle Logikprobleme einsteigen zu wollen, ist mir zum Beispiel auch schleierhaft, wieso der Kreis sich das Geld in Yales Büro abholen will und somit dem Inspektor und dem Zuschauer unnötig Rückschlüsse und Fingerzeige auf seine Person zulässt und gibt. Vielleicht mag diese Abart des „locked-room-mystery“ zum damaligen Produktionszeitpunkt noch spannend gewesen sein, für eifrige Krimifans einige Jahrzehnte danach scheint es mir jedenfalls nicht ganz überzeugend.

Die Szene am Schluss der Überführung des Kreises mit dem überraschenden Auftreten einer niemals hier erwarteten Person hat sich bereits seit dem ersten Sehen in mein Gedächtnis eingebrannt, ich war jetzt eher überrascht, mit welch einfachen Mitteln eine derartig nachhaltige Wirkung erzeugt werden konnte.

Eine weitere Parallele zum Frosch: auch hier steht ein älterer Yardbeamter im zunehmenden Kreuzfeuer der Kritik und ich muss gestehen, auch wenn ich durchaus ein Lowitz-Liebhaber bin, dass Karl Georg Saebisch einen mindestens ebenbürtigen und überzeugenden Auftritt (seinen für mich besten bei Wallace) hinlegt, vielleicht auch, weil er vom Alter her der Rolle eher gerecht wird. Auch dieses „Konzept“ der frühen Filme finde ich übrigens sehr gelungen.
Die Besetzung ist darüber hinaus vorzüglich: insbesondere Fürbringer, Rasp, Arent und Beiger rufen souverän ihr Potential ab und können hier ohne viele Worte als klassisch gut goutiert werden. Richard Lauffen hätte ich gerne noch öfter bei Wallace gesehen.
Über Renate Ewert wurde (zu Recht) bereits viel gesagt, sie verkörpert ihre zwielichtige Rolle auf eine Art, dass man als Zuschauer nie ganz sicher sein kann, ob sie einfach auf eigene Faust ein Geheimnis enthüllen oder möglichst auf ihre Kosten kommen will oder doch am Ende eine bloße Erfüllungsgehilfin des Kreises ist. Solche Rollen sind bei derlei „verdichteten“ Filmen das Salz in der Suppe und Renate Ewert liefert eine Bravourleistung ab. Auch Klausjürgen Wussow möchte ich hier gesondert erwähnen, da er Maßstäbe in Sachen höfliche Arroganz setzt.

Ach ja, die Musik weiß auch zu gefallen und ist äußerst passend zur Atmosphäre des Films.

Der Kreis ist in punkto Inszenierung, Darsteller und Grundidee(n) so stark, dass er die genannten Mängel beinahe vollständig mit seinem Nostalgiebonus und seiner beispielhaften Sorgfalt wegwischt, ein sehr starker Beitrag zur Reihe, der dem grandiosen Frosch beinahe das Wasser reichen (haha) kann und geschickt eigene Schwerpunkte in Bezug auf die Erzählweise setzt. In Punkten würde ich 4,5 von 5 geben.
Die letzte Frage: warum, zum Henker, hat der Henker eigentlich um alles in der Welt einen Nagel in die Guillotine geklopft? Das ist mir nach wie vor völlig unklar.

tilomagnet Offline



Beiträge: 551

06.07.2014 10:44
#99 RE: Bewertet: "Der rote Kreis" (2) Zitat · Antworten

Schönes Review, dem ich fast voll zustimmen kann....außer dass der BOGENSCHÜTZE nochmal eine Steigerung ggü. dem KREIS gewesen sein soll. Das sahen schon die Constantin und Rialto Verantwortlichen damals ganz anders. Und zu der Zeit saßen da auch noch kompetente Leute.

Zur "Überfallszene" im Büro: Das inszeniert Yale doch nur, um dann unmittelbar danach dem Yard beizutreten. Ist vielleicht logisch nicht ganz rund und wäre einfacher gegangen, aber man kann es auch als Überheblichkeit und schwersten Fehler des Verbrechers deuten. Denn diese Szene wird ja auch bei der Demaskierung explizit erwähnt.

Zur Guillotinen - Szenen: Der Henker hatte Geburtstag, wollte wohl an dem Tag kein Urteil vollstrecken und war außerdem sturzbesoffen.

patrick Offline




Beiträge: 3.204

06.07.2014 12:57
#100 RE: Bewertet: "Der rote Kreis" (2) Zitat · Antworten

Zitat von Mr Keeney im Beitrag #98


Ich hatte den Kreis als durchaus brillant in Erinnerung und so war ich auch von Beginn an fasziniert vom liebevollen, feingliedrigen Aufbau des Films. Jürgen Roland gehört definitiv zu meinen liebsten Regisseuren innerhalb der Wallace-Reihe, wie ein Derwisch entfacht er einen Reigen von Szenen an den unterschiedlichsten doch immer wohlig zu betrachtenden (dänischen) und mysteriös eingefangenen Schauplätzen. Hervorzuheben sind vor allem auch die Nachtszenen.
Auch die Vorgeschichte des Falles, die vor dem Vorspann erzählt wird, ist absolut einmalig und entführt den Zuschauer unversehens und überzeugend in eine (noch) ältere Zeit und ein anderes Land.

Beim Nachlesen dieses Threads habe ich mich wieder mal gefragt, warum der grüne Bogenschütze hier nicht mehr Freunde hat, denn dieser setzt für mich diese Tradition der Rolandschen Inszenierungskunst sehr überzeugend fort und ist überdies noch mit einem klareren Spannungsaufbau versehen.
Abgesehen von Roland scheint mir diese vielschichtig und liebevoll aufwendig mit vielen kleinen und manchmal auch ganz bescheidenen und gar nicht pompös-effetkvollen Einzelszenen versehene Inszenierungsart jedoch generell ein absoluter Vorteil der Frühphase der Reihe zu sein, schon der Frosch beispielsweise lässt sich da nicht lumpen. Es wird nicht einzig nach der Wirkung gefragt, sondern man schafft unermüdlich mit vielen Einzelszenen ein wundervoll gearbeitetes Mosaik. Auch wenn die Einzelszenen im Frosch durchaus noch etwas wirkungsvoller sein mögen.


Die letzte Frage: warum, zum Henker, hat der Henker eigentlich um alles in der Welt einen Nagel in die Guillotine geklopft? Das ist mir nach wie vor völlig unklar.[/b]




Genau diese sorgfältige Art der Inszenierung ist bei den Vohrer`schen Farbfilmen völlig verloren gegangen.

Der Bogenschütze hat stellenweise sehr gute und atmosphärisch Szenen, verfällt aber leider dann wieder etwas in Langatmigkeit. Für mich aber noch weit über dem Niveau der meisten Farbwallace. Ich denke, dass vielleicht ein Grund für die relative Unbeliebtheit des Bogenschützen in der etwas verworrenen Tatsache liegt, dass da 2 Bogenschützen die Sehne spannen.Ähnlich,wie beim Abt, nimmt einem das mitunter die Freude am "Whodunit" und verkompliziert den Plot an sich.

Das mit dem Nagel hab ich auch nie verstanden.

Josh Offline




Beiträge: 7.927

06.07.2014 13:49
#101 RE: Bewertet: "Der rote Kreis" (2) Zitat · Antworten

Zitat von patrick ebner im Beitrag #100
Zitat von Mr Keeney im Beitrag #98


Ich hatte den Kreis als durchaus brillant in Erinnerung und so war ich auch von Beginn an fasziniert vom liebevollen, feingliedrigen Aufbau des Films. Jürgen Roland gehört definitiv zu meinen liebsten Regisseuren innerhalb der Wallace-Reihe, wie ein Derwisch entfacht er einen Reigen von Szenen an den unterschiedlichsten doch immer wohlig zu betrachtenden (dänischen) und mysteriös eingefangenen Schauplätzen. Hervorzuheben sind vor allem auch die Nachtszenen.
Auch die Vorgeschichte des Falles, die vor dem Vorspann erzählt wird, ist absolut einmalig und entführt den Zuschauer unversehens und überzeugend in eine (noch) ältere Zeit und ein anderes Land.

Beim Nachlesen dieses Threads habe ich mich wieder mal gefragt, warum der grüne Bogenschütze hier nicht mehr Freunde hat, denn dieser setzt für mich diese Tradition der Rolandschen Inszenierungskunst sehr überzeugend fort und ist überdies noch mit einem klareren Spannungsaufbau versehen.
Abgesehen von Roland scheint mir diese vielschichtig und liebevoll aufwendig mit vielen kleinen und manchmal auch ganz bescheidenen und gar nicht pompös-effetkvollen Einzelszenen versehene Inszenierungsart jedoch generell ein absoluter Vorteil der Frühphase der Reihe zu sein, schon der Frosch beispielsweise lässt sich da nicht lumpen. Es wird nicht einzig nach der Wirkung gefragt, sondern man schafft unermüdlich mit vielen Einzelszenen ein wundervoll gearbeitetes Mosaik. Auch wenn die Einzelszenen im Frosch durchaus noch etwas wirkungsvoller sein mögen.


Die letzte Frage: warum, zum Henker, hat der Henker eigentlich um alles in der Welt einen Nagel in die Guillotine geklopft? Das ist mir nach wie vor völlig unklar.[/b]




Genau diese sorgfältige Art der Inszenierung ist bei den Vohrer`schen Farbfilmen völlig verloren gegangen.

Der Bogenschütze hat stellenweise sehr gute und atmosphärisch Szenen, verfällt aber leider dann wieder etwas in Langatmigkeit. Für mich aber noch weit über dem Niveau der meisten Farbwallace. Ich denke, dass vielleicht ein Grund für die relative Unbeliebtheit des Bogenschützen in der etwas verworrenen Tatsache liegt, dass da 2 Bogenschützen die Sehne spannen.Ähnlich,wie beim Abt, nimmt einem das mitunter die Freude am "Whodunit" und verkompliziert den Plot an sich.

Das mit dem Nagel hab ich auch nie verstanden.


Der Nagel ist aber nicht das einzige Logikproblem des Films, der Mord an Selby war in meinen Augen unmöglich durchzuführen, ebenso kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass Lady Doringham den Kreis auf dem Rücksitz ihres Autos nicht bemerkt hat. Sir David wird sofort exekutiert, nachdem er die Polizei angerufen hat, hatte der Kreis etwa schon mit dem Anruf gerechnet, und Selby mitsamt Strick schon im Atelier einquartiert? Bei Beardmore weiß der Kreis haargenau, dass dieser sich Hilfe von einem Privatdetektiv geholt hat, und das er auch nicht bereit ist zu zahlen. Den lässt er aber erstmal am Leben, und tötet ihn erst, nachdem auch die Polizei vor Ort ist. Die Geldübergabe in Yales Büro war hier, glaub ich, schon mal Thema. Die finde ich auch völlig unlogisch, da durch sie der Verdacht erst recht auf Yale gelenkt wird.
Trotzdem ist der Kreis einer der starken Filme der Reihe, Logik spielt bei mir eine untergeordnete Rolle.

Mamba91 Offline



Beiträge: 745

06.07.2014 14:19
#102 RE: Bewertet: "Der rote Kreis" (2) Zitat · Antworten

Zitat von patrick ebner im Beitrag #100

Das mit dem Nagel hab ich auch nie verstanden.



Nennt man sowas bei Hitchcock nicht MacGuffin?

patrick Offline




Beiträge: 3.204

06.07.2014 14:28
#103 RE: Bewertet: "Der rote Kreis" (2) Zitat · Antworten

Zitat von Mamba91 im Beitrag #102
Zitat von patrick ebner im Beitrag #100

Das mit dem Nagel hab ich auch nie verstanden.



Nennt man sowas bei Hitchcock nicht MacGuffin?


kann man so sehen.

Mr Keeney Offline




Beiträge: 1.335

06.07.2014 14:41
#104 RE: Bewertet: "Der rote Kreis" (2) Zitat · Antworten

Zitat von Josh im Beitrag #101

Der Nagel ist aber nicht das einzige Logikproblem des Films, der Mord an Selby war in meinen Augen unmöglich durchzuführen, ebenso kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass Lady Doringham den Kreis auf dem Rücksitz ihres Autos nicht bemerkt hat. Sir David wird sofort exekutiert, nachdem er die Polizei angerufen hat, hatte der Kreis etwa schon mit dem Anruf gerechnet, und Selby mitsamt Strick schon im Atelier einquartiert? Bei Beardmore weiß der Kreis haargenau, dass dieser sich Hilfe von einem Privatdetektiv geholt hat, und das er auch nicht bereit ist zu zahlen. Den lässt er aber erstmal am Leben, und tötet ihn erst, nachdem auch die Polizei vor Ort ist. Die Geldübergabe in Yales Büro war hier, glaub ich, schon mal Thema. Die finde ich auch völlig unlogisch, da durch sie der Verdacht erst recht auf Yale gelenkt wird.
Trotzdem ist der Kreis einer der starken Filme der Reihe, Logik spielt bei mir eine untergeordnete Rolle.



Sicherlich hast Du da vollumfänglich recht, und auch mir kommt es ja keineswegs primär auf Logik an. Bei einer genauen Ausleuchtung der Wallace-Filme in Bezug auf diesen Punkt bekämen sie imho alle ihr Fett weg, und die Frühwerke nicht weniger als die Farbfilme.
Allerdings denke ich, dass einige der von Dir angeführten Punkte zwar nur schwer vorstellbar, aber auch nicht gänzlich auszuschließen sind, als Auswüchse von seltenen Zufällen und sehr sorgfältiger Planung bei gleichzeitiger Selbstüberschätzung. Zwar sicher absolut realitätsfern, doch auch keine Logiklöcher im engeren Sinne, jedenfalls unter dem milden Blick, mit dem ich mir solche Filme angucke (irgendwie musste ich jetzt grad auch an die Rutherford-Marples denken).
Die "Geldübergabe" im Büro finde ich allerdings auch überzogen und etwas störend, weil sie wie ein nicht aufgegangener Zaubertrick der Filmemacher zur Verwirrung der Zuschauer wirkt, der so eher das Gegenteil bewirkt und noch dazu im Grunde unlogisch ist...die beiden Faktoren zusammen finde schon etwas dem Gesamteindruck des Films abträglich.

Josh Offline




Beiträge: 7.927

06.07.2014 14:53
#105 RE: Bewertet: "Der rote Kreis" (2) Zitat · Antworten

Zitat von Mr Keeney im Beitrag #104


Sicherlich hast Du da vollumfänglich recht, und auch mir kommt es ja keineswegs primär auf Logik an. Bei einer genauen Ausleuchtung der Wallace-Filme in Bezug auf diesen Punkt bekämen sie imho alle ihr Fett weg, und die Frühwerke nicht weniger als die Farbfilme.


Da hast du sicherlich recht, ich hatte mir den Kreis diese Woche mal wieder angesehen, und da sind mir diese Sachen mal wieder aufgefallen. Merkwürdig finde ich auch, dass ein gesuchter Ausbrecher völlig unerkannt als Detektiv in London arbeiten kann.

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