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Dieses Thema hat 157 Antworten
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 Filmbewertungen
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Gelöschtes Mitglied
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24.10.2015 22:45
#121 RE: Bewertet: "Der rote Kreis" (2) Zitat · antworten

Da ich mir diesen Film erst kürzlich mal wieder angesehen und somit noch im Hinterkopf habe, nachstehend meine Bewertung:

Für mich ganz klar einer der besten EW-Filme überhaupt, der spektakulär mit einer geplanten Hinrichtung beginnt, die dann jedoch im wahrsten Sinne vernagelt bleibt. Nach dem musikalisch ansprechenden Vorspann mit Stahlnetz-Hintergrund hat der rote Kreis direkt seinen ersten einschüchternden Auftritt im Wagen von Lady Doringham und man merkt sofort, dass mit dem nicht gut Kirschen essen ist, was der guten Lady wenig später auch zum Verhängnis wurde. Als sie vom Kreis erwürgt wird, hat mich ihr langer Schrei übrigens unwillkürlich an ein schlecht geöltes Türscharnier erinnert. Der Spannungsbogen der Handlung geht anschließend in den Steilflug über, wenn trotz aller Vorsichtsmaßnahmen der alte Beardmore mit Pfeil und Bogen ermordet wird, der knauserige Froyant mehrere "Liebesbriefe" vom roten Kreis erhält, der undurchsichtige Marles im Paternoster ebenfalls dran glauben muss, Derrick Yale angeblich in seinem Büro überfallen und Bankier Brabazon bei seinem Fluchtversuch vom roten Kreis durch dessen Auto vermutlich auf die Größe der von ihm in Umlauf gebrachten Banknoten gepresst wird.

Das etwas aufgesetzt wirkende Techtelmechtel zwischen Thalia und Jack Beardmore ist für mich einer der wenigen, aber eher unbedeutenden, Schwachpunkte des Films, der dann mit der Vergiftung von Froyant im Zug auf sein spektakuläres Finale hinsteuert, das dem unwissenden Zuschauer mit der Entlarvung des roten Kreises und der wahren Identität von Thalia Drummond zwei echte Überraschungen bietet. Und in der allerletzten Szene hört man statt Klausjürgen Wussow dann auch als "Henkerslachen" die eigentliche Stimme von Henry Charles Lightman, Friedrich Schütter. Der eigentliche Schlusskracher aber kann jederzeit in meiner Signatur samt Avatar nachgelesen werden...

Leider gibt's auch hier einige Logiklöcher zu beklagen, beispielsweise wie der Seemann Selby unbemerkt mit Zyankali vergiftet werden konnte, wer den Schuss auf Derrick Yale im Beardmore-Haus abgegeben hat, woher und weshalb Thalia überhaupt das Chloroform-Fläschchen nach dem angeblichen Überfall auf Yale hatte, wo sich dieser doch angeblich selbst überfallen sowie chloroformiert hatte und wie er gleichzeitig den Tee im Zug vergiften und das Lösegeld von Mrs. Carlyle einstreichen konnte?!? Andererseits machen aber gerade diese kleinen Ungereimtheiten den Reiz der kompletten Handlung aus, in dem Sir Archibald Morton das durch den Film suggerierte Ein-Mann-Unternehmen des roten Kreises als brillante Verbrecherorganisation bezeichnet. Und dass Yale von Beginn an den perfekten Wolf im Schafspelz abgibt, setzt dem Ganzen erst recht die Krone auf. Vier von fünf Punkten!

Gruß
Klaus

"Henry Lightman, nochmal werd' ich Ihren Tee nicht trinken!"

Count Villain Offline




Beiträge: 4.012

25.10.2015 00:46
#122 RE: Bewertet: "Der rote Kreis" (2) Zitat · antworten

Zitat von Klaus1959 im Beitrag #121
wer den Schuss auf Derrick Yale im Beardmore-Haus abgegeben hat


Marles, denn "als sie sich wieder trafen, war es ein Duell - das Marles verloren hat".

Zitat
und wie er gleichzeitig den Tee im Zug vergiften und das Lösegeld von Mrs. Carlyle einstreichen konnte?!?



Mrs. Carlyle wurde gar nicht von dem echten roten Kreis erpresst und den Tee hat der falsche Schaffner vergiftet und Froyant untergejubelt. Er hat also gar nichts von beidem gemacht.

Zitat
in dem Sir Archibald Morton das durch den Film suggerierte Ein-Mann-Unternehmen des roten Kreises als brillante Verbrecherorganisation bezeichnet.



Höchstens "Ein-Boss-Unternehmen", gibt doch genug, die für Lightman mehr oder weniger Drecksarbeit erledigen: Selby, Brabazon, Thalia, der falsche Schaffner und wahrscheinlich noch einige mehr, die uns filmisch nicht vorgestellt werden.

Gelöschtes Mitglied
Beiträge:

25.10.2015 08:06
#123 RE: Bewertet: "Der rote Kreis" (2) Zitat · antworten

Zitat von Count Villain im Beitrag #122
Zitat von Klaus1959 im Beitrag #121
wer den Schuss auf Derrick Yale im Beardmore-Haus abgegeben hat

Marles, denn "als sie sich wieder trafen, war es ein Duell - das Marles verloren hat".


Das leuchtet mir ein, obwohl sich Marles offensichtlich direkt nach dem Schuss in Luft aufgelöst haben muss. Yale dreht sich danach sofort um und schaut auch direkt im Treppenhaus nach, sieht aber niemanden. Dann war der unmittelbar vor dem Schuss in Osbornes Büro zu sehende menschliche Schatten mit einer möglichen Waffe in der Hand nur eine falsche Fährte für die Zuschauer, denn weshalb hätten Osborne oder seine Sekretärin auf Yale schießen sollen?!?

Zitat von Count Villain im Beitrag #122
Zitat von Klaus1959 im Beitrag #121
und wie er gleichzeitig den Tee im Zug vergiften und das Lösegeld von Mrs. Carlyle einstreichen konnte?!?

Mrs. Carlyle wurde gar nicht von dem echten roten Kreis erpresst und den Tee hat der falsche Schaffner vergiftet und Froyant untergejubelt. Er hat also gar nichts von beidem gemacht.


Hier muss ich leider widersprechen, denn bei der Lösegeldübergabe war eindeutig Friedrich Schütter als echter roter Kreis zu hören. Osbornes angebliches Geständnis vor Chefinspektor Parr, Mrs. Carlyle wegen der allgemeinen Hysterie erpresst zu haben, war aus meiner Sicht doch nur ein Teil der Falle, die der Chefinspektor Lightman zum Schluss gestellt hatte. Und wie dieser überhaupt wissen konnte, dass Froyant nach Toulouse gereist ist und in welchem Zug er auf der Rückfahrt sitzen würde, aber lassen wir das lieber...

In jedem Fall danke ich Dir für Deine interessanten Antworten.

Gruß und schönen Sonntag
Klaus

"Henry Lightman, nochmal werd' ich Ihren Tee nicht trinken!"

tilomagnet Offline



Beiträge: 516

25.10.2015 09:22
#124 RE: Bewertet: "Der rote Kreis" (2) Zitat · antworten

Zitat von Klaus1959 im Beitrag #123
Zitat von Count Villain im Beitrag #122
Zitat von Klaus1959 im Beitrag #121


[quote=Count Villain|p7379446][quote=Klaus1959|p7379445]und wie er gleichzeitig den Tee im Zug vergiften und das Lösegeld von Mrs. Carlyle einstreichen konnte?!?

Mrs. Carlyle wurde gar nicht von dem echten roten Kreis erpresst und den Tee hat der falsche Schaffner vergiftet und Froyant untergejubelt. Er hat also gar nichts von beidem gemacht.


Hier muss ich leider widersprechen, denn bei der Lösegeldübergabe war eindeutig Friedrich Schütter als echter roter Kreis zu hören. Osbornes angebliches Geständnis vor Chefinspektor Parr, Mrs. Carlyle wegen der allgemeinen Hysterie erpresst zu haben, war aus meiner Sicht doch nur ein Teil der Falle, die der Chefinspektor Lightman zum Schluss gestellt hatte.



Hallo,

das ist mMn entweder das einzige richtige Logikloch oder es ist, wie du sagst, und wird für den Zuschauer nicht nachvollziehbar aufgeklärt.

Der Entführer von Dorothy hat die Stimme vom roten Kreis, fährt aber den Wagen von Osborne....ich war immer der Meinung, dass schon Osborne tatsächlich der Entführer quasi als Trittbrettfahrer war. Dein Vorschlag mit der Inszenierung für Yale beim Finale, da könnte aber was dran sein.

Count Villain Offline




Beiträge: 4.012

25.10.2015 12:03
#125 RE: Bewertet: "Der rote Kreis" (2) Zitat · antworten

Zitat von Klaus1959 im Beitrag #123
[quote=Count Villain|p7379446]Hier muss ich leider widersprechen, denn bei der Lösegeldübergabe war eindeutig Friedrich Schütter als echter roter Kreis zu hören.


Klar. Ein billiger filmischer Trick, um die Zuschauer in die Irre zu führen. Der sollte schließlich nicht sofort merken, dass da nur ein Trittbrettfahrer am Werk ist.

Gelöschtes Mitglied
Beiträge:

25.10.2015 20:25
#126 RE: Bewertet: "Der rote Kreis" (2) Zitat · antworten

Glaubst Du das wirklich oder hast Du den hier bewusst platziert? Immerhin wurde die kleine Dorothy in dem Lagerhaus eindeutig vom roten Kreis mit Schütters Stimme bedroht und anschließend Brabazon von diesem auch brutal ermordet. Ich kann mir nicht vorstellen, dass der schmierige Osborne hierzu fähig gewesen wäre, zumal sein Auto entweder für die Lösegeldübergabe von Lightman nur "ausgeliehen" wurde oder rein zufällig Lightmans eigenem Wagen zum Verwechseln ähnlich sah. Als Jack Beardmore Osbornes Wagen als das Erpresserauto erkannt zu haben glaubte, sagte er anschließend zu Parr "In jedem Fall ist es ein kleiner grüner Morris". Das ist aus meiner Sicht kein Beweis für Osbornes angebliche Trittbrettfahrerei. Bevor ich mich jetzt aber mit meiner Kaffeesatzleserei richtig unbeliebt mache, breche ich hier lieber ab und überlasse das Feld allen Wallace-Fachleuten, um sich hierzu evtl. eigene Meinungen zu bilden.

Gruß
Klaus

"Henry Lightman, nochmal werd' ich Ihren Tee nicht trinken!"

Percy Lister Offline



Beiträge: 3.578

25.10.2015 20:32
#127 RE: Bewertet: "Der rote Kreis" (2) Zitat · antworten

Als zusätzlichen Beweis für Finanzberater Osbornes Schuld sehe ich die Tatsache, dass er Mrs. Carlyle beim gemeinsamen Mittagessen befragt, welche Schule ihre Tochter besucht. Er will es genau wissen, da er plant, das Mädchen dort abzufangen und zu entführen.

Count Villain Offline




Beiträge: 4.012

25.10.2015 23:30
#128 RE: Bewertet: "Der rote Kreis" (2) Zitat · antworten

Zitat von Klaus1959 im Beitrag #126
Glaubst Du das wirklich oder hast Du den hier bewusst platziert? Immerhin wurde die kleine Dorothy in dem Lagerhaus eindeutig vom roten Kreis mit Schütters Stimme bedroht und anschließend Brabazon von diesem auch brutal ermordet.



Ja, das glaube ich wirklich. Filmemacher arbeiten mit solchen unlauteren Tricks.

Überdies war ich eigentlich immer der Meinung, dass der Entführer von Dorothy nicht der Mörder Brabazons ist. Ersteres ist Osborne, zweiteres ist Lightman bzw. einer seiner Helfershelfer. Brabazon hatte von diesem ja die Auflage bekommen, das Lagerhaus nicht zu verlassen. Als er von dem falschen Kreis unabsichtlich hinausgetrieben wurde, war das dann leider sein Todesurteil.

Ray Offline



Beiträge: 1.128

09.08.2016 22:29
#129 RE: Bewertet: "Der rote Kreis" (2) Zitat · antworten

Der rote Kreis (BRD 1960)

Regie: Jürgen Roland

Darsteller: Renate Ewert, Klausjürgen Wussow, Karl-Georg Saebisch, Thomas Alder, Fritz Rasp, Eddi Arent, Ulrich Beiger, Ernst Fritz Fürbringer, Edith Mill, Heinz Klevenow, Alf Marholm u.a.



Der Bericht enthält Spoiler.


"Der rote Kreis" ist unter Wallace-Laien weniger bekannt, weil bei den letzten auf ein breiteres Publikum ausgerichteten Ausstrahlungen (z.B. bei Kabel1) stiefmütterlich behandelt, unter Fans genießt er hingegen einen ausgezeichneten Ruf, was ein sechster Platz beim letzten Wallace-Grand Prix (btw: Wann gibt es mal wieder einen?) beweist. Es handelt sich sicher um einen sehr guten Film, aber sehr gute Filme gibt es unter den Wallace-Streifen eben viele. Im Einzelnen:

Was die Darsteller betrifft, so fällt zunächst auf, dass mit Renate Ewert erstmals eine Aktrice die Besetzungsliste anführt - ihr sollten noch Karin Dor und Uschi Glas folgen - und diese einen gänzlich anderen Frauentypus verkörpert als zuvor Eva Anthes, gleichsam jedoch auch im Vergleich der allermeisten, die ihr nachfolgen sollten. Sie spielt die Thalia Drummond selbstbewusst und verschlagen, aus diesem Grund nimmt man ihr das "Heimchen am Herd" am Ende dann auch nicht wirklich ab. Das ist Ewert allerdings nicht anzulasten und sie gehört trotz des einmaligen Gastspiels zu den drei überzeugendsten Vertreterinnen unter den weiblichen Hauptdarstellern.

In Bezug auf das Doppel bei den Ermittlungen - bestehend aus Inspektor und "Amtshilfe" durch einen Privatdetektiv, schon ein Offenbarungseid für Scotland Yard, dass offenbar kein fähiger Beamter da ist, der in der Lage ist, einem alten Inspektor unter die Arme zu greifen - besteht natürlich eine Parallele zum Erstling, wenngleich diese durch die Auflösung eine andere Note erhält. Klausjürgen Wussow "vertrat" - ohne es freilich zu wissen - rückblickend Joachim Fuchsberger und konnte im direkten Vergleich sogar als knapper Sieger vom Platz gehen (Mal wieder eine neue Erkenntnis meinerseits dank chronologischer Sichtung.). Karl-Georg Saebisch wurde mit der Aufgabe betraut, analog zu Lowitz den viel gescholtenen, am Ende dann doch noch über das Phantom zu obsiegenden Inspektor zu mimen. In Gesamtbetrachtung gibt Saebisch zwar einen nicht uninteressanten Typen, für einen Ermittler in einem Kriminalfilm für die große Leinwand ist es trotzdem zu wenig, was er hier anbietet. Insofern folgerichtig, dass er nicht mehr besetzt wurde, denn im Vergleich zu Lowitz, dessen Rolle wie gesagt ähnlich angelegt war, zieht er klar den Kürzeren.

Im Übrigen kann vor allem Ulrich Beiger hier noch prägnanter andeuten, dass er in Gesamtbetrachtung zu den besten Nebendarstellern der Reihe zählen würde. Auch Arent konnte abermals mit einem dezenten Auftritt überzeugen. Fritz Rasp ist ohnehin für jeden Wallace-Film ein Gewinn. Thomas Alder wirkt hingegen schauspielerisch überfordert. Insgesamt ist es geradezu frappierend, wie schlecht allgemein die Aussprache englischer Namen ausfällt (aus "Froyant" wird regelmäßig "Freund", aus "Dorothy" "Dorretie"), da hätte es auch zur damaligen Zeit innerhalb der Crew ruhig einen geben dürfen, der insoweit hätte eingreifen können.

Rückblickend etwas befremdlich mutet sicher das Ende der Anfangssequenz an, in dem aus dem Off verkündet wird: "Dieser Nagel kostete xy Jahre später xy Menschen das Leben." Hier scheint doch sehr Rolands dokumentarischer Stil durch, was in Nachbetrachtung nicht wirklich zu Wallace passt, vor dem zweiten Film jedoch realistischerweise noch nicht unbedingt absehbar war. Ähnlich wie der "Frosch" kommt der Film etwas härter als der Wallace-Durchschnitt daher, dies ist vor allem auf den zurückhaltenden Einsatz von Humor zurückzuführen. Zudem ließ man den "roten Kreis" mehrfach mit seinen Opfern sprechen. Dies war zwar beim "Frosch" ebenfalls der Fall, ansonsten ist dieses Phänomen doch eher selten anzutreffen. Üblicherweise erlebt der Zuschauer einen stummen, emotionslosen Killer. Gerade die Szenen, in denen der "rote Kreis" sich von der Rückbank erhebt und dann mit unheimlicher - glücklicherweise synchronisierter - Stimme zu seinen Opfern spricht, sind echte Höhepunkte und vermitteln dem Zuseher, es mit einem besonders gerissenen Verbrecher zu tun zu haben. Ansonsten punktet der Film vor allem durch seine Auflösung, der ein nahezu einmaliges Gleichgewicht aus Überraschung einer- und Stimmigkeit andererseits bescheinigt werden kann. Rückblickend kommt dem Film zudem eine gewisse Eigenständigkeit zu. Das ist neben der Auflösung an der Figur Thalia Drummonds, die keine Schutz in Anspruch nehmende weibliche Unschuld ist und dem Umstand, dass keiner der Hauptdarsteller letztlich über zwei Wallace-Auftritte hinauskommen sollte, festzumachen. Darüber hinaus fehlen freilich auch noch die später stilbildenden Gruseleffekte und Musiken.


Jürgen Roland gelingt mit "Der rote Kreis" ein mindestens ebenbürtiger Nachfolger zum "Frosch mit der Maske". Trümpfe sind vor allem die herausragenden Renate Ewert und Klausjürgen Wussow sowie die starke Auflösung. 4,5 von 5 Punkten.

chris2011 Offline



Beiträge: 49

17.01.2018 22:09
#130 RE: Bewertet: "Der rote Kreis" (2) Zitat · antworten

Das Dänische Filminstitut Listet den Film unter den den Dänische Titel ,,Den blodrøde cirkel`` auch auf und einige der Darsteller und mitwirkende Hinter der Kamera waren ja Dänen wie man dort sieht recht interrsant. und hier ein link dazu.grus chris2011
http://www.dfi.dk/faktaomfilm/film/da/14562.aspx?id=14562

Gubanov Offline




Beiträge: 15.635

17.11.2018 00:15
#131 Wallace der Woche (02): Der rote Kreis (1959/60) Zitat · antworten



Edgar Wallace: Der rote Kreis (Den blodrøde cirkel)

Nach euren überwältigenden Reaktionen zum „Frosch mit der Maske“ und einer viel zu schnell vergangenen Woche (gern würde ich noch die eine oder andere Anmerkung zum Erstling ergänzen) steht ab heute schon der zweite Film auf unserem Programm. Wir befinden uns noch immer in einer dänischen Version des Wallace-Englands, das diesmal nicht nur mit deutschen Schauspielern, sondern auch einer Prise französischen Flairs aus den Scharfrichteranekdoten von Toulouse gewürzt wird – wenn das ‘mal nicht eine echt internationale Mischung ist … Die Rede ist vom „roten Kreis“, der die Wallace-Reihe zum Jahreswechsel 1959/60 fortsetzte und erneut auf das Rezept des organisierten Verbrechens mit vermummtem Anführer setzte.

Wie gefällt euch der „rote Kreis“? Behielt er das hohe Niveau des „Frosches“ bei oder stellt er womöglich sogar noch eine Steigerung dar?

Links:

Platzierung im Edgar-Wallace-Filmgrandprix 2014: Platz 6 von 36 (83,95 %)

patrick Offline




Beiträge: 2.979

17.11.2018 14:32
#132 RE: Wallace der Woche (02): Der rote Kreis (1959/60) Zitat · antworten

Der Rote Kreis (1959)





Regie: Jürgen Roland

Drehzeit: November - Dezember 1959

Mit:Renate Ewert, Klausjürgen Wussow, Karl Georg Saebisch, Thomas Alder, Ernst Fritz Fürbringer, Erica Beer, Fritz Rasp, Eddi Arent, Edith Mill, Ulrich Beiger, Richard Lauffen, Heinz Klevenow, Alfred Schlageter, Albert Watson, Panos Papadopulos, Richard Gruppe, Karl-Heinz Peters, Alf Marholm, Günther Hauer, Jürgen Roland, Friedrich Schütter, Georg Philipp



Handlung:


Ein mörderischer Erpresser mit Hut und schwarzer Gesichtsmaske treibt im London der späten 50er-Jahre sein Unwesen. Er nennt sich "Der Rote Kreis" und konnte 8 Jahre zuvor in Frankreich aufgrund eines Missgeschicks des Henkers seinen Hals vor der bereits herabgleitenden Guillotine bewahren. Inspektor Parr, der nur wenige Tage vor seiner Pensionierung steht, wird auf den Verbrecher angesetzt und bekommt Unterstützung von dem jungen und smarten Privatdetektiv Derrick Yale. Allerdings ist dem Roten Kreis aufgrund seiner Gerissenheit nicht so leicht beizukommen und wer sich an die Polizei wendet hat sein Leben verwirkt, was durch ein eindrucksvolles Mord-Konto verdeutlicht wird...

Anmerkungen:

Die Rechte zur Verfilmung des Romans "Der Rote Kreis" wurden im Doppelpack zusammen mit dem "Frosch mit der Maske" erworben. Man wollte sich 1959 langsam vortasten und abklären, ob die Idee mit der Einführung dieses neuen Genres wirklich zündet. Tatsächlich ist der Film auch ganz ähnlich wie sein Vorgänger strukturiert und bietet sich dadurch ganz besonders für einen Vergleich an. Die Geschichte dreht sich hier ebenfalls um einen maskierten und sehr gewaltbereiten Schwerverbrecher, hinter dem eine Organisation steht und dessen Markenzeichen ein Symbol ist - auch werden Szenen mit stürmischen Nächten eingeblendet, die an jene im "Frosch" erinnern. Dennoch kann dieser Film seinem wunderbaren Vorgänger nicht das Wasser reichen. Die Atmosphäre ist trotz guter Ansätze im Endeffekt wesentlich eintöniger und trumpft auch zu wenig mit Wallace-Markenzeichen wie alten Gemäuern und unheimlichen Schauplätzen auf, was zugegebenermaßen daran lag, dass das Genre sich in dieser frühen Anfangsphase noch im Stilbildungsprozess befand. Auch ist der Film weniger Action-betont als Reinls Beitrag. Weiters ist die Figur des Kreises dem herausragend exzentrischen Bösewicht-Charisma des Frosches nicht ebenbürtig, was wohl mit ein Grund sein dürfte, dass er keinen wirklich nachhaltigen Klassiker-Status geniesst. Zwar ist die optisch an Zorro erinnernde und Dank Friedrich Schütter so boshaft lachende Titelfigur, die so gern als schwarzer Mann auf dem Rücksitz seine Opfer das Fürchten lehrt, recht interessant gestaltet, doch wird er im Endeffekt einfach zu wenig hervorgehoben. Störend wirkt die Begebenheit mit dem falschen Kreis, der im Revier des echten wildert, was nun wirklich einen hanebüchenen Unsinn darstellt. Jene Organisation, die hinter dem Kreis steht, ist viel zu wenig in den Film eingebunden, sodass man vielmehr den Eindruck gewinnt, er agiere als Einzelperson. Auch dies schmälert den dramaturgischen Effekt, den der Frosch vorlegte. Die Entlarvung ist allerdings klasse und auch die Prätitelsequenz beginnt vielversprechend. Leider bleibt der Film nicht ganz von Längen verschont, die beim Vorgänger an keiner Stelle spürbar waren. Hätte Reinl auch diesen Wallace gedreht, wäre vermutlich wesentlich mehr herausgeholt worden. Zugutehalten darf man dem Kreis auf jeden Fall, dass er eine sorgfältige und ernsthafte Krimiunterhaltung bietet. Jene übergroße Begeisterung wie beim "Frosch" stellt sich (bei mir) hier aber nicht ein.

Die kecke Renate Ewert löst Eva Anthes als weiblichen Aufputz ab und hat zweifellos mehr Strahlkraft als ihre hausbackene Vorgängerin, die nichtsdestotrotz dennoch hervorragend in ihre Rolle passte. Ausserdem werden von Anfang an Fragen aufgeworfen, auf welcher Seite sie überhaupt steht, was zusätzlich zur Spannung beiträgt. Der junge Klausjürgen Wussow ist freilich kein Blacky, kann sich als Ermittler aber ungeniert sehen lassen. Das Verhältnis zwischen Lord Beardmore und seinem Neffen ist durch gegenseitige Verachtung gekennzeichnet, was besonders durch Jacks emotionslose Aussage unterstrichen wird, dass seine Stellung als Alleinerbe kein Grund zur Trauer über den Verblichenen sei. Das geringschätzige Urteil des alten Beardmore über seinen Neffen (faul, dumm und gefräßig) stimmt nicht wirklich mit dem Eindruck überein, den er selbst in der Geschichte vermittelt. Der zu alt und träge erscheinende Karl Georg Saebisch als erfahrener Senior-Ermittler will mir nicht so recht gefallen und ich hätte mir den wesentlich cooleren Siegfried Lowitz an seiner Stelle gewünscht.

Fazit:

Ein Wallace-Frühchen, das leider die hohe Qualität, die der Frosch vorlegte, einbremst und sowohl das Potential der Hauptfigur nicht genügend ausschöpft, als auch die Atmosphäre zu wenig akzentuiert. Irgendwie fehlen hier die Würze und das gewisse Etwas. Jürgen Roland ist eben kein Harald Reinl. Der Unterhaltungswert dieses leider noch nicht ganz ausgereiften Genre-Beitrags kann sich für mich mit 3,5 von 5 Punkten trotzdem knapp über dem Durchschnitt behaupten. Weder Top noch Flop, aber auf jeden Fall besser als fast alles, was uns in der Spätphase noch erwartet.

Gubanov Offline




Beiträge: 15.635

17.11.2018 20:45
#133 RE: Wallace der Woche (02): Der rote Kreis (1959/60) Zitat · antworten



Edgar Wallace: Der rote Kreis (Den blodrøde cirkel)

Kriminalfilm, DK / BRD 1959/60. Regie: Jürgen Roland. Drehbuch: Trygve Larsen (d.i. Egon Eis), Wolfgang Menge (Romanvorlage „The Crimson Circle“, 1922: Edgar Wallace). Mit: Karl-Georg Saebisch (Inspektor Parr), Renate Ewert (Thalia Drummond), Klausjürgen Wussow (Derrick Yale), Thomas Alder (Jack Beardmore), Eddi Arent (Sergeant Haggett), Ernst Fritz Fürbringer (Sir Archibald), Ulrich Beiger (Mr. Osborne), Fritz Rasp (Mr. Froyant), Alfred Schlageter (Mr. Beardmore), Richard Lauffen (Mr. Marles), Erica Beer (Mrs. Carlyle), Edith Mill (Lady Doringham), Heinz Klevenow (Bankier Brabazon), Albert Watson (Sergeant Johnson), Panos Papadopulos (Matrose Selby) u.a. Uraufführung (BRD): 2. März 1960. Uraufführung (DK): 22. August 1960. Eine Produktion der Rialto-Film Preben Philipsen Kopenhagen im Prisma-Filmverleih Frankfurt / Main.

Zitat von Der rote Kreis
Wer sich den Forderungen des Erpressers, der unter dem Decknamen „der rote Kreis“ agiert, nicht stillschweigend fügt, hat sein Leben verwirkt. Der raffinierte Verbrecher bedient sich so effektiv verschiedener Handlanger, um schmutzige Arbeiten für ihn zu verrichten, dass die Presse der völlig ratlosen Polizei und vor allem dem mit dem Fall betrauten Inspektor Parr schon ernstlich die Leviten liest. Persönlich begegnet sind dem „roten Kreis“ bislang nur Wenige und beschreiben kann ihn niemand. So nötigt und mordet er ungehindert weiter, bis er an drei ungewöhnliche Gegenspieler gerät: den geradezu hellseherischen Privatdetektiv Derrick Yale, das unerschrockene Ganovenliebchen Thalia Drummond und den geizigen Millionär Froyant. Wann begeht der nunmehr unter Druck gesetzte „rote Kreis“ seinen ersten entscheidenden Fehler?


„Und wenn der Strick reißt?“„Dann nehmen wir einen neuen.“

Wie Edgar Wallace seinen verurteilten Schurken Charles Henry Lightman aus purem Glück dem Beil des französischen Scharfrichters entkommen und anschließend eine zweite Karriere als Erpresser in London starten ließ, ist Beleg für den ironischen Humor des Autors, den er mit Regisseur Jürgen Roland teilte. So erscheint es als ideale Wahl, den im Vergleich zu Harald Reinl noch wesentlich unerfahreneren, aber vorwitzigeren Jungregisseur für diesen Stoff zu verpflichten und aus der süffisanten Ausgangslage eine atmosphärisch ungemein dichte Szene an der Guillotine zimmern zu lassen. Roland erweist sich insofern als anpassungsfähig, als seine Inszenierung wenig mit seinem Serienerfolg „Stahlnetz“ verbindet – „Der rote Kreis“ strahlt vielmehr eine gemütlich-nostalgische Stimmung aus, die durch geschickt gewählte Schauplätze, unterkühlte Darstellerauftritte und trockene Sarkasmen sogar noch britischer wirkt als der Serienerstling „Der Frosch mit der Maske“.

Obwohl beide Filme von den Geschicken einer Verbrecherorganisation erzählen, deren geheimnisvoller Kopf vor allem auf die Habseligkeiten fremder Leute aus und dafür im Zweifelsfall bereit ist, über Leichen zu gehen, unterscheiden sich die von einem Zusammengehörigkeitsgefühl geprägte Froschbande und die deutlich schmaler wirkende „Kreis“-Gefolgschaft deutlich: Lightmans Helfershelfer kennen sich nicht untereinander und die Anwerbung neuer Spione und Mordbuben übernimmt der Chef persönlich. Dies führt zu den eindrucksvollsten Spannungsmomenten des Films – immer jenen, in denen der Vermummte in seiner Limousine mit schwarzer Maske vorm Gesicht düstere Geschäfte betreibt. Nachsynchronisiert von Friedrich Schütter, wirkt die im Dunkel der Nacht quasi zerfließende Schattengestalt überaus bedrohlich und verkörpert einen tödlichen Zynismus, der Zeugnis darüber ablegt, wie wenig dem „Kreis“ ein Menschenleben wert ist. Seine Mordmethoden sind kreativ, oft von Zeitdruck geprägt und nehmen mit dem Pfeil-und-Bogen-Mord an Mr. Beardmore sogar den ein Jahr später gedrehten „grünen Bogenschützen“ vorweg.

In Anbetracht der hochwertigen Qualität des „roten Kreises“ muss davon ausgegangen werden, dass die deutlichen Rückgänge bei den Kinozuschauerzahlen gegenüber dem „Frosch“ (von 3,2 auf 1,9 Millionen in der BRD) dem namentlich unbekannteren Ensemble geschuldet sind. Große Prominenz wie Joachim Fuchsberger oder Siegfried Lowitz kann der „Kreis“ nicht aufweisen, was sich aber – wenn man die Umsetzung der einzelnen Rollen in Augenschein nimmt – nur in sehr vereinzelten Fällen zu seinem Nachteil auswirkt. Eine klare Vertiefung einer im „Frosch“ zwar auch irgendwie kecken, aber letztlich recht harmlosen Rolle stellt der Part des gediegenen Inspektors dar, der von Lowitz’ in Karl-Georg Saebischs fähige Hände überging. Sein Inspektor Parr greift die Kauzigkeit aus der Buchvorlage auf und präsentiert sich als liebenswerte Mischung aus hintersinnigem Schnüffler, der dem Wissensstand des Publikums um einige Schritte voraus ist, und verschmitzter Großvaterfigur, der von Vorgesetzten und Zeitungen übel mitgespielt wird. Besonders gut funktioniert die Interaktion mit dem aufgezwungenen Partner Derrick Yale (Klausjürgen Wussow), zumal Wussow als wissbegieriger, aber etwas zu glatter Privatdetektiv eigene Akzente setzt, die sich von Fuchsbergers Strahlemann-Darstellung emanzipieren und in eine gelungene Auflösungssequenz münden. Eine ungewöhnliche Variation der obligatorischen Liebesgeschichte stellt die sich anbahnende Beziehung zwischen Renate Ewert und Thomas Alder dar, die als Paarung gerade deshalb nicht zu den beliebten Traumpaaren gehören, weil die stereotypen Geschlechterrollen bei der zupackenden, berufstätigen, etwas zwielichtigen Thalia Drummond und dem jugendlich-naiv wirkenden, unbeholfenen Erben auf dem Kopf stehen. Gerade Ewert profitiert von ihrer dankbaren Rolle, in der sie selbstbewusst mit den Erwartungen des Publikums spielt. Kleinere Schlaglichter werfen darüber hinaus vor allem Edith Mill, Ulrich Beiger und Richard Lauffen, wohingegen Eddi Arents Szenen zwischen vergleichsweisem Ernst und taktischer Unschlüssigkeit pendeln, sodass der Wallace-Dauergast hier nicht auf ganzer Linie überzeugt. Auch Ernst Fritz Fürbringer bleibt hinter seinen Möglichkeiten zurück, weil er als vergleichsweise ernster Scotland-Yard-Chef Karl-Georg Saebisch weniger glaubhaft schulmeistern kann als Lowitz oder Fuchsberger.

Während der „rote Kreis“ durch die missglückte Hinrichtung und durch seine verschiedenen Auftritte zu Beginn des Films einen bleibenden Eindruck vermittelt und sich das Zittern vor ihm zu einem glaubhaften, vorantreibenden Leitmotiv entwickelt, so lässt diese Triebkraft in der zweiten Hälfte des Films etwas nach. Wo „Der Frosch mit der Maske“ ein stetiges Anziehen der Spannungsschraube durch die Verurteilung „Bill Carters“, die Entführung Ella Bennetts und die enorme Verdichtung der Ereignisse in den letzten zehn Minuten gelang, zeigt sich beim „Kreis“ gen Ende hin eine etwas nachlassende Präsenz des titelgebenden Verbrechers. Nicht gar so spannende Elemente wie die Lösegelderpressung bei Mrs. Carlyle, das Untertauchen von Bankier Brabazon und die Ermittlungen von Mr. Froyant in Toulouse nehmen zu viel Zeit in Anspruch und dienen dabei nur am Rande der Legendenbildung um den „roten Kreis“, die im Wesentlichen mit dem Überfall auf Derrick Yale in dessen Büro abgeschlossen ist. In Konsequenz trägt „Der rote Kreis“ eher die klassischen Charakteristika eines stark verwickelten Detektivkrimis als die eines geradlinigen, auf Tempo und Action gebürsteten Thrillers. Das trägt zum wohligen Seheindruck bei, macht ihn aber weniger spektakulär und lässt ihn etwas verstaubt wirken.

Jürgen Rolands „roter Kreis“ ist so britisch wie Afternoon Tea und sprüht vor abseitiger Raffinesse. Wann immer der Hauptschurke auftritt oder einen seiner illustren Morde begeht, hält man den Atem an – in der Zwischenzeit sympathisiert man mit Saebischs Inspektor Parr und Ewerts Thalia Drummond. Dass die Dramaturgie am Ende ein kleines bisschen durchhängt, ist verzeihlich, da man sich auch hier wieder für einen sehr umfangreichen Wallace-Roman und eine authentische, nah am Buch verbleibende Aufarbeitung entschied.

Uli1972 Offline



Beiträge: 25

17.11.2018 21:07
#134 RE: Wallace der Woche (02): Der rote Kreis (1959/60) Zitat · antworten

Mir gefällt der Rote Kreis insgesamt etwas besser als der Frosch. Die Inszenierung finde ich in Sachen Action und Atmosphäre schwächer als beim Vorgänger, dennoch gibt es auch hier ganz gute Momente wie z.B. bei der Ermordung von Lady Dorringham und Mordwerkzeugen wie Auto und Pfeil und Bogen. Die Maske des Roten Kreises ist nicht ganz so lächerlich wie beim Frosch, bei dem die Darstellung eines wahrlich brutalen und skrupellosen Verbrechers dadurch geradezu konterkariert wurde. Die Story ist auch beim zweiten Film der Reihe nicht frei von Logikfehlern. Diesmal aber ist es nicht ganz so extrem wie beim Frosch. Scotland Yard kommt allerdings erneut lange Zeit richtig schlecht weg, wird doch von den erpressten Personen eine nach der anderen vom "Kreis" recht ungehindert ins Jenseits befördert. Naja an Leichen hat es in den Wallace-Filmen ja ohnehin selten gemangelt. Ein Pluspunkt für mich: Man kann bei der Tätersuche mitraten, wobei ich damals nicht auf den Täter gekommen bin. Die für mich überraschende Auflösung war ein Highlight des Films. Wussow alias Yale alias Roter Kreis hat mir in der Rolle sehr gut gefallen, aalglatt, smart und dadurch überzeugend. Er war damals 30 Jahre alt und sah in seiner Rolle auch nicht älter aus. Da allerdings zu Beginn des Films darauf hingewiesen wird, dass der Rote Kreis acht Jahre zuvor bereits vor dem Henker stand, wäre er bereits mit gerademal Anfang 20 Chef einer grossen Verbrecherorganisation gewesen. Und das in der damaligen Zeit, wo man erst mit 21 volljährig war. Naja, ich darf eben nicht alles auf die Goldwaage legen. Die Besetzung der Rollen fand ich wie beim Frosch und den meisten Filmen der Reihe insgesamt sehr gelungen. Dazu eine spannende Story. Das ergibt für mich abzüglich meiner Kritikpunkte: 3,5 von 5 Punkten.

greaves Offline




Beiträge: 437

18.11.2018 10:18
#135 RE: Wallace der Woche (02): Der rote Kreis (1959/60) Zitat · antworten

Der rote Kreis

..ist für mich auch ein Film,wie der Frosch,den ich 1991/92 damals das erste mal auf Sat 1 gesehen habe.(leider damals nicht alle,)da ich so mittendrin auf die Wallace Filme gestossen bin,als sie liefen/oder auch nicht alle schauen konnte,wegen Ferien oder meine Eltern was anderes schauen wollten—dann war bei uns im Wohnzimmer fast mord und totschlag..

Für mich reiht sich der rote Kreis eher nach dem Frosch ein.Sicher ist es ein gelungener Film,der doch ein wenig anders rüber kommt als sein Vorgänger der Reihe.
Auch Der Londoner Nebel kommt hier nicht zu kurz.
Wussow gefällt mir im Kreis besser als in seinem nächsten Wallace in dem er noch mal mitspielt.Einen Fuchsberger,Drache kann ich mir hier garnicht vorstellen,dann eher noch Leipnitz.
Der Rest wie z.b Eddi Arent,Ulrich Beiger,Fritz Rasp,Karl Georg Saebisch,Renate Ewert usw. ist eine Abwechslung,die aber,(denke ich)beim 2. Film noch nicht eine grosse Rolle spielte/darauf geschaut wurde.
Was die Drehorte anbelangt, findet man auch wieder einen schon bekannten aus dem Frosch mit der Maske (siehe in der Bildergalerie)nämlich an der Laksegade—Strasse in Kopenhagen.
Wo das Schloss vom alten Beardmore steht habe ich bisher noch nicht herausgefunden.
Ob es in Deutschland oder Dänemark steht ist mir noch ein Rätsel.
Da können wir zusammen unter einem anderen Thema hier im Forum uns austauschen.
Gut an diesem Film finde ich den spannenden Schluss und die Szene mit Fritz Rasp,der von den totgeglaubten wieder auferstanden ist.

Insgesamt ein guter Film ,der bei mir aber nicht so oft im Player liegt .

Von mir darum 3 von 5 Punkten

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