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Dieses Thema hat 157 Antworten
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 Filmbewertungen
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Jan Offline




Beiträge: 1.353

22.11.2018 19:46
#151 RE: Wallace der Woche (02): Der rote Kreis (1959/60) Zitat · antworten

Zitat von Gubanov im Beitrag #19
Weiß man, in welchen Studios genau die nötigen Nachsynchronisationen bei einzelnen Wallace-Filmen vorgenommen wurden?

Das kann ich nur für die klassischen CCC-Filme sagen, deren Synchronisation bzw. im Wesentlichen ja die Off-Texte (z.B. Telefonate) bei CCC im direkten Nachgang der Aufnahmen entstanden. Hat Freddy natürlich selbst gemacht (und separat abgerechnet ). Bei den in Hamburg entstandenen Filmen dürfte es ein Ton-Studio in Hamburg gewesen sein. Ob es diese Möglichkeit bei Studio Hamburg analog zur CCC gab, weiß ich nicht, könnte ich mir aber gut vorstellen. Gleiches mutmaßlicherweise beim Kreis. Kaum wird man Friedrich Schütter nach Dänemark gekarrt haben. Schütter war überwiegend in Hamburg tätig, daher würde ich sehr davon ausgehen, dass auch die Kreis-Synchro und -Off-Texte in Hamburg entstanden sind.

Zum Kreis selsbt schreibe ich noch.

Gruß
Jan

Wallacefreund Offline




Beiträge: 190

26.11.2018 13:27
#152 RE: Wallace der Woche (02): Der rote Kreis (1959/60) Zitat · antworten

Ein guter Beitrag der Reihe. Eine spannende Geschichte, mit guten Darstellern, die mMn gut in ihre Rolle passen. Die Logikfehler die hier schon angesprochen wurden, stören mich nicht, da mich der Film gut unterhält. Die Auflösung war für mich damals eine echte Überraschung, finde das war sehr gut gemacht. Wussow finde ich hier im Gegensatz zum Bogenschützen ok, Fritz Rasp ist irgendwie sowieso in jedem Wallace gut. K. G. Saebisch gefällt mir als Chefinspektor Parr auch gut. U. Beiger finde ich auch wieder richtig gut einer meiner Lieblingsdarsteller der Reihe.
Hervorheben möchte ich mal R. Ewert, die eine selbstbewusste zielstrebige junge Frau verkörpert. Für mich eine der besten Leistungen der weiblichen Wallace Riege.

Insgesamt ein guter Film, 4 von 5 Pkt.

DanielL Offline




Beiträge: 3.754

26.11.2018 23:01
#153 RE: Wallace der Woche (02): Der rote Kreis (1959/60) Zitat · antworten

Etwas verspätet, aber das wird wohl nicht ausbleiben bei dem straffen Programm ;)

Wenn ich mir die Bemerkung erlauben darf, Sir.
Die „andere“ Besprechung Nr. 2 – Der rote Kreis

Organisierte Kriminalität, Mord, Erpressung, Hochstapelei: Kriminell hat Henry Lightman einiges zu bieten. Und da das Glück bekanntlich mit den Tüchtigen ist, können wir seiner zweiten Schaffensperiode im britischen Königreich beiwohnen. Sich dabei ausgerechnet als Detektiv zu inszenieren, bedarf dann schon eines besonderen Charakters. Jedenfalls lassen sich Geheimnisse ganz wunderbar aufklären, wenn man sie selbst einfädelt. Für den Mord am künstlerisch begabten Sir David heuert Lightman den Seemann Selby an. Scheinheilig kombiniert er wenig später im Yard-Büro die Spur zu eben diesem zusammen. Dadurch ist er als freiberuflicher Partner des glücklosen Inspektor Parr gesetzt. Sein nächster Zaubertrick ist noch dicker aufgetragen: Ein Überfall auf sich selbst.

Just ab diesem Moment übernimmt Inspektor Parr das Ruder. Denn rückblickend wissen wir, dass er spätestens nach diesem Moment dank seiner vorlauten – aber wenn es darauf ankommt verschwiegenen Tochter – weiß, dass Yale ein 'falscher Fuffziger' ist. Natürlich lässt sich der betont träge Parr nichts anmerken. Und gerade diese Tiefstapelei macht riesig Spaß. Im Hintergrund spielt Parr den Informationsvorsprung kühl aus und bereitet Off-Screen das Finale vor. Ein bisschen etwas nimmt er Columbo vorweg. Mehr erinnert er allerdings noch an dessen müde aussehenden Hund, den Bassett. Ideal um Yale daneben „wach, schnell und intelligent“ wirken zu lassen.

Das Spielchen kann man als Zuschauer ganz wunderbar zurückgelehnt genießen. Punkt! ...Wehe aber, man ist Wallace-Fan, schaut den Film zum wiederholten Male und fängt an ihn zu sezieren. Dann kommt man nicht umher, dem gestalterischen Duo Roland und Menge einige Unaufmerksamkeiten und Logikfehler zu attestieren. Nur manches davon lässt sich über die Romanvorlage erklären.

Die Vorredner haben ja schon Salz in die ein oder andere Wunde gestreut. Irrwitzig ist, was alle am Lagerhaus an der Themse gefressen haben. Der alte Beardmore soll es als Liebesnest genutzt haben (was man ihm übrigens nicht abnimmt), für Felix Marl ist es überhaupt der ursprünglich erklärte Grund seiner Anwesenheit, der neu erdachte Trittbrettfahrer Osborne verschleppt ein Kind dorthin und der echte „rote Kreis“ nutzt es als Versteck für Brabazon. Im Roman ist nur letzteres der Fall. Natürlich hätte der „falsche Kreis“ auch niemals mit der gleichen Stimme sprechen dürfen. Diese bewusste oder gar unbewusste Finte von Buch und Regie ist ärgerlich, weil sie eben selbst in einem Filmuniversum der Unwahrscheinlichkeiten nicht funktionieren kann. Dabei hätte man die entsprechenden Szenen mühelos ohne Dialog inszenieren können.

Das war gut: Bewährtes Rezept gepaart mit neuen Variationen vor und hinter Kamera. Edgar Wallace wird mit einem zweiten Teil, der sich im Großen und Ganzen nicht hinterm Frosch verstecken muss, zur Kinofilmserie.
Das war schlecht: Vermeidbare Patzer in den Details!
Bemerkenswert: Renate Ewert bleibt im Gedächtnis, obwohl sie nur in einem Wallace und eigentlich auch in keinem wirklich großen Krimi mehr mitspielte.
Moment des Films: Froyants Auferstehung im Nebel. Da stockt nicht nur dem Schurken der Atem.
Moment zum Vergessen: Entweder der Henker haut den Nagel in die Guillotine, weil er sie aufbaut. Oder aber, weil er das Fallbeil begradigen will. Ihn den Nagel einfach so hineinschlagen zu lassen, war die schlechteste Option und ist ein Auftakt für Ärger dieser Art.

Gruß,
Daniel

Gubanov Offline




Beiträge: 15.635

27.11.2018 20:25
#154 RE: Wallace der Woche (02): Der rote Kreis (1959/60) Zitat · antworten

Zitat von DanielL im Beitrag #23
Natürlich hätte der „falsche Kreis“ auch niemals mit der gleichen Stimme sprechen dürfen.

Spricht denn der "falsche rote Kreis" tatsächlich mit der gleichen Stimme wie sein Vorbild? Ich hatte, wie oben geschildert, nicht den Eindruck. Für meine Ohren wurde nur ein einziges Lachen des Trittbrettfahrers von Schütter nachsynchronisiert. Man vergleiche mal die Szene mit dem "echten roten Kreis" in Lady Doringhams Auto oder mit Brabazon auf der Brücke mit der Szene, in der der "falsche rote Kreis" Dorothy ins Lagerhaus bringt.

Count Villain Offline




Beiträge: 4.013

27.11.2018 21:16
#155 RE: Wallace der Woche (02): Der rote Kreis (1959/60) Zitat · antworten

Mir ist ebenfalls nur dieses einmalige Lachen aufgefallen. Da müsste man noch einmal genauer drauf achten.

Auf jeden Fall danke für das Review, Daniel. Ich lese deine etwas "anderen" Besprechungen auch immer gerne!

Peter Offline




Beiträge: 2.822

27.11.2018 22:22
#156 RE: Bewertet: "Der rote Kreis" (1959/60, 2) Zitat · antworten

DER ROTE KREIS


Ein Schurkenstück, das mir immer gut gefallen hat. Nach Schema F(b) mit dem nötigen Wohlwollen lockere 4,25 von 5 Punkten wert.

Was jedoch fällt besonders auf...?

Das war so richtig gut:

- Der Alphatier-Adlige Lord Beardmore, der die versuchte Bedrohung am liebsten politisch bewerten (und möglichst noch seinem 'verkommenen' Neffen unterschieben) würde: "Hahahahaha, der ROTE KREIS.... Dass ich nicht zur Polizei gehe, heißt noch lange nicht, dass ich Angst habe. ANGST vor dem ROTEN Kreis." Man könnte meinen, dieses Beardmore-Duo gehöre als KREIS-Beitrag schon zu den originellsten Mini-Familien der frühen Wallace-Welt. Weit gefehlt...
- Das Prunkstück und das Ganovenliebchen: Leider blieben Karl-Georg Saebisch (jedenfalls als Ermittler) und Renate Ewert mit ihren verwandtschaftlich neckenden Figuren Unikate der Serie.
Auch die prominentesten Wallace-Damen konnten später bestenfalls in ihren allergrößten Momenten dieser Thalia Drummond das Wasser reichen. Und Saebisch, dieses wunderbare Museumsstück von Schauspieler, als Parr von der Presse, Ministern und sonstigen vorgesetzten Dienstherren, Kollegen, Zeugen, Verdächtigen und Verbrechern (äh, ja und Privatdetektiven) unterschätzt und verspottet, zeigt es in überlegen-charismatischer Manier am Ende den Beteiligten, auch dem Publikum. Eine wohltuende Mischung aus allem, was einen unterhaltsamen Ermittler auszeichnet.
- .... Apropos Unikat, wohl eines im gesamten damaligen Krimikosmos: Fritz Rasp als Froyant, ein lästiger alter Bekannter des KREISES, der sich obendrein als unzerstörbar erweist, jedenfalls zur Teestunde. Rasp - ein unschätzbares Geschenk für die frühe Phase der Filmreihe, in gewisser Weise vergleichbar mit Kinski, der etwas später abseits der Helden und Ermittler das eigentliche - weil geheimnisvolle - Gesicht der Wallace-Filme war.

- .... Apropos unterschätzt: Die bedrohlichen Bläser und Trommler des Willy Mattes. Auch wenn im Vorspann mal eine fehlgeleitete Trompete wie eine KREISsäge ins Ohr kreischen darf: die wenig geliebte KREIS-Musik ist besser als ihr Ruf, nicht zuletzt die liebevolle akustische Ausmalung des nächtlichen Beardmore-Parks (und des unseriösen Treibens dort) - oder das unvergessliche Verfolgungs-Motiv, das letzte Halali für Lady Doringham, Felix Marles und Mr. Brabazon. Immer wieder schließen sich KREISE.

- Eine Reihe von komödiantischen Perlen wie diese hier von einem sarkastisch wohlgelaunten Parr, einem verzweifelt desorientierten Selby und einem besonders genüsslich auf eigener Fährte ermittelnden, fiese grinsenden Yale: "...Wenn Sie DAS wissen, dann wissen Sie auch, dass wir Sie aufhängen werden." - "AUFHÄNGEN? MICH?" - "Haben Sie geglaubt, Sie kriegen einen Orden?"
Überhaupt. In ausgewählten Momenten lautet das Motto "Wir brauchen Leute, die lachen können." Aber mit Stil. Der berüchtigte Wallace-Klamauk war 1959 zum Glück noch nicht erfunden. Sogar in der Haggett-als-Kinderschreck-Szene nach der Kitzelung mit dem Regenschirm braucht man Arent nicht als albern zu empfinden, weil er den eigentlichen Ernst der Situation sehr schön wiederherstellt und seinen Kollegen, denen das Lächeln gefriert, kundtut, wie dicht er nach dem vorzüglich inszenierten Marles-Mord in der spannenden Verfolgungsszene an der Demaskierung des KREISES geschnuppert hat. Ja, wenn "die lieben Kollegen" einen bloß nicht so oft aufhalten würden......... "Ich fürchte, das wird Ärger geben."


Das waren die Momente zum Vergessen:

- Jack Beardmore gilt zwar als gefräßig, gleichwohl als fabelhafter Bogenschütze. Kein Wunder, er hat viel Zeit zum Trainieren und nutzt diese trotz seiner angeblichen Faulheit. Dumm nur, dass die ihm gleichfalls nachgesagte Dummheit zwar eher unzutreffend ist, dass seine Dreimal-Zentrum-Pfeile aber deutlich sichtbar aus einer ganz anderen Richtung abgeschossen werden als uns die Geschichte dieses verhinderten Olympioniken vorgaukelt…. Hat der KREISSchütze etwa dem guten Jack schon beim Angeberflirt so unbürokratisch geholfen wie später bei der nächtlichen Erbschaftsregelung?

- Neben einigen anderen logischen Schwächen, über die ich jetzt gern mal hinwegsehe, wird – um der lieben Spannung willen - in einer (trotzdem schönen) Szene eine psychologische Total-Unmöglichkeit strapaziert, denn: kurz nach dem freundlichen Erstbesuch des roten Kreises im Auto hätte Lady Doringham sich nie, nochmals nie und nimmermals ohne Checken der Rückbank in ihr Auto gesetzt. Vor allem nicht nach Missachtung der todesstraflichen Drohung durch den KREIS, die Ordnungspolizei doch bitteschön vom Glasperlen-Collier-Wechsel-Dich-Spielchen unbehelligt zu lassen…..

- Klar, der Nagel. Als ich mir den Film einst einmal mit einem Wallace-unbefleckten Bekannten ansah, fragte der mich, was das solle. "Na ja, der Henker ist betrunken und schlägt deswegen den Nagel ein." Für diese alternativ- wie hilflose Erklärung erntete ich einen Blick, als hätte ich selbst gerade volltrunken einen Nagel eingeschlagen - ins eigene Schienbein..... Seitdem ist mir die dramaturgische Schwäche des Moments bewusst.....

Stephan Offline



Beiträge: 92

13.12.2018 20:00
#157 RE: Bewertet: "Der rote Kreis" (1959/60, 2) Zitat · antworten

Gong:
"** (durchschnittlich): routiniert und dank Rasp und Fürbringer überdurchschnittlich (sic! siehe Wertung )

Pauer:
Jürgen Rolands Verfilmung(...)ist die vollendetste Fassung des roten Kreises, wenngleich Wussow und Saaebisch kein vollwertiger Ersatz für Fuchsberger und Lowitz waren (...) wurde der rote Kreis dennoch ein passabler Kriminalfilm.

Kramp:
Ein zweotes Mal erwies sich die Auswahl der Scahsuspieler für einen EW-Streifen als Bravourstück.(...)Renate Ewert(...)war, neben Karin Dor, zweifelsohne die beste Darstellerin, die jemals in einem Wallace-Krimi mitspielte.

Tses:
Ein Thriller der Extraklasse - mit dem überraschendsten Ende der gesamten Serie...

Hohmann:
Roland betonte den reinen Thrilleraspekt wesentlich deutlicher als noch Reinl, der den einfachen, vordergründigen Effekt lieber nutzte(...) Der Unterschied(...) bekam der Reihe an sich, als auch und besonders dem ganzen Streifen außerordentlich gut. Auch die neuen Darsteller konnten auf ganzer Linie überzeugen...

Meine Wertung 5/5 Punkten
Wie im Frosch perfekte Besetzung für etwas anders als im Frosch angelegte Charaktere. Brillante Stimmung mit dem absoluten Clou am Ende

Wallacefreund Offline




Beiträge: 190

08.01.2019 20:33
#158 RE: Wallace der Woche (02): Der rote Kreis (1959/60) Zitat · antworten

Der Kreis sollte 4,5 von 5 Punkten bekommen. Auch hier hatte ich mich im Streß leider vertan.

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