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  • Foren-Beitrag von Dr. Oberzohn im Thema

    Gern geschehen.
    Noch ein Tipp für die Detektiv-Box: Die Moto-Filme sind mit der Beschriftung teilweise etwas durcheinander geraten.

    Wettbetrug = Kronleuchter
    Kronleuchter = Dschungelprinz
    Dschungelprinz = Wettbetrug

    Viel Spaß.

  • Foren-Beitrag von Dr. Oberzohn im Thema

    Mr. Moto und sein Lockvogel (1939)

    Als in Ägypten unter der Leitung des noch recht jungen amerikanischen Ausgrabungsleiters Manderson die sagenumwobene «Krone der Königin von Sheba» entdeckt wird, befindet sich auch ein kleiner deutscher Archäologe mit im Team. Natürlich ist es in Wirklichkeit der verkleidete Mr. Moto, der sich überall auf der Welt herumzutreiben scheint. Später, auf der Überführung in die USA, erscheint er als harmloser japanischer Tourist an Bord des Ozeandampfers, doch seine Identität wird von einem übereifrigen Bekannten aus London, Archie Featherstone, vorfristig enthüllt. Dieser ist der übliche lustig gemeinte Sidekick von Moto, und er kann nach Ankunft in San Francisco durch seine Aufmerksamkeit den Raub der wertvollen Krone verhindern, die nach einer wilden Schießerei durch die Polizei wieder sichergestellt wird. Doch der Chef der Gangster, ein übler Geselle namens Borodoff, kann entkommen. Daneben gibt es auch noch ein Pärchen, das die Krone stehlen will, die junge Dame des Gespanns hatte sich schon sehr aufdringlich an Manderson herangemacht, sehr zum Ärger von dessen Verlobter. Doch Mr. Moto interessiert sich für alle diese Leute weniger, sein Hauptaugenmerk gilt einem als tot geltenden Meisterverbrecher mit dem Synonym Metaxa, auf den das kostbare Artefakt einen unwiderstehlichen Reiz ausüben sollte. Dass der geschickt fassadenkletternde Ganove tatsächlich noch lebt, beweist das Revolverattentat eines Unbekannten auf Moto mit anschließender Flucht über Hauswände und Dächer. Aber wer ist Metaxa ? Mr. Wong, der asiatische Diener von Professor Hildebrandt, eines Mäzens der Ausgrabungen, wird ermordet, kurz bevor er Moto vielleicht hätte Hinweise geben können. Auch die anderen Gauner sind nicht untätig, alle wollen die Krone in ihren Besitz bringen, und als die gesamten Sicherheitsvorrichtungen im Kunstmuseum blockiert sind, weiß Mr. Moto, dass die Entscheidung naht. Selbstverständlich gibt es auch hier wieder das unvermeidliche Happyend.

    Mr. Motos letzter Kriminalfall läuft inzwischen sehr routiniert ab. Alle sind an ihrem Platz, das junge Liebespaar, das schon länger nicht mehr so im Vordergrund steht, der für die humoristische Auflockerung zuständige «Helfer» des japanischen Ermittlers, allerlei zwielichtige Gestalten und ein Hauptschurke mit ungeklärter Identität. Der geheimnisvolle Metaxa kommt bei den vielen anderen Konkurrenten um die Sheba-Krone gar nicht recht zur Geltung, außer dass er Moto ab und an als schwarzgekleidete Gestalt mit einem schallgedämpften Revolver hinterherschleicht. Mr. Moto, der eigentlich Ferien machen wollte, kann ihm zuguterletzt trotzdem die Maske vom Gesicht reißen, dabei hat er mit dem restlichen Diebsgesindel eigentlich schon genug zu tun. Tatsächlich ist die Handlung mittlerweile schon etwas stereotyp. Das heißt aber nicht, dass sich Langeweile breit macht, der Film weiß trotz aller Oberflächlichkeit immer noch gute Entspannung zu garantieren. Doch nach acht Folgen ist für den höflichen, aber etwas unheimlichen Ermittler jetzt Schluss, Mr. Moto geht offenbar doch in seine Ferien…


    Warum auch immer die Serie eingestellt wurde, ob es an Peter Lorres Abneigung gegen seine Hauptrolle, wegen der internationalen Großwetterlage oder schwindenden Einnahmen der Produzenten lag, zurück bleibt eine recht originelle Figur. Ein undurchsichtiger Japaner mit geheimdienstlichem Hintergrund, der von einem aus Deutschland emigrierten Schauspieler mit österreichisch-ungarischen Wurzeln gespielt wurde und stets Amerikaner in seinem Umkreis hat.
    Moto erscheint rätselhaft und unergründlich wie sein «Heimatland». Seine in den Filmen gezeigte Zuneigung zu Katzen ist wohl nicht zufällig, seine Sanftmütigkeit und Höflichkeit kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass er wie ein Raubtier seine Beute rücksichtslos verfolgen und erlegen kann.
    Bei den letzten Filmen ist er etwas zurückhaltender geworden, doch in den ersten geht ihm das Töten recht leicht von der Hand, eine Doppelnull-Lizenz der Dreißiger sozusagen.
    Die Palette von Motos Engagement ist dabei recht weit, es geht von Schmuggel, Diebstahl, Erpressung bis hin zu Sabotage und Mord.
    Wer gute alte Schwarzweiss-Krimis liebt, sollte es mal mit Mr. Moto und seinen Fällen versuchen.

  • Foren-Beitrag von Dr. Oberzohn im Thema

    Mr. Moto und die geheimnisvolle Insel (1939)

    Der Film beginnt, wie so oft, mit einem Mr. Moto an Deck eines Dampfers. Diesmal steuert das Schiff Puerto Rico an, Moto hat sich auf der Reise mit einer jungen hübschen Frau angefreundet, Joan Castle, der Tochter des Polizeichefs Major Castle und die Verlobte von Georg Bentley, der wiederum der Sohn des Gouverneurs ist. Moto muss sich auf gewohnte Art und Weise der Attacken eines verärgerten Catchers erwehren, was ihm die Freundschaft von dessem «Kollegen» Twister McGurk einbringt, der fortan als Motos «Helfer» dient. Allerdings erleidet Moto einen Schwächeanfall, offenbar hat er eine schwere Blinddarmentzündung. Derweil tagt auf Puerto Rico im Gouverneurspalast gerade eine Sitzung der Hautevolee, neben Polizeichef und dem Gouverneur sind noch andere hochrangige Polizisten, die Commissioner Gordon und Madero, der Besitzer einer Schifffahrtsgesellschaft, Mr. Sutter, sowie Vertreter von Pflanzern und Diamantenhändlern anwesend. Denn es geht um Diamantenschmuggel, der ungeahnte Ausmaße angenommen hat. Ein Ermittler namens Graham wurde kurz zuvor ermordet. Die Anwesenden beschuldigen sich gegenseitig, Major Castle wird der Rücktritt nahegelegt.
    Als Moto auf der Insel ankommt, wird er samt seinem neuen Assistenten in einen Krankenwagen gebracht und prompt von der Bande eines gewissen Captain Dahlen entführt, gerade so gelingt seine Rettung. Wer hat seine Ankunft verraten ? Mittlerweile wieder recht munter, beginnt Moto die Nachforschungen. Dabei macht er sich nicht sonderlich beliebt, was eine unter Strom gesetzte Badewanne verdeutlicht. Es gibt wieder einen Mord, die Spuren der ganzen Affäre scheinen alle in ein großes Sumpfgebiet zu führen, das schon früher der Schlupfwinkel eines berüchtigten Piraten war. Irgendwann müssen sich Moto und sein tölpelhafter, aber kampferprobter Helfer in die Sümpfe fliehen, die Handlung nimmt noch einige dramatische Wendungen, bis der Hintermann durch eine wieder mal typische Moto’sche List enttarnt werden kann.

    Diesmal legt Moto, wie in seinen besten Zeiten, ein atemberaubendes Tempo vor. Die Handlung hat keine Längen, ein ordentlicher Whodunit-Faktor ist auch gegeben, da es eine Menge Verdächtiger gibt. In der Beziehung ähnelt der Film eher einem Charlie Chan, tatsächlich wurde der Stoff auch schon einmal für einen solchen verwendet. Moto wendet allerlei Tricks an, um sich das Vertrauen der Schmuggelbande zu erwerben, obwohl er damit nicht so erfolgreich ist wie sonst. Sein Assistent von der Ringermatte ist natürlich mit seiner Dämlichkeit gewöhnungsbedürftig, doch hat er für Moto sogar einen gewissen Nutzen. Außer den Szenen in den Sümpfen merkt man vom tropischen Ambiente nicht viel, das macht aber kaum etwas aus. Mit der Logik sollte man es, wie bei allen Moto-Filmen, nicht zu genau nehmen.
    Es gibt Prügeleien, Mordanschläge, Schiessereien und eine Motorboot-Verfolgungsjagd. Eben alles, was einen typischen derartigen Film ausmacht, keine sonderlich tiefschürfende, aber spannende Story.

  • Foren-Beitrag von Dr. Oberzohn im Thema

    Mr. Moto und die Flotte (1939)

    Auf einem Passagierdampfer Richtung Ägypten reist ein (tatsächlicher) Japaner, der sich als Mr. Moto ausgibt. Er ist stets im Umfeld der Gattin eines hochrangigen französischen Marineoffiziers zu finden, an der auch ein gewisser Mr. Norvel Interesse zu haben scheint. Daneben tritt auch noch ein tollpatschiger Schriftsteller auf, der fortan für die Auflockerung des Geschehens sorgen soll. Dem falschen Moto soll seine Rolle schlecht bekommen, nach Ankunft in Port Said wird er auf Betreiben des intriganten Norvel ermordet.
    Doch der richtige Moto ist schon auf den Plan getreten, sein Double sollte nur ein Ablenkungsmanöver sein. Er ist einer großen Sache auf der Spur: Ein geplantes gemeinsames Manöver der französischen und britischen Flotte soll sabotiert und ein ernsthafter Konflikt, wenn nicht sogar ein Krieg ausgelöst werden. Die Spur führ Moto zu einem Bauchredner namens Fabian, welcher sich als das Haupt der Verschwörung herausstellt und eine attraktive Geliebte aushält, die zwar alles andere als ein Unschuldsengel ist, aber von den tatsächlichen Bestrebungen ihrers Verführers keine Ahnung hat. Weiter gibt es da noch einen sehr englisch aussehenden Mitverschwörer, Mr. Danforth, in Wirlichkeit jedoch ein Agent des britischen Geheimdienstes. Das ist für Moto, der schon munter in allerlei Verkleidungen in der unmittelbaren Nähe der Schurken herumspioniert, längst kein Geheimnis mehr. Es kommt, wie es kommen muss: Danforth' wahre Identität fliegt auf, er wird von Fabian auf sehr heimtückische Art und Weise umgebracht. Auch Moto ist man nun wieder auf den Fersen. Der kennt jetzt den Plan der Ganoven: als Bergungsteam getarnte Taucher verminen die Einfahrt der Fahrrinne, um die Schiffe der Franzosen zu sprengen und die Engländer zu belasten. Doch er ist wieder mal ein Gejagter, es gelingt ihm nur knapp, gemeinsam mit dem trotteligen Möchtegern-Autoren Venables einem schrecklichen Ertrinkungstod zu entrinnen und den Plan der feindlichen Agenten zu vereiteln, wobei ihm diesmal auch die verratene Liebe einer schönen Frau zu Hilfe kommt.

    Im sechsten Abenteuer verschlägt es Moto in die Sphären der internationalen Politik. 1939 stand die Welt kurz vor der Katastrophe. Kein Wunder, dass der verschlagene kleine Japaner auch mal in diesem Umfeld ermitteln musste. Der Start ist ja recht viel versprechend, der Doppelgänger von Moto hat fast schon etwas Bond-haftes. Aber leider ist die Komik, vertreten durch den nervigen Venables, mitunter arg überzogen. Die Unterwasser-Trickaufnahmen lassen manchmal unschwer eine Spielzeug-Taucherglocke erkennen, das ist aber nicht weiter tragisch. Außerdem dümpelt der Film eine Zeitlang ungewohnt tempoarm vor sich hin, eigentlich der schlimmste Fauxpas des Streifens. Erst zum Ende hin rafft man sich noch einmal auf, da geht es wie gehabt turbulent weiter. Man hätte aus dem Thema wirklich mehr herausholen können. Moto ist wieder als Interpol-Mitarbeiter tätig, er zeigt auch in diesem Film wieder seine vorher ab und zu schon anklingende Vorliebe für Antiquitäten. Diesmal gibt es eher eine tragische Liebesgeschichte als Hintergrund. Ansonsten bleiben die Hintermänner der ganzen Aktion nebulös, man kann natürlich Deutschland vermuten, aber eine seltsame Bemerkung Motos könnte sogar auf Japan als Urheber hindeuten. Der Krieg zwischen französischer und britischer Flotte ist im Film nochmal ausgeblieben, der wirkt aber fast prophetisch, wenn man bedenkt, dass die Royal Navy schon ein Jahr später aufgrund des ausgebrochenen Weltkrieges den Großteil der französischen Kriegsschiffe in einem nordafrikanischen Hafen zusammenschoss. Leider war da kein Mr. Moto mehr rechtzeitig zur Stelle.
    So bleibt der Film ein Spionageabenteuer mit historischen Hintergrund, durch den schwächeren Mittelteil etwas abgefallen. Trotzdem eine typische lohnenswerte Moto-Geschichte.

  • Foren-Beitrag von Dr. Oberzohn im Thema

    Mr. Moto und der Kronleuchter (1938)

    Durch den tropischen Urwald der berüchtigten "Teufelsinsel" im fränzösischen Kolonialgebiet Chayenne (Französich-Guyana) hetzen zwei Männer in Sträflingskleidung. Einer ist unschwer als Moto zu erkennen. Sie befinden sich auf der Flucht, die Wachsoldaten sind ihnen auf den Fersen und im Kugelhagel ihrer Verfolger gelingt es ihnen gerade so, sich mit einem versteckten Kanu dem Zugriff zu entziehen und sich später auf einen Dampfer zu retten, der Richtung Europa fährt. Moto, der sich als japanischer Mörder ausgibt, lässt sich als Diener des anderen Flüchtigen, Paul Brissac, einstellen, welcher ein berüchtigter Krimineller ist und zudem Gründungs-mitglied der sogenannten "Liga der Mörder", die auf dem alten Kontinent ihr Unwesen treibt.
    Das Ziel der beiden ist London, wo sie unter einer vornehmen Adresse absteigen. Bald bekommt Brissac Besuch von zwei Herren, Higgins und Litmar, ebenfalls Mitgliedern der Mörderliga. Ein neuer Coup ist geplant, der tschechische Stahlmagnet Darvak soll unter Mordandrohung erpresst werden, die Zusammensetzung einer neuen Stahllegierung herauszurücken (wohl, so darf vermutet werden, für einen Endkunden in der Rüstungsindustrie). Moto gibt sich währenddessen dem Scotland-Yard-Chef als Interpol-Agent zu erkennen und berichtet ihm von den Aktivitäten der Mörderliga nun auch in England. Eine Agentin von Moto hat sich ein Quartier über einer schäbigen Halbwelt-Spelunke genommen, wo sie einen weiteren Angehörigen des Verbrecherclubs erfolgreich um den Finger wickelt. Sie kann ihrem Chef Moto den entscheidenden Hinweis auf Darvak geben. Der verleugnet jedoch die Gefahr, in der er schwebt, und lässt sich weder von seiner Sekretärin Ann noch von seinem stets einem guten Tropfen zugeneigten Bekannten Scott-Frensham zur Vernunft bewegen. Mittlerweile ist Motos Tarnung aufgeflogen, die Burschen wollen ihm ernsthaft ans Leder, und aus dem Jäger wird vorerst ein Gejagter. Doch am Ende klärt sich alles auf, der mysteriöse Boss der Mörderliga findet sein Moto-typisches Ende, bei dem der titelgebende Kronleuchter die Hauptrolle spielt. Der undurchsichtige Asiate hat wieder einmal über seine Gegner triumphiert.

    Dieser Film, dem das Lexikon des Internationalen Films Film-noir-Qualitäten bescheinigt, ist tatsächlich in seiner Grundstimmung wesentlich düsterer als die Vorgänger. Der Slapstick-Faktor und auch die sich anbahnende Liebesbeziehung zwischen Darvak und seiner Sekretärin bleiben angenehm dezent im Hintergrund. Mr. Moto, der kleine Japaner, hat es nicht leicht im Lande der Briten, die häufig mit offenkundiger Hochnäsigkeit auf ihn herabblicken. Es gibt gut organisierte durch Unfälle getarnte Morde und eine Menge Unterwelt-Atmosphäre, besonders in der Elendskneipe in Limehouse, die im Prinzp als Schnittstelle für die die Drecksarbeit machenden Handlanger aus der Gosse und die Häupter der Verbrechergesellschaft aus den besseren Kreisen fungiert. Obwohl es bis auf die Anfangssequenz auf der Teufelsinsel keine exotischen Schauplätze gibt, vermag der Film durch seinen häufigen Wechsel zwischen den Schauplätzen in London zu fesseln. Das ist ein Unterschied zu dem beispielsweise eher "kuscheligen" Wettbetrug-Film. Moto muss tatsächlich kämpfen, um den Schergen der Mörderliga zu entkommen und seine Haut zu retten, Autoverfolgungsjagd eingeschlossen. Seine Künste in waffenloser Selbstverteidigung kommen ihm besonders am Ende zugute. Auch seinem Hang zu mitunter absurden Verkleidungen kann er frönen. Als zeitgenössischen Seitenhieb kann man seinen Auftritt als sehr heruntergekommen aussehenden deutschen Künstler sehen, der in einer Kunstausstellung gegen die modernen Bilder geifert und lieber schwülstige Gemälde bevorzugt. Die Entlarvung des Oberhauptes der Mörderliga sollte indes, auch mangels großartiger Alternativen, für den Zuschauer keine große Überraschung sein.
    Obwohl der Streifen diesmal nur eine Stunde dauert, kommt er einem wegen des dichten Inhaltes viel länger vor.
    Der Film ist mein heimlicher Moto-Favorit. Vielleicht auch wegen einiger Gemeinsamkeiten mit meinem Lieblings-Wallace Der Rote Kreis (Flucht der Verbrecher aus Chayenne, geheimnisvolle Mord-Organisation in London, als Ganove getarnter Polizeispitzel). Spannende Unterhaltung.

  • Foren-Beitrag von Dr. Oberzohn im Thema

    Mr. Moto und der Dschungelprinz

    Eine junge attraktive Frau fliegt in ihrem Privatflugzeug über dem Urwald Kambodschas. Dann tut sie etwas Merkwürdiges, sie entzündet Brandfackeln, springt mit ihrem Fallschirm ab und lässt das Flugzeug abstürzen. Als sie schließlich im Busch landet, tritt ihr ein höflicher Herr im Tropenanzug entgegen, der unverwüstliche Mr. Moto, der scheinbar mit archäologischen Ausgrabungen beschäftigt ist. Schnell durchschaut er den Trick der abenteuerlustigen"abgestürzten" Victoria Mason, die sich als Weltumrunderin ausgibt. Sie befinden sich im Landes des Rajahs Ali, des Dschungelprinzen, welcher sein Gouvernement allem Anschein nach recht zufrieden abhängig von Frankreichs Gnaden führt, ganz im Gegensatz zu seinem Hohepriester Bokor, der unablässig gegen alle "weißen Teufel" wettert. Außerdem stolpern noch zwei amerikanische Kameramänner auf der Suche nach gewinnbringenden Aufnahmen in der Gegend herum, dem attraktiveren der beiden, einem gewissen Weston, verdreht die plötzlich aufgetauchte Flugzeugführerin gehörig den Kopf. Die Handlung spitzt sich erst mal zu, als die beiden eine "Kamera-Session" mit Rajah samt Anhang machen wollen und dabei dessen Lieblingsfrau plötzlich tot umfällt. Natürlich denken die "Wilden" sofort, dass nur dunkle Magie aus dem Filmkasten daran Schuld sein kann, und die tölpelhaften Kameramänner sollen als Strafe dem Gott Shiva geopfert werden, was der böse Priester Bokor persönlich übernehmen will. Mr. Moto hat längst entdeckt, dass die tote Frau einem vergifteten Blasrohrpfeil zum Opfer fiel. Er taucht, unschwer zu erkennen, in der Maskerade eines uralten Wanderpredigers auf und schafft es, Bokor von der geplanten Hinrichtung abzubringen und sogar dessen Vertrauen zu gewinnen. Scheinbar vertragen sich jetzt alle wieder, doch unter der friedlichen Oberfläche geht es weiter: Bokor lässt ein geheimes Waffenlager anlegen, um die Herrschaft über das Land zu erringen und sowohl den Rajah als auch die Weißen zu verjagen, während der Dschungelprinz auch sein eigenes Süppchen kocht und nicht so arglos ist wie gedacht. Die gestrandete Pilotin Mason, neue Lieblingsfrau des Rajahs in spe, spioniert auffallend gerne in der Gegend herum, während Moto mal verkleidet und mal nicht allerlei Untersuchungen durchführt und den einen oder anderen auf ihn angesetzten Spitzel ins Jenseits schickt. Nach einigem Hin und Her kommt es in einem als Waffenversteck dienenden Tempel zum dramatischen Showdown - eine wilde Schießerei mit abschließender Explosion, die die Helden der Geschichte selbstverständlich unbeschadet überstehen, wobei auch wieder eine zarte Romanze nicht fehlen darf.

    Leider, so muss man sagen, merkt man dem Film seine B-Movie-Qualitäten mitunter recht deutlich an. Die Amerikaner mit ihrem gänzlich fehlenden Respekt ihren einheimischen Gastgebern gegenüber sind schwer zu ertragen, womöglich sogar unfreiwillig realistisch dargestellt. Aber die Synchronisation ist schauderhaft. Sie zerstört auch die spannenden oder "harten" Stellen des Filmes, wenn Gefangene mit glühenden Eisen gefoltert werden und dann ein gänzlich unpassendes albernes Gequatsche einsetzt. Auch der böse eingeborene Bokor, unschwer als Weißer mit stets sorgfältig getragener Fönfrisur zu erkennen, fügt sich schön in das Klischee des fanatischen blutrünstigen und abergläubischen Wilden ein. Vollkommen unglaubwürdig ist es auch, wenn die Amerikaner in einem Moment als Opfer fast in einen Brunnen geworfen werden und im nächsten wieder friedlich vereint mit den Einheimischen an einem Tisch sitzen. In das leider oft sehr naive Geschehen passen auch Motos Auftritte als steinalter Guru, der die abergläubischen Bewohner mit allerlei Brimborium beeindrucken kann. Andererseits, es gibt auch ein paar bessere Momente, wenn etwa der Rajah Motos heimlich gesendete Brieftauben abschießt und ihm eine davon bei einem gemeinsamen Essen gebraten und mit am Fuß umwickelten "Antwortbrief" zukommen läßt. Mehr solche intelligenteren Szenen hätten dem Film gut getan. Man fragt sich aber, wie der Rajah Motos in Japanisch geschriebene Briefe lesen konnte... Irgendwann kommen alle wieder zusammen, Miss Masons wahre Identität wird genauso wie die von Moto aufgedeckt, und es wird für die Helden brenzlig. Das Ende dann allerdings ist doch recht blutig und bleihaltig, die Schießerei um den Tempel, bei der irgendwie jeder gegen jeden kämpft und in die sogar ein Schmuggel-Kapitän namens Zimmermann (ein Nazi im Busch ?) verwickelt ist, fordert etliche Opfer. Moto, der offenbar Schusswaffen nicht mag und lieber "Handarbeit" anwendet, muss hier mit einem Maschinengewehr hantieren. Doch schließlich sieht man nach einem ziemlich abrupten Sprung alle "guten" Überlebenden auf einem romantischen Bootsdeck vereint in den Sonnenuntergang fahren...
    Dieser Film ist im Prinzip der gewalttätigste der Reihe, so viel Folter und Schießerei gibt es in keinem anderen Moto-Abenteuer, doch leider hat die naive Regie und sicher auch die klamaukige Synchronisation hier viel verdorben, so dass man das ganze nicht so recht Ernst nehmen kann.
    Aber das sollte man sowieso nicht, es ist halt ein Dschungel-Trip der Dreißiger, wegen Moto und auch der mysteriösen Miss Mason unbedingt sehenswert.

  • Foren-Beitrag von Dr. Oberzohn im Thema

    @patrick : Zu deinen Postings kann ich nur sagen: Könnte ich so 100% unterschreiben. Fällt mir alles genau so auf. Das sind Themen und Zusammenhänge, wo man sich die Finger wund schreiben könnte. Ein wichtiges Gebiet, das tatsächlich faszinierend, aber auch sehr deprimierend ist. Es fügt sich tatsächlich Mosaiksteinchen zu Mosaiksteinchen zu dem Gesamtbild. Denn, alte Verschwörungstheoretiker wissen ja - nichts in der Politik geschieht zufällig, wie schon Präsident Roosevelt mal bemerkte. Und ab und zu ein paar Worte zur "Lage der Nation" zu verlieren, sollte auch schon mal hier im Off-Topic-Bereich möglich sein, solange sich alles wie gehabt im zivilisierten Bereich bewegt.

    Zu deiner Erkenntnis, immer die Mitte anzustreben, wird man wohl im Laufe des Lebens irgendwann kommen. Beschäftigt mich auch grade sehr stark. Man kann, aufgrund schlechter Erfahrungen, Mietervereinigung und sogar Gewerkschaft unterstützen und auch bei seinem Arbeitgeber um bessere Arbeitsbedingungen kämpfen. Man kann aus Gesundheitsgründen seine Nahrung bei regionalen Bio-Bauern kaufen und sich im Nichtraucherschutzschutz engagieren, auch eine Partnerin haben, die alternative Heilmethoden praktiziert. Und man kann für seine Zukunft gegen Islamisierung und Überfremdung demonstrieren gehen und „alternative“ Nachrichtenportale unterstützen. Alle diese Gemeinschaften und Richtungen kollidieren irgendwie miteinander, man unterstützt mitunter eben auch Dinge, die einem gar nicht gefallen, stellt plötzlich auch fest, dass alles nur ein Taktieren ist. Und dann hat man von dem ganzen Kram die Nase voll. Irgendwie hat halt jeder ein bisschen Recht.
    Da sind die Weisheiten des Fernen Ostens voll von solchen Erkenntnissen, "die Mitte" hat sowohl körperlich und geistig einen hohen Stellenwert. Wenn schon unbedingt eine neue Religion zu uns importiert werden soll, dann hätte man ja auch mal eher in dieser Ecke der Welt orientieren können, mit Sicherheit nützlicher als die Lehren des Propheten.

    Leider schweigen die meistens unserer „Promis“ zu den jetzigen Ereignissen oder fallen in den allgemeinen Jubel mit ein. Ich frage mich immer wieder, was wohl meine Kindheitshelden, besonders aus den deutschen Filmen wie die Wallace-Reihe, dazu sagen würden.
    Die meisten sind ja nun tot. Nur wenige leben noch. Was wäre wohl ihre Meinung, würden sie mitschwimmen, die aktuelle Entwicklung tatsächlich gut finden, oder würden sie auch mal Kritik üben?
    Kinski zum Beispiel, seine öffentlichen Auftritte mochte ich nie, doch ihn heute mal in einer PC-Diskussionsrunde sitzen zu sehen, wäre wohl göttlich. Doch er ist schon lange nicht mehr, wie viele andere auch, Heinz Drache beispielsweise, welche gar keinen Bezug mehr zur heutigen Zeit haben. Eddie Arents oder Karin Dors Tod liegt noch nicht so lange zurück. Der erste hat sich glaube ich nie groß geäußert , außer dass er verständlicherweise seine Ruhe haben wollte. Frau Dor – keine Ahnung.
    Bleibt noch Joachim Fuchsberger. Der hat ja immer betont, aufgrund seiner Jugend- und Kriegserlebnisse, sich einen unabhängigen Geist bewahren zu wollen. Mitunter waren seine ab und an vom Mainstream abweichenden Aktionen über seine aktive Zeit für das eine oder andere aufgebauschte Skandälchen gut, er hat sich mit seiner Haltung nicht nur Freunde gemacht. Seine Aussagen kurz vor seinem Tod bezüglich der Großmannssucht in der deutschen Politik und gewissen Vorschlägen zu Ernährungsvorschriften und Besteuerung haben keine sonderliche Begeisterung für die jetzige Entwicklung spüren lassen. Sein Tod kam kurz vor den großen Umwälzungen. Hätte er sich nochmal dazu geäußert, wenn er noch am Leben wäre? Und wie ? Keine Ahnung, man kann nur vermuten, dass er wohl für keine der Parteien sonderliche Sympathien empfinden würde.
    Auf alle Fälle wollte ich schon lange eines seiner Bücher lesen, werde ich bald mal tun. Er war ein wirklich ein Vertreter einer nun doch vergangenen Epoche.

  • Foren-Beitrag von Dr. Oberzohn im Thema

    @Gubanov : Bei so einer liebenswürdigen Bitte kann man ja nicht Nein sagen .

    Mr. Moto und der Wettbetrug

    Mr. Moto, der geheimnisvolle Herr aus dem Lande der aufgehenden Sonne, darf einer aufmerksamen Zuhörerschaft in der Universität von San Francisco eine Vorlesung in Kriminologie halten. Die Zuhörer, alles erwachsene Männer, verhalten sich manchmal eher wie fröhliche Kinder, doch Motos Persönlichkeit sorgt hier schnell für Ordnung, und einen besonders hartnäckigen Zweifler wirft er schonmal quer durch den Raum. Das ist natürlich nicht ernst gemeint, aber ein wenig muss er seine Nahkampfkenntnisse schon anbringen, da ihm bei dem bald folgenden klassischen Kriminalfall nicht so viel Gelegenheit dazu gegeben wird wie bei seinen exotischen Abenteuern.
    Moto wird von Lieutenant Riggs, einem befreundeten Polizeibeamten, zu einem Boxkampf eingeladen. Mit von der Partie sind Lee Chan, der erste Sohn des berühmten Detektivs Charlie Chan, sowie ein ehemaliger Boxer und bekehrter Dieb, "Knockout" Wellington, beide begeisterte Teilnehmer von Motos Seminar und für den Humor zuständig, bzw. was dafür damals gehalten wurde. Dass bald etwas passieren wird, ahnt man spätestens dann, wenn allerlei finstere Gestalten im Vorfeld des Kampfes gegenseitige Drohungen ausstoßen und über den Ausgang spekulieren. Denn viel Geld ist im Spiel, da Wetten auf den Sieg abgeschlossen werden. Der Boxer Bill Steele tritt gegen Frank Moran an, und irgendwann geht der zu Boden. Der Knockout ist final, letztlich ist es zum großen Teil Mr. Moto zu verdanken, dass sein Tod als ein ein sehr raffinierter Mord erkannt wird, wobei vergiftete Boxhandschuhe zum Einsatz kamen. Damit gerät der junge Boxer Steele in große Schwierigkeiten, doch er ist nicht der einzige Verdächtige, zahlreiche Unterweltgestalten hätten ein Motiv für den Mord gehabt, da es ja um eine Menge Geld geht. Die Tochter von Bills Sponsor Philip Benton, Linda, hat ein Auge auf den jungen Mann geworfen, ebenso eine junge Reporterin. Und während beide um die Gunst des jungen, unter Mordverdacht stehenden Sportsmannes buhlen, treiben Moto und Riggs ihre Ermittlungen voran. Sie suchen einen geheimnisvollen Herrn, der in mehreren Städten große Summen auf Stantons Niederlage gesetzt hatte, und stehen am Ende wieder vor einer Leiche.
    Moto wird den Leuten im Hintergrund gefährlich, sein Leben gerät mal wieder in Gefahr, doch zum Schluss kann er den eigentlichen Drahtzieher des Ganzen durch eine für ihn konstruierte Todesfalle überführen. Alles ist wieder mal gut gegangen.

    Dass der Film ursprünglich für Charlie Chan konzipiert war und Mr. Moto notgedrungen einspringen musste, merkt man ihm deutlich an. Er weicht stark vom sonstigen Moto-Schema ab, ist ein reiner Detektivfilm. Selbst ein Mordanschlag auf Moto in seiner Wohnung durch einen Helfershelfer entspricht dem üblichen Charlie-Chan-Schema, wenngleich Moto hier ein wenig Jiu-Jitsu praktiziert, womit der hawaiianische Ermittler mit den chinesischen Wurzeln nun nicht dienen konnte. Nebenher gibt es mehr weise Sprüche von Moto als sonst, die musste er nun anstelle von Chan zum besten geben. Bei dem Versuch, Humor in die Geschichte einzubauen, tat man wirklich ein wenig zu viel des Guten: neben dem ohnehin die Nerven strapazierenden ersten Sohn von Chan gibt es da noch als zusätzlichen Sidekick den Ex-Boxer, der immer Sachen stiehlt und bei der bald einsetzenden Reue vergessen hat, wer seine Opfer waren. Die beiden tun sich zusammen und wollen natürlich den Fall auf eigene Faust klären, was überhaupt nichts Sinnvolles für den weiteren Verlauf der Story zur Folge hat. Dabei geraten sie noch an einen unglaublich vertrottelten Sheriff. Der stoppt übrigens Fahrer mit überhöhter Geschwindigkeit dadurch, dass er Reißnägel auf die Straße wirft. (Wenn das damals tatsächlich die gängige Verfahrenspraxis war, dann sind wir heute mit unseren viel kritisierten Radarfallen wesentlich zivilisierter geworden ). Und als würden so nicht schon genug unterbelichtete Ermittler durch Handlung laufen, gibt auch noch Lieutenant Riggs den in dieser Art Filmen gern verwendeten Einfaltspinsel eines Polizisten, der jedes Wort des überirdisch schlauen Meisterdetektivs an seiner Seite in sich aufsaugt und später als eigenen Plan ausgibt und dessen eigenständige Aktionen eher nur Verwirrung stiften. Wahrlich ein bisschen zu viel Klamauk auf einmal.
    Daneben kann man mächtig viel Boxring-Luft schnuppern, wer nicht unbedingt ein Fan dieser etwas rohen Sportart ist, wird dabei womöglich das eine oder andere Gähnen unterdrücken müssen. Und die ganzen Intrigen der Wettspielmafia, wer gegen wen das Geld verloren hat und wieviel und warum, ist schwer durchschaubar. Selbst wenn der Film ein "Charlie Chan" geworden wäre, läge er wohl nur im Mittelfeld, da gibt es viel bessere. Einer der Ganoven, ein gewisser Connors, ragt mit seiner Physiognomie über die anderen Schauspieler heraus und bleibt im Gedächtnis.
    Kurioserweise wird Mr. Moto im Zusammenhang mit seinem Uni-Auftritt ab und zu Mal als "Professor" angeredet. Vielleicht ist es nur der Synchro geschuldet, aber ansonsten hätte er ja sogar einen akademischen Hintergrund, bei seiner Persönlichkeit nicht verwunderlich und ein Teil seines geheimnisvollen Hintergrunds.
    Leider ist der Film im Hinblick auf die ersten beiden Teile ein Rückschritt, doch allemal unterhaltsam.

  • Die blonde Venus (1958)Datum14.09.2019 14:17
    Foren-Beitrag von Dr. Oberzohn im Thema

    Zitat von Giacco im Beitrag #1
    "Screaming Mimi" basiert auf dem gleichnamigen Roman von Fredric Brown, der Dario Argento zu "Das Geheimnis der schwarzen Handschuhe" inspiriert haben soll.


    Den Roman von Frederic Brown las ich mal vor langer Zeit unter dem Titel "Die schwarze Statue". Viel Zeit verbrachte der Autor damit, die Auswirkungen von übermäßigem Alkoholgenuss zu schildern, und Alkoholiker spielten eine große Rolle. Zweifellos eine recht wirre Story. Was das überraschende Ende der Geschichte angeht, kann man sogar vermuten, dass es Harald Reinl zu seinem Plot für Zimmer 13 inspiriert haben soll .

  • Stilelemente in Wallace-RomanenDatum14.09.2019 12:48
    Foren-Beitrag von Dr. Oberzohn im Thema

    Schwarze Schafe bei der Polizei

    Edgar Wallace hat die englische Polizei mit einem Glorienschein umgeben, dessen Strahlen sogar noch heute ein wenig zu spüren ist. Die Londoner Kriminalpolizei Scotland Yard ist nicht zuletzt auch durch seine Romane weltbekannt geworden. Da erscheint es fast ein wenig als Widerspruch, dass immer wieder auch korrupte und sogar verbrecherische Polizisten in seinen Werken auftauchen. Das ist immerhin etwas, was sich zum Beispiel Agatha Christie nie vorstellen konnte. Dabei hatte zur Entstehungszeit der meisten Wallace-Krimis die „Metropolitan Police“ in London schon eine fast hundertjährige Geschichte hinter sich, die von Anbeginn an immer wieder von Skandalen geprägt war. Dieser Trend setzt sich ja bis in die heutige Zeit fort, berüchtigt geworden sind Fälle von Korruption, Amtsmissbrauch und Gewalt bei Scotland Yard etwa in den siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts, und auch jetzt wieder wird einiges hervorgespült.
    Gerade die schwarzen Schafe im Polizeiapparat bringen so etwas wie Realismus in Wallace‘ Schaffen.
    Beim Banknotenfälscher ist es Inspektor Rouper, der die Geheimnisse von Scotland Yard an die Ganoven verrät. Er kommt trotz allem noch recht glimpflich davon. Anders dagegen der korrupte Inspektor Marborne im Mann von Marokko, welchen sein krimineller Auftraggeber schließlich ermorden lässt. Auch mit Inspektor Tetley, der den Gangstern in London gegen Bestechung Hilfsdienste leistet, hat das Schicksal nichts Gutes vor. Auch er wird kaltblütig umgebracht, als nahe davorstand, seine Kumpane zu verraten. Dann gibt es noch Sergeant Balder, den Assistenten des unermüdlichen Inspektors Elk. Während sein Chef tapfer gegen die Bande des Frosches mit der Maske kämpft, stellt sich schließlich die wahre Identität Balders heraus – eine Schande für die Polizei, ist er doch ein hochrangiges Mitglied der Verbrecherorganisation. Er landet im Gefängnis, und eine Zeitlang versucht der ominöse Bandenführer sogar, ihn zu befreien. - Nicht zuletzt ist auch der Rote Kreis im Polizeihauptquartier zu finden.
    Die gefallenen Engel bei Scotland Yard sind doch eine gewisse Würze in der Wallace‘schen Romanwelt, ein Gegengewicht zu den manchmal allzu heldenhaft gezeichneten Inspektoren.

  • Foren-Beitrag von Dr. Oberzohn im Thema

    Zitat von Marmstorfer im Beitrag #40
    Zitat von Dr. Oberzohn im Beitrag #38
    Dass Hubsi von Meyerinck mit dem prallen Weiberfleisch privat nicht viel anfangen konnte, sollte ja hinlänglich bekannt sein, doch seine Darstellung als Sir Arthur war ja nun das penetrante Gegenteil.



    Finde ich gar nicht. Von Meyerinck spielt Sir Arthur stockschwul - und genauso war das von Vohrer beabsichtigt; man kann sich richtig vorstellen, dass die beiden daran eine diebische Freude hatten. Allein die Ballettszene in „Im Banne des Unheimlichen“ - offensichtlicher geht es ja nun wirklich nicht. Dass Sir Arthur nach seinem eigenen Verständnis trotzdem ein Weiberheld ist - einer der besten Gags von Vohrer.


    Tatsächlich ein interessanter Gedanke. Der feingeistige Ausdruck, der bei der Ballettszene auf Meyerincks Gesicht steht, zeigt wohl auch den tatsächlichen Menschen hinter dem Schauspieler und steht im krassen Gegensatz zu dessem üblichen Gepolter als unfähigem Yard-Chef. Aber das bei Sir John reichlich vorhandene und gockelhafte Interesse am anderen Geschlecht ("diese Playboy-Spätlese") wird bei Sir Arthur ja nun schon so weit getrieben, dass er sich Prostituierte in sein Dienstzimmer bringen lässt - eigentlich ein unmöglicher Vorgang. Ich fand es immer eher lustig, wenn ein Schauspieler in seiner Rolle den forschen Weiberhelden markiert, obwohl er ganz andere Ambitionen hat. Man denke mal an die tatsächlichen Frauenschwärme vergangener Tage, wie Jean Marais oder Rock Hudson. Da sieht man eben auch, dass das Ganze nur Illusion ist, eben Kunst, und kein Abbild der Wirklichkeit.



    Zitat von Gubanov im Beitrag #41
    [quote=Fabi88|p7397113]
    Dann nehmen wir dein Beispiel bzgl. Reinls Frosch und der Todesstrafe. Es trifft nicht zu. Welche "Haltung" Reinls in Bezug auf die Todesstrafe soll sich aus dem Film heraus zeigen? Er hat das abgefilmt, was Wallace sich ausgedacht und Bartsch/Eis davon adaptiert haben. Und selbst bei Wallace entspringt die Todesstrafe als Plotelement (zumindest in diesem Falle) nicht einer "Haltung", sondern einzig dem Wunsch, mit der irreversiblen Natur einer solchen Bestrafung handfesten Suspense zu generieren.


    Das ist mir auch so aufgefallen. Ich finde soger, dass die Szene in der Todeszelle im Film viel schärfer rüberkommt als im Buch. Im Roman wird bei der plötzlichen Gegenüberstellung von Vater und Sohn gar nicht über Rays Schuld oder Unschuld gesprochen, da kommen bei Bennett verständlicherweise gleich die Vatergefühle durch. Im Film dagegen heißt es ja sinngemäß: "Schau mich an. Und wenn du es getan hast..." - dann schweift Henker-Bennetts Blick unheilvoll zu der genüpften Schlinge - eher eine verstörende Sequenz, die ja andeutet, dass dem Recht auch unter dem Zurückstellen privater Gefühle stets Genüge getan werden muss.

  • Foren-Beitrag von Dr. Oberzohn im Thema

    Es ist immer interessant, Filme auch im Kontext ihrer Entstehungszeit zu sehen, gerade wenn es Lieblingsfilme sind, die man schon seit der Kindheit kennt und damit gewiss auch die eine oder andere Sentimentalität verknüpft. Die Wallace-Filme wurden ja offiziell meist eher stiefmütterlich behandelt, so als schämte man sich fast dafür, solche bloßen und und ein wenig bizarren Unterhaltungsfilme in der deutschen Filmgeschichte zu verantworten zu haben. Egal, ob Filmlexika, Schauspielerbiographien oder sonstige derartige Literatur, stets kommt das Wort "trivial" im Zusammenhang mit diesen Filmen vor, und der Rest ist auch nicht schmeichelhaft. Manchmal wird beiden ersten schon von einer Wirtschaftswundermentalität mit dem häufigen Streben nach Gewinn gesprochen, und die späteren Filme mit ihren im Forum ja im Allgemeinen sehr negativ bewerteten freizügigen Szenen in Mädchenheimen zeigen ganz klar, dass der Aufbruch in eine vorgeblich freiere Zeit auch an der Serie nicht vorbei gegangen ist. Viele Dinge lassen sich nun mal aus der Zeit erklären. Der "konservative" Sichter wird eher die ersten Filme in schönem Schwarzweißnebel favorisieren, der "liberalere" wohl mehr die letzten Filme mit viel Farbe und Getöse, selbstverständlich ist auch beides möglich, wir sind ja alle verschieden. Immerhin ist es ja wenigstens lobenswert, dass sich überhaupt mal "offiziell" mit der Serie beschäftigt wird.
    Dass die Regisseure mit ihrer Handschrift auch immer gewisse Überzeugungen, Einstellungen und Lebenserfahrungen mit in die Filme fließen lassen, das ist wohl klar. Reinl und Vohrer haben die Reihe wohl maßgeblich geprägt, jeder hat ein Vorleben und ein Privatleben und auch gesellschaftliche Werte und Ansichten gehabt. Das färbt auch immer auf ihr Schaffen ab, keine Frage. So was aufzugreifen ist ja auch in Ordnung.
    Aber: Nachträgliches Aufpfropfen von politischen Dogmen finde ich echt ablehnenswert. In einer Zeit, wo es "Letzte Wochenenden", "Südseekönige" und Albino-Othellos gibt, ist die Richtung klar, aus der die "Bearbeitungen" kommen - natürlich nur in der allerbesten Absicht, wie es immer in solchen Fällen ist. Kein Wunder, dass das auch mittlerweile die künstlerischen Rezensionen der Wallace-Filme betrifft, und die Reaktionen hier zeigen ja auch, dass nicht alle damit glücklich sind.
    Man muss nicht Homosexualität bei einer knappen Besprechung der Filme unbedingt thematisieren, nur weil es grad trendy ist, und dabei schwer nachvollziehbare Behauptungen aufstellen. Dass Hubsi von Meyerinck mit dem prallen Weiberfleisch privat nicht viel anfangen konnte, sollte ja hinlänglich bekannt sein, doch seine Darstellung als Sir Arthur war ja nun das penetrante Gegenteil. Und Kinskis Rolle im "Indischen Tuch", okay, da hat er irgendwie schon ein persönliches Geheimnis gehabt, dass er verbergen wollte, zumindest sah das so aus, doch dass es Homosexualität war, ist zumindest spekulativ. Überhaupt sollte das Thema des Geschlechtlichen nicht immer so ans Tageslicht gezerrt werden, jeder Mensch, egal ob Schauspieler, Regisseur oder sonstwas, hat ein Anrecht auf ein Privatleben. Möglicherweise wäre es Vohrer gar nicht recht, dass man darüber redet. Ob sich da mal einer Gedanken macht ?

    Natürlich ist es auch interessant, das Leben seiner "Helden" auch zur Zeit des Nationalsozialismus zu beleuchten. Doch der ekelhafte moralinsaure Ton, mit dem dieses Thema häufig von oben herab -und meiner Ansicht auch in der Radiosendung- behandelt wurde (vielleicht sehe ich es auch übertrieben), stößt mir persönlich auch sauer auf. Ehrlich, je länger Hitler tot ist, desto mehr gibt es geborene Antifaschisten. Wären die nur alle eher auf die Welt gekommen, was wäre der da erspart geblieben. Jeder sollte sich mal genau fragen, was er oder sie unter den damaligen Umständen gemacht hätte, bedroht von Denunziation, KZ oder gleich Hinrichtung, unter den Umständen von Krieg und dazu zugedröhnt von Propaganda (das letzte sollte ja bei manchen nicht schwer sein). Man sollte nicht immer gleich über Schauspieler und Regisseure herziehen, weil die im Dritten Reich auch gelebt und gearbeitet haben, teilweise sogar als Soldat gekämpft. Haben sie tatsächlich anderen Menschen geschadet, was waren ihre Motive ? Hier wäre eine wirklich sachliche Aufarbeitung wünschenswert und sicher auch sehr lehrreich, nicht so ein oberflächliches Geschnatter. Das geht nun mal nicht in ein paar Minuten.
    Und das Gerede über Globalisierung, Kritik an Nationalkultur usw., hat das echt was mit der damaligen Zeit zu tun? Kopfschüttel kopfschüttel.
    Mag ja sein, dass das alles übertrieben klingt, doch beim nächsten mal wird dann noch über mangelhafte Integration und Inklusion sowie fehlende Frauenquote diskutiert und darüber, ob die Schauspieler in den Drehpausen ihren Müll ordentlich getrennt haben...

    Offenbar ist das wirklich auch eine Altersfrage, dass einem solche Dinge, gelinde gesagt, auf den Keks gehen können.
    Bei mir hat die idealisierte und liebenswert persiflierte Darstellung der Briten in diesen Filmen damals eine starke Anglophilie ausgelöst, die in gedämpfter Form auch heute noch vorhanden ist. Möglicherweise ging es auch anderen so, glaube ich. Doch nun gleich schwere Geschütze auffahren und davon zu reden, die Filme hätten deshalb zu mehr Internationalität und Völkerverständigung beigetragen, das wäre nun sehr weit hergeholt.
    Und man überlege sich mal, wenn die politische "Gegenseite" die Filme für sich entdeckt: zweifellos ist die generelle Jagd nach Geld und Besitz in den Wallace-Filmen ein Beweis für die altbekannte Raub- und Krämermentalität der Engländer, die zudem, wie etwa in "Bogenschütze" oder "Bande" gezeigt, immer noch an einen lächerlichen Geisterglauben gebunden sind. Oder die häufigen Wahnsinns- und Mordtaten in reichen adligen Familien (Tuch, Hand) - ein klarer Hinweis auf die Verdorbenheit der plutokratischen Oberschicht. Und dann noch beispielsweise "Schlange" oder "Orchidee", diese Filme zeigen doch nur zu deutlich, welche Gefahren dem europäischen Abendland durch ausländische Gemeinschaften drohen... Da würde es wohl auch sehr heftigen Widerspruch geben, und natürlich wäre es auch ideologisch zementierter Blödsinn. Wenn man will, kann man alles hineininterpretieren.

    Im Prinzip ist es mit den Filmen wie mit den Büchern damals. Die wurden (und werden ?) auch durch die Reihe weg von ganz "rechts" bis ganz "links" gelesen, weil irgendwie alle Leute ein wenig Zerstreuung und Normalität im Leben brauchten, ein kleines Phantasia im Alltag. Damit haben sie wohl recht verschiedene Leute vereint. Und bei den Filmen scheint das wohl ebenso zu sein, eher eine nicht vernachlässigbare positive Wirkung von derlei "Trivialkunst", quasi neutrales Gebiet. Dabei sollte man es doch belassen.

  • Foren-Beitrag von Dr. Oberzohn im Thema

    Dann sollte man unbedingt zuschlagen. Leider sind sind die Mr.-Moto-DVDs teilweise falsch beschriftet, aber das kriegt man schon hin.
    Weiter gehts:

    Mr. Moto und der China-Schatz

    Eine Karawane zieht malerisch durch die Wüste Gobi. Unter den Mitgliedern befindet sich, als mongolischer Hirte oder etwas ähnlichem verkleidet, der abenteuerlustige Mr. Moto. Dass er wieder mal in einer gefährlichen Mission unterwegs ist, steht fest, denn bei der ersten besten Gelegenheit versucht ein Begleiter der Karawane, Moto niederzureiten. Bald darauf schleicht er sich in dessen Zelt und versucht eine geheimnisvolle Schriftrolle zu stehlen, was ihm durch den stets wachsamen Besitzer vereitelt wird und äußerst schlecht bekommt. Er wird von Moto nach heftigem Kampf erstochen und im Wüstenboden verscharrt – ein ziemlich drastischer Einstieg in das neue Abenteuer. Nach der Ankunft der Karawane in Peking geht es gleich turbulent weiter, Moto muss in seiner Verkleidung vor der Polizei fliehen und ihm gelingt es gerade so, sich in sein Hotelzimmer zu flüchten und seinen Verfolgern zu entkommen.
    Am Abend ist er auf einer eleganten Party des (einfluss)reichen Colonel Tschernov anzutreffen. Der bemüht sich in seinem Privatzimmer vergeblich, den chinesischen Prinzen Chung zu überreden, ihm sechs in dessen Besitz befindliche Schriftrollen abzukaufen und droht ihm am Ende sogar mit Waffengewalt. Auch hier ist Moto zur Stelle, mit dem Ergebnis, dass Tschernov tot am Boden liegt. Offensichtlich hat er Harakiri verübt…
    Die turbulente Handlung geht weiter, auch das obligate Liebespaar darf nicht fehlen, man hätte aus heutiger Sicht wohl getrost darauf verzichten können. Eine junge Dame, Eleonor Joyce, aus familiären Gründen an Kunstgegenständen und Antiquitäten interessiert, sowie der adrette Tom Nelson aus dem diplomatischen Dienst finden das Interesse aneinander, wobei der junge Mann ganz schön «rangeht». Selbstredend werden auch sie maßgeblich in das Geschehen verwickelt, ebenso wie die frischgebackene Witwe Tschernovs. Weitere Figuren, wie ein gewisser Koerger, treiben ihr dunkles Spiel.
    Bald erfährt man, dass die Jagd nach den geheimnisvollen Schrift- oder bessergesagt Skizzenrollen einen spektakulären Hintergrund hat: in der richtigen Reihenfolge aneinandergelegt, weisen sie den Weg zum legendenumwobenen Grab Dschingis Khans. Das ist ein ähnlicher Mythos wie das südamerikanische El Dorado oder unser europäisches Bernsteinzimmer und soll einen unermesslichen Schatz bergen. Kein Wunder, dass es deswegen Mord und Totschlag gibt.
    Es geht aufregend voran, ein Antiquitätenhändler wird aus einem fahrenden Auto heraus erschossen, es gibt Entführungen, Überfalle und zum Schluss eine Verfolgungsjagd, die auf einer chinesischen Dschunke endet. Natürlich geht alles gut aus, und Mr. Moto zeigt wieder mal, dass er durchaus seine eigene Moral hat und nicht wie viele andere nur an das schnöde Mammon denkt.

    Im Vergleich zu seinem Vorgänger hat dieser Film eine stringentere Handlung und weist weniger „Längen“ auf. Mit seinem Hintergrundthema, der Jagd nach dem seit Jahrhunderten gesuchten Grab des berühmt-berüchtigten Mongolenherrschers, erinnert er an die Indiana-Jones-Filme. Man hätte mehr daraus machen können, statt internationalen Agenten und Verwicklungen ist es nur eine zwar rücksichtslose, doch eher zweitklassige Verbrecherbande, welche auf die vermuteten Reichtümer scharf ist. Und mit der Logik darf man es auch nicht so genau nehmen. Moto schiebt einem Einbrecher in seinem Zimmer eine mit Platzpatronen geladene Waffe unter, mit der dann auf ihn geschossen wird – eine doch recht konstruierte Episode, die leicht hätte schiefgehen können. Ein anderes Mal schlägt ihn ein Scherge der Bösewichter nieder, versäumt es aber unverständlicherweise, dem verhassten Widersacher den Rest zu geben. Und dann die Jacke, die er aus dem Fenster wirft, um seine Verfolger abzulenken… Trotz dieser leichten Mankos ist die Hatz nach dem „China-Schatz“ wirklich ein sehr gelungene Episode, die manchmal als die beste der Reihe eingestuft wird. Am Ende, fast allein und waffenlos im Kreise der Ganoven, kann Moto genau wie bei seinem ersten Abenteuer seine Verschlagenheit Einsatz bringen, mit der er Zwietracht unter den Gangstern sät und das Ruder noch einmal zum Guten herumreißen kann. Es geht ihm auch hier leicht von der Hand, seine Gegner ins Jenseits zu schicken, und er beweist, dass er nicht nur exzellent asiatische Kampftechniken beherrscht, sondern im Notfall auch mit Messer und Pistole umgehen kann.
    Und selbstredend findet auch das Happyend der beiden jugendlichen Nebendarsteller statt.
    Tatsächlich eine gelungene Mischung von Kriminal- und Abenteuerfilm, dessen Länge wie bei fast allen Folgen etwas über eine Stunde dauert.

  • Foren-Beitrag von Dr. Oberzohn im Thema

    Genau. Der Chan-Darsteller Ohland war alkoholbedingt ausgefallen, da man finanzielle Verluste vermeiden wollte, hat man die Story auf Mr. Moto umgemünzt.
    Die große Detektivfilmbox gibt es bei Amazon gerade für 129 (!!) EUR, bei Ebay hatte ich gar nicht geguckt. Die Box gibt es aber auch in zwei Varianten, eine große aufwändiger gestaltete und eine einfacher gehaltene im einfachen Schuber. Die hatte ich mal bei Müller für 20 und... EUR gesehen, das war wohl einmalig günstig.

  • Foren-Beitrag von Dr. Oberzohn im Thema

    Die sind ja momentan wirklich kaum bezahlbar. Vor einiger Zeit gab`s die in einer Sonderedition mit anderen Detektivfilmen für ca. 30 EUR. War wohl ein echtes Schnäppchen.
    Die Filme sind halt etwas gewalttätiger und weniger auf Logik aufgebaut als bei Chan, aber auch hier spielt ein Europäer einen Asiaten. Es gibt auch einen Moto-Film, der ursprünglich für Charlie Chan ausgelegt war, dessen Schauspieler aber grad nicht verfügbar war. Da musste Moto einspringen, sogar einer von Charlie Chans etwas gewöhnungsbedürftigen Söhnen spielt mit.

  • Foren-Beitrag von Dr. Oberzohn im Thema

    In den späten dreißiger Jahren entstanden in den Vereinigten Staaten acht Filme um den japanischen Geheimagenten Mr. Kentaro Moto. Die Vorlage dazu lieferte eine Serie von Büchern des amerikanischen Schriftstellers J.P. Marquand, der zu seiner Zeit sehr bekannt gewesen sein soll, heute aber weitgehend vergessen ist.
    Mr. Motos genauer Status ist irgendwie unklar, er ist so eine Art Versicherungsagent, Privatdetektiv und Geheimagent gleichzeitig, man weiß nie genau, für wen er eigentlich arbeitet.
    Gespielt wird er von dem jüdischen Schauspieler Peter Lorre, welcher wegen seiner Darstellung des pfeifenden Kindermörders in Fritz Langs Kriminalfilm „M – Eine Stadt sucht einen Mörder“ in Deutschland und auch international sehr bekannt wurde. Nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten musste er seine Heimat verlassen und emigrierte schließlich in die USA, wo er erstmals mit dem Moto-Filmen einem breiteren Publikum bekannt wurde.
    Seine schauspielerische Leistung ist wirklich sehenswert. Mit seiner eher untersetzten Figur, seinem normalerweise ständigen freundlichen Lächeln, der Brille mit den runden Gläsern und anderen Eigenheiten erinnert er ein bisschen an die Japaner aus den amerikanischen Propagandatrickfilmen, die wenige Jahre später aus den bekannten Gründen gedreht wurden. Er ist im normalen Umgang mit Menschen stets höflich und rücksichtsvoll, wirkt anfangs geradezu schüchtern und erfreut seine Gesprächspartner mit allerlei fernöstlichen Weisheiten. Doch unter dieser Oberfläche gibt es den wahren Mr. Moto. Bei Gefahr wechselt sein Minenspiel zu einem überzeugend bedrohlichen Ausdruck, der einen Feind wirklich einschüchtern kann. Aus gutem Grund, denn trotz seiner schmächtigen Gestalt ist er ein ernstzunehmender Gegner, der die damals populäre Kampfkunst Jiu-Jitsu meisterhaft beherrscht und damit auch körperlich weit überlegene Männer besiegen kann.
    Im Vergleich zu den üblichen testosteronstrotzenden Superhelden ist er eine sympathische Abwechslung.
    Im Laufe der Filme verschlägt es Mr. Moto an allerlei exotische Schauplätze, die auch innerhalb eines Filmes wechseln können. Dabei kämpft er stets gegen geheime Verbrecherorganisationen, es wäre aber sicherlich übertrieben, ihn als einen frühen James Bond zu bezeichnen (er ist auch Frauen und Alkohol gegenüber eher zurückhaltend), doch seine Abenteuer sind aktionsreicher als z.B. die von Charlie Chan. Der detektivische Anteil ist dafür etwas weniger. Am Ende steht aber auch regelmäßig die Entlarvung eines Oberschurken.


    Mr. Moto und die Schmugglerbande (1937)

    Dieser Film ist der erste der Reihe. In Mr. Moto und die Schmugglerbande streift er zu Beginn in Amerika als Händler verkleidet durch die Straßen, sieht eine verdächtige Gestalt ein Geschäft betreten und folgt dieser. Dem Ladeninhaber versucht er einen offenbar geschmuggelten Diamanten zu verkaufen und bemerkt eine versteckte Leiche in einem Weidenkorb. Nach einer heftigen Auseinandersetzung kann er aus dem Laden flüchten und seinen Gegnern entkommen.
    Wenig später sieht man ihn auf einem Dampfer nach Shanghai wieder, in Gesellschaft einer Gruppe junger Menschen, die seine Freundschaft suchten und deren Hauptperson Bob Hitchings der Sohn des Besitzers der Schifffahrtslinie ist. Der hat einen Brief von seinem Vater für die Zweigstelle in China mitbekommen, welcher bald einem Diebstahlsversuch zum Opfer fällt, den Moto aber noch verhindern kann. Der junge Hitchings lernt „zufällig“ an Bord eine attraktive Frau kennen und verliebt sich in sie, später in Shanghai verschwindet sie plötzlich, und statt sich um die Angelegenheiten der Filiale zu kümmern, macht er sich auf die Suche nach seiner Angebeteten Gloria Denton. Moto ist in der Zwischenzeit nicht untätig, stellt Ermittlungen an und wird zusammen mit einer Mitarbeiterin das Ziel von Mordanschlägen. Die ganze Sache hat einen Schmuggel in großem Stil als Hintergrund, das wird irgendwann klar.
    Zum Schluss laufen alle Fäden in einem schicken Nachtclub zusammen, dessen Besitzer ein falsches Spiel treibt, und die Beteiligten geraten in große Gefahr, wobei dann auch am Ende das Oberhaupt der Schmugglerbande entlarvt wird.

    Dieser Film ist sicher ein guter Einstieg in die Serie, doch im Vergleich zu den meisten Nachfolgern wirkt er irgendwie noch unausgereift und etwas zusammenhanglos. Es ist manchmal schwierig, in dem ganzen Geschehen einen durchgängigen roten Faden zu finden, manche Aktionen der Beteiligten bleiben eher schwer verständlich. Auch die Love Story zwischen Hitchings und Denton tritt etwas zu sehr in den Vordergrund.
    Moto kann hier seine Kampfkünste gut einsetzen, es zeigt sich auch, dass er recht wenig Skrupel besitzt. Einmal wirft er auf einem Schiff einen Gegner aus praktischen Gründen kurzerhand über Bord, ein andermal treibt er einen Mann dazu, einen anderen zu töten, weil das seiner Enttarnung dient. Zum Schluss im Nachtclub verdichtet sich die Handlung zu einiger Spannung, da ist der Film richtig gut.
    Er ist, wie alle Moto-Filme, kein ganz großes Kino, aber unbeschwerte und spannende Unterhaltung.

  • Foren-Beitrag von Dr. Oberzohn im Thema

    Alu-Hüte sind sowieso sinnlos, da sie nicht gegen Rotlichtbestrahlung schützen.
    Ein offener Blick auf die Welt ist da eine bessere Alternative.

  • Louba der Spieler (1927)Datum08.09.2019 22:10
    Foren-Beitrag von Dr. Oberzohn im Thema

    Dass Agatha Christie wesentlich populärer ist, liegt vielleicht auch daran, dass sie ihre Bücher über einen viel längeren Zeitraum bis in die "Neuzeit" hinüber veröffentlicht hat. Edgar Wallace hat in den Zwanziger Jahren seinen Massenausstoß gehabt, dann war es aber auch vorbei. Ist nun auch schon eine ganze Weile her. Sicherlich hat es aber auch wirklich am besseren Marketing der Christie-Bücher seine Ursache.
    Welcher Autor nun besser ist, liegt wohl am persönlichen Geschmack. Edgar Wallace steht mehr für "Thrill" und ziemlich viel Knallbumm, wogegen Lady Agatha doch mehr für "Cozy" verantwortlich zeichnet, für manchmal auch sehr gut beschriebene Charaktereigenschaften von Menschen und ihre Beziehungen zueinander und selbstverständlich für sorgfältig konstruierte Rätsel. Dafür hätte Wallace sich nie die Zeit genommen, der ja selber zugegeben hat, am Anfang eines Buches nicht zu wissen, wie es eigentlich ausgehen soll. Trotz der häufig kritisierten angeblichen Schablonenhaftigkeit seiner Bücher sind dabei doch richtig vielseitige Geschichten herausgekommen.
    Christie hat ihre Bücher tatsächlich zum großen Teil nach dem immer gleichen Muster gefertigt, es erstaunt eigentlich immer wieder, wie oft sich Motive, Handlungselemente und Täter wiederholen. Ehemänner, die ihre Frauen umbringen, sind recht oft anzutreffen. Vor allem gut aussehende rücksichtslose junge Männer sind häufig die Mörder und auch oft ältere, im Leben in jeder Hinsicht zu kurz gekommene Frauen. Beliebt bei ihr sind auch vermeintliche Mordanschläge, die den Verdacht vom Täter ablenken sollen, manchmal auch einen anderen, eben das eigentliche Opfer, treffen. Irgendwie hat sie es aber geschafft, das alles so zu arrangieren, dass man (fast) jedes Mal aufs Neue überrascht ist. Immer mal wieder brach sie auch aus ihren "Standardwerken" aus und hat Romane abseits ihrer gewohnten Linie geschrieben. Manche halten ihre Non-Poirot/Marple-Bücher für ihre besten, anderen behagen die überhaupt nicht.

    Beide Schriftsteller möchte man wohl nicht missen. Könnte mich jetzt nicht entscheiden, wen ich ich besser finde.

  • Foren-Beitrag von Dr. Oberzohn im Thema

    @patrick : Na, es beruhigt mich , mal zu hören, dass es wenigstens noch ein paar Leute gibt , die ähnlich ticken. Ausgerechnet im Edgar-Wallace-Forum, oder vielleicht ist das ja auch gar nicht so verwunderlich. Wer guckt normalerweise schon noch so alte Schinken, analysiert sie und quatscht über Schauspieler, die einer völlig anderen Zeit angehören ? Sicherlich schon, wenigstens zum Teil, Menschen, die auch hier ein wenig abseits des Mainstreams liegen, vielleicht sogar ein wenig Sehnsucht haben nach den Zeiten, in denen die Filme spielen, auf alle Fälle irgendwie schon ein bisschen anders als die Masse sind. Ist vielleicht ein bisschen bemüht psychologisch und trifft auch nicht auf jeden zu. Wenn ich irgendwo mal erwähne, dass ich Fan der Edgar-Wallace-Filme bin, dann ernte ich meist verständnislose, ungläubige und oft auch amüsierte Blicke. Die Masse , von der du immer wieder gesprochen hast, guckt natürlich lieber andere und viel modernere Dinge. Das ist ihr auch echt zu gönnen, doch wie du treffend gesagt hast, sie versucht nie mal, einen Blick hinter den Vorhang zu werfen. "Die Masse ist dumm und blind". Dieses freundliche Zitat stammt von einem arbeitslosen Kunstmaler, der es als Chef einer ominösen Kleinpartei schaffte, innerhalb kurzer Zeit zum Diktator über ein hochentwickeltes Kulturvolk zu werden, dass er dann in einen schrecklichen Krieg gegen die Welt, oder bessergesagt, gegen seine europäischen Nachbarn hetzte. Schuld an der ganzen Entwicklung waren natürlich nur die ungünstigen Umstände und vor allem das blöde Volk, dass ihn gewählt hatte (Was so pauschal auch nicht stimmt, aber macht ja nichts). Wo kam eigentlich das ganze Geld her, dass er für die ganze aufwändige Propaganda brauchte und dann für den rasanten Aufbau von Wirtschaft und Militär? Ausschließlich nur von der deutschen Industrie, die doch eigentlich durch die Weltwirtschaftskrise schwer gebeutelt war? Erinnert ein wenig an die Geschichte eines Mannes, der Vorsitzender einer Partei war, die sich großsprecherisch "Bolschewiki" nannte, obwohl sie in der Minderheit war. Die schaffte es, ein riesiges, ausgeblutetes und rückständiges Land mehrere Jahre lang mit Revolution und Bürgerkrieg zu überziehen, bis sie schließlich siegte und das System trotz internationaler Isolierung immer weiter ausbaute und sich nebenher ein beispielloses Terrorsystem etablierte. Offenbar wurde das ganze nur durch Luft, Liebe und Idealismus finanziert, oder ? Um nochmal auf Agatha Christie, meine Lieblingsschriftstellerin , zurückzukommen, sie hat zehn Jahre nach diesen Ereignissen recht unverblümt in einem ihrer Bücher die Meinung vertreten, dass Lenin und Trotzki nicht die eigentlichen Drahtzieher der Revolution waren und in ihre Romanhandlung als Geldgeber symbolhaft einen amerikanischen Milliardär eingebaut, der "noch reicher als Rockefeller" war. Sogenannte "Verschwörungstheorien" sind kein Produkt unserer Zeit, die gab es schon immer, weil es schon immer Menschen gab, die die offizielle Lesart anzweifelten. Das setzt sich bis heute fort, wenn urplötzlich irgendwo vermeintliche oder tatsächliche blutrünstige Diktatoren vom Sockel gestürzt werden, die jahrzehntelang in aller Ruhe ihr Geschäft unter den Augen des demokratischen Westen betrieben haben, wenn irgendwo spontane bunte Revolutionen ausbrechen, dann wird es immer Menschen geben, die sich fragen: Warum hier? Warum jetzt? Wem nützt es? Das passt nicht jedem, da wird eben der Begriff "Verschwörungstheorie" verwendet. Ach so, das sind ja die, die glauben, dass die Erde eine flache Scheibe ist! sagt sich da der eher schlichtere Teil der Bevölkerung, und für die intellektuell etwas anspruchsvolleren stehe jede Menge Experten bereit, die eine Menge erzählen über die Veränderungen in der globalisierten Welt und dass viele damit nicht zurechtkommen und für komplexe Zusammenhänge einfache Erklärungen suchen usw. Und der ganz große Teil der Bevölkerung hat von all dem eh noch nie was gehört, weil er schnell noch das Sonderangebot für das fette Schweinesteak bei Aldi abgreifen muss und dann heim zu Mutti aufs Sofa vor den Breitwandfernseher zum neuesten "Deutschland sucht den Superproll" - das gute alte "Tittytainment" halt. So siehts leider aus. Eine der wirklichen Errungenschaften unserer noch so recht und schlecht funktionierenden (Schein)demokratie ist doch, dass sich jeder informieren kann, wenn er nur ernsthaft will. Das sollte auch jeder tun, solange es noch geht. Da wird schon Buchhändlern nahegelegt, unliebsame Bücher nicht mehr zu veröffentlichen, und für das Internet gibt es ja jetzt das "Netzwerkdurchsetzungsgesetz", ein Wort, bei dem es einem kalt den Rücken runterläuft. Könnte direkt aus dem Propagandaministerium des Herrn Goebbels stammen und zeigt auch, wes Geistes Kind seine Initiatoren sind und wo die Reise hingeht. Trotzdem, wir sind noch weit von totalitärer Einheitsmeinung entfernt.
    Aber, wenn du ehrlich bist, was tun die Leute. Lassen sich Angst machen und gegeneinander aufwiegeln und merken nicht mal die ganzen Widersprüche. Gestern drohte eine neue Eiszeit, heute sterben wir den Hitzetod. Gestern standen wir kurz vorm Atomkrieg, heute müssen die friedlichen Kernkraftwerke herhalten (um die vielen Atombomben scheint sich keiner mehr Sorgen zu machen). Gestern war der Regen am Waldsterben schuld, heute ist der Kein-Regen der Übeltäter. Gestern gingen die fossilen Energierohstoffe bald zu Ende (wir haben keine Energie mehr!), heute gibt es sie immer noch und sie sind an allem Umweltübel schuld. Gestern drohte noch die Gefahr einer Überbevölkerung, heute redet man vom Aussterben ganzer Regionen. Und diese Leier wird ewig so weitergehen. Heute ist der Wald zu wenig, das Klima kippt, morgen stellt man überrascht fest, das die Bäume durch Photosynthese auch Co2 produzieren und eigentlich zu viel sind. Etc. Etc. Das alles garniert mit Unfall, Mord- und Totschlaggeschichten und obendrauf die Warnung, noch schnell zur nächsten Impfung zu rennen, weil wieder ein schrecklicher Virus unterwegs ist.
    Und immer wird Neid geschürt: Alt gegen Jung, Rechts gegen Links, Ausländer gegen Einheimische, Mieter gegen Vermieter, Ost gegen West, Autofahrer gegen Fußgänger, Männer gegen Frauen, Fleischesser gegen Vegtarier - eine endlose Kette.
    Und um zum eigentlichen Thema des Threads zu kommen: Die blaue Partei hat wieder mal im pösen pösen Sachsen usw. so viele Stimmen gekriegt. Oje, da muss unsere Bundesregierung zum x-ten Mal sofort eine Expertenkommission einsetzen, um zu erfahren, was da vor sich geht weit weit im Osten in den tiefbraunen Gauen unserer sonst so schönen bunten Republik. Da begeben sich die Experten dann auf die gefahrvolle Reise in das wilde unbekannte Land, versuchen Kontakte mit der recht unverständlich sprechenden Bevölkerung aufzunehmen, stets auf der Hut vor Horden von ausländerkillenden Nazis und im Rauch von dauerbrennenden Asylantenheimen. Und wenn die Experten dann nach vielen Abenteuern und Entbehrungen wieder zurück in der Zivilisation sind, machen sie sich gleich an die Auswertung ihrer Forschungsergebnisse. Und dann kommt die übliche Mär vom abgehängten Ossi, der immer noch sein Fehlendes-Bananen-Trauma aus der DDR-Zeit nicht abgearbeitet hat und eine Kompensation darin sucht, arme hilfesuchende Menschen aus Ländern zu verfolgen, in denen es doch die Bananen wachsen und die doch völlig zufrieden sein müssten... usw. das übliche Geseiere. Und da keiner der Experten mal wirklich das Kind beim Namen nennt und gewisse Dinge geändert werden (was natürlich gar keiner will), werden auch zukünftig noch neue Expeditionen in die rechtselbischen Barbarengebiete geschickt werden (Die haben zwar teilweise mittlerweile mit den besten Bildungsgrad und einen sehr guten Länderhaushalt, ganz im Gegensatz zu so netten bunten toleranten Gebieten wie Berlin oder Bremen, aber darauf kommt es ja schließlich nun wirklich nicht an).
    Und so geht das Schauspiel für die Masse ewig weiter, während im Hintergrund die Zeitbombe im Finanzsystem ihrem baldigen Knall entgegentickt, das sowieso schon marode Stromnetz endgültig ruiniert wird und die nächsten "Flüchtlingsströme" schon in den Startlöchern stehen für ihre Reise ins gelobte Land.
    Und das Schlimmste ist, die Leute interessiert das alles gar nicht. Und die, die es merken, können eh nichts machen, nur zugucken und aufpassen, nicht selber radikal zu werden und es sich nicht mit allen Freunden, Familie und Partner zu verscherzen.
    Ob die Menschen mal wachwerden, wenn der große Knall gekommen ist? Man soll die Hoffnung nie aufgeben.

    Oje, jetzt habe ich mich hinreißen lassen, wollte eigentlich auch gar nichts mehr dazu schreiben, musste aber mal raus, weils eben grade mal auf dem Tisch war.
    Gelobe hiermit Besserung, klinke mich aus der politischen Diskussion aus und schreibe in Zukunft ein paar längst überfällige Rezensionen, die schon lange in der Warteschlange stehen.

  • Louba der Spieler (1927)Datum05.09.2019 17:37
    Foren-Beitrag von Dr. Oberzohn im Thema

    Endlich mal wieder eine schöne Rezension eines Wallace-Romanes, lieber Mr. Igle.

    Da könnte es ruhig ein bisschen mehr von geben, die Bücher kommen immer ein wenig stiefmütterlich weg.
    Gerade die aktuelle Besprechung zeigt ja auch, dass Wallace nicht nur Fließbandprodukte lieferte, sondern immer mal ein paar Genre-Experimente machte. Wahrscheinlich ist Louba der Spieler mit seiner ungewöhnlichen Rätselkrimikonstruktion einmalig in seinem Gesamtwerk, und alles in allem hat er sich da ja auch recht wacker geschlagen.

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