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  • Wallace & Blu-rayDatum17.05.2022 17:27
    Foren-Beitrag von Prisma im Thema Wallace & Blu-ray

    Zitat von Jan im Beitrag #1132
    Eine Frage hätte ich aber zum "Buckligen": Enthalten ist hier die Szene in der Mädchen-Besserungsanstalt, in der Ilse Pagé ihr Oberteil aufknöpft und die Oberen fragt, welche geheimen Gelüste die Oberin wohl sonst noch so hätte. Ist das auf der DVD auch enthalten? Ich kann mich zwar daran erinnern, dass die Einstellung bei den Fernsehausstrahlungen gefehlt hat, nicht aber daran, wie das bei der DVD aussieht.

    Diese Szene ist auf der DVD wieder enthalten gewesen, hatte aber bei damaligen TV-Ausstrahlungen und zumindest auf den mir bekannten Video-Veröffentlichungen gefehlt. Ich hatte mich bei der Entschärfung dieser Szene schon immer ein wenig gewundert, zumal es andernorts bereist mehr zur Sache ging.

  • Noch lebende Wallace StarsDatum21.03.2022 13:14
    Foren-Beitrag von Prisma im Thema Noch lebende Wallace Stars

    Wie Medien einstimmig berichten, ist Eva Ingeborg Scholz im Alter von 94 Jahren verstorben.

  • Edgar Wallace - Heute vor...Datum10.03.2022 00:29
    Foren-Beitrag von Prisma im Thema Edgar Wallace - Heute vor...

    Zitat von Peter Ross im Beitrag #279
    Heute vor genau 50 Jahren fand die Uraufführung von "Das Geheimnis der grünen Stecknadel" statt

    [...]

    Die Uraufführung von "Das Geheimnis der grünen Stecknadel" fand am 09.03.1972 zeitgleich in Italien und Deutschland statt . Das war heute vor 50 Jahren.

    Wie beruhigend, dass dieser doch auffällig puristische Text noch von einer einführend und abschließend sachlichen Meldung zum Film umzingelt wird.

  • Edgar Wallace - Heute vor...Datum09.01.2022 22:10
    Foren-Beitrag von Prisma im Thema Edgar Wallace - Heute vor...

    Zitat von Peter Ross im Beitrag #43
    Sicher gibt es noch weitere Auftritte von ihm, von denen ich jedoch nicht berichten kann.


    Bei einem Blick auf seine schmale Filmografie durchaus verständlich. Bei nur 14 Auftritten dürften vermutlich die Wenigsten hier mehr als seine zwei Wallace-Rollen kennen, was letztlich schade ist, denn er hinterlässt prägnante Auftritte und dementsprechend starke Eindrücke, bei denen es sich einfach so anfühlt, als ob man da gerne noch mehr gesehen hätte, auch in anderen Wallace-Filmen. Als Clay Shelton finde ich ihn trotz kurzer Szenen sehr überzeugend, zumal er das Szenario quasi bis zum Ende hin begleitet. Als Rechtsanwalt Radlow hat er mir aber immer schon noch einen Ticken besser gefallen. Eine ganz unkonventionelle und einprägsame Zeichnung dieser Rolle. Ist vielleicht bekannt, ob er vorwiegend Theater gespielt hat? Das würde vielleicht seine sporadischen Auftritte fürs Fernsehen und Kino erklären.

  • Edgar Wallace - Heute vor...Datum04.01.2022 14:16
    Foren-Beitrag von Prisma im Thema Edgar Wallace - Heute vor...

    Zitat von Count Villain im Beitrag #24
    Aber auch das erhält meines Erachtens durch Mady Rahls Gesicht mehr Glaubwürdigkeit als wenn es zum Beispiel, keine Ahnung, Maria Schell getan hätte.


    Du lässt nicht locker.
    Da stimme ich vom Prinzip her zu, wenngleich Maria Schell derartige Rollen auch hervorragend verkörpern konnte. Aber ich weiß was du meinst.
    Auf der Suche nach einem Beispiel schwebt mir da etwa eine Art Renate Grosser in ihrer biedersten Aufmachung vor. Das konnte sie wiederum hervorragend darstellen.

  • Edgar Wallace - Heute vor...Datum04.01.2022 13:14
    Foren-Beitrag von Prisma im Thema Edgar Wallace - Heute vor...

    Zitat von Count Villain im Beitrag #22
    Mir gefällt sie im Fälscher eigentlich sehr gut und so angepasst finde ich sie gar nicht.


    Das kommt natürlich auf die Betrachtung an. Ich finde sie hier eher ok, was mir bei Mady Rahl nicht reicht. Ich mag daher viele andere Rollen, die ihr Relevanz bieten.


    Zitat von Count Villain im Beitrag #22
    Im Anbetracht dessen, dass Marjorie Wells ihren Gatten gegen Ende verlässt, finde ich die Besetzung mit der unangepasst wirkenden Mady Rahl geradezu treffsicher.


    Auch das kommt auf die Auslegung an. Ich bleibe dabei, dass ihre Rolle nicht sehr stark ausgefallen ist, auch wenn sie hier bestimmt nichts falsch macht. Im Grunde genommen bleibt dieser Part leider unbedeutend und sie hat kaum eine gute Szene. Dass sie ihren Mann am Ende verlässt, ist wohl eher Resultat von gefühlt 100 Ehejahren, in denen sie pausenlos Hörner aufgesetzt bekam. Die unangepassteren Mady Rahls unter ihnen hätten es erst gar nicht so weit kommen lassen. Außerdem ist es wahrscheinlich, dass sie nicht in seine miesen Angelegenheiten hinein gezogen werden wollte, aber es sei dahingestellt, ob es sich um emanzipatorische Gründe oder ihre ältesten Muster handelt. Ich würde dir vielleicht zustimmen, wenn Marjorie am Ende nicht noch ausgiebig in den Safe gegriffen hätte. So geht die Abhängigkeit weiter. Da sie so plötzlich verschwindet, wirkt sie förmlich aus der Geschichte weggelobt.

  • Edgar Wallace - Heute vor...Datum03.01.2022 15:31
    Foren-Beitrag von Prisma im Thema Edgar Wallace - Heute vor...

    Ich schließe mich den Meinungen zu Mady Rahl an, die ich immer sehr gerne sehe. Wenn man ihr Geburtsdatum mal Revue passieren lässt und die Filmografie zu den Anfängen zurückverfolgt, ist es schon beachtlich, über wie viele Jahrzehnte sie die Branche bereichern konnte. Sie verkörperte von Anfang an einen modernen Frauentyp, der durch unangepasste und freche Verhaltensweisen auffiel, die sich natürlich vornehmlich gegen die Männerwelt richteten. Der deutsche Film versuchte die dem Empfinden nach immer in Bewegung wirkende Blondine zu bändigen, indem er sie oft in konträr wirkende Rollen verfrachtete, um ihnen die Biederkeit zu nehmen. Dabei kamen ihre angepassten und möglicherweise auch schwächeren Leistungen zustande, wie beispielsweise in "Der Fälscher von London", der ihre Kapazitäten ungenutzt ließ. In ihrem zweiten Wallace-Auftritt durfte sie in einer Rolle auftrumpfen, die trotz des geringen Umfangs mehr Möglichkeiten bot und darüber hinaus auf ihre Karriere-Anfänge und ihr Naturell hinweist. Ihre Nennung freut mich daher umso mehr, da Mady Rahl bei der Wallace- Retrospektive oft etwas untergeht. Ich bin generell sehr gespannt, wie es hier weitergeht!

  • Lautlose Waffen (1966)Datum12.12.2021 21:07
    Foren-Beitrag von Prisma im Thema Lautlose Waffen (1966)

    Ein kleiner, schneller Nachtrag, denn ich habe hier tatsächlich etwas gefunden: DER SPIEGEL gibt Aufschluss über Levkas Rolle.

  • Lautlose Waffen (1966)Datum12.12.2021 20:55
    Foren-Beitrag von Prisma im Thema Lautlose Waffen (1966)

    Also ein kleineres Rätsel, das gelöst werden möchte.

    Aus der Erinnerung heraus, habe ich bei den besagten Damen keine ausfindig machen können, die Uta Levka geglichen hätte, immerhin handelt es sich bei ihr ja eine Schauspielerin mit markanten Gesichtszügen. Ich werde das aber nochmal überprüfen, wobei ich auch eher an die zweite Variante glaube, dass die (möglicherweise wenigen) Szenen vorher entfernt wurden, weil sie für die laufende Geschichte als nicht wichtig erachtet wurden. Bei der IMDb wird sie unter "Mädchen unter der Dusche" gelistet. An eine solche Szene kann ich mich auch nicht erinnern. Falls sie nicht existiert, könnte sie etwa wegen zu offenherziger Eindrücke entfernt worden sein, für die Levka ja mitunter zu haben war.

  • Lautlose Waffen (1966)Datum11.12.2021 21:07
    Foren-Beitrag von Prisma im Thema Lautlose Waffen (1966)

    Ich habe den Film auch vor einigen Wochen gesehen und fand ihn innerhalb seiner unaufgeregten Erzählweise sehr ansprechend und gut konstruiert. Natürlich hat mir die Besetzung sehr zugesagt, da viele Schauspieler gute Möglichkeiten zur Entfaltung erhalten. Dennoch blieb bei mir zumindest die Frage offen, ob die im Vorspann angekündigte Uta Levka mit von der Partie ist, die ja mit ein Kaufgrund war. Ich kann mich nämlich nicht an Szenen mit ihr erinnern. Oder ist ihre Rolle derart klein gewesen, dass eine kleine Ablenkung genügt hätte, sie zu übersehen?

  • Ja, das ist klasse, vielen Dank fürs Teilen! Als ich die Serie letztens wieder gesehen habe, fiel mir diese Stelle natürlich auch auf, an die ich mich überhaupt nicht mehr erinnern konnte. Ich musste da schon ein wenig schmunzeln, denn der Schnitt ist ziemlich grobschlächtig, da man den Anfang und den Weg zum Finale innerhalb weniger Sekunden visuell, beziehungsweise akustisch geboten bekommt. Auch dass ausgerechnet "Der Bucklige von Soho" Julia Biedermanns größte Schwachstelle entlarvt - nämlich ihre gestelzte Interpretationsgabe - ist schon überaus beachtlich.

  • Thema von Prisma im Forum Film- und Fernsehklass...


    TRAGÖDIE IN EINER WOHNWAGENSTADT


    ● TRAGÖDIE IN EINER WOHNWAGENSTADT (D|1967) [TV]
    mit Werner Schumacher, Ruth Maria Kubitschek, Klaus Grünberg, Otto Mächtlinger, Peter Bollag, Susanne Beck, Peter Schiff,
    Friedrich G. Beckhaus, Sigrid Hackenberg, Peter Kuiper, Benno Hoffmann, Otto Czarski, Waltraud Schmal, Ursula Gompf, u.a.
    eine Produktion der Neue Deutsche Filmgesellschaft | im Auftrag des ZDF
    ein Fernsehfilm von Günter Gräwert







    »Dios mío, qué pasa?«



    In einem Waldstück, nahe der Wohnwagensiedlung Superba, kommt es zu einem folgenschweren Zwischenfall: Dotty Fisher (Susanne Beck) wurde auf dem Nachhauseweg von einem Mann belästigt. Völlig verstört rennt das fünfzehnjährige Mädchen davon und berichtet einigen Männern aus der Siedlung von den Geschehnissen. Die aufgebrachten männlichen Bewohner wollen den Fall um jeden Preis aufklären und bilden einen schnell zusammengewürfelten Untersuchungsausschuss, dessen einseitige Vorgehensweise von Wut, Vorurteilen, Hass und Brutalität geprägt sein wird. Dotty wird bis zur Erschöpfung bei den für diesen Zwischenfall in Frage kommenden Männern vorgeführt und soll den Täter identifizieren, doch den selbsternannten Richtern geht es kaum um die Wahrheitsfindung, sondern sie handeln aus viel niedrigeren Beweggründen...

    Der überwiegend als Regisseur von Fernsehfilmen bekannte Regisseur Günter Gräwert inszenierte diesen TV-Film nach einer Vorlage des US-amerikanischen Drehbuch- und Bühnenautors Reginald Rose, dessen realistischer Ansatz hervorragend durch Gräwert in den fertigen Film integriert wurde. Für einen deutschen TV-Film ist es geradezu bemerkenswert, wie frappierend echt der Regisseur ein amerikanisches Flair zu simulieren vermag, welches man sich zumindest irgendwie in dieser Art so vorstellen könnte. "Tragödie in einer Wohnwagenstadt" beinhaltet bereits im Titel die zwei wichtigsten Säulen der Geschichte, denn es wird sich tatsächlich ein tragischer Tenor aufbäumen, außerdem deutet die Ortsnennung ein nicht zu durchbrechendes Vakuum an, in dem sich alle Beteiligten ohnehin schon befinden würden, es aufgrund der aktuellen Situation aber noch mehr tun. Die Einführung in diese überaus aufwühlende Geschichte geschieht schnell und unmissverständlich, denn die Kamera orientiert sich an trostlosen Fixpunkten und gescheiterten Existenzen, was sich nicht nur auf das Leben und die Örtlichkeit bezieht, sondern auch auf viele der vorgestellten Charaktere, von denen sich ein Rudel noch zu wahren Höhlenmenschen entwickeln wird. Ein Mädchen wird auf dem Nachhauseweg belästigt und tritt ohne es zu wollen eine Kettenreaktion in Gang, deren Eigendynamik negativste Ausmaße annehmen wird. Schaut man auf den Stein des Anstoßes, so kommen einem die drastischen Mittel der Wahl in keinster Weise gerechtfertigt vor, da die Tat an sich hochgradig durch die aufflammende Brutalität und den blanken Sadismus bei der Vorgehensweise relativiert, dem Empfinden nach sogar aufgehoben wird. Für die in Superba herumlungernden Männer ist das aufgelöste Mädchen offensichtlich die willkommene Abwechslung, die dem untätigen Dasein eine Absolution erteilen könnte, sodass ein Untersuchungsausschuss formiert wird, in welchem sie sich obendrein selbst zu Richtern ernennen.

    Die aggressive Vorgehensweise der Männer zeigt weiterhin auf, dass sie zu allem bereit zu sein scheinen und sich am Ende als Henker nützlich machen könnten. Die brodelnde Gefahr der Geschichte baut sich unter anderem aus der Tatsache auf, dass der eigentliche Auslöser für diese Formierung absolut in den Hintergrund rückt, damit die Herren, die sonst nicht wichtig sind, sich aber nun wichtig fühlen dürfen, unabdingbar und hierarchisch Überlegen sein können – zumindest temporär. Grobschlächtige sowie einseitige Verhöre und ein überaus hartes Angehen der beinahe ausschließlich unschuldigen Opfer dieser sinnlosen Lynchjustiz zeichnen in ihrer Bündelung eine Abwärtsspirale, die erschreckend wirkt. Der anvisierte Täter ist schnell gefunden und vorverurteilt, da er schuldig sein muss, denn immerhin handelt es sich um einen Fremden, der obendrein Puerto Ricaner ist. Er und seine Familie wird daher behandelt wie der letzte Dreck, rassistisch beleidigt und gedemütigt, was der Angelegenheit zusätzlich eine Brisanz verleiht, die in schmerzlich verpackten Untertönen gipfelt. Themen wie die Spiegelung der eigenen Unzulänglichkeiten, die Wut gegen alles Fremde und Andersartige, Umkehrreaktionen der Autoaggression und ein offensichtlich mangelnder Bildungshintergrund werden das widerliche Gebräu, dass die selbsternannten Richter einer ganzen Gemeinschaft und dem Publikum einflößen. Die handwerkliche Bearbeitung durch Regisseur Gräwert ist hierbei ausgezeichnet und es entsteht eine beinahe unerträgliche Spannung, die sich trotz aller Vorhersehbarkeit und deutlicher Hinweise etablieren kann, da man es mit plumper Unberechenbarkeit zu tun bekommt. Die passenden Gesichter dieser himmelschreienden Ungerechtigkeit im Namen der vermeintlichen Gerechtigkeit liefern verdiente Interpreten wie vor allem Friedrich Georg Beckhaus, Benno Hoffmann oder Peter Kuiper, die sich in selbstgefälligen Sphären selbst übertreffen.

    Suggestivfragen, Nötigungen, Drohgebärden und Tätlichkeiten dominieren die Vorgehensweise dieser barbarischen Clique immer nachdrücklicher, außerdem packen sie das mittlerweile erschöpfte Opfer immer härter an und muten ihr eine unappetitliche Zirkusvorstellung zu. Nicht nur bei vielen Bewohnern der Wohnwagenstadt, sondern auch beim Publikum macht sich schließlich Fassungslosigkeit, Ekel und Entsetzen breit, da eine Mücke zu einem Elefanten aufgeblasen wird. Diese primitivste Art der Gruppendynamik erfährt allerdings auch zahlreiche Gegenentwürfe, die jedoch durch Einschüchterung und Angst lange zum Schweigen gebracht werden. Hier zu nennen sind vor allem Werner Schumacher, Otto Mächtlinger, Peter Bollag und Ruth Maria Kubitschek, der damaligen Ehefrau von Günter Gräwert. Lediglich Susanne Beck als junges Opfer wirkt in ihrer nicht abebben wollenden Hysterie strapaziös, wenngleich sie so als wandelnder und stets wimmernder Grund für die Schuldfrage präsent gehalten wird. Insgesamt gesehen ist "Tragödie in einer Wohnwagenstadt" überraschend intensiv in er Umsetzung ausgefallen und schafft es sogar beängstigend authentische Züge anzunehmen. Gräwert gelingt dabei zusätzlich das Kunststück, seinen Fernsehfilm nicht nur publikumswirksam, sondern auch kritisch und fordernd auszustatten. Der nie geäußerte Einwurf, dass auch wesentlich mehr mit Dotty Fisher hätte passieren können, wird in unangenehmer Art und Weise zur hauptsächlichen Rechtfertigung der selbsternannten Richter, sodass man sich umgehend von ihnen zu distanzieren versucht, da ihre Willkür selbstgefällig und unterm Strich nur noch abscheulich wirkt. So ist dieser nachdenklich stimmende Film als Appell an ein gesundes Gerechtigkeitsempfinden und Plädoyer für eine liberale Auffassung vom Zusammenleben und dem Umgang mit anderen sehr gut gelungen, und sticht in der Landschaft deutscher Fernsehproduktionen als unerwartete Sternstunde heraus.

  • Vielen Dank für die Informationen!
    Wenn ich mir das Verleih-Programm so anschaue, wären schon einige Sachen dabei, die für mich bestimmt nicht uninteressant wären.
    Ich bin jedenfalls sehr gespannt auf die nächsten Vorstellungen hier.

  • Zitat von Giacco im Beitrag #55
    "Küsse, die töten" genießt den Status einer obskuren Rarität. Der Filmtitel klingt verheißungsvoll, doch ob das, was sich dahinter verbirgt, dem gerecht wird, darf bezweifelt werden.

    Gerade solche Filme finde ich ja hoch interessant, obwohl sie, wie bereits erwähnt, meistens nicht das einhalten können, was sie im Vorfeld vollmundig versprochen haben. "Küsse, die töten" ist tatsächlich auffällig unspektakulär besetzt, was ja bei derartigen Produktionen nicht besonders außergewöhnlich war, aber ich finde, dass gerade über diese Schiene nicht selten ein noch höherer Unterhaltungswert zustande gekommen ist, da weniger bekannte Darsteller_innen dem Empfinden nach oft weniger Hemmungen innerhalb derartiger Anforderungen transportierten, als arrivierte Stars. Danke jedenfalls für die Vorstellung dieses Films, von dem ich vorher noch nie gehört und gesehen hatte, und überhaupt für diesen informativen Thread.

    @Giacco : Ich bin ein wenig an dem mir ebenfalls völlig unbekannten Verleih Sonderfilm hängen geblieben. Weißt Du vielleicht Näheres über die Firma?

  • Wallace & Blu-rayDatum29.11.2020 15:39
    Foren-Beitrag von Prisma im Thema Wallace & Blu-ray

    Diese Szene ist aber kurz im deutschen Kino-Trailer zu sehen. Also ist davon auszugehen, dass sie gedreht wurde.

  • L'amour toujours bei WallaceDatum13.09.2020 15:52
    Foren-Beitrag von Prisma im Thema L'amour toujours bei Wallace



    DER SCHWARZE ABT

    Die im Vorgängerfilm beschriebenen Abweichungen von der Norm können zu diesem Zeitpunkt der Reihe entweder als Strohfeuer wahrgenommen werden, oder bereits als Ankündigung für das, was den treuen Wallace-Fan in den nächsten Jahren noch erwarten würde. Wo Alfred Vohrer in "Der Zinker" versuchte, die Nebensache Zwischenmenschlichkeit auf alternativer Basis abzuhandeln, kommt es unter Regisseur Franz Josef Gottlieb wieder zu einer merklichen Abkehr dieser Variationen, sodass es dem Empfinden nach wie gewohnt weitergehen darf. Oder doch nicht? Trotz der Besetzung einer Wallace-Debütantin für die weibliche Hauptrolle, ist es vor allem Joachim Fuchsberger zuzuschreiben, dass sich der Verlauf im Sinne des Themas wieder in bekanntem, wenn auch überaus unruhigem Fahrwasser wiederfindet, denn immerhin wird die junge Protagonistin gleich von mehreren Anwärtern umgarnt, was nicht immer in galantester Manier ablaufen will. Die weibliche Hauptrolle, dargestellt von Grit Boettcher alias Leslie Gine, liegt in alter Tradition der Reihe naturgemäß im Fokus von Joachim Fuchsberger, dessen Dick Alford überraschend zurückhaltend agiert, da er dazu gezwungen ist. Zwar ist die Zuneigung zu Leslie mehr als deutlich zu spüren, da sie immerhin auch erwidert wird, allerdings handelt er sich bei ihr um die Verlobte seines Onkels und Chefs, Lord Harry Chelford. Tabubrüche deuten sich daher kaum oder nur verhalten an, doch für Turbulenzen werden noch andere Personen des unmittelbaren Umfeldes von Leslie sorgen, bei deren Verlobung es sich nach ihren eigenen Aussagen lediglich um ein Arrangement ihres Bruders handelt, der sich eigene Vorteile verspricht. Außerdem sollte die Linie der Chelfords wenig romantisch fortgesetzt werden. Die amourösen Schwingungen wirken in "Der schwarze Abt" oft ausgeprägt, aber auch eigenartig statisch, wenig wechselseitig und teils toxisch, was vor allem an den Interpretationen der Schauspieler liegt.

    »Liebe ist eine Erfindung von Menschen, die glauben, der Realität entfliehen zu können.« Ungläubig nimmt das Publikum diese nüchterne Betrachtung Lord Harrys wahr, die er direkt an seine zukünftige Braut gerichtet und ihr damit nicht gerade ein Kompliment gemacht hat. Auch wenn einige Beteiligte bereits durchklingen ließen, dass es sich weniger um eine Liebesheirat, als um eines von Zweckmäßigkeit geprägtes Vorhaben handeln würde, ist kaum zu begreifen, dass man sich an diesem Schleudersitz festzuklammern versucht. Grit Boettcher fällt in diesem Zusammenhang mit auffälliger Melancholie und Nachdenklichkeit auf, die sich nur in den wenigen gemeinsamen Einstellungen mit Joachim Fuchsberger wandeln wird, um plötzlich wieder umzuschlagen. Miss Gines kultivierte Höflichkeit wird spätestens ab dem Zeitpunkt kippen, an dem der gut situierte Buchhalter ihres Bruders ins Spiel kommt. Werner Peters als Fabian Gilder hat sie sich als seine Herzensdame auserkoren, da er zumindest glaubt, ehrliche Absichten mit ihr zu haben und sie aus einem aufrichtigen Gefühl heraus ehelichen zu wollen. Seine Annäherungsversuche gipfeln in Zudringlichkeiten und Nötigungen der unappetitlichen Art, bis ein altbekannter Retter einschreitet, der sie jedoch nicht vor allen bösen Absichten oder Konspirationen beschützen kann. Um Grit Boettcher versammelt sich also ein Triple von Anwärtern, allerdings wird trotz aller Gefahren kein ungewisser Ausgang suggeriert. Eine weitere Dame des Geschehens ist Eva Ingeborg Scholz als Mary Wenner, die einst Sekretärin des Lords und an einer Beförderung der besonderen Art interessiert war, doch sie wurde nicht Herrin auf Chelford Manor. »Harry ist mir gleichgültig, nicht aber der Titel einer Lady Shelford!«, hört man Miss Wenner tönen, sodass sich nur wenige liebestolle Tendenzen herausfiltern lassen. Am Ende muss man zu dem Schluss kommen, dass eine ausschließliche Zentrierung auf dem prädestinierten Traumpaar des Szenarios liegt.

    Was in anderen Produktionen besser gelöst wurde, erscheint unter Gottliebs Regie oft unruhig ausbuchstabiert, wenngleich man einräumen muss, dass es sich bei dem behandelten Thema ohnehin nur um eine Randerscheinung handeln sollte, dies bislang auch immer gewesen ist. Dennoch stellt diese Scharade keine Neuerung, geschweige denn eine gelungene Variation dar, da man es mit Rückschritten zu tun bekommt, die häufig ungelenk wirken. Joachim Fuchsberger lässt sich zwar in die Karten sehen, doch er hat lange kein gutes Blatt in der Hand. Seine Avancen wirken daher trocken, wenn auch aufrichtig, doch die angebahnten Emotionen verpuffen im Nebel. Dieser Eindruck macht womöglich auch der interne Vergleich zu seiner eigens aufgestellten Messlatte. Dieter Borsches pragmatische Ansichten untergraben zwischenmenschliche Belange empfindlich, außerdem werden die wenigen Frauenrollen in ziemlich undankbare Situationen gebracht, aus welchen nicht mehr ohne Weiteres auszubrechen ist. Naivität, Uneigenständigkeit und Unsicherheit machen sich daher breit, was durch Werner Peters Holzhammermethoden nur beschleunigt und angefeuert wird. Unterm Strich kehren sich die eigentlich guten dramaturgischen Voraussetzungen der Produktion ungünstig um, da Romantik, Zweisamkeit oder gar Liebe zwar angedeutet, aber halbherzig umgekehrt, beziehungsweise künstlich am Leben gehalten werden, bis entsprechende Charaktere das Szenario zwangsläufig verlassen müssen. Ein konsequenterer Umgang mit der Kraft der Provokation hätte bei dieser Thematik sicherlich für Aufsehen sorgen können, doch es erschließt sich eine Melange aus Vorhersehbarkeit und Rollenverteilungen, die reanimiert und aufgewärmt wirken. Letztlich wurden beim Thema "L'amour toujours" bereits interessantere Varianten angeboten, denn die hier durchaus vorhandene Vielfältigkeit verwandelt sich oft in einen unstrukturiert wirkenden Schritt zurück nach vorn, der unter Betrachtung der atmosphärischen Dichte am meisten punkten kann.

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