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Dieses Thema hat 250 Antworten
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 Film- und Fernsehklassiker national
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Giacco Offline



Beiträge: 2.542

10.03.2023 12:16
#166 RE: Verschollen? Vergessen? - Filmraritäten Zitat · Antworten

TREIBGUT DER GROßSTADT
BRD (1967) - R: Harold Gabriel - DE: 14.7.1967 - FSK 18 - V: Pallas
Prod.: S&L Film- und TV-Produktion, Berlin (Naftali Schönberg, Wolfgang Lührse)
Darsteller: Biggy Freyer, Rolf Eden, Knut Reschke, Ingrid Stark, Max Teschke, Johanna König, Waltraud Lindner, Uschi Peter, Katalin Bodor, Ulf Miehe, Rudolf Schündler, Helen Vita



"Ein junges Ehepaar schlägt sich mehr schlecht als recht durch den verschuldenten Alltag. Er, ein Werbegrafik-Student, fährt nebenbei Taxi, während sie in einer Berliner "Absteige" die Betten macht. Aber zunächst sind noch nicht alle Illusionen dahin, und wenn man ein paar Pfennige in der Tasche hat, haut man auf die Pauke. Das ist Alltag. Ein Alltag, den auch der Film sachlich und überzeugend zeigt. Doch dann kommt für die junge Frau eine Chance: die Barfrau ist erkrankt und sie soll aushelfen. Plötzlich regnet es - relativ gesehen - Geld ins Haus. Das erfreut den jungen Ehemann einerseits, andererseits macht es ihn eifersüchtig. Seine Ahnung auf die miesen Charaktere der Geschäftspartner des schmutzigen Unternehmens hat ihn nicht betrogen. Die Tätigkeit als Barfrau ist nur die Vorstufe zum Amüsiermädchen und zu Striptease.
Je weiter die Handlung fortschreitet, um so mehr entschleiert dieses filmische Unternehmen seinen eigentlichen Zweck, einen Striptease-Film zu drehen. Und je deutlicher dieses Unterfangen wird, um so mehr tritt das Unvermögen des Regisseurs und der Darsteller zutage, dieses Thema etwas tiefer oder mit psychologischen Feinheiten abzuhandeln. Biggy Freyer macht eine gute Figur, ob "oben mit" oder "unten ohne". Aber sie müsste noch einige Klassen der Schule der Schauspielkunst absolvieren. Rof Eden weiß dem cleveren Manager schon eher zwielichtige Züge zu geben. Der Schluss des Films läßt der Fantasie des ZUschauers freien Lauf, denn viele Fragen bleiben offen und ungeklärt."
(Film-Echo)

Unter dem Arbeitstitel "Ehe auf Abwegen" wurde von Dezember 1966 bis Anfang Februar 1967 überwiegend in Originaldekorationen in Berlin gedreht. Der Film war ohne Verleihzusage fertig gestellt worden und bei den anschließenden Verhandlungen erhielt "Pallas" den Zuschlag. Regisseur Harold Gabriel hatte in den USA jahrelang als Werbe- und Dokumentarfilmer gearbeitet.

Film-Echo-Note: 3,9 (18 Meldungen)

Giacco Offline



Beiträge: 2.542

18.03.2023 12:33
#167 RE: Verschollen? Vergessen? - Filmraritäten Zitat · Antworten

MITTSOMMERNACHT
BRD (1967) - R: Paul May - DE: 19.10.1967 - FSK 16 - V: Gloria
Pr.: Lisa-Film, München (Karl Spiehs) - Buch: Rolf Olsen, Kurt Nachmann
Darsteller: Robert Fuller, Carl Lange, Ruth Maria Kubitschek, Sieghardt Rupp, Anita Höfer, Liane Hielscher, Marianne Hoffman, Walter Kohut, Edith Hancke, Ralf Wolter



Mittsommernacht. In der kürzesten Nacht eines heißen, fiebrigen Sommers, erleben zwei Menschen das Wunder der Liebe. Vor dem grandiosen Hintergrund der unberührten nordischen Landschaft leben die Menschen freizügig in ihren Sitten, prallen Schicksale aufeinander und entstehen dramatische Konflikte. Die Mittsommernacht entfesselt alle menschliche Leidenschaft. Starrköpfig verteidigt ein Vater die Ehre seiner Töchter, aber die Jugend kämpft erbittert um ihren eigenen Weg. Schatten einer dunklen Vergangenheit führen zu einem Duell auf Leben und Tod. (Kinotrailer)

Von 1959-1965 lief im Programm der ARD die amerikanische Western-Serie "Am Fuß der blauen Berge" (Laramie). Hauptdarsteller Robert Fuller wurde 1963 mit dem Silbernen Otto der Zeitschrift BRAVO ausgezeichnet. Von 1964-1966 erhielt er dann in Folge den Goldenen Otto und galt somit als "Beliebtester TV-Star". Diese Popularität musste man natürlich nutzen und so gab es schließlich folgende Ankündigung:"Robert Fuller in seinem ersten deutschen Film."
Aus dem coolen Westernhelden wurde ein zünftiger Naturbursche, denn für sein deutsches Kinodebüt wurde ausgerechnet das alte Heimatfilm-Genre, das längst nicht mehr als zeitgemäß galt, wiederbelebt. Regie-Altmeister Paul May hatte bereits Erfolgfilme wie "Und ewig singen die Wälder", "Via Mala" oder "Waldrausch" inszeniert und bot sich deshalb als der richtige Mann für das Projekt an. Kurios war allerdings, dass "Mitsommernacht" als "Der große Norwegen-Film" angekündigt wurde, obwohl er nicht im hohen Norden, sondern in der nördlichen Steiermark gedreht wurde.
Fullers Gegenspielerin im Film ist Ruth Maria Kubitschek, die damit den Ruhm, den ihr der Durbridge-Krimi "Melissa" gebracht hatte, erfolgreich vermarkten konnte. Ein weiterer Kontrahent, der unserem Helden das Leben schwer macht, ist der Österreicher Sieghardt Rupp, der hier mit der Synchronstimme von Wolfgang Hess zu hören ist. Robert Fuller begab sich nach der Premiere gemeinsam mit Marianne Hoffman und Ralf Wolter auf Verbeugungstournee quer durch Deutschland. Anschließend absolvierte er noch einen Gast-Auftritt in einem Jerry-Cotton-Film und wirkte in der deutsch-israelischen Coproduktion "Kommando Sinai" mit.

"Obwohl Drehbuchautor Rolf Olsen hier lediglich hinreichend bekannte "Hausmannskost" auf nicht einmal originelle Weise mit ein wenig Sex und Action würzte, entbehrt die Geschichte nicht einer gewissen Spannung. Es mag dies an der von Paul May mit Hingabe ins Bild gesetzten interessanten Landschaft, aber auch an den Darstellern liegen, wobei Robert Fuller in der Rolle des geheimnisvollen Fremden Tore nicht viel mehr als eine reckenhafte Figur und körperliche Gewandtheit zu bieten hat." (Film-Echo)

Film-Echo-Note: 3,6 (32 Meldungen) / Erstnote: 2,9

Filmplakat:
https://www.filmportal.de/node/17953/material/663787

Prisma Offline




Beiträge: 7.591

25.03.2023 22:14
#168 RE: Verschollen? Vergessen? - Filmraritäten Zitat · Antworten

Das sind wieder hochinteressante Vorstellungen, von denen ich sogar eine kenne. "Mittsommernacht" hat mir ganz gut gefallen, vor allem wegen der Besetzung. Könnte ruhig einmal herausgebracht werden, aber das sage ich mir in diesem Thread ganz häufig. Bei "Treibgut der Großstadt" finde ich die Mitwirkung von Biggi Freyer ziemlich interessant, die ich wirklich zu schätzen gelernt habe, auch wenn sie nicht allzu viele Filme gedreht hat. Dass es sich bei "Das Fleisch der Orchidee" um einen T.I.T.-Film handelt, war mir gar nicht bewusst, von daher habe ich mir den auch mal auf die Agenda gesetzt. Ist ja auch sehr gut besetzt, wie ich gesehen habe, wobei die deutsche Unterstützung für meinen Geschmack etwas zu kurz kommt. Ich bin gespannt und danke erneut für die Anregungen.

Giacco Offline



Beiträge: 2.542

26.03.2023 13:07
#169 RE: Verschollen? Vergessen? - Filmraritäten Zitat · Antworten

Als ich mit dem Thread anfing, habe ich gar nicht damit gerechnet, dass es noch so viele interessant klingende Filme gibt, die bislang "unentdeckt" geblieben sind und es eigentlich verdient hätten, endlich veröffentlicht zu werden. Lassen wir uns mal überraschen, vielleicht kommt da in dem einen oder anderen Fall ja noch was.

Giacco Offline



Beiträge: 2.542

03.04.2023 12:46
#170 RE: Verschollen? Vergessen? - Filmraritäten Zitat · Antworten

HEISS UND KALT
BRD (1972) - R: Gustav Ehmck - Pr.: action1, München - DE: 5.5.1972 - FSK 18 - V: Jugend
Darsteller: Gerhild Berktold, Christian Marquard, Rainer Basedow, Eva Ingeborg Scholz, Angela Hillebrecht, Katharina Seyferth



Gaby und Christian sind ein verliebtes Paar, aber noch minderjährig. Weil das einigen Moralaposteln und spießigen Ordnungshütern missfällt, landen sie im Erziehungsheim. Verzweifelt lehnen sie sich gegen die Brutalität auf, die in solchen strengen Fürsorge-Einrichtungen herrscht. Es gelingt ihnen, zu fliehen. Doch sie werden gefasst und in geschlossene Anstalten gebracht. Dort ist Gaby sexuellen Übergriffen ausgesetzt und Christian lässt sich zu einer Verzweiflungstat hinreißen.

Gedreht wurde von Ende Oktober bis zum 20.Dezember 1971 in und um München. Das Poster ist zwar schwarzweiß, doch es handelt sich um einen Farbfilm. Regisseur Gustav Ehmck wurde 1968 für "Spur eines Mädchens" mit dem Deutschen Filmpreis ausgezeichnet. Bekanntheit erlangte er aber erst 1974 durch die Verfilmung des Kinderbuchs "Der Räuber Hotzenplotz" mit Gert Fröbe in der Titelrolle. Der Berliner Jugend-Verleih hatte sich - wie es der Name vermuten lässt - auf Märchen-, Kinder- und Jugendfilme spezialisiert. Erst mit der Staffel 1971/72 nahm man auch normale Spielfilme ins Programm auf. Richtig los ging es dann mit der Staffel 1972/73, als man mit dem spanischen Horrorfilm "Die Nacht der reitenden Leichen" einen ersten größeren Erfolg verzeichnen konnte.

"Ein minderjähriges Paar, durch Manipulationen der Polizei in Fürsorgeerziehung eingewiesen, gerät in ein System der Gewalt, was bei dem Jungen zu einer Kurzschlußhandlung führt. Vereinfachende und daher unrealistische Attacke gegen Fürsorgewesen und Heimerziehung." (Filmdienst)

Giacco Offline



Beiträge: 2.542

11.04.2023 12:17
#171 RE: Verschollen? Vergessen? - Filmraritäten Zitat · Antworten

BRILLE UND BOMBE: BEI UNS LIEGEN SIE RICHTIG
(Ö:BRILLE UND BOMBE: DIE MUSTERDETEKTIVE)
BRD (1967) - R: Franz-Otto Krüger - DE: 24.1.1967 - FSK 6 - V: EFG
Prod.: Alfred Bittins, Berlin
Darsteller: Wolfgang Völz, Peter Thom, Ewa Strömberg, Hubert von Meyerinck, Elma Karlowa, Rolf Weih, Carola Höhn, Grethe Weiser, Klaus Dahlen, Joachim Ansorge, Anita Kupsch



Als die beiden Ganoven Brille und Bombe aus dem Knast entlassen werden, beschließen sie, von nun an ehrlich zu bleiben und eröffnen eine Detektei. Gleich ihr erster Kunde ist ein stinkreicher Schwede, dessen Tochter allein zum Karneval nach Rio reisen will. Brille und Bombe sollen dort auf die junge Dame aufpassen.

Die TV-Serie "Brille & Bombe" lief 1963/64 in den Regionalprogrammen der ARD. Die einzelnen Folgen hatten Titel wie "Zum blauen Auge", "Isolde hinter Gittern", "Die Brosche" oder "Lady Chatterley ist verreist". Später kam dann jemand auf die Idee, aus den beiden TV-Detektiven des Vorabendprogramms Leinwandhelden zu machen. Dazu meldete das Film-Echo:
"Im August 1966 begann die Alfred Bittins Filmproduktion in Berlin mit den Dreharbeiten. Partner der Filmherstellung sind die Firma "Camera Cinematografica" in Rio de Janeiro, wo während des diesjährigen Karnevals Außenaufnahmen gedreht wurden, und die Berliner "Sprevia". Die Musik schrieb Heinrich Riehtmüller unter Verwendung von südamerikanischen Originalen. Der Film erscheint im neugegründeten EFG-Verleih, München.

Der Titel "Bei uns liegen Sie richtig" nimmt Bezug auf einen Spruch des Schauspielers Günther Jerschke, der damals regelmäßig in kurzen Spots als Bestatter in der Kino-Wochenschau "Blick in die Welt" zu sehen war. Er beendete seine schwarz-humorigen Auftritte stets mit dem Satz. "Denn bei mir - liegen Sie richtig."

"Zwei vorbestrafte Gauner bekommen über die Tätigkeit als Amateur-Detektive bürgerlichen Boden unter den Füßen. Was sich in dem Drehbuch von Franz-Otto Krüger und Gerd Potyka zwischen Berlin und Rio de Janeiro abspielt, ist anspruchslose Unterhaltung, die ihre komische Wirkung allein aus vordergründigem Situationswitz bezieht. Unter Krügers Regie schneiden diejenigen Schauspieler am besten ab, die vor der Kamera von ihrer Routine zehren konnten. Für die Karnevalsszenen hätten sich in einem Wochenschau-Archiv sicherlich wirksamere Szenen finden lassen, als das eigens aus Rio bezogene Material.
Ein Teil der Szenen um das recht bewegliche Komikerpaar Peter Thom/Wolfgang Völz wurde der gleichnamigen Fernsehserie entnommen. Zu etwa zwei Dritteln besteht der Schwarzweiß-Film aus Neuaufnahmen.
(Film-Echo)

Fabi88 Offline



Beiträge: 3.921

11.04.2023 14:22
#172 RE: Verschollen? Vergessen? - Filmraritäten Zitat · Antworten

Ich habe nicht einmal von der Serie "Brille & Bombe" jemals gehört, obwohl Völz dort eine der zwei Hauptrollen spielt.
Gehört wahrscheinlich zu den vielen Sachen, die nicht einmal als MAZ im Archiv überlebt haben, oder?

Giacco Offline



Beiträge: 2.542

11.04.2023 21:43
#173 RE: Verschollen? Vergessen? - Filmraritäten Zitat · Antworten

Zitat von Fabi88 im Beitrag #172

Gehört wahrscheinlich zu den vielen Sachen, die nicht einmal als MAZ im Archiv überlebt haben, oder?

Davon muss man wohl ausgehen, leider.

Havi17 Offline




Beiträge: 3.777

11.04.2023 23:38
#174 RE: Verschollen? Vergessen? - Filmraritäten Zitat · Antworten

Apropos Verschollen

Ab 1978 wurden die Farb-Folgen von "Softly, Softly" als "Task Force Police" in der BRD ausgestrahlt.
Diese liefen später wiederholt auch in den dritten Programmen. Die letzten Folgen wurden von Pidax
als DVD herausgebracht. Díe ersten und m.E. wichtigeren sind aufgrund fehlender deutschen Synchro
bisher nicht erschienen, allerdings schon die englischen Originalfolgen.

Möglicherweise gibt es irgendwo noch jemanden der alte VHS oder Beta-Bänder "herumliegen" hat. Deshalb
wäre es wichtig, wenn Ihr jemanden kennt, diese zugänglich zu machen. Also bitte um Rückmeldung, wenn
dies der Fall wäre, Danke!

Gruss
Havi17

Giacco Offline



Beiträge: 2.542

17.04.2023 12:36
#175 RE: Verschollen? Vergessen? - Filmraritäten Zitat · Antworten

NEUNZIG NÄCHTE UND EIN TAG - (SETTE CONTRO LA MORTE)
(AT: HELDEN, HIMMEL UND HÖLLE)
Iatlien/BRD (1964) - R: Edgar R.Ulmer - DE: 26.6.1964 - FSK 16 - V: Schorcht
Deutsch.Pr.: Ernst Neubach, München
Darsteller: Rosanna Schiaffino, John Saxon, Nino Castelnuovo, Hans von Borsody, Larry Hagman, Brian Aherne, Peter Marshall, Joachim Hansen



Italien, Herbst 1944. Durch eine Explosion werden sieben Personen unterschiedlicher Nationalität und Herkunft - 6 Männer und eine Frau - in einer weitläufigen Höhle eingeschlossen. Sie diente als Versorgungslager, so dass den Verschütteten die nötigsten Dinge zur Verfügung stehen. Ein unterirdisch verlaufender Fluss sorgt für Trinkwasser und sichert die Hygiene. Doch am Ende finden nur drei Überlebende zurück in die Freiheit.

Gedreht wurde zunächst in der "Adelsberghöhle" in Slowenien, dann wechselte man nach Triest, wo die Aufnahmen in nachgebauten Höhlenkulissen stattfanden. Der Titelsong "The Cavern" wird vom US-Countrystar Bobby Bare gesungen. Der Schorcht-Verleih ließ eine deutsche Fassung mit dem Schauspieler Jochen Schröder herstellen. Titel: In den Bergen.
Aus heutiger Sicht erscheint vor allem die Mitwirkung von Larry Hagman interessant. Er wurde anschließend als Astronaut Tony Nelson in der TV-Serie "Bezaubernde Jeannie" populär und spielte später den J.R.Ewing in der damals weltweit erfolgreichen Kultserie "Dallas".

"Diese deutsch-italienische Gemeinschaftsproduktion spielt zunächst an der gemeinsamen Front in Italien im Herbst 1944, als bereits zum großen Rückzug geblasen werden musste. Dabei werden alle Vorratslager gesprengt. Und in eine solche Sprengung gerät in der Kettenreaktion dramaturgischer Absicht eine kleine Gruppe recht verschiedener Menschen, was die Nationalität und demnach auch die Mentalität betrifft.
Neben dem reaktivierten britischen General, steht der junge amerikanische Captain, neben dem Trinker sein nüchterner Untergebener, neben dem braven italienischen Soldaten der forsche deutsche Leutnant. Und damit auch Liebe und Eifersucht nicht zu kurz kommen, wird eine hübsche Italienerin mit eingeschlossen. Nur in kameradschaftlicher Zusammenarbeit - das erkennen die Eingeschlossenen bald - werden sie sich aus ihrem steinigen Gefängnis bedreien können. Doch alle Versuche mißlingen. Der eine dreht so - der andere so durch. Drei bleiben übrig.
Regisseur Ulmer hatte also praktisch nur eine Dekoration zur Verfügung: die bizarren Berghöhlen im Innern des Steinmassivs. Es ist bekannt, wie schwer es ist in einer einzigen Kulisse die Spannung zu halten und zu steigern. Auf weite Strecken gelingt es hier, doch manchmal ist der Berg stärker. Die Bibelzitate und die Weihnachtsfeier mit Kerzenschein hätte man besser fortgelassen, denn da wird die Grenze zu leicht verwischt, an der das echte Gefühl aufhört und die Rührseligkeit beginnt. Die darstellerischen Leistungen sind durchweg vorzüglich. Rosanna Schiaffino weiß sich mit einem be,erkenswerten Ausdruck Respekt zu verschaffen, gute Studien geben Brian Aherne als der alte General, Hans von Borsody als deutscher Offizier und Peter Marshall in einer diffizilen Heldenrolle."
(Film-Echo)

Für den Film liegen keine 10 Meldungen vor.
In der Startwoche in Paris wurden in 3 Kinos 11.848 Besucher gezählt.

Italienische Plakatmotive:

https://www.benitomovieposter.com/catalo...tml?language=en

Giacco Offline



Beiträge: 2.542

21.04.2023 12:19
#176 RE: Verschollen? Vergessen? - Filmraritäten Zitat · Antworten

DER VERLOGENE AKT - (AT: SKANDAL)
BRD/Italien (1969) - R: Rolf von Sydow - DE: 4.12.1969 - FSK 18 - V: Cinerama
Pr.: Horst Manfred Adloff, Berlin
Darsteller: Gabriele Buch, Günther Schramm, Elisabeth Fanti, Michael Hinz, Ursula Oberst, Reiner Brönneke, Gerhard Friedrich



Der erfolgreiche Hamburger Industrieboss Janson findet nichts dabei, als verheirateter Mann nebenbei Sexabenteuer zu haben. Als er nach einem solchen erotischen Zwischenspiel anschließend mit seiner Frau Elisabeth schläft, wird diese schwanger und bringt neun Monate später ein dunkelhäutiges Baby zur Welt. Der Ehemann ist geschockt und wendet sich von ihr ab. Freunde und Bekannte aus der High Society ziehen sich zurück. Sensationsreporter schlachten den "Skandal" rücksichtslos aus. Bald sieht die verzweifelte junge Mutter keinen Ausweg mehr.

Der bekannte TV-Regisseur Rolf von Sydow drehte nur wenige Kinofilme. Keiner davon war sonderlich erfolgreich, was auch für "Der verlogene Akt" gilt. Die Besucherzahlen waren vom Start weg mäßig. Man versuchte es mit einem neuen Titel ("Skandal"), doch auch damit konnte man das Publikumsinteresse nicht ankurbeln.
Noch bevor der Film aufgeführt wurde, sorgte der männliche Hauptdarsteller Günther Schramm für einen Rechtsstreit. Er war in einer Nacktszene gedoubelt worden, hatte aber im Nachhinein Bedenken, da nun im fertigen Film ein nackter männlicher Hintern zu sehen war, der ihm nicht gehörte, den die Zuschauer aber für den seinigen halten würden. Die Zahlung von 10.000 DM reichte dann aber, um seine Bedenken zu zerstreuen. Ganz schön geschäftstüchtig: erst weigert man sich, den eigenen Arsch zu zeigen, um am Ende dafür dann auch noch abzukassieren. Vielleicht wäre dem Produzenten dieser Ärger erspart geblieben, wenn - wie ursprünglich vorgesehen - Helmut Lohner die Rolle übernommen hätte.
In den USA kam der Film unter dem Titel "Born Black" in die Kinos und wurde beworben als: "The Most Shocking And Unusual Film That You Will Ever See."

"High Society - inmitten von Schweinen eine reine Frau: ein Engel, ein Geschöpf, das nicht von dieser Erde zu sein scheint. Und dann geschieht das Ungeheuerliche. der (weiße) Engel bekommt ein schwarzes Baby. Bis hierher vermögen Regisseur und Kameramann durch eine dichte Atmosphäre zu fesseln. Zudem sind die Darsteller vorzüglich geführt. Manches bleibt im Modischen, Dekorativem, aber immerhin: Es gelingen Schnitte in die Tiefe, Blicke hinter die Fassade. Aber mit der Ankunft des schwarzen Babys wird dies alles zum Melodram. Wenn es den Gestaltern nicht so ernst wäre, könnte man es als schwarzen Humor etikettieren. Außerdem verliert der passagenweise ansehnlich lyrische Film nach Eintritt der Katastrophe die Balance." (Film-Echo)

Filmplakat:

https://www.cinematerial.com/movies/der-...4197/p/83rrqlmo

Giacco Offline



Beiträge: 2.542

28.04.2023 12:26
#177 RE: Verschollen? Vergessen? - Filmraritäten Zitat · Antworten

DAS LOCH ZUR WELT
BRD (1970) - R: Rainer Ott - DE: 21.11.1970 - FSK 18 - V: Atlas
Prod.: Hanns Eckelkamp, Duisburg - Ein Farbfilm mit Schwarzweiß-Teilen
Darsteller: Günther Ungeheuer und viele Profis und Amateure der Reeperbahn
Hergestellt unter Verwendung des Films "Polizeirevier Davidswache" von Jürgen Roland
D: G.Ungeheuer, Wolfgang Kieling, Hannelore Schroth, Hanns Lotharm Günter Neutze u.a.

https://www.postertreasures.com/Filmplak...-Welt--Das.html

"Des schönen Brunos Rückkehr zur Davidswache und wie ihm schließlich ein Loch zu einer anderen Welt gemacht wurde. Dazwischen: Die besten Shows der Großen Freiheit, Kontaktstübchen, brustfrei, Strip verkehrt - der nackte Kiez (mit versteckter Kamera), betrunkene Spießer, geile Genießer, Transvestiten, Huren und andere Menschen wie du und ich." (Verleihwerbung)

Ideen muss man haben: Anfang 1970, als Sex- und Aufklärungsfilme Hochkonjunktur hatten, erinnerte sich Altas-Chef Hanns Eckelkamp an den 1964 von ihm selbst produzierten Erfolgsfilm "Polizeirevier Davidswache". Damals war die FSK noch streng darauf bedacht, keine unnötige Nacktheit oder gar Sittenlosigkeit auf der Kinoleinwand zuzulassen. Doch mittlerweile hatte sich in dieser Hinsicht einiges geändert und Eckelkamp beschloss, seinen Film von damals mit einer fortführenden Story, vor allem aber mit dem unmoralischen Treiben auf den sündigen Meilen der Reeperbahn sowie erotischen Live-Acts aus Rene Durands "Salambo" dem Zeitgeschmack anzupassen und erneut in die Kinos zu bringen. Und so schlüpfte Günther Ungeheuer 1970 noch einmal in die Rolle des Bruno Kopp, der nun nach seiner Haftentlassung nach St.Pauli zurückkehrt und feststellen muss, dass ihn kaum noch jemand kennt. Mit einem neuen Coup will er sein Image wieder aufpolieren.

Jürgen Roland, Regisseur des zugrunde liegenden Films "Polizeirevier Davidswache", distanzierte sich von dem neuen Werk und zog seinen Namen zurück. Ein Jahr später drehte er für Wolf Hartwigs Rapid-Film einen ganz ähnlichen Situationsbericht über St.Pauli: Titel: "Jürgen Rolands St.Pauli-Report."

"Unter Verwendung von Material aus "Polizeirevier Davidswache" wird erzählt, wie ein aus dem Zuchthaus entlassener Ganove in St.Pauli, seinem früheren Revier, wieder Fuß zu fassen versucht. Der Vorspann vermerkt immerhin, dass Jürgen Roland nicht bereit war, seinen Namen für das billige Voyeurstück aus Anleihen und Zutaten herzugeben."(Filmdienst)

Giacco Offline



Beiträge: 2.542

08.05.2023 11:39
#178 RE: Verschollen? Vergessen? - Filmraritäten Zitat · Antworten

HÖRIG BIS ZUR LETZTEN SÜNDE - (ANWALT DES TEUFELS)
BRD (1970) - R: Lothar Gündisch/Hans Billian - DE: 9.11.1970 - FSK 18 - V: Ceres
Prod.: Internationales Film Contor, München
Darsteller: Horst Naumann, Carine Christian, Hedy Bader, J.P.Dornseif, Christina Kuon, Johannes Buzalski, Erwin Apel, Günter Hendel, Ilona Hoffmann

Der windige Rechtsanwalt Peter Keller übernimmt die Verteidigung eines Bankers, der verdächtigt wird, an Überfall auf seine eigene Bank beteiligt gewesen zu sein. Als ihm sein Mandant unter vier Augen gesteht, dass er tatsächlich für den Bankraub verantwortlich ist und dass seine Ehefrau das gestohlene Geld an einem sicheren Ort versteckt habe, gibt es für Keller nur noch ein Ziel: Er will sich die Beute unter den Nagel reißen. Selbst als sich der Banker in seiner Gefägniszelle erhängt, lässt ihn der Gedanke an das Geld nicht mehr los. Er gaukelt der Witwe vor, tiefere Gefühle für sie zu empfinden und heiratet sie sogar, doch seine zahlreichen Liebschaften vermasseln ihm am Ende die Tour.

Der Film, der ohne Verleihzusage entstand, hat eine etwas ungewöhliche Entstehungsgeschichte.
Zunächst hieß es im Film-Echo: Am 28.Oktober 1966 begann der 24jährige Regie-Debütant Jochen Franck in München mit den Dreharbeiten: Arbeitstitel: "Todsicher".

Offenbar wurde der Dreh dann aber abgebrochen und im Dezember neu begonnen. Arbeitstitel war immer noch "Todsicher", aber als Regisseur wurde Lothar Gündisch genannt (Co-Regie: Antonio Arvedi). Stab und Besetzung waren ansonsten unverändert. Im Februar 1967 wurden die Aufnahmen beendet.

Es gelang der Produktion, den Film beim Ceres-Verleih unterzubringen, wo er den neuen Titel "Anwalt des Teufels" erhielt und als "Film der jungen deutschen Welle" beworben wurde. Der Kino-Start erfolgte aber erst 1970, nachdem 1969 Teile des Films unter der Regie von Hans Billian nachgedreht wurden, u.a. freizügige Szenen, die zu einem früheren Zeitpunkt von der FSK beanstandet worden wären. Auch der Titel wurde erneut geändert.

Horst Naumann, der den gewissenlosen Anwalt spielt, war im Kino eher als Nebendarsteller bekannt, ist hier aber in der Hauptrolle zu sehen. Außer Johannes Buzalski und Hedy Bader, damals ein aufstebendes Starlet, wurden weitgehend unbekannte Darsteller verpflichtet.

"Ein korrupter Rechtsanwalt versucht mit allen Mitteln an die Beute eines Banküberfalls zu kommen. Langweilige und unglaubwürdige Gangsterkolportage mit zum Teil unmotivierten Sexeinlagen." (Filmdienst)

REVIEW:

https://diedreimuscheln.blogspot.com/201...-sunde-die.html

Giacco Offline



Beiträge: 2.542

19.05.2023 12:15
#179 RE: Verschollen? Vergessen? - Filmraritäten Zitat · Antworten

HÜTET EURE TÖCHTER!
BRD (1964) - R: Diverse - DE: 29.5.1964 - FSK 18 - V: Schorcht / Luna
Darsteller: Ulli Philipp, Andreas Blum, Gila von Weitershausen, Claus Ringer, Isabel Stumpf, Heidi Pawellek, Joachim Rake



September 1962: Eine Gruppe junger Regisseure arbeitet in diesen Wochen an einem Spielfilm, den Walter Koppels Real-Filmproduktion in Auftrag gegeben hat: Hütet Eure Töchter! Lesern der Sonntagspresse ist der Titel bereits bekannt durch die Reportage eines Journalisten, die sich mit den sexuellen Abenteuern minderjähriger Mädchen zwischen 13 und 17 befasst. Die Reportage basierte auf Fakten, die Soziologen, Juristen und Jugendpfleger beigesteuert hatten.
Die beteiligten Regisseure betonen, dass sie nichts als die Wirklichkeit darstellen wollen, ohne zu beschönigen und ohne zu moralisieren. Es wird ein Episoden-Film werden. Sieben Debütarbeiten von jeweils ca. 15 Minunten Dauer werden zu einem programmfüllenden Werk zusammengestellt. Die Drehbücher konnten weitgehend unbeeinflusst geschrieben werden. Völlige Freiheit in der künstlerischen Ausführung wurde zugesichert. Erscheinen wird der Film im Europa-Verleih.

Die Regisseure und ihre Filme:
Karl Schedereit - Der Soldat
Eberhard Hauff - Die Party
Walter Krütther - Thema Nr.1
Rob Hower - Ferien
Michael Blackwood - Geld
Wolf Hart - Inge
Franz Josef Spieker - Der gelbe Wagen

Im Oktober 1962 waren die Dreharbeiten der 7 Episoden beendet. Die Uraufführung sollte Anfang 1963 stattfinden. Doch durch den Zusammenbruch des Europa-Verleihs und der Real-Filmproduktion, wurde "Hütet Eure Töchter!" erst 1964 vom Schorcht-Verleih in die Kinos gebracht. Michel Blackwoods Episode "Geld" war im überarbeiteten Film nicht mehr enthalten. Als Schorcht Anfang 1965 in finanzielle Schwierigkeiten geriet, wurde der Film vom kleinen Münchener Luna-Verleih weiter ausgewertet.

"Die Authentizität der geschilderten Fälle soll hier nicht angezweifelt werden. In Wirklichkeit geschieht oft weit mehr, weit Schlimmeres. Als Stenogramm, das die Form der knappen Episode verlangt, wirken die Geschichten dennoch konstruiert. Die Personen bleiben Schablonen. Ihr Geschick kann nicht interessieren. Man hatte den Ehrgeiz, Geschichten zu erzählen, mit einem Anfang und einem Ende. Es wäre sinnvoller gewesen, sich auf die Impression zu beschränken. Von Seiten der Regie bemüht man sich um eine filmische Erzählweise, nicht ohne Geschick. Den Spielfilm-Debütanten wäre ein besserer zweiter Start zu wünschen" (Film-Echo)

Film-Echo-Note: 3,7 (11 Meldungen)

Giacco Offline



Beiträge: 2.542

26.05.2023 12:37
#180 RE: Verschollen? Vergessen? - Filmraritäten Zitat · Antworten

KARRIERE - ( A BELLES DENTS)
Frankreich/BRD (1966) - R: Pierre Gaspard-Huit - DE: 28.8.1966 - FSK 16 - V: Team
Deutsch.Prod.: Arca/Team, Berlin (Gero Wecker, Hans Oppenheimer)
Darsteller: Mireille Darc, Paul Hubschmid, Jacques Charrier, Peter van Eyck, Daniel Gelin, Helga Lehner, Ilse Steppat, Erika Remberg, Tilda Thamar, Reinhold Timm, Ingrid Steeger



Nach dem Tod ihrer Eltern zieht es Eva Ritter nach Paris, wo sie einen Job als Au Pair-Mädchen bei einer französischen Familie annimmt. Der Hausherr ist Journalist und ermöglicht ihr ein Treffen mit einem erfolgreichen Modefotografen. Über Nacht avanciert Eva zum gefragten Cover-Girl. Sie lernt reiche Männer kennen, verliebt sich in einen jungen Architekten, heiratet aber einen Millionär, von dem sie sich bald wieder scheiden lässt. Am Ende stellt sie fest, dass das Jet-Set-Leben zwar seine schönen Seiten hat, aber nicht unbedingt glücklich macht.

"Der Aufstieg eines jungen Mädchens aus bürgerlichen Verhältnissen in die internationale Welt der Oberen Zehntausend" (Verleih-Text)

Ein Film im typischen Sixties-Stil. Unter den deutschen Darstellern überrascht vor allem Ilse Steppat als Luxus-Lady mit Perücke, Pelz und Schmuck. Mireille Darc wird von Ilse Pagé synchronisiert und Ingrid Steeger hat als Partymädchen ihren ersten kleinen Leinwand-Auftritt.

"Die Münchnerin Eva wird in Paris Fotomodell und lernt das süße Leben der feinen Leute kennen. Man kann es Kunst, man kann es aber auch Kitsch nennen. Das bleibt dem Geschmack des Publikums überlassen. Dass ein Regisseur wie Pierre Gaspard-Huit beides vorgaukeln kann, steht außer Frage. Und Darsteller wie Daniel Gelin, Mireille Darc, Jacques Charrier, Paul Hubschmid und Ilse Steppat haben soviel schauspielerische Routine, um seine fraglos geschickten Intentionen in die gewünschte Wirkung zu verwandeln." (Film-Echo)

Film-Echo-Note: 3,8 (14 Meldungen)
Frankreich: 391.479 Besucher (Paris: 96.392)

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