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Dieses Thema hat 249 Antworten
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 Film- und Fernsehklassiker national
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Giacco Offline



Beiträge: 2.535

02.06.2023 12:05
#181 RE: Verschollen? Vergessen? - Filmraritäten Zitat · Antworten

UND NOCH FRECH DAZU
BRD (1960) - R: Rolf von Sydow - DE: 8.1.1960 - FSK 16 - Prod. & Verleih: UFA
Darsteller: Horst Janson, Helga Schlack, Klaus Löwitsch, Barbara Frey, Michael Verhoeven, Marianne Borck, Ilse Pagé, Guy Gehrke, Wolfgang Koch, Thomas Keck, Roger Fritz, Peter Gross, Mady Riehl, Gisela Fackeldey



Rivalitäten unter Jugendlichen im Berlin der ausgehenden Fünfziger Jahre. Auf der einen Seite sind es die musikbegeisterten Jazzfreunde, angeführt vom blonden Fred (Horst Janson), die von einem eigenen Jazzkeller träumen. Schwierigjeiten macht ihnen eine Motorrad-Gang, deren Chef der brutale "Bulle" (Klaus Löwitsch) ist. Die halbstarken Schlägertypen verkehren im Spielsalon "Dorado" und hauen gern auf den Putz. Intrigen, krumme Touren und Liebschaften sorgen für Konflikte.

Die Besetzung besteht überwiegend aus Schülern des UFA-Nachwuchs-Studios. Inszeniert hat Rolf von Sydow, der damals mit Mitte dreißig noch zu den Jung-Regisseuren zählte.

"Der Film zeugt von lobenswerten Absichten aller Beteiligten. Anerkennenswert ist auch das Ansinnen der UFA, den Nachwuchs des eigenen Studios vorzustellen. Dieser Versuch hätte sehr eindrucksvoll enden können, denn Regisseur und Darsteller haben zweifellos Talent. Zudem sind die Aufnahmen des Kameramanns streckenweise ein wahrer Leckerbissen. Unverständlich aber bleibt, dass die Verantwortlichen der UFA ein Drehbuch genehmigten, das als Experiment ungenügend ausgefeilt und als Präsentation neuer Gesichter zu dünn ist. Die überlange Schilderung des Halbstarken-Milieus und mehrer Jazznummern lassen kaum Zeit übrig, das große Aufgebot an Eleven in die Handlung einzubauen. Daran ändert auch die einfühlsame Schauspielerführung durch Rolf von Sydow nichts. Den Intentionen des Drehbuchs folgend bemühte er sich um eine dokumentarische Zeichnung einzelner Situationen." (Film-Echo)

Film-Echo-Note: 4,3 (27 Meldungen)

Filmportal:

https://www.filmportal.de/film/und-noch-...6739a1656e60f18

Giacco Offline



Beiträge: 2.535

09.06.2023 12:31
#182 RE: Verschollen? Vergessen? - Filmraritäten Zitat · Antworten

DER ROMMELSCHATZ (IL TESORO DI ROMMEL)
Italien (1955) - R: Romolo Marcellini - DE: 15.3.1956 - FSK 12 - V: Herzog
Darsteller: Paul Hubschmid, Dawn Addams, Vittorio Massimi, Wolfgang Lukschy, Isa Miranda, Andrea Cecchi, John Stacy, Bruce Cabot, Tano Cimaroso
Verantwortlich für die Unterwasser-Aufnahmen: Hans Hass

https://passionesuper8.blogspot.com/2012...talia-1955.html

Bevor Rommel nach der Niederlage seiner Truppe Afrika verließ, soll er mehrere Stahlkisten mit Gold und Geheimdokumenten auf ein Schiff verladen und im Mittelmeer versenkt haben. Jahre später begeben sich zwei ehemalige deutsche Soldaten sowie Agenten aus Ost und West auf die Suche nach dem legendären Kriegsschatz.

Der Film - an Originalschauplätzen (u.a. Kairo, El Alamein) in Cinemascope gedreht - lief nie im deutschen Fernsehen. Auch scheint es keine VHS-VÖ gegeben zu haben. Dafür ist er aber seit 2006 auf DVD erhältlich. Da sich aber die Filmkopie, die für die Abtastung verwendet wurde, in einem mangelhaften Zustand befand, wirkte sich das natürlich auf die Bildqualität aus, die man leider nicht als zufriedenstellend bezeichnen kann. Das ist natürlich bedauerlich und es wäre interessant zu erfahren, ob mittlerweile vielleicht besseres Ausgangsmaterial (für eine eventuelle Neuauflage) zur Verfügung steht.
Für die Unterwasseraufnahmen, die damals als spektakulär galten, war der bekannte Meeresforscher und Dokumentarfilmer Hans Hass verantwortlich, der auch als Co-Produzent beteiligt war. Paul Hubschmid spielt den ehemaligen deutschen Offizier Karl von Brunner, der den dortigen Touristen seine Dienste als Unterwassertrainer anbietet. Wofgang Lukschy als Petersen gehörte zu Rommels Soldaten und hatte seinerzeit die Koordinaten des Schatzes in ein deutsches Kampffahrzeug eingeritzt, das auf einem Panzerfriedhof ausfindig gemacht werden kann. Bruce Cabot ist als amerikanischer Fotoreporter weniger am Schatz sondern mehr an den Geheimpapieren interessiert. Auch zwei Frauen sind in die abenteuerliche Mission involviert. Die Nachtclubsängerin Sofia (Dawn Addams) begleitet die Männer bei der Schatzsuche, weil sie ihrer Chefin (Isa Miranda) Informationen liefern soll, die diese dann zu Geld machen will. Dass sich Sofia in Karl von Brunner verliebt, durchkreuzt ihre Pläne.

"Zwei ehemalige Soldaten sowie Agenten verschiedener Nationen fahnden im Mittelmeer nach dem Kriegsschatz des deutschen Afrikakorps. Langweiliger Abenteuerfilm ohne originelle Ideen." /Filmdienst)

Frankreich: 927.296 Besucher
Italien: Rang 70 der erfolgreichen Filme (Saison 1955/56)

Prisma Offline




Beiträge: 7.591

11.06.2023 00:50
#183 RE: Verschollen? Vergessen? - Filmraritäten Zitat · Antworten

Zitat von Giacco im Beitrag #180
KARRIERE - ( A BELLES DENTS)

Unter den deutschen Darstellern überrascht vor allem Ilse Steppat als Luxus-Lady mit Perücke, Pelz und Schmuck.

Der Film ist mir auch schon häufiger ins Auge gesprungen, unter anderem eben wegen Ilse Steppat. Die Rolle klingt sehr interessant und ich finde ihre Auftritte, die aus der Norm und ihrem eigenen Muster fallen, immer sehenswert. Ist Ilse Steppat hier mit ihrer eigenen unverkennbaren Stimme zu hören, oder wurde sie auch synchronisiert? Wäre schön, wenn der Film mal veröffentlicht werden würde, aber das gilt für viele Vorstellungen hier. Da denke ich vor allem auch an den hier:



Zitat von Giacco im Beitrag #182
DER ROMMELSCHATZ (IL TESORO DI ROMMEL)

Den habe ich nur einmal gesehen, auf der besagten Veröffentlichung, die qualitativ wirklich schlecht ist. Aber der Film ist alles andere als uninteressant und mit Dawn Addams, Paul Hubschmid, Andrea Checci, Wolfgang Lukschy oder Isa Miranda gut besetzt. Wirklich schade, dass es da bislang nicht zu einer besseren Version kam, wobei ich fürchte, dass sich da nichts anderes auftreiben lässt. Es ist schwer, sich da durchzuquälen, und ich bin bestimmt nicht zimperlich bei VHS-Flair.

Giacco Offline



Beiträge: 2.535

11.06.2023 12:40
#184 RE: Verschollen? Vergessen? - Filmraritäten Zitat · Antworten

Zitat von Prisma im Beitrag #183
Ist Ilse Steppat hier mit ihrer eigenen unverkennbaren Stimme zu hören, oder wurde sie auch synchronisiert?


Ilse Steppat, Paul Hubschmid und Peter van Eyck haben sich selbst synchronisiert.

Bei "Brille & Bombe" vermute ich mal, dass Dein Interesse vor allem Ewa Strömberg gilt.

Auf eine Sichtung vom "Rommelschatz" in der vorliegenden Fassung habe ich wegen der qualitativen Einbußen bislang verzichtet. Dass da noch mal was besseres kommt, ist wohl nicht sehr wahrscheinlich. Aber die Hoffnung stirbt zuletzt.

Prisma Offline




Beiträge: 7.591

11.06.2023 20:13
#185 RE: Verschollen? Vergessen? - Filmraritäten Zitat · Antworten

Zitat von Giacco im Beitrag #184
Ilse Steppat, Paul Hubschmid und Peter van Eyck haben sich selbst synchronisiert.

Das ist interessant und im Endeffekt viel besser als irgendeine typfremde Synchronstimme. Habe da schon an etwas à la "Jerry Cotton - Der Tod im roten Jaguar" gedacht, wo ich mich mit der Stimme ihrer Mrs. Cunnings nicht so recht anfreunden konnte, obwohl ich die Rolle sehr mag.

Die Vermutung mit Ewa Strömberg ist natürlich richtig.

Den "Rommelschatz" habe ich trotzdem mal rausgekramt. Mal sehen, ob es mit dem Anschauen nochmal funktioniert.

Giacco Offline



Beiträge: 2.535

23.06.2023 12:03
#186 RE: Verschollen? Vergessen? - Filmraritäten Zitat · Antworten

DER LETZTE TANZ DES BLONDEN TEUFELS - (UN BEAU MONSTRE)
AT: DER PSYCHOKILLER (Video)
Frankreich/Italien (1971) - R: Sergio Gobbi - DE: 21.6.1974 - FSK 18 - V: Italo-London
Darsteller: Helmut Berger, Virna Lisi, Charles Aznavour, Alain Noury, Francoise Brion, Edith Scob, Howard Vernon, Alberto Farnese



Alain Revent, reich und gutaussehend, steht darauf, seine jeweiligen Partnerinnen zu manipulieren und zu erniedrigen. Damit hat er seine erste Frau in den Selbstmord getrieben. Als er nun die schöne Nathalie heiratet, zieht er die Aufmerksamkeit von Inspektor Leroy auf sich, der verhindern möchte, dass er auch seine zweite Frau ins Verderben stürzt.

Der Regisseur Sergio Gobbi inszenierte den Film nach einem Roman von Dominique Fabre. Mit 85 Minuten Laufzeit ist die deutsche Leinwandfassung gekürzt. Bereits im Januar 1976 kam der "Psycho-Thriller" mit dem Titel "Das Monster - Liebe, Hass und Leidenschaft" erneut in die Kinos. (Verleih: Televox)

"Ein pervers veranlagter Playboy treibt seine Frau in den Selbstmord und versucht dasselbe bei der zweiten. Melodramatische Kolportage."(Filmdienst)

Frankreich:670.098 Besucher
Spanien: 611.668 Besucher

Franz. Filmplakat:

https://www.imdb.com/title/tt0066501/med...1/?ref_=tt_ov_i

Giacco Offline



Beiträge: 2.535

30.06.2023 12:19
#187 RE: Verschollen? Vergessen? - Filmraritäten Zitat · Antworten

FREMDE STADT
BRD (1972) - R & Prod.: Rudolf Thome - DE: 9.6.1972 - FSK 16 - V: Carina-Film
Darsteller: Roger Fritz, Karin Thome, Peter Moland, Eva Kinsky, Christian Friedel, Werner Umberg, Georg Marischka



Franz Lerchenfeld hat die Düsseldorfer Bank, bei der er angestellt war, mit einem Trick um 2 Millionen DM betrogen. Mit dem Geld im Koffer reist er unter falschem Namen nach München und sucht dort seine Ex-Frau auf. Sie soll ihm helfen, die Millionen zu "waschen". Er ahnt nicht, dass er von einem Kommissar beschattet wird. Und auch ein Gaunerpärchen, das einen heißen Tipp bekommen hat, interessiert sich für die Beute.

Rudolf Thome gehörte zur Münchner Filmemacher-Szene und fand 1970 mit "Rote Sonne" eine gewisse Aufmerksamkeit. Größere Anerkennung wurde dem Werk aber erst im Lauf der Jahre zuteil. Das Großstadtdrama "Fremde Stadt" war sein vierter Film. Gedreht wurde vom 12.1. bis 13.2.1972 (27 Drehtage) in München. Weil das Finanzierungskonzept nicht aufging, blieb Thome auf einem Berg von Schulden sitzen. Später verließ er München und ging nach Berlin, wo ihm 1980 mit "Berlin Chamissoplatz" ein vielbeachteter Neuanfang gelang.

"Vierter Spielfilm von Rudolf Thome, der privates Milieu, Einflüsse des amerikanischen Genrekinos und Lebensgefühl der frühen 70er Jahre zu einer ironischen und melancholischen Kriminalgeschichte verbindet." (Lex.des intern.Films)

Filmplakat:

https://www.imdb.com/title/tt0068609/med...0/?ref_=tt_ov_i

Giacco Offline



Beiträge: 2.535

07.07.2023 12:26
#188 RE: Verschollen? Vergessen? - Filmraritäten Zitat · Antworten

HEIMLICHKEITEN
BRD/Bulgarien (1968) - R: Wolfgang Staudte - DE: 15.11.1968 - FSK 16 - V: Rank
Dt.Prod.: Cineforum GmbH, Berlin
Darsteller: Karl-Michael Vogler, Reinhild Solf, Ewa Strömberg, Heinz Meier, Kathrin Schaake, Hans-Werner Bussinger, Apostol Karamitev, Jürgen Rehmann



Ein Badeort am Schwarzen Meer. Touristen aus Ost und West genießen hier ihren Sommerurlaub. Doch in der eigentlich idyllischen Atmosphäre spielen sich nicht nur erfreuliche Dinge ab, denn eines Tages liegt eine tote Frau am Strand. Bei den Ermittlungen stellt sich schnell heraus, dass einige der Befragten etwas vor der Polizei zu verbergen versuchen.

Gedreht wurde im Sommer 1968 in Varna an der bulgarischen Schwarzmeerküste. Doch im August marschierten die Warschauer-Pakt-Soldaten in die damalige CSSR ein und das deutsche Filmteam musste Bulgarien wegen der unsicheren Lage sofort verlassen, obwohl die Aufnahmen noch nicht beendet waren.
"Heimlichkeiten" gehört zu den weitgehend unbekannten Werken von Wolfgang Staudte. Nach dem sich der Regisseur zunächst einen bulgarischen Produktionspartner gesucht hatte, übernahm er selbst die Restfinanzierung. Doch der Film floppte an den Kinokassen. Um seine Schulden zu begleichen, führte Staudte von nun an verstärkt bei Auftragsproduktionen für das Fernsehen Regie (z.B. "Der Kommissar", "Tatort" usw.).

"In diesem Mosaik aus Verbrechen und kleinen Lügen, die mehr analysiert als untersucht und aufgeklärt werden, geht es u.a. um ein ost-westdeutsches Paar, das sich auf eine außereheliche Affäre eingelassen hat, einen ehemaligen Wehrmachtssoldaten, der an den Ort seiner Verbrechen zurückgekehrt ist und einen Musiker, dessen Tändeleien mit einer lokalen Schönheit nicht gern gesehen werden." ( Il Cinema Ritrovato)

Film-Echo-Note: keine 10 Meldungen

Giacco Offline



Beiträge: 2.535

14.07.2023 12:34
#189 RE: Verschollen? Vergessen? - Filmraritäten Zitat · Antworten

ALS LIEBE EIN VERBRECHEN WAR (RASSENSCHANDE)
Polen/BRD (1968) - R: Jan Rybkowski - DE: TV 23.2.1968 (N3) *** - keine deutsche Kinoauswertung
*** (Quelle: filmportal.de)
Prod.: FilmPolski, Warschau / Allianz-Film, Berlin (Heinz Willeg)
Darsteller: Joachim Ansorge, Helga Sommerfeld, Sabine Bethmann, Mark Damon, Ann Smyrner, Eva Pflug, Arkadius Bazak, Irena Karel, Jerzy Zelnik

Ein Film über die tragischen Auswirkungen der von Adolf Hitler eingeführten Rassengesetze zum Schutz deutschen Blutes und der deutschen Ehre. Die Handlung spielt während des Zweiten Weltkriegs und es geht u.a. um einen Soldaten der Wehrmacht, der sich im Urlaub in eine polnische Zwangsarbeiterin verliebt oder um eine verwitwete Gutsbesitzerin, die - ebenso wie ihre Tochter - im Verdacht steht, intime Beziehungen zu einem polnischen Erntehelfer zu unterhalten. Solche Verhältnisse wurden zumeist durch Denunzianten zur Anzeige gebracht. Den Beschuldigten, die man als "Verräter an der Volksgemeinschaft" bezeichnete, drohten Zuchthaus, Konzentrationslager oder sogar der Tod.

Bei der polnischen Uraufführung am 1.3.1968 wurde der Regisseur von kommunistischen Hardlinern angegriffen, weil er den Film mit westdeutscher Unterstützung gedreht hatte. Einige Kritiker wollten sogar anti-polnische Tendenzen erkennen.

Bilder-Galerie:

https://filmpolski.pl/fp/index.php?galeria_filmu=151620

Giacco Offline



Beiträge: 2.535

20.07.2023 13:07
#190 RE: Verschollen? Vergessen? - Filmraritäten Zitat · Antworten

FLIEßBAND INS JENSEITS (REVENGE)
BRD/Italien (1968) - R: Pino Tosini - DE: 25.10.1968 (angekündigt) - V: Nora
Eine Gisela Hahn-Produktion der Hape-Film
Darsteller: Thomas Hunter, Gisela Hahn, Gloria Paul, Marco Guglielmi, Ini Assmann, Renate von Holt, Herbert Fux, Laura Solari, Ezio Sancrotti



Um die Nachfolge seines Onkels Randolph Kellermann anzutreten und die Herrschaft über dessen Finanz-Imperium zu erlangen, schreckt sein schurkischer Neffe Richard Marlowe vor keinem Verbrechen zurück. Kaltblütig plant er Kellermanns Tod, der wie Selbstmord aussehen soll, und setzt ihn mit Hilfe seiner Geliebten in die Tat um. Eiskalt räumt er auch alle weiteren Hindernisse für seinen Aufstieg aus dem Weg.

Anfang Juli 1968 erfolgte im Film-Echo die erste Ankündigung durch den Nora-Verleih:
Ein Gangsterfilm, der erhitzt und schockt, ein Thriller voll catchen, knallen, killen und küssen.
Unter den genannten Darstellern befand sich u.a. Dominique Boschero.

Am 2.8.68 meldete das Film-Echo:
In Oberitalien, nahe Verona, dreht ein internationales Team unter der Regie des Italieners Pino Tosini ein hartes Kriminaldrama, das frei nach Shakespeare´s "Richard III" in die kalte Welt der heutgen Hochfinanz transponiert wurde. Unter dem Titel "Fließband ins Jenseits" entsteht die Gisela Hahn-Produktion der Hape-Film in Zusammenarbeit mit Mondo-Film, Rom.
In der Darstellerliste war die ursprünglich genannte Dominique Boschero durch Gloria Paul ersetzt worden. Da die Handlung in London spielt, sollen - italienischen Angaben zufolge - einige Außenaufnahmen dort gedreht worden sein.

Noch kurz vor dem angekündigten Kinostart erschien eine Titelbild-Werbung des Nora-Verleihs im Film-Echo. Es existieren deutsche Filmplakate (2 Motive) und Aushangfotos. Und doch deutet alles darauf hin, dass der Film bei uns nie in die Kinos kam.
Im Titelverzeichnis aller in Deutschland aufgerführten Filme ist er nicht vertreten. Gleiches gilt für das "Lexikon des internationalen Films". Im FIlm-Echo gibt es keine Startmeldungen, keine Kritik und auch keine Benotungen von Kinobesitzern. Es gibt auch keine "Filmdienst"-Kritik.

Filmplakat:

https://www.postertreasures.com/Filmplak...seits-6874.html

Giacco Offline



Beiträge: 2.535

28.07.2023 12:25
#191 RE: Verschollen? Vergessen? - Filmraritäten Zitat · Antworten

MÄDCHEN MIT HÜBSCHEN BEINEN - LE BELLISSIME GAMBE DI SABRINA)
Italien/BRD (1958) - R: Camillo Mastrocinque - DE: 7.7.1959 - FSK 16 - V: Kopp / Löwen
Prod.: PGC, Rom / CCC-Film, Berlin (Artur Brauner)
Darsteller: Mamie van Doren, Antonio Cifariello, Willy Birgel, Adrian Hoven, Alice & Ellen Kessler, Rossana Martini, Guido Celano, Renzo Cesana, Enrico Viarisio



Baden-Baden: Einbruch in ein Juweliergeschäft. Damit der Hausmeister, der im Souterrain wohnt, nichts davon mitbekommt, posiert Sabrina, die Nichte des Bandenchefs, vor seinem Fenster und zeigt ihre schönen Beine. Der einzige Hinweis, den der Mann später der Polizei geben kann: Die Unbekannte hatte auf dem Oberschenkel 7 Muttermale, angeordnet wie das Sternbild des "Kleinen Bären". Für einen neuen Coup reist die Diebesbande mit Sabrina nach Rom. Dort sucht gerade der Fotograf Teo für einen Wettbewerb ein Model mit perfekt gewachsenen Beinen. Heimlich fotografiert er auch Sabrina, die bei einer Modenschau mitmacht. Pech, dass auf dem Foto die verräterischen Muttermale zu sehen sind. Nun muss Sabrina um jeden Preis verhindern, dass Teo das Foto für den internationalen Wettbewerb einreicht.

Harmlose Kriminalkomödie mit Hollywoods Sex-Symbol Mamie van Doren in der Hauptrolle. Für sie war es damals der erste nicht-amerikanische Film, in dem sie mitwirkte. Willy Birgel ist als bankrotter Graf Gottfried der Chef der Diebesbande und Adrian Hoven spielt als Mario den Partner des Fotografen Teo. 1964 gelang es Artur Brauner, Mamie van Doren für den CCC-Film "Freddy und das Lied der Prärie" nochmals nach Europa zu holen.

Giacco Offline



Beiträge: 2.535

04.08.2023 12:23
#192 RE: Verschollen? Vergessen? - Filmraritäten Zitat · Antworten

BONDITIS
(AT: Küsse und Schüsse am Heuboden - Österreich)
Schweiz (1967) - Buch & Regie: Karl Suter - DE: 1.3.1968 - FSK 12 - V: Paramount
Prod: Turnus-Film, Zürich - Kinostart Schweiz: 25.8.1967
Darsteller: Gerd Baltus, Marion Jacob, Christiane Rücker, Herbert Weicker, Gert Westphal, Bella Neri, Max Werner Lenz, Peter Capra, Giovanni Früh



Sein Name ist Born, Frank Born. Doch nachts in seinen Träumen verwandelt er sich in den Superagenten James Bond und erlebt gefährliche Abenteuer. Halluzinationen dieser Art verfolgen ihn auch tagsüber und so wendet er sich hilfesuchend an seinen Arzt Dr. Brandmeier. Der diagnostiziert eine "Bonditis" und rät ihm zu einem Erholungsurlaub in einem abgelegenen Schweizer Bergdorf. Dort angekommen gerät unser Held ins Visier von internationalen Gangsterbanden und Spionen, die auf der Jagd nach einem Mikrofilm mit geheimen Plänen sind.

Naiv-witzlose Bond-Parodie. Ist schon das Buch nicht gut durchdacht, erweist sich die filmische Umsetzung überwiegend als unzulänglich. Wohl nicht ohne Grund war der Film seinerzeit ein Misserfolg und verschwand schnell in der Versenkung. Dass es aber auch Leute gab, denen er gefiel, beweist die nachstehende Film-Echo-Kritik, wobei man berücksichtigen sollte, dass es sich bei dem Verfasser wohl um einen Eidgenossen handelt, denn er veröffentlichte seine Zeilen bereits 1967 anläßlich einer Kinoaufführung in Zürich.
"Im Schweizer Film scheint sich wieder etwas zu tun. Man ist zur Persiflage übergegangen. Karl Suter offeriert uns seine "Bonditis". Der Titel sagt schon, worum es geht. Um die Bond-Krankheit, an der der Filmheld leidet. Man hat seine helle Freude an der Persiflage, die von übersprudelnden Gags, pausenlosen Schießereien und gewagt dekolletierten Frauen lebt."


"Ein kleiner Angestellter sucht in einem stillen Bergdorf Heilung von seinen Agenten-Zwangsvorstellungen, gerät aber ausgerechnet dort zwischen rivalisierende Geheimdienste. Streckenweise witzige und einfallsreiche, im zweiten Teil wenig stilsichere und in Klamauk abgleitende Parodie auf Agentenfilme." (Filmdienst)

Film-Echo-Note: Keine 10 Meldungen

Filmplakat:

https://cine-images.com/produit/bonditis-4

Giacco Offline



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11.08.2023 12:45
#193 RE: Verschollen? Vergessen? - Filmraritäten Zitat · Antworten

WENN MÄNNER SCHLANGE STEHEN - (CHIKITA)
CH (1961) - R: Karl Suter - DE: 27.4.1962 - FSK 18 - V: Bavaria
Prod.: Turnus-Film, Zürich / CH-EA: 15.12.61
Darsteller. Hanne Wieder, Cesar Keiser, Gustav Knuth, Charles Regnier, Max Haufler, Franz Muxeneder, Ines Torelli, Lilian Westphal, Peter Danzeisen

https://www.imdb.com/title/tt0054742/med...0/?ref_=tt_ov_i

Die aus der Schweiz stammende Chikita Hausmann betreibt irgendwo in Südamerika ein gutgehendes Bordell. Aber nach einer Revolution müssen alle Freudenhäuser geschlossen werden. Da trifft es sich gut, dass Chikita in ihrer Heimat ein Haus geerbt hat und so kehrt sie in die Schweiz zurück. Das Haus, dessen Besitzerin sie nun ist, bietet ihr die Möglichkeit, ihre alte Tätigkeit wieder aufzunehmen und schon bald gehen die braven und ehrwürdigen Stadtväter als Kunden bei ihr ein und aus.

Bei "Chikita" handelt es sich um den Erstling der Turnus-Filmproduktion. Gedreht wurde im August/September 1961. Hauptdarstellerin Hanne Wieder, die auch als Kabarettistin und Diseuse erfolgreich war, dürfte hier im Forum vor allem durch ihre Rolle als Paula Hepburn im Durbridge-Dreiteiler "Melissa" bekannt sein. Als Chikita trägt sie einen Song mit dem Titel "So sind die Männer in Mexico" vor. Der Schweizer Schauspieler Bruno Ganz hat einen kurzen Auftritt als Jazzfan. Kurios: Im Kanton Schwyz durfte der Film wegen seiner "Amoralischen" Grundaussage nicht gezeigt werden.

"Die "doppelte Moral" des ehrbaren BÜrgers bietet seit jeher vor allem der Satire eine Menge Zündstoff. Wenn dabei die einzelnen Typen so bis ins Detail durchdacht sind wie in diesem Schweizer Schmunzelfilm, ist das Vergnügen gesichert. Dass die eidgenössische Gründlichkeit manches ein bißchen in die Länge zieht, ist nur ein kleiner Schönheitsfehler. Hanne Wieder als Chikita ist von explosivem Charme. Köstlich neben ihr die "braven Stadtväter", die, nachdem sie in Chikitas Vergangenheit geschnüffelt haben, einen Happen "Dolce Vita" zu ergattern hoffen. Gustav Knuth und Charles Regnier sah man schon lange nicht mehr so lebensecht. Einmalig daneben Max Haufler als wildgewordener Burgeois. Regisseur Karl Suter hält - trotz einiger Längen im Dialog - das für die kontinuierliche Unterhaltung erforderliche Spieltempo. Man sollte diesem Film des "leisen Humors" eine durchgreifende Werbung angedeihen lassen. Der Titel allein - wenn auch sinngemäß richtig - besitzt nicht genügend Anziehungskraft" (Film-Echo)

Film-Echo-Note: 6,0 (15 Meldungen)

Giacco Offline



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18.08.2023 13:11
#194 RE: Verschollen? Vergessen? - Filmraritäten Zitat · Antworten

DAS GESCHLECHT DER ENGEL - (IL SESSO DEGLI ANGELI)
Italien/BRD (1967) - R: Ugo Liberatore - DE: 9.10.1970 - FSK 18 - V: Alpha
Prod.: Cinematog, Rom (70%) / Franz Seitz, München (30%)
Darsteller: Doris Kunstmann, Rosemary Dexter, Bernard de Vries, Laura Troschel, Giovanni Petrucci, Hans Jürgen Neumann



Nora, Nancy und Carla, drei Freundinnen, die alle aus reichem Elternhaus stammen, starten mit der Yacht von Noras Vater zu einer Wochenend-Kreuzfahrt, um es mal so richtig krachen zu lassen. Mit dabei ist der Medizinstudent Marco, der sich von den Mädchen in der Hoffnung auf ein Sex-Abenteuer an Bord locken ließ. Alles beginnt zunächst noch harmlos mit erotischen Spielchen und Alkohol. Doch Nancy hat für den Ausflug LSD besorgt und so kommt es bald zu einer Rauschgift-Orgie, bei der alle Hemmungen fallen. Dabei wird Marco durch einen Schuss verletzt. Wie es dazu kam, weiß hinterher keiner von ihnen. Damit Marco nicht verblutet, müsste man sofort einen Hafen ansteuern. Doch Nora und Nancy möchten Komplikationen mit der Polizei vermeiden.

Unter dem Titel "LSD - Pforten zur Hölle" wurde der Film zunächst vom Nora-Verleih in der Staffel 1968/69 angekündigt, ist aber nicht erschienen. In die deutschen Kinos kam er erst im Herbst 1970 im Verleih von Alpha-Film. Doris Kunstmann, die damals am Beginn ihrer Karriere stand und als "die Blonde mit dem Botticelli-Blick" tituliert wurde, hatte ein dreijährige Beziehung mit dem italienischen Regisseur Ugo Liberatore und lebte mit ihm zusammen in Rom. Der Soundtrack stammt von Giovanni Fusco. Beim deutschen Publikum stieß der Film nur auf wenig Interesse.

"Der Film ist in all seiner Bösartigkeit vordergründig angelegt und fesselt raffiniert durch ein zentrales Spannungsmoment: Man will wissen, was in der Rauschnacht nun wirklich passiert ist. Man erfährt es nicht. Dass das Tonband, mit dem die Geschehnisse jener Nacht aufgezeichnet wurden, von einem der Mädchen gelöscht wird, ehe es jemand abhören kann, ist zwar logisch und konsequent, lässt den Zuschauer aber unbefriedigt. Man ist frustriert. (Film-Echo)

"Erbärmlich inszenierte Kolportage." (Filmdienst)

Film-Echo: keine 10 Meldungen

Giacco Offline



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25.08.2023 12:25
#195 RE: Verschollen? Vergessen? - Filmraritäten Zitat · Antworten

REIFENDE JUGEND
BRD (1955) - R: Ulrich Erfurth - DE: 15.9.1955 - FSK 12 - V: Argus/Rheinischer/Hamburg
Prod.: Concordia-Film, Berlin (Gerhard Biller)
Darsteller: Matthias Wiemann, Albert Lieven, Christine Keller, Maximilian Schell, Adelheid Seeck, Charles Brauer, Klaus Barner, Kurt Vespermann, Brigitte Grothum, Harald Giese



Aus wirtschaftlichen Gründen muss die 16jährige Regine Albing die Schule verlassen. Anschließend arbeitet sie in einem Büro und bereitet sich in Abendkursen auf die schulische Abschlußprüfung vor. Nach dem Umzug in eine andere Stadt, erhält sie dort die Möglichkeit, auf dem Goethe-Gymnasium, einer reinen Jungenschule, in die Prima aufgenommen zu werden, um das Abitur nachzuholen. Gleich der erste Schultag hält eine Überraschung bereit: Regine und ihr Klassenlehrer, Studienrat Crusius, kennen sich. Vor einem Jahr hatten sie eine kurze Urlaubsaffäre, die Crusius aber abrupt beendete. Regine freut sich über die Wiederbegegnung, doch Crusius befürchtet Komplikationen und verhält sich äußerst zurückhaltend. Bei ihren Klassenkameraden ist Regine schon bald sehr beliebt. Sie und der Primaner Jürgen Sengenbusch kommen sich näher. Doch Mißverständnisse und Eifersucht sorgen für Konflikte.

"Reifende Jugend" basiert auf dem Schauspiel"Die Reifeprüfung" von Max Dreyer und wurde 1955 im Filmatelier Göttingen hergestellt. Zu den Mitwirkenden gehören echte Göttinger Lehrer der Brüder-Grimm-Schule. Sie hatten dafür sogar einen Teil ihrer Sommerferien geopfert. Über Christine Keller, die die Regine spielt, ist nichts bekannt. Auftritte in weiteren Filmen scheint es nicht zu geben. Maximilian Schell war bereits 24 Jahre alt, als er die Rolle des Primaners Jürgen übernahm. 1958 wirkte er erstmals in einer Hollywood-Produktion ("Die jungen Löwen") mit. 1962 wurde er für seine darstellerische Leistung in "Das Urteil von Nürnberg" mit dem Oscar und dem Golden Globe ausgezeichnet. Ihr Leinwand-Debüt gibt hier Brigitte Grothum als Tochter des Hausmeisters. Als Studienrat Crusius ist Albert Lieven zu sehen. Er wirkte schon in der ersten Verfilmung des Stoffes mit, die 1937 ebenfalls unter dem Titel "Reifende Jugend" in den Kinos lief. Darin spielte er den Primaner Jürgen Sengebusch.

Filmplakat:

https://www.imdb.com/title/tt0142795/med...er/rm397825792/

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