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Dieses Thema hat 982 Antworten
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 Edgar-Wallace-Forum
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Count Villain Offline




Beiträge: 4.553

26.08.2022 10:39
#736 RE: Edgar Wallace - Heute vor... Zitat · Antworten

Also quasi eine Mischung aus "Der Zweck heiligt die Mittel" und "Der Erfolg gibt ihm Recht".

Havi17 Online




Beiträge: 3.668

27.08.2022 11:01
#737 RE: Edgar Wallace - Heute vor... Zitat · Antworten

Ulrich Beiger war ein echter Komödiant Sein Part z.B. in "Mit besten Empfehlungen " ist beispiellos hervorragend!

Gruss
Havi17
[small] We cannot solve the problems we have created with the same thinking that created them" Albert Einstein [/i]
"You will be assured in your thinking through people you know and search" B.H.
"Den Reifegrad einer Gesellschaft erkennt man daran, wie man mit dessen schwächsten Glied umgeht- den Alten und den Kindern" Hopi-Indianer
"Gefällt mir gut, daß Sie loyal sind - Eigentlich bin ich nur ehrlich" Rififi am Karfreitag [/small]

Peter Ross Offline



Beiträge: 1.928

28.08.2022 11:40
#738 RE: Edgar Wallace - Heute vor... Zitat · Antworten

Zitat von Havi17 im Beitrag #737
Ulrich Beiger war ein echter Komödiant Sein Part z.B. in "Mit besten Empfehlungen " ist beispiellos hervorragend!


Gibt es dazu zufällig irgendwo ein Video? Bei youtube habe ich nur einen Auftritt in der Sendung bei "Dalli Dalli" von 1983 gefunden.

Peter Ross Offline



Beiträge: 1.928

28.08.2022 11:49
#739 RE: Edgar Wallace - Heute vor... Zitat · Antworten



28.08.

Und das passierte heute vor vielen Jahren


- Vor 61 Jahren (28.08.1961): Drehbeginn "Die seltsame Gräfin" - ein Wallace Film unter der Regie von Josef von Báky. Es sollte sein letzter großer Kinofilm sein.
- Vor 32 Jahren (28.08.1990): Tod Richard Lauffen. Er starb im Alter von 83 Jahren und war bei "Der rote Kreis" zu sehen.
- Vor 17 Jahren (28.08.2005): Tod Hans Clarin. Die Stimme von "Pumuckl". Leider ist er im Alter von 75 Jahren verstorben. Seine Auftritt bei "Das indische Tuch" zählt sicherlich zu den ganz besonders großen Leistungen. Auch an "Zimmer 13" wirkte er mit.

Unsere morgige Darstellerin wirkte in fast 100 Filmen mit, wurde 94 Jahre alt und hatte auch zwei Wallace-Auftritte.

Havi17 Online




Beiträge: 3.668

28.08.2022 19:35
#740 RE: Edgar Wallace - Heute vor... Zitat · Antworten

Ja, bin gerade im Urlaub. Melde mich Anfang September

Gruss
Havi17
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Peter Ross Offline



Beiträge: 1.928

29.08.2022 06:17
#741 RE: Edgar Wallace - Heute vor... Zitat · Antworten



29.08.

Heute vor 13 Jahren ist Mady Rahl leider verstorben




Hinweis: Dieser Text enthält Spoiler.
Mady Rahl - die gewesene Diva
Die Berlinerin Mady Rahl war einst attraktive Tänzerin und für ihre Zeit recht freizügiger UFA-Star gewesen. „Gewesen!“ , wird ihr in „Der Hund von Blackwood Castle“ gesagt. Ab den 60iger Jahren war genau das ihr Fach. In der Mitte des Lebens, immer noch attraktiv, aber nicht mehr so jung und makellos wie zum Beispiel Karin Dor in „Der Fälscher von London“ , ist dann Rahls Filmehemann Victor de Kowa auch unverblümt hinter Karin Dor her. Aber Mady Rahls Figuren haben bei aller Bitterkeit oft die Power, sich dem traurigen Schicksal des „abgeschrieben sein“ entgegen zu stemmen. Der Frauen-Bass, der auf den Konsum von vielen Stangen Zigaretten im schon lange währenden Leben schließen lässt, verleiht ihren Figuren etwas verwegenes und aufbäumendes. „Die hat gelebt!“ könnte man da zurecht vermuten. In „Der Hund von Blackwood Castle“ will sie als alt gewordenes und heruntergekommenes Glamour-Starlet dann endlich das Geld aus dem Erbe ihres Mannes an sich reißen um ihren zwangsläufigem Niedergang zu entkommen. Filmtochter Karin Baal ist befremdet angesichts der Rauheit ihrer Mutter, die vom Drehbuch dann auch konsequent mit dem Tod bestraft wird. Besonders bitter ist ihr Schicksal in dem Victor-Gunn-Krimi „Das Wirtshaus von Dartmoor“. Als Ehefrau nicht mehr gebraucht, weil ihr Mann sowieso mit der jüngeren Kellnerin sein weiteres Leben verbringen möchte, wird sie völlig mitleidlos grausam ermordet. Meiner Meinung nach einer der grausamsten Morde im deutschen Kriminalfilm der 60iger Jahre.
Eine beeindruckend gute Leistung zeigt sie in der Kommissar-Folge „Ein Funken in der Kälte“ als alt gewordene Prostituierte, die verzweifelt versucht, sich ihrem Schicksal entgegen zu stemmen.
Bei weitem nicht jede Schauspielerin möchte so etwas spielen müssen. Immerhin wird für jede Rolle der eigene Körper gezeigt.
Es macht Mady Rahl sympathisch und zeigt ihre bewundernswerte Größe, den Mut und die Kraft zu haben, solch ein bitteres Rollenfach auszufüllen: ihre verblühende Attraktivität und das „nicht mehr gebraucht werden“ darzustellen. Chapeau!!!
Dieser Inhalt wurde von @fritz k zur Verfügung gestellt. Vielen Dank!

Mady Rahl ist am 03.01.1915 geboren. Gestorben ist sie am 29.08.2009 im hohen Alter von 94 Jahren. Das war heute vor 13 Jahren.

Unser morgiger Darsteller feierte seinen Durchbruch in einem Abenteuervierteiler von 1964.

Dr. Oberzohn Offline



Beiträge: 592

29.08.2022 08:44
#742 RE: Edgar Wallace - Heute vor... Zitat · Antworten

Eine gleichgeartete Rolle, die der verblühten Zirkus-Schönheit, wegen der sogar ein Eifersuchtsmord geschah, spielte sie auch in Die weiße Spinne. Wobei ihr Ende durch die Drahtschlinge auch sehr unschön war.

Havi17 Online




Beiträge: 3.668

29.08.2022 12:11
#743 RE: Edgar Wallace - Heute vor... Zitat · Antworten

@fritz k Erneut sehr treffend beschrieben, vielen Dank!
In "Die lustigen Vagabunden" spielt Sie eine für diese Zeit absolut emanzipierte Rolle mit einem ebenso honorieren Ausgang.

Gruss
Havi17
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Peter Ross Offline



Beiträge: 1.928

30.08.2022 07:33
#744 RE: Edgar Wallace - Heute vor... Zitat · Antworten



30.08.

Robert Hoffmann hätte heute seinen 83sten Geburtstag gefeiert




Hinweis: Dieser Text enthält Spoiler.
Robert Hoffmann (1939-2022) - Der gequälte Schönling
In seinen Filmen immer blendend aussehend, oft aalglatt, fast oberflächlich wirkend, schwer zu fassen, aber gleichzeitig in vielen Rollen auch sehr hart bestraft: Robert Hoffmann aus Salzburg, einer der wenigen deutschsprachigen Darsteller in internationalen Filmproduktionen.
Hoffmanns durchschlagender Erfolg war 1964 die Titelrolle in dem frühen Walter-Ulbrich-Fernseh-Vierteiler „Robinson Crusoe” (eigentlich: “Die seltsamen und einzigartigen Abenteuer des Robinson Crusoe aus York, berichtet von ihm selbst”). Parallel hatte Hoffmann, der zu dieser Zeit in Paris lebte und sein Geld als Model verdiente, auch schon eine größere Nebenrolle in zwei der damals überaus erfolgreichen “Angelique”-Filme. Rialto-Produzent Horst Wendlandt war immer erpicht auf neue Stars und seiner Aufmerksamkeit war Robert Hoffmann nicht entgangen. Ein in manchen Momenten übernatürlich schöner Mann, der gerade deshalb auch etwas künstlich oder unwirklich erschien (wie auch Thomas Fritsch, Helmut Berger oder Terence Stamp in England oder aber Werner Schulenburg in mancher “Derrick”-Folge) - gab es da eine geeignete Rolle in einem Edgar-Wallace-Film? Wendlandt engagierte ihn für „Neues vom Hexer“ als vom Hexer gehetzten aristokratischen Mörder Archie Moore, kalt und berechnend, dann wieder unter großem Druck mit Angstschweiß auf der Stirn. Zur Hälfte des Films ist diese Figur längst Opfer geworden. Nicht dass Robert Hoffmann später nicht noch erheblich bessere Rollen gespielt hätte, empfinde ich ihn hier als doch bemerkenswert, weil dieser Typ tatsächlich innerhalb des Wallace-Kosmos nicht so häufig zu finden ist.
In „Top Job -Diamntenraub in Rio“ (1967) - um mal ein gelungenes Beispiel herauszunehmen - wird Hoffmanns Rollenfach wesentlich deutlicher: er ist der fast sympathische Verführer, dabei aber doch aalglatt und verlogen. Klar, so einer muss sein Fett wegkriegen, damit dürfte wohl jeder Zuschauer einverstanden sein, doch es überrascht, dass es den Gigolo so hart trifft. Mit Hilfe von Klaus Kinski findet er einen grausamen Tod. Auch privat sollen Kinski und Hoffmann gar nicht gut miteinander ausgekommen sein. Solch einen Beau konnte Kinski in seinem Radius wohl nur schwer ertragen. Es ist sehr nobel, dass Robert Hoffmann diesbezüglich in Interviews absolut keine schmutzige Wäsche gewaschen hat. Aber irgendwie wünscht sich die böse Publikumsseele wohl doch, dass eine Erscheinung wie Robert Hoffmann übelst bestraft werden muss. Viele Filme erfüllten diesen Wunsch gerne und tatsächlich wirken diese Hoffmannschen Figuren auch gerade wohl deswegen so einprägsam und kultig. Erwähnenswerte weitere Filme: „Der Lügner und die Nonne“ (1967), „Mord im schwarzen Cadillac“ (1969) und die Giallos „Die Nacht der rollenden Köpfe“ (1973) und “Spasmo” (1974).
In den Ludwig-Ganghofer-Filmen der 1970iger Jahre war der österreichische Schauspieler in beinahe seiner Heimatwelt auch wieder einmal mehr als ein Held zu sehen, dem sehr böse mitgespielt wird: „Schloß Hubertus“(1972) von Harald Reinl und „Der Edelweißkönig“ (1975) von Alfred Vohrer. Hier gibt es selbstredend immer ein Happy End. Diese in der Filmliteratur viel zu ignorierten und viel zu unterschätzten Filme nutzen sehr geschickt Robert Hoffmann als einen Darsteller von fast mythischen Heldenfiguren. Mir fällt kein Schauspieler ein, der hier auf gleichem Level geliefert haben könnte.
Privat wurde der erfolgreiche Star analog zu manchem Film genauso hart getroffen: nach falscher Behandlung wegen eines Unfalls im Jahr 1970 war er stark bewegungseingeschränkt und hätte um ein Haar eine Beinamputation erleben müssen. Auch wenn er knapp davon gekommen ist, war er seitdem viel steifer, als es in Filmen den Anschein hatte.
Der Salzburger Robert Hoffmann war einer der wenigen deutschsprachigen Schauspieler, die im internationalen Kino gut beschäftigt waren, aber dafür andererseits selten im deutschen Fernsehen auftraten. Das dürfte der Grund sein, dass hierzulande nur noch wenige wissen, von wem die Rede ist; seine Spur verliert sich im Nirvana des Eurofilms der 1970er Jahre. Der Kosmopolit lebte in Paris, Rom, Madrid und Salzburg, sprach fließend deutsch, englisch, französisch, italienisch und spanisch, verbrachte seine Zeit gern mit Freunden und Frauen und liebte Cafés und Restaurants in Rom oder Madrid. Hierzulande interessierte es schließlich kaum jemanden, als die Meldung kam, dass er am 4. Juli 2022 in seiner Heimatstadt Salzburg gestorben ist.
Dieser Inhalt wurde von Hans-Jürgen Osmers (@fritz k) zur Verfügung gestellt. Vielen Dank!

Robert Hoffmann wurde am 30.08.1939 geboren. Seinen heutigen 83sten Geburtstag hat er leider nicht mehr erlebt.

Weitere Ereignisse:
- Suzanne Roquette (geboren 30.08.1942, leider 2020 verstorben)

Unser morgiger großartiger Darsteller hatte bei Wallace nur einen Auftritt in einer häufig als blass gesehenen Rolle als Inspektor.

Havi17 Online




Beiträge: 3.668

30.08.2022 12:56
#745 RE: Edgar Wallace - Heute vor... Zitat · Antworten

Danke auch hier wieder für das "Aufwecken". In der Tat ich kann mich noch gut an Top Job erinnern, er spielte hervorragend!

Gruss
Havi17
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Count Villain Offline




Beiträge: 4.553

30.08.2022 15:27
#746 RE: Edgar Wallace - Heute vor... Zitat · Antworten

Eigentlich ist er in "Neues vom Hexer" auch unter Wert verkauft worden. Ich hätte ihn mir sehr gut anstelle von Hartmut Reck im Mönch vorstellen können.

Havi17 Online




Beiträge: 3.668

30.08.2022 17:31
#747 RE: Edgar Wallace - Heute vor... Zitat · Antworten

Absolut!

Gruss
Havi17
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Peter Ross Offline



Beiträge: 1.928

31.08.2022 00:05
#748 RE: Edgar Wallace - Heute vor... Zitat · Antworten



31.08.

Harry Meyen hätte heute seinen 98sten Geburtstag gefeiert




Hinweis: Dieser Text enthält Spoiler.
Harry Meyen (1924-1979)
Bitter war es oft im Leben für den hochbegabten, schwierigen und ständig unter Migräne leidenden Schauspieler und Regisseur Harry Meyen. Mit 18 Jahren kam er in KZ, weil er aus einer jüdischen Familie stammte. Als etablierter Theaterschauspieler hatte er in den 50iger und 60iger Jahren zwar immer wieder Filmangebote, aber seine zugleich etwas schwermütige und intelligente Ausstrahlung schien bestimmt zu sein für grüblerische oder eckige Charaktere. So waren es meist Rollen in zweiter Reihe, vor allem ausgerechnet als Nazi-Scherge brillierte er immer wieder. „Mörderspiel“ (1961) ist für Krimifans eine echte Abwechslung , da man einmal weit abseits von Mönchen und Nebel umwallten Gemäuern etwas völlig anderes versucht. Kein anderer als Harry Meyen beeindruckt hier als Mörder, und da der Film sich fast im französischen Chabrol-Stil gibt und aus der Sicht des Mörders erzählt wird, ist endlich einmal eine Hauptrolle für den Melancholiker drin.
In den 60iger Jahren bahnte sich für Harry Meyen eine immer größer werdenden Theaterkarriere als Regisseur an und er heiratete in zweiter Ehe Romy Schneider, mit der er auch ein Kind hatte. Doch während Romy Schneider immer mehr zum Weltstar mutierte, schließlich in Frankreich lebte und Affären mit interessanten Männern hatte, wurden Harry Meyen immer mehr Misserfolge als Regisseur beschieden und der Pechvogel wurde zunehmend nur als Romy Schneiders Anhängsel betrachtet. Leider war es keine gute Idee, Depressionen und Leere mit Hochprozentigem und Medikamenten zu lindern und nach endgültiger Scheidung und Trennung vom Kind hatte er seinen Alkohol- und Tablettenkonsum schließlich gar nicht mehr im Griff und erhängte sich 1979 an der Feuerleiter seines Hauses in Hamburg.
Bitter ist auch, dass in Edgar-Wallace-Fan-Kreisen Harry Meyen immer wieder als Fehlbesetzung in der Rolle des Inspektor Angel in „Die Gruft mit den Rätselschloss“ gesehen wird. Ich möchte eine Lanze für ihn brechen: er war sehr gut besetzt, er hatte genau die Ambivalenz, die Edgar Wallace dem Inspektor gegeben hat! Es geht aufs Konto des schwachen Regisseurs und Drehbuchautors, dass Inspektor Angel in so einem belanglosen und zusammen gestuztem Nirvana landete.
Harry Meyen spielte mehrfach in Fernsehkrimis intelligent, autoritär, grüblerisch, eckig, melancholisch aber auch dekadent wirkende Männer, die mal mehr und mal weniger verbrecherisch waren, so zum Beispiel in „Die fünfte Kolonne“, dreimal „Der Kommissar“ und zweimal „Derrick“.
Eine letzte Kracherrolle hatte er in der grandiosen Der-Alte-Folge „Toccata und Fuge“ als genialischer Mörder. Aber der Mörder geht trotz seiner Intelligenz bitter zugrunde - wegen der Liebe zu einer Frau, die ihn nicht mehr braucht.
Dieser Inhalt wurde von Hans-Jürgen Osmers (@fritz k) zur Verfügung gestellt. Vielen Dank!

Harry Meyen wurde am 31.08.1924 geboren. Das war heute vor 98 Jahren.

Weitere Ereignisse:
- 31.08.1986: Tod Karl Otto Ragotzky (Seargent Holder in "Die Bande des Schreckens")
- 31.08.1993: Tod Siegfried Schürenberg

Morgen geht es mit Patricia Marion weiter.

Savini Offline



Beiträge: 618

31.08.2022 09:01
#749 RE: Edgar Wallace - Heute vor... Zitat · Antworten

Zitat von Peter Ross im Beitrag #748
Mit 18 Jahren kam er in KZ, weil er aus einer jüdischen Familie stammte. (...) So waren es meist Rollen in zweiter Reihe, vor allem ausgerechnet als Nazi-Scherge brillierte er immer wieder.

DAS ist wirklich makaber und gruselig! Sobald mir sein Schicksal klar war, war es unbehaglich, ihn in "Des Teufels General" als anfangs vom Nationalsozialismus überzeugten Leutnant Hartmann und in "Spion zwischen zwei Fronten" in SS-Uniform (!) zu sehen.
Den Verantwortlichen dürfte das aber zu dieser Zeit nicht bewusst gewesen sein, da Meyen (wie ich mal in einem Interview las) über sein Schicksal lange nicht reden wollte und selbst enge Freunde davon oft nichts wussten.

Jan Offline




Beiträge: 1.731

31.08.2022 11:22
#750 RE: Edgar Wallace - Heute vor... Zitat · Antworten

Zitat von Peter Ross im Beitrag #748

Ich möchte eine Lanze für ihn brechen: er war sehr gut besetzt, er hatte genau die Ambivalenz, die Edgar Wallace dem Inspektor gegeben hat! Es geht aufs Konto des schwachen Regisseurs und Drehbuchautors, dass Inspektor Angel in so einem belanglosen und zusammen gestuztem Nirvana landete.


Dem stimme ich zu, und ich glaube auch, dass diejenige, die ihn als fehlbesetzt bezeichnen, häufig vielmehr meinen, dass er gegen die bzw. ihre Sehgewohnheiten und -erwartungen besetzt ist. Das ist er nämlich vermutlich auch, aber es ist aus meiner Sicht eine mutige wie sehenswerte Abweichung vom gängigen Serienmuster. Leider hatte F.J. Gottlieb tatsächlich seine Schwierigkeiten, einmal von Harald Leipnitz abzulassen und das Interesse mehr auf diese durchaus interessante Rolle zu lenken.

Zitat von Peter Ross im Beitrag #748

Eine letzte Kracherrolle hatte er in der grandiosen Der-Alte-Folge „Toccata und Fuge“ als genialischer Mörder. Aber der Mörder geht trotz seiner Intelligenz bitter zugrunde - wegen der Liebe zu einer Frau, die ihn nicht mehr braucht.


Hier habe ich immer ein lachendes und ein weinendes Auge, denn die Episode ist in puncto bizarrer Andersartigkeit ganz sicher etwas Besonderes. Wie "Tod einer Zeugin" (Brynych/Der Kommissar) polarisiert sie vermutlich wie keine zweite Lowitz-Episode. Man liebt sie oder man hasst sie. Ich tendiere zu ersterem. Dennoch ist stets das erste, an das ich im Zusammenhang mit "Toccata und Fuge" denke, diese eine Harry-Meyen-Einstellung, die sein ganzes tragisches Schicksal irgendwie bildlich werden lässt: In dieser Einstellung soll sich Meyern, der Berichten zufolge ohnehin nur noch am Vormittag und unter Zuhilfenahme des Regisseurs drehen konnte, sitzend auf einem Sofa in seiner Wohnung eine Zigarette anstecken. Wirkt er den gesamten Film hindurch schon diffus-abwesend, so ist er es in dieser Einstellung ganz besonders. Die Zigarette fällt ihm nämlich wieder aus dem Mund. Wolfgang Becker beließ das im fertigen Film - warum auch immer. Vielleicht war zu diesem Take nichts Besseres mehr zu bekommen.

Gruß
Jan

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