Sie sind vermutlich noch nicht im Forum angemeldet - Klicken Sie hier um sich kostenlos anzumelden Impressum 
Forum Edgar Wallace ,...



Sie können sich hier anmelden
Dieses Thema hat 985 Antworten
und wurde 48.942 mal aufgerufen
 Edgar-Wallace-Forum
Seiten 1 | ... 29 | 30 | 31 | 32 | 33 | 34 | 35 | 36 | 37 | 38 | ... 66
Savini Offline



Beiträge: 619

17.05.2022 11:57
#496 RE: Edgar Wallace - Heute vor... Zitat · Antworten

Zitat von Peter Ross im Beitrag #495
Wobei ich bei blass schnell an Harry Meyen gedacht hätte, zumindest was Gruft angeht.

Bei Meyen könnte man es noch damit entschuldigen, dass es in der "Gruft" bis kurz vor Schluss so wirkt, als sei Leipnitz die Hauptfigur. Der bewusste andere Herr steht in "seinem" Film deutlich stärker im Zentrum.

Jan Offline




Beiträge: 1.734

17.05.2022 13:11
#497 RE: Edgar Wallace - Heute vor... Zitat · Antworten

Ich habe bei "blass" auch zunächst an Harry Meyen gedacht. Der Betreffende kam mir erst nach längerem Grübeln in den Sinn, was schon einiges darüber aussagt, wie er mir im Gedächtnis blieb, obschon ich jenen bei einem jüngsten Wiedersehen des Films tatsächlich überzeugender fand als in meiner Erinnerung festgesetzt.

Gruß
Jan

Peter Ross Offline



Beiträge: 1.930

18.05.2022 07:43
#498 RE: Edgar Wallace - Heute vor... Zitat · Antworten



18.05.

Adrian Hoven hätte heute seinen 100sten Geburtstag gefeiert




Ein vielbeschäftigter österreichischer Filmstar ist am 18.05.1922 geboren: Adrian Hoven. Als Held und Liebhaber war er in den 50er Jahren in einer Reihe an Heimatfilmen zu sehen. Aber sein Genre war vielschichtig. Über Kriegsfilme und Kriminalfilme kam er später zu Horror- und Erotikfilmen.
Uns Wallace-Fans ist er aus dem Film "Das Rätsel der roten Orchidee" bekannt.

Hinweis: Dieser Text enthält Spoiler.
Das Rätsel der roten Orchidee - Eva Kant trifft Dracula
Die englisch-deutsche Co-Produktion „Das Geheimnis der gelben Narzissen“ (1961) war der bis dahin erfolgreichste Edgar-Wallace-Film gewesen, also musste 1962 etwas vergleichbares her. Wieder etwas mit farbigen Blumen, wieder etwas mit Geheimnis und wieder etwas mit Christopher Lee.
Diesmal gibt es ein Haufen neuer Leute vor und hinter der Kamera. Man muss natürlich auch Neues ausprobieren, damit man sich nicht zu sehr wiederholt. Das wusste wohl auch Produzent Horst Wendlandt und der hatte 1962 mehrfach den Mut dazu. Sein größter Coup war die Produktion des Karl-May-Blockbuster „Der Schatz im Silbersee“ und damit der Startpunkt zur außerordentlich erfolgreichen Karl-May-Filmwelle. Gelungen war auch die Einführung eines Pendants zu Joachim Fuchsberger mit Heinz Drache als alternativen Inspektor und mit Siegfried Schürenberg die Premiere des zukünftigen Scotland Yard-Chef.
Sagen wir es gleich - leider haben neue Impulse bei „Das Rätsel der roten Orchidee“ nicht so gut funktioniert. Der hervorragende Kameramann Helmuth Ashley hatte schon zwei sehr anständige Kriminalfilme inszeniert und schien ein neuer Regisseur für dieses Genre werden zu können. Allerdings dürfte bei dem sehr betulichem Pater-Brown-Krimi „Das schwarze Schaf“ (1960) in Wirklichkeit Starschauspieler Heinz Rühmann das Zepter in der Hand gehabt haben. Der hervorragende Krimi „Mörderspiel“ (1961), Ashleys vielleicht bester Film, ist ein psychologisches Kammerspiel - stilistisch das Gegenteil von einem Wallace-Krimi. Es fehlte hier für einen Edgar-Wallace-Krimi einfach die Gestaltungsfantasie. Ashley wechselt bald zum Fernsehen und seine Inszenierungen sind auch in Zukunft immer zuverlässig solide, aber zugleich sehr brav. Als ehemaliger Kameramann wird er bei Fernsehkrimireihen wie „Der Kommissar“, „Sonderdezernat K1“ oder „Derick“ oft für die Action-lastigeren Episoden eingesetzt. Nach dem Roman „Gangster in London“ gedreht, gibt es auch im Orchideen-Film einige Action-Möglichkeiten, aus denen aber leider wenig Spannung erfolgt. Dass so etwas auch in Deutschland gedreht werden kann, zeigt uns später zum Beispiel Harald Reinl mit seinem Jerry-Cotton-Trasher „Dynamit in grüner Seide“. Ok, Horst Wendlandt wollte in diesem Fall mal etwas Richtung Kriminalkomödie ausprobieren, aber der teilweise recht schlichte Humor blieb ausgesprochen harmlos.
Wie schon bei „Das Geheimnis der gelben Narzissen“ gibt es in „Das Rätsel der roten Orchidee“ weder Rätsel noch Geheimnis. Das ist eigentlich das größte Problem des Films. Man kann sich entspannt vor Leinwand oder Bildschirm zurücklehnen und die Aktionen vorbeiplätschern lassen. Die Fehde zwischen den Gangsterbanden gibt ein paar hübsche parodistische Bilder, im Stil einer Farce werden laufend Erpressungsopfer oder Gangster ermordet und der brave Inspektor schaut ab und zu bei der schönen Marisa Mell vorbei, um dort wie ein ungelenker Pennäler herumzustehen und zu warten - bis zum Ende des Films. Pinkas Braun wäre doch für die Mell viel aufregender gewesen! Ein Wunder, dass sie nicht ihn bevorzugt. Zweimal hab ich den Film mit Frauen gesehen, beide Frauen hätten sich sofort für Pinkas Braun entschieden. Die Leidenschaft zwischen den Hauptdarstellern Joachim Fuchsberger und Brigitte Grothum im vorherigen Films „Die seltsame Gräfin“ war um einige Grade intensiver als zwischen Mell und Hoven. Marisa Mell provoziert schnippisch, aber erotische Spannung will sich trotzdem nicht einstellen. Die Mell wird sich später in „Gefahr: Diabolik!“ besser in Szene setzen können und dann auch tatsächlich den Gangster als Lover bevorzugen.
Aber! Es gibt ja auch noch einen Hauptdarsteller! Christopher Lee ist extra aus England angereist, um einen noch genialeren Ermittler als den üblichen Inspektor zu spielen. Was man daran gut finden kann, ist lediglich das Wiedersehen mit dem sympathischen Christopher Lee, der so faszinierend Dracula und andere exzentrische Rollen gespielt hat. Ein Lob für seine Vampir-Darstellung! Doch das ist der falsche Film. Vergessen wir einmal für unseren Film seine Schauspielperformance als Captain Allerman und konzentrieren uns lieber auf sein unglaubliches Sprachtalent, denn er führt uns vor, dass er erstaunlich gut deutsch sprechen kann. Dracula mit Originalstimme!
Alle anderen Schauspieler bleiben brav und souverän in dem Rollenklischee, das wir von ihnen erwarten. Kinski ist vergleichsweise blass und Pinkas Braun am stärksten. Wolfgang Büttner nuanciert viel feiner als Hoven und Lee, Fritz Rasp wiederholt noch ein letztes Mal seine typische Wallace-Rolle, Eric Pohlmann ist Bilderbuch-Gangster, Christiane Nielsen ist Bilderbuch-Blondine und Eddi Arent klamaukt ein bisschen alberner als sonst.
Und so läuft dann alles auf den wenig überraschenden Schluss zu.
Gute Musik, ein guter Drehbuchautor, ein buntes Darstellerensemble und dennoch ein langweiliger Film. Man muss wohl Helmuth Ashley dafür verantwortlich machen. Allerdings war es wohl auch keine leichte Aufgabe, einen Wallace-Film als Gangsterfilmfarce dazu mit ungewohntem Darstellerensemble auf die Beine zu stellen. Insofern kann man das auch Wendlandt anlasten. Aber der hat andererseits 1962 mit viel Mut auch so Geniales auf die Beine gestellt, dass man ihm mal ein weniger durchschlagendes Experiment verzeihen muss.
Dieser Inhalt wurde von @fritz k zur Verfügung gestellt. Vielen Dank!

Adrian Hoven ist am 08.04.1981 verstorben. Geboren wurde er am 18.05.1922. Heute wäre ein besonderer Tag für ihn. Hoven hätte seinen 100sten Geburtstag gefeiert.

Weitere Ereignisse:
- Geburt Heinz Funk (18.05.1915)

Und Sonntag geht es mit einer hübschen Darstellerin weiter, die später auch als Fernsehansagerin aktiv war.

Savini Offline



Beiträge: 619

18.05.2022 08:23
#499 RE: Edgar Wallace - Heute vor... Zitat · Antworten

Zitat von Peter Ross im Beitrag #498
Und Sonntag geht es mit einer hübschen Darstellerin weiter, die später auch als Fernsehansagerin aktiv war.

Vermute ich richtig, dass auf deutscher-Tonfilm bedauert wurde, dass sie nie den Wallace-Film anmoderierte, in dem sie (unter Pseudonym) mitgespielt hatte?

Peter Ross Offline



Beiträge: 1.930

22.05.2022 08:33
#500 RE: Edgar Wallace - Heute vor... Zitat · Antworten



22.05.

Eva Anthes feiert heute ihren 85sten Geburtstag




Eva Anthes, geboren als Elftraud „Elfi“ Marie Elisabeth Wilhelmina Ulrike von Kalckreut, nutzte ihren Künstlernamen nur für eine kurze Karriere einiger Filme um das Jahr 1960. So spielte sie als Ella Bennet das hübsche Mädchen vom Lande im ersten Edgar-Wallace-Film "Der Frosch mit der Maske". Kein Wunder also, dass sie gleich von Jochen Brockmann und Joachim Fuchsberger begehrt wird. Dennoch wahrt sie das sittenhafte Leben, schließlich bietet der Film mit Eva Pflug als Lolita direkten Kontrast mit Strapse und nackter Haut.
Eva Anthes ist gewissermaßen Vorreiterin eines Typus Frau, der uns in den folgenden Verfilmungen immer wieder begegnet. Schade, dass sie in keinem weiteren Film zu sehen war. Aber offenbar änderte sich auch ihre persönliche Entwicklung, so dass sie nach nur wenigen Filmen schließlich zur Fernsehansagerin avancierte. Darüber hat sie auch vor 5 Jahren in einem WDR5-Radio-Interview berichtet (Quelle: https://www1.wdr.de/radio/wdr5/sendungen...kreuth-100.html). Zudem war sie in Musikshows beschäftigt und u.a. als Leiterin vom Dienst und Redakteurin eingesetzt.
Ab den 90er Jahren setzte sie sich verstärkt sozial ein und arbeitete unter anderem ehrenamtlich für die Hospizbewegung.

Eva Anthes kann heute ihren Geburtstag feiern. Geboren ist sie am 22.05.1937. Das war heute vor 85 Jahren.

Weitere Ereignisse:
- Bereits gestern vor 37 Jahren ist Kurt Waitzmann verstorben.

Und morgen geht es mit einem traurigen Ereignis vor 120 Jahren weiter.

Peter Ross Offline



Beiträge: 1.930

23.05.2022 07:41
#501 RE: Edgar Wallace - Heute vor... Zitat · Antworten



23.05.

Eleanor Claire Hellier wurde am 23.05.1902 geboren


Eleanor Claire Hellier war die erst geborene Tochter von Edgar Wallace und seiner ersten Frau Ivy Maude Caldecott. Für die beiden muss der 23.05.1902, der Tag ihrer Geburt, zunächst ein sehr glücklicher Tag gewesen sein. Das Familienglück hielt allerdings nicht lange. Aufgrund einer Gehirnhautentzündung starb das Mädchen bereits vor ihrem ersten Geburtstag.

Eleanor Claire Hellier, erst geborene Tochter von Edgar Wallace, ist am 23.05.1902 geboren. Das war heute vor 120 Jahren.

Und am Donnerstag geht es mit einem Darsteller weiter, der in 3 Edgar-Wallace-Filme, einem Bryan-Edgar-Wallace-Film und einem Simmel-Film mitgewirkt hat. Natürlich fast immer Hauptrollen.

Havi17 Offline




Beiträge: 3.668

23.05.2022 23:02
#502 RE: Edgar Wallace - Heute vor... Zitat · Antworten

Kaum zu glauben, daß das früher leider oft der Fall war daß viele Kleinkinder starben.

Gruss
Havi17

Peter Ross Offline



Beiträge: 1.930

26.05.2022 09:18
#503 RE: Edgar Wallace - Heute vor... Zitat · Antworten



26.05.

Horst Tappert hätte heute seinen 99sten Geburtstag gefeiert




Hinweis: Dieser Text enthält Spoiler.
Horst Tappert - ein deutscher Ermittler
Durbridge, Pater Brown, „Die Gentlemen bitten zur Kasse“, Jerry Cotton, Edgar Wallace, „Perrak“, „Der Kommissar“, „Das Kriminalmuseum“ und schließlich die weltweit erfolgreichste deutsche Krimiserie „Derrick“ - Horst Tappert war immer als maßgeblicher Darsteller dabei.
Zunächst sah es so aus, als wenn der hochgewachsene schlanke Schauspieler mit den vollen Lippen und den Tränensäcken unter den Augen der Gangster schlechthin wäre. In dem Straßenfeger (und das war wirklich ein Straßenfeger!) „Die Gentlemen bitten zur Kasse“ (1966) über den legendären englischen Postraub 1963 spielte er den Chef-Gangster im feinen Zwirn. So sieht also ein echter Gangster mit Stil und Manieren aus, dachte man da in deutschen Wohnzimmern vor der Flimmerkiste. Tappert war mit einem Schlag m ganzen Land bekannt. Und er hatte sein Image weg. Am besten auf den Punkt kam das Image des eleganten Verbrechers in der geschmackvollen Kriminalmuseum-Folge „Die Reifenspur“ (1968), in der Horst Tappert einen üblen Modedesigner spielt.
Aber viel wichtiger für seine Karriere war der Gangster-Gastauftritt als Douglas Fairbanks (!) in dem Jubiläums-Edgar-Wallace-Film „Der Hund von Blackwood Castle“ (1968). Nicht, dass seine Rolle hier so brilliant gewesen wäre, viel entscheidender war, dass er jetzt seinen zukünftigen Lieblingsregisseur Alfred Vohrer kennenlernte und dieser seinen zukünftigen Star.
In Deutschland konnte man sich bis in die späten 60er Jahre als Inspektor nur einen relativ jungen Womanizer oder einen gutmütigen Onkel vorstellen. Fuchsberger, Drache, Felmy oder Wernicke, Fröbe, Engelmann. Doch Vohrer sah auch französische und amerikanische Filme, in denen ganz andere Ermittlertypen gehörig Eindruck machen konnten. Wichtig schien da eher zu sein, dass ein charismatisches und unverwechselbares Äußeres, eine gewisse männliche Härte und die Bereitschaft auf Typenfestlegung gegeben waren. Mit anderen Worten: Horst Tapperts Stunde war gekommen. In Vohrers letzten beiden Wallace-Filmen spielte Ex-Gangster Tappert dann auch diesen neuen Ermittlertyp. Und siehe da: Das funktionierte ziemlich gut, nur das Genre stimmte nicht mehr so ganz. Und die Edgar-Wallace-Filme kamen gerade stilistisch ohnehin ins Strudeln. Auch wenn Tappert es selbst ganz anders sah: er war als Ermittler kein englischer Gentleman-Typ, sondern viel mehr ambitionierter deutscher Bürger. Vohrer besetzte ihn abermals als Inspektor, nämlich in dem Film-Unikum „Sieben Tage Frist“ (1969) und dem Exploitation-Reisser „Perrak“ (1970). Jetzt passte es! Tappert war zynisch, hart, frech und trotzdem konventionell denkend und dabei typisch deutsch: moralisch, wertekonservativ und zuverlässig. Ein neuer Ermittler war geboren, einer, den man hierzulande als glaubhaften Inspektor akzeptieren konnte. Aber wo und was sollte er spielen? Vohrer konnte ihm nur bei Simmel die Rolle eines Rechtsanwaltes im Simmel-Erfolgsfilm „Und Jimmy ging zum Regenbogen“ (1970) anbieten. Ansonsten spielte er im Kino - seien wir ehrlich - nur Mist. Letzte Billigfilme unter dem inzwischen völlig unsinnigen Wallace-Etikett boten letztendlich nichts als die nächste Gage. Fast drohte der Ausverkauf seines Ruhms.
Also Fernsehen! In der ARD sah man in der Reihe Tatort erstmals verschiedene neue Ermittler-Typen. Und das ZDF brauchte eine Alternative zum Kommissar, zumal Erik Ode immer weniger Lust auf stets dieselbe Rolle hatte. Horst Tappert, der sich damals in der konservativen Welt des ZDF viel wohler fühlte als in dem progressiveren ARD-Milieu, hatte sich in den Vohrer-Filmen bereits als Ermittler einen Namen gemacht und so waren Helmut Ringelmann, der Produzent, und Herbert Reinecker, der Autor, beide sehr angetan von dem neuen Hauptdarsteller. Widerborstig, kantig, handlungsfähig sollte der Charakter sein, gespielt von einem professionellen Schauspieler, der im Gegensatz zu Erik Ode potentiell noch mehr Durchhaltevermögen haben sollte. Nach einigen Folgen schlug Tappert vor, Alfred Vohrer ins Boot zu holen und dieser inszenierte sofort einige der besten Derrick-Folgen, denn Vohrer hatte das seltene Talent, auch sehr komplexe Stories mit vielen Akteuren verständlich in einen Film zu gießen. Nach 16 Jahren Kino kamen jetzt 25 Jahre Derrick auf Horst Tappert zu. Weltweiter Erfolg für die Krimiserie, Tappert wurde zu einem der bekanntesten deutschen Schauspieler; Oberinspektor Derrick wurde als Instanz des Fernsehkrimis etwas ruhiger und sehr viel kontrollierter.
Ab den 1980er Jahren, noch deutlicher nach Alfred Vohrers Tod 1986, konnten allerdings sowohl Drehbuch als auch Darstellung nicht mehr verbergen, dass die verantwortlichen alten Männer in eine seltsam pastorale Welt voller Denkpausen abgedriftet waren, in eine betagte Langsamkeit, die altmodisch erschien und so für zahlreiche Parodien herhalten musste. Aber nun gut, die Serie Derrick hat immerhin ein gewisses Niveau über einen langen Zeitraum gehalten und fast dachte man schon, das es ewig so weitergehen würde. Das Ende der Serie fiel den Verantwortlichen wohl schwer und der bedauernswerte Oberinspektor des mittlerweile 75jährigen Tappert durfte nicht einmal in Pension gehen, sondern hatte weiterhin in Brüssel noch für Interpol zu arbeiten. Und da würde er wahrscheinlich heute noch mit philosophischer Methode in Reineckers Geschichten ermitteln, wenn Horst Tappert nicht bereits 2008 gestorben wäre.
Dieser Inhalt wurde von @fritz k zur Verfügung gestellt. Vielen Dank!

Horst Tappert ist am 13.12.2008 verstorben. Geboren wurde er am 26.05.1923. Das war heute vor 99 Jahren.

Weitere Ereignisse:
- Geburt Robert Morley (26.05.1908)
- Geburt Uta Levka (26.05.1942)
- Tod Hans Epskamp (26.05.1992)

Und unser morgiger dreifacher Wallace-Darsteller ist mit ca. 280 Filmen einer der meistbeschäftigten Darsteller weltweit.

Peter Ross Offline



Beiträge: 1.930

26.05.2022 10:03
#504 RE: Edgar Wallace - Heute vor... Zitat · Antworten

Die letzte Free-TV-Ausstrahlung von Derrick liegt mittlerweile fast 10 Jahre zurück. Offenbar tun sich die Programmverantwortlichen aufgrund der Berichte in den Medien über Horst Tappert schwer: https://www.focus.de/kultur/kino_tv/ss-v...id_5753614.html
Tappert gehörte der SS-Division Totenkopf in der Sowjetunion an. Wer sich genauer einliest, wird feststellen, dass die Einheit massiv mit Kriegsverbrechen der damaligen Zeit zu hatte.

Ob allerdings die Ableitung sein darf, pauschal daher Derrick nicht mehr zu senden, stelle ich doch arg in Frage. Würde dieses Prinzip gelten, dürfte man auch viele weitere Produktionen nicht mehr ausstrahlen. So hatte auch Reinecker keine rühmliche Vergangenheit.
Das ZDF hat sich jedenfalls entschieden "Der Alte" und "Der Kommissar" weiter in Wiederholungen zu senden, und Derrick eben nicht.

Savini Offline



Beiträge: 619

26.05.2022 12:15
#505 RE: Edgar Wallace - Heute vor... Zitat · Antworten

Auf Horst Tappert wäre ich anhand der vorherigen Umschreibung nie gekommen. Respekt!

Zitat von Peter Ross im Beitrag #503
Und unser morgiger dreifacher Wallace-Darsteller ist mit ca. 280 Filmen einer der meistbeschäftigten Darsteller weltweit.

Ich nehme an, in zwei der drei Wallace-Filme hörte man ihn mit seiner eigenen Stimme?

Mr Keeney Offline




Beiträge: 1.361

26.05.2022 20:17
#506 RE: Edgar Wallace - Heute vor... Zitat · Antworten

Beim heutigen Beitrag hat mich etwas überrascht, dass Erik Ode wohl zusehends weniger Lust auf seine Rolle als Kommissar gehabt habe. Dies hatte ich bisher immer komplett konträr in Erinnerung: ich meine mich zu erinnern, dass er seine Rolle sehr schätzte und dass er mindestens mal sehr gerne die 100 Folgen erreicht hätte und mehr oder weniger zum Aufgeben gezwungen wurde. So hatte ich es für mich zumindest immer abgespeichert. Entsprechend leicht ließ er sich dann ja offenbar auch zu „Sonne, Wein und harte Nüsse“ überreden. Diese Serie liegt mir übrigens schon seit Jahren auf DVD vor und ich habe sie noch immer nicht angetestet. 🙈

Richtig ist wohl, dass Lowitz im
Verlauf keinen Bock mehr auf den Alten hatte…

Georg Offline




Beiträge: 3.224

26.05.2022 21:59
#507 RE: Edgar Wallace - Heute vor... Zitat · Antworten

Du hast Recht was Erik Ode betrifft.
Ich war viele Jahre in freundschaftlichem Kontakt mit dem vor einem Jahr leider verstorbenen Autor Horst Pillau, einem engen Freund Odes. Wir haben oft über ihn gesprochen und er hat mir viele Anekdoten erzählt.
Ode war entsetzt, dass man ihn vom ZDF her nicht die 100 vollmachen ließ.
Die These, Ode wollte nicht mehr, ist in einigen Büchern und in der ZDF-Diktion nachzulesen.
Hier übrigens ein Interview, in dem Horst Pillau mir über SONNE, WEIN UND HARTE NÜSSE erzählte. Dabei erwähnt er auch die Sache mit Ode und der fehlenden 100. Folge.

http://krimiserien.heimat.eu/s/sonne_wei...orst_pillau.htm

Peter Ross Offline



Beiträge: 1.930

27.05.2022 08:10
#508 RE: Edgar Wallace - Heute vor... Zitat · Antworten



27.05.

Christopher Lee hätte heute seinen 100sten Geburtstag gefeiert




Hinweis: Dieser Text enthält Spoiler.
Christopher Lee - ein englischer Exot in deutschen Wallace-Filmen
Der 1,93 m große Christopher Lee ist in jeder Hinsicht ein erstaunlicher Ausnahmeschauspieler.
Fast ein Dutzend Sprachen beherrschte er, hatte schillernde Verwandtschaft ( z.B. den James-Bond-Erfinder Ian Fleming) und hält mit ca 280 Filmen den Rekord als meistbeschäftigter Schauspieler aller Zeiten weltweit.
Berühmtheit erlangte er 1958 durch seine Darstellung des legendären Blutsaugers “Dracula”, der ihn zu einer Ikone des B-Films werden ließ. Es folgten viele britische Horrorfilme - nicht nur Dracula-Verfilmungen - , in denen Christopher Lee Hauptrollen spielte . Schnell erlangte er den Ruf, der richtige Mann für alles Extraordinäre zu sein und so war er auch Sherlock Holmes, Dr. Fu Manchu, zunächst als Winnetou bei Karl May im Gespräch und spielte 1961 einen Chinesen in den Edgar-Wallace-Film “Das Geheimnis der gelben Narzissen” (1961), die erste englisch-deutsche Koproduktion der Nachkriegszeit. Der Film wurde in zwei Versionen mit englischen und deutschen Darstellern gedreht und da Lee auch deutsch sprechen konnte, spielte er in beiden Versionen den Ling Chu. Sofort sicherte sich Horst Wendlandt den Kontakt zu dem Alleskönner für eventuelle deutsche Filme.
Gleich ein Jahr später spielte Christopher Lee dann auch schon die Hauptrolle als amerikanischer FBI-Mann Allerman in “Das Rätsel der roten Orchidee” (1962). Im gleichen Jahr nahm man im allseitigen Einverständnis glücklicherweise Abstand von der Idee, Lee den Indianer-Häuptling Winnetou in “Der Schatz im Silbersee” spielen zu lassen. 1966 folgte als dritter Wallace-Film die von Harry Alan Towers produzierte britisch-deutsche Koproduktion “Das Rätsel des silbernen Dreieck” , in dem Christopher Lee die meiste Zeit maskiert einen zwielichtigen Zirkusdompteur gibt und erst am Schluss des Films sein Gesicht zeigt.
Ja, Christopher Lee ist ein klasse Typ und ein toller Schauspieler, dazu privat sympathisch und charismatisch. Alles keine Frage. Manch einem reicht das schon, um ihn gern in einem Wallace-Film zu sehen, aber seien wir ganz ehrlich:
Der Chinese in “Das Geheimnis der gelben Narzissen” war schon 1961 mehr als gewagt; in “Das Rätsel der roten Orchidee” wirkt er in erster Linie aufgrund seines doch etwas gebrochenen deutsch sehr hölzern zwischen den deutschen Schauspielern. Und in seinem letzten Wallace-Film war er eigentlich gar nicht zu sehen. Zumindest seine Schlussszenen waren die besten Wallace-Szenen mit Christopher Lee insgesamt. Der Engländer war selbst nicht stolz auf diese Filme, trotzdem spielte er in seinen B-Film-Zeiten unbedenklich viel, selbst wenn er nicht restlos von der Qualität der Filme überzeugt war. Schon bei den Dreharbeiten zu “Das Rätsel der roten Orchidee” war er mit Regisseur Helmuth Ashley wenig zufrieden.
Trotzdem fühlt es sich als genialer Coup von Horst Wendlandt an, erstens einen echten englischen Schauspieler und zweitens den derzeit bekanntesten Horrorstar für Wallace engagiert zu haben.
Anfang der 70iger Jahre waren die Hammer-Filme, vor allem “Dracula”, zum Kult avanciert und Christopher Lee spielte den Bond-Gegenspieler Scaramanga in “Der Mann mit dem goldenen Colt” (1974). Damit war seine Zeit als B-Film-Star endgültig vorbei und Christopher Lee stieg in die erste Liga internationaler Schauspieler auf, was er sich - nach dem vielem, was er gemacht und teilweise wohl auch durchgemacht hat - redlich verdient hat.
Aber immerhin hat er unseren guten Harald Reinl im Nachhinein rehabilitiert, denn auch von dem deutschen Horrorfilm “Die Schlangengrube und das Pendel” (1967) war er während der Dreharbeiten wenig überzeugt. Als er den fertigen Film sah, änderte er positiv überrascht seine Meinung.
Was das Thema Wallace betrifft:
Immerhin hatten wir exotischerweise mal einen echten Engländer in den deutschen Wallace-Filmen.
Dieser Inhalt wurde von @fritz k zur Verfügung gestellt. Vielen Dank!

Christopher Lee ist am 07.06.2015 im hohen Alter von 93 Jahren verstorben. Geboren wurde er am 27.05.1922. Das war heute vor genau 100 Jahren.

Weitere Ereignisse:
- Geburt Inge Langen (27.05.1924)
- Geburt Uwe Friedrichsen (27.05.1924)

Und morgen jährt sich schon der 9. Todestag des meistbeschäftigten Wallace-Star.

Peter Ross Offline



Beiträge: 1.930

27.05.2022 08:35
#509 RE: Edgar Wallace - Heute vor... Zitat · Antworten

Zitat von Savini im Beitrag #505
Auf Horst Tappert wäre ich anhand der vorherigen Umschreibung nie gekommen. Respekt!
Zitat von Peter Ross im Beitrag #503
Und unser morgiger dreifacher Wallace-Darsteller ist mit ca. 280 Filmen einer der meistbeschäftigten Darsteller weltweit.

Ich nehme an, in zwei der drei Wallace-Filme hörte man ihn mit seiner eigenen Stimme?

Ich vermute übrigens, dass man Christopher Lee zumindest im dritten Film (Dreieck) auch mit seiner Originalstimme hören könnte, wenn man sich "Circus of Fear" anschaut.

Count Villain Offline




Beiträge: 4.553

27.05.2022 10:46
#510 RE: Edgar Wallace - Heute vor... Zitat · Antworten

Erwähnenswert vielleicht auch noch, dass er sich im fortgeschrittenen Alter als Saruman und Count Dooku in zwei großen Film-Franchises auch noch für eine neuere Generation unsterblich gemacht hat.

Seiten 1 | ... 29 | 30 | 31 | 32 | 33 | 34 | 35 | 36 | 37 | 38 | ... 66
 Sprung  
Xobor Einfach ein eigenes Forum erstellen
Datenschutz