Sie sind vermutlich noch nicht im Forum angemeldet - Klicken Sie hier um sich kostenlos anzumelden Impressum 
Forum Edgar Wallace ,...



Sie können sich hier anmelden
Dieses Thema hat 136 Antworten
und wurde 10.549 mal aufgerufen
 Film- und Fernsehklassiker national
Seiten 1 | ... 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10
Giacco Offline



Beiträge: 2.233

10.12.2021 17:21
#121 RE: Verschollen? Vergessen? - Filmraritäten Zitat · Antworten

Daraus sollte jetzt aber bitte keine "off topic"-Diskussion entstehen.

Giacco Offline



Beiträge: 2.233

14.12.2021 12:24
#122 RE: Verschollen? Vergessen? - Filmraritäten Zitat · Antworten

DER TIGER PARFÜMIERT SICH MIT DYNAMIT (LE TIGRE SE PARFUME A LA DYNAMITE)
Frankreich/Italien/Spanien (1965) - R: Claude Chabrol - DE: 3.6.1966 - FSK 18 - V: Rank
Darsteller: Roger Hanin, Margaret Lee, Michel Bouquet, Micaela Pignatelli, José Nieto, George Rigaud, Roger Dumas, Assad Bahador, Claudio Ruffini



Der Tiger soll in Französisch Guyana die Bergung eines Schatzes aus einem versunkenen Kriegsschiff beaufsichtigen und für dessen Transport nach Paris sorgen. Doch einer Gruppe von Söldnern gelingt es, die Beute, für die sich auch Agenten verschiedener Nationen interessieren, an sich zu bringen. Beauftragt wurden sie von Revolutionären, die die Regierung des Landes stürzen wollen, Weil sie dafür Geld brauchen, wollen sie den Schatz an den international operierenden Geheimbund "Orchid", der vom Altnazi Hans von Wuchendorf angeführt wird, verkaufen. Da die Polizei nicht eingreift, ist der Tiger auf sich alleine gestellt.

Nach dem Erfolg des ersten "Tiger"-Films, drehte man diesmal in Farbe. Allerdings legte man wieder keinen großen Wert auf Logik und Übersicht. Erneut ist Roger Hanin als draufgängerischer und unverwüstlicher Held zu sehen. Mit Margaret Lee und Micaela Pignatelli sind zwei attraktive Damen dabei, von denen sich die eine als Doppelagentin entpuppt.

"Mit Gespür für publikumswirksame Effekte zwischen "James Bond" und "Lemmy Caution" angesiedelter Agentenfilm, dessen wirre Handlung durchaus Methode ist. Viele Ansätze zur Persiflage gehen freilich in Brutalitäten unter."(Filmdienst)

"Man weiß oft wirklich nicht,ob hier eine Parodie auf die Agentenfilme beabsichtigt war, denn die Unverwundbarkeit des Helden übertrifft alle Märchenvorbilder. Was der konfus geschnittene und musikalisch absonderlich hergerichtete Film ansonsten zu bieten hat, ist eine Folge von mitunter recht spannenden, aber bisweilen auch sehr rohen Action-Szenen, garniert mit bunten Landschaftsaufnahmen aus südlichen Gefilden und Tierbildern aus einem zoologischen Garten."(Film-Echo)

Film-Echo-Note: 4,0 (20 Meldungen) /Erstnote: 3,3
Frankreich: 1.173.343 Besucher
Spanien: 807.967 Besucher

Giacco Offline



Beiträge: 2.233

25.12.2021 10:51
#123 RE: Verschollen? Vergessen? - Filmraritäten Zitat · Antworten

BARRAS HEUTE
BRD (1963) - R: Paul May - DE: 3.1.1963 - FSK 16 - Pr.: Delta-Film,Berlin - V: Gloria
Darsteller: Hellmut Lange, Peter Carsten, Joachim Fuchsberger, Jürgen Draeger, Emmerich Schrenck, Immy Schell, Karl-Otto Alberty, Richard Rüdiger, Peter Parten, Henry van Lyck, Alexander Allerson, Wolfgang Jansen, Monika John, Dietrich Kerky, Alexander Grill



In Anlehnung an den großen Erfolg der drei "08/15"-Filme, die Mitte der 1950er Jahre gedreht wurden, entstand 1962 - ebenfalls unter der Regie von Paul May - "Barras heute - Was ist wirklich bei der Bundeswehr los?" Der Film begleitet eine Gruppe von Wehrpflichtigen von ihrer Einberufung bis zur Entlassung und schildert in episodenhafter Form ihre Erlebnisse.
Anfang September 1962 begann Paul May in der Nähe von Kassel mit den Außenaufnahmen. Neben vielen unbekannten Jungdarstellern standen mit Fuchsberger, Carsten und Schrenck auch drei Schauspieler aus den 08/15-Filmen vor der Kamera. Als die FSK den fertigen Film Anfang Dezember begutachtete, wurden einige Szenen beanstandet und die FSK bestand deshalb darauf, sich vom Verteidigungs- und Innenministerium beraten zu lassen. Nach diversen Schnittauflagen und die fast komplette Entfernung einer Episode, durch die zwei im Programm genannte Darstellerinnen gar nicht mehr im Film zu sehen sind, erreichte der Verleih eine Freigabe ab 16 Jahren. Allerdings konnte "Barras heute" bei weitem nicht an die früheren Erfolge anknüpfen.

"So zwiespältig wie das Drehbuch und so lax und offenbar harmlos wie die Regie, so matt ist auch die filmische Darbietung. Die Tontechnik beharrt konsequent auf Kasernenhof-Lautstärke. Unter den Gesichtern neuer, filmunbekannter Darsteller sind auch einige, die man gern in dankbareren Rollen wiedertreffen würde. Geschäftlich ist damit zu rechnen, dass der Film in schlichten Publikumskreisen, vor allem auch bei den jungen Leuten, Erfolg haben wird." (Film-Echo)

Film-Echo-Note: 5,1 (50 Meldungen)

Giacco Offline



Beiträge: 2.233

12.01.2022 12:19
#124 RE: Verschollen? Vergessen? - Filmraritäten Zitat · Antworten

GROßSTADTPRÄRIE
BRD (1971) - R: Claus Tinney - DE: 12.11.71 - FSK 18 - Prädikat:wertvoll - V: Avis
Prod.: TiBo-Film, München (Claus Tinney, Günther Bohatsch)
Darsteller: Harald Leipnitz, Günther Ungeheuer, Emely Reuer, Günther Bohatsch, Wolfgang Spier, Thomas Hörbiger, Till Krabbe



Zahnarzt Falk und Autowerkstattbesitzer Rau sind erfolgreich im Beruf und seit Jahren miteinander befreundet. Beide sind begeisterte Western-Fans und deshalb einem Western-Club beigetreten. Als sich die beiden Männer in dieselbe Frau verlieben, werden sie zu Rivalen und beschließen, wie zwei Cowboys in einem Duell um die Angebetete zu kämpfen. Diese hält das zunächst für ein Spiel und begreift erst zu spät, dass die Männer es ernst meinten.

"Eine deutsche Filmsensation" (Verleihwerbung)
Die Dreharbeiten fanden im Sommer 1971 statt und endeten Anfang September. Der auch als Schauspieler bekannte Claus Tinney trat hier als Regisseur, Autor und Mitproduzent in Erscheinung. Er schrieb damals einen offenen Brief an die Kritiker:

"Wie kann mit maximal vier Wochen Drehzeit und einem Budget von 300.000 DM ausländischen Millionenprojekten, denen sechs Monate bis zu einem Jahr Drehzeit zur Verfügung stehen, Paroli geboten werden? Wie denn mit dem Rücken zur Wand einen Markt (zurück-) erobern?! Wo soll er herkommen, der Höhenflug? Es gibt unumstößliche Gesetze, auch und gerade im Film. Mit den Feuersteinen eines Neandertalers ist schwerlich ein Raumschiff in Bewegung zu setzen.
Die Bemühungen um einen guten Start sind vorhanden. Kritiker, erwartet unter den gegebenen Umständen keinen Senkrechtstart. Setzt faire Maßstäbe an. Zerstört das Projekt nicht gleich am Boden. Zerreißt es in der Luft, aber lasst es fliegen. Lasst die Kirche im Dorf!"

Fabi88 Offline



Beiträge: 3.812

14.01.2022 14:47
#125 RE: Verschollen? Vergessen? - Filmraritäten Zitat · Antworten

Zitat von Giacco im Beitrag #124
GROßSTADTPRÄRIEDie Dreharbeiten fanden im Sommer 1971 statt und endeten Anfang September. Der auch als Schauspieler bekannte Claus Tinney trat hier als Regisseur, Autor und Mitproduzent in Erscheinung. Er schrieb damals einen offenen Brief an die Kritiker:

"Wie kann mit maximal vier Wochen Drehzeit und einem Budget von 300.000 DM ausländischen Millionenprojekten, denen sechs Monate bis zu einem Jahr Drehzeit zur Verfügung stehen, Paroli geboten werden? Wie denn mit dem Rücken zur Wand einen Markt (zurück-) erobern?! Wo soll er herkommen, der Höhenflug? Es gibt unumstößliche Gesetze, auch und gerade im Film. Mit den Feuersteinen eines Neandertalers ist schwerlich ein Raumschiff in Bewegung zu setzen.
Die Bemühungen um einen guten Start sind vorhanden. Kritiker, erwartet unter den gegebenen Umständen keinen Senkrechtstart. Setzt faire Maßstäbe an. Zerstört das Projekt nicht gleich am Boden. Zerreißt es in der Luft, aber lasst es fliegen. Lasst die Kirche im Dorf!"



Sehr sympathisches Statement, das man heutigen Kritikern vielleicht hin und wieder auch wieder vorhalten sollte, wenn jemand hierzulande mit geringen Mitteln versucht etwas abseits von "Schweig-er/-höfer"-Komödie oder Geschichtsdrama zu schaffen.

Giacco Offline



Beiträge: 2.233

05.02.2022 12:24
#126 RE: Verschollen? Vergessen? - Filmraritäten Zitat · Antworten

INSEL DER VERSUCHUNG - (L´ILE AU BOUT DU MONDE)
Frankreich 1958 - R: Edmond T.Greville - DE: 26.6,1959 - FSK 18 - V: NF
D: Christian Marquand, Magali Noel, Dawn Addams, Rossana Podesta



Ein Rotkreuzschiff, das Verwundete des Korea-Krieges nach Europa bringen soll, läuft unterwegs auf eine Mine und sinkt. Der französische Journalist Patrick, einer der wenigen Überlebenden, wird von einem Boot aufgefischt, mit dem sich zwei Krankenschwestern und eine Stabshelferin retten konnten. Kurz bevor ein schweres Unwetter aufkommt, erreichen sie eine kleine verlassene Vulkaninsel. Da man nicht auf Hilfe von außen hoffen kann, versucht man sich dort ein einigermaßen menschenwürdiges Dasein zu organisieren. Doch die sexuell aufgeladene Atmosphäre führt zu Konflikten und Spannungen. Schnell erliegt Patrick den Reizen der triebhaften Jane (Magali Noel). Ihm gefällt aber auch Catherine (Rossana Podesta), die sich nicht abgeneigt zeigt. Um den Zwistigkeiten zu entgehen, verlässt Catherine die Insel in einem notdürftig hergerichteten Kanu, in der Absicht, Hilfe zu holen. Als Patrick nun mit Victoria (Dawn Addams) anbandelt, kann Jane ihre Eifersucht kaum noch kontrollieren. Eines Tages findet Patrick den zerschmetterten Körper von Victoria am Fuße eines Felsens. Sie sei abgestürzt, behauptet Jane. Doch Patrick glaubt ihr nicht.

Eine Mann und drei Frauen, meist spärlich bekleidet, auf einer einsamen Insel. Für damalige Verhältnisse könnte man hier fast schon von einem "Sexploitation"-Film sprechen, der in einigen Ländern deshalb auch Probleme mit der Zensur bekam. Interessant ist, dass es sich bei den drei Darstellerinnen nicht um unbekannte Sexsternchen handelt, sondern um seinerzeit etablierte und durchaus ernst zunehmende Schauspielerinnen.

Film-Echo-Note: 2,6 (35 Meldungen)
Frankreich: 727.571 Besucher (Paris: 144.916)

Filmplakat:
https://www.postertreasures.com/Filmplak...tml?language=de

Giacco Offline



Beiträge: 2.233

23.02.2022 12:17
#127 RE: Verschollen? Vergessen? - Filmraritäten Zitat · Antworten

BEI PICHLER STIMMT DIE KASSE NICHT
BRD (1961) - R: Hans Quest - DE: 19.5.1961 - FSK 16 - V: Europa
Prod.: Real-Film, Walter Koppel - Kamera: Albert Benitz
Darsteller: Theo Lingen, Georg Thomalla, Karin Dor, Fita Benkhoff, Karl Schönböck, Joseph Offenbach, Ruth Stephan, Edith Hancke, Birgit Bergen, Volker Lechtenbrink, Kurt A. Jung, Richard Münch - Es singt: Bärbel Evers



Der pedantisch korrekte Oberbuchhalter Otto Pichler und sein Untergebener Vittgers reisen ihrem Chef mit einem wichtigen Banknotenbündel nach Hamburg hinterher. Dort geraten sie auf der Suche nach ihm in die Bikini-Bar und einen dubiosen Spielclub. Das Geldbündel wird dabei immer dünner.

Die Dreharbeiten begannen Ende März 1961 im Hamburger Realfilm-Atelier. Im Mittelpunkt des Lustspiels stehen die Abenteuer von Pichler (Theo Lingen) und seinem Adlatus Vittgers (Georg Thomalla) in der sündigen Großstadt. Karin Dor macht sich als Pichlers Tochter Anneliese, die zugleich die heimliche Braut von Vittgers ist, höchstpersönlich auf den Weg nach Hamburg, um den beiden zur Hilfe zu eilen. Der damals 16jährige Volker Lechtenbrink ist Pichlers Sohn und somit der Bruder von Anneliese. Mit süffisanter Note spielt Karl Schönböck Pichlers Direktor, der betrügerische Absichten hat und durch dessen Schuld die beiden braven Männer in Bedrängnis geraten. Der Film, der auf einer Vorlage von Alfred Polgar basiert, gehörte zu den Flops des Jahres 1961.

"Hans Quest inszenierte brav und mit Geschmack. Theo Lingen und Georg Thomalla bringen, jeder auf seine Weise, hübsche schauspielerische Effekte mit Herz, Wärme und lobenswerter Bemühung. Allein, ob die Kinokasse überall für Derartiges noch offensteht? Mal abwarten." (Filmwoche)

Film-Echo-Note: 5,5 (22 Meldungen)

Giacco Offline



Beiträge: 2.233

18.03.2022 12:48
#128 RE: Verschollen? Vergessen? - Filmraritäten Zitat · Antworten

JENSEITS DES RHEINS - (LE PASSAGE DU RHIN)
Frankreich/Deutschland/Italien (1960) - R: Andre Cayatte - DE: 27.10.1960 - FSK 18 - V: Ufa Film Hansa
Deutscher Produzent: Ufa
Darsteller: Charles Aznavour, George Riviére, Nicole Courcel, Cordula Trantow, Ruth Hausmeister, Alfred Schieske, Benno Hoffmann, Lotte Ledl, Henri Lambert



Vor dem Hintergrund des zweiten Weltkriegs erzählt der Film die Geschichte von zwei französischen Soldaten in deutscher Kriegsgefangenschaft. Roger ist ein zurückhaltender und einfacher Mann, der in der Bäckerei seiner Schwiegereltern arbeitet. Jean, der andere, ist ein politisch engagierter Journalist. Beide werden als Arbeitskräfte dem landwirtschaftlichen Betrieb der Familie Kessler zugeteilt. Während Roger sich den Gegebenheiten anpasst und sich bald in dem kleinen Schwarzwalddorf heimisch fühlt, schmiedet Jean Fluchtpläne, die er schon bald erfolgreich in die Tat umsetzt. Zurück in der Heimat muss er jedoch feststellen, dass seine Freundin als Gestapo-Liebchen mit den Besatzern paktiert. Das Ende des Krieges stellt beide Männer vor Entscheidungen.

"Ein Sujet, das ungeschminkt, doch nicht düster und beiden Seiten gerecht werdend durch einprägsam interpretierte Figuren völkerversöhnende Gedankengänge entgegenbringt." (Paimann)

Der Film wurde 1960 bei den Filmfestspielen in Venedig trotz starker Konkurrenz (Viscontis "Rocco und seine Brüder") mit dem "Goldenen Löwen" ausgezeichnet.

Film-Echo-Note: 3,9 (48 Meldungen)
Frankreich: 4.658.866 Besucher (Paris: 880.134)
Italien: Platz 27 (100 erfolgreichste Filme der Saison 1960/61)

Giacco Offline



Beiträge: 2.233

29.03.2022 12:08
#129 RE: Verschollen? Vergessen? - Filmraritäten Zitat · Antworten

DAS GESTÄNDNIS EINES MÄDCHENS
BRD (1967) - R: Jürgen Büchmann - DE: 2.6.1967 - FSK 18 - V: Rank
Produktion: Günter Schlesinger, Berlin
Darsteller: Margitta Sonke, Günter Pfitzmann, Ulli Kinalzik, Horst Jüssen, Hilde Sessak, Andreas Mannkopf, Georg Wenkhaus, Rita Engelmann, Uwe Pietsch



Die 18jährige Angela Sandau arbeitet als Näherin in einer Großraum-Schneiderei. Aus einfachen Verhältnissen stammend möchte sie heraus aus ihrem tristen Umfeld. Sie träumt davon, das Leben einmal in vollen Zügen genießen zu können. In ihrer Naivität fällt sie auf den Kleinkriminellen Cesar herein. Ihm zuliebe gibt sie ihren Job auf. Ein Überfall auf einen Juwelier ruft die Polizei auf den Plan und Angela landet in einer Besserungsanstalt. Die Zusage ihres ehemaligen Chefs Conny, dass er sie wieder als Näherin beschäftigen wird, sorgt für ihre vorzeitige Entlassung. Doch dafür verlangt Conny eine Gegenleistung von ihr. Sie soll seinen Geschäftskunden in sexueller Hinsicht dienlich sein.

Der aus der DDR stammende Jürgen Büchmann gab mit diesem Film sein Regie-Debüt. Produzent und Drehbuchautor Günter Schlesinger arbeitete selbst auch als Regisseur. Sein erfolgreichster Streifen war "Mädchenjagd in St.Pauli" (1965). Mit Günter Pfitzmann (als Conny) und Hilde Sessak (als Leiterin der Besserungsanstalt) sind auch zwei Wallace-Stars unter den Mitwirkenden.
"Geständnis eines Mädchens" wurde seinerzeit von der Kritik in der Luft zerrissen. Als der Film vor einigen Jahren beim "Hofbauer Kongress" aufgeführt wurde, hieß es:" ... er vermittelt einen realistischen Eindruck jener Zeit und ist nahe dran an den Figuren..."

Film-Echo-Note: 4,9 (10 Meldungen)

Giacco Offline



Beiträge: 2.233

12.04.2022 12:13
#130 RE: Verschollen? Vergessen? - Filmraritäten Zitat · Antworten

ZAHLTAG (MOURIR TRANQUILLE)
BRD/Frankreich (1972) - R: Hans Noever - DE: 4.11.1972 - Prod.& Verleih: Filmverlag der Autoren
Darsteller: André Rouyer, Harry Baer, André Watt, Kerstin Dobbertin, Karl Scheydt, Marquard Bohm, Ingrid Caven, Michael Fengler, Heidi Apel

Filmplakat:
https://www.postertreasures.com/Filmplak...tml?language=de

Der bankrotte Reeder Lino Janvier raubt mit ehemaligen Angestellten einen Geldtransporter aus. Von der Millionenbeute des Überfalls zahlt er den Helfern zunächst aber nur einen geringen Teil aus. Der Rest soll erst nach 2 Jahren verteilt werden. Doch in der Zwischenzeit verzockt Lino das ganze Geld an der Börse. Die Komplizen glauben nach wie vor, er sei noch im Besitz der Scheine und wollen sich nach Ablauf der Zeit ihren noch ausstehenden Anteil holen.

Regisseur und Drehbuchautor Hans Noever war auch als Darsteller in Filmen befreundeter Regisseure zu sehen. Außerdem drehte er Dokumentarfilme und war Gründungsmitglied des "Filmverlags der Autoren". "Zahltag" war sein erster Spielfilm und innerhalb der Besetzung finden sich mehrere Fassbinder-Stars (Baer, Scheydt, Caven, Fengler). Der Film erlebte seine Uraufführung 1972 bei den "Hofer Filmtagen". Der Kinostart erfolgte am 9.3.1973.
Später übernahm Hans Noever die Regie für Fernsehserien wie "Peter Strohm", "Ein Fall für zwei" oder "Tatort". Für die TV-Serie "Reporter" erhielt er den "Adolf-Grimme-Preis".

"Hans Noevers Erstlingsfilm zeigt sich von den unterkühlten, stilisierten Gangsterdramen Melvilles inspiriert." (Lex.d.intern. Films)

Giacco Offline



Beiträge: 2.233

17.04.2022 12:31
#131 RE: Verschollen? Vergessen? - Filmraritäten Zitat · Antworten

RAUBFISCHER IN HELLAS (US-Titel: AS THE SEA RAGES)
BRD (1959) - R: Horst Hächler - DE: 10.11.1959 - FSK 12 - V: Columbia
Prod.: Tele Film GmbH, München (Carl Szokoll)
Darsteller: Maria Schell, Cliff Robertson, Cameron Mitchell, Peter Carsten, Fritz Tillmann, Nikola Popovic



Nach dem Krieg möchte der junge Schiffsingenieur Clements in Frieden leben und lässt sich auf einer kleinen Insel in der Ägäis nieder, wo er sich einer Gruppe von Fischern anschließt, die mit der klassischen Netzfangmethode arbeiten. Doch schon bald geraten sie in einen Machtkampf mit den Männern der Nachbarinsel, die als skrupellose Raubfischer ihr Handwerk mit Dynamit ausüben. Ihr Anführer ist der brutale Psarathanas, der ein eisernes Regiment führt. Bald fordert der Kampf um den besten Fang erste Opfer. Zur Eskalation kommt es, als Mana, die Geliebte von Psarathanas gemeinsam mit Clements fliehen will.

Man plante Großes. Die hollywooderprobte Maria Schell, flankiert von den US-Stars Cliff Robertson und Cameron Mitchell - da schien der Erfolg vorprogrammiert zu sein. Immerhin arbeitete man mit der amerikanischen "Michael Arthur Film" zusammen und "Columbia Pictures" war auch mit im Boot. Die Regie übertrug man Horst Hächler, dem damaligen Ehemann von Maria Schell. Er hatte 1956 mit der Vicki-Baum-Verfilmung "Liebe" bereits einen achtbaren Kinoerfolg erzielt. Gedreht wurde von Mai bis August 1959 an der Dalmatinischen Adriaküste und in Kroatien. Ernst Hofbauer war als Regieassistent dabei, während Kameramann Kurt Hasse den Daseinskampf der in Armut lebenden Fischer an den sturmgepeitschten Küsten und schroffen Felsen in eindrucksvollen Bildern einfing. Noch vor Weihnachten kam der Film in die Kinos. Doch die Kritiken waren überwiegend ablehnend und das geringe Publikumsinteresse sorgte dafür, dass er schnell wieder von den Spielplänen verschwand.

"Schwermütiges und um eine Atmosphäre des Geheimnisvollen bemühtes Drama um den Konflikt zwischen den Bewohnern zweier griechischer Fischerinseln, die sich mit unversöhnlichem Hass bekämpfen. Trotz bemerkenswerter Kamera-Arbeit letztlich unbefriedigend, da der Anspruch auf Tiefgründigkeit uneingelöst bleibt." (Lexikon d.intern.Films)

Filmplakat:
https://www.filmposter-archiv.de/filmplakat.php?id=17838

Giacco Offline



Beiträge: 2.233

27.04.2022 12:49
#132 RE: Verschollen? Vergessen? - Filmraritäten Zitat · Antworten

WIE EIN STURMWIND
BRD (1957) - R: Falk Harnack - DE: 7.3.1957 - FSK 16 - V: NF
Pr.: CCC-Film, Artur Brauner - Prod.-Ltg.: Horst Wendlandt
Darsteller: Lilli Palmer, Ivan Desny, Willy A. Kleinau, Susanne Cramer, Siegfried Schürenberg, Peter Capell, Käthe Braun, Peter-Uwe Witt



Marianne Eichler, die Frau eines zwanzig Jahre älteren Kunstmalers, führt eigentlich eine harmonische Ehe, doch fühlt sie sich von ihrem Mann Friedrich etwas vernachlässigt. Als dieser anlässlich einer Preisverleihung in Berlin weilt, wird sie von Viktor Ledin, einem Schüler ihres Mannes, der vorübergehend als Gast im Haus wohnt, bedrängt und verbringt eine Liebesnacht mit ihm. Durch Zufall bekommt ihr Sohn Horst das mit. Er versucht daraufhin, sich das Leben zu nehmen und kann gerade noch rechtzeitig gerettet werden. Dadurch erfährt auch der sofort herbeigeeilte Friedrich Eichler vom Seitensprung seiner Frau und weist Ledin aus dem Haus. Da er seiner Frau nicht verzeihen kann und auch Horst seiner Mutter abweisend gegenübersteht, hält Marianne es zuhause nicht mehr aus. Sie verlässt die Familie und folgt Viktor.

Typisches Fünfzigerjahre-Melodram, entstanden nach einem Illustriertenroman und von Falk Harnack ganz im Stil der Zeit inszeniert. Mit Lilli Palmer und Ivan Desny in den Hauptrollen präsentiert der Film zwei populäre Kinostars der damaligen Ära. Willy A. Kleinau, der Darsteller des Malers und Ehemanns, ist heute kaum noch bekannt, da er bereits 1957 starb. In einer Nebenrolle als windiger Geschäftsmann, der mit Kopien berühmter Meister handelt, ist Siegfried Schürenberg zu sehen. Den 13jährigen Sohn spielt Peter-Uwe Witt, der in den 50er Jahren noch in weiteren Filmen mitwirkte und etwas später in 4 Folgen der beliebten TV-Serie "Alle meine Tiere" dabei war.

Film-Echo-Note: 3,6 (32 Meldungen)

Giacco Offline



Beiträge: 2.233

27.04.2022 14:38
#133 RE: Verschollen? Vergessen? - Filmraritäten Zitat · Antworten
Giacco Offline



Beiträge: 2.233

06.05.2022 12:14
#134 RE: Verschollen? Vergessen? - Filmraritäten Zitat · Antworten

TOM DOOLEY - HELD DER GRÜNEN HÖLLE - (TUMULTO DE PAIXOES/MARIZINIA)
BRD/Bras. (1959) R: Zygmunt Sulistrowski - DE: 11.12.1959 - FSK 12 - V: Bavaria (Video: Toppic)
Pr.: Alfa, Artur Brauner / Audra, Sulistrowski
Darsteller: John Sutton, Gina Albert, Richard Olizar, Eugenio Carlos, Celeneh Costa



Der amerikanische Schriftsteller John Morgan plant, ein Buch über die Wildnis Brasiliens zu veröffentlichen. Deshalb fliegt er nach Rio, um den Abenteurer Tom Dooley aufzuspüren, der ihm helfen soll, Land und Leute kennenzulernen. Davon erfährt die im selben Hotel wohnende Anna Martin, die zufällig den Aufenthaltsort des Gesuchten kennt. Sie bringt die beiden Männer zusammen und da Tom Dooley gerade eine Expedition ins Innere des Landes plant, erlaubt er Morgan und der unternehmungslustigen Anna, ihn dabei zu begleiten.

DSCHUNGEL, WILDNIS, ABENTEUER - UND DER WELTSCHLAGER "TOM DOOLEY" ! (Filmplakat)

"Alles vorbei, Tom Dooley, noch vor dem Morgenrot
ist es geschehn, Tom Dooley, morgen dann bist du tot .."


Der vom "Kingston Trio" interpretierte Folksong "Tom Dooley" kam Ende 1958 aus den USA zu uns herübergeschwappt und stürmte auch hier die Hitparaden. Noch erfolgreicher war eine deutsche Coverversion mit den "Nilsen Brothers". Der Song dudelte monatelang landauf-landab aus allen Radios und Musikautomaten und sicherte sich einen Platz unter den Top-Hits des Jahres 1959.
Der Held des Films, den Artur Brauner mit einem brasilianischen Co-Produzenten an Originalschauplätzen in Brasilien herstellen ließ, heißt zwar Tom Dooley, doch die Story hat absolut nichts mit dem Schlager zu tun, der in instrumentaler Fassung, aber auch gesungen (mit abgeändertem Text) die Handlung sozusagen begleitet. Demnach ging es Brauner nur darum, die Bekanntheit des Liedes für seinen Film zu nutzen.
Mit John Sutton als Schriftsteller und Richard Olizar als Tom Dooley übernahmen zwei hierzulande völlig unbekannte Darsteller die Hauptrollen, wobei beide keinen besonderen Eindruck hinterlassen. Gina Albert, die einzige deutsche Mitwirkende, sorgt in der grünen Hölle für Eifersüchteleien, denn sie wird von beiden Männern begehrt. Die junge Schauspielerin heiratete 1959 und beendete nach nur vier Filmen ihre Karriere.

"Man unterlegte den "Tom-Dooley"-Schlager einem brasilianischen Urwaldfilm und dann verpasste man dem Hauptakteur Richard Olizar einfach den Namen des legendären Galgen-Aspiranten aus dem Wilden Westen, ganz egal, ob diese Figur überhaupt in dieses Milieu passt oder nicht. Insgesamt eine schwer einzuordnende Mischung aus frei erfundenen Dschungel-Abenteuern und Dokumentarfilm mit interessanten Naturaufnahmen und konventionellen schauspielerischen Leistungen." (Film-Echo)

"Ein sich dokumentarisch gebender Film im Stil eines Comic Strips, auffällig primitiv und geradezu lachhaft abenteuerlich." (Filmdienst)

Film-Echo-Note: 4,1 (17 Meldungen)

Giacco Offline



Beiträge: 2.233

26.05.2022 10:10
#135 RE: Verschollen? Vergessen? - Filmraritäten Zitat · Antworten

AM ANFANG WAR ES SÜNDE
BRD/Yu (1954) - R: Franz Cap - DE: 28.10.1954 (Ö: 2.9.54) - FSK 18 - V: Constantin
Prod.: Saphir, München / Triglav, Ljubljana
Darsteller: Ruth Niehaus, Viktor Staal, Peter Carsten, Laya Raki, Franz Muxeneder, Hansi Knoteck, Edith Schultze-Westrum, Petra Unkel,



Die junge Rosalie findet eine Anstellung als Magd auf dem Hof des Weinbauern Jacob. Da sie hübsch und gut gewachsen ist, zieht sie die Blicke der Männer auf sich. Nach einer Liebesnacht mit dem Knecht Marko (Peter Carsten) ist sie schwanger. Doch Marko macht sich schon bald mit einer Zigeunertänzerin aus dem Staub. Daraufhin kehrt Rosalie heim zu ihrer Mutter, wo sie einen gesunden Jungen zur Welt bringt. Jahre später stirbt Jacobs Frau, ohne ihm einen Stammhalter hinterlassen zu haben. Da erinnert er sich an Rosalie und bittet sie, zu ihm zurückzukommen. Beide heiraten, doch Rosalie verschweigt, dass sie einen Sohn hat.

Hierbei handelt es sich um eine frühe deutsch-jugoslawische Gemeinschaftsproduktion. Der Film basiert auf einem Stoff von Guy de Maupassant: "La histoire d´une fille de fermé". Die deutsche Premiere war für den 13. August 1954 geplant, doch sie wurde kurzfristig abgesagt. Und das kam so:
Der später als erfolgreicher Produzent bekannte Wolfgang Hartwig hatte Anfang der 1950er Jahre in München den "Tempo-Filmverleih" gegründet und hatte mit einem aus Wochenschaumaterial und Dokumentationen zusammengebastelten Hitler-Film ordentliche Einspielergebnisse erzielt. Für die Saison 1954/55 konnte er erstmals ein Verleihprogramm von 6 Filmen präsentieren, darunter "Am Anfang war es Sünde". Die Kinobesitzer zeigten sich sehr interessiert, doch die Filme befanden sich alle noch in der Herstellung und in der Übergangszeit hatte Hartwig seine finanziellen Reserven aufgebraucht. Als erster der 6 Filme sollte am 13. August "Am Anfang war es Sünde" seine Premiere feiern, doch der Saphir-Produktionsleiter Peter Bamberger fand zufällig heraus, dass Hartwig zum Start des Films statt der 40 vereinbarten Kopien nur zwei in Auftrag gegeben hatte. Eine Überprüfung seiner Vermögenslage ergab, dass er total verschuldet war. Die Münchener Uraufführung im "Karlstor"-Kino" wurde daraufhin in letzter Minute abgesagt. Damit seine Partner keine Schadensansprüche stellten, sah sich Hartwig gezwungen, sie mündlich aus ihren Verträgen zu entlassen. Der Constantin-Verleih übernahm den Film und brachte ihn Ende Oktober in die Kinos, wo er mit beachtlichem Erfolg lief.

Film-Echo-Note: 2,4 (49 Meldungen)

Seiten 1 | ... 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10
 Sprung  
Xobor Einfach ein eigenes Forum erstellen
Datenschutz