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Dieses Thema hat 157 Antworten
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 Film- und Fernsehklassiker national
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Giacco Offline



Beiträge: 2.322

05.08.2021 12:31
#91 RE: Verschollen? Vergessen? - Filmraritäten Zitat · Antworten

MONOKEL LACHT GELB - (LE MONOCLE RIT JAUNE)
AT: MONOKEL BLICKT VOLL DURCH (TV)
Frankreich/Italien (1964) - R: Georges Lautner - Keine deutsche Kinoauswertung
Darsteller: Paul Meurisse, Marcel Dalio, Edward Meeks, Barbara Steele, Olivier Despax, Robert Dalban, Michel Duplaix, Lily Hong-Kong



In Hongkong treibt eine Bande ihr Unwesen, die Anschläge auf Atomkraftwerke und wissenschaftliche Forschungseinrichtungen verübt. Spezialagent Dromard soll dem Spuk ein Ende bereiten. Wie so oft häufen sich dort, wo er auftaucht, die Leichen. Als er herausfindet, dass das nächste Ziel der Bande ein US-Atomflugzeugträger im Hafen von Hongkong sein wird, ist höchste Eile geboten. Wird es ihm gelingen, den geplanten Angriff der Gangster zu verhindern?

Auch dieser dritte "Monokel"-Film lief in Frankreich mit beachtlichem Erfolg. Eine weitere Fortsetzung gab es jedoch nicht mehr, was möglicherweise auch daran lag, dass Regisseur Georges Lautner eine erneute Zusammenarbeit mit Monokel-Darsteller Paul Meurisse ablehnte. Dieser hatte seine Partnerin Barbara Steele, deren Mitwirkung durch den italienischen Produktionspartner zustande kam, während der gesamten Dreharbeiten herablassend behandelt, weil die britische Schauspielerin vor allem durch Horror-Filme bekannt geworden war.
Bereits im Oktober 1964 kündigte der Schorcht-Verleih "Monokel lacht gelb" mit einer Anzeige im Film-Echo an. Wenig später befand sich der Film schon in Synchronisation. Der Kinostart sollte Anfang 1965 erfolgen. Selbst das Filmprogramm (IFB 6999) war bereits gedruckt. Doch dann musste Schorcht Konkurs anmelden. Da kein anderer Verleih den Film übernahm, fand die deutsche Erstaufführung erst 1993 als Fernsehausstrahlung mit dem Titel "Monokel blickt voll durch" statt.

"Ein französischer Geheimagent hat in Hongkong Morde und Sabotageakte gegen Personen und Einrichtungen der Atomindustrie aufzuklären. Unterkühlt-witzige Agentenfilm-Parodie, dritter Teil der Monocle-Serie." (Filmdienst)

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Giacco Offline



Beiträge: 2.322

15.08.2021 12:24
#92 RE: Verschollen? Vergessen? - Filmraritäten Zitat · Antworten

DIAMANTENBILLARD (UN MILLIARD DANS UN BILLARD)
D/F/I/CH (1965) - R: Nicolas Gessner - DE: 8.10.1965 - FSK 16 - V: Atlas
Dt.Prod.: Hanns Eckelkamp / Prädikat: wertvoll
Darsteller: Claude Rich, Jean Seberg, Elsa Martinelli, Elisabeth Flickenschildt, Günther Ungeheuer, Pierre Vernier, Günter Lüdke, Ady Berber, Werner Schwier, Günther Jerschke, Jacques Balutin, Daniel Ceccaldi



Der kleine Genfer Bankangestellte Bernard Noblet, sein Freund Roger, der einen Billard-Salon betreibt und Bernards Verlobte Juliette sind gelangweilt vom Alltagstrott und träumen vom großen Geld. Als Bernard eines Tages durch seinen Job in der Bank die kapriziöse Bettina Ralston kennenlernt, nimmt der Traum plötzlich konkrete Konturen an, denn er erfährt, dass Bettinas Mutter Chefin einer Gangsterbande ist, die einen Einbruch in ein Juweliergeschäft plant, das sich direkt unter Rogers Billardclub befindet.

Elisabeth Flickenschildt hat es hier als Madame Ralston faustdick hinter den Ohren. Sie macht auf vornehme Lady, ist aber die Chefin einer Bande von Einbruchsspezialisten, zu denen Günther Ungeheuer als Safeknacker Professor Schmoll gehört. Auch Ady Berber, Günter Lüdke, Werner Schwier und Günther Jerschke stehen in ihren Diensten. Und Töchterchen Bettina, dargestellt von Jean Seberg, findet das alles ganz okay.

Am 14. April 1965 fiel in Paris die erste Klappe für die deutsch-französisch-italienisch-schweizerische Gemeinschafts-Produktion "Diamantenbillard". Regie bei dieser Gaunerkomödie, die auf Initiative von Atlas-Chef Hanns Eckelkamp gedreht wird, führt der junge Schweizer Nicolas Gessner. Die Außenaufnahmen finden u.a. in Genf statt. (Film-Echo)
Hanns Eckelkamp ist am 5.August dieses Jahres verstorben.

"Ein verträumter Genfer Bankangestellter überlistet professionelle Einbrecher und bringt sie um ihre Diamantenbeute. Bedächtig-ironisch inszenierter Dutzendkrimi mit heiteren Akzenten und bemühter Farbfotografie." (Filmdienst)

Film-Echo-Note: 3,8 (46 Meldungen) / Erstnote: 3,4
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Jan Offline




Beiträge: 1.752

16.08.2021 12:51
#93 RE: Verschollen? Vergessen? - Filmraritäten Zitat · Antworten

Zitat von Giacco im Beitrag #92
DIAMANTENBILLARD (UN MILLIARD DANS UN BILLARD)


Der Film schreit ja förmlich nach einer digitalen Veröffentlichung, zumal die Atlas doch vor langen Jahren schon von Kinowelt gekauft wurde?!

Gruß
Jan

Giacco Offline



Beiträge: 2.322

16.08.2021 15:17
#94 RE: Verschollen? Vergessen? - Filmraritäten Zitat · Antworten

Es heißt: 1996 begann die Übergabe der Atlas-Gruppe an verschiedene Unternehmen wie Bertelsmann und Kinowelt.
Keine Ahnung, wieso es von dem Film bislang nur eine VHS-VÖ gibt.

Havi17 Offline




Beiträge: 3.700

16.08.2021 20:24
#95 RE: Verschollen? Vergessen? - Filmraritäten Zitat · Antworten

Mir ist bekannt, daß Atlas Film seinerzeit Filmmaterial verkauft hatte. Insofern gehe ich davon aus, daß nicht der ganze Stock übernommen wurde.

Gruss
Havi17

Giacco Offline



Beiträge: 2.322

30.08.2021 12:18
#96 RE: Verschollen? Vergessen? - Filmraritäten Zitat · Antworten

RIVALEN DER MANEGE (AT: MORD IN DER MANEGE - VHS Toppic)
BRD (1958) - R: Harald Philipp - DE: 18.7.1958 - FSK 12 - V: Deutsche Film Hansa
Prod.: Corona-Film, Alexander Grüter
Darsteller: Claus Holm, Elma Karlowa, Helmut Schmid, Germaine Damar, Marina Orschel, Hans von Borsody, Paul Hartmann, Loni Heuser, Kurt Waitzmann, Elke Aberle, John Schapar



Ras Tagore, genannt Bimbo, und seine Frau Marianne sind mit ihrer sensationellen Trapez- und Schleudershow die Attraktion im Zirkus Williams. Bimbos Halbbruder Kovacs, der an der Nummer beteiligt ist, würde selbst gern im Scheinwerferlicht stehen und mißgönnt ihm den Erfolg. Während einer Vorstellung kommt es zu einem folgenschweren Ereignis. Bimbo kann seine Frau nicht richtig auffangen. Sie stürzt in die Tiefe und erliegt an Ort und Stelle ihren Verletzungen. Die Polizei, die den Fall untersucht, spricht Bimbo von aller Schuld frei, doch er selbst macht sich die schwersten Vorwürfe und sucht Trost im Alkohol. Als man ihm deshalb auch noch das Sorgerecht für seine kleine Tochter entzieht, droht er völlig abzurutschen. Kovacs will die Chance nutzen, aus Bimbos Schatten zu treten und seinen Platz einzunehmen.

Liebe und Hass, Leidenschaft und Eifersucht, finstere Mordpläne und handfeste Auseinandersetzungen stehen im Mittelpunkt dieses kriminalistischen Melodrams, das im buntschillernden Zirkusmilieu angesiedelt ist. Claus Holm spielt den umjubelten Bimbo, sein von Mißgunst und Neid erfüllter Rivale ist Helmut Schmid.
Unter dem Titel "BIMBO THE GREAT" brachte der Verleih Warner Bros. den Film 1961 englisch synchronisiert in den USA heraus. Die Namen der deutschen Darsteller wurden international aufpoliert:
Claus Holm - Charles Holm
Helmut Schmidt - Henry Smith
Elma Karlowa - Eleanor Marlowe

Der Film soll zuletzt 2007 vom ZDF ausgestrahlt worden sein.

Film-Echo-Note: 3,1 (67 Meldungen)

Giacco Offline



Beiträge: 2.322

06.09.2021 12:08
#97 RE: Verschollen? Vergessen? - Filmraritäten Zitat · Antworten

NACKT WIE GOTT SIE SCHUF
BRD/Italien (1958) - R:Hans Schott-Schöbinger - DE: 28.11.1958 - FSK 18 - Prod. & V: Defir
Darsteller: Marisa Allasio, Rik Battaglia, Carl Wery, Ellen Schwiers, Christiane Nielsen, Jan Hendriks, Edgar Wenzel, Benno Kusche, Paul Bösiger, Birgit Bergen
Es tanzt: Eva Bajoratis mit ihren Mambo-Girls



Nach einem Streit, bei dem ihrem Freund Joschi die Hand ausrutschte, beschließt die hübsche Gina, in die Berge zu fahren, wo im Kloster Rosengarten Bruder Leonhard, ihr Onkel, lebt. Dort in den Dolomiten, wo sie aufwuchs, will sie über ihre Beziehung zu Joschi nachdenken. In der Nähe des Klosters befindet sich ein Barackenlager mit Arbeitern aus verschiedenen Nationen, die damit beschäftigt sind, eine neue breitere Straße in den Berg zu sprengen. Joschi, der seiner Braut nachgefahren ist, nimmt dort einen Job als Bauführer an. Doch als er Gina bittet, zu ihm zurück zu kommen, läuft sie davon. Joschi betrinkt sich und lässt sich von der Kantinenwirtin Priska abschleppen. Die Bauarbeiter, die ihr Wasser aus einem Reservoir erhalten, das zum Kloster gehört, manipulieren die Rohrleitung und leiten das Wasser direkt in ihr Lager um. Dadurch kommt es zu Auseinandersetzungen mit den Mönchen. Die Situation spitzt sich zu, bis Bruder Leonhard bei einem tragischen Unglücksfall ums Leben kommt.

Johannes Mario Simmel schrieb das Drehbuch zu dem Film, der an Originalschauplätzen in den Dolomiten gedreht wurde. Die italienischen Stars Marisa Allasio und Rik Battaglia spielen das Liebespaar, das nach einigen Irrungen und Wirrungen am Ende wieder zueinander findet. Der knorrige Carl Wery ist in der Rolle des Bruder Leonhard zu sehen. Ellen Schwiers behält als Kantinenwirtin Priska stets den Überblick und Christiane Nielsen gehört zu den Mädels, die per Bus anreisen, um den liebeshungrigen Männern, zu denen Jan Hendriks und Edgar Wenzel gehören, das Geld aus der Tasche zu ziehen.

"Der Film schlägt erwartungsgemäß unvorhersehbare Volten und Haken, um am Ende - aller weiblichen Reizdarbietungen zum Trotz - als erstaunlich strenges, dabei wundergläubiges Religionsdrama seine Vollendung zu finden." (Zeughauskino)

Film-Echo-Note: 2,8 (34 Meldungen)

Giacco Offline



Beiträge: 2.322

13.09.2021 12:24
#98 RE: Verschollen? Vergessen? - Filmraritäten Zitat · Antworten

PARADIES DER MATROSEN
BRD (1959) - R: Harald Reinl - DE: 26.11.1959 - FSK 12 - V: Ufa
Prod.: Kurt Ulrich, Berlin - Herst.-Ltg.: Heinz Willeg
Darsteller: Peter Nestler, Boy Gobert, Margit Saad, Jan Hendriks, Mara Lane, Peter Weck, Wolfgang Wahl, Bum Krüger, Karin Heske, Henri Cogan, Ralf Roberts



Bei einem Landgang in Rio lernen die beiden Seemänner Kai und Erik in einem Lokal Barbara Riccardi und ihre zwei Begleiter kennen. Ein paar zwielichtige Kneipengäste haben es auf Barbaras Schmuck abgesehen, doch Erik kann den Diebstahl verhindern. Zum Dank erhält er eine Einladung auf Barbaras Luxusyacht. Sie ist die Tochter eines millionenschweren Konzernchefs und will gemeinsam mit ihrem Verlobten Henry und ein paar Freunden Kurs auf eine abgelegene Insel nehmen, auf der sich ein Piratenschatz befinden soll. Als man das Eiland erreicht, begeben sich die Männer in zwei Gruppen auf Schatzsuche. Schlangen und Krokodile sind nicht die einzigen Gefahren, denn obendrein erweist sich Henry als ziemlich hinterhältiger Bursche. Tatsächlich wird der Schatz gefunden, doch als die Männer mit der Kiste zum Strand zurückkehren, erfahren sie von den anderen, dass sich die Besatzung mit der Yacht aus dem Staub gemacht hat.

Zwischen zwei Wallace-Filmen ("Frosch" und "Bande") inszenierte Harald Reinl für den Produzenten Kurt Ulrich diese bunte Abenteuer-Komödie. Gedreht wurde Ende August im Ufa-Atelier Berlin-Tempelhof. Für die Außenaufnahmen flog man nach Brasilien. Peter Nestler ist hier als Erik in seiner ersten Hauptrolle zu sehen. An seiner Seite Boy Gobert, der für Humor und lockere Sprüche zuständig ist. Als ebenso reiche wie attraktive Barbara Riccardi hat Margit Saad an Bord gleich mehrere Verehrer, darunter den schüchternen Peter Weck und den charakterlich nicht ganz einwandfreien Jan Hendriks. Daneben sind Wolfgang Wahl als aufrechter Kapitän sowie Bum Krüger und Henri Cogan als Ganoven zu sehen.
Interessant ist, das Kurt Ulrich kurz danach mit "Der Rächer" (Kinostart 5.8.) selbst auf den Wallace-Zug aufsprang. Drehbeginn war der 31.5.1960. Statt Karl Anton hätte er sicher gern Harald Reinl mit der Regie beauftragt, doch den hatte sich bereits die Rialto für "Die Bande des Schreckens" (Kinostart 25.8.) gesichert.

"Eine Luxus-Yacht mit reichen Mädchen und Gaunern in der Karibischen See als Schauplatz einer nach Schema gefertigten Komödie mit Schlagermusik." (Filmdienst)

Film-Echo-Note: 3,4 (72 Meldungen)

Giacco Offline



Beiträge: 2.322

20.09.2021 12:20
#99 RE: Verschollen? Vergessen? - Filmraritäten Zitat · Antworten

HEISSE ERNTE (AT: DER GUTSHERR UND DAS MÄDCHEN)
BRD (1956) - R: Hans H.König - DE: 23.11.1956 - FSK 18 - V: Kopp
Prod.: Königfilm, München (Richard König)
Darsteller: Edith Mill, Erik Schumann, Helmut Schmid, Hanna Rucker, Maria Sebaldt, Friedrich Domin, Hilde Körber, Ernst Fritz Fürbringer, Robert Freitag, Rudolf Fernau



Auschra, ein Flüchtlingsmädchen aus Ostpreußen, gehört zu den Saisonkräften, die zur Hopfenernte nach Tettnang am Bodensee gekommen sind, um für den Großbauern Stammer zu arbeiten. Obwohl dessen Sohn Konrad mit der Tochter des Gutsnachbarn verlobt ist, bahnt sich zwischen ihm und Auschra eine Love-Story an. Doch dann taucht plötzlich der gewalttätige Stanislaus auf, ein Mann aus Auschras Vergangenheit. Er macht ältere Rechte an der Erntehelferin geltend und schreckt auch vor Mord nicht zurück.

Dass es sich hierbei nicht um einen der brav-biederen Heimatfilme der 1950er Jahre handelt, belegt allein schon die FSK-Freigabe ab 18. Hans H.König, an dessen Filme sich heute nur noch wenige erinnern, hatte bereits 1952 mit "Rosen blühen auf dem Heidegrab" das Genre um einen düsteren und beunruhigenden Beitrag bereichert. "Heiße Ernte" orientiert sich ein wenig an dem italienischen Klassiker "Bitterer Reis" und bemüht sich um eine realistische Darstellung des Arbeitseinsatzes in den Hopfenanbaugebieten.
Die in Wien geborene Edith Mill verleiht mit ihrer etwas herben Ausstrahlung dem Flüchtlingsmädchen Auschra eine eigene Note. Erik Schumann ist der Sohn des Hopfenbauern, der sich ihretwegen von seiner Verlobten - gespielt von Hanna Rucker - trennt, und Helmut Schmid agiert hier als Bösewicht Stanislaus besonders eindrucksvoll. Dass der Film, wie von König vorgesehen, mit dem gewaltsamen Tod Auschras endet, wurde vom Verleih allerdings nicht akzeptiert. Deshalb wurde eine Szene nachgedreht, die dem Film leider einiges von seiner ursprünglichen Wirkung nimmt.

"Leidenschaftsdrama im Milieu der Hopfenpflücker. Sentimental, psychologisch unglaubwürdig, nur am Schluss mäßig spannend." (Filmdienst)

Film-Echo-Note: 3,5 (21 Meldungen)

Giacco Offline



Beiträge: 2.322

27.09.2021 12:53
#100 RE: Verschollen? Vergessen? - Filmraritäten Zitat · Antworten

DAS MÄDCHEN UND DER STAATSANWALT
BRD (1962) - R: Jürgen Goslar - DE: 8.3.1962 - FSK 18 - V: Nora
Prod.: Winston, Berlin (Gero Wecker)
Darsteller: Elke Sommer, Wolfgang Preiss, Götz George, Berta Drews, Agnes Fink, Paul Dahlke, Fritz Tillmann, Ann Smyrner, Horst Janson, Ann Savo, Joachim Hansen, Stanislav Ledinek, Gisela Uhlen, Matthias Fuchs, Klaus Dahlen, Camilla Spira



Weil der Freund der noch minderjährigen Renate über Nacht bei ihr blieb, wird ihre Mutter wegen Kuppelei angeklagt. Staatsanwalt Soldan, der als strenger Hüter von Sitte und Moral gilt, sorgt dafür, dass sie zu einer Zuchthausstrafe verurteilt wird. Obwohl es Renate große Überwindung kostet, da sie bei der Gerichtsverhandlung von Soldan gedemütigt wurde, stattet sie ihm einen Besuch ab und bittet ihn, ein Gnadengesuch um vorzeitige Entlassung ihrer Mutter zu befürworten. Soldan verhält sich zunächst ablehnend, doch dann verschafft er Renate einen Job im Krankenhaus und sorgt dafür, dass ihre Mutter aus der Haft entlassen wird. Er, der in einer lieblosen Ehe lebt, fühlt sich plötzlich hingezogen zu dem jungen Mädchen und möchte aus seinem bisherigen Leben ausbrechen. Aber auch Renate entwickelt Gefühle für den bedeutend älteren Mann und wird seine Geliebte.

Interessant aus heutiger Sicht ist nicht nur, dass der Film das geistig-moralische Klima der Adenauer-Republik dokumentiert, sondern auch, dass er ein Wiedersehen mit zahlreichen damals populären Schauspielern ermöglicht, denn selbst für die Nebenrollen wurden bekannte Darsteller verpflichtet. Götz George, der als Renates Freund Jochen zu sehen ist, stand nach "Die Fastnachtsbeichte" und "Unser Haus in Kamerun" ein weiteres Mal mit seiner Mutter Berta Drews vor der Kamera, die hier die Mutter von Renate spielt. Der Film wurde später vom Müller-Verleih mit dem Titel "Verrufen und doch begehrt" nochmals in die Kinos gebracht.

"Winston-Film hat in Berlin am 15.12.61 mit den Aufnahmen des Films "Das Mädchen und der Staatsanwalt" begonnen. Die Dreharbeiten werden ausnahmslos an Originalschauplätzen in Berlin stattfinden. Regisseur des Films, dessen Drehbuch von Fred Ignor stammt, ist Jürgen Goslar, der eine Reihe von Fernseh-Inszenierungen geliefert hat, aber auf dem Gebiet der Film-Regie noch ein unbeschriebenes Blatt ist. Er wird ohne Atelier arbeiten. Seine Schauspieler sind nicht geschminkt und bei der Ausleuchtung der Original-Dekorationen wird man mit Lampen sparsam umgehen. Die Produktion hat ihm ein gutes Ensemble zur Verfügung gestellt. Bei unserem Besuch im Berliner Kriminalgericht, das für die Verhandlung einen der Schwurgerichtssäle zur Verfügung stellte, erwies sich Goslar als ein Schauspieler-Führer, der seinen Standpunkt ebenso ruhig wie entschieden durchzusetzen weiß. Warten wir also ab, was er uns als Erstlingsfilm zu präsentieren vermag." (Besuch bei Dreharbeiten)

Film-Echo-Note: 4,4 (49 Meldungen) ( Erstnote: 4,1

Edgar007 Offline




Beiträge: 2.564

28.09.2021 15:56
#101 RE: Verschollen? Vergessen? - Filmraritäten Zitat · Antworten

Danke Giacco für den Tipp. Den Film werde ich mir demnächst auch mal wieder anschauen. Vor allem Wolfgang Preiss sehe ich immer sehr gerne
.

Giacco Offline



Beiträge: 2.322

28.09.2021 18:59
#102 RE: Verschollen? Vergessen? - Filmraritäten Zitat · Antworten

Wolfgang Preiss sehe ich auch immer wieder gern. Er gehörte ja über viele Jahre zu den meistbeschäftigten deutschen Schauspielern und war auch international gefragt. Zum Glück besteht die Möglichkeit, dass man sich viele seiner Kino- und Fernsehfilme heute noch anschauen kann.

Giacco Offline



Beiträge: 2.322

04.10.2021 13:01
#103 RE: Verschollen? Vergessen? - Filmraritäten Zitat · Antworten

DAS LEBEN BEGINNT UM ACHT
BRD (1961) - R: Michael Kehlmann - DE: 4.1.1962 - FSK 16 - V: Ufa Film Hansa / Nora
Prod.: Ufa Film Hansa (Utz Utermann)
Darsteller: O.E.Hasse, Johanna Matz, Helmut Wildt, Gudrun Thielemann, Gerd Vespermann, Gundel Thormann, Walter Buschhoff, Stefan Wigger, Fritz Remond jr., Hans Epskamp

https://oldthing.de/Filmprogramm-IFB-Nr-...mann-0040071366

Einst war Maximilian Thomas ein berühmter Bühnenstar, doch sein Hang zum Alkohol und die damit verbundenen Gedächtnisaussetzer beendeten seine Karriere. Nun lebt er mit seiner Tochter Kathrin in bescheidenen Verhältnissen in einem Berliner Mietshaus. Kathrin, die wegen einer Gehbehinderung alle Hoffnungen auf ein persönliches Glück längst aufgegeben hat, nimmt es klaglos hin, dass sie von ihrem egozentrischen Vater nur ausgenutzt wird. Da taucht der aufstrebende Autor Robert Hauser auf, der gerade die Aufführung seines neuen Bühnenstücks vorbereitet. Er ist von Kathrins bedingungsloser Selbstaufgabe fasziniert. Um ihr zu helfen, verschafft er ihrem Vater eine Rolle in seinem Stück. Thomas nutzt diese Chance und erhält ein Angebot für eine Theatertournee. Er soll den "König Lear" spielen. Doch dann erfährt Kathrin, dass ihr Vater schuld ist an ihrem körperlichen Handicap, von dem sie bislang glaubte, es sei angeboren.

""Das Leben beginnt um 8", dieser für die Verfilmung des englischen Bühnenstücks "Light of Heart" vom Emlyn Williams gewählte deutsche Titel entspricht der Gedankenwelt der Schauspieler. Für sie beginnt das Leben erst, wenn im Zuschauerraum das Licht ausgeht und sich der Vorhang hebt. Das Stück ging unter dem Titel "Die leichten Herzens sind" über viele deutsche Theaterbühnen und bietet einem Schauspieler wie O.E.Hasse eine großartige Rolle. Er hat Gelegenheit, die Persönlichkeit eines Menschen zu umreißen, in der sich Liebenswertes und Abstoßendes vereinen. Johanna Matz , die fest am Wiener Burgtheater engagiert war, bekam für die schöne Rolle der Kathrin einige Wochen frei. Die Rolle des Liebhabers liegt bei dem in Käutners "Schwarzer Kies" aufgefallenen Helmut Wildt. Die Handlung wurde nach Berlin verlegt und viele Szenen des Films spielen in einer typischen Mietwohnung alten Stils. Michael Kehlmann, der bisher mit vielen beachtlichen Fernseh-Inszenierungen hervorgetreten ist, erhielt hier nach "Brücke des Schicksals" seinen zweiten Filmregie-Auftrag. Er arbeitet ruhig, aber bestimmt, und diese Ruhe wird dem interessanten Stoff sicherlich zugute kommen." (Besuch bei Dreharbeiten)

Die Ufa Film Hansa ging in der Spiezeit 1961/62 in Liquidation und "Nora" übernahm den Film.
Film-Echo-Note: 5,4 (30 Meldungen)

Giacco Offline



Beiträge: 2.322

14.10.2021 12:22
#104 RE: Verschollen? Vergessen? - Filmraritäten Zitat · Antworten

TRÄNEN TROCKNET DER WIND (AT: MÄDCHEN ZWISCHEN NACHT UND MORGEN)
BRD (1967) - R: Heinz Gerhard Schier - DE: 13.10.67 - FSK 18 - V: FAS (Filmagentur Süd)
Prod.: Kerstin-Film, Düsseldorf
Darsteller: Margarethe von Trotta, Günter Becker, Hermann Holve, Ah Yue Lou, Hildegard Linden, Hannelore Niehaus



Bei einem Landgang in Hamburg verliebt sich der Seemann Bernd in die blonde Gaby. Er ist Schiffsoffizier der Handelsmarine, sie arbeitet in einer zwielichtigen St.Pauli-Bar als Striptänzerin, was sie ihm zunächst aber verschweigt. Gaby träumt davon, gemeinsam mit Bernd einen neues Leben anzufangen und beschließt, ihren Job aufzugeben. Doch dann komplizieren sich die Dinge, denn ihr Chef hat Kontakte zur Unterwelt. Als Gaby dadurch das erträumte Lebensglück mit Bernd in Gefahr sieht, kommt es zu einer Verzweiflungstat.

Weil der Film wohl nicht den erhofften Publikumszuspruch fand, titelte die FAS ihn in "Mädchen zwischen Nacht und Morgen" um.
Margarethe von Trotta gibt hier ihr Leinwand-Debüt. In den folgenden Jahren arbeitete sie mit namhafte Regisseuren wie Fassbinder oder Schlöndorff zusammen. Im Fernsehen sah man sie u.a. in drei Folgen der Serie "Der Kommissar". Erfolgreich war sie später aber vor allem als Regisseurin von Filmen wie "Heller Wahn" oder "Die bleierne Zeit", die auch international Anerkennung fanden.
Der Regisseur Heinz.G.Schier setzte mit Streifen wie "Blonde Engel sind nicht billig" und "Die Vergnügungsspalte" den hier eingeschlagenen Weg fort.

"Der poetische Titel kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich dieses Film-St.Pauli von bekannten Mustern kaum abhebt. Die gar tragische Story von Lieb´und Leid einer Auszieh-Tänzerin zeigt erneut, wie schlecht doch die Menschen sein können. Einem Seemann hat sie ihr Herz geschenkt, aber die Reeperbahn ist kein Nährboden für reine Gefühle. Die Vergangenheit und ein grausamer Gangsterboss zerstören das Glück." (Film-Echo)

"Eine Striptease-Tänzerin will mit einem Matrosen dem Hamburger Kiez entfliehen. Deftiger Sexfilm." (Choices)

Edgar007 Offline




Beiträge: 2.564

15.10.2021 08:41
#105 RE: Verschollen? Vergessen? - Filmraritäten Zitat · Antworten

Hab mir vor ein paar Tagen DAS MÄDCHEN UND DER STAATSANWALT angesehen. Hatte ihn schon länger nicht mehr gesehen, fand ihn jetzt aber ziemlich schlecht. Außer Elke Sommer - die war wirklich bezaubernd

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