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Dieses Thema hat 208 Antworten
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greaves Offline




Beiträge: 519

26.09.2016 20:38
#166 RE: RE:Bewertet: "Im Banne des Unheimlichen" (26) Zitat · Antworten

Wow👍🏻👍🏻👍🏻wann läuft der im Kino ..???

Lord Low Offline




Beiträge: 649

26.09.2016 20:50
#167 RE: RE:Bewertet: "Im Banne des Unheimlichen" (26) Zitat · Antworten

Zitat von greaves im Beitrag #166
Wow👍🏻👍🏻👍🏻wann läuft der im Kino ..???


Demnächst in deinem Heimkino.

Ray Offline



Beiträge: 1.276

21.10.2016 22:33
#168 RE: RE:Bewertet: "Im Banne des Unheimlichen" (26) Zitat · Antworten

Im Banne des Unheimlichen (BRD 1968)

Regie: Alfred Vohrer

Darsteller: Joachim Fuchsberger, Siw Mattson, Wolfgang Kieling, Pinkas Braun, Claude Farell, Hubert von Meyerinck, Ilse Pagé, Siegfried Rauch, Otto Stern, Lill Lindfors, Hans Krull, Ewa Strömberg, Thomas Danneberg, Renate Grosser, Wolfgang Spier, Jimmy Powell u.a.



Mit "Der Hund von Blackwood Castle" war man zum Jubiläum ein letztes Mal zu den Wurzeln zurückgekehrt - ein Blick zurück, wenn man so will. Nun galt es nach vorne zu schauen. Freilich machte man nicht komplett "tabula rasa", schließlich war allen voran Alfred Vohrer - das hatten die letzten beiden Filme gezeigt - voll in seinem Element und endgültig in der Farbära angekommen.

Doch auch bei der Besetzung wollte man nicht ganz auf alte Gesichter verzichten. Der Cast wird im wahrsten Sinne des Wortes von Joachim Fuchsberger angeführt, wurde doch erstmals in der Wallace-Reihe der Name eines Darstellers vor den Titel gesetzt ("Joachim Fuchsberger in..."). Damit bekannten sich die Macher nun auch symbolisch zu ihrem kaum zu ersetzenden Star und gaben ihm die redlich verdiente Sonderstellung. Nicht ausgeschlossen erscheint es allerdings, dass dies ein Zugeständnis für eine weitere Partizipation Fuchsbergers war. Aber das ist heute reine Spekulation. Ansonsten fällt auf, dass Higgins - anders als auf dem Kinoplakat - im Mantel statt im Trenchcoat ermittelt. Fuchsbergers letzter "klassischer" Auftritt darf als "gelungen" bezeichnet werden. Körperlich noch immer in erstklassiger Form (siehe Sprung über das Geländer), legt er wie schon im "Mönch" eine gesteigerte Gelassenheit an den Tag und passt sich so dem Grundton des Films ideal an. Technisch ist er zudem - ein wenig "Bond light" - gut ausgestattet und öffnet verschlossene Türen im Handumdrehen. An Fuchsbergers Seite postierte man als "Möchtegern-Emma Peel" die Schwedin Siw Mattson, die zwar ziemlich unorthodox, jedoch gleichsam erfrischend agiert. Die Konstellation hat auf alle Fälle seinen Reiz, weil so bei Wallace bis dato noch nicht vorhanden und hätte durchaus in weiteren Filmen ausgebaut werden dürfen. Neben Fuchsberger ist Pinkas Braun der einzige "Wallace-Veteran" auf der Besetzungsliste. Ihm gelingt ein beachtlicher Ausstand, indem er sich sein erarbeitetes Rollenklischee zunutze macht und so am Ende für eine Überraschung sorgt. Auf Seiten der "Neuen" fällt Wolfgang Kieling positiv auf. Obschon seine Darstellung eine Gratwanderung ist und er regelmäßig am Rande der Übertreibung wandelt, verfehlt die Performance seinen Zweck nicht. Schmerzlich vermisst hingegen wird Siegfried Schürenberg als Sir John. Auch wenn Meyerinck hier wohl noch seine beste Darbietung als Sir Arthur abliefert, kann er sein offensichtliches Vorbild doch zu keiner Sekunde ersetzen. Leiser Humor wich vorliegend plattem Klamauk. Es zeigte sich, dass Arent und Schürenberg kumulativ nicht ersetzbar waren.

"Im Banne des Unheimlichen" hätte den Auftakt für eine Reihe interessanter Wallace-Filme bilden können. Gerade in den ersten Minuten meint der geneigte Wallace-Enthusiast, die Reihe wäre bereit, "den nächsten Schritt" zu gehen. Der an Bond orientierte Titelsong mit Ohrwurmpotential, die London-Aufnahmen, die vielen Kulissen - alles wirkt einen Ticken aufwendiger und - nicht zuletzt wegen der Besetzung - internationaler. Neben dem Titellied gelingen Peter Thomas weitere wunderbare Melodien, die z.T. ein wenig an die Untermalung in italienischen Thrillern dieser Zeit erinnern. Das Phantom, die "lachende Leiche" (so auch der Arbeitstitel) konkurriert mit dem "Mönch" um den Titel des besten Killers. Ein Mann mit Totenkopf, Zylinder, Umhang und ausgestattet mit einem tödlichen Ring, stets schaurig-schön in grüner bzw. roter Farbe angeleuchtet, dazu wieselflink. Kein Wunder, dass die "lachende Leiche" als Vorlage für die "Wixxer"-Filme diente. Da ließ es sich Alfred Vohrer nicht nehmen, ihr höchstselbst seine Stimme zu leihen.

Die Story ist ein typischer Whodunit nach Wallace-Manier, der konsequent die Horror-Elemente der letzten drei Filme fortführt. So sind es letztlich auch die Auftritte der "lachenden Leiche", die den Film zu einem Vergnügen für große Kinder machen. Das Phantom wird äußerst prägnant und mit inszenatorischer Rafinesse präsentiert. Negativ fallen der überzogene Auftritt Meyerincks, der in der Breite nicht ganz so hochwertige Cast und die etwas merkwürdige Figur Ramiros (grüne Hautfarbe?) ins Gewicht. Auch über das ein oder andere Dekor (Tigertisch mit Fell) kann man heute nur staunen. Alles ein bisschen "trashy", aber immer noch höchst liebenswert.


Der aufmerksame Zuschauer erkennt in "Im Banne des Unheimlichen" interessante neue Facetten (Titelsong, Figurenkonstellation Higgins/Ward), ohne jedoch bekannte Stärken wie insbesondere die lieb gewonnenen Horror-Elemente zu vermissen, sieht man einmal davon ab, dass mit dem Wechsel Schürenbergs zu Meyerinck das Humor-Niveau zum Sinkflug ansetzt. Ein vermeintlich vielversprechender Wendepunkt. 4,5 von 5 Punkten.

greaves Offline




Beiträge: 519

22.10.2016 08:57
#169 RE: RE:Bewertet: "Im Banne des Unheimlichen" (26) Zitat · Antworten

Das war mein erster Wallace den ich vor ca 25 Jahren im TV das erste mal ganz sah.dieser Film hat Bei mir immer einen besonderen Reiz.
Die Schauspieler,die Drehorte ,die Story usw. Typischer Vohrer Film.
Die Schauspieler passen sehr gut in diesen Film.wolfgang Kieling "rockt"diesen Film.PINKAS BRAUN-Mister mysteriös persönlich.
Der in die Jahre gekommene Joachim Fuchsberger macht sein Ding gut und passt gut in diesen Film. Obwohl ich mal hier im Forum gelesen habe,dass jemand Heinz Drache gern gesehen/gepasst hätte.Mit diesem Gedanken könnte ich mich auch anfreunden.
Für mich persönlich der beste farb Wallace ,dicht gefolgt vom Hund von Blackwood Castle.

patrick Offline




Beiträge: 3.108

22.10.2016 09:36
#170 RE: RE:Bewertet: "Im Banne des Unheimlichen" (26) Zitat · Antworten

Zitat von Ray
...dass mit dem Wechsel Schürenbergs zu Meyerinck das Humor-Niveau zum Sinkflug ansetzt.


Wie wahr wie wahr....Der Film ist sonst wirklich gut.

Ray Offline



Beiträge: 1.276

22.10.2016 11:01
#171 RE: RE:Bewertet: "Im Banne des Unheimlichen" (26) Zitat · Antworten

Ja, mit Schürenberg in der Form von "Mönch" oder "Hund" hätte es wohl locker zur Höchstwertung gereicht. Sehr schade.

Insgesamt fällt bei dem Film auf, dass er sich trotz des recht klassischen Milieus (Kirche, Friedhof, Krankenhaus...) klar zu der Zeit bekennt, in der er entstanden ist. Neben dem Emma-Peel-Zitat gibt es wie schon im Vorgänger eine Bemerkung zu den Beatles. Außerdem proklamiert Peggy Ward gegenüber Higgins "Make love not war".

Lord Low Offline




Beiträge: 649

17.07.2017 21:43
#172 RE: RE:Bewertet: "Im Banne des Unheimlichen" (26) Zitat · Antworten

Kann es sein, dass bei den Dreharbeiten in London nicht abgesperrt wurde und die Passanten einfach hinten vorbeigelaufen sind? Es wirkt zumindest so, als ob die Leute im Hintergrund verwundert in die Kamera gucken würden.

Lord Low Offline




Beiträge: 649

18.07.2017 10:07
#173 RE: RE:Bewertet: "Im Banne des Unheimlichen" (26) Zitat · Antworten

Noch eine Frage: Wo wurden denn die Außenaufnahmen vor dem Krankenhaus gedreht?

Baal1985 Offline



Beiträge: 53

10.12.2017 16:40
#174 RE: Bewertet: "Im Banne des Unheimlichen" (1968, 26) Zitat · Antworten

Ich habe mir den Film heute nach Jahren wieder einmal angesehen.

Musik: Eine wundervolle Arbeit von Peter Thomas. Die Melodien sind prägnant und fangen die Stimmung des Films ein. Auch die Idee ein Gesangsstück als Titellied zu verwenden funktioniert wunderbar. 5/5 Punkte.

Schauspiel: Es gibt zunächst kein Darsteller, der wirklich negativ auffällt. Besonders hervorzuheben ist hier in meinen Augen Wolfgang Kieling als Sir Cecil Ramsey. Mal berechnend, mal dem Wahnsinn nahe oder ihm schon verfallen. Auch das Paar Mattson- Fuchsberger treibt mir immer wieder ein Lächeln ins Gesicht. Der Zuschauer merkt, dass sie mal gegen- manchmal miteinander arbeiten. Mal ist Inspektor Higgins von ihr vollkommen entnervt, mal ist er von ihr hingerissen. Gut gefallen mir auch Nebendarsteller wie Hans Krull als dubioser Pfarrer oder Pinkas Braun.

Hubert von Meyerinck finde ich in seiner Albernheit auch grenzwertig, aber nicht übertrieben. Irgendwie schafft er es doch an entscheidenden Stellen immer noch ernstzubleiben. Da finde ich seine Darbietungen in "Der Mann mit dem Glasauge" oder " Der Gorilla von Soho" deutlich schlechter. 4/5 Punkte.


Handlung: Die Geschichte ist klar formuliert. Nach dem Tod eines Adligen versterben plötzlich eine Reihe von Menschen.Keiner weiß zunächst warum, aber irgendwie läuft alles auf den Bruder des Toten hinaus.
Auch gibt es nicht zu wenige Verdächtige, sondern viele zwielichtige Gestalten, deren Rolle teilweise erst ganz Ende erklärt wird.
Damit kommen wir auch zu dem größten Schwachpunkt des Films, die Auflösung. Ein einfacher Monolog von Schwester Adela, wie sich alles verhalten hat, ist mir entschieden zu wenig. Auch erscheint mir die Tatsache, dass Ramiro nur aufgrund seiner grünen Haut von keinem im Dorf erkannt wird reichlich unglaubwürdig. 4/5 Punkte.

Fazit: Ein wirklich gelungener Farbwallace , vielleicht sogar der beste der Reihe. Schade, dass es zu wenig von dieser Sorte gibt.

Gubanov Offline




Beiträge: 16.063

25.05.2019 06:25
#175 Wallace der Woche (29): Im Banne des Unheimlichen (1968) Zitat · Antworten



Edgar Wallace: Im Banne des Unheimlichen

„Wenn es hinterher in jeder Zeitung steht, erfährt’s sogar die Polizei“, wusste schon Nelly Oaks im „Gasthaus an der Themse“. In „Im Banne des Unheimlichen“ findet sich nun die Bestätigung dieser lästerlichen Theorie: Inspektor Higgins und Sir Arthur gehen dem Fall zumindest anfänglich nur wegen des großen Medienechos nach, bevor sie dann über mehrere Leichen stolpern, die garantiert nicht mehr lachen.

Mit dem „Knochenkopp“ oder „Zombie“ bewies Alfred Vohrer erneut sein Händchen für ikonische Mörderfiguren. Diese und die entsprechend gruselige Atmosphäre sorgen dafür, dass „Im Banne des Unheimlichen“ traditionell im Rahmen der Farbwallaces positiv rezipiert wird. Zugleich läutet der Film trotz zahlreicher Parallelen zu den vorangegangenen Vohrer-Krimis allein schon wegen des Wechsels von Siegfried Schürenberg zu Hubert von Meyerinck eine neue Phase ein. Wie sehen die Meinungen zum Film im Jahr 2019 aus?

Links:

Platzierung im Edgar-Wallace-Filmgrandprix 2014: Platz 18 von 36 (71,60 %)

Count Villain Offline




Beiträge: 4.241

25.05.2019 09:42
#176 RE: Wallace der Woche (29): Im Banne des Unheimlichen (1968) Zitat · Antworten

The Space of Today…

Füllen wir doch die Leere der heutigen Zeit mal mit einer Rezension von „Im Banne des Unheimlichen“. Vor einiger Zeit hätte ich den Film noch ohne zu zögern als meinen Lieblings-Farb-Wallace bezeichnet. Jetzt wäre ich mit dieser Äußerung schon etwas zögerlicher. Allerdings – so möchte ich betonen – liegt das weniger an der Qualität des „Unheimlichen“ als an dem Umstand, dass ich im Zuge der wöchentlichen Sichtungen nun auch wieder „Peitschenmönch“ und „Hund“ für mich wiederentdeckt habe.

Constantin Film bringt: Einen Alfred Vohrer Film

Spätestens jetzt mit dem vierten Film in Folge sind die Namen Vohrer und Wallace zu Synonymen geworden. Es scheint den einen ohne den anderen nicht mehr geben zu können. Dennoch sieht man sich bei diesem Film einigen wichtigen Änderungen gegenüber, die gerade zur richtigen Zeit kommen, um der Reihe ein wenig frischen Wind zu geben.

Natürlich, man bleibt dem Prinzip des humoristisch aufgelockerten Gruselkrimis mit Fokus auf temporeicher Unterhaltung treu, aber: Wo sind die Schlangen? Wo sind die Gimmicks? Wo ist die Verbrecherpyramide? Endlich hat man es mal wieder mit einem Einzeltäter zu tun (duldende Mitwisserin mal außen vor gelassen), der – man glaubt es kaum – auch noch selbst mordet! Und das sogar ziemlich stringent. Was für eine erfrischende Abwechslung ist es doch, wenn man einmal dem Drehbuch eines anderen Autoren eine Chance gibt.

Sir John wäre das nicht passiert!

Natürlich lassen sich auch hier wie bei beinahe allen Farbfilmen gewisse Parallelen zu ähnlich gelagerten Schwarz-Weiß-Pendants finden. Im Falle des kostümierten Rächers selbst erlittenen Unrechts drängt sich natürlich „Der grüne Bogenschütze“ auf. Und hier wie dort wird Scotland Yard letztendlich zum Komplizen des Täters, indem der letzte und entscheidende Mord nicht verhindert wird. Während beim Bogenschützen nach wie vor unklar ist, warum man Bellamy nach der Befreiung von Elaine nicht direkt verhaftet hat, liegt die Schuld hier eindeutig bei dem ignoranten Eifer des neuen Yard-Chefs. Da hat man wohl doch den Falschen pensioniert.

London Calling

Nachdem der „Hund“ irgendwie aus Raum und Zeit gefallen schien, finden wir uns im „Unheimlichen“ nicht nur in den Swinging Sixties, sondern nach mehreren Filmen auch eindeutig im Vereinigten Königreich wieder. Neben den London-Aufnahmen ist es vor allem das Multi-Kulti vor (Casper, Ramiro, Restaurant, Bar) und hinter (Mattson, Strömberg, Lindfors, Powell) der Kamera, das für eine ungemein hohe britische Atmosphäre und einen Flair von Internationalität sorgt.

Von internationalem Format ist auch die schauspielerische Leistung Wolfgang Kielings. Sein Mitwirken ist eine enorme Aufwertung der Reihe. Sein Gastspiel beeindruckt. Weniger einnehmend fand ich dieses Mal allerdings Siw Mattson, die auch (oder vielleicht sogar besser?) in eine Schlagerkomödie der Zeit gepasst hätte und aus sich selbst heraus trotz ordentlicher Rollenanlage und Emma-Peel-Dress kaum Krimi-Atmosphäre zu versprühen vermag. Weitaus besser gelingt das schon den zwielichtigen Damen Farell, Grosser und Schneider. Auch die Herren Braun und Spier wissen Akzente zu setzen. Hans Krull fand ich dagegen immer etwas unscheinbar und Rauch ist als Klinikchef bei weitem nicht so überzeugend wie als Kleinganove. In seinem Fall würde ich tatsächlich von Fehlbesetzung sprechen. Da wäre weitaus mehr möglich gewesen!

Allerdings, wenn man bedenkt, was einem die anderen Akteure bieten, ist das Jammern auf hohem Niveau. Von Meyerinck eingeschlossen. Sein Zusammenspiel mit Fuchsberger funktioniert – obwohl etwas weniger herzlich anmutend – fast ebenso gut wie das zwischen Fuchsberger und Schürenberg. Abgesehen davon sollte Sir Arthur im Folgefilm noch dümmer und lüsterner werden. Ich freue mich darauf. Nicht. Hier macht er jedoch – gerade auch im nächtlichen Feldeinsatz – keine so schlechte Figur. Ein schöner Seitenhieb ist auch sein Satz: „Ich finde es wirklich albern, dass Sie sich die Geheimnisse immer bis zum Schluss aufsparen, Higgins.“ Bedenkt man die finalen Enthüllungen im letzten Higgins-Film „Der Mönch mit der Peitsche“, trifft diese Bemerkung wirklich voll ins Schwarze!

Ich heiße Lars und komm‘ vom Mars…

… möchte man angesichts der Maske von Mosbacher zusammen mit Jürgen von der Lippe singen. Womit wir nach all dem Licht bei der Schattenseite des Films angelangt wären. Was nützt es, Abstand von hanebüchenen Gimmicks zu nehmen, wenn stattdessen ein Major Plot Point einfach nicht stimmig ist? Nicht nur, dass einem ein grünes Männchen als Kreole angedreht wird, der Zuschauer soll auch noch schlucken, dass niemand Sir Oliver in dieser Aufmachung erkennt. Nein, da hätte es zwingend eine andere Lösung geben müssen. Da war ja selbst Limes Portland noch besser verkleidet. Und der war schon grenzwertig. Abgesehen davon steht es überdies auf wackligen Beinen, dass eine Uhr neben der Leiche ausgereicht haben soll, um Sir Oliver nach dem Flugzeugabsturz zu identifizieren. Warum hat man dort nicht schon den Stahlnagel in der Hüfte gesucht?

Ein bisschen konstruiert auch, dass Prof Bound die Schwester des verunglückten Flugkapitäns ist. Andererseits ist es natürlich auch wieder ein wallace-typisches Stilmittel, dass am Ende alle irgendwie miteinander verbunden sind.

Was schließlich den „Knochenkopp mit dem Zylinder“ angeht, empfand ich dessen Wirkung als schwankend zwischen lächerlich, absurd und wirklich unheimlich. Als positives Beispiel für Letzteres sei exemplarisch der Überfall auf Peggy Ward in ihrer Wohnung genannt. Wirkungsvoll eingefangen mit Gruselfilm-Qualität.

Fazit

Schluckt man die offensichtliche Kröte „Ramiro“, bietet der Film beinahe alles, was man sich für einen thrilligen Gruselkrimi wünscht. Stimmungsvolle Aufnahmen, akzentuierende Musik, zwielichtige Gestalten, Tempo sowie eine überdurchschnittlich schlüssige Story. Einzig die Kamera war mir bisweilen etwas zu dicht an den Personen dran, so dass mir Bild und Atmosphäre etwas beengt vorkamen. Insgesamt das Potential nicht ganz ausgeschöpft, aber ein Highlight nichtsdestotrotz.

Baal1985 Offline



Beiträge: 53

25.05.2019 10:51
#177 RE: Wallace der Woche (29): Im Banne des Unheimlichen (1968) Zitat · Antworten

Kann dir weitesgehend zustimmen.

Die Auflösung bleibt für mich der einzige Schwachpunkt des Films. Die Idee mit Ramiro erscheint doch recht fragwürdig. Und, dass nur ein Monolog von Schwester Adela die ganzen Toten verbindet, ist für meinen Geschmack etwas zu wenig. Ich hätte mir gewünscht, dass diese vorher mehr miteinander interagieren. Gerade das "Katz-und-Maus-Spiel" zwischen Fuchsberger und Mattson finde ich auch nach all den Jahren wunderbar mit anzusehen.

Peggy, haben sie noch die Fotos von Sir Olivers Beisetzung?

Ja.

Ich brauch sie,alle!

Sie liegen in meiner kleinen Dunkelkammer.

Is' da auch 'ne Couch?


Insgesamt ist der Film für mich ein wirklich gelungener Versuch die Reihe zu modernisieren. Leider hat man davon nicht mehr gesehen.



Ich stufe den Film persönlich nur noch besser ein als z.B. "der Mönch mit der Peitsche" weil dort die Auflösung für mich hochgradig unlogisch ist. Drei Mädchen müssen sterben um die Aufmerksamkeit von der vierten abzulenken. Für mich klingt das eher nach:"Ein Mord ist zu wenig für 90 Minuten." Die Chance, dass bei einem von drei Mädchen entdeckt wird, dass es sich um keinen natürlichen Tod handelt, ist doch viel höher, als wenn ich nur eine Tote habe. Außerdem entdeckt Inspektor Higgins ja relativ schnell, dass Anne Portland "etwas mehr zu bieten hat" als die anderen drei. Also funktioniert die Idee des Mörders ja schon während des Films nicht.

Count Villain Offline




Beiträge: 4.241

25.05.2019 11:15
#178 RE: Wallace der Woche (29): Im Banne des Unheimlichen (1968) Zitat · Antworten

Zitat von Baal1985 im Beitrag #3
Drei Mädchen müssen sterben um die Aufmerksamkeit von der vierten abzulenken.


Das ist eigentlich ein klassisches Motiv, das bereits Agatha Christie verwendet hat ("Die Morde des Herrn ABC"). Von daher fällt es mir relativ leicht, das zu schlucken.

Baal1985 Offline



Beiträge: 53

25.05.2019 11:33
#179 RE: Wallace der Woche (29): Im Banne des Unheimlichen (1968) Zitat · Antworten

Ah, ok. Ich kenne die Geschichte noch gar nicht. Ich wollte mir einmal die Version mit John Malkovich ansehen, habe aber nach 15 Minuten wieder abgeschaltet. Irgendwie bin ich damit nicht warm geworden.

tilomagnet Offline



Beiträge: 539

25.05.2019 14:36
#180 RE: Wallace der Woche (29): Im Banne des Unheimlichen (1968) Zitat · Antworten

Count Villain hat schon viele richtige Punkte angesprochen. Ein paar Kommentare von meiner Seite:

Sir Arthur: Mit dem Wechsel von Sir John auf Sir Arthur hat man der Reihe und von Meyerinck keinen Gefallen getan. Auch wenn HvM eine gute Leistung abliefert, so gehört einfach Schürenberg in diese Rolle. Zumal er Drehbuch-bedingt keine neuen Akzente setzen kann, weil die Rolle einfach zu läppisch angelegt ist.

Remake: Nicht der BOGENSCHÜTZE stand hier Pate, sondern wohl offensichtlich die BANDE DES SCHRECKENS. Die Parallelen zwischen Shelton und dem Zombie sind klar. Auch den Suizid der (Haupt-)Täterin durch eine Giftnadel hat man gern übernommen.

The Space of Today: Wie schon beim HUND probierte man auch hier beim Titelsong neue Wege. Der Song hat absolutes Ohrwurm Potential. Dass er ziemlich dreist Shirley Bassey imitiert, sei geschenkt.

Pinkas Braun: Hat hier leider einen total unscheinbaren Auftritt und Abschied von der Wallace Reihe. Mit ihm und Wolfgang Kieling im Ensemble hätte man wirklich ehrinnerungswürdige Szenen schaffen können. Leider typisch für die Farb - Filme, dass sie verdiente Darsteller total verheizt. Jan Hendricks und Heinz Spitzner erging es genauso im MÖNCH.

Blacky: Hat hier seinen besseren Auftritt in Farbe. Hat nichts von seinem Charisma und seiner Dynamik eingebüst und zeigt eindrucksvoll, dass Leipnitz und Stoll und wie sie alle heißen, eben nur mehr oder weniger gute Vertreter sind, aber nie ein gleichwertiger Ersatz.

Fazit: IM BANNE DES UNHEIMLICHEN ist ein guter Farb-Wallace, der die Erwartungen des Publikums durchaus erfüllen kann. Vohrer inszenierte hier mit deutlich mehr Sorgfalt als im HUND, was ihm spürbar zu Gute kommt. Mit einer dezenteren Maskerade des Zombies und ohne den giftgrünen Ramiro wäre der Film aber noch besser geworden. 4/5 Punkten.

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