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Dieses Thema hat 131 Antworten
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Joachim Kramp Offline




Beiträge: 4.901

27.08.2009 19:15
#76 RE: RE:Bewertet: "Das Verrätertor" (18) Zitat · antworten

Zitat von Scarpine
So, jetzt habe ich es auch endlich einmal geschafft mich in diesem Forum anzumelden.

Wie ihr euch natürlich hier alle denken könnt bin ich auch ein großer Edgar Wallace-Fan.
Auch wenn hin und wieder immer mal ein Werk des Altmeisters lese, bin ich doch primär ein Fan der Rialto-Reihe und über die auch überhaupt erst zum Thema "Edgar Wallace" gekommen. Daher möchte meinen Einstand hier im Forum mit einem Review des Filmes absolvieren, der mich seinerzeit zum Fan machte: DAS VERRÄTERTOR

Mir ist bekannt, dass der Streifen bei manchen Fans nicht sonderlich geschätzt wird. Es gibt keine klassische Tätersuche und keinen charismatischen Hauptdarsteller wie Joachim Fuchsberger oder Heinz Drache. Darüber hinaus ist der Streifen von Freddie Francis untypisch für die Serie und erinnert eher an Jules Dassins "Topkapi", als an die typischen, deutschen Wallace-Filme eines Alfred Vohrer oder Harald Reinl. Subjektiv wird dem Film zudem immer vorgeworfen langatmig und spannungsarm zu sein. Manche Kritikpunkte kann ich verstehen, andere wiederum sind mir gänzlich unverständlich. Daher möchte nun meinen Eindruck über den 18. Film der Edgar Wallace-Serie schildern:


Die Schauspieler:
Das Schauspiel-Ensemble ist zwar wirklich nicht so schillernd wie bei manchen anderen Wallace-Filmen, trotzdem fällt kein Darsteller wirklich negativ aus dem Rahmen. Gary Raymond und Catherine Schell geben ein glaubhaftes Liebespaar ab. Raymond absolviert seine Doppelrolle überzeugend, während Catherine Schell im Vergleich zu anderen Hauptdarstellerinnen doch etwas blass erscheint. Dennoch gibt es an ihrem Spiel nicht wirklich etwas auszusetzen. Während der souveräne Albert Lieven mit gewohnter Klasse auftritt, ist Eddi Arent in seiner Rolle ähnlich wie in „Zimmer 13“ und „Die Gruft mit dem Rätselschloss“ teilweise störend und macht dem Zuschauer den Filmgenuss an der einen oder anderen Stelle etwas leidlich. Prächtig agiert hingegen Margot Trooger die, nach ihrer Rolle als Ehefrau des Hexers, hier kongenial die verschlagene Dinah Pawling verkörpert. Auch Klaus Kinski liefert als stoischer Killer Kane einen seiner besseren Auftritte innerhalb der Reihe ab. In Nebenrollen können zudem Anthony James und Edward Underdown überzeugen, ohne allerdings besonders hervorzustechen.

Die Musik:
Die Filmusik von Peter Thomas ist ganz ordentlich und vermag es das Geschehen atmosphärisch zu bereichern. Besonders das Titelstück ("Theme for Lucy") gehört zu seinen besseren Arbeiten für die Serie.

Die Regie:
Der Brite Freddie Francis, der ansonsten britische Horrorfilme drehte und als Kameramann 2 Oscars gewann, liefert einen schnörkellosen Kriminalthriller ab. Die Londonstimmungen und die interessanten Nachtaufnahmen beim Einbruch tun der Atmosphäre merklich gut. Das Drehbuch ist gut, hätte bezüglich des Tempos aber auch noch die eine oder andere Korrektur verkraften können. Zudem fehlt doch ein richtiger Höhepunkt. Gerade das Finale auf dem Schiff ist doch etwas enttäuschend, wenn man bedenkt, dass ausgerechnet der trottelige Hector die Bedrohung durch Kane beendet. Francis hat insgesamt gute Arbeit geleistet. Besonders die Flucht zu Beginn, die Ermordung von King mit dem Parallelschnitt und der Verrat des Gaunerpärchens mit anschließender Flucht sind sehr spannende und interessante Passagen.

Die Schauplätze & Sets:
London gibt es mal nicht aus der Konserve. Der Dreh an Originalschauplätzen hat dem Film merklich gut getan. Die Atmosphäre des Films wird durch die dadurch erweckte Authentizität enorm bereichert. Was die Sets betrifft, fällt nichts negativ auf, allerdings wird auch nichts wirklich Beeindruckendes geboten.

Insgesamt: Ein gelungener und unterhaltsamer Kriminalfilm. Aufgrund fehlender Höhepunkte kann sich mal eine Länge einschleichen. Das machen die guten Darsteller, die superbe Atmosphäre und die spannende Regie aber mühelos wieder wett. Immer noch einer meiner Favoriten, wenn auch nicht DER Lieblingsfilm der Serie.

7 von 10 Punkten

P.S.: Weis zufällig jemand, welchen Wagen Dinah Pawling in dem Film fährt?


Zunächst herzlich willkommen im Edgar-Wallce-Forum.

Zudem ein herzliches Willkommen im Club der Fans von "Das Verrätertor".

Treffend hast Du vor allem die Figur Hector (Eddie Arent) beschrieben. Im Originaldrehbuch von Dr. Hanns Wiedmann war Hector noch der Sohn der Putzfrau von Scotland Yard und ermittelte gemeinsam mit ihr den Fall "Verrätertor". Der Oroginaldroman von Edgar Wallace gehört für mich zu den besten die er je geschrieben hat. Leider mussten zwei dramaturgische Romanstränge weggelasen werden.

Joachim.

Scarpine ( gelöscht )
Beiträge:

27.08.2009 19:34
#77 RE: RE:Bewertet: "Das Verrätertor" (18) Zitat · antworten

@ Joachim Kramp

Vielen Dank!

Bevor jemand fragt, ich bin übrigens derselbe Scarpine wie im James Bond - Forum. Grüße an dieser Stelle an Count Villain, mit dem ich bereits in einem gesonderten Thread im besagten Forum über die Edgar Wallace-Filme diskutierte.

Den Roman kenne ich auch. Da wurde für den Film ja wirklich vieles verändert und es fehlen ja auch etliche Personen wie der Fürst von Kishlastan oder die Lady Cynthia. Es ist nur eben fraglich, ob alle diese Handlungsstränge auch in den Film gepasst hätten. Aber wer weis? Vielleicht wird der Roman ja irgendwann einmal neu verfilmt und dann finden diese Handlungselemente vielleicht auch Einzug in das Drehbuch.

Noch mal zu meiner Frage. Ich habe im Internet schon gesucht. Der Wagen, den Margot Trooger fährt, könnte ein Jaguar (evtl. Mark 10) sein. Kann das jemand bestätigen oder widerlegen?


Blap Offline




Beiträge: 1.128

06.04.2010 23:15
#78 RE: RE:Bewertet: "Das Verrätertor" (18) Zitat · antworten

Das Verrätertor (Deutschland 1964, Originaltitel: Das Verrätertor)

Der zwielichtige Geschäftsmann Trayne (Albert Lieven) plant den ganz grossen Coup. Er will die Kronjuwelen aus dem Tower of London rauben. Dazu hat er eine Truppe abgebrühter Profis um sich geschart, unter anderem die kühle Blondine Dinah (Margot Trooger) und den eiskalten Killer Kane (Klaus Kinksi, der in der deutschen Fassung mit seinem echten Namen angesprochen wird). Ein Mosaikstein fehlt Trayne allerdings noch zur perfekten Ausführung seines Planes. Der Stäfling Graham (Gary Raymond) sieht dem Wachoffizier Dick Lee-Carnaby (Gary Raymond) zum verwechseln ähnlich, ergo verhilft man Graham zur Flucht aus dem Knast und weiht ihn in seine Rolle ein. Da dem jungen Mann sowieso jegliche Perspektive fehlt, willigt er nach anfänglicher Skepsis ein, denn immerhin locken 25.000£. Graham beobachtet -unter der Aufsicht Dinahs- den Offizier, studiert sein Verhalten ein, jede kleine Geste muss sitzen um keinen Verdacht zu erregen. Besonders pikant: Dicks Freundin, die hübsche Hope (Catherine Schell), arbeitet als Sekretärin für Trayne, ohne Ahnung von den Umtrieben ihres freundlichen Chefs zu haben. Doch wenn an einem Unternehmen viele Menschen beteiligt sind, weckt dies Begehrlichkeiten, Gier und Neid. Dinah möchte gern ein grösseres Stück vom Kuchen abbekommen, geschickt nutzt sie Graham für ihre Interessen. Der grosse Tag des einträglichen Beutezugs naht. Die Polizei ahnt von nichts, obwohl der eifrige Tourist Hector (Eddi Arent) den Gesetzeshütern Hinweise auf merkwürdige Vorgänge im Umfeld von Dinah liefert...

"Das Verrätertor" ist die achtzehnte Edgar Wallace Verfilmung von Rialto. Für diesen Film griff man auf die Dienste des englischen Regisseurs Freddie Francis zurück, der auch für die britische Filmschmiede Hammer einige schöne Beiträge inszenierte. Überhaupt ist dieser Wallace Streifen deutlich "echt britisch" angehaucht. So stammt die endgültige Version des Drehbuchs aus der Feder von Jimmy Sangster, dem Hammer Leib-und-Magen-Autor. Ferner wurde in englischer Sprache gedreht, wobei die deutschen Darsteller in der synchronisierten Fassung sich erfreulicherweise selbst sprechen durften. Trotzdem hört sich diese Bearbeitung teils ein wenig seltsam an, was mir besonders bei Eddi Arent aufgefallen ist. Der Film ist durchaus spannend geraten und leistet sich keine nennenswerten Hänger. Kurzzeitig wird es regelrecht frivol, als Eddi Arent einen fragwürdigen Club aufsucht, blitzt kurz eine blanke Brust auf. Wenn ich mich nicht täusche, kam dies zuvor nur in "Zimmer 13" vor. Ein anprangerungswürdiger Skandal! Das Finale macht richtig Laune und lässt den Zuschauer mitfiebern. Die "Guten" kommen insgesamt ein wenig blaß rüber, denn Gary Raymond ist ein doch recht unscheinbares und schmächtiges Bürschlein, er kommt in der Rolle des Gauners eindeutig besser rüber. Dafür ist Catherine Schell eine echte Augenweide, und Eddi Arent hat hier einen seiner ordentlichen Wallace Auftritte. Albert Lieven passt perfekt in die Rolle des cleveren Trayne, der allerdings seine "Untergebenen" sträflich unterschätzt. Der Star des Films ist für mich eindeutig Margot Trooger, welche die hinterlistige Verdorbenheit ihrer Figur sehr überzeugend spielt. Klaus Kinski kaut ständig an seinen Fingern herum, was auf Dauer doch ein wenig unappetitlich wirkt, aber man kennt ja seine Neigung zur Übertreibung. Die Abwesenheit von "Standardgesichtern" wie Joachim Fuchsberger, Heinz Drache und Siegfried Schürenberg gibt dem Film eine zusätzliche Frische und Eigenheit, obwohl ich zugeben muss, dass ich Blacky schon ein wenig vermisse.

Zwar gehört "Das Verrätertor" nicht zu bekannstesten und erfolgreichsten Wallace Verfilmungen, aber der Film leistet sich eine angenehme Eigenständigkeit, selbstverständlich ohne dabei völlig aus dem Rahmen zu fallen. Ich wurde knapp 85 minuten gut unterhalten, was will man mehr? Sicher kein Wallace aus der Spitzengruppe, aber ohne Zweifel unterhaltsamer als Bodensatz wie "Die seltsame Gräfin" oder "Die Gruft mit dem Rätselschloss". Die Universum DVD bietet gewohnt ordentliche Qualität, wie üblich ist die Box der Einzelscheibe vorzuziehen. In der "Edgar Wallace Edition 5" sind ferner enthalten:

- Die Gruft mit dem Rätselschloss
- Wartezimmer zum Jenseits (Kein Wallace, jedoch ein unterhaltsamer Vohrer Film. Ebenfalls von Rialto produziert).
- Neues vom Hexer

Weniger als 7/10 (gut) möchte ich nicht auf den Tisch packen, obwohl mir der ebenfalls mit 7/10 bewertete "Wartezimmer zum Jenseits" ein klein wenig sympathischer ist. Aber da der Vergleich sowieso leicht hinkt, will ich nicht in Haarspaltereien verfallen!

Lieblingszitat:

"Was haben Sie mit mir vor?"
"Halts Maul."

***

Vom Ursprung her verdorben

Joachim Kramp Offline




Beiträge: 4.901

07.04.2010 08:56
#79 RE: RE:Bewertet: Zitat · antworten

Zitat von Blap
Das Verrätertor (Deutschland 1964, Originaltitel: Das Verrätertor)


"Das Verrätertor" ist die achtzehnte Edgar Wallace Verfilmung von Rialto. Kurzzeitig wird es regelrecht frivol, als Eddi Arent einen fragwürdigen Club aufsucht, blitzt kurz eine blanke Brust auf.


Diese Szene wurde 1964 dem Besucher vorenthalten denn ansonsten hätte der Film damals eine FSK-Freigabe 18 Jahren. Wegen der Freigabe 12 Jahre wurde die Szene geschnitten und uns erst allen mit der Box-Veröffentlichung von 2004 vorgeführt.

Übrigens wurde das Drehbuch bereits 1961 von Dr. Hanns Wiedmann (Johannes Kai) im Anschluß von "Der Banknotenfälscher" verfasst und sollte 1962 als JUbiläumsfilm Nr.12 erscheinen. Aber aus produktionstechnischen Umständen verzögerten sich die Produktion bis ins Jahr 1964.

Joachim.
*Filme bleiben ewig jung!*

Havi17 Offline




Beiträge: 2.945

07.04.2010 10:32
#80 RE: RE:Bewertet: "Das Verrätertor" (18) Zitat · antworten

Zitat von Blap
Das Verrätertor (Deutschland 1964, Originaltitel: Das Verrätertor)

Weniger als 7/10 (gut) möchte ich nicht auf den Tisch packen, obwohl mir der ebenfalls mit 7/10 bewertete "Wartezimmer zum Jenseits" ein klein wenig sympathischer ist. Aber da der Vergleich sowieso leicht hinkt, will ich nicht in Haarspaltereien verfallen!

Lieblingszitat:

"Was haben Sie mit mir vor?"
"Halts Maul."

Dem Lieblingszitat kann ich voll zustimmen. Was die Bewertung angeht, ich bin kein WhoDoneIt-Fanastist, so sehe ich eher mehr. Das Verrätertor liegt bei mir, gerade wegen der Atmosphäre, der besonders gelungenen Musik, wegen der hohen, bravourösen Spielanteile von Eddie Arent und dem hohen Wiederholungsfaktor ganz klar auf Platz 1.

Gruss
Havi17
"We cannot solve the problems we have created with the same thinking that created them" Albert Einstein
"You will be assured in your thinking through people you know and search" B.H.
"Den Reifegrad einer Gesellschaft erkennt man daran, wie man mit dessen schwächsten Glied umgeht- den Alten und den Kindern" Hopi-Indianer
"Gefällt mir gut, daß Sie loyal sind - Eigentlich bin ich nur ehrlich" Rififi am Karfreitag

Havi17 Offline




Beiträge: 2.945

07.04.2010 10:32
#81 RE: RE:Bewertet: "Das Verrätertor" (18) Zitat · antworten

Zitat von Blap
Das Verrätertor (Deutschland 1964, Originaltitel: Das Verrätertor)

Weniger als 7/10 (gut) möchte ich nicht auf den Tisch packen, obwohl mir der ebenfalls mit 7/10 bewertete "Wartezimmer zum Jenseits" ein klein wenig sympathischer ist. Aber da der Vergleich sowieso leicht hinkt, will ich nicht in Haarspaltereien verfallen!

Lieblingszitat:

"Was haben Sie mit mir vor?"
"Halts Maul."

Dem Lieblingszitat kann ich voll zustimmen. Was die Bewertung angeht, ich bin kein WhoDoneIt-Fanastist, so sehe ich eher mehr. Das Verrätertor liegt bei mir, gerade wegen der Atmosphäre, der besonders gelungenen Musik, wegen der hohen, bravourösen Spielanteile von Eddie Arent und dem hohen Wiederholungsfaktor ganz klar auf Platz 1.

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Blap Offline




Beiträge: 1.128

07.04.2010 13:47
#82 RE: RE:Bewertet: Zitat · antworten

Zitat von Joachim Kramp

Diese Szene wurde 1964 dem Besucher vorenthalten denn ansonsten hätte der Film damals eine FSK-Freigabe 18 Jahren. Wegen der Freigabe 12 Jahre wurde die Szene geschnitten und uns erst allen mit der Box-Veröffentlichung von 2004 vorgeführt.

Übrigens wurde das Drehbuch bereits 1961 von Dr. Hanns Wiedmann (Johannes Kai) im Anschluß von "Der Banknotenfälscher" verfasst und sollte 1962 als JUbiläumsfilm Nr.12 erscheinen. Aber aus produktionstechnischen Umständen verzögerten sich die Produktion bis ins Jahr 1964.

Joachim.
*Filme bleiben ewig jung!*



Hallo Joachim,

danke für die Ergänzungen. Ich fasse mich bewusst immer recht kurz, denn diese kleinen Kommentare poste ich auch in anderen Foren. Da es sich dabei -teils- nicht um Foren mit dem Schwerpunkt "Filme" handelt, will ich die Leser nicht mit zu langen Texten abschrecken. Allerdings war mir das mit der Freigabe ab 18 nicht bekannt, ich ging davon aus, dass man für die DVD-Veröffentlichung die alte Freigabe ab 16 übernehmen konnte. Offensichtlich wurde aber neu geprüft.

***

Zitat von Havi17
Dem Lieblingszitat kann ich voll zustimmen. Was die Bewertung angeht, ich bin kein WhoDoneIt-Fanastist, so sehe ich eher mehr. Das Verrätertor liegt bei mir, gerade wegen der Atmosphäre, der besonders gelungenen Musik, wegen der hohen, bravourösen Spielanteile von Eddie Arent und dem hohen Wiederholungsfaktor ganz klar auf Platz 1.



Hallo Havi.

Ich bin eigentlich kein Freund von Ranglisten, schon gar nicht wenn es um eine Herzensangelegenheit wie Filme geht. Vielleicht erstelle ich aber doch eine ganz persönliche, wenn ich mit der Sichtung der 32 Rialto Wallace Filme durch bin. Den Großteil kannte ich zwar schon Jahrzehnte vor den DVD-Veröffentlichungen, doch Filme zu bewerten, die man teils schon seit einer kleinen Ewigkeit nicht mehr gesehen hat wäre Unfug. Zur Zeit entdecke ich die Reihe neu, alle paar Tage wird ein Titel gesichtet, was sehr viel Freude macht.

***



Vom Ursprung her verdorben

Joachim Kramp Offline




Beiträge: 4.901

07.04.2010 16:41
#83 RE: RE:Bewertet: Zitat · antworten

Zitat von Blap

Zitat von Joachim Kramp

Diese Szene wurde 1964 dem Besucher vorenthalten denn ansonsten hätte der Film damals eine FSK-Freigabe 18 Jahren. Wegen der Freigabe 12 Jahre wurde die Szene geschnitten und uns erst allen mit der Box-Veröffentlichung von 2004 vorgeführt.

Übrigens wurde das Drehbuch bereits 1961 von Dr. Hanns Wiedmann (Johannes Kai) im Anschluß von "Der Banknotenfälscher" verfasst und sollte 1962 als JUbiläumsfilm Nr.12 erscheinen. Aber aus produktionstechnischen Umständen verzögerten sich die Produktion bis ins Jahr 1964.

Joachim.
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Hallo Joachim,

danke für die Ergänzungen. Ich fasse mich bewusst immer recht kurz, denn diese kleinen Kommentare poste ich auch in anderen Foren. Da es sich dabei -teils- nicht um Foren mit dem Schwerpunkt "Filme" handelt, will ich die Leser nicht mit zu langen Texten abschrecken. Allerdings war mir das mit der Freigabe ab 18 nicht bekannt, ich ging davon aus, dass man für die DVD-Veröffentlichung die alte Freigabe ab 16 übernehmen konnte. Offensichtlich wurde aber neu geprüft.




Hallo Blap,
der Film war auch nie FSK 16 sondern 1964 bereits ab 12 mit div. Schnittauflagen. Für die DVD-Veröffentlichungen wurden alle Wallace-Filme neu geprüft.

Joachim.
*Filme bleiben ewig jung!*

Blap Offline




Beiträge: 1.128

07.04.2010 19:46
#84 RE: RE:Bewertet: Zitat · antworten

Moin Joachim,

du hast natürlich vollig Recht, ich habe vor lauter Zahlen alles durcheinander geworfen...

***

Vom Ursprung her verdorben

Percy Lister Offline



Beiträge: 3.397

03.11.2010 21:22
#85 RE: RE:Bewertet: Zitat · antworten

Gestern zum ersten Mal gesehen und folgende Meinung gebildet:

Durch das mit einem Fallgitter bewehrte Traitor's Gate ("Verrätertor") brachte man in früheren Zeiten Gefangene in ihren Kerker. Gleich dahinter liegt der Bloody Tower, wo sich jeden Abend die jahrhundertealte Schlüsselzeremonie ("Halt! Wer da?" - "Die Schlüssel!" - "Wessen Schlüssel?" - "Königin Elisabeths Schlüssel!") abspielt.
Der Wechsel der Wachposten wird von Trayne und seinen Komplizen für ein sensationelles Verbrechen genutzt: den Raub der Kronjuwelen, die hinter Panzerglas aufbewahrt werden. Die verblüffende Ähnlichkeit eines wachhabenden Offiziers mit einem Häftling aus Dartmoor verhilft der Bande zum Eintritt in das Juwel House.
Wer wäre besser für die Planung eines solchen Gentleman-Verbrechens geeignet als Albert Lieven, selbst britischer Staatsbürger? An seiner Seite sehen wir Margot Trooger, deren damenhafte Erscheinung jeder Adelsgesellschaft zur Ehre gereichen würde. In Anbetracht dieser distinguierten Akteure wirken ein flapsiger Eddi Arent und ein am Zeigefinger lutschender Klaus Kinski deplaziert. Vermutlich bestand Horst Wendlandt auf den beiden deutschen Kassenmagneten, hätte aber zugunsten der Ernsthaftigkeit des Drehbuchs besser darauf verzichtet. Gerade in der Anfangsphase des Films wirken Szenen wie der überflüssige Mord an King im Hinterzimmer einer Striptease-Bude nur handlungslähmend. Eddi Arent stellt zwar den Kontakt zum vollkommen unterbeschäftigten Edward Underdown (als Inspector Gray) her, trägt als Tourist jedoch zu dick auf. Die beiden Darsteller Gary Raymond und Catherine von Schell sind erfrischend neue Gesichter, die den Zuseher nicht sofort für sich einnehmen, sodass immer ein Rest von Zweifel an ihren wahren Absichten bleibt. Gerade im Falle Raymonds, der eine Doppelrolle spielt, kommt dies dem Rätselfaktor zugute. Die vielen Szenen im Tower von London, die Generalprobe in den Kellerräumen Trayne's und die Hubschrauberaufnahmen von London sorgen für echte britische Stimmung. Die überaus interessante Musik von Peter Thomas (besonders das charakteristische "Theme for Lucy") verleiht dem Film eine unverwechselbare Note und erweist sich als individuelle Untermalung der verwegenen Ereignisse. Ähnlich prägend ist in diesem Stil nur "International Espionage" aus "Das Geheimnis der weißen Nonne".
"Die Filme zwingen den Zuseher immer wieder, die vertraute Wahrnehmung in Frage zu stellen, Tarnung und Doppelspiel mit wachem Blick zu verfolgen, denn in den Edgar-Wallace-Filmen ist niemandem zu trauen." Dieses Zitat von Jens Thiele aus seinem Aufsatz über die "Seltsame Gräfin" (Fischers Filmgeschichte Bd. 4) passt auch zum "Verrätertor", das im Gegensatz zu anderen EW-Filmen ohne männliche oder weibliche Identifikationsfigur auskommen muss. Nicht umsonst bleibt die Polizei in dieser Produktion schwach und tritt erst gegen Ende in Erscheinung. Am ehesten stellt man sich an die Seite von Dinah Pawling, die eigene Pläne verfolgt und weder Trayne noch Graham vertrauen kann. Es ist offensichtlich, dass sich beide Männer nach Erhalt des Geldes von ihr lossagen und ohne sie untertauchen werden.
"Ab morgen will ich besser für mich sorgen, denn mehr habe ich ja nicht und habe ich, scheint mir, nie gehabt. (Starting tomorrow I will take care of myself for that' s all I really have and as I see it now have ever had.)" Dieser Satz aus den Aufzeichnungen von Marilyn Monroe ("Tapfer lieben", Verlag S. Fischer, 2010, Seite 151) könnte auch aus Dinah Pawlings Mund stammen. Solange die Planung des Verbrechens noch läuft, malen sich alle Beteiligten eine sorgenfreie Zukunft aus, kaum ist der Überfall jedoch geglückt, bricht das Chaos aus und der Zuschauer hat Mühe, den Tricks, Täuschungen und Fluchtwegen der Bande zu folgen.
Fazit: Ein spannender Juwelencoup, der in der Anfangsphase einige Kürzungen vertragen würde und dessen Glanz zum Großteil von Trooger und Lieven stammt.

Georg Offline




Beiträge: 2.769

10.04.2012 10:12
#86 RE: Bewertet: "Das Verrätertor" (1964, 18) Zitat · antworten

Unglaubliche 19 Jahre lang habe ich diesen Film nicht mehr gesehen. Aus gutem Grund, dachte ich. Damals war ich auch von dem fehlenden Whodunit enttäuscht. Mittlerweile bin ich aber sehr viel "toleranter" geworden und kann mich auch an allen anderen gut gemachten Krimis erfreuen. Und Das Verrätertor ist zweifellos ein solcher. Ich würde sogar sagen, in Präzision und Tempo hängt die Produktion so manchen "normalen" Wallace-Film ab. Regisseur Freddie Francis liefert da einen im wahrsten Sinne des Wortes genialen "Coup" ab und die Musik von Peter Thomas war selten so gut (das Titelthema, die Spannungsmusik und natürlich das "A-ha!!!"). Ein großes Pluspunkt sind natürlich die Originalschauplätze. Selbst die Studioaufnahmen wirken im Vergleich zu manchen anderen, rein deutschen Rialto-Produktionen, wo man auf den ersten Blick erkennt, dass es kein Originalmotiv ist, überaus echt. Ein weiterer Pluspunkt sind die vorzüglichen Darsteller. Albert Lieven gibt wieder mal den Gentleman. Ich glaube, kein anderer deutscher Schauspieler konnte das so gut - denn auch wenn er ein Bösewicht ist, ist er sympathisch. Eddi Arent brilliert als deutscher Tourist auf der Suche nach "Sehenswürdigkeiten". Genial sein Auftreten (und sein Vorstellen mit "Ich bin ein Tourist!") und sein Wortwitz. Klaus Kinski spielt den fingerlutschenden "Kinski", genau das, was man von ihm erwartet (bestes Zitat, bereits oben erwähnt: "Was haben Sie mit mir vor?" - "Halt's Maul!") und kommt auf maximal fünf gesprochene Sätze. Auch Margot Trooger passt sehr gut zu ihrer Rolle.
Insgesamt ein spannendes, unterhaltsames Krimivergnügen, das man nicht automatisch wegen des fehlenden Whodunits herabstufen sollte. In Sachen Qualität überbietet Das Verrätertor viele andere Produktionen.

Havi17 Offline




Beiträge: 2.945

10.04.2012 11:52
#87 RE: Bewertet: "Das Verrätertor" (1964, 18) Zitat · antworten

Zitat von Georg
Damals war ich auch von dem fehlenden Whodunit enttäuscht. Mittlerweile bin ich aber sehr viel "toleranter" geworden und kann mich auch an allen anderen gut gemachten Krimis erfreuen.

Gerade das fehlende WhoDoneIt ist die größte Herausforderung einen guten Krimi zu drehen und für die Wallace-Klassiker-WhoneIt-Gemeinde das KO-Kriterium.

Gruss
Havi17

Georg Offline




Beiträge: 2.769

10.04.2012 15:26
#88 RE: Bewertet: "Das Verrätertor" (1964, 18) Zitat · antworten

Zitat
Wallace-Klassiker-WhoneIt-Gemeinde das KO-Kriterium.


Dabei sind eine Vielzahl der Wallace-Romane auch keine Whodunits. Ich habe als Jugendlicher an die 80 Romane von Wallace gelesen und war häufig enttäuscht, weil man nicht mitraten konnte.
Spannung hingegen entsteht ja nicht nur aus der Frage "Wer war's?", es gibt eine Menge guter Beispiele (auch bei Wallace und Co.), wo man sich gähnend langweilt, obwohl man nicht weiß wer's gewesen ist. Dass Das Verrätertor so zügig, temporeich und spannend ist, liegt wohl sehr stark am von mir sehr favorisierten Regisseur Freddie Francis.

Prisma Offline




Beiträge: 7.468

11.04.2012 01:09
#89 RE: Bewertet: "Das Verrätertor" (1964, 18) Zitat · antworten

Bei "Das Verrätertor" handelt es sich um einen der Filme der Reihe, den ich am wenigsten innerhalb der Jahre gesehen habe. Nach der Erstansicht schenkte ich ihm keine weitere Beachtung und ich muss zugeben, dass ich sehr enttäuscht war, da mir das "Rätselraten" doch gefehlt hat. Damals konnte ich der Produktion noch keinen Status eines gelungenen, wenn auch ungewöhnlichen Beitrages einräumen. Ich schätze ja zum Beispiel "Das Gesicht im Dunkeln" sehr und mag ihn eben wegen seines Ausbruches aus typischen Wallace-Strukturen, was aber genau wie bei "Das Verrätertor" seine Zeit gedauert hat. Die beiden Filme, die ja unterschiedlicher nicht sein könnten, ziehe ich zum Vergleich heran, da ich sie vom Prinzip her mit demselben Anliegen sehe, eine Neuerung einzubringen und eigene Wege zu gehen. Den Beitrag von Freddie Francis sehe ich auch heute noch nicht sehr oft, aber wenn es dazu kommt, wesentlich lieber als zuvor, da ich ihn für einen handwerklich einwandfreien und darüber hinaus für einen der klassischsten Beiträge der Edgar Wallace-Reihe halte. Zur Zeit der Erstansicht waren mir auch die beteiligten Schauspieler noch nicht so sehr vertraut, als dass ich sie als einen der großen Pluspunkte hätte ansehen können. Ich kann rückblickend jedoch sagen, dass die mit der Zeit doch vielen, positiven Eindrücke, die negativen überlagern konnten und es kam zu einer Sonderstellung dieses Films. Ich sehe ihn bei Weitem nicht als Meisterwerk an, aber anzurechnen ist ihm seine sich langsam erschließende Überzeugungskraft.

Die Liste der Darsteller schien für das gelangweilte oder damals noch eher ungeschulte Auge wenig spektakulär zu sein, konnte jedoch beinahe restlos überzeugen. Albert Lieven, hier ungewöhnlicherweise in der Hauptrolle zu sehen, ist der richtige Mann für die Verkörperung des Geschäftsmannes Trayne, der einen der größten Coups der englischen Kriminalgeschichte geplant hat. Das gefährliche an ihm ist seine Intelligenz, die in Verbindung mit seinem kriminellen Potential nicht zu unterschätzen ist. Man sieht ihn sich an und man könnte meinen, dass er mit seiner charmanten und sachlichen Art prädestiniert dafür ist, leicht unterschätzt zu werden. Sein Kopf allerdings, befiehlt über fremde Hände, die er sich im klassischen Sinne selbst nicht direkt schmutzig machen möchte. Sein Plan scheint lückenlos zu sein, genau wie die Auswahl seiner Komplizen. Ein Präzisionsauftritt in einer Paraderolle. Hier schließt sich Margot Trooger ausnahmslos an. Dinah Pawling strahlt förmlich vor Eleganz und Selbstsicherheit, wer konnte Damen mit dem Hang zum Kriminellen, mit Vergangenheit, mit nur angedeuteten inneren Abgründen bemerkenswerter interpretieren als Margot Trooger? Sie beweist gerade hier, wie es möglich sein kann, ausschließlich über die Körpersprache große Momente entstehen zu lassen. Überhaupt finde ich persönlich, dass Albert Lieven und Margot Trooger ein sehr interessantes Gespann verkörperten.

Die neuen Gesichter liefern Catherine von Schell und Gary Raymond. Hope Taylor ist zwar eine bildschöne und bodenständige junge Frau, doch mir persönlich fehlte es schon immer an durchschlagender Überzeugungskraft. Eine recht angenehme, aber auch ziemlich willkürliche Besetzung empfinde ich bei Catherine von Schell und dieser Eindruck hat sich kaum verändern können. Auch der Vergleich mit Margot Trooger festigt natürlich dieses Empfinden, sie spielt die aparte Neubesetzung klassisch aus. Gary Raymond verkörpert in "Das Verrätertor" meinen persönlichen, darstellerischen Geheimtipp. Es erscheint sehr glaubhaft, wie er sich im Verlauf selbstständig macht, ein glaubwürdiger Partner für beide Hauptdarstellerinnen. Klaus Kinski holt mal wieder das Optimum aus dieser obligatorischen Rolle heraus, den geringen Umfang seiner zu interpretierenden Szenen füllt er sehr überzeugend aus. Eddi Arent, wohl in einer Rolle, die für ihn genau so obligatorisch war, offeriert Licht- und Schattenseiten, wobei ich gestehen muss, dass ich das generell bei ihm so sehe. Mal sitzt der Gag, mal schießt er über das Ziel hinaus. Die Idee, dass er die Polizei als Tourist auf die heiße Spur bringen wird, erscheint mir dabei gar nicht so uninteressant. Oftmals hatte ich nämlich das Gefühl, dass seine Charaktere für das Gesamtgeschehen wenig relevant waren. Hier tut er jedenfalls nicht besonders weh. Die restlichen Darsteller, zu denen ich allerdings überhaupt keinen Draht habe, überzeugen mit ansprechenden Leistungen.

Die Handlung des Films wird ebenso ruhig, wie auch geradlinig und logisch erzählt, die besondere Atmosphäre steuern vor allem die vielen Originalschauplätze bei. Schon damals hat mich der Helikopter schwer beeindruckt und auch heute mag ich diese sehr schön eingefangenen Bilder sehr gerne. Auch der Ausbruch aus Dartmoor gehört für mich zu den atmosphärischsten Veranschaulichungen innerhalb der Reihe. Die Musik von Peter Thomas ist zwar sehr eingängig, unterstreicht stellenweise aber ein viel zu behäbiges Tempo. Mir persönlich sind seine flotten Musikstücke wesentlich lieber, die bei "Das Verrätertor" allerdings unpassend gewirkt hätten. Die Integration der verschiedenen Charaktere ist schlüssig und deren Durchleuchten aussagekräftig, die Rolle der Polizei kommt jedoch ein wenig zu kurz. Der Coup, beziehungsweise dessen Planung wurde hervorragend umgesetzt, wesentlich eingängiger als zum Beispiel in "Zimmer 13", wo mich vor allem der Raub immer wieder aufs Neue langweilt. Warum aber handelt es sich um einen Film, der es selten in den Player schafft? Lust haben, einen Wallace zu sehen, schließt für mich "Das Verrätertor" grundsätzlich aus, da es sich hierbei um einen Film handelt, den ich immer wesentlich aufmerksamer verfolge, als viele andere, er verlangt wie ich finde eine höhere Konzentration ab, als beispielsweise eine passive Wallace-Berieselungs-Sause. Letztlich finde ich ihn weder spannend, noch übermäßig originell. Originell höchstens innerhalb der Wallace-Reihe, da er sich von der Konkurrenz abheben kann, aber nicht im Sinne von begeisternder Unterhaltung. Seine klassischen Elemente machen ihn als Film der Reihe sehr glaubwürdig, seine Schauspieler helfen ihm, dass auftauchende Längen gar nicht so offensichtlich erscheinen. Im Laufe der Zeit verschwand also die persönliche Enttäuschung über die Produktion, viel Luft nach oben kann ich trotz der langsamen Entfaltung nicht mehr prophezeien. Für mich wurde und bleibt er angenehmes Mittelmaß.

Havi17 Offline




Beiträge: 2.945

11.04.2012 07:23
#90 RE: Bewertet: "Das Verrätertor" (1964, 18) Zitat · antworten

Zitat von Georg
Dass Das Verrätertor so zügig, temporeich und spannend ist, liegt wohl sehr stark am von mir sehr favorisierten Regisseur Freddie Francis.

Das hatte mich seinerzeit auch bewogen mir einmal den Puppenmörder anzusehen : Welche Film - DVD liegt gerade bei euch im Player ? (44) und ich wurde nicht enttäuscht!

Prisma's Film-Analyse trifft die Qualitäten vom Verrätertor m.E. gut. Allerdings finde ich das Spiel von Catherine von Schell sehr gut gelungen. Sie sollte gerade die unschuldige Frau verkörpern und dem starken Gegenpol von Graham Luft lassen, ohne jedoch das Thema Emanzipation zu verdrängen. Überhaupt ist es die optimal gelungene Atmosphäre, welche dies Meisterwerk dem Zuschauer vermittelt und zugleich eine besondere Bodenhaftung zu den Drehorten schafft. Schließlich wurde Freddie Francis in London geboren und was liegt näher als dem Zuschauer diese, seine Perspektiven, zu zeigen. Sozusagen ein Heimspiel. Außerdem gilt Freddie Francis als einer der bedeutendsten Kameramänner der Filmgeschichte. Auch das Verrätertor ist in der Wallace-Gemeinde für mich ein Hafen mit Ausflügen zu anderen Regiearbeiten von Wallace-Regisseuren.

Gruss
Havi17

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