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Dieses Thema hat 164 Antworten
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Havi17 Online




Beiträge: 3.597

24.03.2019 10:53
#136 RE: Wallace der Woche (20): Das Verrätertor (1964) Zitat · Antworten

Bei diesen Vorschußlorbeeren und dem gewählten Blickwinkel kann eine weitere Bewertung nur schlecht ausfallen

Gruss
Havi17

Giacco Offline



Beiträge: 2.230

24.03.2019 11:06
#137 RE: Wallace der Woche (20): Das Verrätertor (1964) Zitat · Antworten

"Dieser neue Wallace, als deutsch-englische Coproduktion gedreht, zeigt zunächst die raffinierrten und mit allen technischen Hilfsmitteln betriebenen Vorbereitungen zum Raub der britischen Kronjuwelen aus dem Londoner Tower. Dazu gehört die Befreiung eines Sträflings aus dem Zuchthaus von Dartmoor. Nebel wallen über das Land. Scharen von Polizisten jagen den Flüchtling. Doch rechtzeitig steht ein Hubschrauber bereit. Der Coup ist geglückt. Und von hier geht es - nach einem farbigen Vorspann zum schwazweißen Film - munter weiter. Ein Gentleman-Gangster (Albert Lieven) leitet vom feudalen Chefbüro aus die Aktionen. Als süße Sekretärin posiert Chatherina von Schell. Die forsche Räuberbraut ist diesmal Margot Trooger. Klaus Kinski mimt auf seine Masche einen fingernägelkauenden, stumpf-laxen Killer. Eddi Arent agiert wieder als Clown. Und auch alles andere ist ganz dem Geschmack der Wallace-Film-Fans angemessen. Einzelheiten der Ausführung des Kronjuwelenraubs auszuplaudern wäre unfair. Nur soviel dürfte ohnehin klar sein: der geniale Plan versagt zum Schluss. Die Absicht der Produzenten, die Wallace-Welle erfolgreich fortzusetzen, dürfte hingegen glücken." (Film-Echo, Januar 1965)

Film-Echo-Note: 3,6 (60 Meldungen) / Erstnote: 3,6

Constantin startete "Das Verrätertor" (FSK 12) zum Weihnachtsfest 1964. Beworben wurde er als "der teuerste Edgar-Wallace-Krimi der erfolgreichen Serie."
In Frankreich und Spanien gab es keine Kinoauswertung.

patrick Offline




Beiträge: 3.234

24.03.2019 12:03
#138 RE: Wallace der Woche (20): Das Verrätertor (1964) Zitat · Antworten

Das Verrätertor (Traitor's Gate) (1964)



Regie: Freddie Francis

Drehzeit: 18.08.1964 - 21.09.1964

Mit: Albert Lieven, Catherina von Schell, Margot Trooger, Klaus Kinski, Gary Raymond, Eddi Arent, Heinz Bernard, Anthony James, Tim Barratt, Edward Underdown, Katy Wild, Harry Baird, Beresford Williams, Hedger Wallace, Marianne Stone, Robert Hunter, Maurice Good, David Birks, Caron Gardner, Alec Ross, Frank Forsyth, Julie Mendez, Frank Sieman, Peter Porteous, Joe Ritchi


Handlung:

Der vornehme Geschäftsmann Trayne verfolgt ein ehrgeiziges kriminelles Projekt, bei dem es um nicht weniger als den Raub der als absolut diebstahlsicher geltenden Kronjuwelen geht. Eine zentrale Rolle sollte dabei der Sträfling Graham spielen, dem er zur Flucht aus Dartmoor verhilft. Graham hat nämlich eine frappierende Ähnlichkeit mit dem Tower-Wächter Dick Lee-Carnaby und sollte dessen Rolle einnehmen, nachdem dieser aus dem Verkehr gezogen wird...

Anmerkungen:

"Das Verrätertor" ist wohl jener Wallace, der die authentischste englische Atmosphäre für sich beanspruchen kann, wurde er doch direkt in London mit vielen britischen Darstellern inszeniert. Ferner kann er mit zahlreichen tollen Aufnahmen der Metropole prahlen. Auch Peter Thomas Musik ist ein reiner Hör-Genuss. Der Einstieg in den Film, welcher eine klassische Dartmoor-Flucht bietet, lässt das Herz eines Wallace-Fans natürlich höher schlagen. Leider will das Spannungs-Niveau dieses typischen Heist-Movies dann doch nicht so richtig greifen - und das obwohl der Streifen von keinem Geringeren als Freddie Francis inszeniert wurde, auf dessen Konto mehrere wirklich exzellente Hammer-Filme gehen, von denen zwei direkt im Vorfeld gedreht wurden. Ein typischer Grusel-Wallace wäre bei ihm wohl in den allerbesten Händen gewesen, da der Stil der schwarzweißen Hammer-Thriller die passendsten Ingredienzien dafür geboten hätte. Bedauerlicherweise ging man bei der wiederholten Zusammenarbeit mit den Briten ganz andere Wege.

Sämtliche Darsteller agieren zwar auf sehr ordentlichem Niveau, trotzdem will dieser sehr untypische Wallace den Zuseher nicht so richtig packen. Margot Trooger, Gary Raymond und Albert Lieven geben ein tolles kriminelles Dreiecks-Gespann ab. Letzterer überzeugt ein weiteres Mal in einer für ihn typischen Rolle als Gentleman-Verbrecher und Klaus Kinski darf einen seiner coolsten Auftritte der Reihe zum Besten geben. Die blutjunge und noch ganz am Anfang ihrer Karriere stehende Catherina von Schell (geb.1944) ist zwar darstellerisch alles andere als gefordert, bereichert den Film aber durch ihre angenehmene und sympathischen Ausstrahlung. Die Polizei rückt geradezu auffällig in den Hintergrund und wird ausgerechnet von Eddi Arent als deutschem Touristen unterstützt. Damit ist der Film ganz auf das Gauner-Milieu, sowie Planung und Durchführung des Juwelenraubes fokussiert. Einen positiven Helden sucht man vergeblich, doch geht ein solcher der Geschichte auch nicht unbedingt ab. Natürlich ist die dargebotene Einfachheit, mit der sich die Klunker abräumen lassen, in ihrer grenzenlosen Naivität kaum mehr zu überbieten, dennoch hat die Story zumindest einigermassen durchschnittlichen Unterhaltungswert. Dass sich die Gauner schließlich von ihrer naturgegebenen Gier übermannen lassen und nach getaner Arbeit bald selbst in den Rücken fallen, lässt sich leicht absehen und hätte eine etwas aufregendere Umsetzung verdient.

Die bereits angesprochene Margot Trooger agiert in einer dankbareren Rolle als in den Hexer-Filmen, da sie bei ihrer Interpretation als starke und intelligente Ganoven-Braut mehr Aktionsspielraum zur Verfügung hat, den sie auch überzeugend nutzt. Gut nachvollziehbar ist, dass sie sich in den jungen und attraktiven Graham verguckt und ihrem offiziellen Geliebten Trayne Hörner aufsetzt. Letzterer ist viel zu sehr von sich eingenommen, um ein Komplott gegen ihn selbst auch nur in Erwägung zu ziehen. Kleine Spannungsmomente werden im Tower kreiert, wo der als Doppelgänger fungierende Graham unverhofft auf einen alten Bekannten von Dick Lee-Carnaby trifft und, völlig vor den Kopf gestossen, nach Worten ringen muss. Die Atmosphäre hätte sich mit entscheidenderen derartigen Vorkommnissen sicherlich deutlich mehr verdichten lassen.

Fazit:

Einer tollen London-Atmosphäre und den durchwegs ansprechenden darstellerischen Leistungen steht eine bezüglich Spannungsgehalt eher laue Inszenierung gegenüber, was insofern sehr schade ist, dass man sich von dem Gespann Freddie Francis/Jimmy Sangster bei Regie und Drehbuch, das zu dieser Zeit immerhin hervorragende Hammer-Reisser wie "Paranoiac" und "Nightmare" auf die Leinwand brachte, mehr erwartet hätte. Für diesen doch sehr untypischen Wallace gehen sich höchstens gute 2,5 von 5 Punkten aus.

greaves Offline




Beiträge: 581

24.03.2019 12:56
#139 RE: Wallace der Woche (20): Das Verrätertor (1964) Zitat · Antworten

Das Verrätertor

Hab ich erst damals so um 1995 auf Kabel eins mit meinem Vater gesehen. Bald darauf ging ich mit ihm nach London und schauten uns die echte Kronjuwelen im Tower von London an. 😉👌🏻💎

Mit Albert Lieven,Eddi Arent,Klaus Kinski,Margot Trooger,sind nur wenige deutsche Schauspieler in diesem Wallace Film dabei..Gary Raymond,Catherina von Schell usw.,sind von der englischen Seite.

Was mir gefällt sind z.b die London Nachtaufnahmen mit dem Hubschrauber und die Aufnahmen im Tower von London mit Eddi Arent. Die Titelmusik von Peter Thomas passt gut in den Film hinein und auch sonst ist der Film mit dem Peter Thomas Sound gut musikalisch untermalt.

Was mir auffällt ist ,dass man hier die Wallace —Einschüsse am Anfang nur akustisch hört und nicht sieht..Aber das „hallo hier spricht Edgar Wallace!“wieder benutzte.Schade das man das ganze hier nicht genutzt hatte. Ich kann/ muss damit leben können.Aber in einem der folgenden Filmen finde ich,hätte man nicht darauf verzichten sollen...Zu dem aber mehr ,beim zutreffenden Film..

Drehorte sind natürlich an Orginal London Schauplätzen gedreht worden.Wo die Dartmoor Flucht Szenen gedreht worden sind, ist sicher schwer oder nicht mehr herausfinden..
Was Studioaufnahmen waren ,sind sicher die Einbruchszenen in den Tower und der falsche Kronjuwelenraum.

Ich finde diesem Film hätte ein bekannter Wallace Inspektor ala Drache oder Leipnitz gut getan.So hätte man vielleicht noch einwenig mehr daraus machen können..

Ich gebe 3 von 5 Punkten

patrick Offline




Beiträge: 3.234

24.03.2019 13:07
#140 RE: Wallace der Woche (20): Das Verrätertor (1964) Zitat · Antworten

Zitat von greaves im Beitrag #7

Drehorte sind natürlich an Orginal London Schauplätzen gedreht worden.Wo die Dartmoor Flucht Szenen gedreht worden sind, ist sicher schwer oder nicht mehr herausfinden..



Womöglich wirklich in der Gegend von Dartmoor.

patrick Offline




Beiträge: 3.234

24.03.2019 13:31
#141 RE: Wallace der Woche (20): Das Verrätertor (1964) Zitat · Antworten

Zitat von Gubanov im Beitrag #2


Schließlich darf sich auch die püppchenhafte Catherine Schell, der die Rialto offenbar erfolglos dabei helfen wollte, eine Karriere anzukurbeln (sie sollte erst drei Jahre darauf wieder in einem Film zu sehen sein), gute Chancen auf eine rote Laterne in der Riege der Wallace-Damen ausrechnen.


Oh nein, da ist für mich Uschi Glas sehr viel näher dran.

Havi17 Online




Beiträge: 3.597

24.03.2019 14:48
#142 RE: Wallace der Woche (20): Das Verrätertor (1964) Zitat · Antworten

Ich verstehe die Kritik an Catherine Schell nicht. An ihrer Darstellung gibt es nichts
zu mäkeln. Wenn die Figur die sie spielt nicht gefällt, also ein Gegenpol zur geheimnisvollen
Karin Dor ist, bedeutet das noch lange nichts. Daß Wallace Fans mit Dor'schen Eigenschaften
in der Reihe aufwachsen indem ihr gar die Rollen auch noch so zugeschrieben werden mag
erfreuen, entspricht aber nicht der Realität von Frauenbildern.

Gruss
Havi17

Ray Offline



Beiträge: 1.833

24.03.2019 22:40
#143 RE: Wallace der Woche (20): Das Verrätertor (1964) Zitat · Antworten

Mir wird mit dem "Verrätertor" ein bisschen überhart ins Gericht gegangen. Albert Lieven und Margot Trooger bilden ein ungemein reizvolles Gauner-Doppel, die Aufnahmen an Originalschauplätzen werten den Film auf und Story und Film laufen bis zum Finale doch recht flüssig ab. Auch inszenatorisch gibt es durchaus Positives zu berichten. So ist etwa die Szene im "Dandy Club" sehr geschickt montiert und geschnitten. An Catherina von Schell gibt es in meinen Augen ebenfalls rein gar nicht zu meckern, im Gegenteil, überzeugt sie mit positiver und vor allem natürlicher Ausstrahlung und verweist Vorgängerinnen wie Sabina Sesselmann oder Grit Boettcher auf die hinteren Plätze. Hauptdarsteller Gary Raymond schlägt sich auch einigermaßen wacker.

Was aber in der Tat fehlt, ist ein rechtes Gegengewicht. Spätestens nachdem Arent bei Scotland Yard vorstellig wurde, hätte man parallel erste Ermittlungen in die Handlung einbauen müssen. Arent präsentiert ein Foto Margot Troogers. Hier hätte man Szenen einbauen können, in denen ein Ermittler dem Inspektor Ergebnisse von Recherchen präsentiert. Wer ist sie? Hat sie Vorstrafen? Mit wem arbeitet sie typischerweise zusammen? Mit näheren Informationen ausgestattet würde auch der Zuschauer einen (noch) besseren Zugang zu den Gaunern finden. Darüber hinaus fehlt es der Inszenierung des Coups selbst an der Würze. Dies kann man auch der Musik von Peter Thomas zuschreiben. Das Titelthema ist zwar gelungen, in dieser Phase versagt der Film in diesem Bereich aber weitgehend. Entweder die Musik fehlt gänzlich oder aber sie trägt nicht zur Spannungsförderung bei. Das Thema mit dem ständigen "Aha!" ist auch eher nervig. Eddi Arent baut nach gelungener Einführung ebenfalls stetig ab und übertreibt hinten raus völlig. Die Grimassen bei der Schlägerei zwischen Graham und Carnaby hätte man sich wirklich schenken sollen. Klaus Kinski sorgt mit seinem Fingernuckeln für einige herrliche Momente, ist davon abgesehen leider mal wieder einigermaßen verschenkt. Daneben hätten zur besseren Identifikation 1-2 weitere deutsche Kräfte in den Nebenrollen gewiss nicht geschadet. Der Whodunit wäre absolut verzichtbar, hätte man die Heist-Story hinten heraus fesselnder zu erzählen gewusst.

Alles in allem ein Film, der mit Blick auf die ersten zwei Drittel recht gelungen ist, dazu eine gewisse Eigenständigekeit versprüht und daher durchaus seinen Reiz hat. Das verschenkte Potential führt indessen dazu, dass auch ich es summa summarum mit 3,5 von 5 Punkten bewenden lassen muss.

Dr. Oberzohn Offline



Beiträge: 549

26.03.2019 14:51
#144 RE: Wallace der Woche (20): Das Verrätertor (1964) Zitat · Antworten

Das Verrätertor war mein erster Wallace-Film, hab ich mal als ganz kleiner Junge gesehen, fand es damals sehr spannend und witzig. Hier gibt es tatsächlich einen Nostalgie-Bonus. Natürlich ist es eben kein typischer Wallace, aber innerhalb der Serie hat er durchaus seine Berechtigung. Es gibt keinen verhüllten Oberschurken - das gibt eben die Vorlage des Romans nicht her und würde irgendwie bei diesem recht simpel gestricktem Heist-Movie auch keinen Sinn machen. Häufig wird die fehlende Spannung bemängelt, aber da ist der Film noch viel besser als das Buch, so weit ich mich erinnere. Tatsächlich hätte an der Spannungsschraube mehr gedreht werden können.

Durch die Original-London-Aufnahmen ist das England-Feeling recht hoch. Auch der Anfang, die Flucht des Sträflings über die Sumpflandschaft von Dartmoor, ist so richtig schön atmoshärisch und weckt Hoffnungen, die sich aber nur zum Teil bestätigen können. Die Filmmusik von Peter Thomas finde ich sehr gelungen. Gerade die Variation des Titelthemas von heiter-beschwingt beim Bummel durch London zu recht brutal-düster beim Einbruch in die Schatzkammer ist doch auch sehr variantenreich. Und die Schauspieler sind doch auch recht passabel. Im Gedächtnis bleiben die hübsche Catherina von Schell (kein so peinliches Blödchen wie Sophie Hardy beim Hexer) als Sekretärin und unfreiwillige Helferin des Raub-Initiators, Eddi Arent als sympathischer Tourist auf den Spuren einer Gangsterbande und Klaus Kinski als fingernuckelnder Killer. Sicher wäre es besser gewesen, wenn Eddi bei der Rangelei auf dem Schiff tatkräftige Hilfe gegeben hätte anstatt albere Grimassen zu schneiden. Und bei Kinski hätte ein bisschen weniger aufgesetztes psychopathisches Fingerlutschen und Grinsen auch gereicht. Statt dessen wäre es zuträglicher gewesen, ihn wie beim tatsächlichen Überfall auf den Tower rüberzubringen: ein eiskalter, wortkarger und zielgerichteter Ex-Söldner-Typ, das hätte man ihm auch gut abnehmen können. Albert Lieven spielt das Bandenoberhaupt professionell. Gary Raymond als Wachoffizier ist ein so rechter keuscher Wallace-Held, der sicher von vielen Kindern mit seiner Verlobten träumt und auch mal ihr Schlafhöschen anschmachtet, sonst aber sich vor der Hochzeit in strenger Zucht hält, während Gary Raymond als Schmalspurganove schon nach zwei Tagen mit der Freundin seines Chefs ins Bett geht.

Die ungeklärten Fragen sind hier ja schon genannt worden. Ist es wirklich so relativ einfach, die Kronjuwelen zu klauen ? Nur indem man einen Doppelgänger einsetzt (Feuerball lässt grüßen)? Wie ist der Ex-Sträfling am Anfang eigentlich so schnell auf Tiger Trayne als Drahtzieher eines Komplottes gegen die Kronjuwelen gekommen ? Warum unternimmt die Polizei nach Eddies Intervention einfach gar nichts ? Und wie konnten sie so schnell die Wohnung finden, aus der sie die eingesperrte Sekretärin angerufen hatte ? Wohnungen mit Blick auf den Tower gibt es doch wohl mehr als drei? Da gibt es eine oder auch mehrere Folgen von den Profis, wo das Problem mit der Wohnungssuche handlungsfüllender und glaubhafter bearbeitet wurde.

Das Verrätertor ist kein charakteristischer Film der Schwarz-Weiss-Ära, aber trotz allem weist es doch das eine oder andere liebgewonnene Klischee auf, außerdem leht er sich in den grundsätzlichen Elementen (Raub der Kronjuwelen, Doppelgänger, Finale auf einem Themseschiff etc.) an das Buch an und ist somit tatsächlich "Wallace".

Persönliche Wertung: gute 3 von 5 Punkten

Stephan Offline



Beiträge: 114

27.03.2019 21:26
#145 RE: Wallace der Woche (20): Das Verrätertor (1964) Zitat · Antworten

Gong:
**(durchschnittlich):“Der kaltblütig ausgeklügelte Plan mit Kinski als Killer und Margot Trooger als Gangsterbraut ist flott inszeniert.“

Pauer:
„Das Verrätertor ist einer der langweiligsten und ambitionslosesten Wallace-Filme der gesamten Rialto-Reihe.(…)Die Besetzung war letztklassig, mit Darstellern wie Eddi Arent und Klaus Kinski wußte man nichts anzufangen.(…) Albert Lieven als Initiator des Coups bleibt völlig farblos…“

Kramp:
„Viele Kritiker lobten den Film zwar, für das Publikum war er seinerzeit aber atypisch, denn der Wallace-typische Whodunit-Effekt fehlt. Viele meinten sogar, der Film sei langweilig. Diese Schwächen des Films werden durch die atmosphärisch dichten Aufnahmen von London etwas gemildert,(…)ebenso die erwähnte ausgezeichnete Musik von Peter Thomas. Aber beides macht noch keinen guten Film.“

Tses:
„Das Verrätertor ist erfrischend anders als die restlichen Wallace-Filme. Zum ersten Mal muss der Zuschauer nicht Detektiv spielen, um den Täter zu erraten. Er wird Zeuge eines perfekt durchgeführten Raubes.“

Hohmann:
„Das Verrätertor war ein zweischneidiges Schwert – damals wie heute. Die kompletten Verrisse, die er teilweise erhielt und erhält, hat er aber in dieser geballten Form wohl eher nicht verdient.(…) Trotzdem war nicht von der Hand zu weisen, dass Das Verrätertor seine dramaturgischen Probleme hatte, Höhepunkte waren rar gesät. So plätscherte die Handlung insbesondere im Mittelteil vor sich hin, ohne wirklich Fahrt aufzunehmen.“

Meine Meinung:
Wie schon oben mehrfach beschrieben: dieser Wallace ist anders als die anderen Kinder. Wenn man mal die Enttäuschung über das fehlende Whodunit zur Seite schiebt, bleibt ein gar nicht mal so uninteressanter Film, aber halt eben auch kein wirklich interessanter. Zu gemächlich und höhepunktsarm verläuft der Coup.
Das Geschehen ist fein fotografiert, die Musik von Peter Thomas ist brillant. Dass Kinski im Film Kinski heißt, gehört wiederum zu den hirnverbranntesten Dingen der Wallace-Serie und spiegelt die dem Film eigene Einfallslosigkeit des Drehbuchs, aufgrund derer man nicht über einen soliden, netten Film hinauskommt. Ohne wirkliche Schwächen, ohne Stärken und Pfiff.
Nach langem Ringen gebe ich dem Verrätertor nur gute 2,5 von 5 Punkten statt knapper 3 Punkte, weil hier für mich persönlich zu vieles zusammenkommen muss, um ihn mit Lust auf den Film in den DVD-Player zu legen.

Jan Online




Beiträge: 1.676

27.03.2019 22:40
#146 RE: Wallace der Woche (20): Das Verrätertor (1964) Zitat · Antworten

Zitat von Stephan im Beitrag #13
Dass Kinski im Film Kinski heißt, gehört wiederum zu den hirnverbranntesten Dingen der Wallace-Serie und spiegelt die dem Film eigene Einfallslosigkeit des Drehbuchs, aufgrund derer man nicht über einen soliden, netten Film hinauskommt.


Eigentlich hat die Figur den Namen Kane. Dass er tatsächlich mit Kinski angesprochen wird (ich glaube von Lieven), ist demnach nicht dem Skript, sondern vielmehr der Synchronisation anzulasten. Wikipedia zufolge dürfte das Synchronbuch von H.G. Petersson stammen und auch Eva Ebner soll an der Synchro mitgearbeitet haben (als Regisseurin?). Von welcher Firma die Synchro stammt, konnte ich auf die Schnelle leider nicht herausfinden. Aufgrund der Sprecher dürfte sie ziemlich sicher in Berlin entstanden sein.

Gruß
Jan

Gubanov ( gelöscht )
Beiträge:

27.03.2019 22:57
#147 RE: Wallace der Woche (20): Das Verrätertor (1964) Zitat · Antworten

Zitat von Stephan im Beitrag #13
Pauer: „Das Verrätertor ist einer der langweiligsten und ambitionslosesten Wallace-Filme der gesamten Rialto-Reihe.(…)Die Besetzung war letztklassig, mit Darstellern wie Eddi Arent und Klaus Kinski wußte man nichts anzufangen.(…) Albert Lieven als Initiator des Coups bleibt völlig farblos…“
Zitat von Stephan im Beitrag #13
Nach langem Ringen gebe ich dem Verrätertor nur gute 2,5 von 5 Punkten statt knapper 3 Punkte, weil hier für mich persönlich zu vieles zusammenkommen muss, um ihn mit Lust auf den Film in den DVD-Player zu legen.

Diesen zwei Aussagen kann ich nur unumwunden zustimmen. Trifft ziemlich genau meine Eindrücke nach der diesmaligen Sichtung. Anders auszufallen als die anderen Filme ist halt auch nicht immer ein Kompliment oder ein positives Alleinstellungsmerkmal. Die Einschätzung von Tses ist dagegen gewohnt "niedlich" (der arme Zuschauer, der sonst immer auf üble Weise gezwungen wird, sich mühsam auf Tätersuche zu machen).
Zitat von patrick im Beitrag #6
Einer tollen London-Atmosphäre und den durchwegs ansprechenden darstellerischen Leistungen steht eine bezüglich Spannungsgehalt eher laue Inszenierung gegenüber, was insofern sehr schade ist, dass man sich von dem Gespann Freddie Francis/Jimmy Sangster bei Regie und Drehbuch, das zu dieser Zeit immerhin hervorragende Hammer-Reisser wie "Paranoiac" und "Nightmare" auf die Leinwand brachte, mehr erwartet hätte. Für diesen doch sehr untypischen Wallace gehen sich höchstens gute 2,5 von 5 Punkten aus.



Ich finde es spannend und kurios zugleich, dass wir zum ersten Mal seit gefühlten Ewigkeiten hier 'mal wieder die gleiche Punktzahl vergeben, aber dabei zu teilweise total konträren Einschätzungen kommen wie etwa bzgl. der Darstellerleistungen und der Musik.

Havi17 Online




Beiträge: 3.597

28.03.2019 21:17
#148 RE: Wallace der Woche (20): Das Verrätertor (1964) Zitat · Antworten

Zitat von Ray im Beitrag #11
Mir wird mit dem "Verrätertor" ein bisschen überhart ins Gericht gegangen. Albert Lieven und Margot Trooger bilden ein ungemein reizvolles Gauner-Doppel, die Aufnahmen an Originalschauplätzen werten den Film auf und Story und Film laufen bis zum Finale doch recht flüssig ab. Auch inszenatorisch gibt es durchaus Positives zu berichten. So ist etwa die Szene im "Dandy Club" sehr geschickt montiert und geschnitten. An Catherina von Schell gibt es in meinen Augen ebenfalls rein gar nicht zu meckern, im Gegenteil, überzeugt sie mit positiver und vor allem natürlicher Ausstrahlung und verweist Vorgängerinnen wie Sabina Sesselmann oder Grit Boettcher auf die hinteren Plätze.

@Ray: Ich finde es gut, daß Du Dich mit dieser Verfilmung kritisch auseinandersetzt. Mein Eindruck ist, daß der Tourist Hector von Scotland Yard einfach nicht ernst genommen wird, das entnehme ich auch dem Schlußsatz als Hector wieder geht. Ich habe den Roman nicht mehr in Erinnerung. Wenn man sich an diesen dicht gehalten hat, so soll die Geschichte ohne den üblichen Ermittler ablaufen. Dies hat den Charakter klassischer Tatort-Verfilmungen, wo der Kommissar dann ins Spiel kommt, wenn ein Fall vorliegt. Das kann man natürlich dem Film ebenfalls anlasten, daß dieser der Erwartungshaltung an einen klassischen Wallace-Film nicht entspricht. Doch was ist schon klassisch an den Wallace-Romanen.

Daß Edgar Wallace auch Romane wie Kingkong, oder Afrika Abenteuer geschrieben hat, die ebenfalls verfilmt wurden hätte konsequenterweise hier im Forum bedeutet, diese ebenfalls mit in eine Bewertung nehmen zu müssen. Dies ist so nicht geschehen, denn sie sind zu weit weg vom klassischen Edgar Wallace Stil, doch sollte man bedenken, daß "Das Verrätertor" ebenfalls kein klassischer Wallace Krimi ist und deshalb hier eine andere Messlatte anlegen.

Es handelt sich hier ähnlich wie z.B. bei Top Job um eine Gaunerkomödie bei der es eigentlich nur einen sichtbaren Mord gibt, der auch teils dem Schnitt zum Opfer fiel. Der Handlung wird einiges an Ernst genommen, das zeigen auch die wenigen Schnitte vor der damailgen TV-Ausstrahlung.

Das Hauptaugenmerk liegt, wie soll es auch anders sein, beim Raub der Kronjuwelen und dem Tower of Lonoen, der und in dem sich quasi die ganze Geschichte Englands bis heute findet, abspielt und zelebriert wird. Leider waren wir bei unserem Londonbesuch zu spät am Tower, der schon geschlossen hatte. Auf der Rückfahrt mit dem Zug konnte ich dessen Geschichte also die Englands in einem sehr gut beschrieben Buch "Der Tower of London", das wir vor Ort erwarben, lesen. Da sich mir bei unserem Urlaub in Wales doch sehr viele Fragen aufdrängten, war dieses Buch quasi eine Offenbarung um zu verstehen.
Regisseur Freddie Francis ist in London geboren und es ist ihm trefflich gelungen DIESE Atmosphäre in den Mittelpunkt zu stellen entgegen Schlössern und Gruften in den klassischen Wallace Krimis.

Dartmoor, Tower, Kronjuwelen, die Stadt auch von oben, die Themse, Scotland Yard, die königliche Garde, die Yeoman Warders die ihren Dienst seit dem 14. Jahrhundert bis heute verrichten. Daneben das elegante Gaunerpärchen Lieven/Trooger und wohl bewußt ein Scotland Yard Inspektor der zu spät zündet, sicher auch mutig dies so zu erzählen. Wenn ein Wallace-Roman ganz dicht an der Hauptstadt und an Englands Historie abgesehen von alten Schloißbestzern liegt dann dieser. Das Verrätertor war mein erster Wallace-Film, ich habe diesen unzählige Male gesehen und er langweilt mich immer noch nicht. Er vermittelt ganz viel über das typische England und das war sicher auch das Ziel. Deshalb ist das für mich der beste Edgar Wallace Film.

Gruss
Havi17

Wallacefreund Offline




Beiträge: 241

28.03.2019 21:39
#149 RE: Wallace der Woche (20): Das Verrätertor (1964) Zitat · Antworten

Für mich einer der bis dato langweiligsten Wallace Filme der ganzen Reihe. Das Beste an dem Film sind für mich die atmosphärischen Originalaufnahmen und die Musik von Peter Thomas, welche für mich mit zu den Besten der gesamten Wallace Serie gehört. Die atmosphärischen Bilder von Originalschauplätzen sind sehr gut und somit auch mit die autenthischsten der Reihe. Der Anfang des Films ist sehr gut und auch sehr atmosphärisch, als Kinski aus Dartmoor flieht.Dies weckt Hoffnung auf einen guten Film, welche allerdings recht bald verfliegt. Der Streifen ist leider viel zu spannungsarm inszeniert und ohne wirkliche Höhepunkte inszeniert. Aufgrund der Musik von. P. Thomas und besonders wegen der Authentizität durch die Originalschauplätze, kommt der Film am Ende nicht noch schlechter weg.
Fazit :2,5 von 5 Punkten.

Gubanov ( gelöscht )
Beiträge:

28.03.2019 21:40
#150 RE: Wallace der Woche (20): Das Verrätertor (1964) Zitat · Antworten

@Havi17 und @Dr. Oberzohn: Das finde ich ja ungewöhnlich: Schon zwei Leute mit dem "Verrätertor" als erster Wallace-Begegnung! Wie kommt man denn dazu? Die Wallace-Filme liefen ja im Fernsehen seither meist "en bloc" und da dürfte "Das Verrätertor" wohl nie den Anfang gemacht haben - also müsst ihr dann irgendwann zwischendurch mal zufällig drauf gestoßen sein, oder?

Lustigerweise kann ich mich auch noch genau an den Tag erinnern, an dem ich "Das Verrätertor" zum ersten Mal gesehen habe. Das kann ich sonst für kaum einen Wallace-Film behaupten.

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