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Dieses Thema hat 219 Antworten
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Sir Oliver Offline




Beiträge: 2.008

06.07.2009 12:47
#121 RE: RE:Bewertet: "Das indische Tuch" (14) Zitat · Antworten

Zitat von Daniel Lantelme
Tja, so unterschiedlich sind halt die Meinungen. Während Edgar007 im BANNE-Thread gerade schreibt, dass es ein Unding sei, dass BANNE noch vor dem TUCH liegt, so finde ich es ein Unding, das INDISCHE TUCH hier so gut abgeschnitten hat. Damit dürfte für mich der Film wohl ab sofort als der am meisten überschätzte Film der Reihe gelten. Die Darsteller sind in der Tat das große Plus des Films, dennoch ist Platz 2 hier durchaus eine Überraschung. Wie allerdings die Filmmusik auf Platz 3 gelangen konnte, ist mir ein absolutes Rätsel. Der Titeltrack hätte auch bei einer x-beliebigen Klamotte aus den 60er-Jahren eingesetzt werden können, so frohmütig wie er ist. Ansonsten besteht fast die ganze Filmmusik aus bestehenden (wenn auch durchaus passenden und geschickt eingesetzten) Klavierstücken. Dennoch in meinen Augen ein Kopfstoß für all die besseren, aufwändig komponierten Krimimusiken von Thomas und Böttcher.



dem gibt es nix hinzuzufügen!!

Count Villain Offline




Beiträge: 4.259

06.07.2009 15:18
#122 RE: RE:Bewertet: "Das indische Tuch" (14) Zitat · Antworten

Zitat von Sir Oliver
Zitat von Daniel Lantelme
Tja, so unterschiedlich sind halt die Meinungen. Während Edgar007 im BANNE-Thread gerade schreibt, dass es ein Unding sei, dass BANNE noch vor dem TUCH liegt, so finde ich es ein Unding, das INDISCHE TUCH hier so gut abgeschnitten hat. Damit dürfte für mich der Film wohl ab sofort als der am meisten überschätzte Film der Reihe gelten. Die Darsteller sind in der Tat das große Plus des Films, dennoch ist Platz 2 hier durchaus eine Überraschung. Wie allerdings die Filmmusik auf Platz 3 gelangen konnte, ist mir ein absolutes Rätsel. Der Titeltrack hätte auch bei einer x-beliebigen Klamotte aus den 60er-Jahren eingesetzt werden können, so frohmütig wie er ist. Ansonsten besteht fast die ganze Filmmusik aus bestehenden (wenn auch durchaus passenden und geschickt eingesetzten) Klavierstücken. Dennoch in meinen Augen ein Kopfstoß für all die besseren, aufwändig komponierten Krimimusiken von Thomas und Böttcher.



dem gibt es nix hinzuzufügen!!


Ich werd es dennoch tun.

Zum indischen Tuch habe ich mich hier im Thread ja schon recht ausführlich geäußert (wird ja eigentlich Zeit, dass ich das Review-by-looking mal bei einem anderen Film wiederhole). Daniel nennt ja hier die Darsteller und die Musik. Ich weiß nicht ob die darstellerischen Leistungen wirklich die zweitbesten der Reihe sind (ich bin ja mal gespannt welche als Beste angesehen werden, dann hätte man mal einen Anhaltspunkt), aber gerade die Kammerspielatmosphäre des Films richtet natürlich das Augenmerk des Zuschauers ganz besonders eben auch auf die Darsteller. Vielleicht sind sie deshalb nicht unbedingt besser, aber doch einprägsamer als in anderen Filmen mit mehr Action und "Drumherum". Ich selbst habe dem Tuch im übrigen auch nur eine 4,5 bei den Darstellern gegeben während ich mehrere Filme habe, die in dieser Unterkategorie eine 5 erringen konnten.

Was die Musik angeht hat Daniel was den Aufwand angeht sicher irgendwie Recht, aber dennoch ist es ja gerade diese schon bestehende klassische Musik, die maßgeblich zu dieser besonderen Atmosphäre des Tuches beiträgt. Und diesen Aspekt haben wohl die meisten hier bewertet. Ich übrigens auch (mit einer 5). Und auch der fröhliche Titeltrack unterstreicht die ironische Seite des Films sehr gut. Der Vorhang hebt sich, wir nehmen euch mit auf eine beschwingte, mörderische Reise. Ich finde das Tuch ist ein Film, der durchaus auf mehreren Ebenen funktioniert, was die Platzierung angemessen und gerechtfertigt erscheinen lässt.

Zumal gibt es wohl kaum etwas Subjektiveres als diese beiden Kategorien. Musikempfinden ist ohnehin subjektiv und ob man einen Darsteller in seiner Rolle überzeugend findet hängt auch davon ab wie man selbst diese Rolle sieht und was für Ansprüche man hat. Manche mögen nüchterne Interpretationen, andere (dosiertes) Overacting. Und wieder andere haben für bestimmte Schauspieler auch bestimmte Schubladen. Sofern ein Schauspieler seinen Part nicht ganz offensichtlich verhaut gibt es da viel Spielraum für subjektives Empfinden.

Joachim Kramp Offline




Beiträge: 4.901

06.07.2009 16:09
#123 RE: RE:Bewertet: "Das indische Tuch" (14) Zitat · Antworten

Interessant was man hier so alles lesen kann. In der Tat stimme ich hier vor allem mit Daniels Meinung überein, dass DAS INDISCHE TUCH der wohl überschätzte Wallace-Film überhaupt ist. Was die Musik betrifft stimme ich ihm nur zum Teil zu. Hier habe ich 5 Punkte gegeben, wobei die anderen Best-Musiken von Thomas (u.a. Orchidee, Verrätertor, Mönch, Banne, Tote) und Böttcher (Fälscher, Gasthaus) ebenfalls 5 Punkte erhielten - daher Gleichberechtigung. Aber bei den Darstellern gab's nur 'ne 3 - ganz einfach weil sie in anderen Filmen einfach besser waren (wobei ich Nielsen immer für eine Fehlbesetzung hielt und über die Clarin-Darstellung hatten wir ja bereits diskutiert).
Ansonsten ist der Film Spannngsarm so dass es gerade mal für 3 Punkte reichte.
Habe ich etwas vergessen? Nun ja - DAS INDISCHE TUCH ist für mich schon immer ein Film mit den größten persönlichen Schwankungen gewesen. Mal gefällt er mir - mal finde ich "Krümel im Käse" (u.a.geklaute Story). Beim letzten Grand Prix 2007 landet er bei mir auf Platz 15 - dieses Mal auf Platz 26. Vielleicht kommt er beim nächsten Mal wieder besser weg. Auf jeden Fall finde ich ihn wesentlich amüsanter und unterhaltsamer als DER ZINKER & DIE TÜR MIT DEN SIEBEN SCHLÖSSERN.

Joachim.

tilomagnet Offline



Beiträge: 540

06.07.2009 17:34
#124 RE: RE:Bewertet: "Das indische Tuch" (14) Zitat · Antworten

Zitat von Joachim Kramp
In der Tat stimme ich hier vor allem mit Daniels Meinung überein, dass DAS INDISCHE TUCH der wohl überschätzte Wallace-Film überhaupt ist.


Nunja, der HEXER is ja noch dabei. Also mal langsam. Da ist nichts außer einer wohlklingenden Darstellerliste. Das TUCH hat wenigstens Handlung und eine halbwegs inspirierte Regie!

Joachim Kramp Offline




Beiträge: 4.901

06.07.2009 17:48
#125 RE: RE:Bewertet: "Das indische Tuch" (14) Zitat · Antworten

Zitat von tilomagnet
... und eine halbwegs inspirierte Regie!


Wo ist hier die Inspiration??

Joachim.

tilomagnet Offline



Beiträge: 540

06.07.2009 18:36
#126 RE: RE:Bewertet: "Das indische Tuch" (14) Zitat · Antworten

Zitat von Joachim Kramp
Zitat von tilomagnet
... und eine halbwegs inspirierte Regie!


Wo ist hier die Inspiration??

Joachim.


Wie gesagt "halbwegs", alles relativ und hier eben verglichen mit dem HEXER, für einige immerhin DER Wallace.

DanielL Offline




Beiträge: 3.776

09.07.2009 21:55
#127 RE: RE:Bewertet: "Das indische Tuch" (14) Zitat · Antworten

Momentan schaue ich die EW/BEW-Reihe in chronologischer Reihenfolge, weshalb ich mir detaillierte Bewertungen eigentlich bis Abschluss dieser Session sparen wollte. Das aktuelle "Grand Prix"-Voting, wo DAS INDISCHE TUCH den 8. Platz belegt, hat mir jedoch die Veranlassung gegeben, diesen Film vorzuziehen. Scheinbar gibt es ja doch viele Befürworter des Films, mir aber ist dieser Film als 18. Film der Rialto/CCC-Wallace-Welle (inkl. Bryan-Edgar-Wallace) beim letztmaligen Anschauen übel aufgestossen wie selten zuvor. Daher nachfolgend mein Verriss, den ich ebenfalls einleite mit dem schönen Satz... Gerade einmal wieder gesehen und folgende Meinung gebildet:

Die beste Teilbilanz dieses Films lässt sich noch mit Blick auf die Darsteller feststellen. Man kann sich an der kompletten Darstellerriege erfreuen und findet wenig bis garnichts zu bemängeln. Ein Genuss ist Hans Nielsen in seiner Rolle als Mr. Tilling. Nach Gert Fröbes' Abel Bellamy bleibt auch diese Rolle eines cholerischen Amerikaners in bleibender Erinnerung.
Corny Collins spielt unauffällig, hat aber rollenbedingt auch kaum Möglichkeiten sich nachhaltig zu profilieren. Elisabeth Flickenschildt kann wie üblich zuverlässig die Atmosphäre beeinflussen, Richard Häussler nimmt man den hinterhältigen Dr. Amersham ab, Alexander Engel ist amüsant und man hätte ihn gerne länger gesehen. Auch Ady Berber erfüllt wieder seinen Zweck. Man ist gewollt Gisela Uhlen eine nervende Darbietung zu unterstellen, doch die Rolle Mrs. Tilling verlangt dies und letztlich ist sie ein geglückter Gegenpart zu ihrem Filmgatte. Überaus dankbar ist man, dass Klaus Kinski mal wieder eine Szene bekommen hat, in der er richtig ausflippen darf - da ist beste Unterhaltung nun mal vorprogrammiert. Für Wallace-Kenner ist es überaus erfrischend Siegfried Schürenberg als Sir Hockbridge zu sehen. Seine Rolle ist nicht weniger lustig als sein legendärer Part als Sir John. Nicht zu vergessen Architekt Wilhelm Vorwerg in seiner Minirolle als Lord Lebanon. Natürlich passt er wunderbar in diese Rolle, auch wenn seine Eröffnungszene gleich wenig überzeugend gespielt und inszeniert ist. Wer bitte brüllt dermaßen lange "Hallo... Hallo...???" ins Telefon? Jeder normale Mensch legt da längst auf. Darüber kann man noch hinwegsehen, aber dass Lebanon dann noch spricht, während er den Hörer bereits ablegt, damit der Unbekannte schön von hinten das Tuch um den Hals legen kann ist dann doch auch für die grundsätzlich realitätsfernen, aber im Detail eben sonst so sorgfältigen inszenierten Wallace-Filme ein bisschen viel des Guten. Neben vielen neu erdachten Inhalten ist Hans Clarins' Lebanon Junior einer der wenigen Bestandteile, die bereits im Roman genauso angelegt sind - nämlich völlig verrückt. Clarin stellt diesen Wahnsinn in seinem schwierigen Part überzeugend dar.

Heinz Drache und Eddi Arent spielen routiniert, ihre eigene Leistung ist nicht zu kritisieren aber ihre Charaktere dafür wohl umso mehr. Anwalt Tanner ist der wohl unkompetenteste Ermittler der ganzen Reihe. Alle fünf Minuten tischt er uns eine neue Theorie um die Morde auf und praktisch bis zum Ende tappt er völlig im Dunkeln. Kein Wunder, dass es am Ende ein Hund ist, der den Täter dingfest macht. Dies muss man wohl in Kauf nehmen, wenn ein Anwalt anstelle eines Yard-Profis die Ermittlungen leitet - oder um es mal mit filmkritischen Ernst zu betrachten: Das Konzept "Zehn kleine Negerlein" ließ wohl drehbuchbedingt keinen Platz für clevere Helden. Eddi Arent muss die Albernheiten der Autoren Petersson und Hurdalek ausbaden. Was die Sache mit dem "lebenden Teewagen" soll, hat sich mir noch immer nicht erschlossen. Auch die sich aufrichtenden Stühle sind keinen Deut witziger und rufen höchstens ein gequältes Anstandslächeln hervor. Gags gibt es hier am laufenden Band und zur Ehrenrettung der Autoren muss man hinzufügen, dass darunter durchaus auch einige sind, die zünden. An den schlechten hängt man sich aber natürlich auf. Alles in Allem ist das nur als Parodie erträglich (Wenn es einen Wallace-Film gibt, der eine mit VORSATZ herbeigeführte Parodie abgibt, dann ist es am ehesten dieser!). Der von soliden Krimis geprägten Reihe mit einem wohl getakteten Humor und eleganter Ironie wird dieser Film jedenfalls nicht gerecht.

Der Gau kommt natürlich dann am Ende. Nicht nur, dass die Testamentsvollstreckung nicht witzig ist, sondern sie verhöhnt den Zuschauer, der eineinhalb versucht hat, der Handlung zu folgen und nun auf Klärung hofft. Soetwas geht, genau wie die albernen, sich aufrichtenden Stühle, einfach GAR NICHT.

Was gibt es sonst noch zur Inszenierung dieses kammerspielartigen Atelierfilms zu sagen? Kritikwürdig sind vor allem die ersten Minuten des Films. Bereits erwähnt ist hierzu die Sequenz mit Lord Lebanon. Als erste Einstellung sehen wir das Schloss Marks Priory, welches aus einer Strichzeichnung besteht garniert mit etwas Zigarettenqualm. Wahrscheinlich hätten selbst studentische Hilfskräfte des tschechischen Fernsehens diese Einstellung tricktechnisch besser gelöst. Mit Fahrtkosten zur Pfaueninsel haben Freddy Vohrer und Horst Wendlandt hier eindeutig an der falschen Stelle gespart. Bei der darauf folgenden Einstellung fällt mir übrigens unweigerlich der alte Karnevalsschlager "Da steht ein Pferd auf dem Flur" ein - aber zurück zur Kritik. Die Studioszenen meistert Alfred Vohrer dann ansonsten ohne besondere Auffälligkeiten - positiv wie negativ gesehen.

Die fröhliche Titelmusik hätte Peter Thomas zu einem beliebigen Schlagerfilm der 60er-Jahre einreichen können. Prinzipiell unpassend und dann eben doch wieder auf einer Wellenlänge mit den folgenden Albernheiten im Film. Als Wallace-Musik gesehen kann man dem Stück hier jedenfalls keine Bestnote verteilen (Geht aber durchaus ins Ohr!). Dafür kann man Alfred Vohrer noch die geschickt eingesetzte Klaviermusik anrechnen, die er hier wie schon bei DIE TOTEN AUGEN VON LONDON synchron zu den Verbrechen einspielen lässt.

Wie nach und nach jeder der Bewohner ins Gras beißt und das obligatorische Abdecken des Frühstücksgedecks hat natürlich etwas herrlich prägnantes. Doch statt einem Orden kann man den Autoren hierfür nunmal nur die gelbe Karte verleiehen. Die Filmreihe wäre auch ohne ein Agatha-Christie-Derivat ausgekommen.

Fazit: Hinter überzogenem, teilweise fehlgezündetem, Humoranteil wenig Substanz. Unterhaltungswert muss dem Film durch die Schauspieler und separate starke Szenen attestieren. Gelbe Karte für die Autoren.

Zum Abschluss möchte ich euch noch folgende Frage mit auf den Weg geben:
Warum nennt "Inspektor Fuchsberger" den Butler Bonwith am Telefon eigentlich einen "Vereinsbruder"? Schonmal darüber nachgedacht?

Gruß,
Daniel

Count Villain Offline




Beiträge: 4.259

09.07.2009 22:06
#128 RE: RE:Bewertet: "Das indische Tuch" (14) Zitat · Antworten

Zitat von Daniel Lantelme
Zum Abschluss möchte ich euch noch folgende Frage mit auf den Weg geben:
Warum nennt "Inspektor Fuchsberger" den Butler Bonwith am Telefon eigentlich einen "Vereinsbruder"? Schonmal darüber nachgedacht?


Weil beide im Verein der Taubenzüchter sind. Bonwit schickt ja eine Brieftaube mit entsprechender Nachricht los.

DanielL Offline




Beiträge: 3.776

09.07.2009 22:33
#129 RE: RE:Bewertet: "Das indische Tuch" (14) Zitat · Antworten


Das wäre aber wieder ein großer Kommissar Zufall, oder? Ich habe mir immer gedacht, die Taube fliegt an einen Ort X und von dort wird die Nachricht als Hilferuf erkannt und an den Yard geleitet. Aber stimmt, so wäre es auch zu erklären. Bonwith ist also ebenso wie "Inspektor Fuchsberger" im Brieftaubenverein? Und die Taube flog dann an die Clubzentrale oder wie? Schon etwas seltsam.

Gruß,
Daniel

Sir Oliver Offline




Beiträge: 2.008

10.07.2009 08:15
#130 RE: RE:Bewertet: "Das indische Tuch" (14) Zitat · Antworten

Zitat von Daniel Lantelme
Der Gau kommt natürlich dann am Ende. Nicht nur, dass die Testamentsvollstreckung nicht witzig ist, sondern sie verhöhnt den Zuschauer, der eineinhalb versucht hat, der Handlung zu folgen und nun auf Klärung hofft. Soetwas geht, genau wie die albernen, sich aufrichtenden Stühle, einfach GAR NICHT.


da geb ich dir völlig recht... man nimmt es zwar mit einem schmunzeln irgendwie hin, aber ist trotzdem nicht richtig zufrieden, kommt sich etwas veralbert vor...


zum thema taube: das finde ich ganz okay gemacht... vielleicht ist die taube wirklich bis club-haus geflogen

Count Villain Offline




Beiträge: 4.259

10.07.2009 15:10
#131 RE: RE:Bewertet: "Das indische Tuch" (14) Zitat · Antworten

Zitat von Sir Oliver
zum thema taube: das finde ich ganz okay gemacht... vielleicht ist die taube wirklich bis club-haus geflogen


Ohne Liebelei unterwegs!

Sir Oliver Offline




Beiträge: 2.008

10.07.2009 16:06
#132 RE: RE:Bewertet: "Das indische Tuch" (14) Zitat · Antworten

ja klar, warum nicht... hat eddi ihr doch auch befohlen...
arme kleopatra...

Scarpine ( gelöscht )
Beiträge:

28.11.2009 16:21
#133 RE: RE:Bewertet: "Das indische Tuch" (14) Zitat · Antworten

Das indische Tuch (1963)

So, dieses mal war der Film "Das indische Tuch" an der Reihe. Erneut hatte ich parallel dazu den Originalroman gelesen, um mir einen besseren Überblick zu verschaffen. Der Streifen präsentierte sich gleichermaßen so wie ich ihn noch in Erinnerung hatte, als ein spannender und gut besetzter Film, der aber unterm Strich aber trotzdem nur Mittelmaß ist.

"Das indische Tuch" ist ein typischer Alfred Vohrer-Film. Das spürt man von der ersten bis zur letzten Sekunde. Leider ist die Täterauflösung, auch wenn man den Roman nicht kennt, doch wieder mal sehr offensichtlich. Da helfen auch die vielen falschen Fährten (cholerischer Tilling, verschlagener Amersham und manischer Kinski), die Regisseur und Drehbuchautor streuen, nichts. Zumal leistet sich der Film einige Peinlichkeiten. Das fängt mit den billigen Karteneinblendungen von Marks Priory an und setzt sich leider mit einigen fürchterlich dämlichen Kalauern fort. Beispielsweise die Szene, wenn Hockbridge Amersham den Witz erzählt und der ihm das Kärtchen "Kenn ich" gibt. Wäre die Szene noch lustig, würde ich diese Unlogik verzeihen können, aber sie ist einfach nicht lustig. Auch die Testamentseröffnung ist ein Graus. Von sich anwinkelnden Stühlen, die Drache lakonisch kommentiert, über den Anruf des Inspektor Fuchsberger bis zu dem Alleinerben Wallace, kommt man sich zum Schluss nur noch wie in einer Komödie vor. Auch das Lord Lebanon minutenlang Hallo in das Telefon ruft, ist etwas lachhaft. Ob sich dabei damals im Kino schon die Balken gebogen haben?

Kommen wir nun zum Vergleich Film und Romanvorlage. Die Handlung wurde stark verändert, bewegt sich aber noch in einem erträglichen Rahmen. Schade fand ich, dass man die Schlusskonfrontation zwischen Tanner und Lebanon weggelassen hat. Die Verfolgungsjagd mit dem Hund hätte ja aus der Szene heraus entstehen können. Auch ist es bedauerlich, dass die Familienfixiertheit der Lady Lebanon keine wirkliche Rolle mehr spielt. Positiv sehe ich hingegen, dass man aus Tanner einen Anwalt machte und die zusätzlichen Erben sowie die Isolierung von der Außenwelt einbrachte, was natürlich die Spannung erhöht. Das Fehlen der völlig konturlose Assistenten Totty und Ferraby und einiger anderer Charaktere, sehe ich ebenfalls positiv. Eine gute Idee war es auch aus dem blasierten Butler Kelver den humorvollen Bonwit zu machen, der den Film enorm bereichert.

Dem Schauspielensemble kann man keinen Vorwurf machen. Heinz Drache gibt abermals den tatkräftigen Ermittler. Corny Collins ist aber eine selten langweilige Hauptdarstellerin. Elisabeth Flickenschildt, Hans Clarin, Richard Häussler, Hans Nielsen und Gisela Uhlen verkörpern ihre (Roman-)Charaktere sehr gekonnt. Auch Siegfried Schürenberg, Alexander Engel und Ady Berber (der stets dieselbe Rolle spielen musste) sind überzeugend. Klaus Kinski und Eddi Arent agieren superb.

Trotz einiger Spannungsmomente hängt der Film das eine oder andere Mal kräftig durch. Erst als Kinski in das Geschehen eingreift wird der Film dauerhaft spannend. Wieder einmal bedient sich Vohrer einiger interessanter Bildmotive. Dazu zählen natürlich die Mörderperspektive mit dem schwingenden Tuch, der Absturz des Lords in die Kapelle, der vornüber kippende Amersham und das Auffinden des ermordeten Peter Ross. Kinski präsentiert sich hier wie in "Die Tür mit den 7 Schlössern" und "Neues vom Hexer" abermals als effektvolle Leiche. Die Musik von Peter Thomas ist mittelmäßig. In den Szenen des Films wirkt sie meist ordentlich, dafür geriet allerdings das Titelthema zu langweilig.

Insgesamt: Ein guter Wallace-Krimi, der jedoch zeitweise an der einen oder anderen Schwäche krankt.

7 von 10 Punkten


Blap Offline




Beiträge: 1.128

19.02.2010 15:45
#134 RE: RE:Bewertet: "Das indische Tuch" (14) Zitat · Antworten

Das indische Tuch (Deutschland, 1963, Originaltitel: Das indische Tuch)

Lord Lebanon hat den Löffel gereicht. Nun soll der Rechtsanwalt Frank Tanner (Heinz Drache) das Testament verkünden, die Hinterbliebenden scharren bereits gierig mit den Hufen, schliesslich war der Lord äusserst wohlhabend. Tanner offenbart den Erben eine Überraschung, bevor das tatsächliche Testament eröffnet wird, soll die Bagage knapp eine Woche in dem herrschaftlichen Sitz ausharren. Wer früher abreist bekommt seinen Erbteil nicht, fertig. Kein leichtes Unterfangen für die Beteiligten, die Verwandtschaft ist untereinander heillos zerstritten, man ist sich spinnefeind. Es kommt aber noch dicker, nach und nach wird die Gesellschaft ausgedünnt, ein Mörder erdrosselt seine Opfer mit Tüchern aus edlem Stoff. Da sich das Anwesen auf einer Halbinsel befindet ist nicht an ein Entkommen zu denken, denn wegen eines Orkans ist man von der Außenwelt abgeschnitten. Kann der Killer gestoppt werden, wer steckt hinter der unheimlichen Mordserie...???

"Das indische Tuch" ist einer der wohl am häufigsten im Fernsehen gezeigten Edgar Wallace Filme. Schon als Kind habe ich den Film sehr gern gehabt, wurde von seiner herrlichen Atmosphäre und der Schrulligkeit der Figuren gepackt. Regisseur Alfred Vohrer konnte aus dem Vollen schöpfen, die Riege der Darsteller gehört gewissermaßen zur "Standardausstattung" der Wallace Streifen. Was die Hauptrolle des Ermittlers angeht, habe ich Joachim Fuchsberger immer lieber gesehen als den stets ein wenig hüftsteifen Heinz Drache. Daran hat sich bis heute nichts geändert, doch auch mit Herrn Drache habe ich mich inzwischen angefreundet. Mit Klaus Kinski und Hans Clarin bekommt der Zuschauer gleich zwei irre Fratzen geboten, die sich gegenseitig in der Disziplin "irrer Blick" überbieten. Die bewährte Elisabeth Flickenschildt als gestrenge Hausherrin, Siegfried Schürenberg leicht beknackt wie immer, natürlich fehlt auch Eddy Arent nicht, schön! Vermisst habe ich eigentlich nur eine wirklich attraktive Dame, Corny Collins ist zwar ganz nett, aber...

Man ahnt vielleicht ein wenig zu früh wer der Killer ist, was man sicher als Schwachpunkt werten kann. Hat man den Film -so wie ich und viele andere- aber schon häufiger gesehen, kann man sich auf die liebenswert verkörperten Charaktere konzentrieren, auch eine schöne Sache. Das sehr flapsige Ende wirkt ein wenig unpassend, anderseits "muss das eben so sein". Die DVD von Universum gibt es wahlweise in einer Box mit drei weiteren Wallace Titeln, alternativ kann man die DVD auch einzeln erwerben. Ich habe zur "Edgar Wallace Edtion 4" gegriffen, denn die drei ebenfalls enthaltenen Filme: "Der schwarze Abt", "Zimmer 13" und "Der Hexer" wollte ich sowieso gern in der Sammlung haben. Der Box liegt ein Booklet bei, auf der DVD zu "Das indische Tuch" sind Boni allerdings nicht vorhanden, lediglich Trailer zu anderen Titeln des Labels sind vorhanden.

Sehr gut und einfach liebenswert. Ein Klassiker des deutschen Films! 8/10

Lieblingszitat: "Meine Herren, dieser Telefonapparat wird uns die nächsten Tage lediglich als Zimmerschmuck dienen!"

Vom Ursprung her verdorben

Thomas Fortuna Offline



Beiträge: 3

05.11.2010 14:52
#135 RE: RE:Bewertet: "Das indische Tuch" (14) Zitat · Antworten

Mit dem Roman hat der Film wenig zu tun allerdings ist dieser Stoff auch eher schwach.
Der film an sich ist sehr unterhaltsam und teilweise grandios gespielt Drache, Flickenschild, Clarin und Arent einfach spitze.

Und was nun wirklich in erinerung bleibt ist " Reeeeegen, Reeeeegen, Reeeeegen.

In diesem Sinne Dank an Ady Berber.

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