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Dieses Thema hat 88 Antworten
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 Film- und Fernsehklassiker national
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Prisma Offline




Beiträge: 7.554

16.02.2021 13:34
#61 RE: Verschollen? Vergessen? - Filmraritäten Zitat · Antworten

Vielen Dank für die Informationen!
Wenn ich mir das Verleih-Programm so anschaue, wären schon einige Sachen dabei, die für mich bestimmt nicht uninteressant wären.
Ich bin jedenfalls sehr gespannt auf die nächsten Vorstellungen hier.

Gangster Offline



Beiträge: 153

22.02.2021 22:25
#62 RE: Verschollen? Vergessen? - Filmraritäten Zitat · Antworten

Ich selbst habe das Stück vor ca. 20 Jahren im Theatre Royal in Brighton gesehen. Es handelte sich um eine Tourneeproduktion und war ausverkauft.

Dann möchte ich einfach daran erinnern, dass die Behauptung schlichtweg falsch ist, dass sich der Stoff nicht für die Bühne eignet, da Agatha Christie selbst das Theaterstück 1943 unter dem Titel AND THEN THERE WERE NONE geschrieben hat.

Giacco Offline



Beiträge: 2.106

23.02.2021 12:31
#63 RE: Verschollen? Vergessen? - Filmraritäten Zitat · Antworten

SÜNDE MIT RABATT
BRD (1968) - R: Rudolf Lubowski - DE: 22.3.1968 - V: AB-Film (Alois Brummer)
Prod.: Reinhardt-Film, Karlsruhe
Darsteller: Claus Holm, Silvia Frank, Adrian Hoven, Eva Astor, Nino Korda, Christine Schuberth, Mona Baptiste, Rolf Wanka, Karl Arnold, Renate Pichler, Joachim Reinecke

Hauptschauplatz des Films ist das "Apollo", ein Nachtclub mit Bordellbetrieb. Während in den Hinterzimmern die Damen ihre Freier empfangen, wird den Gästen im Lokal ein Programm aus Gesangs- und Striptease-Nummern geboten. Eines Tages wird eine der im Club beschäftigten Prostituierten ermordet aufgefunden. Während die Polizei verschiedene Spuren verfolgt, gibt es eine weitere Tote.

Im Gegensatz zu ähnlichen damaligen Produktionen dieser Art wurde in Farbe gedreht. Den Kommissar spielt diesmal Claus Holm. Christine Schuberth, die aus Wien stammt, wurde 1970 als "Josefine Mutzenbacher" populär. Regisseur Lubowski drehte 1969 den Augsburg-Krimi "Immer bei Vollmond".

"... Furcht und Schrecken auf diesem "Gebrauchsdamenmarkt m.b.H." sowie Spannung in der Dramaturgie der Handlung liefert ein geheimnisvoller Lustmörder, der sich eine geraume Weile tummeln darf, bevor er selbst das Opfer, diesmal allerdings der Justiz wird. Insgesamt leidet der Film daran, dass das Muster, nach dem er abläuft, mehr als sattsam bekannt ist." (Film-Echo)

"Die mehr nebenher laufende Krimihandlung erinnert in ihrem Versuch, ständig neue Verdächtige zu kreieren, um am Ende eine möglichst unwahrscheinliche Lösung zu präsentieren, an die Edgar-Wallace-Filme." (Udo Rotenberg)

Film-Echo-Note: 3,2 (22 Meldungen)

Giacco Offline



Beiträge: 2.106

26.02.2021 12:33
#64 RE: Verschollen? Vergessen? - Filmraritäten Zitat · Antworten

DER SATAN MIT DEN ROTEN HAAREN
BRD (1964) - R: Alfons Stummer - DE: 11.9.1964 - FSK 16 - V: Nora
Prod.: Tefi, München (Ernst Ritter von Theumer)
Darsteller: Helga Sommerfeld, Helmut Schmid, Ellen Schwiers, Hermann Nehlsen, Peter Jacob, Paulo Alfonso



Im Frachtraum einer Chartermaschine, die über südamerikanischem Gebiet unterwegs ist, befinden sich größere Mengen Gold, die als Maschinenteile getarnt sind. Als 2 Terroristen versuchen, das Flugzeug zu kapern, gerät die Situation außer Kontrolle und Pilot Erik muß auf einer kleinen Insel notlanden, wobei die Maschine zu Bruch geht. Unter den Überlebenden kommt es bald zu Spannungen, woran vor allem die rothaarige Wanda schuld ist, der es Spaß macht, den Männern die Köpfe zu verdrehen. Doch letztlich ist es die Gier nach dem Gold, die dafür sorgt, dass sich die Lage mehr und mehr zuspitzt.

Gedreht wurde im Sommer 1964 in Brasilien.
Der Film soll mal auf "Sky" bei den "Cinema Classics" gelaufen sein.

"Handwerklich ist dieser Abenteuerfilm im südamerikanischen Revoluzzer-Milieu recht passabel gemacht. Der Regisseur Alfons Stummer, der mit dem "Förster vom Silberwald" bekannt wurde und sein Kameramann Hans Schneeberger verstehen sich auf solide optische Farbfilmgestaltung. Aber das Drehbuch...! Da ist nun wirklich wieder alles so haarscharf nach Klischée konstruiert, dass man keine Sorgen zu haben braucht, es könnte etwas nicht so verlaufen, wie man es vorausahnt. Helga Sommerfeld als rothaariger kleiner Weibsteufel, ist immerhin appetitlich anzusehen. Zum weiteren Personal gehören noch ein naturburschenhafter Pilot (Helmut Schmid), dessen Maschine in der Luft gekidnappt wird, eine brave Stewardess (Ellen Schwiers), außerdem überlebende Passagiere, Revolutionäre und allerlei Fußvolk, das im Programm nicht näher genannt wird." (Film-Echo)

Film-Echo-Note: 5,6 (14 Meldungen)

Giacco Offline



Beiträge: 2.106

04.03.2021 12:53
#65 RE: Verschollen? Vergessen? - Filmraritäten Zitat · Antworten

WENN BEIDE SCHULDIG WERDEN
Österreich (1962) - R: Hermann Leitner - DE: 14.3.1962 - FSK 18 - V: Europa
Prod.: Schönbrunn-Film, Wien (Ernest Müller)
Darsteller: Hanns Lothar, Nadia Gray, Robert Graf, Ellen Schwiers, Maria Perschy, Michael Verhoeven, Charles Regnier, Karl Lieffen, Annie Rosar



Der Film entstand nach dem "Stern"-Roman "Keine Nacht ist ohne Morgen" von Hans Nogly. Die Dreharbeiten begannen im Dezember 1961 in Wien.
Ausgangspunkt der Story ist die Ehe des Architekten Richard Goetz mit der etwas älteren Hilde Goetz, die ihm den nötigen finanziellen Rückhalt zur Karriere verschaffte. Goetz bekommt seinen bisher größten Auftrag: die Planung der Anlage einer Satellitenstadt. Da verursacht er einen Autounfall, an dessen Folgen ein Mensch stirbt. Er begeht Fahrerflucht und um sein Werk nicht zu gefährden, nimmt seine Frau die Schuld auf sich. Sie erhält eine Gefängnisstrafe. Doch der Anwalt Dr.Hassfeld kennt den wirklichen Sachverhalt. Da er nicht nur Jurist sondern auch der Teilhaber von Goetz ist, versucht er, sein Wissen zu seinem persönlichen Vorteil auszunutzen und schreckt dabei nicht vor Erpressung zurück.

Das Ehepaar Richard und Hilde Goetz wird gespielt von Hanns Lothar und Nadia Gray. Michael Verhoeven ist Jochen, der Sohn aus Hildes erster Ehe. Er hat ein Verhältnis mit einer jungen Frau namens Josi, dargestellt von Maria Perschy. Robert Graf darf als erpresserischer Anwalt den Fiesling heraushängen lassen. Ellen Schwiers ist als Fernsehreporterin Carla Förster zu sehen, die eine Zeitlang die Geliebte von Richard Goetz ist. Die Rolle eines ehrgeizigen Landtagsabgeordneten erhielt Karl Lieffen.

Beeindruckend ist hier vor allem die Liste der Darsteller. "Mit dieser guten Besetzung steht und fällt meiner Meinung nach der Erfolg des Films", ist die Überzeugung des jungen Wiener Regisseurs Hermann Leitner, der hier erstmals eine wirklich interessante und erfolgversprechende Aufgabe erhielt. "Das Drehbuch komprimiert mehrere Zeitthemen, es ist also vieles drin: eine Ehekrise, etwas Wirtschaftswunder, ein Fall von Fahrerflucht. Im Grunde genommen hängen alle Ereignisse ursächlich mit der Tatsache zusammen, dass in unserer Zeit des Wohlstands menschliche Unzulänglichkeiten besonders üppig wuchern." Leitner hat von der Pike auf beim Film gedient. Er war Cutter, Regieassistent, drehte ein paar unbedeutende Filme in eigener Regie. "Wenn beide schuldig werden" könnte die Chance einer echten künstlerischen Bewährungsprobe sein." (Film-Echo: Besuch bei Dreharbeiten)

Film-Echo-Note: 5,2 (29 Meldungen) / Erstnote: 5,0

Giacco Offline



Beiträge: 2.106

12.03.2021 12:31
#66 RE: Verschollen? Vergessen? - Filmraritäten Zitat · Antworten

WER SIND SIE, DR.SORGE ? (QUI ETES-VOUS, MONSIEUR SORGE ?)
(AT: Spione sterben nicht im Bett)
F/I (1961) - R: Yves Ciampi - DE: 16.6.61 - FSK 12 - V: UFA FILM HANSA
Prädikat: wertvoll
Darsteller: Thomas Holtzmann, Mario Adorf, Ingrid van Bergen, Boy Gobert, Jacques Berthier, Nadine Basile, Rolf Kutschera, Adelheid Seeck, Keiko Kishi



"Unter den Spionen des Zweiten Weltkriegs war der deutsche Journalist Dr.Richard Sorge wohl der größte, gerissenste und gefährlichste. Als Auslandskorrespondent einer großen deutschen Zeitung lebte er unter Diplomaten und Offizieren in Tokio wie der Hecht im Karpfenteich. Einflußreiche Japaner gehörten zu seinen Freunden, die Frauen hochgestellter Persönlichkeiten waren von seinem Charme bezaubert und erzählten ihm mehr, als ihre Männer wissen durften. Selbst der deutsche Botschafter weihte ihn in die geheimsten Pläne der Achsenmächte ein. Und niemand ahnte, dass Dr.Sorge in engem Kontakt zu den Sowjets stand und jede Information sofort nach Moskau funkte. Jahrelang trieb er sein gefährliches Spiel. Erst nach Kriegsende wurde er von den Japanern verhaftet und zum Tode verurteilt. Aber niemand hat seinen Tod miterlebt, immer wieder tauchen Gerüchte auf, dass Dr.Sorge noch lebt, irgendwo hinter dem Eisernen Vorhang." (BRAVO 1961)

"Dieser Dr. Richard Sorge, der als deutscher Journalist in Japan für die Sowjets spionierte, bietet als Filmstoff das Prickeln zwiegesichtiger Agenten-Tätigkeit, eingebettet in die Salon-Atmosphäre der High Society von Tokio. Wenn der elegante Doktor mit dem Botschafter-Ehepaar frühstückt, sich von Prinzen informieren lässt und eine echte Baronin liebt, zwischendurch Funksprüche in den Äther jagt und mit Staatsgeheimnissen wie seinen Leuten souverän umspringt, dann müsste die Leinwand ob der Ehre strahlen, diesen Supermann reflektieren zu dürfen. Sie schimmert nur. Dr. Sorge hat sich anscheinend dem Zugriff der Japaner entzogen. Ähnlich erging es Yves Ciampi. Auch er kam mit dem Doktor nicht zurande. Die Story zerflattert in schlecht geschnittene Sequenzen. Unübersichtlich und ohne wesentliche Höhepunkte wird das Geschehen abgespult.
Der Titelheld ist mit Thomas Holtzmann markant besetzt. Es wäre zu wünschen, dass sich der Film dieses versierten Bühnendarstellers öfter bedient. Marion Adorf spielt den Funker Clausen in seiner eigenwilligen Manier und Boy Gobert als SS-Größe Meissinger liefert eine brillante Star-Schau, die ein wenig zu kabarettistisch ausfällt. Interessante Frauen am Rande des Geschehens: Adelheid Seeck als Frau des Botschafters, Keiko Kishi als japanische Baronin und Ingrid van Bergen als Botschaftssekretärin."
(Film-Echo)

Die UFA FILM HANSA ging in der Spielzeit 1961/62 in Liquidation. Der "Sonderfilm-Verleih" erwarb die Rechte an "Wer sind Sie, Dr.Sorge" und brachte den Film unter dem Titel "Spione sterben nicht im Bett" 1963 erneut in die Kinos. Später - wahrscheinlich in den 1980er Jahren - gab es eine TV-Ausstrahlung bei einem Privatsender, die wieder unter dem Original-Titel erfolgte.

Film-Echo-Note: 4,0 (38 Meldungen)
Frankreich: 1.738.211 Besucher (Paris: 370.923)

Uli1972 Offline



Beiträge: 48

12.03.2021 18:08
#67 RE: Verschollen? Vergessen? - Filmraritäten Zitat · Antworten

Hat die Zeitschrift "Bravo" 1961 tatsächlich noch das Gerücht verbreitet, Richard Sorge würde vielleicht noch leben. Er ist am 7. November 1944 in Japan hingerichtet worden.

Dr. Oberzohn Offline



Beiträge: 536

12.03.2021 20:40
#68 RE: Verschollen? Vergessen? - Filmraritäten Zitat · Antworten

Zitat von Uli1972 im Beitrag #67
Hat die Zeitschrift "Bravo" 1961 tatsächlich noch das Gerücht verbreitet, Richard Sorge würde vielleicht noch leben. Er ist am 7. November 1944 in Japan hingerichtet worden.

Man dachte früher tatsächlich, dass er den Krieg überlebt haben und irgendwo im Hintergrund weiter agieren könnte. Es gab in den fünfziger Jahren auch einen Kolportageroman über Sorge und seine angeblich so kriegsentscheidende Meldung an Stalin vor der Schlacht um Moskau, worauf sich auch der Film zu stützen scheint. Er wurde da als sehr gefährlich und ichbesessen dargestellt, als eine Bedrohung für die freie Welt, falls er doch noch weiter für den Osten arbeiten sollte.
Allerdings war seine vorgebliche Hinrichtung in Japan 1944 schon immer bekannt, dass die BRAVO da ungenaue Zeitangaben in die Welt setzt, ist natürlich Unsinn, aber sicher nicht der einzige bei dieser Zeitschrift.

Giacco Offline



Beiträge: 2.106

18.03.2021 12:19
#69 RE: Verschollen? Vergessen? - Filmraritäten Zitat · Antworten

JUNGFRAU AUS ZWEITER HAND
BRD (1967) - R:(Akos von Rathony) - DE: 30.3.1967 - FSK 18 - V: AB-Film (Alois Brummer)
Pr.: Supra-Film, München
Darsteller: Helga Sommerfeld, Wolfgang Preiss, Ingrid van Bergen, Joseph Offenbach, Carola Höhn, Mady Rahl, Albert Hehn, Michael Maien, Ingo Thouret, Claus Horn

Die stadtbekannte Lebedame Elena Rossano wird erstochen in ihrem Appartment aufgefunden. In mühsamer Kleinarbeit durchleuchtet die Mordkommission das Leben der Edel-Prostituierten, die im teuren Nerzmantel mit täglich wechselnden Perücken in einem eleganten Sportwagen auf Kundenfang ging. Es gibt zahlreiche Verdächtige, denn Elenas Bekanntenkreis war weit verzweigt. Doch dann findet der Dirnenmord ganz überraschend seine Aufklärung.

Helga Sommerfeld spielt die Lebedame Elena, deren Vergangenheit in Rückblenden nachgezeichnet wird. Wolfgang Preiss und Joseph Offenbach sind die ermittelnden Beamten.
Gedreht wurde ab Ende Mai in München und an der jugoslawischen Küste. Ende Juli war der Film fertiggestellt und der Team-Verleih hatte den Kinostart auf den 16.9. anberaumt. Der Termin wurde jedoch verschoben, da man kurzfristig die Urania-Produktion "Schwarzer Markt der Liebe" ins Programm gehievt hatte, die nun seit August erfolgreich in den Kinos lief. Als der Verleih Anfang 1967 seine Tätigkeit einstellte, sicherte sich der Sexfilmer Alois Brummer die Rechte an der noch nicht aufgeführten "Jungfrau", kürzte den Film um einige Sequenzen und fügte ca. 700 Filmmeter mit selbstgedrehtem Material ein. Akos von Rathony distanzierte sich von dieser neuen Fassung und zog seinen Namen zurück.

"Möglicherweise war ein Kriminalfilm, angesiedelt im pikanten Milieu der "Jungfrauen aus zweiter Hand" mal geplant. Das fertige Werk bietet die Recherchen der Kriminalisten als Rahmenhandlung für Episödchen mit Nuditäten und leichten Mädchen. Akos von Rathony, Regisseur des Films, bedeckte ob solcher in der Gesamtheit nicht von ihm initiierter Blößen sein Haupt und seinen Namen im Vorspann und auf den Plakaten. Die Flucht in die Anonymität bleibt den Darstellern versagt. Wolfgang Preiss, Joseph Offenbach, Ingrid van Bergen und Carola Höhn tragen es - möglicherweise - mit Humor."

Film-Echo-Note: 2,6 (27 Meldungen) / Erstnote: 2,2

Giacco Offline



Beiträge: 2.106

26.03.2021 13:45
#70 RE: Verschollen? Vergessen? - Filmraritäten Zitat · Antworten

ANGEKLAGT: DR.THOMAS (EIN FRAUENARZT KLAGT AN)
BRD (1964) - R: Falk Harnack - Pr.: CCC (Artur Brauner) - DE: 5.6.1964 - FSK 18 - V: Gloria
Darsteller: Dieter Borsche, Anita Höfer, Dietmar Schönherr, Hans Nielsen, Ellen Schwiers, Margot Trooger, Inge Meysel, Beba Loncar, Harry Riebauer, Jochen Brockmann, Joachim Ansorge, Wolfried Lier, Rolf Bogus, Martin Hirthe



Der allseits beliebte Chefarzt Dr. Thomas - verwitwet, drei Kinder - widmet sich voll und ganz seinem Beruf. Er möchte die junge Schauspielerin Ingrid Goth heiraten, die sich aber nicht dazu entschließen kann, ihren Beruf aufzugeben. Aus Neid und Missgunst verbreitet Oberarzt Dr. Kraus wider besseren Wissens das Gerücht, sein Vorgesetzter habe bei einer Patientin ohne deren Einwilligung eine Sterilisation vorgenommen, was bei ihr zu einem Selbstmordversuch geführt hätte. Der ehrgeizige Journalist Petermann wittert einen Skandal und entlockt einer Ärztin des Krankenhauses, mit der er befreundet ist, den Namen der Patientin. Als er in der Zeitung über den Fall berichtet, kommt die Sache ins Rollen. Dr. Thomas wird angeklagt und erhält zugleich die fristlose Entlassung als leitender Arzt der Klinik.

Und wieder ein Film mit vielen namhaften und beliebten Darstellern. Dieter Borsche in der Titelrolle hat als Arzt aus medizinischen oder sozialen Gründen mehrere Sterilisationen vorgenommen, woraus man ihm einen Strick zu drehen versucht. Hans Nielsen ist der Oberarzt, der böswillig Gerüchte verbreitet, um Dr. Thomas zu schaden. Dietmar Schöherr will als Sensationsreporter einen vermeintlichen Skandal aufdecken und mißbraucht das Vertrauen von Ellen Schwiers, die als Kinderärztin in der Klinik arbeitet. Anita Höfer zeigt wenig Interesse daran, für die Kinder von Dr. Thomas die Mutterrolle zu übernehmen und setzt stattdessen lieber ihre Karriere als Schauspielerin fort. Egoistisch ist auch Beba Loncar, ein Playgirl, das sich ohne besonderen Grund sterilisieren lassen will. Harry Riebauer wittert als aufstrebender Staatsanwalt einen karrierefördernden Fall und Margot Trooger ist die verzweifelte Frau, die durch einen Schicksalsschlag aus der Bahn geworfen wurde und einen Selbstmordversuch unternahm. Als patente Oberschwester hat Inge Meysel hier ihren letzten Leinwandauftritt.

Der Kino-Start erfolgte unter dem Titel "Ein Frauenarzt klagt an". Da die Publikumsresonanz zunächst aber unerwartet schwach war, wurde er schon nach kurzer Zeit ausgetauscht.
Die "oberflächliche Behandlung des Themas" und die "Schwarzweiß-Malerei" ließen für den Film-Echo-Kritiker eine künstlerische Wertung der angesehenen Schauspieler nicht zu.

Film-Echo-Note: 4,6 (30 Meldungen)

Giacco Offline



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02.04.2021 10:36
#71 RE: Verschollen? Vergessen? - Filmraritäten Zitat · Antworten

HAUT FÜR HAUT (LE GOUT DE LA VIOLENCE)
F/I/D (1961) - R: Robert Hossein - DE: 11.8.1961 - FSK 12 - V: UFA FILM HANSA
Deutscher Co-Produzent: Universum-Film (UFA), Berlin
Darsteller: Robert Hossein, Giovanna Ralli, Mario Adorf, Hans H. Neubert, Madeleine Robinson, Dany Jacquet, Relja Basic



Mexico im 19. Jahrhundert. Der Revolutionär Perez überfällt mit Hilfe seiner Kumpane Chamaco und Chico einen Zug und entführt Maria, die Tochter des Präsidenten, die gegen 50 politische Gefangene ausgetauscht werden soll. Auf dem Weg ins Hauptquartier der Aufständischen werden die Drei mit ihrer Geisel von Regierungstruppen verfolgt.

Robert Hossein, der auch das Drehbuch schrieb, spielt den Anführer Perez, einen nachdenklichen Idealisten, der nur von dem Gedanken beseelt ist, die Revolution zum Sieg zu führen. Mario Adorf als Chamaco ist aus ganz anderem Holz geschnitzt. Ihn lockt vor allem das hohe Lösegeld, dass die Regierung für die Befreiung der Präsdidententochter ausgesetzt hat. Chico, der Jüngste - dargestellt von Hans H. Neubert, verliebt sich in Maria und versucht sie zu überreden, mit ihm zu fliehen.

Angekündigt wurde der in Schwarzweiß gedrehte Abenteuerfilm bei uns mit dem Titel "Denn alle Schuld rächt sich auf Erden". Die Rolle der Maria sollte ursprünglich Rosanna Schiaffino spielen und als Chico war Götz George vorgesehen. Die Dreharbeiten begannen im Oktober 1960 im jugoslawischen Montenegro und an der Küste bei Dubrovnik. Die Musik stammt von Robert Hosseins Vater André Hossein.
Französische Kritiker lobten die "wirkungsvolle Inszenierung" und meinten:" Der Film präsentiert sich in äußerst ruhigen und bildsprachlich imposanten Sequenzen". Während er in Frankreich mit knapp 1,5 Mio. Besucher ein Erfolg war, kam er beim deutschen Publikum nicht an.



Hans H. Neubert wurde 1937 in Saarbrücken geboren. Er besuchte zunächst die Technische Hochschule, entschloss sich dann aber zu einem Schauspielstudium in Berlin. Nach ersten kleinen Bühnenauftritten gab er in "Haut für Haut" sein Leinwanddebüt. Danach wirkte er in dem Kino-Erfolg "Ruf der Wildgänse"(1961) und dem Flop "Es war mir ein Vergnügen"(1963) mit. Bis 1966 folgten einige TV-Rollen. 1967 taucht er in der Defa-Produktion "Geschichten jener Nacht" auf. Mehr ist nicht von ihm bekannt.

Giacco Offline



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09.04.2021 12:01
#72 RE: Verschollen? Vergessen? - Filmraritäten Zitat · Antworten

DIE NACHT AM SEE (GESCHMINKTE JUGEND)
BRD (1960/63) - R: Max Nosseck, Werner Klingler, Peter M. Thouet - DE: 29.11.1963 - FSK 18 - V: Schneider
Prod.: Noal-Film, Berlin
Darsteller: Christian Wolff, Christian Doermer, Rieke Ramoff, Ernst Jacobi, Hans Nielsen, Beate Hasenau, Peter Arden, Brigitte Mira, Gudrun Genest

Christian gehört zu einer Clique von Berliner Jugendlichen aus gutsituiertem Elternhaus. Sie feiern Partys, flirten und verbringen die Wochenenden am Wannsee. Doch Christian fühlt sich von diesen oberflächlichen Vergnügungen mehr und mehr angeödet und zieht sich in sich selbst zurück. Als er sich von seinem einzigen Freund Robert im Stich gelassen fühlt, hat das tragische Konsequenzen.

Der Film basiert auf der "Steglitzer Schülertragödie", die 1927 Aufsehen erregte. Gedreht wurde er unter dem Titel "Geschminkte Jugend" im Spätsommer 1960 in und um Berlin. Produktionsfirma war die neu gegründete Noal-Film, die Max Nosseck mit der Regie beauftragt hatte. Eine Verleihzusage gab es zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Doch der fertige Film wurde von der FSK nicht freigegeben, weil die Todessehnsucht des Protagonisten junge und labile Menschen zum Suizid verführen könne und er somit eine potenzielle Gefahr für Jugendliche darstelle. Die Produktionsfirma zog den Film daraufhin zurück und ließ ihn von den Regisseuren Werner Klingler und Peter M. Thouet überarbeiten. Die dabei entstandene gekürzte Neufassung kam Ende 1963 unter dem Titel "Die Nacht am See" in die deutschen Kinos. Den Vertrieb übernahm der kleine Schneider-Verleih.

"Extravagant im Thema - offen in der Aussage - delikat in der Gestaltung!" (Verleihwerbung)

Beim Film-Echo gingen weniger als 10 Meldungen ein. Die Bewertungen reichten von "schlecht" bis "sehr gut".

https://www.filmportal.de/film/geschmink...1c1044054ac6e73

Giacco Offline



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16.04.2021 12:46
#73 RE: Verschollen? Vergessen? - Filmraritäten Zitat · Antworten

DAS UNHEIL
BRD/Frankreich (1972) - R: Peter Fleischmann - DE: 23.3.1972 - FSK 12 - V: United Artists
Prod.: Hallelujah-Film (München), Artemis (Berlin), P.A.A. (Paris)
Darsteller: Reinhard Kolldehoff, Vitus Zeplichaal, Silke Kulik, Ingmar Zeisberg, Werner Hess, Bernhard Kimmel



Der aus Schlesien stammende Pfarer Vavra (Kolldehoff) hat sich nach der Vertreibung in einer kleinen deutschen Provinzstadt niedergelassen. Sein Familienleben, das ihn kaum zu interessieren scheint, ist alles andere als intakt. Die Tochter posiert für Aktfotos, der Sohn (Zeplichal) ist zweimal durch die Abiturprüfung gerasselt und hat ein Verhältnis mit der gelangweilten Gattin (Zeisberg) eines Fabrikanten. Zur Einweihung der neuen Kirchenglocken gibt es eine Feier, zu der Presse und Fernsehen geladen sind. Doch die Festlichkeiten enden im Chaos.

Der Film, der in Wetzlar (Hessen) gedreht wurde, erhielt eine Drehbuchprämie des Bundesinnenministers und wurde mit dem Prädikat "Besonders wertvoll" ausgezeichnet. Er nahm 1972 als einer von 3 deutschen Beiträgen an den Filmfestspielen in Cannes teil.

"Regisseur Fleischmann schoss in seiner bösen Polit-Satire einige Breitseiten auf damalige gesellschaftliche Mißstände ab. Dem Traum von der heilen Welt wird - bewusst überspitzt - ein alptraumhaftes Panorama von Ver- und Zerstörung entgegen gehalten. Überdimensioniert wie unter einem Vergrößerungsglas konzentrieren sich in einem fiktionalen Provinzort viele negative Elemente der politischen, ökologischen und sozialen Entwicklungen in der BRD. Die expressive Kamera-Arbeit entspricht der satirisch-zeitkritischen Optik, die Dialoge schrieb Martin Walser." (TV-Zeitschrift Prisma)

"Nur zwei Schauspieler fallen in der Besetzungsliste auf: Ingmar Zeisberg und Reinhard Kolldehoff; beide mit dankbaren Parts, beide untadelig. Daneben ein Jung-Darsteller, dem man noch öfter begegnen möchte: Vitus Zeplichal. Er spielt die eigentliche Hauptrolle und er beherrscht sie. Und dann fällt noch einer auf, der kein Schauspieler, aber dennoch sehr bekannt ist: Werner Hess, der Intendant des Hessischen Rundfunks, der einen umweltverschmutzenden Industriellen mimt.
Peter Fleischmann ist ein filmischer Könner. Das steht außer Frage. Er sollte künftig Themen vor die Kamera bringen, die nicht nur analysieren, sondern auch unterhalten."
(Film-Echo)

Giacco Offline



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22.04.2021 12:53
#74 RE: Verschollen? Vergessen? - Filmraritäten Zitat · Antworten

DU GEHÖRST MIR
BRD (1959) - R: Wilm ten Haaf - DE: 27.1.1959 - FSK 18 - V: Union
Prod.: Rapid-Film, München (Wolf C. Hartwig)
Darsteller: Barbara Rütting, Peter van Eyck, Helmut Schmid, Erica Beer, Peter Capell, Rolf Wanka, Siegfried Steiner, Dieter Kirchlechner



Dieter Braun ist Pferdenarr und Trabrennspezialist. Er und seine Frau Monika führen eine harmonische Ehe. Doch dann taucht der elegante und kultivierte Alexander Schwerin auf, ein Jugendschwarm von Monika, der ebenfalls im Trabrenngeschäft mitmischt. Während Dieter Braun sich auf ein bevorstehendes Rennen vorbereitet und in Schwerin lediglich einen beruflichen Konkurrenten sieht, erliegt seine Frau dessen Charme und Verführungskunst. Erst hinterher erkennt sie, dass sie von Schwerin nur für einen Wettbetrug ausgenutzt wurde. Dieter Braun, der dadurch viel Geld verloren hat und den Seitensprung seiner Frau nur schwer verkraftet, stellt Schwerin zur Rede und schlägt ihn nieder. Als Schwerin wenig später erdrosselt aufgefunden wird, fällt der Verdacht sofort auf Dieter Braun. Er wird des Mordes angeklagt.

Alexander Schwerin - Peter van Eyck
Dieter Braun - Helmut Schmid
Monika Braun - Barbara Rütting

Hartwigs Entdeckung Barbara Valentin ist hier in ihrem ersten Kinofilm zu sehen. Sie spielt - uncredited- ein Partymädchen in Strapsen.

"Durchschnittliche Krimi-Kolportage mit guten Schauspielern." (kino.de)

Film-Echo-Note: 3,8 (22 Meldungen)

Giacco Offline



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30.04.2021 11:56
#75 RE: Verschollen? Vergessen? - Filmraritäten Zitat · Antworten

DEUTSCHLAND, DEINE STERNCHEN (AT: DIE IHRE HAUT ZU MARKTE TRAGEN)
BRD (1962) - R: Edwin Zbonek - DE: 9.3.1962 - FSK 16 - V: DFG
D: Eva Kerbler, Marlene Rahn, Alwy Becker, Renate Berg, Paul Dahlke, Heinrich Schweiger, Sieghart Rupp, Hans Holt, Albert Rueprecht, Karl Schönböck, Dieter Klein, Louis Soldan



"Ein Bericht vom Glanz und Elend unseres Filmnachwuchses."

Im Mittelpunkt der Spielhandlung stehen die Schicksale von vier Mädchen. Gezeigt wird ihr Konkurrenzkampf um die Hauptrolle in einem Film. Es geht aber auch um die Macht der Klatschreporter. Regisseur Zbonek sieht seinen Film als "realistische Bestandsaufnahme". Die Rollen der "Sternchen" wurden mit noch unbekannten Darstellerinnen besetzt. Ihre männlichen Kollegen sind größtenteils prominenter. So sieht man Paul Dahlke als den Produzenten, Hans Holt als Regisseur, Heinrich Schweiger als Klatschreporter und Sieghart Rupp als Fotograf.
Der Film kam zunächst unter dem Titel "Deutschland, deine Sternchen" in die Kinos. So hieß damals auch eine sogenannte Schlüsselloch-Serie in der Illustrierten "Stern", in der Will Tremper unter dem Pseudonym "Petronius" die Karrieren und die damit verbundenen Skandale und Pikanterien von diversen Starlets beleuchtete. Um angedrohte gerichtliche Auseinandersetzungen wegen des Titels zu vermeiden, änderte man diesen in "Die ihre Haut zu Markte tragen" u. Das Kinopublikum zeigte wenig Interesse und beim Film-Echo gingen weniger als 10 Meldungen ein.
Am Samstag, den 22.10.1968 erfolgte um 22.10 Uhr eine TV-Ausstrahlung im Programm der ARD.

"Die Handlung erinnert zuweilen recht deutlich an tatsächliche Geschehnisse, an Skandale und Affären, an Reporter und Fotografen, an Starlets und Stars, durch die und für die in den letzten Jahren immer wieder auf nicht eben noble Weise Schlagzeilen gemacht worden sind. Zboneks kaleidoskopartige Szenenfolge bemüht sich um nuancenreiche Details, sucht im Vordergründigen den Hintergrund zu erhellen. Doch trotz dieser Ambitionen: die Kolportage lugt heimtückisch aus allen Ecken hervor. Doch zum Handwerklichen des Films. Der Regisseur, durch "Am Galgen hängt die Liebe" hinreichend als vielversprechende Begabung ausgewiesen, schwelgt in einer Fülle unterschiedlicher Stile zwischen Sachlichkeit, Realismus, Hintergründigkeit, Symbolik, Persiflage und Musical-Träumerei, die einfach nicht unter einen Hut zu bringen sind. Die Montage der Bilder ist dynamisch und interessant. Die Übergänge sind zuweilen zwar gewagt aber unstreitig effektvoll. Ob der im Ganzen recht zwiespältige Film vor dem breiten Publikum bestehen wird, muss abgewartet werden." (Film-Echo)

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