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Dieses Thema hat 90 Antworten
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 Film- und Fernsehklassiker national
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Giacco Offline



Beiträge: 2.109

05.05.2021 12:36
#76 RE: Verschollen? Vergessen? - Filmraritäten Zitat · Antworten

FÜR EINE HANDVOLL DIAMANTEN - (SAFARI DIAMANTS)
Frankreich/BRD (1966) - R: Michel Drach - DE: 18.6.1966 - FSK 16 - V: Team
Deutscher Produzent: Hans Oppenheimer, Berlin
Darsteller: Jean-Louis Trintignant, Marie José Nat, Horst Frank, Hellmut Lange, Jean Pierre Kalfon



Der ehemalige Fallschirmjäger Raphael Vincente hat die Alltagsroutine seines Lebens satt. Als er ziellos durch Paris läuft, trifft er auf einen Mann, der ihn dazu überredet, sich an einem Einbruch in ein Juweliergeschäft zu beteiligen. Sie erbeuten ein kostbares Diamantencollier, doch eine gegnerische Bande kommt ihnen in die Quere. Raphaels Kumpan wird erschossen und die wertvollen Steine wechseln den Besitzer. Eine ihm unbekannte Frau verhilft Raphael zur Flucht. Es ist Elektra, die Geliebte von Robert Alphéne, dem Chef der gegnerischen Bande.

Eine typisch französische Gangsterballade in tristen Farben. Die Inszenierung ist kühl und distanziert und orientiert sich an der Nouvelle Vage. Horst Frank als eiskalter Killer Federico und Hellmut Lange als Gangsterboss Alphéne zeigen, dass sie neben Stars wie Trintignant durchaus bestehen können. Als einzige Frau unter harten Männern ist Marie-José Nat zu sehen, die damalige Ehefrau des Regisseurs Michel Drach. Der Soundtrack enthält u.a. Aufnahmen der "Swingle Singers", einer in den 1960er Jahren populären A-capella-Formation.

"Abgesehen von der politisch verbrämten Glorifizierung des im Mittelpunkt stehenden Helden, erhebt sich der Film weit über das Mittelmaß durch seine famose Besetzung mit Jean-Louis Trintignant und den beiden deutschen Edelschurken Horst Frank und Hellmut Lange, in deren Mitte die rassige Marie-José Nat das Rosarot des kalten Flirts trägt. Die exakte, realistische Regie von Michel Drach und die präzise Kameraarbeit von Andreas Winding lockern das blutige Geschehen auf und verweisen es durch ironische, skurrile und romantische Lichter in das unwirkliche und verdämmernde Reich der kriminalistischen Fabel." (Film-Echo)

Film-Echo-Note: 4,2 (19 Meldungen)
Frankreich: 436.730 Besucher (Paris: 97.903)

Giacco Offline



Beiträge: 2.109

09.05.2021 14:56
#77 RE: Verschollen? Vergessen? - Filmraritäten Zitat · Antworten

GESPERRTE WEGE - (CAMINO CORTADO)
BRD/Spanien (1955) - R: Ignacio Iquino - DE: 14.10.1955 - FSK 16
Prod.: Despa-Film, München (Hans Schubert) - V: Rheinischer Filmverleih/Hamburg-Film u.a.
Darsteller: Viktor Staal, Laya Raki, Albert Matterstock, Franz Muxeneder, Armando Moreno, Eugenio Domingo



Der junge Antonio erbt einen Haufen Geld, das ihm sein Vormund vorenthalten will. Um sich zu holen, was ihm zusteht, engagiert er drei Ganoven. Doch die Sache läuft aus dem Ruder und am Ende gibt es einen Toten. Auf der Flucht stoßen die Gangster überall auf Straßensperren und ein Großaufgebot von Polizisten. Da sie keine Ahnung haben, dass der Einsatz gar nicht ihnen gilt, geraten sie in Panik. Kopflos fahren sie hin und her und suchen vergebens nach einem Ausweg. Durch Angst und Hysterie kommt es zu einer weiteren Bluttat.

Eine frühe deutsch-spanische Co-Produktion, die in Spanien gedreht wurde. Viktor Staal gehört zu den Gangstern, Albert Matterstock zur Polizei. Laya Raki hat natürlich wieder eine ausgedehnte Tanz-Szene. Mehrere kleine Verleihfirmen brachten den Film gemeinsam in ihren jeweiligen Bezirken in die Kinos. Die Münchener Despa-Film beteiligte sich 1956 an einer weiteren Gemeinschaftsproduktion mit den Spaniern, bei der wieder Iquino Regie führte.

Der Schauspieler Albert Matterstock, der hier einen Ordnungshüter spielt, war ab 1937 in fast 30 Spielfilmen zu sehen. Nach einer monatelangen Morphium-Behandlung, die wegen einer schmerzhaften Magenentzündung notwendig war, war er medikamentenabhängig. Er wirkte 1956 noch in einem weiteren Film mit ("Drei Birken auf der Heide"). Danach hörte man nichts mehr von ihm. 1960 wurde er in einem Hamburger Hotel tot aufgefunden.

Giacco Offline



Beiträge: 2.109

17.05.2021 12:27
#78 RE: Verschollen? Vergessen? - Filmraritäten Zitat · Antworten

MADELEINE UND DER LEGIONÄR
BRD (1958) - R: Wolfgang Staudte - DE: 24.1.1958 - FSK 12 - V: UFA
Prod.: Melodie-Film, Berlin (Aldo von Pinelli, Peter Schaeffers)
Darsteller: Hildegard Knef, Bernhard Wicki, Hannes Messemer, Helmut Schmid, Joachim Hansen, Harry Meyen, Leonard Steckel, Werner Peters, Siegfried Lowitz, Hanita Hallan, Horst Beck



Die Handlung spielt während des Unabhängigkeitskriegs in Algerien. Desertierte Fremdenlegionäre treffen auf ihrer Flucht durch die Wüste die französische Lehrerin Madeleine Durand, deren Farm nach einem Überfall von Aufständischen in Brand gesetzt wurde. Sie schließt sich ihnen an und erkennt erst zu spät, dass sie sich in die Hände von Deserteuren begeben hat.

Hart - Realistisch - aktuell
Ein Wolfgang Staudte-Film - spannend bis zum letzten Bild (Filmplakat)

Der Film wurde im Herbst 1957 u.a. an Originalschauplätzen in Nordafrika (Tanger, Algier) gedreht. Das Thema Fremdenlegion bzw. Legionäre war damals durchaus angesagt. In fast allen Illustrierten gab es Reportagen und auch Roman-Autoren und Schlagertexter befassten sich damit. Der seinerzeit populäre Sänger Freddy hatte z.B. 1958 einen Nr.-1-Hit mit "Der Legionär".
Hildegard Knef stand nach einer etwa 3-jährigen Filmpause erstmals wieder vor der Kamera. Doch die Kritiker sahen sie als Fehlbesetzung. Auch beim Publikum hatte der Film trotz seines Star-Aufgebots nicht den erwarteten Erfolg. In Frankreich durfte er wegen angeblich zu positiver Darstellung der Algerier nicht gezeigt werden.

Film-Echo-Note: 4,4 (61 Meldungen)

"Madeleine und der Legionär" gehört eigentlich nicht in die Kategorie "verschollen, vergessen", denn er wurde mittlerweile digitalisiert und ist in der Jubiläums-Edition "50 Jahre Murnau-Stiftung" enthalten, die "6 große Filmwerke aus fünf Jahrzehnten" präsentiert.

Giacco Offline



Beiträge: 2.109

28.05.2021 12:32
#79 RE: Verschollen? Vergessen? - Filmraritäten Zitat · Antworten

CARMEN BABY
USA (1967) - R: Radley Metzger - DE: 24.5.1968 - FSK 18 - V: Constantin
Darsteller: Uta Levka, Claus Ringer, Walter Wilz, Christiane Rücker, Carl Möhner, Barbara Valentin, Michael Münzer, Doris Arden, Arthur Brauss, Nino Korda



Weil sich die temperamentvolle Carmen auf offener Straße mit einer anderen Frau prügelt, schreitet der junge Polizist José ein und nimmt sie fest, verhilft ihr aber gleich wieder zur Flucht. Deshalb wird er bestraft, kann aber anschließend seinen Dienst wieder aufnehmen. Bei einer Party begegnet er Carmen erneut. Um sich für seine Hilfe zu revanchieren, verbringt sie eine Nacht mit ihm. Zwischen ihnen entwickelt sich eine Art Liebesbeziehung. Doch Carmen hat nebenbei auch weiterhin Affären, u.a. mit Josés Chef oder dem Popstar Baby Lucas. Rasend vor Eifersucht wird José zu einer tickenden Zeitbombe.

"Constantin-Film startet am 24.Mai einen aufsehenerregenden Film, der in Amerika sensationelle Kassen macht und Dutzende von Hausrekorden bricht." (Verleih-Ankündigung)

"Der Film hat ein gemächliches Tempo, der altbekannte Stoff der Bizet-Oper scheint keinen der Beteiligten allzu sehr zu interessieren, aber das Produktions-Design ist super. Und Metzger hat tolle Schauspieler gefunden: eine sinnlich-freche Carmen (Uta Levka) und einen José (Claus Ringer), unter dessen milchbubihafter Naivität manchmal eine erstaunliche Härte durchschimmert." ( Lukas Foerster, 17.Hofbauerkongress)

"Bestechend an diesem Film ist seine handwerkliche Routine, die ihn - abgesehen von diversen Ausrutschern ins Kunsthandwerk - zu einem Tigersprung auf Männergemüter macht. Denn Uta Levka hat nicht nur reichlich Gelegenheit, ihre diversen Schokoladenseiten über die farbige Leinwand zu führen, sondern auch in ausgedehnten Spielen die Liebe solo, zu zweit, zu dritt und über Kreuz zu pflegen." (Film-Echo)

Der Film wurde mit deutschem Geld (Erich Mehl), deutschen Darstellern und einem deutschen Kameramann (Hans Jura) in München gedreht. Nur das deutsche Publikum blieb fern. Beim Film-Echo gingen keine 10 Meldungen ein.

Giacco Offline



Beiträge: 2.109

31.05.2021 13:49
#80 RE: Verschollen? Vergessen? - Filmraritäten Zitat · Antworten

SEHNSUCHT HAT MICH VERFÜHRT (AT: DIE BRANDNER-ZWILLINGE (Ö))
BRD 1959 - R: Wilm ten Haaf - Pr.: Rapid - DE: 7.4.1959 - FSK 18 - V: Bavaria
Darsteller: Erika Remberg, Dietmar Schönherr, Peer Schmidt, Ilse Steppat, Christiane Maybach, Karl Schönböck, Herta Worell, Dorothee Parker



Im Mittelpunkt des Films stehen die unterschiedlichen Zwillingsschwestern Hanne und Ursula, die mit ihrer verwitweten Mutter den Brandner-Hof bewirtschaften. Im Gegensatz zu Hanne hat die lebenshungrige Ursula das Landleben satt. Nach einem Streit mit der Mutter packt sie ihren Koffer und macht sich auf den Weg in die Stadt. Dort findet sie auch bald einen Job als Sekretärin. Ihr Chef, Direktor Gellner, interessiert sich allerdings mehr für ihre körperlichen Vorzüge. Als er ihrer überdrüssig wird, landet sie als Animierdame in der verrufenen Orchidee-Bar.

Der im Sommer 1958 gedrehte Film (Außenaufnahmen in München und im Chiemgau) gehört zu den frühen Produktionen von Wolf C.Hartwig. Hier verknüpft er Motive des damals beliebten Heimatfilms mit Bildern des sündigen Nachtlebens in der Großstadt. In Frankreich lief er unter dem Titel "Strip-Girls", der vor allem auf letzteres Bezug nimmt.

Erika Remberg - Hanne und Ursula Brandner
Dietmar Schönherr - Albert Herrmann, Lehrer
Peer Schmidt - Paul Grigoleit, Landmaschinen-Vertreter
Ilse Steppat - Brandner-Bäuerin
Christiane Maybach - Zigaretten-Girl Elvira
Karl Schönböck - Direktor Gellner

Film-Echo-Note: 4,0 (27 Meldungen)
Frankreich: 609.235 Besucher

Havi17 Offline




Beiträge: 3.437

31.05.2021 14:39
#81 RE: Verschollen? Vergessen? - Filmraritäten Zitat · Antworten

Ein weiterer Film des Filmtraumpaares Remberg/Hoven. Sehr gut "Die unentschuldigte Stunde" ein Pauker-Film.

Gruss
Havi17

Giacco Offline



Beiträge: 2.109

07.06.2021 12:19
#82 RE: Verschollen? Vergessen? - Filmraritäten Zitat · Antworten

ROCKYS MESSER
BRD (1967) - R: Joachim Mock - Pr.: Mock-Film, Berlin - DE: 2.3.1967 - FSK 16 - V: Hermes
Darsteller: Michael Miller, Thomas Rau, Christine Dass, Karl-Josef Cramer - Barbara Ratthey, Manfred Kunkel, Uwe Pietsch, Heidrun Kussin, Dietrich Stephan

"Am 6. Dezember begannen in einer Kneipe des Berliner Bezirks Kreuzberg die Aufnahmen zu dem Film der Mock-Produktion "Rockys Messer". Die Handlung lehnt sich an einen Berliner Kriminalfall an. Im Jahre 1960 geschah innerhalb einer gefürchteten Berliner Autobande ein Mord. Einer der Jugendlichen wurde trotz Beteuerung seiner Unschuld auf Grund der Aussagen der anderen Bandenmitglieder zu einer mehrjährigen Zuchthausstrafe verurteilt. Die eigentliche Handlung - von Joachim Mock geschrieben und inszeniert - beginnt mit der Entlassung Rockys, dessen Kumpane längst gutverdienende Bürger geworden sind. Wie kann sich ein junger Mann, der mit einer Verurteilung wegen Mordes vorbelastet ist, in einer Welt voller Vorurteile zurechtfinden? Für den Film wurden ausschließlich Nachwuchskräfte der Berliner und bundesdeutschen Bühnen verpflichtet. Die Hauptrolle spielt Michael Müller." (Film-Echo, Dez.1965)

"Rockys Messer" war nach "Ninotschka und Peer" (1962) der zweite Kinofilm von Joachim Mock, der überwiegend als Schauspieler tätig war (u.a. "Im Stahlnetz des Dr.Mabuse" oder "Lebensborn"). Ohne vorab mit offiziellen deutschen Stellen Kontakt aufzunehmen, bot er "Rockys Messer" 1967 auf eigene Faust für die Filmfestspiele in Moskau an. Zwar nahm der Film nicht am offiziellen Wettbewerb teil, wurde jedoch im Rahmen des Festivals gezeigt. Von deutscher Seite empfand man das als "peinliche Blamage" und war verärgert, weil in dem Film die westdeutschen Großstädte als "Abgründe der Kriminalität und Verworfenheit" dargestellt würden.



Einige der damals kaum bekannten Nachwuchsdarsteller konnten sich mehr oder weniger im Schauspielgeschäft etablieren. Heidrun Kussin hatte schon vorher kleine Rollen gespielt und war bis Mitte der 80er Jahre im Film- und Fernsehgeschäft tätig. Ähnlich lief es bei Christine Dass und Karl-Josef Cramer. Michael Miller spielte u.a. in Wallace-Filmen, arbeitete als Synchron-Regisseur und drehte unter dem Pseudonym "Dr.Renato Frustratus" ein paar Sex-Filmchen. Thomas Rau (Foto) erwarb sich eine gewisse Popularität als "Ludovico" in der erfolgreichen TV-Serie "Rinaldo Rinaldini". Und Barbara Ratthey übernahm außer bei Film und Fernsehen auch Rollen am Theater und arbeitete als Synchronsprecherin.

Giacco Offline



Beiträge: 2.109

14.06.2021 12:22
#83 RE: Verschollen? Vergessen? - Filmraritäten Zitat · Antworten

WOCHENTAGS IMMER
BRD (1963) - R: Michael Burk - DE: 30.5.1963 - FSK 18 - V: Bavaria
Prod.: Roxy-Film, München (Luggi Waldleitner)
Darsteller: Hanns Lothar, Geneviéve Cluny, Peter Carsten, Ann Smyrner, Peter Vogel, Hanne Wieder, Paul Esser, Anita Kupsch, Barbara Saade, Kathrin Ackermann, Dagmar Hank



"Auf den Straßen Münchens, vorwiegend im Schwabinger Viertel, dem Gebiet zwischen Siegestor und Münchner Freiheit, inszeniert der Kabarettist Michael Burk seinen zweiten Spielfilm: "Wochentags immer". Es soll eine leichte Komödie mit duftigem erotischem Flair a la francaise werden. Nach einem Drehbuch, das der Regisseur zusammen mit Per Schwenzen und Alexander Badal geschrieben hat. Für die weibliche Hauptrolle sicherte sich Roxy-Produzent Waldleitner des temperamentvollen, komischen Talents der Französin Geneviéve Cluny. Sie spielt eine australische Studentin, die dem jungen Doktoranden Felix zum Schicksal wird. Dieser Felix ist Hanns Lothar, gelehrt und bereits mit zwei Doktor-Titeln versehen, doch darauf versessen, an der Ludwig-Maximilians-Universität zu allem Überfluss noch einen Münchener Doktorhut zu erwerben.
Noch ahnt er nicht, dass dieser Plan scheitern wird. Aber im Strudel der Münchener Lebensfreude ist er bereits gewahr geworden, dass in ihm offenbar mannigfache erotische Talente schlummern. Im Handumdrehen jedenfalls kann er sich bei einer Reihe von jungen, aber auch reiferen Damen eines ungemein attraktiven Rufs erfreuen. Und sein einziges Problem ist: Wie werde ich diesen eher durch ZUfall erworbenen amourösen RUf wieder los.
Michael Burk hat für seine Inszenierung ein durchaus nicht alltägliches Konzept. Dass er ohne Atelier nur an Originalschauplätzen dreht, wurde bereits angedeutet. Dass Kameramann Klaus von Rautenfeld um eine einfallsreiche Fotografie bemüht sein wird, ist bei seinem Namen fast selbstverständlich. Wenn alles gelingen sollte, wie Burk es beabsichtigt, dann müsste nach dem vorliegenden Rezept ein Film entstehen, an dem das Publikum nicht nur wochentags, sondern auch am Sonntag seine Freude haben kann." (film-Echo: Besuch bei Dreharbeiten/März 1963)

Bei der Premiere am 30.5.63 im Hamburger Erstaufführungstheater "Die Barke" waren der Regisseur und die Darsteller Hanns Lothar, Geneviéve Cluny und Peter Carsten anwesend. Der Filmtitel versteht sich als Anspielung auf den internationalen Kino-Erfolg "Sonntags ...nie".

"...Burk zeigt ein Schwabing, wie es vielleicht im Drehbuch stand. Die Wirklichkeit steht auf einem anderen Blatt. Neben der frech-naiven Cluny gefallen Hanns Lothar und vor allem Peter Vogel. Ein gelassenes Leitmotiv steuerte Franz Grothe bei. - Unterhaltsamkeit mit einigen Gags und vielen Burk´schen Kalauern zur Freude nicht allzu anspruchsvoller Kinogänger." (Film-Echo)

Film-Echo-Note: 5,5 (35 Meldungen)

Giacco Offline



Beiträge: 2.109

21.06.2021 12:42
#84 RE: Verschollen? Vergessen? - Filmraritäten Zitat · Antworten

STASSENBEKANNTSCHAFTEN AUF ST.PAULI
BRD (1968) - R: Werner Klingler - DE: 29.2.1968 - FSK 18 - V: Alpha
Prod.: Tele-Cine GmbH, Berlin (Artur Brauner)
Darsteller: Günther Stoll, Rainer Brandt, Reinhard Kolldehoff, Sibylle Gilles, Suse Wohl, Dagmar Lassander, Jürgen Feindt, Matthias Grimm, Richard Haller



Nachtlokalbesitzer Radebach beschäftigt in seinem Laden minderjährige Mädchen und zeigt illegale Sexfilme. Deshalb hat er Ärger mit Kommissarin Renate Petersen von der Sitte, die den Laden lieber heute als morgen dicht machen würde. Radebach setzt den Fotografen Ingo auf Petersens 18jährige Tochter Susanne an. Er soll Nacktfotos von ihr machen, um die Kommissarin damit unter Druck zu setzen. Doch Susanne fällt nicht auf Ingos Charme herein. Deshalb lockt man sie eines Nachts in Radebachs Lokal, wo sie sich unter Alkoholeinfluß dazu überreden lässt, spärlich bekleidet an einer Misswahl teilzunehmen. Stunden später wird Radebach ermordet aufgefunden und alle Spuren weisen auf die plötzlich untergetauchte Susanne hin.

Storytechnisch hat die Handlung kaum mehr als die gängigen Klischees zu bieten, doch in der Liste der Mitwirkenden finden sich bekannte, teils wohlklingende Namen. Den für den Mordfall zuständigen Kriminalinspektor spielt Günther Stoll, den verschlagenen Barbesitzer Radebach Reinhard Kollehoff. Rainer Brandt hat als hinterhältiger Fotograf wie üblich eine kriminell angehauchte Rolle. Seine Freundin Gerti wird von Dagmar Lassander gespielt. Glatzkopf Jürgen Feindt, bekannt als Tänzer und Choreograph vieler TV-Shows, ist als Radebachs "rechte Hand" zu sehen. Eher unbekannt waren damals und sind auch noch heute Sibylle Gilles (Kommissarin Petersen) und Suse Wohl (Susanne). Für Werner Klingler war es der letzte Regie-Auftrag. Er starb 1972.

" ... Der schurkische Barbesitzer taucht auf, in seinem Etablissement, so hört man, entkleiden sich Minderjährige. Der skrupellose Fotograf bemüht sich, das unschuldige Mädchen in den Pfuhl der Sünde zu ziehen. Und auch der lässige Kommissar fehlt nicht, der alles zum Guten wendet. Dazwischen wird gemordet, gelastert und Frauen müssen Ohrfeigen einstecken. Regie und Buch gelingt es, Spannung konsequent zu vermeiden. Die Darsteller zeigen sich den Groschenheft-Charakteren gewachsen. Die Damen mögen ihre Meriten haben - auf schauspielerischem Gebiet liegen sie nicht." (Film-Echo)

In Ermanglung der nötigen Anzahl von Meldungen liegt keine Film-Echo-Note vor.

Giacco Offline



Beiträge: 2.109

27.06.2021 12:29
#85 RE: Verschollen? Vergessen? - Filmraritäten Zitat · Antworten

90 Minuten nach Mitternacht
BRD (1962) - R: Jürgen Goslar - DE: 26.10.1962 - FSK 16 - V: Constantin
Pr.: Roxy-Film (Luggi Waldleitner) - Musik: Bert Kaempfert - K: Klaus v.Rautenfeld
Darsteller: Christine Kaufmann, Martin Held, Christian Doermer, Hilde Krahl, Bruno Dietrich, Karel Stepanek, Heinz Schimmelpfennig, Thomas Braut, Ursula Herwig



Nach einem Streit lässt die 17jährige Julie Elgin ihren Freund Phil in der Bowling-Bar stehen und bittet den Außenseiter Nolan, den sie nur flüchtig kennt, sie nach Hause zu fahren, da es bereits nach Mitternacht ist. Unterwegs hält Nolan kurz an einer Telefonzelle an. Julie, die im Wagen wartet, hat keine Ahnung, dass er mit seinem Anruf ihre Eltern aus dem Schlaf reißt und ihnen mitteilt, dass sich Julie in seiner Gewalt befindet. Sie sollen auf weitere Anweisungen warten und die Polizei aus dem Spiel lassen.

Am 9.Juli 1962 begann Roxy-Film in Berlin mit den Dreharbeiten. Von dort aus übersiedelte das Team nach München, wo die Außenaufnahmen entstanden. Produzent Luggi Waldleitner hatte den Amerikanern die Verfilmungsrechte des Joseph-Hayes-Romans "The Hours After Midnight" buchstäblich vor der Nase weggeschnappt. Da die Story in den USA spielt, sollte der Film deshalb auch so amerikanisch sein wie eine US-Produktion.
Die Handlung spielt in den Stunden zwischen Mitternacht und Morgengrauen. Dadurch hatte der Kameramann diffizile licht-technische Probleme zu lösen. Das Team war Nacht für Nacht in der Umgebung Münchens unterwegs und Klaus von Rautenfeld vollbrachte waghalsige artistische Kunststücke, indem er angeschnallt auf einem durch nächtliche Wälder rasenden Straßenkreuzer Kameraschwenks aus der Hand auf Fahrer und Beifahrerin schießen konnte.
Zum Kinostart veröffentlichte die Plattenfirma Polydor den Soundtrack auf einer Langspielplatte. Das Leitmotiv und der Titel "Mexican Road Twist" wurden als Single ausgekoppelt.
"90 Minuten nach Mitternacht" erhielt überwiegend negative Kritiken und kam auch beim Publikum nicht an. Weil schon Jürgen Goslars vorheriger Film "Liebling, ich muß dich erschießen" ein Mißerfolg war, arbeitete der Regisseur zunächst nur noch für das Fernsehen.

Film-Echo-Note: 4,3 (31 Meldungen) / Erstnote: 4,1

https://www.filmposter-archiv.de/filmplakat.php?id=5977

Giacco Offline



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05.07.2021 12:34
#86 RE: Verschollen? Vergessen? - Filmraritäten Zitat · Antworten

ZOFF
BRD (1971) - R: Eberhard Pieper - DE: 21.1.1972 - FSK 18 - Prädikat: wertvoll - V: Gloria
Prod.: Vladja Majic, Essen / Junior-Film, Frankfurt
Darsteller: Giulia Follina, Jürgen Prochnow, Hildegard Krekel, Claus Theo Gärtner, Dieter Krebs, Manfred Zapatka, Volkert Kraeft, Paul Edwin Roth, Peter Niemeyer



"Siggi, ein Mädchen aus dem Ruhrpott, hat ein uneheliches Kind von Fred, einem Halbkriminellen. Sie ist zwar darauf aus, an den Männern Rache zu nehmen, erliegt aber dann doch dem Charme des Automaten-Aufstellers Joky und zieht zu ihm. Ihrer neidischen Freundin Elke gelingt es, bei einer günstigen Gelegenheit Joky zu verführen. Und dann trifft auch noch der tückische Fred mit seiner Rockerbande ein und die große Abrechnung ist fällig. - Zoff auf der ganzen Linie."(Verleihtext)

Es handelt sich um den einzigen Kinofilm des Fernsehregisseurs Eberhard Pieper. Für das Projekt wurden alle öffentlichen Finanzierungshilfen genutzt, die es damals gab. Claus Theo Gärtner (Detektiv Matula in der ZDF-Serie "Ein Fall für zwei") erhielt als bester Nachwuchs-Darsteller das "Filmband in Gold." Jürgen Prochnow gibt hier sein Leinwand-Debüt. Der Film entstand in Co-Produktion mit dem Hessischen Rundfunk, der ihn 18 Monate nach dem Kinostart ausstrahlte.

""Zoff" heißt soviel wie "Ärger" und ist eines der Gebrauchsworte des Ruhrgebietes, die Drehbuchautor Michael Lentz wie Pilze gesammelt hat. Er nahm sich vor, den Leuten aufs Maul zu schauen und sie so zu präsentieren, wie sie sind. Regisseur Eberhard Pieper schuf zusammen mit Kameramann Vladja Majic interessante Bilder, gelegentlich recht ansprechend, teilweise bewusst schön, immer aber milieugerecht. Die Filmemacher schrecken nicht vor Derbheiten zurück, wissen sie jedoch geschickt zu verpacken. Alles wurde an Ort und Stelle gedreht, spricht an und weiß für sich einzunehmen. Die Hauptdarstellerin lässt sich sogar von einem "Prinzen" entführen, so richtig mit Schimmel geradewegs weg vom Kneipentresen. Wenn das nicht neue Romantik ist ..." (film-Echo)

Start-Note:
Essen, Lichtburg (1662 Pl.) : 2 Wochen - sehr gut

Giacco Offline



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11.07.2021 11:08
#87 RE: Verschollen? Vergessen? - Filmraritäten Zitat · Antworten

ELF JAHRE UND EIN TAG
BRD (1963) - R: Gottfried Reinhardt - DE: 6.9.1963 - FSK 16 - V: Nora
Prod.: Roxy-Film, Luggi Waldleitner - Musik:Hans M. Majewski - Kamera: Klaus v.Rautenfeld
Darsteller: Ruth Leuwerik, Bernhard Wicki, Paul Hubschmid, Margot Trooger, Heinrich Schweiger, Karl Tischlinger




Die Ehe des erfolgreichen Rechtsanwalts Karl Rodenbach und seiner jüngeren Frau Tina zeigt nach elf Jahren Abnutzungserscheinungen. Tina sehnt sich nach Abwechslung und als ihr Mann für ein paar Tage in München weilt, lässt sie sich auf ein amouröses Abenteuer mit dem leichtlebigen und gutaussehenden Tony Burger ein, einem Schriftsteller, der mit dem Ehepaar lose befreundet ist. Dann sorgt ein Unfall für Komplikationen. Ein Mann wird von einem Auto angefahren und schwer verletzt. Der Fahrer kann sich unerkannt entfernen. Rodenbach entdeckt an Tonys Sportwagen verdächtige Spuren und glaubt, den Schuldigen gefunden zu haben. Deshalb fordert er ihn auf, sich zu stellen. Doch dann gesteht ihm seine Frau, dass sie am Steuer saß. Um sie zu schützen, wirft er die Regeln des korrekten Juristen, die bisher für ihn galten, über Bord. Er belügt die Polizei und legt falsche Spuren.

Der Film beginnt mit dem folgenschweren Unfall, ohne jedoch den genauen Hergang zu zeigen, so dass sich die Geschichte auch für den Zuschauer erst nach und nach erschließt.

Nach 6-wöchiger Arbeit wurde der Film Anfang Juli 1963 abgedreht. Atelier- und Außenaufnahmen fanden fast ausschließlich in Salzburg statt. Einige Rückpro-Einstellungen wurden anschließend in den Bavaria-Studios erledigt. Gottfried Reinhardt:"Ich habe versucht, einen deutschen Film internationaler Machart zu drehen. Ich habe ein hervorragendes Drehbuch nach einem sehr erfolgreichen englischen Gesellschaftsroman, von dem Laurence Olivier in London eine Bühnenfassung produziert hat. Ich habe ausgezeichnete Darsteller und einen erstklassigen Kameramann. Damit sind eigentlich alle Voraussetzungen für einen deutschen Film von internationalem Zuschnitt gegeben." (Film-Echo/Besuch bei Dreharbeiten)

Film-Echo-Note: 3,9 (64 Meldungen) / Erstnote: 3.1
Der Film wurde am 27.2.1969 vom ZDF ausgestrahlt.

Giacco Offline



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18.07.2021 10:38
#88 RE: Verschollen? Vergessen? - Filmraritäten Zitat · Antworten

VERSPÄTUNG IN MARIENBORN
D/F/I (1963) - R: Rolf Hädrich - DE: Berlinale 1963 - FSK 12 - V: Gloria
Deutscher Produzent: Hans Oppenheimer, Berlin / Hess.Rundfunk
D: Sean Flynn, José Ferrer, Nicole Courcel, Jess Hahn, Hans Joachim Schmiedel, Christiane Schmidtmer, Edward Meeks, Arthur Brauss, Charlie Hickman, Narziss Sokatscheff, Carlo Hintermann, Mal Sondock, Matthias Ponnier



Ein DDR-Flüchtling springt auf einen amerikanischen Militärzug, der von West-Berlin nach Frankfurt unterwegs ist. Die Sowjets, die davon Wind bekommen haben, stoppen den Zug und umstellen ihn. Sie verlangen die Auslieferung des "Kriminellen". Der für den Zug verantwortliche US-Offizier gerät in einen Gewissenkonflikt.

Der Film lief im Wettbewerbsprogramm der Berliner Filmfestspiele 1963 und wurde mit dem Jugendpreis ausgezeichnete. Kritiker lobten seine "unsentimentale Sachlichkeit". In leicht gekürzter Fassung wurde er nur einige Tage später, am 4.Juli, im Programm der ARD ausgestrahlt. Der Kino-Start erfolgte am 9.September.
Sean Flynn, Sohn des berühmten Errol Flynn, spielt den jungen Zugkommandanten. Die Rolle eines zynischen US-Reporters, der eine große Story wittert, übernahm José Ferrer. Den DDR-Flüchtling verkörpert Hans Joachim Schmiedel und als Krankenschwester Kathy, die ihn zunächst in einem leeren Abteil versteckt, ist Nicole Courcel zu sehen. Arthur Brauss gibt als US-Soldat sein Leinwand-Debüt. Den Titelsong "Goodbye Berlin, auf Wiedersehn", gesungen von Sven Martin, komponierte Peter Thomas. Er wurde als Single veröffentlicht. Will Tremper erhielt für das Drehbuch, das auf einer wahren Begebenheit beruht, den Deutschen Filmpreis. In den USA lief der Film unter dem Titel "Stop Train 349" und erzielte dort immerhin einen Achtungserfolg.

"Einer der wenigen Versuche im BRD-Film, das deutsch-deutsche Spannungsverhältnis zu DDR-Zeiten zu thematisieren. Das interessante Drehbuch wurde als Zeitfilm mit überwiegend abenteuerlicher Akzentsetzung umgesetzt, wobei das kritische Engagement im Unverbindlichen stecken bleibt. In der Rückschau dennoch ein bemerkenswerter Film."(Filmdienst)

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Giacco Offline



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22.07.2021 12:20
#89 RE: Verschollen? Vergessen? - Filmraritäten Zitat · Antworten

DAS SCHWARZE MONOKEL - (LE MONOCLE NOIR)
Frankreich (1961) - R: Georges Lautner - DE: 29.6.1962 - FSK 18 - V: Bavaria
Darsteller: Paul Meurisse, Elga Andersen, Bernard Blier, Pierre Blanchar, Jacques Marine, Catherine Sola, Albert Remy, Jacques Dufilho, Lutz Gabor, Marie Dubois, Nico Pepe



Im Schloß des exzentrischen Marquis de Videmaur hat sich eine Gruppe von internationalen Verschwörern versammelt. Man wartet auf die Ankunft einer geheimnisvollen Person, die im sogenannten Dritten Reich zu den Nazi-Größen zählte. Was weder der Marquis noch die anderen Anwesenden wissen ist, dass der französische Sicherheitsdienst seinen Agenten Dromard, genannt "Monokel", in die Runde eingeschleust hat. Im alten Gemäuer des Schlosses lauern viele Gefahren und die erste Leiche lässt nicht lange auf sich warten.

Gedreht wurde im Chateau de Josselin in der Bretagne. Die Romanvorlage, auf welcher der Film basiert, ist ein ernsthafter Thriller, den der Regisseur Georges Lautner jedoch in eine Kriminalkomödie verwandelte. Star des Films ist Paul Meurisse als Geheimagent. Den alten Marquis spielt Pierre Blanchar, der sich mit diesem Auftritt von der Leinwand verabschiedete. Bernard Blier sorgt als Kommissar für humoristische Tupfer und Elga Andersen entpuppt sich als Berufskollegin des Agenten, die allerdings für den deutschen Geheimdienst arbeitet. Da der Film in Frankreich recht erfolgreich war, schob man anschließend zwei weitere Monokel-Filme nach, die ebenfalls gut liefen.

"In dem gespenstischen Gemäuer eines alten französischen Schlosses hecken eine Handvoll, offenbar aus dem untergegangenen "tausendjährigen Reiche" emporgetauchter, zwielichtiger Gestalten den fantastischen Plan einer "europäischen Revolution" aus. Den unter den Verschwörern weilenden westlichen und östlichen Agenten geht es dabei um die Ergreifung des geistigen Anführers der Bande, dessen fiktive Gestalt sich mit jeder einstigen Nazi-Größe vergleichen lässt. Diese Konstruktion wird jedoch durch die Form eines raffinierten Kriminalgeschehens erträglich. Die Fabel dient dem Film auch mehr als Vorwand, gewisse, in aller Welt noch vorhandenen Gruppen zu ironisieren. So kann man an den atemberaubenden Verfolgungen seine helle Grusel-Freude haben." (Film-Echo)

Film-Echo-Note: 4,3 (18 Meldungen) / Erstnote: 3,9
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Giacco Offline



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29.07.2021 13:36
#90 RE: Verschollen? Vergessen? - Filmraritäten Zitat · Antworten

PARTY MIT 12 PISTOLEN
Frankreich (1962) - R: Georges Lautner - DE: 23.8.1963 - FSK 16 - V: Constantin
Darsteller: Paul Meurisse, Gaia Germani, Charles Millot, Elga Andersen, Robert Dalban, Henri Cogan, Maurice Biraud, Michel Duplaix



Im Auftrag von SS-Chef Heinrich Himmler werden 1944 Kisten mit Goldbarren und Geheimdokumenten vor der Küste Korsikas versenkt. Von den Männern, die an dieser Aktion beteiligt waren, kehrt ein gewisser Hector Schlumpf 1962 dorthin zurück, um heimlich den Nazi-Schatz zu bergen. Er hat keine Ahnung, dass er längst das Interesse internationaler Geheimdienste auf sich gelenkt hat und von gegnerischen Spionen verfolgt und beobachtet wird. Auch der französische Spezialagent Theobald Dromard ist bereits vor Ort.

Da sich der erste "Monokel"-Film in Frankreich als Publikumserfolg erwiesen hatte, entschloss man sich zu einem Sequel. Regie führt erneut Georges Lautner und neben Paul Meurisse als Dromard ist auch Elga Andersen als deutsche Agentin Erika wieder mit dabei. Schauplatz ist die Insel Korsika, deren mediterraner Charme der Handlung einen dekorativen Rahmen gibt. Und da es um einen Schatz geht, der im Meer versenkt wurde, gibt es natürlich auch spannende Unterwasser-Action.

"Soviel wie in dieser Spionage-Parodie knallt es sonst nur in zünftigen Western. Alle Geheimdienste Europas liegen auf der Lauer, um einen imaginären Hitler-Schatz vor der Küste Korsikas zu heben. Je nach Lage der Dinge arbeiten Engländer, Italiener, Russen, Deutsche und Franzosen gegeneinander und verbünden sich dann wieder. Unbeteiligte beißen dabei ebenso ins Gras wie die Haupt- und Nebenakteure. Schon nach kurzer Zeit ist die Zahl der aus dem Wege Geräumten nicht mehr zu übersehen und der vergessene Tote in der Speisekammer erschüttert den Zuschauer ebenso wenig wie die daneben schmausenden Agenten. Da es sich um einen französischen Film handelt, bleibt schließlich der Monokel tragende, elegante Paul Meurisse, der seine Pistole mit graziöser Lässigkeit handhabt, Sieger im Kampf um die Millionen. Zwei appetitlich gekurvte Damen sind manchmal für und manchmal gegen ihn. Dabei verkörpert die attraktive blonde Elga Andersen das deutsche, die rassige Gaia Germani das italienische Element. Den Part der verfolgten Unschuld hat diesmal als Hector Schlumpf ein Vertreter der männlichen Fraktion, der als einziger weiß, wo sich der Schatz befindet. Höhepunkt der makabren und mit einem Augenzwinkern servierten Handlung ist das Unterwasser-Duell der Froschmänner. Spannende Unterhaltung, die niemand ernst zu nehmen braucht und die bei der Eddie-Constantine-Gemeinde ankommen müsste." (Film-Echo)

Film-Echo-Note: 5,0 (13 Meldungen)
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