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 Edgar-Wallace-Forum
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Joe Walker Offline




Beiträge: 738

01.03.2014 15:51
#76 RE: Die Jerry-Cotton-Filmreihe Zitat · antworten

Zitat von Mamba91 im Beitrag #75
Danke! Schade, dass der nur unter "Outtakes" firmiert.

Im klassischen Sinne 'gelungen' waren die Betitelungen dieser CD eh nicht; die fast 15-minütige "Outtakes Suite" setzt sich ausschließlich aus für "Der Tod im roten Jaguar" komponierten und auch verwendeten Tracks zusammen!

Gruß
Joe Walker

eastmancolor Offline



Beiträge: 2.345

02.03.2014 14:37
#77 RE: Die Jerry-Cotton-Filmreihe Zitat · antworten

Die kommende Filmjuwelen-Veröffentlichung von DER TOD IM ROTEN JAGUAR wird erstmals seit ihrer Kinoauswertung wieder uncut sein, inklusive der ungeschnittenen Robert-Fuller-Szene in der Vortitelsequenz, über deren Kürzung sich Joachim Kramp in seinem Buch "Als Jerry Cotton nach Deutschland kam" auslässt. Laut Joachim Kramp war die Szene, sowohl in allen TV-Ausstrahlungen, den VHS-Veröffentlichungen und auf der Holland-DVD gekürzt.

Prisma Offline




Beiträge: 7.468

18.03.2014 22:41
#78 RE: Die Jerry-Cotton-Filmreihe Zitat · antworten



DER TOD IM ROTEN JAGUAR / LA MORTE IN JAGUAR ROSSA (1968)

George Nader als Jerry Cotton
mit Daniela Surina, Grit Boettcher, Kurt Jaggberg, Herbert Stass, Giuliano Raffaelli, Carl Lange, Gert Haucke, Ilse Steppat, Suzann Hsiao, Karin Schröder
sowie Robert Fuller und Heinz Weiss als Phil Decker
eine Gemeinschaftsproduktion der Allianz Film | Cinematografica Associati
im Verleih der Constantin
ein Film von Harald Reinl





»Hier sind Abhörgeräte versteckt!«


Das FBI sieht sich mit einer neuen Form des organisierten Verbrechens konfrontiert. Es handelt sich um bezahlte Auftragsmorde, die sich mittlerweile durch die ganze USA ziehen. Spätestens nach dem Mord an Ann Gordon (Karin Schröder) und ihrer kleinen Tochter Jane (Manuela Schmitz) ist klar, dass man es mit einer äußerst rücksichtslosen Organisation zu tun hat. Der Hauptverdächtige, nämlich Mrs. Gordons eigener Mann Francis (Giuliano Raffaelli), ist schnell gefunden, doch er hat ein wasserdichtes Alibi. Jerry Cotton (George Nader) wird auf den Fall angesetzt und er versucht zu beweisen, dass es sich dabei um einen bestellten Mord handelt. Zusammen mit dem Privatdetektiv Sam Parker (Herbert Stass) ermittelt er in einem weiteren Mordfall der ähnlich erscheint, denn der Buchhalter des Geschäftsmannes Carp (Kurt Jaggberg) kam auf die selbe, mysteriöse Art und Weise um, doch es gibt erneut ein Alibi. Was noch niemand weiß, Carps eigene Frau Linda (Grit Boettcher) steht als nächste auf der Abschussliste. Nach gefährlichen Ermittlungen und weiteren Morden führt die Spur schließlich zu dem bekannten Nervenarzt Saunders (Carl Lange), bei dem sich Abgründe auftun...

"Der Tod im roten Jaguar" sehe ich neben dem ebenfalls unter der Leitung von Harald Reinl entstandenen Cotton-Film "Todesschüsse am Broadway" am liebsten, und überhaupt meine ich, dass die Reihe mit jedem Film besser wurde. Fall N°7 ist vielleicht der unterhaltsamste Teil der Reihe geworden, außerdem bekommt man hier eine unglaublich gute Besetzung quasi eiskalt serviert. Man schaut sich den Vorspann an, und die prominenten Namen mögen einfach kein Ende nehmen. In diesem Zusammenhang hat sich die fortlaufende Serie tatsächlich sehr verbessert, auch Spannung, leichter Thrill und Action wurden glücklicherweise wieder größer geschrieben. Man sieht einfach, dass Harald Reinl die Produktion absolut im Griff hatte und das FBI-Märchen somit durchgehend gut anzupacken wusste. Gleich zu Beginn wird man mit einem ordentlichen Tempo konfrontiert, das charakteristisch für die Geschichte sein wird, besonders gut kommt außerdem der recht ausgefeilt wirkende Whodunit-Effekt zum Tragen. Um das Publikum letztlich für die Fortsetzungen zu interessieren, setzte man auf eine empfunden-härtere Gangart, was im Rahmen bestimmter Morde in dieser Story zu wahrhaftigen Schockmomenten führt, da Protagonisten, Sympathieträger und vollkommen Unbeteiligte über die Klinge springen müssen. Aber Jerry Cotton hat es eben mit einem sehr schmutzigen Geschäft zu tun. Inhaltlich dieses Mal mit Auftragsmorden angereichert, präsentiert sich die Geschichte ziemlich abwechslungsreich, was nicht zuletzt auf mehrere, ziemlich eigenartige Charaktere zurückzuführen ist. Auch dass bei vielen bekannten Darstellern (die sich hier wirklich die Klinke in die Hand geben), die Auftrittsdauer sehr kurz bemessen ist, sorgt für Abwechslung und ein straffes Tempo, und der Aufbau des Films ist bis ins Detail gut durchdacht und klar, wenn man auch über Wahrscheinlichkeiten erst gar nicht zu diskutieren braucht.





Wie gut diesem Film der italienische Einschlag generell tut, kann man auch insbesondere in der Besetzungsliste sehen, denn die Erweiterungen sind mehr als erfreulich. Mit George Nader als Jerry Cotton sieht man eine schon längst absolut sichere Bank, und er wirkt gewohnt souverän. Dass er der Titelfigur seit Beginn der Serie seinen unverwechselbaren Stempel aufdrücken konnte, schlägt auch hier voll durch, und die Mischung aus Agilität, Routine und Schlagfertigkeit weiß erneut zu gefallen. Leider kann ich das von seinem Filmkollegen Phil Decker nicht behaupten, weil ich Heinz Weiss aber auch generell nicht gerne sehe, und ich sein Schauspiel absolut nichtssagend und uninteressant finde. Insgesamt ist die Besetzung aber mehr als ausgewogen und für meine Begriffe richtig spektakulär. Besonders auf der Verbrecher-Seite werden hervorragende Akzente gesetzt, die in Form von Giuliano Raffaelli, Carl Lange oder Kurt Jaggberg blendend dargestellt werden, was auf der Seite der Opfer ebenso der Fall ist. Grit Böttcher als bedrohte Ehefrau beispielsweise, hatte ich bis dato noch nicht so schwungvoll und überzeugend gesehen, auch die kleineren Darbietungen wie von Ilse Steppat, Karin Schröder oder Britt Lindberg bleiben im Gedächtnis. Was ich in der Frühphase meiner Cotton-Eindrücke immer als großen Nachteil angesehen hatte, erfuhr mit den Jahren einen kompletten Sinneswandel, nämlich die Tatsache der eigentümlichen Einsätze bei den weiblichen Hauptrollen, die heute kleine Offenbarungen darstellen. Keine ganz großen, oder sogar recht kleine Namen, sollten erst gar nicht in die Versuchung kommen, die Aufmerksamkeit von Jerry Cotton selbst abzulenken. Beim genauen Hinsehen tun sie dies aber trotzdem. Es ist als großes Glück zu bezeichnen, dass man hier Daniela Surina in einer ihrer größeren Rollen, und seltenen Auftritte zu Gesicht bekommt, und sie stellt neben Heidy Bohlen meine liebstes Cotton-Girl dar. Die Liste der hier beteiligten Stars ist so üppig, dass nicht auf jeden gesondert einzugehen ist, aber für meinen Geschmack darf Gert Haucke als Auftragskiller nicht unterschlagen werden. Er wirkt beängstigend, nicht etwa, weil er klassisch-brutal dargestellt wird, sondern weil er einfach nur einen riesengroßen Knall hat, den er frappant echt und überzeugend darzustellen weiß.

Die beste Besetzung in der langjährigen Cotton-Reihe macht somit also auch meinen Lieblingsfilm der Reihe aus. Für mich liegt es außerdem auf der Hand, dass Regisseur Harald Reinl die besten Beiträge ablieferte, weil er den Stoff am besten zu interpretieren wusste. In den Bereichen Action, Spannungsaufbau und Flexibilität stellt er unterm Strich das Gütesiegel der Reihe dar, und erfreulicherweise kam hier auch der Rätselfaktor nicht zu kurz. "Der Tod im roten Jaguar" transportiert eine unverwechselbare Atmosphäre und transportiert gelungene Aufnahmen, auch die Charakterdarstellungen erscheinen hier noch eine Spur mehr ausgefeilt zu sein, als es andernorts der Fall war, da ohnehin vielleicht auch nie der große Fokus auf einer besonders dichten Darstellung gelegen hat. Die Musik von Peter Thomas erschien in den Anfängen vielleicht noch sensationell zu sein, doch für mich persönlich hat sich die Unterlegung nach diversen anderen Teilen aufgrund der Uniformität leider längst überholt. Die große Stärke dieses siebten Teils der Reihe liegt definitiv in ihrem klaren Aufbau, die Geschichte rund um die Organisation, die Auftragsmorde anbietet, um ihren Klienten wasserdichte Alibis zu verschaffen, ist durchgehend überzeugend und interessant genug dargestellt, um fesseln zu können. Erstaunlich ist die geschilderte Rücksichtslosigkeit , beziehungsweise die auftauchende Brutalität, da beispielsweise ebenfalls ein kleines Mädchen liquidiert wird. Nicht minder Interessant erscheint es dabei, wie der Film im Verlauf um Erklärungen bemüht ist, wie es möglich sein könnte, Menschen zu Mördern werden zu lassen. Jene Erklärungen, für die kein geringerer Experte als Carl Lange als Nervenarzt Dr. Saunders zur Verfügung stand, sind selbstverständlich schön krude und schließlich unwahrscheinlich, aber es entsteht ein nicht zu verachtender Spaß-Faktor, der sich wie ein roter Jaguar durch den kompletten Film zieht. Harald Reinl machte es hier, und sogar noch einen Film später vor, wie man diese bearbeiten muss, damit eine Serie nicht nur interessant bleibt, sondern auch mit neuen Impulsen angereichert wird. Schwer unterhaltsam!

Marmstorfer Online




Beiträge: 7.313

19.03.2014 01:51
#79 RE: Die Jerry-Cotton-Filmreihe Zitat · antworten

"Schwer unterhaltsam" - diese Aussage kann man nur unterstreichen. Überhaupt stimme ich so ziemlich allen deinen Beobachtungen und Bemerkungen zu, Prisma. Mein Lieblings-Cotton - und gleichzeitig derjenige, den ich mit Abstand am häufigsten gesehen habe. Im Nachhinein bedauere ich es sogar, dass "Der Tod im roten Jaguar" zugleich der erste Film der Reihe war, den ich zu Gesicht bekam. Fortan musste sich jeder andere Serienbeitrag an der "Jaguar-Referenz" messen lassen - und die daran geknüpften hohen Erwartungshaltungen führten nicht selten zu kleinen Enttäuschungen.

Joe Walker Offline




Beiträge: 738

19.03.2014 10:28
#80 RE: Die Jerry-Cotton-Filmreihe Zitat · antworten

Zitat von Marmstorfer im Beitrag #79
Im Nachhinein bedauere ich es sogar, dass "Der Tod im roten Jaguar" zugleich der erste Film der Reihe war, den ich zu Gesicht bekam. Fortan musste sich jeder andere Serienbeitrag an der "Jaguar-Referenz" messen lassen - und die daran geknüpften hohen Erwartungshaltungen führten nicht selten zu kleinen Enttäuschungen.

So geht einem das oft mit 'filmischen Erstkontakten'. "Um Null Uhr schnappt die Falle zu" war mein erster Cotton-Film und da funktionierte es genau umgekehrt - (fast) jeder weitere Film war eine Steigerung zum Erstling. Natürlich der bessere Weg, aber wer weiß das schon immer vorher!

Ändert nichts daran, dass "Der Tod im roten Jaguar" - für mich gleichwertig zu "Todesschüsse am Broadway" - der unterhaltsamste Cotton von Reinl ist und ich die Ausführungen großteils auch so unterschreiben kann!

Gruß
Joe Walker

brutus Online




Beiträge: 12.817

19.03.2014 10:52
#81 RE: Die Jerry-Cotton-Filmreihe Zitat · antworten

Zweifellos der bis dahin beste Cotton-Film. Überhaupt hat sich diese Reihe bis dahin kontinuierlich gesteigert. Umso bedauerlicher, daß dann nach den Todesschüssen kein weiterer Film mehr zustande kam. So hat man quasi auf dem Höhepunkt aufgehört. Den Ausführungen von Prisma stimme ich zu 99 Prozent zu. Lediglich bei Heinz Weiss muss ich doch widersprechen. Der verkörpert doch ideal den eher behäbig-bedächtigen Widerpart zum dynamisch-impulsiven Jerry, was wohl von den Produzenten auch genau so gewollt war.

Die beiden Reinl-Filme auf DVD sind so gut wie gekauft (es sei denn, es gibt sie auch als Blu-ray).

Rady Mehl Offline




Beiträge: 4.487

19.03.2014 11:13
#82 RE: Die Jerry-Cotton-Filmreihe Zitat · antworten

Zitat von brutus im Beitrag #81
So hat man quasi auf dem Höhepunkt aufgehört.

Das ist doch eigentlich positiv. Man stelle sich nur vor, im Rahmen der Co-Produktionen mit Spanien, Italien, Juguslawien etc. wären dann noch Jerry-Cotton-Filme von z.B. Jess Franco rausgekommen.

brutus Online




Beiträge: 12.817

19.03.2014 12:07
#83 RE: Die Jerry-Cotton-Filmreihe Zitat · antworten

Ob das der aufs Saubermannimage bedachte Verlag so gut gefunden hätte?

patrick Offline




Beiträge: 2.774

19.03.2014 12:22
#84 RE: Die Jerry-Cotton-Filmreihe Zitat · antworten

Obwohl mein Interesse an den Cotton-Filmen mittlerweile verblasst ist, gehören sie für mich nach wie vor zum Euro-Kult. Habe diese Reihe früher mit Begeisterung immer wieder angesehen. George Nader hatte ich als Schauspieler sehr gern. Er war zusammen mit Lex Barker einer meiner Lieblingsdarsteller. Heinz Weiss hat mich nicht sonderlich beeindruckt. Im Gegensatz zu den Wallace-Filmen fand ich bei Jerry Cotton die Farbigen besser als die Schwarzweißen. Den "Jaguar" hab ich auch als den mit Abstand besten Cotton-Film in Erinnerung.

Bei "Todesschüsse am Broadway" stört mich Naders Frisur. Die dicken Backenbart-Bürsten der Spät-Sechziger und Siebziger find ich grässlich. Die Jerry-Cotton-Neuverfilmung hab ich mir nicht mehr angesehen, da diese als Komödie ausgelegt ist und mir der Schauspieler in der Rolle nicht zusagt. Mit Jerry Cotton hab ich's wie mit Old Shattehand / Kara Ben Nemsi. Ich kann in diesen Rollen nur George Nader bzw. Lex Barker akzeptieren.

Prisma Offline




Beiträge: 7.468

19.03.2014 12:53
#85 RE: Die Jerry-Cotton-Filmreihe Zitat · antworten

Innerhalb der Reihe habe ich "Der Tod im roten Jaguar" auch am häufigsten gesehen, was zunächst an der recht großen Übereinstimmung an Wallace-Schauspielern gelegen hat, und schließlich daran, dass er sich als bester Cotton herauskristallisiert hat. Mein Einstiegsfilm war auch "Um Null Uhr schnappt die Falle zu", so dass es mir ähnlich wie Joe Walker gegangen ist. Fast jeder danach angesehene Beitrag wurde dem Empfinden nach deutlich besser, außer "Schüsse aus dem Geigenkasten" wohlgemerkt.

Was Heinz Weiss angeht, so wollte ich eigentlich gar nicht so sehr auf die Anlegung der Rolle hinaus, denn wenn er als Widerpart so gewollt war, funktioniert es zugegebenermaßen recht gut, aber ich mag Heinz Weiss generell nicht als Schauspieler, der für mich die Ausdruckslosigkeit irgendwie neu definiert hat. Demnächst nehme ich mir mal wieder "Todesschüsse am Broadway" vor, den ich nicht zuletzt wegen der unverwechselbaren Heidy Bohlen so gerne mag! Aber der letzte Beitrag der Reihe verliert genau wie "Der Tod im roten Jaguar" nichts von seinem Reiz, auch beim x-ten Ansehen, was man für meine Begriffe auch von "Der Mörderclub von Brooklyn" sagen kann, wenn auch mit kleineren Abstrichen.

Josh Offline




Beiträge: 7.846

19.03.2014 13:00
#86 RE: Die Jerry-Cotton-Filmreihe Zitat · antworten

Zitat von Rady Mehl im Beitrag #82
Das ist doch eigentlich positiv. Man stelle sich nur vor, im Rahmen der Co-Produktionen mit Spanien, Italien, Juguslawien etc. wären dann noch Jerry-Cotton-Filme von z.B. Jess Franco rausgekommen.

Vielleicht hätte Franco ganz unterhaltsamen Trash abgeliefert, das ist ihm bei Fu-Man-Chu doch auch gut gelungen.

Count Villain Offline



Beiträge: 3.846

19.03.2014 13:18
#87 RE: Die Jerry-Cotton-Filmreihe Zitat · antworten

Zitat von Prisma im Beitrag #85
Fast jeder danach angesehene Beitrag wurde dem Empfinden nach deutlich besser, außer "Schüsse aus dem Geigenkasten" wohlgemerkt.

Ich habe mit dem Geigenkasten angefangen und mag ihn immer noch.

Rady Mehl Offline




Beiträge: 4.487

19.03.2014 14:32
#88 RE: Die Jerry-Cotton-Filmreihe Zitat · antworten

Zitat von Prisma im Beitrag #85
Was Heinz Weiss angeht, so wollte ich eigentlich gar nicht so sehr auf die Anlegung der Rolle hinaus, denn wenn er als Widerpart so gewollt war, funktioniert es zugegebenermaßen recht gut, aber ich mag Heinz Weiss generell nicht als Schauspieler, der für mich die Ausdruckslosigkeit irgendwie neu definiert hat. Demnächst nehme ich mir mal wieder "Todesschüsse am Broadway" vor, den ich nicht zuletzt wegen der unverwechselbaren Heidy Bohlen so gerne mag! Aber der letzte Beitrag der Reihe verliert genau wie "Der Tod im roten Jaguar" nichts von seinem Reiz, auch beim x-ten Ansehen, was man für meine Begriffe auch von "Der Mörderclub von Brooklyn" sagen kann, wenn auch mit kleineren Abstrichen.

Da hast du genau meine 3 Favoriten genannt.

Ich glaube, die Besetzung des Phil Decker mit Heinz Weiss war genau so beabsichtigt. Ich habe irgendwo mal gelesen, was für einen Zirkus die Produktionsfirma beim Casting für die Rolle gemacht hat. Was der Darsteller alles können musste, so eine Mischung aus Supermann und James Bond. Und wer wurde zum Schluss genommen? Heinz Weiss, der durch eine alte Kriegsverletzung, die letztendlich sogar zu einer Amputation führte, eigentlich für eine Actionrolle völlig ungeeignet war. Bei genauem Hinsehen verrichtet Heinz Weiss in den acht Filmen praktisch keinerlei Laufarbeit. Selbst wenn man mal vermuten kann, dass bei dieser Besetzung Geigenkasten-Regisseur Fritz Umgelter nicht ganz unbeteiligt war, drängt es sich doch auf, dass bewusst dieser deutliche Unterschied der Charaktere kalkuliert wurde, um die Hauptfigur Jerry Cotton noch etwas herauszustreichen, ganz anders als z.B das Duo Jo Walker / Tom Rowland bei "Kommissar X". Jerry ist derjenige, der sich immer ins Getümmel stürzt, keiner Gefahr aus dem Wege geht, immer dem Bösen auf den Fersen bleibt. Phil Decker ist der Besonnene, der aber immer da ist, wenn man ihn braucht. Da ich die Romane nicht kenne, kann ich nicht beurteilen, in wie weit dies von dort in die Filme mit übernommen wurde. Trotzdem verkommt Decker nicht einfach nur zum Stichwortgeber. Und Heinz Weiss füllt diese Rolle gut aus.

Giacco Offline



Beiträge: 1.462

20.03.2014 17:12
#89 RE: Die Jerry-Cotton-Filmreihe Zitat · antworten

Nach den Film-Echo-Noten müsste die Erfolgsrangliste in etwa so aussehen:

  1. Schüsse aus dem Geigenkasten (2,5)
  2. Der Mörderclub von Brooklyn (2,7)
  3. Mordnacht in Manhattan (2,8)
  4. Um null Uhr schnappt die Falle zu (2,8)
  5. Die Rechnung - eiskalt serviert (3,0)
  6. Der Tod im roten Jaguar (3,0)
  7. Todesschüsse am Broadway (3,7)
In Frankreich waren die ersten beiden Filme die erfolgreichsten:
  1. Schüsse aus dem Geigenkasten (487.353 Besucher)
  2. Mordnacht in Manhattan (309.452 Besucher)
In Spanien sah es folgendermaßen aus:
  1. Mordnacht in Manhattan (830.263)
  2. Schüsse aus dem Geigenkasten (638.349)
  3. Der Tod im roten Jaguar (600.393)
  4. Der Mörderclub von Brooklyn (583.390)
  5. Um null Uhr schnappt die Falle zu (527.229)
  6. Todesschüsse am Broadway (491.761)
  7. Dynamit in grüner Seide (480.345)
  8. Die Rechnung - eiskalt serviert (357.743)

StefanK Offline



Beiträge: 897

20.03.2014 22:46
#90 RE: Die Jerry-Cotton-Filmreihe Zitat · antworten

Ist ja witzig, mein erster Cotton war ebenfalls "Um Null Uhr schnappt die Falle zu" , der ebenfalls in meinem persönlichen Ranking auf dem letzten Platz hängt, knapp davor "Schüsse aus dem Geigenkasten". Von den Farbfilmen gefällt mir "Der Mörderclub von Brooklyn" auch ziemlich gut. Sehr positiv fand ich in dem Zusammenhang die Regie von Werner Jacobs, den man eigentlich nicht als Krimiregisseur auf dem Plan hat.

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