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Count Villain Offline



Beiträge: 3.780

14.05.2017 15:26
#781 RE: Grand Prix Zitat · antworten

Zitat von Gubanov im Beitrag #780
Ich glaube, du und Marmstorfer verfehlt meinen Punkt. Ich kann nur noch einmal wiederholen, dass ich schwerwiegende systemische Probleme mit dem Voting sehe und mir die Ergebnisse deshalb einfach per se nichts mehr geben. (...) Das hat wesentlich mehr mit Personalien wie Jon Ola Sand und Christer Björkman sowie dem jährlich immer standardisierter werdenden Ablauf des Events zu tun.


Okay. Lässt sich das auch etwas konkretisieren? Was stört dich genau und was würdest du ändern wollen? Klingt jedenfalls nach einem spannenden Thema.

Gubanov Offline




Beiträge: 14.470

14.05.2017 15:37
#782 RE: Grand Prix Zitat · antworten

Das macht natürlich ein riesiges Fass auf. Ich finde, dass sich die Wiedereinführung der Jurys nicht bewehrt hat, weil sie nicht dem Zweck dienen, zu dem sie zurückgebracht worden sind (Bekämpfung von Diaspora), sondern die Ergebnisse in zunehmendem Maße randomisieren. Dem kann entweder mit Abschaffung der Jurys oder Anpassung des Systems begegnet werden. Zudem ist es dem ESC nicht gelungen, Anti-Ostblock-Stimmungen zu überwinden (Percy Listers Kritik an dem Mans-Zelmerlöw-Spot finde ich in diesem Zusammenhang immens wichtig) und damit eine wirklich gleichberechtigte, inklusive Sphäre zu schaffen. Ebenfalls unbeachtet im Regelwerk bleiben die sich verändernden Rahmenbedingungen durch Internet-Berichterstattung, die einzelnen Ländern Vorteile und Momentum geben, welche sich mit der Auslegung des Wettbewerbs als Liederwettbewerb nicht vertragen. Dazu kommen kritische Einzelentwicklungen (Kombination des unpolitischen Wettbewerbs mit inherent politischen LGBT-Botschaften, Aufweichung von Teilnahmekriterien, produzentengesteuerte Startreihenfolge, Verstecken von Backing-Vocalists, fehlende Neutralitätsgebote der Kommentatoren etc.), die dem Gesamtansehen schaden, Hypes unterstützen und damit wiederum Ungleichheiten und Neid erzeugen.

Count Villain Offline



Beiträge: 3.780

14.05.2017 15:58
#783 RE: Grand Prix Zitat · antworten

Zitat von Gubanov im Beitrag #782
Das macht natürlich ein riesiges Fass auf. Ich finde, dass sich die Wiedereinführung der Jurys nicht bewehrt hat, weil sie nicht dem Zweck dienen, zu dem sie zurückgebracht worden sind (Bekämpfung von Diaspora), sondern die Ergebnisse in zunehmendem Maße randomisieren.


Da kann ich nur zustimmen. Das waren mal wieder einige peinliche Momente bei den 12 Punkten von so mancher Jury, die eigentlich neutral bewerten sollten. Bei den Zuschauern verstehe ich es, wenn zum Beispiel die Ukrainer für Weißrussland anrufen, weil das landessprachliche Idiom vertraut klingt. Aber bei ener sogenannten "professionellen" Jury? Von Griechenland-Zypern, Rumänien-Moldawien und der skandinavischen Schweden-Liebe mal ganz zu schweigen. Nachbarschaftsvoting ist also alles andere als eingedämmt. Beim Diaspora-Voting lässt sich zumindest noch streiten.

Zitat
Ebenfalls unbeachtet im Regelwerk bleiben die sich verändernden Rahmenbedingungen durch Internet-Berichterstattung, die einzelnen Ländern Vorteile und Momentum geben, welche sich mit der Auslegung des Wettbewerbs als Liederwettbewerb nicht vertragen.



Das sehe ich allerdings als nicht so gravierend an. Zum einen weiß man nicht, wie groß der Anteil der Anrufer ist, der das ganze überhaupt vorher im Netz verfolgt. Und zum anderen ist das auch wieder so eine Ursache-Wirkung-Geschichte. Von ikonenhaften Gestalten wie Conchita Wurst mal abgesehen (und selbst die einen tollen Auftritt hingelegt, bedeutend besser als alle bisherigen ESC-Drag-Acts zusammen Comedy-Figur Verka Serduchka außer Acht gelassen), fußt solche Berichterstattung meist auch auf einer guten Qualität des Beitrags. Außerdem hoffe ich doch, dass die Zuschauer nicht so naiv sind, nur für einen Beitrag anzurufen, weil irgendwo steht wie toll er ist oder weil überhaupt irgendwo etwas über ihn steht. Klar kann das für Impulse sorgen, bei dem ein oder anderen Lied mal genauer hinzuhören, aber letztendlich muss dann immer noch der Beitrag überzeugen.

Bei den anderen Einzelpunkten gehen wir wieder mehr oder weniger konform.

Gubanov Offline




Beiträge: 14.470

14.05.2017 16:07
#784 RE: Grand Prix Zitat · antworten

Insgesamt verfolgt natürlich ein überwiegender Teil der Zuschauer das Geschehen vorab nicht online, wohl aber tun dies die Produzenten der Show, alle Jurymitglieder, alle Kommentatoren, die Mehrheit der in der Halle anwesenden Fans etc. Damit und mit restriktiven Maßnahmen, die den ESC-Fans als Notwendigkeiten zur Produktion von "TV magic" verkauft werden, ist es der EBU möglich, die Chancen einzelner Beiträge maßgeblich zu beeinflussen. Und das funktioniert natürlich nicht (nur) nach dem polemischen Muster "Ich sage dir, wofür du anrufen sollst", wie du behauptest. Man sieht in der Rückschau ganz deutlich, wie sich Jahr für Jahr der Einfluss der Organisation über den Ausgang des Wettbewerbs kontinuierlich vergrößert hat, sodass nun nicht mehr von einer Abstimmung nach Publikumswillen zu sprechen ist. Hier sollten die als "wilde Phase" geltenden 2000er Jahre, in denen das Publikum die unbeeinflusste Meinungshoheit hatte, als Vorbild für eine Reformation des Contests dienen.

Count Villain Offline



Beiträge: 3.780

14.05.2017 16:38
#785 RE: Grand Prix Zitat · antworten

Zitat von Gubanov im Beitrag #784
Insgesamt verfolgt natürlich ein überwiegender Teil der Zuschauer das Geschehen vorab nicht online, wohl aber tun dies die Produzenten der Show, alle Jurymitglieder, alle Kommentatoren, die Mehrheit der in der Halle anwesenden Fans etc. Damit und mit restriktiven Maßnahmen, die den ESC-Fans als Notwendigkeiten zur Produktion von "TV magic" verkauft werden, ist es der EBU möglich, die Chancen einzelner Beiträge maßgeblich zu beeinflussen.


Ich würde das etwas anders formulieren ("... die Chancen zu bewerten, und auf dieser Basis Einfluss auszuüben"), aber im Kern hast du Recht. Zum Beispiel die willkürliche Startreihenfolge. Selbst wenn Herr Björkman (oder der jeweilige Produzent) versucht, da so objektiv wie möglich heranzugehen, so beugt er sich doch mindestens der Show-Dramaturgie.

Von daher: Ja, zufällige Startreihenfolge und reines Televoting würden dem ESC wieder ein ehrlicheres Gesicht geben.

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