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Dieses Thema hat 196 Antworten
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 Schauspieler/-innen
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Cora Ann Milton Offline



Beiträge: 5.110

04.04.2012 19:18
#151 RE: Heinz Drache - Meinungen zum Schauspieler ( 32 ) Zitat · Antworten

Mich erreichte heute von einer besonders liebenswürdigen Absenderin der Hinweis auf den folgenden Artikel, der in der Ausgabe der BZ vom 03.02.2012 erschienen ist:

In Memoriam

Heinz Drache wurde am 9. Februar 1923 in Essen geboren; er starb am 3. April 2002 in Berlin

Berliner Gentleman in britischen Krimis


Von Philipp v. Studnitz

Heute vor zehn Jahren starb in Berlin der Schauspieler Heinz Drache. Er war während seiner Karriere einer der beliebtesten deutschen Darsteller im Kino, Fernsehen und auf der Bühne. Und auch nach seinem Tod im Alter von 79 Jahren bleibt er für ein treues Publikum unvergessen. Immer in Erinnerung, wie er es schaffte, als gebürtiger Deutscher den perfekten britischen Gentleman zu verkörpern. Denn vor allem solche Rollen in den 1960ern trugen zu Heinz Draches großer Popularität bei. In den Filmen nach Schauergeschichten von Edgar Wallace oder den unschlagbaren Massenknüller-Krimis nach Francis Durbridge spielte Drache den Inspektor von Scotland Yard so, als habe er nie woanders als in der Nähe der Themse oder der Tower Bridge gelebt. Später wurde Heinz Drache für einige Jahre "Tatort"-Kommissar und ermittelte in Berlin zwischen 1985 und 1989 als Kommissar Bülow. Zu den meist weniger bekannten Tatsachen im Wirken großer Schauspieler gehört ihre Arbeit als Synchronsprecher. So schenkte Drache seine Stimme u. a. Leinwandhelden wie Kirk Douglas, Sean Connery oder Frank Sinatra. 2002 starb der Schauspieler, der auf dem Friedhof Dahlem beerdigt wurde, an einer Lungenentzündung. In einer Berliner Zeitungsanzeige am vergangenen Sonntag erinnerten Heinz Draches Kinder Angelika, Christian und Nicole an ihren Vater und den Star: "Du bist nicht mehr da, wo du warst, aber du bist überall, wo wir sind."

Cora Ann Milton Offline



Beiträge: 5.110

14.04.2012 14:22
#152 RE: Heinz Drache - Meinungen zum Schauspieler ( 32 ) Zitat · Antworten

Heinz Drache als Inspektor Herbert Kaufmann in “Nur tote Zeugen schweigen”

“Nur tote Zeugen schweigen”
(“Hipnosis”)

Bundesrepublik Deutschland/Italien/Spanien 1963

Regie: Eugenio Martin

Darsteller: Jean Sorel (Erik Stein), Götz George (Chris Kronberger), Heinz Drache (Inspektor Herbert Kaufmann), Eleonora Rossi Drago (Magda Bergen), Margot Trooger (Katharina), Mara Cruz (Karin Kronberger), Werner Peters (Kommissar), Massimo Serato (Georg von Kramer)


Was ist denn das für ein Benehmen?! Sie haben kein Recht, in meine Wohnung einzudringen!”
(Karin Kronberger)
“Ja, ja ich weiß. Wir sind schlecht erzogen, und das Schlimmste - wir schämen uns nicht einmal ...”
(Herbert Kaufmann)

“Haben Sie eigentlich schon mal was von einem Indizienbeweis gehört? Hier haben wir einen in Reinkultur. Es sind schon welche aufgrund von Indizien verurteilt worden, die unschuldig waren, aber Sie wollen es ja drauf ankommen lassen.” (Herbert Kaufmann)

“Ich darf nach Hausen?”
(Karin Kronberger)
“Wohin Sie wollen. Gehen Sie nach Hause oder zum Teufel meinetwegen, aber bitte gehen Sie!”
(Herbert Kaufmann)

“... dass es mehr Dinge zwischen Himmel und Erde gibt, als eure Schulweisheit sich träumen läßt ...”
(Katharina)

“Als Kriminalist lernt man, sich vorsichtig auszudrücken.”
(Herbert Kaufmann)

“Sie haben ein typisches Glaskinn, mein Junge. Wenn du die Deckung nicht immer hübsch oben hast, legt dich jeder Anfänger mit einem Zufallstreffer auf die Bretter. Wetten?”
(Herbert Kaufmann)

“Das sind Sachen, die Sie überhaupt nichts angehen!”
(Herbert Kaufmann)

“Ich glaube, Sie schrecken vor nichts zurück!”
(Karin Kronberger)
“Warum versuchen Sie nicht mal, mich mit anderen Augen zu sehen ...”
(Herbert Kaufmann)

“Wenn Ihr Bruder unschuldig ist, werde ich derjenige sein, der es beweist. Und Sie sollten mir helfen anstatt mir dauernd Knüppel zwischen die Beine zu werfen.”
(Herbert Kaufmann)

“Das Feld der Parapsychologie hat noch viele dunkle Flecke. In Grenzfällen kann man nicht mit Sicherheit wissen, wo die Suggestion aufhört und etwas anderes anfängt. Etwas unbekanntes ...”
(Polizeiarzt)
“Jedenfalls können wir uns nicht darauf verlassen, dass uns ein Geist bei der Suche nach dem Mörder helfen wird ...” (Herbert Kaufmann)

“Würde es Sie sehr stören, wenn ich Ihnen noch einige Fragen stelle?”
(Herbert Kaufmann)
“Natürlich stört es mich, aber Sie wohl weniger ...”
(Katharina)

“Wenn Sie immer noch nicht begriffen haben, dass ich es gut mit Ihnen meine, dann sind Sie keine Frau!”
(Herbert Kaufmann)

“Jetzt ist aber Schluß mit dem Detektivspiel! Seien Sie froh, Mädchen, dass ich Ihnen diesmal auf den Fersen geblieben bin ...”
(Herbert Kaufmann)


Allabendlich hypnotisiert auf der Bühne eines Varietes die Puppe Grog mit ihrem unheimlich anmutenden Blick auf Geheiß seines Herrn Georg von Kramer das Medium Magda Bergen.
Eifersüchtig verfolgt ihr Kollege Erik Stein den gemeinsamen beruflichen Erfolg der Beiden ebenso wie ihr privates Glück.

Als eines Abends der Amateurboxer Chris Kronberger, der sich mit Gelegenheitsarbeiten mehr schlecht als recht über Wasser hält, einen Blumenstrauß für Magda überbringen soll, gerät er in die verwaiste Garderobe von Georg von Kramer.
Als er ein Bündel Banknoten entwendet, wird er von dem Hypnotiseur überrascht, schlägt ihn nieder und ergreift die Flucht.

Georg von Kramer ist noch am Leben, das jedoch einer endgültig auslöscht, der mit dieser Tat glaubt, sich eines verhaßten Rivalen für immer entledigen zu können.

Inspektor Herbert Kaufmann, dessen Energie nur noch von seiner Selbstsicherheit übertroffen wird, nimmt die Ermittlungen auf.
Die Polizei setzt sich sogleich auf die Spur von Chris Kronberger und sucht dessen Schwester Karin auf.
Der Inspektor gerät bei der Verfolgung des Flüchtigen auf einem Häusersims ins Straucheln. Chris Kronberger rettet Herbert Kaufmann das Leben, schlägt ihn anschließend jedoch bewußtlos, um ihm auf diese Weise zu entkommen.
Dieser Vorfall gibt dem Inspektor nachhaltig zu denken.

Im Varietè hat der Kommissar, der Vorgesetzte von Kaufmann, soeben seine Verhöre mit den Artisten beendet, als man das Verschwinden der Puppe Grog bemerkt.
Aus der Dunkelheit ertönt ein spöttisch-überlegenes Lachen. Herbert Kaufmann richtet das Licht eines Scheinwerfers auf die mondäne Ballettmeisterin Katharina, die den Kriminalisten erklärt, dass man mit Grog den einzigen Zeugen des Mordes beseitigt hat.

In einem späteren Gespräch wird Katharina versuchen, dem Inspektor begreiflich zu machen, dass hier übersinnliche Phänomene am Werke seien, doch Herbert Kaufmann ist ein realistisch und nüchtern denkender Mann, der jegliche Gedanken an derlei Dinge von sich weist.

Herbert Kaufmann und Karin Kronberger liefern sich einen verbalen Schlagabtausch nach dem anderen, während sie beide auf der Jagd nach Chris sind. So sehr er sie auch um ihr Vertrauen bittet, sie glaubt ihm kein Wort.
Ein ums andere Mal entkommt der Flüchtige seinem Verfolger - zumeist unter Karins tatkräftiger Mithilfe. Einmal klemmt sie in einer Bar sogar ihre Handtasche unter die Drehtür und macht es dem Inspektor auf diese Weise unmöglich, ihr auch weiterhin zu folgen.

Chris Kronberger hat unterdessen einen begründeten Verdacht gegen den wirklichen Täter und begeht den verhängnisvollen Irrtum, diesen erpressen zu wollen.

Seine Schwester Karin gerät bei ihren auf eigene Faust angestellten Nachforschungen in Lebensgefahr.

In der Villa von Erik Stein ereignen sich mysteriöse Dinge.
Wie aus dem Nichts taucht die Puppe Grog wieder bei ihm auf, scheint wissend und unergründlich zu lächeln und ein diabolisches Gelächter schallt des Nachts durch alle Räume.

Am Ende wird der Mörder wissen, dass seine verbrecherische Tat umsonst war, denn der Tod kann die Liebe zu einem Menschen nicht zerstören ...

Cora Ann Milton Offline



Beiträge: 5.110

21.04.2012 15:35
#153 RE: Heinz Drache - Meinungen zum Schauspieler ( 32 ) Zitat · Antworten

Heinz Drache als Pierre Gilbert in “Schüsse im 3 / 4 Takt”

(Achtung: Der folgende Beitrag enthält Spoiler!)

“Schüsse im 3/4 Takt”

Österreich 1965

Regie: Alfred Weidenmann


Darsteller: Pierre Brice (Philippe Tissot), Heinz Drache (Pierre Gilbert), Dahliah Lavi (Irina Badoni), Senta Berger (Jenny Bedford), Charles Regnier (Henry), Walter Giller (Renato Balli), Jana Brejchova (Violetta), Anton Diffring (Burger), Gustav Knuth (Igor Waslewski), Mario Girotti (Enrico)

”Wir wissen nicht, wer unser Gegner ist und in wessen Auftrag er handelt. Wir wissen nur, dass diese Person, wer immer sie auch ist, gefährlich ist. Sie ist intelligent und grausam und sie muß über eine glänzende Organisation verfügen, die geradezu beispielhaft funktioniert.”
(Oberst)

“Du hast nichts zu befürchten. Sie haben dich verhört, und sie werden dich jetzt Ruhe lassen.”
(Pierre Gilbert)

“Pardon, Moniseur! Was wollen Sie von meiner Frau?!”
(Pierre Gilbert)

“Von uns können Sie leider nichts erfahren, was für Sie irgendwie nützlich sein könnte ...”
(Pierre Gilbert)

“Meine Frau ist nicht verpflichtet, Ihnen irgend etwas zu sagen!”
(Pierre Gilbert)

“Er ist tot, und der Tod beendet alles ...”
(Pierre Gilbert)

“Das hätte ich mir fast denken können, dass ich Sie nicht mehr los werde ...”
(Pierre Gilbert)

“Liebe läßt sich leider nicht erzwingen. Als Artist erreicht man nur etwas mit unerbittlichem Training. Da muß viel überwunden werden. Ich gab ihr nur Zwang und Zucht, Disziplin, obwohl ich sie liebte ...”
(Pierre Gilbert)

“Artisten sind viel unterwegs. Sie arbeiten heute hier und morgens woanders. Für sie gibt es nicht mal den Eisernen Vorhang. Und da liegt es doch eigentlich nahe, dass jemand auf den Gedanken kommt, Artisten für sich arbeiten zu lassen ...”
(Philippe Tissot)

“Halt! Bleiben Sie stehen! Sie sind leichtsinnig, Madame Badoni ...”
(Pierre Gilbert)

“Gilbert!”
(Philippe Tissot)
“Fassen Sie sich, Tissot!”
(Pierre Gilbert)

“Sie war nicht meine Frau. Sie war eine Agentin, die einen Fehler gemacht hat ...”
(Pierre Gilbert)

“Henry hatte die Nerven verloren ...”
(Pierre Gilbert)
“Sie nicht eine Minute. Sie haben Ihre Rolle hervorragend gespielt ...”
(Philippe Tissot)


In Paris wird ein gewisser Berard in einem Sessellift erschossen, nachdem er zuvor gemäß den Anweisungen, die er über ein Funksprechgerät erhielt, an einer bestimmten Stelle einen Metallkoffer in die Tiefe geworfen hat.

Später stellt sich heraus, dass Berard Mitarbeiter einer streng geheimen militärischen Forschungsabteilung war und sich von einer unbekannten Organisation korrumpieren ließ, deren Chef vom französischen Nachrichtendienst den Namen “Cäsar” erhalten hat.

In dem Metallkoffer befindet sich mit dem B 501 ein hochmodernes Steuerungsgerät für Raketen, das einzige Exemplar seiner Art.
Um dieses Objekt wieder zu beschaffen setzt der französische Geheimdienstchef, der Oberst, mit Philippe Tissot seinen besten Mann auf den Fall an.

In einem Varietè versucht Tissot von der Akrobatin Claudette, die mit ihrem Mann Pierre Gilbert unter dem Namen “Die Orlandos ” auftritt, Informationen über den Mord an Berard, zu erhalten.
Die attraktive junge Frau weiß offensichtlich mehr darüber, als sie zugeben will und scheint unter immensem psychischen Druck zu stehen. Vergeblich versucht Pierre Gilbert, seiner Frau ihre Ängste zu nehmen.
Er hingegen vermittelt den Eindruck gelassener Selbstsicherheit und verweigert Tissot in zwar verbindlichem doch keine Einwände zulassenden Tonfall jegliche Informationen zum Mordfall Berard.
Kurz darauf wird Claudette während des Auftritts der “Orlandos” erschossen.

Pierre Gilbert reist mit dem Nachtzug nach Wien, wo er sein nächstes Engagement antreten sollte. Für ihn durchaus nicht unerwartet, betritt Philippe Tissot sein Abteil und warnt ihn, auf eigene Nachforschungen über den Mord an seiner Frau anzustellen, weil er sich damit in Lebensgefahr begibt. Diese Vermutung wird nur allzubald bestätigt, als in der Dunkelheit ein Mordanschlag auf Gilbert und Tissot unternommen wird. Sie können sich des Attentäters erwehren, der unerkannt flüchtet.
Im Speisewagen trifft Pierre Gilbert einen guten Bekannten, den Musicalclown Renato Balli, der seinen Partner Henry vermißt.
Plötzlich wird die Notbremse gezogen, eine Gestalt springt aus dem Zug und entkommt im Dunkel der Nacht.

In Wien nimmt Philippe Tissot Kontakt zu seinen österreichischen Kollegen auf.
Die schöne Violetta leitet in Abwesenheit ihres Vaters die Abteilung. Ihr zur Seite stehen die Agenten Burger und Joscha.

Währenddessen hat sich Pierre Gilbert in seinem gewohnten Hotel einquartiert, wo er mit einer geladenen Waffe auf den Mörder seiner Frau warten will. Erneut versucht Tissot vergeblich, ihn von diesem Plan abzubringen.

Im Varietè “Palladium” will Philippe Tissot den plötzlich wieder aufgetauchten Henry zu den Morden an Berard und Claudette befragen, doch dieser legt Gilbert und Tissot nahe, Wien sofort wieder zu verlassen. Auf Tissots Insistieren willigt Henry ein, ihm im Maschinenraum des “Palladium” seine Fragen zu beantworten.
Unterdessen versucht der berühmte Elefantendompteur Igor Waslewski seinen langjährigen Freund Pierre Gilbert, zu dem er offensichtlich eine väterliche Zuneigung empfindet, zu überreden, bei ihm zu wohnen. Gilbert lehnt das Angebot ab. Erst ein Kinnhaken von Tissot, der Gilbert bewußtlos macht, ermöglicht es, Waslewski, seinen Freund in Sicherheit zu bringen.
Wie Gilbert und Tissot bereits vermuteten, ist das angebliche Treffen mit Henry im Maschinenraum nichts als eine Falle, der Tissot jedoch entkommen kann.

Am nächsten Tag findet Philippe Tissot in einem Vergnügungspark die Leiche von Henry auf, der sich mit Arsen vergiftet hat. Dort trifft er auch die Sängerin Irina Badoni an, die aus Furcht um ihr Leben die Aussage verweigernt.

Im Zuge seiner Nachforschungen werden mehrere Mordanschläge auf Philippe Tissot verübt, denen er zwar jedes Mal entkommen kann, allerdings nimmt sein äußeres Erscheinungsbild dabei zum Teil erheblichen Schaden.

Im “Palladium” erklärt Irina Badoni gegenüber Tissot, dass Henry von einer ihr unbekannten Person zu Handlungen erpreßt wurde, die der Artist nicht mehr ertragen konnte und deshalb im Suizid den einzigen Ausweg sah.
Tissot ist überzeugt, dass Henry die Morde an Berard und an Claudette begangen hat sowie den Mordanschlag im Nachtexpress nach Wien.
Auch Irina Badoni wird von diesem Unbekannten, bei dem es sich um niemand anderen als “Cäsar” handelt, erpreßt. Tissot läßt diesem über Madame Badoni ausrichten, dass der französische Nachrichtendienst bereit ist, das B 501 zurückzukaufen.

Während Philippe Tissot im Schloß Schönbrunn auf den Kontaktmann von “Cäsar” wartet, wird er von seinen österreichischen Kollegen entführt.
Violetta erklärt ihm, dass ihre Zentrale nicht mehr funktioniert, weil “Cäsar” ihren Vater entführt hat und diesen als Druckmittel gegen sie benutzt, um sich jeglicher Verfolgung zu entziehen.
Während sie die Entführung von Violettas Vater rekonstruieren, erkennt Burger in einem vorbeifahrenden Wagen das Auto der Entführer wieder. Sie stoppen das Fahrzeug und nehmen den vermeintlich harmlosen Kaufmann Dr. Schang aus Hongkong in Gewahrsam. Der Mann beabsichtigt ganz offensichtlich, das B501 von "Cäasr" zu erwerben.

Irina Badoni ist von “Cäsar” zu einem nächtlichen Treffen in den Michaelertrakt der Hofburg bestellt worden. Philippe Tissot und seine Mitarbeiter sind ihr heimlich gefolgt.
Aus dem Schatten einer Säule tritt zur großen Verwunderung von Philippe Tissot niemand anderer als Pierre Gilbert. Wie stets umgibt ihn eine Aura von unerschütterlicher Überlegenheit.
Tissot lehnt jegliche Verhandlungen mit Gilbert ab und schlägt ihm einen Revolver aus der Hand, aus dem sich ein Schuß löst.
Ein Streifenwagen der Gendarmerie trifft ein, um angeblich die beiden Herren festzunehmen. Doch statt dessen verhelfen die falschen Polizisten ihrem Chef Pierre Gilbert zur Flucht.

Durch Dr. Schang, dem Tissot ganz bewusst die Möglichkeit gegeben hat zu entkommen, spüren die Agenten das geheime Hauptquartier von “Cäsar” auf.
Wie weiland Harry Lime hat sich Pierre Gilbert in die Wiener Unterwelt zurückgezogen, jedoch nicht in die übel duftenden Abwässerkanäle sondern in einen ausgebauten Luftschutzkeller unter einem Vergnügungspark, dessen Riesenrad weitere Assoziationen zu “Der dritte Mann” weckt.
Hier entscheidet sich das Schicksal von Pierre Gilbert ...

Peter Ross Offline



Beiträge: 1.386

22.04.2012 19:40
#154 RE: Heinz Drache - Meinungen zum Schauspieler ( 32 ) Zitat · Antworten

Eine sehr schöne und einprägsame Musik in einem Film, der "etwas hat". Schade, dass Drache nicht einen noch größeren Part hatte.

Cora Ann Milton Offline



Beiträge: 5.110

22.04.2012 19:47
#155 RE: Heinz Drache - Meinungen zum Schauspieler ( 32 ) Zitat · Antworten

In beiden Punkten stimme ich dir vollständig zu! Der Schluß war mir vorab bekannt, so dass ich darüber wenigstens nicht allzu entsetzt war ...

“Das ganze ist eine Sache der Vorstellungskraft. Phantasie ..."
(Heinz Drache in "Der Hexer")

Cora Ann Milton Offline



Beiträge: 5.110

28.04.2012 12:00
#156 RE: Heinz Drache - Meinungen zum Schauspieler ( 32 ) Zitat · Antworten

Heinz Drache als Richard Unger in “Der Mann des Jahres”

“Der Mann des Jahres” (aus der Serie “SOKO 5113")

Bundesrepublik Deutschland 2000

Regie: Peter Adam

Darsteller: Wilfried Klaus (Horst Schickl), Christine Döring (Susanne von Hagenberg), Hartmut Schreier (Manfred Brand), Michel Guillaume (Theo Renner), Heinz Drache (Richard Unger), Gesche Tebenhoff (Olga Krakauer), Marion Gehler (Juliane Werner), Nina Rothemund (Anke Müller)


“Entschuldigen Sie, dass ich Sie so anstarre, aber diese Ähnlichkeit mit meiner Frau. Sie ist vor drei Jahren gestorben. Ich habe sie übrigens hier in diesem Hotel kennengelernt. Bei einem Tanztee.”
(Richard Unger)
“Das war sicher sehr romantisch ...”
(Susanne von Hagenberg)
“Ja, das war sehr romantisch. Und seitdem haben wir einmal im Monat ein ganzes Wochenende hier verbracht. Es war sozusagen unsere Flucht aus dem Alltag. Und seit sie tot ist, komme ich halt allein hier her.”
(Richard Unger)
“Das muß sehr weh tun ...”
(Susanne von Hagenberg)
“Ja, aber wissen Sie, in irgend einer Weise ist sie ja immer bei mir ...”
(Richard Unger)

“Ich kann Sie unmöglich jetzt gehen lassen ...”
(Richard Unger)

“Sie können sich gar nicht vorstellen, was es für mich bedeutet, hier mit Ihnen zu sitzen Das ist wie eine Reise in die Vergangenheit. Zeit vergeht ja einfach so schnell. Alles wird anders. Sie können nichts festhalten, wie sehr Sie sich auch bemühen ...”
(Richard Unger)

“Nehmen Sie zum Beispiel dieses Hotel hier. Eine Insel der Ruhe und des Wohlbehagens. Jedenfalls bis vor kurzem. Das soll ja jetzt alles anders werden. Tradition ist out. Jünger, moderner, schneller das sind jetzt die Stichworte ...”
(Richard Unger)

“Ich muß Sie um Verzeihung bitten. Ich habe Sie unterschätzt.”
(Richard Unger)

“Einmal im Monat, da hole ich mir mein altes Leben zurück oder zumindest einen kleinen Abglanz davon ...”
(Richard Unger)
“Das klingt ein bißchen traurig für mich ...”
(Susanne von Hagenberg)
“Traurig? Nein, ich würde eher sagen ein wenig melancholisch ...”
(Richard Unger)


Der kürzlich von einem Managermagazin zum “Mann des Jahres” gekürte Direktor eines Münchener Luxushotels wird im Swimmingpool eben dieses Hotels ermordet aufgefunden. Helmut Offermann hatte sich zu Lebzeiten zahlreiche Feinde gemacht, entsprechend lang ist die Liste der Verdächtigen.
Die Soko 5113 in Gestalt von Horst Schickl, Manfred Brand, Theo Renner und Susanne von Hagenberg nimmt die Ermittlungen auf.

In der Lobby des Hotels stößt Susanne von Hagenberg mit einem älteren Herren zusammen. Sein strahlendes Lächeln weicht fassungslosem Erstaunen als er das Gesicht der attraktiven blonden jungen Frau sieht, die ihn auf frappierende Weise an seine vor drei Jahren verstorbene Gattin erinnert.
Richard Unger, der seit vielen Jahren zu den Stammgästen des Hotels zählt, insistiert auf so liebenswürdige Weise, so dass Susanne von Hagenberg ihm gestattet, sie wieder zu sehen.

Richard Unger verbindet mit der Kellnerin Anke Müller, die ihm nach dem Verlust seiner Frau zur Seite stand und der er mit väterlicher Güte begegnet, eine vertrauensvolle Beziehung. Die junge Frau deutet ihm an, mehr über den Mord an Offermann zu wissen. Am nächsten Morgen wird sie erschossen auf einer Parkbank aufgefunden.

Bei dem Versuch, die Mörderin von Helmut Offermann und Anke Müller zur Rede zu stellen, stellt sich Richard Unger, der aus persönlichen Gründen ebenfalls den Tod des allseits verhaßten Direktors in Kauf genommen hat, in die Schußbahn der gegen Susanne von Hagenberg gerichteten Kugel ...

Richard Unger dessen perfektes Erscheinungsbild im eleganten dreiteiligen Anzug einen deutlichen Kontrast zu den sich betont leger gebenden Ermittlern bildet, ist das Idealbild eines Gentleman.
Dieser Herr ergibt sich kulinarischen Genüssen, während andere ihr Essen lediglich als Nahrungsaufnahme zu verstehen scheinen.
Solch ein Kavalier wendet sich selbstverständlich diskret ab, während sich Anke Müller umzieht, obwohl sie bereits einen Pullover trägt.
Susanne von Hagenberg wird von ihm mit einem Handkuss bedacht und formvollendet zu einem Wiener Walzer aufgefordert, nachdem sie ihn nach Hause chauffiert hat.
Dieser Gentleman entstammt einer unwiederbringlich verloren gegangenen Epoche.

Der Mann des Jahres” aus dem Jahre 2000 markiert den letzten Auftritt von Heinz Drache in einem Kriminalfilm, jenem Genre, dem er als Film- und Fernsehschauspieler viele Jahre eng verbunden war.
Alle seine Auftritte in dieser Folge umweht ein Hauch zutiefst berührender bitter-süßer Melancholie. Väterlich sanft, überaus liebenswürdig und mit der Milde des Alters agiert Heinz Drache fern aller Dominanz, die seine Inspektoren in den Edgar-Wallace-Filmen auszeichnete.
Jedoch macht die Konfrontation mit der Täterin deutlich, dass auch das Alter seine Energie wohl mindern, aber nicht lähmen konnte.

Georg Offline




Beiträge: 3.053

29.04.2012 16:20
#157 RE: Heinz Drache - Meinungen zum Schauspieler ( 32 ) Zitat · Antworten

Welche Mühe Du Dir hier immer machst!
Schade, dass Heinz Drache eher unbemerkt in dieser Soko 5113-Folge seine Abgang vom Krimifach vollzog. Ich habe keine Ahnung, warum er nicht noch öfter verpflichtet wurde? Seinen Auftritt in der mittlerweile leider etwas sehr inflationär gewordenen Serie hatte er doch sicher auch nur dem Regisseur Peter Adam zu verdanken, der mit ihm gemeinsam 11 Jahre zuvor den letzten Bülow-Tatort gedreht hat.
Schade, dass Ringelmann oder Althammer nicht an ihn gedacht haben, in den 90ern wären in Derrick, Der Alte und Ein Fall für zwei (oder sogar noch in Siska) doch noch jede Menge tolle Rollen für Drache dabei gewesen. Ringelmann hat doch da auch noch z. B. Peter Pasetti reaktiviert oder auch Georg Thomalla.

Cora Ann Milton Offline



Beiträge: 5.110

29.04.2012 16:55
#158 RE: Heinz Drache - Meinungen zum Schauspieler ( 32 ) Zitat · Antworten

Vielen Dank für deine freundliche Meinung!

Was einem zutiefst am Herzen liegt, darüber schreibt man nach langer, reiflicher Überlegung und der Suche nach den treffendsten Formulierungen, doch Mühe würde ich es nicht nennen sondern vielmehr Freude und Begeisterung.

Wenn es andere anregt, sich mit den Werken dieses wunderbaren Schauspielers zu beschäftigen, freut es mich umso mehr.

Cora Ann Milton Offline



Beiträge: 5.110

26.05.2012 15:23
#159 RE: Heinz Drache - Meinungen zum Schauspieler ( 32 ) Zitat · Antworten

Heinz Drache als Staatsanwalt Andreas Wegner in “Die Frau am dunklen Fenster”

“Die Frau am dunklen Fenster”

Bundesrepublik Deutschland 1960

Regie: Franz Peter Wirth

Darsteller: Marianne Koch (Luise Konradin), Christiane Nielsen (Karin Becker), Thomas Melchior (Robert Graf) Heinz Drache (Andreas Wegner), Alice Treff (Frau Konradin), Hans Paetsch (Dr. Mertens), Fritz Schröder-Jahn (Gerichtspräsident), Erwin Linder (Brasch)

“Ich komme von der Staatsanwaltschaft in einer reinen Routineangelegenheit ...”
(Andreas Wegner)

“As Laie kann man sich gar nicht vorstellen, dass Ansagerinnen auch Beine haben ...”
(Andreas Wegner zu Luise Konradin)

“Tote können nicht mehr reden, aber vielleicht hat er Ihnen irgendetwas geschrieben, was diese Sache aufhellt ...”
(Andreas Wegner zu Luise Konradin)

“Schade, ich meine, dass Ihr Gedächtnis so schwach ist, ich hoffte, es in dieser Ihnen so vertrauten Umgebung ein bißchen aufzufrischen ...”
(Andreas Wegner zu Karin Becker)

“Dann denken Sie doch jetzt mal darüber nach, wie man sich erschießt ...”
(Andreas Wegner zu Karin Becker)

“Ich würde Ihnen sehr gerne glauben aber nach all den Lügen, die Sie mir erzählt haben, soll das jetzt wirklich die Wahrheit sein ...”
(Andreas Wegner zu Karin Becker)

“Als Mann fühlt man doch schließlich, ob eine Frau lügt ...”
(Andreas Wegner)
“Ach nee, da wären Sie aber der erste Mann, der das von sich behaupten kann ...”
(Oberstaatsanwalt)

“In der Regel sollte ein Beamter vermeiden, in diesem Stadium der Anklage zu einer Kronzeugin Beziehungen zu suchen, die nicht nur streng amtlich sind ...”
(Andreas Wegner)
“Sondern?”
(Luise Konradin)
“Sagen wir menschlich. Sie könnte ihn befangen machen in der Wahrheitsfindung. Er könnte unter Umständen irgendwie ihre Aussage beeinflussen ...”
(Andreas Wegner)

“War hier die wichtige Besprechung, Fräulein Konradin? Mit wem denn? Mit ihrem Gewissen hoffentlich! Oder mit Gespenstern aus der Vergangenheit?”
(Andreas Wegner)

“Glauben Sie mir, ich kann Ihnen sehr gut nachfühlen, wie Ihnen zumute ist.”
(Andreas Wegner)
“Danke schön, ich brauche kein Mitleid!”
(Luise Konradin)
“Mitleid? Womit denn? Weil Sie ein bißchen hinken? Mitleid hätte ich bestenfalls mit Ihnen, wenn Sie sich an einer anderen Frau dafür rächen wollen, dass irgend so ein Kerl Sie sitzengelassen hat wegen eines lahmen Beines!”
(Andreas Wegner)
(Luise Konradin ohrfeigt ihn)

“Fräulein Konradin, ich kenne Fälle, in denen ein Mensch, nur um einen anderen zugrunde zu richten, sich selbst zugrunde gerichtet hat und wissen Sie nicht in jedem Fall war der Untergang des einen den des anderen wert ...” (Andreas Wegner)

“Wissen Sie, ich mag Sie sehr. Sie waren mir vom ersten Augenblick an sehr sympathisch, und wenn diese ganze Geschichte erstmal vorbei ist ... Ich weiß nicht, wie ich das sagen soll ...”
(Andreas Wegner zu Luise Konradin)

“Und es geht ja immerhin um lebenslänglich Zuchthaus dabei. Und wenn sie dazu verurteilt wird, dann einzig und allein aufgrund Ihrer Aussage. Und wenn die falsch sein sollte ... Um Gottes Willen ich unterstelle nichts, ich sage nur, wenn sie falsch sein sollte, dann beneide ich Sie nicht! So etwas schleppt man ein ganzes Leben mit sich herum ...”
(Andreas Wegner zu Luise Konradin)


Luise Konradin ist eine ebenso schöne wie erfolgreiche Fernsehansagerin, deren Lebensglück vollkommen sein könnte, litte sie nicht, seitdem sie an Kinderlähmung erkrankt war, unter einen leichten Gehfehler.
Dieser Umstand in Verbindung mit der übertriebenen Fürsorge ihrer Mutter haben die junge Frau bisher daran gehindert, sich ernsthaft auf tiefe Gefühle einzulassen. Erst durch die Begegnung zu Thomas Melchior, einem jungen Kaufmann, wagte sie, an die große Liebe zu glauben.

Doch ihre Verlobung zerbrach schon bald, denn Thomas Melchior wandte sich Luises Freundin Karin Becker zu. Erst als es zu spät ist, begreift er, dass er einen nicht wieder gutzumachenden Fehler begangen hat, indem er tiefempfundene, aufrichtige Gefühle gegen kühl berechnende Oberflächlichkeit getauscht hat und sich von der Aussicht auf scheinbar raschen materiellen Wohlstand blenden ließ.
Binnen kurzer Zeit bröckelt die scheinbar so glänzende Fassade seines neuen Lebens und schließlich stürzt sein imaginäres Kartenhaus in sich zusammen.

Eines Abends bemerkt Luise Konradin, dass in der gegenüberliegenden Wohnung ein Mann erschossen wurde. Bei dem Toten handelt es sich um Thomas Melchior.
Luise Konradin erstattet gegen Karin Becker Anzeige wegen Mordes.

Andreas Wegner, der junge Staatsanwalt, den man mit der Untersuchung des Falles betraut hat, ist vom ersten Blick an von Luise Konradin fasziniert.
Strahlend und entwaffnend offen lächelt er ihr bei seiner ersten Begegnung immer wieder zu, läßt sie kaum einmal aus den Augen und wirkt leicht befangen in seinem Auftreten, so weiß er zum Beispiel offensichtlich nicht so recht, was er mit seinem Hut anfangen soll und daher wirkt die Kopfbedeckung, die er in seinen Händen hält, wie ein Fremdkörper. Doch sein wohlüberlegtes, präzise formuliertes und ständiges Nachfragen straft diesen Eindruck Lügen.
Luise Konradin ist vor Andreas Wegner auf der Hut und sie tut gut daran.

Das wird endgültig erkennbar, als Andreas Wegner Karin Becker, die sich über den Tathergang mehrmals in verschiedenen Versionen geäußert und somit rasch in Widersprüche verwickelt hat, am Tatort einem Verhör unterzieht.
Nichts ist mehr von der Sanftheit seines Gespräches mit Luise Konradin zu bemerken. Selbstsicher nimmt Andreas Wegner das Mobiliar der ihm fremden Wohnung in Beschlag, in dem er sich zunächst auf den Tisch und später rittlings auf einen Stuhl setzt.
Rigoros und ironisch stellt er seine Fragen. Dabei wechselt er in der Lautstärke zwischen heftiger Aggressivität und scheinbar verständnisvoller Sanftheit.


Andreas Wegner erbittet sich von seinem Vorgesetzten drei Tage Zeit im Dienste der Wahrheitsfindung. Der junge Staatsanwalt ahnt, dass er nur über Luise Konradin erfahren wird, was tatsächlich geschehen ist.

Die junge Frau, verbirgt die tiefen Verwundungen ihrer Seele hinter äußerlicher Gelassenheit, doch wenn sie mit sich selbst allein ist, ist es um ihre Fassung geschehen und sie überläßt sich mitunter den ihren Schmerz vielleicht etwas lindernden Tränen. Dass sie an einem derart unbeständigen und larmoyanten Mann wie Thomas Melchior nicht das geringste verloren hat, ist ihr ganz offensichtlich noch nicht zu Bewusstsein gekommen.
Neben dem Leid brodelt in ihr jedoch auch das Verlangen nach Vergeltung für die ihr zugefügten Verletzungen. Bei der Konfrontation mit der infamen “Freundin” am Grabe des toten Geliebten kommt es zum Eklat, der ahnen läßt, welche Abgründe hinter der ruhigen Fassade lauern.

Andreas Wegner hat ganz offenkundig ein ebensolches Interesse, den wirklichen Tathergang herauszufinden wie an Luise Konradin selbst. Sein versonnenes Lächeln, nachdem er ihr am Telefon versichert hat, wie sehr er sich freue, sie wieder zu sehen, spricht Bände.

Dass Andreas Wegner Luise Konradin zunächst mit schonungsloser Offenheit verdeutlicht, dass er sehr wohl um ihre inneren Befindlichkeiten weiß, trägt ihm eine Ohrfeige ein, die er mit einem leichten zustimmenden Kopfnicken quittiert.

Kurz vor ihrer Zeugenaussage vor Gericht versucht Andreas Wegner Luise Konradin vor einer fatalen Handlung zu bewahren und diesmal geht er unendlich viel sensibler vor.
Seine eigene emotionale Beteiligung äußert sich darin, dass er zunächst lediglich in Halbsätzen darüber sprechen kann und es schließlich ganz aufgibt. Mit überaus einfühlsamen Worten führt er ihr erneut vor Augen, dass sie mit dem Tod von Thomas Melchior keinen Verlust erlitten hat, der ihre Handlungsweise rechtfertigen würde.

Dass er Luise Konradin dazu bewegen konnte, sich ihren inneren Dämonen zu stellen und diese zu besiegen, erfüllt ihn mit verständlicher Zufriedenheit, doch muß Andreas Wegner erkennen, dass er zwar der Wahrheit zum Siege verholfen hat, aber dennoch als nachdenklicher und einsamer Sieger zurückbleibt.

Cora Ann Milton Offline



Beiträge: 5.110

12.08.2012 15:39
#160 RE: Heinz Drache - Meinungen zum Schauspieler ( 32 ) Zitat · Antworten

Heinz Drache als Richard Paddberg in “Der schwarze Panther von Ratana”

“Der schwarze Panther von Ratana”

Bundesrepublik Deutschland 1963

Regie: Jürgen Roland

Darsteller: Heinz Drache (Richard Paddberg), Marianne Koch (Nicole), Horst Frank (Jack Roller), Brad Harris (Larry Finch), Luciana Gilli (Yvonne), Dorothee Parker (Madeleine), Chis Howland (Charly), Carlo Tamberlani (Pater Antonio), Robert Klupp (Generaldirektor Harmsworth)


“Tja, tut mir wirklich leid, Paddberg! Da sieht man die Nachteile der Tüchtigkeit. Sie ind mein bester Mann und ich weiß wirklich nicht, wen ich sonst runter schicken sollte.”
(Generaldirektor Harmsworth)

“Sagen Sie mal, wohnt die flotte Biene auch hier? Das fängt ja gut an!”
(Richard Paddberg)

“Wer war denn das? Sieht wie’n Kriminalinspektor aus ...”
(Yvonne über Richard Paddberg)

“So eine Panne hat ja mitunter auch ihr gutes. Auf diese Weise lernt man manchmal etwas kennen, was man eigentlich schon viel früher hätte kennen müssen ...”
(Richard Paddberg)
“Ja, nicht wahr. Ein reizender Mann, unser Pater Antonio ...”
(Nicole)
“Ja natürlich, der auch ...”
(Richard Paddberg)

“Sie sind wohl im Preis mit inbegriffen, was?”
(Richard Paddberg)
“Nicht immer, nur wenn’s mir Spaß macht. Bei Ihnen ließe sich drüber reden ...”
(Yvonne)

“Sie wollten doch noch ‘n Whisky bei mir trinken ... Sie haben wohl plötzlich Angst vor Ihrer eigenen Courage gekriegt, was?”
(Richard Paddberg)

“Mädchen, wenn Sie jetzt nicht ganz schnell von hier verschwinden, hau ich Ihnen den Hintern voll!”
(Richard Paddberg)

“Nachdem wir nun offensichtlich selber auf der Abschußliste stehen, möchte ich wenigstens wissen, wer auf uns schießt ...”
(Richard Paddberg)

“Das ist ein alter siamesischer Aberglaube für Junggesellen. Wer einem Vogel die Freiheit gibt, bekommt von den Göttern das Mädchen, das er liebt.”
(Richard Paddberg)

“Ich habe Sie unterschätzt, Mr. Laroche. Das ist der einzige Vorwurf, den ich mir zu machen habe.”
(Richard Paddberg)

“Sie sind ein Schwein, Laroche!”
(Richard Paddberg)

“Unterschreib nicht, Richard! Wenn du unterschreibst, dann ist es unser Todesurteil!”
(Nicole)

“Was fällt Ihnen ein, Paddberg! Sie sind ja betrunken!”
(Generaldirektor Harmsworth)
“Ich hab zwar ‘ne ganze Menge Zinnwasser getrunken, aber was ich Ihnen jetzt zu erzählen habe, meine Herren, ist leider entsetzlich nüchtern ...”
(Richard Paddberg)

“Schluß jetzt mit der Filmerei, sonst startet die Maschine noch ohne uns!”
(Nicole)
“Na wenn schon! Das macht nichts. Das ist mir vor vier Wochen schon mal passiert.”
(Richard Paddberg)
“Du siehst ja, was du dir damit eingehandelt hast ...”
(Nicole)
“Du meinst den Arm? Ach, der heilt.”
(Richard Paddberg)
“Ich habe eigentlich nicht den Arm gemeint ...”
(Nicole)
“Komm lach mal!”
(Richard Paddberg)
“Warum muß ich immer lachen?”
(Nicole)
“Damit ich dir später vorführen kann, wie glücklich du vor unserer Ehe gewesen bist ...”
(Richard Paddberg)



In einem Kloster in Bangkok wurde vor einigen Jahren ein immens wertvoller Saphir gestohlen. Den Malaien Monk und den Chinesen Siu Ling konnte die Polizei noch am Tatort dingfest machen, während der eigentliche Drahtzieher des Raubes, ein gewisser Frederic Laroche, und dessen Helfershelfer Larry Finch sich der Verhaftung durch die Flucht entziehen konnten.

Larry Finch ist inzwischen als Sprengmeister in der Zinnmine von Ratana tätig. Deren chinesischer Besitzer Tschang wird eines Nachts von einem schwarzen Panther angefallen und zerfleischt. Nunmehr ist Jack Roller der alleinige Eigentümer der Mine, die er jedoch - wie es zuvor bereits Mr. Tschang aus Altersgründen beabsichtigte - an die Anglo-Thai- Company verkaufen möchte, weil er sich angeblich der Aufgabe, ein derartig großes Unternehmen zu leiten, nicht gewachsen fühlt.

Richard Paddberg, der Chefingenieur der Anglo-Thai-Company, wird beauftragt, das mineralogische Gutachten über die Mine von Ratana zu erstellen.
Als auf dem Wege dorthin sein Wagen eine Panne hat, lernt er Pater Antonio und die Ärztin Nicole von der nahegelegenen Missionsstation kennen. Von dem attraktiven “Fräulein Doktor”, wie er sie nennt, ist Richard Paddberg sogleich aufs äußerste angetan.

Nachdem sie ihre Gefängnisstrafe abesessen haben und den Aufenthaltsort von Larry Finch ausfindig gemacht haben, tauchen Monk und Siu Ling in Ratana auf, um die Identität von Frederic Laroche zu enthüllen.
Erst Monk und später Siu Ling werden die nächsten Opfer des schwarzen Panthers von Ratana.

Siu Ling hat Pater Antonio einen Brief übergeben mit der Bitte, diesen im Falle seines Todes seiner Frau in Bangkok auszuhändigen. Bevor Pater Antonio nähere Angaben dazu machen kann, wird auch er von dem Panther getötet.
Richard Paddberg interessiert sich ebenso für dieses Schreiben wie Yvonne, die ebenso attraktive wie mysteriöse Tänzerin des Lokals “Silvermoon”, in dessen Gästeräumen der Ingenieur sein Quartier bezogen hat.

Jack Roller reist nach Bangkok, um dort den Verkauf der Mine vorzunehmen, aber das Gutachten von Richard Paddberg ist negativ und befürwortet den Ankauf der Mine durch die Anglo-Thai-Company nicht.

Richard Paddberg fährt in Begleitung von Nicole ebenfalls nach Bangkok. Nur knapp entgegen sie unterwegs einem Sprengstoffattentat.
Als Richard Paddberg Siu Lings Witwe den Brief übergeben will, muß er feststellen, dass sie aus dem Fenster ihres Hotels gestürzt ist und dabei ums Leben kam. Die Polizei geht zunächst von einem Selbstmord aus. In dem Brief bittet Siu Ling seine Frau, der Polizei gegenüber alles auszusagen, was sie über Fredric Laroche weiß.
Als Richard Paddberg erfährt, dass ein Unbekannter Mrs. Siu Ling kurz zuvor aufsuchte, steht für ihn fest, dass es sich um Mord handelt. Es handelt sich lediglich um eine einzige Person, die für die bisherigen Todesfälle verantwortlich ist.
Richard Paddbergs Bemühungen, die Identität von Frederic Laroche zu enthüllen, bringen sowohl ihn als auch Nicole in Lebensgefahr ...

Das exotische Ambiente Thailands erlaubt Heinz Drache, sich einmal in anderer Garderobe als bei den Wallace-Filmen zu präsentieren.
Statt des gewohnten dreiteiligen Anzugs ist er hier mit zum Teil weit geöffneten Oberhemden zu Khakihosen und Stiefeln bekleidet, und der kurze Pyjama, den er in einer Szene trägt, ist eine Augenweide. Natürlich trägt er zu passendem Anlass einen eleganten Anzug.

Sein sonst so makelloses Äußeres wird durch den Verlauf der Handlung sehr in Mitleidenschaft gezogen.
In einem heftig geführten Kampf mit Laroche wälzt sich Richard Paddberg im Schlamm und wird sogar angeschossen. So erscheint er zur finalen Auseinandersetzung mit seinem Gegner in reichlich derangiertem Zustand.

Heinz Drache gibt dem Mineningenieur Richard Paddberg sein gewohntes Maß an Selbstsicherheit und Lässigkeit, an Ironie und kessem, unwiderstehlichem Charme.
Das heitere Naturell Paddbergs betont er, wenn dieser nach dem mißglückten Attentat in in fast schon jungenhafter Weise die Wangen aufbläst, tief durchatmet und sich den Staub aus den Haaren entfernt oder wenn er mit einem unterdrückten Prusten (es scheint fast, als hätte er sich an seinem Champagner verschluckt) auf die wahre Identität von Yvonne reagiert.

Das Zusammenspiel von Heinz Drache und Marianne Koch ist sehr gelungen. Sie unterspielen auf wunderbar ironische Weise die Gefühle, die ihre beiden Charaktere für einander empfinden und machen dennoch ihre tiefe Zuneigung für einander deutlich.

Mark Paxton Offline




Beiträge: 347

12.08.2012 22:07
#161 RE: Heinz Drache - Meinungen zum Schauspieler ( 32 ) Zitat · Antworten

Witzige Zitate, Du hast Dir da aber große Mühe gegeben. Ein ganz guter Krimi, den ich mir wohl in den nächsten Tagen nochmals ansehen werde. Koch & Drache fand ich da auch gut, ziemlich gut auch die Inszenierung von Jürgen Roland.

Cora Ann Milton Offline



Beiträge: 5.110

13.08.2012 16:19
#162 RE: Heinz Drache - Meinungen zum Schauspieler ( 32 ) Zitat · Antworten

Vielen Dank für die nette Rückmeldung, Mark! Freut mich wirklich sehr!

“Das ganze ist eine Sache der Vorstellungskraft. Phantasie ..."
(Heinz Drache in "Der Hexer")

Stephan Offline



Beiträge: 114

31.08.2012 20:54
#163 RE: Heinz Drache - Meinungen zum Schauspieler (32) Zitat · Antworten

Also, erstmal "Hallo" an alle, denn das ist mein erster Beitrag hier. Ich bin heute durch Zufall auf dieses tolle Forum gestoßen. Darüber habe ich mich als absoluter Wallace-Fan schon sehr gefreut, aber dass sogar sich Verwandte, in persona der Tochter, meines Lieblings-Inspektors und eines meiner Lieblingsschauspieler überhaupt hier mit zu Wort meldet, bereitet mir regelrecht Gänsehaut! Wahnsinn, das ist einzigartig! Nicht umsonst also mein allererster Beitrag unter "Heinz Drache"! Für mich einer der besten Schauspieler überhaupt!

Marmstorfer Offline




Beiträge: 7.447

31.08.2012 21:00
#164 RE: Heinz Drache - Meinungen zum Schauspieler (32) Zitat · Antworten

Hallo Stephan, herzlich Willkommen! Mit deiner Begeisterung für Heinz Drache bist du hier nicht allein.

pandi Offline



Beiträge: 3

15.10.2012 03:56
#165 RE: Heinz Drache - Meinungen zum Schauspieler (32) Zitat · Antworten

Hallo. Als Enkelkind von meinem Opa interessieren mich seine Filme ebenfalls sehr und vor allem ist es toll zu lesen, wie viele "Anhänger" er doch hatte. Umso witziger ist es natürlich, dass sogar meine Tante hier schon kommentiert hat und den Weg zu der Seite gefunden hat. Wer hat schon so einen berühmten Opa? Bald kommt wieder ein Film im Fernsehen.

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