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Dieses Thema hat 95 Antworten
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Georg Offline




Beiträge: 2.778

28.09.2015 17:57
#76 RE: Bewertet: "Der Hund von Blackwood Castle" (25) Zitat · antworten

Zitat von Blinde Jack im Beitrag #75
- Warum rennen die eigentlich alle im Moor rum und gehen nicht einfach zum Schloss? Gibt ja sicherlich auch eine Straße. Warum es gerade nachts sein muss, frage ich lieber nicht...
- Wie konnte Grimsby Anwalt Jackson töten?
- Wie konnte Grimsby die Leiche des toten Anwalts so schnell stehlen?
und...

WARUM ein Hund, verdammt?!!!
Bei Märchenkrimis à la Wallace darf man nach solchen Dingen nicht fragen. Unlogik gehört da dazu. Sonst stellt man ja alles in Frage - und warum ein BUCKLIGER, ein GORILLA, ein FROSCH ...

brutus Online




Beiträge: 12.817

28.09.2015 18:16
#77 RE: Bewertet: "Der Hund von Blackwood Castle" (25) Zitat · antworten

Zitat von Georg im Beitrag #76
Zitat von Blinde Jack im Beitrag #75
- Warum rennen die eigentlich alle im Moor rum und gehen nicht einfach zum Schloss? Gibt ja sicherlich auch eine Straße. Warum es gerade nachts sein muss, frage ich lieber nicht...
- Wie konnte Grimsby Anwalt Jackson töten?
- Wie konnte Grimsby die Leiche des toten Anwalts so schnell stehlen?
und...

WARUM ein Hund, verdammt?!!!
Bei Märchenkrimis à la Wallace darf man nach solchen Dingen nicht fragen. Unlogik gehört da dazu. Sonst stellt man ja alles in Frage - und warum ein BUCKLIGER, ein GORILLA, ein FROSCH ...


Hund war wohl die billigste Variante. Versucht mal ner Katze falsche Zähne aufzusetzen..

(Und mit dem Biber von Blackwood Castle hätte man keinen ins Kino gelockt)

Blinde Jack Offline




Beiträge: 2.000

28.09.2015 18:19
#78 RE: Bewertet: "Der Hund von Blackwood Castle" (25) Zitat · antworten

Schon klar

ABER: Buckliger, Gorilla und Frosch - man mag es kaum glauben - sind Menschen. Unter den Masken, (Buckeln) sind Menschen. Diese erzeugen im Gegensatz zu diesem Hund einfach mehr Stimmung bei mir. Sie lösen Gefühle aus. Auch wenn der Gorilla hierfür ein schlechtes Beispiel ist, so halte ich diesen Unterschied doch für sehr markant.

Vielleicht wollte man die Popularität des Arthur Canon Doly-Stoffes ausnutzen und hat deshalb ebenso einen Hund eingesetzt, aber ich hätte mir hier lieber etwas anderes gewünscht...

Gubanov Offline




Beiträge: 14.851

28.09.2015 18:21
#79 RE: Bewertet: "Der Hund von Blackwood Castle" (25) Zitat · antworten

Den Vorwurf der Unlogik muss man ja in letzter Zeit leider sehr häufig lesen. Er kommt anscheinend immer dann auf, wenn Mängel bei eigenen Favoriten marginalisiert werden oder generell die inhaltliche Kohärenz der Serie in Abrede gestellt wird. Gerade letzteres finde ich unter Fans sehr schade, weil man eigentlich meinen sollte, dass gerade wir nicht die übliche "Naja, Mühe haben sie sich ja damals gegeben, aber eigentlich ist es alles Quatsch"-Meinung vertreten, sondern den Drehbüchern und ihren Vorlagen gern auch etwas mehr zutrauen.

Die Frage "Warum ein Hund" hat genauso wie "Warum ein Buckliger, ein Gorilla, ein Frosch" nichts mit einer angeblichen Märchenhaftigkeit der Filme zu tun, sondern damit, dass zu ihren Markenzeichen eben auch kreative und ausgefallene Mordmethoden und Verkleidungen gehören. Zum ländlichen Blackwood Castle passt der Hund doch perfekt - in welchem ländlichen Anwesen hätte man früher keinen scharfen Hund zur Hand gehabt? Es verwundert nicht, dass in der Geschichte des Kriminalromans ähnliche Exemplare auch schon anderweitig mit großem Erfolg eingesetzt wurden und der "Hund von Blackwood Castle" damit nicht als bloße Schnapsidee verurteilt werden kann. Der Bucklige dient als Maskottchen und Glücksbringer des Spielklubs sowie zur Verängstigung und Einschüchterung der "gefallenen Mädchen". Masken dienen generell der Vermummung bzw. ebenfalls dem Verbreiten von Furcht - bei den Opfern und beim Publikum gleichermaßen. Sie erfüllen damit sowohl einen inhaltlichen Zweck als auch einen dramaturgischen und werbewirksamen. Solche klassischen Grundlagen der Gruselliteratur / -filme muss man doch eigentlich nicht erklären oder verteidigen, sie sind integrer Bestandteil vieler Klassiker und verdienen keine geringschätzige Betrachtung unter dem Motto "Hat doch alles keinen Sinn, ist doch alles nur ein Märchen, für das man den Verstand ausschalten muss".

Nein, ich erkenne nicht, dass Wallace-Filme oder -Bücher häufiger unlogisch als logisch sein sollen, dass sie vollkommen abgehoben sein und nichts mit der Realität gemein haben sollen. Das ist doch eher unangebrachtes Kleinreden.

Blinde Jack Offline




Beiträge: 2.000

28.09.2015 18:21
#80 RE: Bewertet: "Der Hund von Blackwood Castle" (25) Zitat · antworten

Vielleicht hätte ich mich auch mit dem Hund angefreundet, aber die Mord und Angriffsszenen sind unglaublich lahm in Szene gesetzt...

Blinde Jack Offline




Beiträge: 2.000

28.09.2015 18:26
#81 RE: Bewertet: "Der Hund von Blackwood Castle" (25) Zitat · antworten

Ich finde dein Kommentar kommt etwas aus dem Blauen.
Die Diskussion dreht sich in dem Sinne nicht darum, dass ich die Masken schlechtreden will, oder gar deren Zweck in Frage stelle.
Das war eigentlich nur eine nicht ernstgemeinte Frage, warum es ausgerechnet ein TIER sein musste. Und auch diese Frage beruht nicht darauf, dass es keinen Sinn macht, dass auf einem alten Anwesen Hunde quasi zur "Ausstattung" gehörten, sondern diese Frage habe ich gestellt, weil ich den Hund nicht mag!
Er erzeugt bei mir keinerlei Spannung. Da wären mir Messermorde, Pistolenschüssen, whatever! lieber gewesen.

Gubanov Offline




Beiträge: 14.851

28.09.2015 18:29
#82 RE: Bewertet: "Der Hund von Blackwood Castle" (25) Zitat · antworten

Ich kommentiere weniger deine Kritik als vielmehr Georgs Antwort darauf und die in den letzten Wochen ständig hier im Forum auftauchenden Meinungen "Wollt ihr Logik, schaut lieber andere Filme". Die halte ich pauschal für ungerecht, wollte schon gefühlte zehnmal 'was dazu schreiben und bin jetzt endlich dazu gekommen. Würde aber wohl eher einen separaten Thread rechtfertigen.

Blinde Jack Offline




Beiträge: 2.000

28.09.2015 18:30
#83 RE: Bewertet: "Der Hund von Blackwood Castle" (25) Zitat · antworten

Und deiner Logik zufolge müsstest du also der Erste sein, der ein Interesse daran hat, abgesehen von der "Hunde-Frage", meine anderen Fragen bezüglich der Logik des Drehbuches zu beantworten.
Grimsby konnte es zeitlich nicht schaffen Jackson einzuholen und zu töten.

EDIT: hatte dich wohl falsch verstanden und mich ehrlich gesagt auch gewundert...

Gubanov Offline




Beiträge: 14.851

28.09.2015 18:34
#84 RE: Bewertet: "Der Hund von Blackwood Castle" (25) Zitat · antworten

Zitat von Blinde Jack im Beitrag #83
Und deiner Logik zufolge müsstest du also der Erste sein, der ein Interesse daran hat, abgesehen von der "Hunde-Frage", meine anderen Fragen bezüglich der Logik des Drehbuches zu beantworten. Grimsby konnte es zeitlich nicht schaffen Jackson einzuholen und zu töten.

Solche Detailfragen kann man nur direkt nach der Filmsichtung beurteilen. Vielleicht komme ich in drei, vier Jahren 'mal wieder dazu.

Mr Keeney Offline




Beiträge: 1.326

28.09.2015 20:38
#85 RE: Bewertet: "Der Hund von Blackwood Castle" (25) Zitat · antworten

Zitat von Gubanov im Beitrag #79
Den Vorwurf der Unlogik muss man ja in letzter Zeit leider sehr häufig lesen. Er kommt anscheinend immer dann auf, wenn Mängel bei eigenen Favoriten marginalisiert werden oder generell die inhaltliche Kohärenz der Serie in Abrede gestellt wird. Gerade letzteres finde ich unter Fans sehr schade, weil man eigentlich meinen sollte, dass gerade wir nicht die übliche "Naja, Mühe haben sie sich ja damals gegeben, aber eigentlich ist es alles Quatsch"-Meinung vertreten, sondern den Drehbüchern und ihren Vorlagen gern auch etwas mehr zutrauen.

Die Frage "Warum ein Hund" hat genauso wie "Warum ein Buckliger, ein Gorilla, ein Frosch" nichts mit einer angeblichen Märchenhaftigkeit der Filme zu tun, sondern damit, dass zu ihren Markenzeichen eben auch kreative und ausgefallene Mordmethoden und Verkleidungen gehören. Zum ländlichen Blackwood Castle passt der Hund doch perfekt - in welchem ländlichen Anwesen hätte man früher keinen scharfen Hund zur Hand gehabt? Es verwundert nicht, dass in der Geschichte des Kriminalromans ähnliche Exemplare auch schon anderweitig mit großem Erfolg eingesetzt wurden und der "Hund von Blackwood Castle" damit nicht als bloße Schnapsidee verurteilt werden kann. Der Bucklige dient als Maskottchen und Glücksbringer des Spielklubs sowie zur Verängstigung und Einschüchterung der "gefallenen Mädchen". Masken dienen generell der Vermummung bzw. ebenfalls dem Verbreiten von Furcht - bei den Opfern und beim Publikum gleichermaßen. Sie erfüllen damit sowohl einen inhaltlichen Zweck als auch einen dramaturgischen und werbewirksamen. Solche klassischen Grundlagen der Gruselliteratur / -filme muss man doch eigentlich nicht erklären oder verteidigen, sie sind integrer Bestandteil vieler Klassiker und verdienen keine geringschätzige Betrachtung unter dem Motto "Hat doch alles keinen Sinn, ist doch alles nur ein Märchen, für das man den Verstand ausschalten muss".

Nein, ich erkenne nicht, dass Wallace-Filme oder -Bücher häufiger unlogisch als logisch sein sollen, dass sie vollkommen abgehoben sein und nichts mit der Realität gemein haben sollen. Das ist doch eher unangebrachtes Kleinreden.


Vielen Dank für diese Äußerung. Unterschreibe ich voll und ganz!

Jan Offline




Beiträge: 1.219

29.09.2015 09:52
#86 RE: Bewertet: "Der Hund von Blackwood Castle" (25) Zitat · antworten

Zitat von Blinde Jack im Beitrag #80
Vielleicht hätte ich mich auch mit dem Hund angefreundet, aber die Mord und Angriffsszenen sind unglaublich lahm in Szene gesetzt...

Dieser Eindruck mag daher rühren, dass der eigentliche Mord nicht gezeigt werden konnte. Zum Einen lässt sich ein Hund nicht dahingehend dressieren, wie eine Platzpatrone oder ein Gummimesser zu agieren. Zum Anderen hätte die FSK bei allzu drastischen Szenen wohl eh die Schere ansetzen lassen. Wollte man den Hund nicht gar ab 12 frei bekommen?

Was nun die Frage betrifft, warum gerade ein Hund (und nicht der Biber ): Geschäftliches Kalkül dürfte wohl durchaus mitgeschwungen haben bei der Auswahlentscheidung. "Der Hund von Baskerville" war stets ein Kassenmagnet. Warum nicht Baskerville gegen Blackwood Castle tauschen und so davon profitieren?

Gruß
Jan

Lord Low Offline




Beiträge: 564

04.08.2016 16:03
#87 RE: Bewertet: "Der Hund von Blackwood Castle" (25) Zitat · antworten

Wie heisst denn der Track, der gespielt wird, als Karin Baal das erste mal mit dem Kerzenleuchter durchs Haus geht?

DanielL Offline




Beiträge: 3.700

16.10.2016 15:46
#88 RE: Bewertet: "Der Hund von Blackwood Castle" (25) Zitat · antworten

Zitat von Gubanov im Beitrag #65
John ist der Vorname, weil der Titel "Sir" mit dem Vor-, der Titel "Lord" dagegen mit dem Nachnamen verwendet wird. Der volle (?) Name von Sir John ist Sir John Walford, wie in den Büchern (ich glaube, im Hexer-Film fällt er einmal vollständig). "Archie" ist dann eben sein Spitzname, der ja nicht immer etwas mit dem echten Vornamen zu tun haben muss. Gerade Engländer sind da recht erfindungsreich und beziehen sich gern einmal auf Charaktereigenschaften oder (Sport-)Verdienste.


Es ist eine alte Diskussion, aber ich bin gerade darüber gestolpert: Korrekt, dem "Sir" wird der Vorname zugezogen. Das die "Sir John"-Rolle im Hexer-Film ausführlich "Sir John Walford" heißt, ist wohl ein Zugeständnis an die Romanvorlage. Hier heißt der Oberbefehlshaber nämlich Oberst Walford, man wollte aber für den Film nicht auf Sir John verzichten. Ansonsten ist bei den Filmen, in denen Sir John auftaucht und mitunter "Archie" gerufen wird, doch eher davon auszugehen, dass dieser voll "Sir John Archibald" heißt, da bereits 1961 so eingeführt bei Franz Schafheitlin im Augen-Film. Denkbar wäre rein theoretisch natürlich auch, dass der vollständige Name Doppelnamen enthält und wir es mit einem "John Archibald Walford" oder dergleichen zu tun haben. Immerhin gab es ja auch ein paar echte Sir Johns beim Yard, die auch komplizierte Namen tragen. Beispielsweise "Sir John Reginald Hornby Nott-Bower" (1953-1958 im Chefstuhl). 2000-2005 war übrigens sogar ein Sir John Arthur im Amt, sozusagen perfekt für Wallace-Fans. Aktuell leitet Sir Bernard. Die vollständige Liste gibt's hier: https://en.wikipedia.org/wiki/Commission..._the_Metropolis

Gruß,
Daniel

Ray Online



Beiträge: 775

16.10.2016 22:22
#89 RE: Bewertet: "Der Hund von Blackwood Castle" (25) Zitat · antworten

Der Hund von Blackwood Castle (BRD 1968)

Regie: Alfred Vohrer

Darsteller: Heinz Drache, Karin Baal, Siegfried Schürenberg, Horst Tappert, Agnes Windeck, Uta Levka, Alexander Engel, Tilo von Berlepsch, Artur Binder, Harry Wüstenhagen, Rainer Brandt, Kurd Pieritz, Hans Söhnker, Kurt Waitzmann, Mady Rahl, Otto Stern u.a.



Der Jubiläumsfilm "Der Hund von Blackwood Castle" wirkt aus heutiger Sicht angenehm altmodisch. Letztmalig hat man das Gefühl, es mit einem "klassischen" Wallace-Film zu tun zu haben. Denkt man sich die Farbe hinweg und Eddi Arent hinzu, könnte er genauso gut 1964 oder 1965 entstanden sein. Erstmals in der Farb-Ära räumt man Darstellern und Geschichte wieder einen so großen Stellenwert wie in der Schwarzweiß-Ära ein.

Für Heinz Drache war der Film Wallace-Comeback, -Farbdebüt, -Abschied und seine letzte Kinorolle zugleich. Ähnlich wie beim "Hexer" wieder eine ambivalente Rolle, die Drache mit Bravour meistert und weithin zum Gelingen des Films beiträgt.

Den Part des Ermittlers hingegen übernimmt Sir John höchstpersönlich. Vor seinem zwischenzeitlichen Ausstieg der Höhepunkt für Siegfrieds Schürenbergs Figur, denn in keinem Film war seine Rolle größer als hier. An die sagenhafte Darbietung des Vorgängers kommt er zwar nicht heran, dennoch zeigt er eine seiner besten Auftritte, da ihm das Drehbuch nicht nur humoristische Szenen aufträgt, sondern ihn sogar richtiggehend kombinieren lässt. Vielleicht die ausgeglichenste Performance Sir Johns. Dass Schürenberg mit Agnes Windeck sehr gut harmoniert, war schon beim "Zinker" und dem "Buckligen" zu sehen. Während ich bei den vorangegangenen Filmen Kritik an den Auftritten Windecks geäußert habe, muss ich sagen, dass sie ihre Sache hier ganz ausgezeichnet macht. Die Figur der Lady Agathy ist aber gleichzeitig auch diejenige, die am schonendsten in die Geschichte des jeweiligen Films eingebaut ist. In den vorangegangenen Filmen verkamen ihre Auftritte mitunter zum bloßen Selbstzweck und verringerten zudem das Tempo manchmal zu stark. Hier hat jede ihrer Szenen einen Sinn, ihre Darbietung ist sehr prägnant. Höhepunkt ist die Szene, in der sie Drache und Uta Levka "in flagranti" erwischt und dann sinngemäß bemerkt: "Wie ich sehe, haben Sie sich schon bekannt gemacht. Wie schön!"

Nach langer Pause kehrt darüber hinaus Karin Baal zurück und führt dem Zuschauer vor Augen, was der Farb-Ära bis dato abging: eine starke Darstellerin in der weiblichen Hauptrolle. Wenn sie im sportlichen Fahrzeug und mit schickem Outfit vor "Blackwood Castle" vorfährt, bekommt man das sichere Gefühl, dass aus dem Film etwas werden wird. Horst Tappert gibt einen starken Einstand, das Wiedersehen mit Harry Wüstenhagen freut den Wallace-Freund besonders. Überhaupt gibt es von Seiten der Darsteller kaum nennenswerte Schwächen, allenfalls über Alexander Engel lässt sich streiten. Hier finde ich den oben geäußerten Vorschlag, Eddi Arent an seiner Stelle zu bringen, sehr reizvoll. Dies hätte außerdem bestens zum Jubiläum gepasst.

Wie schon eingangs erwähnt, macht der Film einen recht klassischen Eindruck. Keine Mädchenheime, kein Sex. Die Story, die Herbert Reinecker hier präsentiert, gehört zu den besten überhaupt. Die Auflösung ist geradezu verblüffend. Es dauert wie beim Vorgänger einige Zeit, bis Scotland Yard aufschlägt, so dass wichtige Charaktere hinreichend eingeführt werden können. Im Laufe der Handlung schlägt dann ein Darsteller nach dem anderen auf mit der Folge, dass jedem ausreichend Raum gegeben wird. Der Film wirkt ungemein rund, selbst das Ende gelingt ausnehmend gut. Während man sonst oft abrupt aufhörte oder wichtige Akteure ohne ein Wort aus dem Film ausscheiden ließ, hat man hier das Gefühl, auf alle wesentlichen Fragen eine Antwort bekommen zu haben. Das Tempo ist niedriger als im Vorgänger, dafür bleibt Zeit, die Geschichte kontinuierlich zu entwickeln und den Zuschauer nie von der Hand zu lassen.

Auch in anderen Bereichen setzt der Film echte Glanzpunkte. Da wären z.B. die bereits oft erwähnten traumhaften Herbst-Aufnahmen von der Pfaueninsel. Des Weiteren gefällt der Einsatz subjektiver Kamera, einmal während einer Verfolgung im Wald, ein anderes Mal in der grandiosen Sequenz, in der Karin Baal verschreckt durchs nächtliche Schloss läuft. In diesen Minuten zeigt der Film alles, was die Vohrersche Gruselkiste zu bieten hat: ein Skelett, Stiefel hinter einem Vorhang, Moor, Schlangen, Spinnweben... Nur mit den Schlangen übertreibt es Vohrer einmal mehr, was das Sehvergnügen ein klein wenig trübt.

Schließlich sei noch die völlig "abgespacete" Musik von Peter Thomas erwähnt ("I see you"), die einfach nur Spaß macht und das Geschehen mit der nötigen Ironie untermalt. Ein wunderbar ausbalancierter Wallace ohne nennenswerte Schwächen.


Zum Jubiläum kehrt man nochmal ein ganzes Stück weit zum "klassischen" Wallace-Film zurück. Dazu gehört vor allem, dass man eine starke und mit vielen Wendungen gespickte Geschichte präsentiert und dem famosen Ensemble genügend Raum zur Entfaltung einräumt. Garniert mit wunderbaren Außenaufnahmen von der Pfaueninsel und der herrlich abgedrehten Musik von Peter Thomas bekommt der Fan einen bemerkenswert "runden" Film geliefert. Daher abermals die Höchstpunktzahl: 5 von 5 Punkten.

patrick Offline




Beiträge: 2.774

16.10.2016 22:40
#90 RE: Bewertet: "Der Hund von Blackwood Castle" (25) Zitat · antworten

Der Film selbst ist ganz in Ordnung, aber die Titelmusik....... ach ja, und das mit dem Skelett ist nur zu peinlich.

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