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Dieses Thema hat 18 Antworten
und wurde 1.745 mal aufgerufen
 Filmbewertungen
Seiten 1 | 2
Tom Offline



Beiträge: 739

12.03.2006 18:41
Bewertet: "Die unsichtbaren Krallen des Dr. Mabuse" (1962, Mabuse 3) Zitat · antworten

Ich muss sagen, für mich der beste Film der ganzen Reihe. Und fast alles vertreten was bei EW Rang und Namen hat. Besonders gut gefallen hat mir Siegfried Lowitz und Lex Barker. Aber auch die anderen Rollen waren durchweg gut besetzt. Allen voran die hier sehr verehrte Karin Dor.
Auch Walo Luönd der quasi den Eddi Arent des Dr. Mabuse spielte, hat mir gut gefallen. Obwohl Harald Junke in einem späteren Film mir noch besser gefallen hat.
Also weil hier wirklich alles gestimmt hat bekommt dieser Film von mir 5/5 Punkte.

fritz k Offline



Beiträge: 243

12.03.2006 18:59
#2 RE: Bewertet: "Die unsichtbaren Krallen des Dr. Mabuse" Zitat · antworten

Was die schauspielerischen Leistungen betrifft, alles prima. Siegfried Lowitz als Ersatz für Gert Fröbe ist auch O.K. Karin Dor hat mir hier besonders gut gefallen.

ABER:
Die Geschichte mit den "Unsichbaren" ist so lächerlich und doch wohl einer Dr.Mabuse-Reihe nicht würdig.
Das versaut mir leider den ganzen Film.
Gerade aus dem Dr. Mabuse-Stoff hätte man doch wohl andere Horrorqualitäten ziehen können, als solch abgetakelte Ideen zu präsentieren. Science Fiction und Mabuse sollten meiner Meinung nach zwei ganz verschiedene Genres sein.
Trotz wirklich vieler Qualitäten nur 1,5 von 5 Pkt

Peitschenmönch Offline




Beiträge: 534

13.03.2006 10:42
#3 RE: Bewertet: "Die unsichtbaren Krallen des Dr. Mabuse" Zitat · antworten
Die Szenen mit Unsichtbaren sind optisch ziemlich eindrucksvoll eingefangen, Lex Barker fand ich hier auch recht gut, gewohnt routiniert, wie auch im Vorgänger. Das Duo mit Siegfried Lowitz kränkelt allerdings genauso wie das mit Gert Fröbe. Leider Gottes, denn die Schauspieler waren jeweils beide gut. Da hakts wirklich an Drehbuch und Regie, zumal Lowitz zu kurz kommt.
Karin Dor spielt hier insgesamt, meiner Meinung nach, eine ihrer seifigsten Rolle innerhalb Wallace, Epigonen und Mabuse. Auch das ist vorrangig dem Drehbuch geschuldet, aber auch nicht viel über Wert verkauft. Ihr Zusammenspiel mit Lex Barker gefiel mir allerdings gut.
Rudolf Fernau spielt wieder recht gut, aber gerade seine Rolle ist noch seifiger, als die von Karin Dor, bis hin zum Schmalz. Das Zussammentreffen beider ist bissig...

Fazit: Schauspielerisch insgesamt der trockenste Mabuse-Film, wodurch dem Film bereits ein Element fehlt, was die übrigen Filme in ihren Grundlagen übermäßig auszeichnet. Die Tricks sind ganz nett, die Story nicht unbedingt unclever, aber teilweise sehr bieder und eindimensional. Die Regie ist punktuell ziemlich gelungen, als Gesamtes reißt sie das Geschehen aber nicht aus einer gewissen Eintönigkeit heraus. Aus heutiger Sicht der 60er-Mabuse-Film, der mit Abstand am Veraltetsten wirkt.

3/5 Punkten

Percy Lister Offline



Beiträge: 3.340

18.03.2006 19:24
#4 RE: Bewertet: "Die unsichtbaren Krallen des Dr. Mabuse" Zitat · antworten

In Antwort auf "Science Fiction und Mabuse sollten getrennt bleiben" kann ich mir vorstellen, dass man in den Sechziger Jahren einfach nach neuen Ideen suchte, dem Superverbrecher Mabuse eine neue Plattform bzw. ein neues Umfeld zu geben. Nachdem er im "Testament" (1933) noch Banknoten fälschte, in den "1000 Augen" nach der Atombombe griff und auch im "Stahlnetz" die Atomanlage der Stadt angreifen wollte, wählte man hier eben eine noch fantastischere Idee aus, um Spannung zu erzeugen. Der Film wirkt sicher etwas altbacken(verglichen mit den anderen beiden), jedoch einzelne Aspekte sind trotzdem interessant. Gut gefällt mir zum Beispiel der Schauplatz (das Metropol-Theater) und die Doppelrolle von Werner Peters. Störend ist jedoch der Kriminalassistent Hase,der doch sehr klamaukig ist (da hätte ich mir einen ruhigen Assistenten wie in "Würger von Schloss Blackmoor" gewünscht). Lowitz ist recht gut, Barker besser als im "Stahlnetz" und Karin Dor eine routinierte Dame von Welt. Das Ende war etwas zu glatt und zu kurz, aber so ist es leider oft.

eastmancolor Offline



Beiträge: 2.320

01.03.2008 14:15
#5 RE: Bewertet: "Die unsichtbaren Krallen des Dr. Mabuse" Zitat · antworten
Gerade habe ich den dritten Film "DIE UNSICHTBAREN KRALLEN" angesehen.
Nachdem eher unspektakulären "STAHLNETZ" Film holt Reinl sichtlich auf.
"Krallen" ist durchgängig spannend, hat eine gute Story und klasse Schauspieler.
Lex Barker übernimmt hier die "Haupt" Ermittlerrolle, was ihm besser steht als "neben" Gert Fröbe zu ermitteln. Siegfried Lowitz als eine Art Auftraggeber, passt hervorragend zu Barker. Ganz anders, als Fröbe und Barker, da hab ich so meine Probleme.
Auch wenn ich nicht der größte Fan von "Fröbe als Kommissar" bin, fehlt mir komischerweise ein bißchen seine Präsenz in diesem Film.
Ist aber nicht weiter tragisch, weil Lowitz als Ersatz sehr gut passt.
Reinl erzeugt eine tolle Atnmosphäre, speziell im Leichenschauhaus. Ganz besonders hier, fällt mir mal wieder auf, warum Karin Dor so außergewöhnlich ist? Karin Dor besitzt eine ganz besondere Ausstrahlung, die "fast" keine andere deutsche Schauspielerin dieser Zeit besitzt. Sie muss nicht viel sagen, schon alleine ihre Blicke sitzen! Karin Dor hat es geschafft, sich selbst mit trivialen Rollen
unauslöschlich ins Gedächtnis des Publikums zu brennen. Dies muss ihr erst mal jemand nachmachen.
Was wäre wohl gewesen, wenn Dor "anspruchsvolle Rollen" gespielt hätte? Ich schätze ein echter Weltstar.
Der Hang zum Fantastischen gehört für mich bei Mabuse dazu, deswegen mag ich die Sache mit der Unsichtbarkeit.
Die Eröffnungssequenz gefällt mir auch recht gut, mit Dor als Tänzerin. Ich gehe davon aus, das Dor hier zum Teil gedoubled wurde, allerdings wurde hier extrem gut geschnitten. Vielleicht hat sie auch selbst getanzt?
Erfreulich finde ich das Wolfgang Preiss als Mabuse entlarvt wird, so behält man doch eine gewisse Kontinuität bei.
Die Musik ist dieses mal einen Tick besser als im "STAHLNETZ" aber auch nicht viel mehr.
Ich mag die UNSICHTBAREN KRALLEN DES DR.MABUSE! Definitiv einer der guten Filme der Reihe!
4 von 5

Eine Sache sei aber noch angemerkt: Ich persönlich finde, daß die Mabuse Filme der sechziger Jahre allesamt KEINE Meisterwerke darstellen, auch nicht im Rahmen, der deutschen Krimis, dieser Zeit.
Die 60er Jahre Mabuse Filme, leben von ihren Stars und von der Krimiwelle der sechziger Jahre. Deswegen waren sie erfolgreich.
Was den damaligen und heutigen Bekanntheitsgrad und den Mythos der 60er Mabuse Filme betrifft, zehren die Filme damals wie heute von den Fritz Lang Klassikern der Stummfilm und der frühen Tonfilmzeit. Ohne diese frühen Fritz Lang Filme, würden die 60er Mabuses Filme nicht diesen Ruf besitzen und Universum hätte ihre Box bestimmt niemals Dr. Mabuses "MEISTERWERK" benannt. ;-)
Mike Pierce ( gelöscht )
Beiträge:

12.03.2008 10:51
#6 RE: Bewertet: "Die unsichtbaren Krallen des Dr. Mabuse" Zitat · antworten

Diesen Mabuse-Film finde ich etwas schwächer als den starken "Im Stahlnetz des Dr. Mabuse".
Dennoch ist auch dieser hier ein Kultfilm.
Die Geschichte ist ganz spannend gemacht und der Film hat viele Stars zu bieten:
Lex Barker,Karin Dor,Siegfried Lowitz,Wolfgang Preiss,Werner Peters usw.

Als Wolfgang Preiss am Ende von der Polizei gestellt wird und er brüllt,ist das sehr beeindruckend.

Alles in allem ein hervorragender Gruselkrimi von Harald Reinl.


Lex Barker und Karin Dor spielten hier zum ersten Mal zusammen.


MfG
Mike

Mamba91 Offline



Beiträge: 745

11.07.2009 12:19
#7 RE: Bewertet: "Die unsichtbaren Krallen des Dr. Mabuse" Zitat · antworten

"Die unsichtbaren Krallen des Dr. Mabuse" ist eine weitere Adaption der Romanfigur Dr. Mabuse frei nach Norbert Jacques. Auch im dritten Teil lässt es sich Mabuse nicht nehmen die Weltherrschaft zu erlangen. Diesmal mit einem Frequenzkoordinator, der feste Materie in unsichtbare verwandelt.

Zum zweiten und letzten Mal in einem Mabuse-Schocker tritt Lex Barker als Joe Como auf. Direkt aus Amerika eingeflogen, soll er Kommissar Brahm (Siegfried Lowitz)dabei helfen eine Verbrecherorganisation aufzuspüren, die offenbar den Tod des FBI- Agenten Nick Prado verschuldet hat. Dieser Agent fand heraus, dass die Organisation ein Verbrechen am Tag X plant. Zu einem Druckmittel für die Organisation wird die Schauspielerin Liane Martin (Karin Dor), die seit längerem von einem Unsichtbaren bedrängt wird.
In weiteren Rollen sind Rudolf Fernau als der unsichtbare Professor Erasmus, Kurt Pieritz als sein Assistent und Werner Peters als Clown, zu sehen.
Das Highlight der Besetzung ist jedoch Walo Lüönd als Kriminalassistent. Mit seinem trockenen Humor unterhält er die Zuschauer bestens und wirkt dabei weder albern noch nervig.
Sehr zu loben ist außerdem die Kameraarbeit von Ernst W Kalinke. Seine Einstellungen wirken dynamischer als in den zwei vorherigen Filmen, wenn sie auch weniger atmosphärisch sind. Ein weiterer Pluspunkt ist die temporeiche Musik von Peter Sandloff, die besonders das Theaterschauspiel toll untermalt. Leider kann man den Film selbst, nicht gerade als temporeich bezeichnen. Den "unsichtbaren Krallen des Dr. Mabuse" fehlt die kühle und ernste Atmosphäre der Vorgänger. Und das fatalste: Der Film ist nicht im Geringsten zeitlos. Aus damaliger Sicht mag die Idee mit den Frequenzkoordinatoren spektakulär gewesen sein. Angesichts der heutigen Tricktechnik amüsieren Szenen in denen plötzlich eine Autotür aufgeht, "eigentlich" aber niemand aussteigt, oder Lex Barkers Ringkampf mit dem Unsichtbaren.

Vielleicht bescherte sich Artur Brauner mit solchen Einfällen bereits das Ende der Mabuse-Reihe, denn in den Jahren 63/64 kam es ja noch zu zwei desaströsen Produktionen.
Unterhaltsam ist "Die unsichtbaren Krallen des Dr. Mabuse" aber auf jeden Fall.
3,5/5 Punkten.

Blap Offline




Beiträge: 1.128

17.01.2012 23:09
#8 RE: Bewertet: "Die unsichtbaren Krallen des Dr. Mabuse" Zitat · antworten


Dr. Mabuse Box von Universum Film


Die unsichtbaren Krallen des Dr. Mabuse (Deutschland 1962, Originaltitel: Die unsichtbaren Krallen des Dr. Mabuse)

Karin am Rande des Nervenzusammenbruchs

Erneut schickt das FBI den Agenten Joe Como (Lex Barker) nach Europa, er soll das rätselhafte Verschwinden eines Kollegen namens Nick Prado untersuchen. Unangenehmerweise führt die erste Spur ins Leichenschauhaus, wo Como nicht nur den toten Staatsdiener vorfindet, sondern auch auf die äusserst lebendige und nicht minder attraktive Liane Martin (Karin Dor) trifft. Como wird ein Zettel zugespielt, den der FBI-Mann für eine Warnung hält, eine Warnung von Dr. Mabuse! Der vor Ort zuständige Ermittler Kommissar Brahm (Siegfried Lowitz) hält diese Idee für grotesk, schliesslich kam Mabuse vor einiger Zeit ums Leben. Immerhin hat Brahms engster Mitarbeiter, der Kriminalassistent Hase (Walo Lüönd), einen Hinweis für Joe Como, im Mantel des ermordeten Nick Prado wurde eine Notiz gefunden, interessanterweise ist darauf die Telefonnummer der bislang wenig zugänglichen Liane Martin zu lesen. Liane hat derweil ganz andere Sorgen, die Tänzerin feiert auf der Theaterbühne zwar Erfolge, fühlt sich aber ständig beobachtet, regelrecht durch eine unsichtbare Gestalt bedroht. Sind die Ängste der Tänzerin lediglich Hirngespinste? Was hat es mit dem sogenannten "Unternehmen X" auf sich, dem der getötete Prado auf der Spur war? Comos Ermittlungen führen ihn zu Dr. Bardorf (Kurd Pieritz), der für den genialen Wissenschaftler Professor Erasmus (Rudolf Fernau) arbeitet, gewinnt dort neue Erkenntnisse. Lianes Angst vor dem angeblichen "Unsichtbaren" scheinen alles andere als unbegründet zu sein, eine unfassbare Beobachtung öffnet Joe Como im wahrsten Sinne des Wortes die Augen...

Dr. Mabuse ist erneut unterwegs, so leicht ist der Superschurke nicht unter die Erde zu bringen. Wie schon beim vorherigen Werk "Im Stahlnetz des Dr. Mabuse", nahm der stets zuverlässige Harald Reinl auf dem Regiestuhl Platz. Auf Gert Fröbe müssen wir leider verzichten, immerhin ist die liebreizende Karin Dor angenehmerweise am Start. Mabuses dritter Ritt kommt mit etwas platterem Humor daher, die Rolle des Kriminalassistenten Hase artet glücklichweise nicht in allzu groben Klamauk ab, recht geschickt balanciert die Figur auf dem schmalen Grad zwischen lustig und peinlich. Fröbes hintergründiger Humor spielte in einer anderen Liga, doch ich will nicht gleich zu Beginn rumnörgeln. "Die unsichtbaren Krallen des Dr. Mabuse" bietet jede Menge wohliger Gruselstimmung, die vor allem durch die bedrohliche Präsenz des Unsichtbaren erzeugt wird. Gerade etwas/jemand nicht zu zeigen, macht hier den ganz besonderen Reiz aus, aufgepeppt durch sehr gut gelungene Tricksereien. Objekte bewegen sich wie von Geisterhand, schemenhafte Gestalten schleichen durch die Nacht, herrlich! Die Kamera wird stilsicher von Ernst W. Kalinke bedient, der häufig mit Harald Reinl zusammenarbeitete.

Kann die Reihe auch ohne den grandiosen Gert Fröbe überzeugen? Lex Barker rückt nun noch stärker in den Mittelpunkt, als smarter und fescher FBI-Agent erorbert er die Herzen der Zuschauer im Sturm. Klar, Barker kann einem Kaliber wie Fröbe schauspielerisch nicht das Wasser reichen, doch dem sympathischen Amerikaner verzeiht man die Limitiertheit seiner Darbietung gern. Barker soll gar nicht in die übergroßen Fußstapfen Fröbes treten, denn die Rolle des kernigen Ermittlers fällt in diesem Streifen Siegfried Lowitz zu. Lowitz macht einen guten Job, obwohl er zum Zeitpunkt der Dreharbeiten noch nicht auf dem Höhepunkt seiner Fähigkeiten angelangt war. Während Fröbe und Barker im zweiten Mabuse-Film noch halbwegs auf Augenhöhe agierten (bezogen auf die Größe der Rollen), bleibt für Lowitz nur eine bessere Nebenrolle. Fast wird er vom Schweizer Walo Lüönd an den Rand gedrängt, der ständig durch irgendwelchen Unfug auf sich aufmerksam macht. Ich schrieb es bereits, Herr Hase wandelt auf einem schmalen Grat, doch wenn er strauchelt, landet er irgendwie (fast) immer auf der sicheren Seite. In manchen Wallace-Sausen hat Eddi Arent einen höheren "Nervensägenfaktor", besser und erträglicher als der fürchterliche Chris Howland ist Walo Lüönd ganz ohne Zweifel. Ganz großartig Rudolf Fernau, der das psychisch und physisch zerstörte Genie hervorragend darstellt, die Pein springt ihm regeltrecht aus dem Antlitz. Kurd Pieritz fällt in die Schublade Helferlein, Wolfgang Preiss trumpft kurz und heftig auf. Von einer "Damenriege" kann nicht die Rede sein, denn ausser Karin Dor sind lediglich ein paar unbedeutende Kleinstrollen mit Frauen besetzt. Doch was solls, Frau Dor darf nicht nur den coolen Ermittler verzaubern, selbstverständlich kann und will ich mich nicht Reizen entziehen. Ehre wem Ehre gebührt, ich werde Karin Dor nicht auf die hübsche Hülle reduzieren, sie überzeugt auch darstellerisch, vor allem in den Momenten der Angst und Panik. Fazit: Es geht auch ohne Gert Fröbe, insgesamt baut der Film im Vergleich zum Vorgänger nur leicht ab.

Grosse Überraschungen bietet das Drehbuch dem aufmerksamen Zuschauer nicht, doch die Atmosphäre ist auf den Punkt genau eingefangen, die Schauspieler sind durch die Bank stark, Krimigrusel, Mad Scientist Anleihen, die Gier nach der Weltherrschaft (weniger darf es nicht sein). Alles mündet in ein heisses Finale, das Ende bereitet den fruchtbaren Boden für die nächste Fortsetzung. Ein guter und unterhaltsamer Beitrag, der jeden Freund dieser Marschrichtung mit Wonne erfülllen sollte. Repeat bis zur Ekstase: Wer die Wallace-Filme mag, der sollte sich auf jeden Fall auch mit den Dr. Mabuse-Sausen beschäftigen, wem die Wallace-Filme eine Spur zu humorig erscheinen, der sollte es ebenfalls mit Dr. Mabuse probieren. Mir liegt das "Dr. Mabuses Meisterwerk" getaufte Box-Set von Universum vor, welches alle sechs Mabuse-Streifen aus den sechziger Jahren enthält:

• Die 1000 Augen des Dr. Mabuse (1960)
• Im Stahlnetz des Dr. Mabuse (1961)
• Die unsichtbaren Krallen des Dr. Mabuse (1962)
• Das Testament des Dr. Mabuse (1962)
• Scotland Yard jagt Dr. Mabuse (1963)
• Die Todesstrahlen des Dr. Mabuse (1964)


Die DVDs kommen in einem schicken Digipak ins Haus, das von einem nicht minder hübschen Schuber umhüllt wird. Ferner liegt ein Booklet bei, in dem Auszüge aus einem Buch des leider kürzlich verstorbenen Wallace-Experten #1 Joachim Kramp zu lesen sind. Der von Kriminalfilmfreunden (und nicht nur denen) sehr geschätzte Joachim Kramp, hinterlässt eine nicht zu schliessende Lücke im "Wissensgebiet Wallace und Co.". An der Qualität der DVD gibt es nichts zu meckern, Universum präsentiert auch den zweiten Beitrag zur Mabuse-Reihe in schöner Verfassung. Für Fans (und solche die es werden wollen) stellt diese Box einen unverzichtbaren Pflichtkauf dar!

Reinl liefert einen erwartungsgemäß unterhaltsamen Film ab. Fast so stark und packend wie "Im Stahlnetz des Dr. Mabuse", läuft der dritte Mabuse-Flick gemeinsam mit dem Auftakt der Reihe "Die 1000 Augen des Dr. Mabuse" über die Ziellinie.

7/10 (gut)

Lieblingszitat:

"Warum diese plötzliche Flucht?"
"Ich flüchte nicht, ich ziehe um!"

***

Vom Ursprung her verdorben

Blinde Jack Offline




Beiträge: 2.000

24.01.2014 22:30
#9 RE: Bewertet: "Die unsichtbaren Krallen des Dr. Mabuse" Zitat · antworten

Reichlich abgedreht kommt der dritte Mabuse daher und diesmal geht es gegen Unsichtbare.
Obwohl diese Idee schon einiges an Trash mitbringt, gleitet der Film zu keinem Zeitpunkt in gar zu verrückte Momente ab und unterhält auf ansprechendem Niveau.

Im Vergleich zum Vorgänger bleiben die Hauptcharaktere natürlich etwas blass. Weder Lex Barker, noch Siegfried Lowitz besitzen vergleichbare Präsenz wie Gert Fröbe und bleiben auch vom Charakter her deutlich blasser. Dennoch wirken beiden überzeugend.
Lex Barker streift als Standard-Held durch die Kulissen und drückt dieser Rolle einen überzeugenden Stempel auf. Neben ihm agiert Siegfried Lowitz, der aber bereits deutlich weniger Screentime erhalten hat. Auch er liefert einen guten Auftritt ab, aber im Vergleich zum mächtigen Fröbe, fallen die Hauptdarsteller schon ab.
Karin Dor spielt dagegen wirklich sehr gut und auch sehr einprägsam. Am Rande des Wahnsinns und von Ängsten geplagt, ist ihre Rolle recht interessant und Karin vermag dies auch perfekt rüber zubringen.
Die anderen Mimen sind ebenfalls gut gewählt und meistern den Spagat zwischen zwielichtig, verdächtig und gut eigentlich alle.
Werner Peters kleine Doppelrolle (die als Clown von Harry Wüsenhagen gesprochen wird) ist schon ein kleines Highlight und sein Abgang ist einfach nur genial.
Ebenfalls nennenswert ist Rudolf Fernau, der alles aus seiner leider ziemlich kleinen Rolle herausholt.

Das Ensemble kann sich sehen lassen und genauso verhält es sich mit dem Drehbuch. Die absurde Geschichte rund um die Unsichtbarkeit ist, soweit möglich, schlüssig erzählt und als Zuschauer fällt man auf die ein oder andere Finte herein, wodurch der Film konstant Spannung aufbaut.
Die tollen Spezialeffekte tuen ihr übriges dazu und lassen Mabuse tatsächlich in bisweilen gruseligem Licht erscheinen.
Vor allem das Theater, aber auch die anderen Schauplätze sind gut eingefangen und schaffen Atmosphäre.

Alles in allem ist das Ergebnis sehr unterhaltsam, mit ansteigendem Spannungsbogen und sogar einem Hauch von Grusel. Gute Darsteller agieren vor herrlichen Kulissen und geben damit der absurden Geschichte einen weitesgehend realistischen Anstrich. Da mir Fröbe allerdings weit besser gefallen hat und auch die Musik nur durchschnittlich geraten ist, gebe ich hier

4 von 5 Punkten.

tilomagnet Offline



Beiträge: 496

10.03.2014 20:55
#10 RE: Bewertet: "Die unsichtbaren Krallen des Dr. Mabuse" Zitat · antworten

Hier zeigt sich wieder, dass Harald Reinl einfach der beste Regiesseur seiner Zeit war. Trotz einigen abgedrehten SF-Ideen gleitet der Film nie ins Lächerliche ab. Darsteller, Kamera, Tempo und Spannungsbogen, alles sitzt und harmoniert und unterhält bestens über 90 Minuten. Lowitz hat nicht das Charisma eines Gert Fröbe, aber das Zusammenspiel mit Lex Barker passt trotzdem wie die Faust aufs Auge. Man kann vom 60er Jahre Mabuse Revival halten was man will, aber die KRALLEN sind ein glänzender Unterhaltungsfilm und brauchen sich qualitativ hinter keinem Top Wallace verstecken. 4.5/5 Punkten.

patrick Offline




Beiträge: 2.655

27.07.2014 13:49
#11 RE: Bewertet: "Die unsichtbaren Krallen des Dr. Mabuse" Zitat · antworten

Ich finde die Krallen den, mit Abstand, besten Mabuse Film der 60er Jahre. Das sehr gewagte SiFi-Motiv mit dem Unsichtbaren wirkt keine Sekunde lächerlich. Ist es doch äußerst wirkungsvoll,spannend, gruselig und technisch einwandfrei inszeniert.
Darsteller wie Lowitz,Peters,Dor und vor Allem Lex Barker, machen den Film zur wahren Freude und zum Augenschmaus schlechthin. Die Effekte, den/die Unsichtbaren mit Wasserdampf und Wasser sichtbar zu machen, sind wunderbar gelungen.Auch das altmodische Ambiente, in welchem Barker seine Konfrontation mit Fernau erlebt, ist perfekt gewählt. Reinl war einfach ein Meisterregisseur des Genres. Der hier abwesende Peter van Eyck kann, meiner Meinung nach, Barker nicht das Wasser reichen. Schade das es für Letzteren der letzte Mabuse-Auftritt war.
Auch schade, dass der übernächste Film (Scotland Yard jagt....) qualitativ dermaßen abstürzte. Wenigstens fand die Reihe dann noch mit den Todesstrahlen einen befriedigenden Abschluss.

Für die Krallen ganz eindeutig 5 von 5 Punkten.

Ray Offline



Beiträge: 582

05.10.2015 22:06
#12 RE: Bewertet: "Die unsichtbaren Krallen des Dr. Mabuse" Zitat · antworten

Ich muss sagen, dass mir der Film bei der Drittsichtung richtig gut gefallen hat. Hatte ihn weitaus schwächer in Erinnerung. Auch oder gerade der leichte Sci-Fi-Touch macht den Film absolut liebenswert, insoweit nimmt er m.E. gar ein wenig die Serie "Mit Schirm, Charme und Melone" vorweg, bei der es ja auch häufiger um abstruse Erfindungen ging, deren Besitz nach Ansicht aller die Weltherrschaft versprechen soll. Auch das Theater-Ambiente wurde gewinnbringend eingesetzt.

Auf Seiten der Darsteller muss ich aber einlenken, dass Hauptdarsteller Lex Barker wie auch im Vorgänger blass bleibt, wobei eine leichte Steigerung nicht zu verkennen ist, was aber wohl auch daran liegt, dass Lowitz nicht so präsent ist wie Fröbe. Walo Lüönd sieht man an, dass er nur da ist, weil man Arent und Howland nicht bekommen konnte. Karin Dor hat keine Mühe, ihre Vorgängerinnen auszustechen.

Alles in allem gute 4/5 Punkte .

Clifton Morris Offline



Beiträge: 100

07.10.2015 16:19
#13 RE: Bewertet: "Die unsichtbaren Krallen des Dr. Mabuse" Zitat · antworten

Für meine Begriffe bleibt Lex Barker ebenfalls keineswegs "blass". Er hinterlässt deutlich mehr Wirkung als etwa Peter van Eyck und trägt den Film. Dr. Reinl gelingt einmal mehr ein stimmungsvoller und spannender Streifen mit einem feinen Ensemble. Karin Dor spielt ebenfalls hervorragend. Der Bewertung 4/5 Punkten schließe ich mich im Ergebnis an.

Ray Offline



Beiträge: 582

02.12.2016 21:17
#14 RE: Bewertet: "Die unsichtbaren Krallen des Dr. Mabuse" Zitat · antworten

Die unsichtbaren Krallen des Dr. Mabuse (BRD 1962)

Regie: Harald Reinl

Darsteller: Lex Barker, Karin Dor, Siegfried Lowitz, Wolfgang Preiss, Werner Peters, Rudolf Fernau, Walo Lüönd, Kurd Pieritz u.a.



Der große Erfolg von "Im Stahlnetz des Dr. Mabuse" gab im Grunde keinen Anlass für Veränderungen, ein paar gab es aber dennoch. Zwar fanden sich vor und hinter der Kamera viele Gesichter des Vorgängers wieder, inhaltlich ging die Produktion hingegen ein Stück weit andere Wege und baute auf Sci-Fi-Elemente, die man entweder albern oder aber charmant finden kann. Jedenfalls konnte man sich so ein wenig von Konkurrenzproduktionen abheben. Die wissenschaftliche Komponente mal ausgeklammert, macht das ominöse "Unternehmen X" sogar mehr Sinn als der krude "Machtbeweis" im vorangegangenen Film.

Harald Reinl lieferte formal einmal mehr ordentliche Arbeit ab, vor allem die Szenen im Schloss vermitteln jenen wohligen Grusel, den man an derartigen Produktionen so schätzt. Darüber hinaus wurde das im Genre noch recht unverbrauchte Theater-Milieu gut eingefangen, hervorgehoben seien die wirkungsvoll umgesetzten Vorführungen, in denen Karin Dor eine gute Figur macht.

Etwas irritierend ist jedoch die übertriebene und vergebliche Geheimniskrämerei. Da wäre zunächst die wirkungslose Synchronisation von Werner Peters´ Clownrolle. Sein Gesicht ist dermaßen prägnant, dass nur wenige übersehen haben dürften, dass Clown und Droste ein und dieselbe Person sind. Außerdem muss man sich fragen, wen die Macher eigentlich noch damit überraschen wollten, indem sie abermals kurz vor Schluss Wolfgang Preiss als Mabuse aus dem Hut zauberten. Das hat schon ein bisschen was von "Und täglich grüßt das Murmeltier". Wenn es doch dem Titel nach um die "unsichtbaren Krallen des Dr. Mabuse" geht und Joe Como schon nach wenigen Minuten - warum auch immer - felsenfest davon überzeugt ist, das hinter "Unternehmen X" nur Mabuse stecken kann, warum wird die Identität nun wieder bis zum Ende geheim gehalten? Zur Abwechslung hätte man Mabuse besser mal "offensiver" - zumindest gegenüber engsten Vertrauten oder nächsten Opfern - auftreten lassen können. So bleibt er letztlich ein "bekannter Unbekannter".

Leider ist auch das schauspielerische Niveau nicht besonders hoch. Lex Barker kommt die im Vergleich zum vorherigen Film höhere Screentime zwar durchaus zugute, wirklich überzeugend ist seine Darbietung allerdings auch diesmal nicht. Karin Dor kann abgesehen von den Auftritten im Theater ebenfalls wenig Glanzpunkte setzen, insbesondere nimmt man ihr die Verführerin (noch) nicht ab. Im Übrigen stimmt die Chemie zwischen Barker und Dor hier anders als einige Jahre später in "Die Schlangengrube und das Pendel" nicht wirklich. Siegfried Lowitz agiert souverän, bekommt aber nur wenig Raum zur Entfaltung. Sehr ordentlich macht seine Sache wieder Rudolf Fernau, der eine Art "Phantom der Oper" gibt. Walo Lüönds Figur sieht man an, dass man zunächst Eddi Arent oder Chris Howland verpflichten wollte. Richtig zünden tun seine Gags selten, aber es gab im Genre sicher schon penetrantere Auftritte aus der Ecke.

Sehr gelungen ist im Gegenzug wieder die Musik Peter Sandloffs, die eine gewisse Dringlichkeit versprüht und das Geschehen spannungssteigernd untermalt. Versöhnlich stimmt zudem der kurze, aber durchaus knackige Showdown. Insgesamt bewegt sich der dritte Teil der Mabuse-Reihe aus den 1960er-Jahren in etwa auf dem Niveau des Vorgängers. Mithin ein annehmbar unterhaltender, handwerklich gut gemachter Kriminalfilm, aber auch kein echtes Highlight.


Teil 3 der 1960er-Mabuse-Reihe setzt durch Sci-Fi-Elemente neue Reize. Leider weiß man erneut mit der Figur Mabuse nicht recht umzugehen, herausragende schauspielerische Leistungen sucht man ebenfalls vergebens. Summa summarum trotzdem einmal mehr grundsolide Genre-Unterhaltung. 3,5 von 5 Punkten.

Gubanov Offline




Beiträge: 14.376

02.12.2016 21:27
#15 RE: Bewertet: "Die unsichtbaren Krallen des Dr. Mabuse" Zitat · antworten

Zitat von Ray im Beitrag #14
Insgesamt bewegt sich der dritte Teil der Mabuse-Reihe aus den 1960er-Jahren in etwa auf dem Niveau des Vorgängers.

Auf diesen gemeinsamen Nenner können wir uns einigen.
Zitat von Ray im Beitrag #14
Außerdem muss man sich fragen, wen die Macher eigentlich noch damit überraschen wollten, indem sie abermals kurz vor Schluss Wolfgang Preiss als Mabuse aus dem Hut zauberten. Das hat schon ein bisschen was von "Und täglich grüßt das Murmeltier". Wenn es doch dem Titel nach um die "unsichtbaren Krallen des Dr. Mabuse" geht und Joe Como schon nach wenigen Minuten - warum auch immer - felsenfest davon überzeugt ist, das hinter "Unternehmen X" nur Mabuse stecken kann, warum wird die Identität nun wieder bis zum Ende geheim gehalten? Zur Abwechslung hätte man Mabuse besser mal "offensiver" - zumindest gegenüber engsten Vertrauten oder nächsten Opfern - auftreten lassen können. So bleibt er letztlich ein "bekannter Unbekannter".

Ein nicht uninteressanter Aspekt. Darauf werde ich mich konzentrieren, wenn ich den Film mal wieder sichte.

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