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Dieses Thema hat 124 Antworten
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Count Villain Offline




Beiträge: 4.052

22.12.2017 21:16
#106 RE: RE:Bewertet: "Zimmer 13" (15) Zitat · antworten

Ich habe mir jetzt nicht noch einmal den ganzen Thread durchgelesen, aber hat schon jemand bemerkt, dass auf dem Dachboden des Highlow Clubs die Maschine von Dr. Mac Ferguson aus "Der Henker von London" steht? Ist mir heute zum ersten Mal aufgefallen.

greaves Offline




Beiträge: 454

23.12.2017 06:56
#107 RE: RE:Bewertet: "Zimmer 13" (15) Zitat · antworten

Ja das stimmt.Die hab ich auch schon mal gesehen..

Jan Offline




Beiträge: 1.376

23.12.2017 11:51
#108 RE: RE:Bewertet: "Zimmer 13" (15) Zitat · antworten

McFergusons ulkiger Stuhl mit den Flecken, die stets dazu animierten zu überlegen, was das wohl sein soll, taucht ja auch noch in gleich mehreren Produktionen auf. Ob auch in Zimmer 13, weiß ich aber gerade nicht.

Gruß
Jan

Gubanov Offline




Beiträge: 15.713

02.03.2019 23:30
#109 Wallace der Woche (17): Zimmer 13 (1963/64) Zitat · antworten



Edgar Wallace: Zimmer 13 (L’attaque du fourgon postal)

Hochaktuelle Zeitbezüge und gewagte Erotik, blutbesudelte Rasiermesser und der versteckte Wahnsinn einer traumatisierten Persönlichkeit – was sich wie eine wilde italienische Giallo-Fantasie liest, sind in Wahrheit die Marksteine des 17. Wallace-Films „Zimmer 13“. Und der hat als deutsch-französische Koproduktion, die in England spielt und in Dänemark gedreht wurde, zumindest formell reichlich viele nicht-südländische Einflüsse.

Nach längerer Pause wieder einmal für einen Wallace-Film verantwortlich, überrascht der klassische Regisseur Harald Reinl mit einer neuen, schockierenden Herangehensweise an das Seriensujet: deutlich düsterer und ernüchternder als bisher. Wie sagt euch dieser Stil zu? Und trauert ihr ebenfalls um Laborpuppe Emily?

Links:

Platzierung im Edgar-Wallace-Filmgrandprix 2014: Platz 15 von 36 (75,30 %)

patrick Offline




Beiträge: 3.006

03.03.2019 12:55
#110 RE: Wallace der Woche (17): Zimmer 13 (1963/64) Zitat · antworten

Zimmer 13 (1963/1964)



Regie: Harald Reinl

Drehzeit: 25.11.1963 - 16.01.1964

Mit: Joachim Fuchsberger, Karin Dor, Richard Häussler, Walter Rilla, Eddi Arent, Hans Clarin, Siegfried Schürenberg, Kai Fischer, Benno Hoffmann, Bruno W. Pantel, Curd Pieritz, Erik Radolf, Elfie Estell, Renate Hütte, Tino Meurer, Manfred Meurer, Valentin Klaus, Jur Arten, Arthur Binder, Werner Hedmann, Eberhard Junkersdorf


Handlung:

Der Unterhausabgeordnete Sir Robert Marney wird von einem dunklen Punkt in seiner Vergangenheit eingeholt und von dem skrupellosen Gangster Joe Legge erpresst, dem er vor 20 Jahren unter Zwang zur Flucht verholfen hatte. Legge plant einen großen Eisenbahnraub und verlangt von Marney, dass die Beute bei ihm als integre Person untergestellt wird. Sollte er nicht einwilligen oder gar zur Polizei gehen, würde es seine Tochter Denise das Leben kosten. Marney gibt zwar nach, beauftragt allerdings den Privatdetektiv Johnny Gray ihm zu helfen, ohne dabei auf die Gründe für seine Zwickmühle einzugehen. Gray, der nicht dumm ist und ahnt, dass Marney ein dunkles Geheimnis hütet, bandelt während der Ermittlungen mit dessen hübschen Tochter Denise an. Parallel zur Planung des Postzugüberfalls geschehen jedoch auch noch mysteriöse Rasiermessermorde...

Anmerkungen:

"Zimmer 13" ist ein reiner Gangsterfilm, der sich die Aktualität des im gleichen Jahr durchgeführten großen englischen Eisenbahnraubes zunutze macht und darüber hinaus auch noch Anleihen bei Psycho, Hitchcocks Kassenerfolg von 1960, nimmt. Die Kombination zweier aktueller Elemente sollte frisches Blut in die Wallace-Reihe pumpen. Der Film ist zweifellos auch sehr temporeich inszeniert, wie man es bei Reinl gewohnt ist, punktet jedoch nicht unbedingt mit besonderen Wallace-Elementen. Richard Häussler ist die Rolle des skrupellosen, arroganten und aalglatten Gangsterbosses Joe Legge praktisch auf den Leib geschrieben und er spielt diesen überheblichen Zeitgenossen mit sichtlicher Freude und Leichtigkeit. Leider starb er nur kurze Zeit später. Hans Clarin schlüpft unmittelbar nach seinem hervorragenden Auftritt als wahnsinniger Mörder im "Indischen Tuch" in eine gänzlich anders angelegte Rolle und mimt Mr.Igle, einen kauzigen Kriminellen, der immer wieder als Prügelknaben von Legges Bande herhalten muss.

Wallace-Fans, die typischen Gangster-Geschichten nicht im Übermaß zugeneigt sind, dürfte der vorliegende Film nicht unbedingt vom Hocker reißen. Zwar wurde ein vom Eisenbahnraub völlig unabhängiger Handlungsstrang mit grausamen Rassiermessermorden recht geschickt in die Story eingeflochten und damit ein Whodunit beigesteuert, allerdings wäre es interessanter gewesen, wenn der eigentliche Akzent bei dieser "Nebenhandlung" geblieben wäre. Nachdem der Vorgängerfilm als "Christie-Wallace" wunderbar gelungen ist, hätte man mit ein bisschen Phantasie gewiss auch einen tollen "Psycho-Wallace" auf die Leinwand bannen können. Die Thematik mit der gespaltenen Persönlichkeit des Rasiermessermörders ist ein völlig neuer Aspekt in dieser Reihe, die ja keineswegs auf Tiefgründigkeit ausgelegt war. Leider geriet dieser Vorstoß in neue Gefielde zu oberflächlich und wirkt nur so nebenbei in die Handlung eigepackt, da man vermutlich befürchtete, ein reiner Gangsterfilm hätte doch zu wenig "appeal" auf ein Publikum, das mit Wallace eigentlich etwas anderes verband. Auch dürft man aus der Pleite mit der "Orchidee" gelernt haben. Gänzlich untypisch ist auch, dass sich Joachim Fuchsberger und Karin Dor nicht bei einem Happy-Ending in die Arme fallen dürfen, was damals mit Sicherheit sehr gewagt war, als Abwechslung aber einmal durchaus willkommen ist. Blacky scheint's einigermassen zu verkraften, befinden sich ja durchaus noch andere Damen in der Warteschleife, was durch seine erste Szene angedeutet wird. In den Genuss von mehr Freizügigkeit als bisher gewohnt kommt man im Nachtclub, wo, wenn auch nur sehr kurz, eine barbusige Tänzerin Männerblicke auf sich ziehen darf. Der Schluss mit den wilden gegenseitigen Erschiessungen und auch die genannten Rasiermessermorde geben dem Film eine gewisse Härte, die zwar nicht neu war, wenn man sich an den "Frosch" zurückerinnert, jedoch zu dieser Zeit nicht mehr üblich.

Fazit:

Reinls vorletzter Wallace ist zugleich auch sein schwächster. Dennoch besitzt er ein flottes Tempo und einen angemessenen Unterhaltungswert. Übermäßige Krimispannung kommt trotzdem nicht auf und der typische Wallace-Flair früherer Verfilmungen ist hier leider verloren gegangen. Den Rasiermessermorden hätte man ruhig mehr Raum und Atmosphäre geben dürfen. Das fehlende Happy-Ending wiederum beweist einen erfrischenden Mut darin, einen gewissen Abstand vom Heile-Welt-Kitsch zu nehmen. Auch die zurückgekehrte Härte steht dem Genre gut, wird aber später zugunsten der Altersfreigabe wieder fallen gelassen. Unterm Strich ein solider Druchschnittsfilm und damit 3 von 5 Punkten wert.

greaves Offline




Beiträge: 454

03.03.2019 14:16
#111 RE: Wallace der Woche (17): Zimmer 13 (1963/64) Zitat · antworten

Zimmer 13…

Ein Wallace den ich lange nicht kannte.

Joachim Fuchsberger,Karin Dor,Eddi Arent,Richard Häussler,Walter Rilla,Hans Clarin,Curd Pieritz,Benno Hoffmann,Bruno W.Pantel,Kai Fischer,Siegfried Schürenberg und Arthur Binder,in seinem ersten Edgar Wallace Film ,hier als schusseliger Slim,wird noch in ein paar Edgars mitwirken.Ein Nebendarsteller,den ich bei Wallace immer gerne sehe.

Dieser Film ist der letzte,seit der Tür mit den 7 Schlössern,in dem man einmal mit Fuchsberger,dann wieder mit Drache abwechselte.Ab dem nächsten Krimi der Reihe findet man wieder ein neues (für mich leider zu wenig in Wallace eingesetztes Gesicht das Harald Leipnitz heisst) und stoppt so die Abwechslung Fuchsberger/Drache —Linie,gewollt oder ungewollt...

Wie schon gesagt ,ist leider die Story mit dem Rasiermesser zu wenig berücksichtigt/ausgebaut worden. Die Story mit dem Postzug wurde ja mit hineingenommen,als in dieser Zeit ein Zug damals ausgeraubt wurde.

Die Titelmusik gefällt mir besonders gut und hört man in zwei späteren Filmen nochmals.Im Hexer und im Gorilla von Soho.
Das erste mal hört man auch (ich glaube es ist Alfred Vohrer s Stimme)den berühmten Spruch den man ab jetzt fast in jedem Wallace hört:“Hallo hier spricht Edgar Wallace „.

Was die Drehorte anbelangt wurde das letzte mal in Dänemark gedreht.Sogar auch schon an zwei in frühen Filmen gesehenen Locations.Vom Frosch mit der Maske und dem roten Kreis.
Ccc Studios sind auch wieder genutzt worden,obwohl man es hier nicht so sieht finde ich.
Wo die Szenen mit dem Attentat auf Fuchsberger am Bahngleis und den Überfall auf den Postzug gefilmt wurden,weis man meines Wissens noch nicht.
Der Rest wurde in Dänemark im Schloss und ums Schloss gedreht.
Orginal Aufnahmen gab es in London glaube ich jetzt keine.

Dem Film gebe ich 4 von 5 Punkte

Giacco Offline



Beiträge: 1.700

03.03.2019 16:10
#112 RE: Wallace der Woche (17): Zimmer 13 (1963/64) Zitat · antworten

"Von einem Kriminalfilm der Wallace-Serie wird niemand künstlerische Offenbarungen verlangen. Gleichwohl ist es unbegreiflich, warum derartige Konfektion nicht handwerklich besser verarbeitet wird als hier. Bereits beim Zuschnitt des Stoffes hätte auffallen müssen, dass die beiden Handlungsstränge, also der Eisenbahnpostraub und die Mordaffäre, schlecht gegeneinander abgewogen sind. Auch erscheint die Exposition wenig geglückt. Es kostet zunächst einige Mühe, diesem Fall überhaupt Interesse entgegenzubringen. Später gibt es dann immerhin einige Spannung, wenn auch allzu oft auf Sparflamme. Am effektvollsten und atmosphärisch stärksten erweist sich die Regie in der Flucht- und Verfolgungssequenz des jungen Mädchens, das auf einem Dachboden angstvolle Minuten verbringt. Aber was ist zum Beispiel der Schluss, die Gangsterszene vor dem Schloß, für eine Lahme-Enten-Etüde! Die Darsteller wirken zum Teil seltsam starr und unsicher, einzig bei den karikaturistisch angelegten Figuren verzeichnet man einigen Elan, beim Clown Eddi Arent, auch beim Chefinspektor Schürenberg und dem dämonisch angehauchten Hans Clarin. Karin Dor bemüht sich anerkennenswert um die schwierige Aufgabe, abwechselnd lieblich, tapfer und psychopathisch zu wirken.
Zweifellos wird der Film den Zuspruch des breiten Publikums und der vielen Wallace-Fans finden. Jedoch wäre für das Krimi-Genre, soll es weiter ertragreich bleiben, mehr Pflege notwendig." (Film-Echo 1964)

Film-Echo Note: 2,9 (65 Meldungen) / Erstnote: 2,3

In Frankreich startete der Film, an dessen Produktionskosten sich die Pariser SNC beteiligte, am 13.1.1965, also ein knappes Jahr später. Es existieren französische Filmplakate sowohl mit dem Titel "Chambre 13" als auch "L´attaque du Fourgon Postal". Besucherzahlen aus Frankreich liegen nicht vor.
Spanien: 264.314 Besucher.

Gubanov Offline




Beiträge: 15.713

03.03.2019 22:15
#113 RE: Wallace der Woche (17): Zimmer 13 (1963/64) Zitat · antworten



Edgar Wallace: Zimmer 13 (L’attaque du fourgon postal)

Kriminalfilm, BRD / FR 1963/64. Regie: Harald Reinl. Drehbuch: Quentin Philips (d.i. Will Tremper) (Romanvorlage „Room Thirteen“, 1924: Edgar Wallace). Mit: Joachim Fuchsberger (Johnny Gray), Karin Dor (Denise Marney), Walter Rilla (Sir Robert Marney), Richard Häußler (Joe Legge), Hans Clarin (Mr. Igle), Kai Fischer (Pia Pasani), Eddi Arent (Dr. Higgins), Siegfried Schürenberg (Sir John), Erik Radolf (Ambrose), Benno Hoffmann (Blackstone-Edward), Bruno W. Pantel (Sergeant Horse), Kurd Pieritz (Inspektor Terrence), Arthur Binder (Slim), Elfi Estell (Wanda), Eberhard Junkersdorf (Double des Rasiermessermörders) u.a. Uraufführung (BRD): 20 Februar 1964. Uraufführung (FR): 13. Januar 1965. Eine Produktion der Rialto-Film Preben Philipsen Berlin und der SNC Societé Nouvelle de Cinématographie Paris im Constantin-Filmverleih München.

Zitat von Zimmer 13
Der polizeibekannte Highlow Club ist Unterschlupf der Bande um Unterweltkönig Joe Legge, der zusammen mit seinen Kumpanen den größten Postzugraub der britischen Geschichte plant. Um die Beute aus dem Raub verstecken zu können, benötigt er die Hilfe des Unterhausabgeordneten Sir Robert Marney, den Legge wegen eines Geheimnisses aus der Vergangenheit in der Hand hat. Gerade als Marneys Tochter Denise mit dem Privatdetektiv Johnny Gray im Highlow Club zu Abend speist, kommt es zu einem brutalen Rasiermessermord an einer Tänzerin – und die Tat bleibt nicht die einzige in Legges und Marneys Umfeld ...


„Sie haben eine sehr hübsche Tochter. Sie wollen doch sicher, dass diese Tochter hübsch bleibt ...“

Während zumeist ganz klar die Verbrechen eines einzigen Hauptschurken bzw. seiner Hintermänner im Fokus eines Edgar-Wallace-Krimis stehen, versucht „Zimmer 13“, zwei weitgehend voneinander isolierte Krimi-Handlungsstränge miteinander zu kombinieren: Auf der einen Seite soll die Mordserie an Frauen durch einen unbekannten Schlitzer für Gruselspannung sorgen; andererseits fügt Joe Legges generalstabsmäßig aufgezogener Geldraub der Reihe zum ersten Mal seit Längerem wieder die Anmutung eines zeitgenössischen Gangster-Krimis hinzu. In Wallace’ Originalroman kommt keiner der beiden Plots vor; die Mordserie trägt in erster Linie den Erwartungen des Publikums an einen Wallace-Reißer Rechnung und die Attacke auf den Postzug wurde brühwarm ins Drehbuch geschrieben, um aus dem aufsehenerregenden Coup von Bruce Reynolds aus dem August 1963 Profit zu schlagen. Letztlich hängen beide Handlungen in der Luft, weil jede von ihnen volle Aufmerksamkeit benötigt hätte, um wirklich abgerundet zu wirken. Der Geschichte um den Serienkiller fehlt Kontinuität, mit der eine ernstliche Bedrohung hätte aufgebaut werden können. Nur hin und wieder fährt das Messer auf ein Opfer herunter; zwischenzeitlich ereignet sich so viel anderes, dass man den Ripper bis zur nächsten Tat schon wieder vergessen hat, zumal ihm ein einprägsamer Look oder Name abgeht. Gleichzeitig nehmen die Vorbereitungen des Raubüberfalls großen Raum ein, während sein Nachklapp enttäuschend kurz gehalten ist: Wo spätere Verfilmungen des great train robbery der Flucht und Vertuschung ebenso große Bedeutung beimessen wie der Planung, wird Legges Bande praktisch schon verhaftet, bevor sie die Beute verstecken kann.

Wofür man „Zimmer 13“ fraglos loben muss, ist die gedämpfte Grundstimmung, die Elemente von Wahnsinn, dunklen Familiengeheimnissen und erpresserischen Umtrieben vermengt und vor klassischer Kulisse effektvoll zum Tragen bringt. Der Film gehört damit zu den ernsthaftesten Vertretern der Reihe und erzählt im Grunde eine ernstlich tragische Geschichte. Vier Jahre, nachdem man zuletzt im Herkunftsland des Produzenten Preben Philipsen gedreht hatte, kehrte man außerdem endlich nach Dänemark zurück, um dort stimmungsvolle Außenaufnahmen anzufertigen, wie man sie schon seit Längerem nicht mehr in einem Wallace-Film zu sehen bekommen hatte. Schloss Vallø zählt zu den beeindruckendsten ländlichen Schauplätzen der Serie und der Highlow Club befindet sich sicher nicht aus Zufall an exakt der gleichen Straßenkreuzung, an der schon 1959 ein Nachtwächter von einem Schergen des maskierten Frosches die Kehle durchgeschnitten bekam. Gastautor Will Tremper und Regisseur Harald Reinl ließen die unterkühlte Filmstimmung und den Fingerzeig auf die ernsthaftere Serienfrühphase in eine Lösung münden, welche beim Zuschauer für ernstliches Unbehagen sorgt und den stellenweise etwas oberflächlichen Streifen mit einem emotionalen Tiefschlag beendet. Für besondere Pluspunkte sorgen dabei sowohl das geschickte Spiel mit der Erwartungshaltung des Zuschauers, aufgrund derer das Publikum diesmal selbst besonders augenfällige Verdachtsmomente übersehen dürfte, als auch die darstellerische Qualität des Mörders.

Gerade bei den Darstellern erwies sich Reinl diesmal als treffsicher. Er kombinierte zum ersten Mal seit „Die Bande des Schreckens“ wieder Joachim Fuchsberger und Karin Dor in einem echten Edgar-Wallace-Krimi, wobei das knisternde Duo einander von Anfang an beherzt die Bälle zuspielt und sich in beider Akteure Spiel im Vergleich zu ihren etwas naiven Auftritten in der „Bande“ mittlerweile eine größere Ambivalenz herausgeprägt hat. Fuchsberger, der am Morgen beherzt mit einer Blondine schmust und am Abend mit Dor im Strip-Club sitzt, hat mit seinem Schwiegersohn-Image der frühen Filme ebenso wenig gemein wie Karin Dor mit ihrem früheren unschuldigen Sekretärinnen-Aufteten. Eine Weiterentwicklung – wenn auch nicht unbedingt in positive Richtung – macht sich ebenfalls bei Siegfried Schürenberg bemerkbar, der hier nach einer Pause wieder als Sir John auftritt und inzwischen eher durch Präpotenz und Dummheit als durch würdevolle Chef-Qualitäten auszeichnet. Ähnlich hielt Reinl auch Arent nicht recht in Zaum, sodass dieser wild kalauert und damit dem Wirkeffekt des Finales nicht unwesentlich Abbruch tut. Sehr gut besetzt in ihren Altherrenrollen sind Walter Rilla, Richard Häußler und Erik Radolf, die als Trio das Geheimnis um die verstorbene Lady Marney hüten wie einen Gral. Im Highlow Club geht es dagegen profaner zu, sodass die dort auftretenden Hans Clarin und Kai Fischer weniger attraktive Rollen zugeteilt bekamen.

Verglichen mit dem hohen Niveau der Serie gerade in den Vorgängerproduktionen bleiben rahmende Faktoren wie Kamera und Musik hinter ihren Möglichkeiten zurück. Zwar fängt Ernst W. Kalinke die nordischen Locations attraktiv ein, kommt mit Ausnahme weniger Extrem-Zooms auf Dor den Darstellern aber nie wirklich nah, sodass das Breitbildformat nicht so gut ausgenutzt wird wie bei Karl Löb oder Richard Angst. Man betrachtet das Geschehen durch seine Linse distanzierter, zumal es etwas weniger kreativ und Ausleuchtung und Wahl der Blickwinkel konservativer wirken. Peter Thomas’ musikalische Untermalung bleibt ebenso verhalten und wirkt stellenweise ähnlich gehetzt wie die Erzählführung des Films. Alle diese Faktoren sorgen dafür, dass „Zimmer 13“ für gewöhnlich trotz seiner interessanten Struktur und des starken Twists nicht zu den Klassikern der Reihe gezählt wird und auch unterm Strich keine vergleichbare Nostalgie-Wirkung entfaltet wie etwa „Das Gasthaus an der Themse“, „Der Zinker“ oder „Das indische Tuch“.

Erneut schlägt der Fluch zu, dass Zugaben des Drehbuchautors nicht unbedingt zur Verbesserung der Qualität der Geschichte beitragen: In „Zimmer 13“ versuchte Will Tremper zu viel auf einmal; sein ambitioniertes Script wirkt trotz routinierter Umsetzung durch Harald Reinl in seiner Zuspitzung eher flach und die guten darstellerischen Leistungen in den Hauptrollen ändern wenig an einigen dramaturgisch ungeschickten Momenten, z.B. dem Auftaktmord, der überschnellen Verhaftung der Geldräuber oder dem finalen Blutbad im Hause Marney.

Dr.Mangrove Offline




Beiträge: 41

04.03.2019 21:37
#114 RE: Wallace der Woche (17): Zimmer 13 (1963/64) Zitat · antworten

Kann mich den Vorrednern nur anschließen - nicht der allerschlechteste Wallace, aber auch kein Meilenstein.
Die Vermischung der beiden Stränge gelingt nicht wirklich und irgendwie kommt der Film für mich nie richtig in Fahrt, sondern dümpelt trotz straffer Regie vor sich hin.
Definitiv Reinls schwächster EW.

Die Besetzung ist gewohnt gut - die Nervensägen Arent und Schürenberg wurden ja schon angesprochen - sie gehören irgendwie halt zum Inventar als comic relief, was in diesem Film gerade im Hiblick auf damalige Gewohnheiten nötig war.
Gestört hat mich nur Hans Clarin, der für mich eine absolute Fehlbesetzung ist.

Was mich wirklich jedes Mal schaudern lässt, ist diese Art von "Zwitschern", wenn das Rasiermesser zu sehen ist.
Der Sound geht mir durch Mark und Bein.

2,5 / 5

Uli1972 Offline



Beiträge: 33

05.03.2019 18:38
#115 RE: Wallace der Woche (17): Zimmer 13 (1963/64) Zitat · antworten

Bei "Zimmer 13" hat sich die Serie leider verzettelt. Es gibt überhaupt keine Verbindung der beiden Handlundsstränge. Man hätte sich auf den Rasiermessermörder konzentrieren sollen, aber der Film wurde eben für die Kinokasse gedreht. Trotzdem hab es schon schlechtere Wallace-Filme und die Rasiermessee-Story ist ok.
3 von 5 Punkten. Ohne den Eisenbahnraub wäre da mehr drin gewesen.

Gubanov Offline




Beiträge: 15.713

05.03.2019 19:20
#116 RE: Wallace der Woche (17): Zimmer 13 (1963/64) Zitat · antworten

Bisher hat sich noch kein wirklicher Liebhaber des Films zu Wort gemeldet. Die Sache mit den zwei Plotsträngen scheint fast allen sauer aufzustoßen. So weit, zu sagen, dass es sich um den schwächsten Reinl-Film handelt, würde ich aber nicht. Bisher unterbietet für meine Begriffe der "Fälscher" schonmal in vielerlei Hinsicht das "Zimmer" - ob nun in Bezug auf Tempo, wallace-typische Merkmale, Passgenauigkeit der Hauptdarsteller oder das Interesse, das ich für die jeweils recht ungewöhnliche Lovestory aufzubringen bereit bin.

Dr.Mangrove Offline




Beiträge: 41

05.03.2019 20:09
#117 RE: Wallace der Woche (17): Zimmer 13 (1963/64) Zitat · antworten

Zitat von Gubanov im Beitrag #8
Bisher hat sich noch kein wirklicher Liebhaber des Films zu Wort gemeldet. Die Sache mit den zwei Plotsträngen scheint fast allen sauer aufzustoßen. So weit, zu sagen, dass es sich um den schwächsten Reinl-Film handelt, würde ich aber nicht. Bisher unterbietet für meine Begriffe der "Fälscher" schonmal in vielerlei Hinsicht das "Zimmer" - ob nun in Bezug auf Tempo, wallace-typische Merkmale, Passgenauigkeit der Hauptdarsteller oder das Interesse, das ich für die jeweils recht ungewöhnliche Lovestory aufzubringen bereit bin.


So unterschiedlich sind die Geschmäcker
Der Fälscher ist einer meiner Lieblings-EW, bei dem fast alles für mich stimmt.
Bei Zimmer 13 bin ich mehrmals fast eingenickt.

Count Villain Offline




Beiträge: 4.052

06.03.2019 18:07
#118 RE: Wallace der Woche (17): Zimmer 13 (1963/64) Zitat · antworten

Einige hier finden ja den Rasiermessermörder-Strang interessanter als die Postraubgeschichte. Mir geht es jedoch genau umgekehrt. Für mich sind die Gangster weit mehr Wallace als die "Psycho-Anleihe". Auf die Frage, ob eher die Komik oder die Tragik in diesem Film dem Geschehen schadet, würde ich - allerdings nach einigem Überlegen - letztendlich also antworten: Die Tragik. Psychopathische Mörder sind für mich bei Edgar Wallace einfach ein Fremdkörper. Aber - und das halte ich dem Film durchaus zugute - diese Einbindung macht "Zimmer 13" auch zugleich besonders. Auch eher zum "Psycho"-Thriller als zu einem Krimi passt es, dass die Inszenierung doch ziemlich eindeutig und direkt auf den Täter hinweist. All das ist für mich schon ein deutliche wahrnehmbares Zeichen der Abkehr vom Original-Wallace. Die Metamorphose hin zum "Film-Wallace" läuft also weiter auf vollen Touren.

Eine Frage jedoch bleibt und wird wahrscheinlich auch für alle Zeiten unbeantwortet bleiben: Sind die Rasiermessermorde ein plumper Versuch (wirklich geschickt sind die Plots dem allgemeinen Tenor nach schließlich nicht miteinander verbunden), dem Film Tiefe zu geben? Hatte man nicht genug Vertrauen in den Überfall-Plot? Oder sah man zu dem Zeitpunkt eine Mordserie als essentiell für einen Wallace-Film an?

Nichtsdestotrotz durfte ich bei der gestrigen Sichtung feststellen, dass "Zimmer 13" für mich einer der "Gernseh"-Wallace' überhaupt ist. Kein Überflieger, aber so leicht konsumierbar, dass man ihn guten Gewissens öfter in den Player wandern lässt (im Gegensatz zu andere Filmen, die man sich selten gönnt und deren Sichtungen man dann quasi zelebriert). Ich wusste sogar noch, an welchen Stellen unsere alte Fernsehaufzeichnung damals die Werbepausen hatte!

Weitere Pros und Cons des Films

- Anfangsmord sowohl unnötig (es wird im Verlauf kaum darauf eingegangen) als auch unbeeindruckend inszeniert
+ die treibende Titelmusik gefällt mir wieder besser als die hektische vom Zinker
+ es macht mehr Spaß, diesen Gangstern zuzuschauen als jenen in der Orchidee
+ Karin Dors Spiel weist eine in der Rialto-Reihe bisher nicht von ihr gekannte Tiefgründigkeit und Reife auf
- dass das Gemälde der Mutter eher aussieht wie ein Porträt der Tochter, ist irritierend
+ es lässt mich immer wieder schmunzeln, dass die Blockstelle wegen der Grippe nur mit einem Mann besetzt ist und nachts dann sogar nur halb
+ Häussler zuzuschauen macht viel Spaß, er ist die Top-Besetzung für die Rolle
+ auch Fuchsberger und Arent geben ein gutes Duo ab, man fühlt sich stellenweise schon an James Bond und eine Mischung aus Felix Leiter und Q erinnert
+ auf dem Dachboden des High-Low-Clubs steht die Maschine von Dr. Mac Ferguson aus dem "Henker"
- Gangster werden zu schnell gefasst, Schießwütigkeit in Schloss Marney zur "Charaktermassenentsorgung"

Fazit
Ein Film mit Schwächen am Anfang und am Ende, aber einem sehr unterhaltsamen Mittelteil. Nur noch teilweise ein "echter" Edgar Wallace. Aber da man auch schon beim Vorgänger einen guten Teil Christie in die Mischung hineingegeben hat, sei diese weitere Experimentierfreudigkeit verziehen. Ein wenig schade bleibt es dennoch, denn es hätte aus dieser Vorlage und mit diesen Mitwirkenden der beste "Gangster"-Wallace der Reihe entstehen können.

Stephan Offline



Beiträge: 101

07.03.2019 00:22
#119 RE: Wallace der Woche (17): Zimmer 13 (1963/64) Zitat · antworten

Gong:
*1/2(mäßig):“Ohne die Atmosphäre der schwarz-weißen Wallace-Filme.“

Pauer:
„(…)Reinl schildert diese tragische Liebe zwischen dem pflichtbewussten Detektiv und der unglücklichen Mörderin genauso beeindruckend, wie er auch das auf Sekunden getimte Hijacking des Eisenbahnzugs als fesselnden Gangstercoup inszeniert. Mit(…)den kompetenten Darstellern(…)geriet ihm Zimmer 13 zu einem soliden, routinierten Kriminalfilm, ohne Sensationen, aber auch ohne auffällige Schwächen oder gar unlogisceh Passagen.““

Kramp:
„Rundherum wurde der Film als gelungen bezeichnet; er konnte sich als durchaus typischer „Wallace“ sehen lassen und war auf jeden Fall besser als sämtliche 63er Vorgänger.“

Tses:
„Die Handlung des Films sollte man schnell vergessen. Die zwei parallel laufenden Handlungen wirken gequält und aufgesetzt. Reinl war schon mal besser.“

Hohmann:
„So gut beide Handlungen voneinander getrennt auch funktionierten und aus den unterschiedlichsten Gründen packten: zusammen wollten sie einfach nicht harmonieren und ließen als Gesamtpaket einen recht zerrissen wirkenden Streifen zurück…“

Meine Meinung:
Auch mir schmeckt die Mischung nicht wirklich, da die einzige Verbindung zwischen den Handlungssträngen eigentlich Joe Legge ist – als ehemaliger Geliebter von Lady Marney (kam die Idee der manischen Mörderin vielleicht vom Namen der Romafigur? Hitchcock lässt hier nochmals grüßen, nicht nur mit Psycho sondern auch, später als Zimmer 13, mit Marnie) und Gangsterboss. Es wirkt zu aufgesetzt und stilistisch sind beide Stränge zu unterschiedlich inszeniert.
Schon die Titelmusik wirkt ein Jahr später im Hexer wesentlich besser als Untermalung der Verfolgungsjagd.
Bemerkenswert sind vor allem Richard Häußler, Hans Clarin (auch hier haben wir wieder eine der brillanten Rialto-Wallace- typischen Brülleinlagen, die einem Gänsehaut bereiten kann) und das tragische Ende.
Obwohl der Film mal wieder originell anders daherkommen möchte als der typische Wallace, reicht es bei mir nicht für mehr als 3 von 5 Punkten.

Ray Offline



Beiträge: 1.158

07.03.2019 00:25
#120 RE: Wallace der Woche (17): Zimmer 13 (1963/64) Zitat · antworten

Ich habe "Zimmer 13" traditionell immer recht hoch eingeschätzt im Gesamtklassement. Das liegt wohl vor allem daran, dass ich den Film als einen der letzten SW-Wallace einer Erstsichtung zugeführt habe und die Auflösung natürlich eine ordentliche Duftmarke setzt. Da ich den Täter damals trotzdem erraten habe, schwang stets noch eine Portion persönlichen Triumphs mit, weswegen ich mit dem Film letztlich ganz und gar einverstanden war. Bei wiederholter Sichtung spielen beide Aspekte naturgemäß eine untergeordnetere Rolle. Insgesamt hat mir "Zimmer 13" diesmal weniger gut gefallen als sonst.

Bis kurz nach der Hälfte des Films funktioniert die Verschmelzung der beiden Handlungsstränge noch recht gut, dann nimmt der Postraubaspekt die Überhand und die Auflösung der Mordserie wird im Grunde nur hinausgezögert. Überhaupt scheint es eher unglaubwürdig, dass die Mordserie fast genau in dem Moment losgeht, in dem Legges Planungen konkret werden. Denn letztlich hat die Mordserie mit den Geschehnissen um den Postraub nichts zu tun. Dass zwei Morde im Highlow Club passieren, ist eher zufällig und geschieht im Endeffekt zur Erweiterung des Täterkreises. Ihre Wirkung erzeugt das Ganze bei der Erstbetrachtung natürlich dennoch. Zwar gibt es im Hinblick auf die Identität des Täters durchaus klare Andeutungen, indes werden in Wallace-Filmen bekanntlich gerne falsche Fährten gelegt, weshalb der Auflösung objektiv betrachtet durchaus ein Überraschungseffekt zukommt.

Punkten kann der Film wie so häufig durch seine Besetzung. Joachim Fuchsberger feiert ein gelungenes Comeback als (Privat-)Ermittler. Wie schon Vohrer im "Gasthaus" versucht aber auch Reinl, ihn ein wenig vom Saubermann-Image zu befreien. Johnny Gray wird dem Publikum ganz Bond-like in den Armen einer jungen Frau vorgestellt, aus deren Fängen er auch zugunsten eines neuen Auftrags nur ungern entweicht. Denise führt er dann bei der ersten Verabredung "standesgemäß" in eine Striptease-Show aus. (Überhaupt recht auffällig in Filmen dieser Zeit, dass Männer Frauen in derlei "Etablissements" ausführten. Ich muss da immer schmunzeln.) Fuchsberger agiert engagiert wie eh und je und meistert sowohl amüsante als auch tragische Momente mit Bravour. Sein melancholischer Blick Richtung Schloss Marley in der Schlussequenz bleibt haften. Alles in allem ein starker Auftritt. Karin Dor legt ihre Rolle aus dramaturgischen Gründen ein wenig anders an als sonst und schlägt sich achtbar, dennoch kommt ihre Leistung an ihre Darbietungen im "Bogenschützen" und im "Fälscher" nicht heran. Nach einer Schaffenspause von drei Filmen sieht man Siegfried Schürenberg endlich wieder in der Rolle des Sir John. Im vorliegenden Film bekommt der Zuschauer die einmalige Gelegenheit, diesen einmal in den eigenen vier Wänden zu sehen. Erwartungsgemäß scheint der Scotland Yard-Chef Junggeselle zu sein. Eddi Arent schießt bisweilen wieder einmal übers Ziel hinaus, speziell dann, wenn er ins Italienische abdriftet. Mit Blick auf die weiteren Nebendarsteller gebührt insbesondere Richard Häussler ein großes Lob, dem seine beste Leistung in einem Wallace-Film gelingt. Sein Joe Legge drückt dem Film absolut den Stempel auf. Walter Rilla, wie gewohnt in einem Obhutsverhältnis zu Karin Dor stehend, bereichert den Film ebenfalls. An dieser Stelle hört es aber tatsächlich auf. Anders als in manchem Wallace-Film ist der Cast in der Breite nicht ganz so gut aufgestellt und greift - in dieser Phase noch recht ungewohnt - auf "B-Kräfte" wie Kai Fischer und Benno Hoffmann zurück. Den Part des Mr Igle hätte man mit Harry Wüstenhagen wohl besser besetzen können, Hans Clarin gibt sich doch arg der Lächerlichkeit preis und wurde konsequent nicht mehr besetzt.

Wie schon geschrieben wurde, fällt die Inszenierung konservativer aus als zuletzt. Reinl greift anders als Kollege Gottlieb nicht auf Vohrersche Stilmittel zurück und verzichtet auf Zooms, impossible shots und dergleichen. Im Gegenzug setzt er wie schon bei vorherigen Arbeiten auf stimmungsvolle Landschaftsbilder, hier sind vor allem die Fahrten zum Schloss und vom Schloss weg zu nennen, die in Nahaufnahmen der Figuren dankenswerterweise zudem ohne Rückprojektionen auskommen.

Erstmals hört man die Worte "Hallo, hier spricht Edgar Wallace!" so, wie sie nunmehr standardmäßig eingespielt werden sollten und sie dem Wallace-Fan am vertrautesten sind. Ferner hatte man den schönen Einfall, im Vorspann Szenenbilder aus dem Film mit bunten Farben unterlegt ablaufen zu lassen. So bekommt der Zuschauer schon mal einen kleinen Vorgeschmack und rätselt, welche Bedeutung den Szenen wohl im kommenden Film beikommen werden. Die Musik von Peter Thomas unterstreicht die temporeiche Insznenierung. Das Hauptthema wurde bekanntlich im "Hexer" nochmal verwendet.


Insgesamt ist "Zimmer 13" ein Beitrag, der sich durch die überraschende Auflösung und den Verzicht auf ein Happy End abhebt und in gewisser Weise einen besonderen Stellenwert genießt. Inhaltliche Schwächen sorgen jedoch dafür, dass der Film insgesamt nur einen Mittelfeldplatz einnimmt. 4 von 5 Punkten.

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