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Dieses Thema hat 226 Antworten
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murphy78 Offline



Beiträge: 7

30.12.2018 21:18
#181 RE: Wallace der Woche (08): Der Fälscher von London (1961) Zitat · Antworten

Ich hab den Film vorhin erst im TV gesehen, obwohl ich die ganzen Wallace DVD Boxen habe.
Ich finde das Gespann Dor und Lange echt Klasse in dem Film. Und Siegfried Lowitz als Kommissar einfach Klasse.

patrick Offline




Beiträge: 3.244

30.12.2018 21:38
#182 RE: Wallace der Woche (08): Der Fälscher von London (1961) Zitat · Antworten

Zitat von Gubanov im Beitrag #11
Auch später war es ja die mangelnde Abwechslung auf dem Regiestuhl, die die Reihe in eine Art Leerlauf gebracht hat.


Von mangelnder Abwechslung kann man ab 1969 sicher nicht mehr sprechen. Dass dies der Reihe Gut getan hat, kann ich aber nun wirklich nicht unterschreiben.

Edgar007 Offline




Beiträge: 2.564

30.12.2018 22:04
#183 RE: Wallace der Woche (08): Der Fälscher von London (1961) Zitat · Antworten

Zitat von patrick im Beitrag #15
Von mangelnder Abwechslung kann man ab 1969 sicher nicht mehr sprechen. Dass dies der Reihe Gut getan hat, kann ich aber nun wirklich nicht unterschreiben

Das waren auch keine "echten" deutschen Wallace-Filme mehr, sondern Krimis, die in Deutschland unter dem Namen Edgar Wallace vermarktet wurden.

schwarzseher Offline



Beiträge: 626

31.12.2018 12:28
#184 RE: Wallace der Woche (08): Der Fälscher von London (1961) Zitat · Antworten

Zitat von Edgar007 im Beitrag #16
Zitat von patrick im Beitrag #15
Von mangelnder Abwechslung kann man ab 1969 sicher nicht mehr sprechen. Dass dies der Reihe Gut getan hat, kann ich aber nun wirklich nicht unterschreiben

Das waren auch keine "echten" deutschen Wallace-Filme mehr, sondern Krimis, die in Deutschland unter dem Namen Edgar Wallace vermarktet wurden.

Das meine " Wallace Zeitrechnung " mit bzw. vor dem "Gesicht im dunkeln" aufhört ist ja allgemein bekannt ( und hier auch schon oft diskutiert )Ich habe diese Filme auch konsequent aus meiner kleinen Sammlung entfernt.
Beim "Fälscher " freut mich die doch durchgehent gut Bewertung .
Die überzogene Kritik "Romanzenseligkeit/Film der Kleindarsteller "kann ich nur mit Überraschung lesen. Zu dieser Zeit war man ja schon froh über jeden Wallace ohne Fuchsberger ( und seine im Grunde immer gleiche Rolle bis zum händchenhaltenden Schluss )Die Abwechslung die Schauspieler wie Gerd Fröbe ,C Lee oder hier eben H. Lange und de Kowa in die Reihe bringen sind doch aus heutiger Sicht ein absoluter Glücksfall.Ich hätte alle gerne öfter gesehen.
Und nein ,das ist kein Statement gegen Fuchsberger ,er war unbestritten eines DER Aushängeschilder der Serie und hat das gespielt was man von ihm sehen wollte . Aber andere Besetzungen habe der Serie (aus heutiger Sicht ) sehr gut getan.

murphy78 Offline



Beiträge: 7

31.12.2018 12:43
#185 RE: Wallace der Woche (08): Der Fälscher von London (1961) Zitat · Antworten

Genau das ist auch meine Meinung. Fröbe leider nur ein Wallace Film das ist echt schade.
Ich denke der Schauspieler wäre auch nach dem internationalen "007: Goldfinger" - Erfolg bestimmt zu teuer
gewesen in Sachen Gage für die Wallace Produktionen.

Giacco Offline



Beiträge: 2.322

31.12.2018 13:12
#186 RE: Wallace der Woche (08): Der Fälscher von London (1961) Zitat · Antworten

Anfangs fand ich den "Fälscher" ziemlich altbacken und dröge. Mittlerweile gehört er zu den Wallace-Filmen, die ich mir immer wieder gerne anschaue. Es macht jedesmal Vergnügen, mitanzusehen wie der Inspektor die "Bösen" mit ihren Fallen und Intrigen ins Leere laufen lässt.
Martin Böttchers Musik, die durchaus ein wohliges Gruseln erzeugt, ist passend und spannungsfördernd. Härtere musikalische Töne hätten nicht zur Stimmung des Films gepasst. Da hat Böttcher genau den richtigen Ton getroffen. Hellmut Lange ist eindeutig die richtige Besetzung für die Rolle des Peter Clifton. Der hier bereits alternativ genannte Hanns Lothar ist zweifelsohne ein hervorragender Schauspieler. Ob er jedoch zusammen mit Karin Dor so gut als Paar harmoniert hätte, wage ich zu bezweifeln. Insofern hat man meiner Meinung nach alles richtig gemacht.

patrick Offline




Beiträge: 3.244

31.12.2018 15:19
#187 RE: Wallace der Woche (08): Der Fälscher von London (1961) Zitat · Antworten

Zitat von schwarzseher im Beitrag #17
Zitat von Edgar007 im Beitrag #16
Zitat von patrick im Beitrag #15
Von mangelnder Abwechslung kann man ab 1969 sicher nicht mehr sprechen. Dass dies der Reihe Gut getan hat, kann ich aber nun wirklich nicht unterschreiben

Das waren auch keine "echten" deutschen Wallace-Filme mehr, sondern Krimis, die in Deutschland unter dem Namen Edgar Wallace vermarktet wurden.

Das meine " Wallace Zeitrechnung " mit bzw. vor dem "Gesicht im dunkeln" aufhört ist ja allgemein bekannt ( und hier auch schon oft diskutiert )Ich habe diese Filme auch konsequent aus meiner kleinen Sammlung entfernt.
Beim "Fälscher " freut mich die doch durchgehent gut Bewertung .
Die überzogene Kritik "Romanzenseligkeit/Film der Kleindarsteller "kann ich nur mit Überraschung lesen. Zu dieser Zeit war man ja schon froh über jeden Wallace ohne Fuchsberger ( und seine im Grunde immer gleiche Rolle bis zum händchenhaltenden Schluss )Die Abwechslung die Schauspieler wie Gerd Fröbe ,C Lee oder hier eben H. Lange und de Kowa in die Reihe bringen sind doch aus heutiger Sicht ein absoluter Glücksfall.Ich hätte alle gerne öfter gesehen.
Und nein ,das ist kein Statement gegen Fuchsberger ,er war unbestritten eines DER Aushängeschilder der Serie und hat das gespielt was man von ihm sehen wollte . Aber andere Besetzungen habe der Serie (aus heutiger Sicht ) sehr gut getan.


Auch für mich hört die Reihe 1968 auf. Die späteren Filme stehen auch in meinem Regal nicht und ich habe trotzdem nicht den Eindruck der Unvollständigkeit.

Dass Helmut Lange mir in der Rolle ausgesprochen gut gefällt kann ich auch nur nochmal bekräftigen. Natürlich hat er bei mir schon als "Lederstrumpf" einen Stein im Brett. Aber gerade bei Wallace hätte ich ihn auch gern noch öfter gesehen. Sein markantes Äußeres und die sich von Fuchsberger und Drache deutlich unterscheidende Darstellung bieten doch eine sehr willkommene Abwechslung. Auch die anderen Darsteller, die im Fälscher ihr einmaliges Gastspiel gaben, bringen auf angenehme Art frisches Blut in die Reihe.

Havi17 Offline




Beiträge: 3.700

31.12.2018 15:23
#188 RE: Wallace der Woche (08): Der Fälscher von London (1961) Zitat · Antworten

Deine Ausführungen zu Helmut Lange kann ich nur bestätigen, auch mir ist "Lederstrumpf"
in markanter Erinnerung.

Gruss
Havi17

Dr.Mangrove Offline




Beiträge: 106

31.12.2018 18:01
#189 RE: Wallace der Woche (08): Der Fälscher von London (1961) Zitat · Antworten

Der Film wurde (zumindest früher) bei den häufigen Ausstrahlungen immer etwas stiefmütterlich behandelt und ich habe ihn tatsächlich erst recht spät entdeckt - ähnlich wie die Orchideen und das Verrätertor.
Auch für mich einer der besten EW-Filme - und mal wieder ein Beweis, dass Reinl Qualität abliefert, was man von Vohrer nicht immer sagen kann.

Karin Dor kommt mir allerdings etwas zu zickig am Anfang rüber - wenn sie Peter nur heiratet, um ihrem armen Onkel und sich selbst zu helfen, dann sollte sie ihre Laune nicht ausgerechnet an ihrem Mann auslassen, der sie nicht zur Hochzeit gezwungen hat... plötzlich erfährt sie dann eine Wandlung und ist die liebevolle Ehefrau - eine etwas schnelle Wandlung für mich.

Der Auftritt von Arent ist komplett sinnlos - immerhin nicht ganz so nervend. Wie schon weiter oben jemand schrieb, ist die Richthofen als Mrs. Unterson eine veritable Nervensäge und spielt selbst eine Verrückte so übertrieben, dass es wie eine Parodie wirkt. Beiger, Offenbach und vor allem de Kowa spielen herrlich schmierige Rollen (bei de Kowas Biografie fällt es mir allerdings schwer, da nur eine Rolle zu sehen...).

Die Filmmusik von Martin Böttcher finde ich schon gut und kann die Kritik mit "Easy Listening" nicht ganz nachvollziehen. Wenn man die eher experimentelle Musik von Heinz Funk oder Oskar Sala mal weglässt, haben die anderen Filmmusiken ja auch ziemlich locker geklungen. Ich finde bloß, dass sie ein Stück zu sehr nach Pater Brown klingt...

schwarzseher Offline



Beiträge: 626

31.12.2018 18:33
#190 RE: Wallace der Woche (08): Der Fälscher von London (1961) Zitat · Antworten

Tja.....manchmal ist weniger mehr.Frau Richthofen trägt eindeutig zu dick auf.Ein weiteres gutes Beispiel ist für meine Begriffe Hubert von Meyerinck
der auch (fast) immer in die Parodie abgleitet.Ob man sich mit diesen Besetzungen unbedingt einen Gefallen getan hat ?Aber damals ging es wohl irgendwie oft nicht anders ? Zieht sich ja durch fast alle Filme.

Tremor Offline



Beiträge: 129

31.12.2018 23:32
#191 RE: Wallace der Woche (08): Der Fälscher von London (1961) Zitat · Antworten

Achtung: Dieser Text enthält Spoiler.

Meiner Meinung nach ist wohl kein Wallacefilm so schlecht gealtert wie dieser.
Dass jeder Name deutsch ausgesprochen wird, ärgert. Die eingeblendeten Pferderennszenen zu Beginn heben sich technisch zu sehr von den eigentlichen Filmaufnahmen ab, Richthofen und de Kowa betreiben Overacting (was besonders bei letzterem doch sehr an der Glaubwürdigkeit kratzt), es gibt zu viele Synchronsprecher für zu wenige Rollen und am allerschlimmsten:
Das Drehbuch wirkt unfertig.
Zunächst mal ist es seltsam, dass sich die typische Wallaceschönheit für einen Verwandten (im Roman: Ihren Vater) prostituieren will (sogar einschließlich Eheschließung) - was aber zugegebenermaßen wohl der Vorlage geschuldet ist - und dann lässt der Film massenhaft Fragen unbeantwortet.
Z. B.:
Wozu signiert Wells seine Geldscheine und warum bringt er ausgerechnet eine solche Fälschung in Umlauf? Warum nimmt der Gerissene den Namen seines Handlangers Blonberg an? Weshalb hat John Leith seine Staffelei in einem Irrenhaus? Weshalb wird er mittendrin als vermeintliches Mitglied der Verbrecherbande geoutet? Warum tötet Wells Radlow? Woher weiß der Gerissene, dass sich Wells und Unterson gegenseitig erschießen? Was hätte er getan wenn nicht? Woher wissen die Cliftons und Bourke, wann und wo sie dem Gerissenen auflauern sollen? Wofür (von Widerstand gegen die Staatsgewalt mal abgesehen) wird Leith letztendlich konkret verhaftet (gibt es denn urplötzlich irgendwelche Beweise gegen ihn)?

Der Film hat zweifellos so seine Pluspunkte (Karin Dor, Hellmut Lange, Robert Graf, die tolle Titelmusik, gutgewähle Locations), aber leider auch Schwächen, die ich schwer ignorieren kann.

greaves Offline




Beiträge: 582

01.01.2019 20:30
#192 RE: Wallace der Woche (08): Der Fälscher von London (1961) Zitat · Antworten

Der Fälscher von London


An diesen Film kann ich mich noch ziemlich gut erinnern als er damals auf Sat 1 lief..Sonntag s wurden meistens alle Filme vom Vorabend wiederholt.

Als Fälscher von London habe ich mich kürzlich selbst auch gefühlt ,da ich über Silvester auch in London war und gemerkt habe, dass ich zum Teil noch ältere Pfundnoten besass und mit Schrecken feststellen musste,dass bei meinen Einkäufen die Banknoten garnicht angenommen werden wollten....Okay dann habe auch ich mal mit der Bank of England Bekanntschaft gemacht

Zum Film:

Siegfried Lowitz,Karin Dor,Mady Rahl passen wie immer gut besetzt in die Wallace Serie.Schade dass Ulrich Beiger das letzte mal bei einem Edgar Wallace dabei ist..
Er hätte sicher noch in der s/w Ära bis zum unheimlichen Mönch noch gute Rollen gespielt/eingesetzt werden können.

Eddi Arent war in dieser Zeit sicher schon das Maskottchen der Reihe und man konnte /wollte in dieser Zeit sicher nicht verzichten.Wie es aussieht quetschte man ihn noch kurz in den Fälscher.Obwohl er 1961 in anderen Schlager/Unterhaltungsfilmen gebucht war..

Siegfried Lowitz gefällt mir hier von seinen Edgar Auftritten am besten.Hier spielt er einfach sehr sympathisch .

Nach mehrerem anschauen des Film s bekam ich von Zeit zu Zeit immer mehr gefallen an ihm und er bleibt bis zum Schluss spannend.
Erst gegen Ende weis man auf welche Seite es mit Helmuth Lange geht. (Mehr Wallace Auftritte brauchte er in meinen Augen nicht und es ist gut so wie es ist).

Was mir auffällt ist,dass man viele Darsteller und Nebendarsteller hier ,vom Frosch,Augen,Bogenschütze und der Bande vereint hat .

Die Drehorte sind gut gewählt ,wie zum Beispiel die Speicherstadt in Hamburg (in der ich letztes Jahr nach langer Zeit wieder einmal war)
Was Innenaufnahmen angeht,erkennt man das Büro von Blacky Fuchsberger aus den Toten Augen wieder
1.nach den Titelcredits/Musik wo die falsche Banknote von zwei „Spezialisten „untersucht wird und Lowitz dann dazukommt und das 2.mal gegen Ende des Films sieht man es dann noch einmal .

Die Musik von Böttcher ist und bleibt ein rechter Ohrwurm für mich und gehört zu seinen besten für Wallace überhaupt.

Für mich zählt der Fälscher von London zu den besseren Wallace Filmen


Ich gebe ihm 4 von 5 Punkten

Jan Offline




Beiträge: 1.752

02.01.2019 14:14
#193 RE: Wallace der Woche (08): Der Fälscher von London (1961) Zitat · Antworten

Der Fälscher bietet sicherlich alles in allem einige gelungene Momente. In seiner Machart eher ruhig angelegt, vermeidet er allzu viele Derbheiten, verzichtet auf den Grusel aus schräger Maskerade wie beim Frosch oder bedrohlicher Stumpfheit wie beim Blinden Jack aus den Augen. Überhaupt hält der Fälscher mit dem Hauptverbrecher und seinen Handlangern reichlich hinter dem Berg. Der "Gerissene" verschanzt sich - vielleicht etwas zu sehr mabuselike - hinter einem riesigen Spiegel und empfängt seine Vasallen wie der Doktor seine Patienten. Dieses Bohei verfehlt seine Wirkung nicht, wenngleich es eher zu gewaltigen Verbrecherorganisationen passen mag als zu einem künstlerisch veranlagten Einzelverbrecher, der sich einiger weniger bedient, um die Moneten in Umlauf zu bringen.

Ein skurriles Pärchen geben stets Mutter und Sohn Antersson und Hale ab. So schauderhaft sich die eine (Sigrid von Richthofen) durch die Szenerie schlägt, so bravourös tritt der andere (Robert Graf) auf. Es wundert nur, warum Regisseur Harald Reinl gerade bei allen Auftritten der Frau von Richthofen offenbar gerade auf der Toilette war, als selbige das zu verbrechen vermochte, was sie wohl als Schauspiel identifiziert haben dürfte. In jedem Fall bleibt dem Zuschauer hier im Wesentlichen mal die Schamesröte im Gesicht zurück, wenn der "Gerissene" sie endlich - aber leider für die strapazierten Nerven dann doch zu spät - zur Strecke bringt. Robert Graf hingegen darf sich nicht nur in seiner Rolle als verschmähter Liebhaber suhlen, ihm billigt das über weite Strecken ansonsten mit reichlich altbackenen Dialogen daherkommende Skript die wunderbare Wortschöpfung des "Kitschpostkartenpicasso" zu, welche erst einmal fehlerfrei gesprochen werden will.

Gleichermaßen ungewöhnlich mutet die Besetzung des Dr. Wells mit Victor de Kowa an. Neben Robert Graf glasklar das zweite schauspielerische Schwergewicht in diesem Film. de Kowa spielt so, wie man es erwarten durfte und sattsam vor allem von Stewart Grangers Auftritten als Old Surehand kennt: So ironisch wie nur irgend möglich, so distanziert wie gerade noch erträglich. Seine zahlreichen Freunde vom Theater des Westens und dem Wiener Burgtheater sollten es schon mit dem Vorschlaghammer beigebracht bekommen, dass der scheinheilige Doktor hier letztlich dem Broterwerb und nicht der Kunst geschuldet ist. Gleichwohl oder vielleicht sogar gerade deswegen schwingt in de Kowas Interpretation eine Überheblichkeit mit, die der Rolle gut tut und die den Fälscher tatsächlich an diesem Punkt zu etwas besonderem macht. War Gert Fröbes kaum minder besonderer Auftritt im Bogenschützen noch von zwar sehenswerter aber letztlich doch drastischer Exposition geprägt, bleibt de Kowa seiner eleganten Linie treu, ohne zu vereiteln, dass das alles hier völlig unter seiner Würde ist.

Die übrigen Darsteller sind entweder weithin besprochen oder letztlich nicht der Rede wert. Joseph Offenbach, Meister des Grimassierens, blickt in jeder zweiten Einstellung verzerrt an Karl Löbs wunderbar geführter Kamera vorbei, Walter Rilla spielt das, was er immer spielte - nämlich den feinen Herrn mit Fliege und Unternehmerhut -, Otto Collin muss eine miese Synchronisation über sich ergehen lassen und Mady Rahl rettet die betuchte Doktoren-Gattin 1:1 aus selig bekannten Heimatfilmen in die Wallace-Serie herüber. Was bleibt, sind die Hauptakteure, von denen letztlich keiner der drei restlos zu überzeugen vermag. Siegfried Lowitz geht gegenüber seinem Frosch-Auftritt der Charme und das Spitzbübische ab, schlimmer noch schwingt bei ihm stets etwas Altväterliches mit. Hellmut Lange vermag kaum, den gesamten Film über sowohl Bedauern als auch Mitleid der Zuschauer auf sich zu vereinen. So bleibt als letztlich noch am ehesten überzeugender Part die Regisseurs-Gattin Karin Dor, deren sich wandelnde Absichten fein dosiert dargereicht werden ohne dabei in einen Schweinsgalopp zu verfallen.

Als überaus gelungen können einmal mehr die typischen Karl-Löb-Bilder gelten, grell von schräg unten beleuchtete Darsteller in der Großaufnahme, leicht schauerliche Totalen, die nur die Umrisse von irgendwas zeigen, behutsame Fahrten durch lange Gänge und Gemäuer. Dazu der tatsächlich ohrwurmgleiche Sound von Martin Böttcher, der, vergleicht man mit den bis dato erschienenen Filmen, erstmals so etwas wie eine gefällige Wiedererkennbarkeit verbreitet.

Alles in allem ist Harald Reinl zwar kein typischer Reißer mit flotter Inszenierung gelungen, jedoch bleibt festzuhalten, dass auch die etwas gemächliche Gangart ihre Reize hat und den Fälscher zu einem durchaus atmosphärisch verdichteten Schauerspiel werden lässt. Leider meint es das Drehbuch nicht an allen Stellen besonders gut. Es wird tatsächlich "ge-petert" statt "ge-pietert" - bisweilen noch in zwar korrekter aber doch urdeutscher Darreichungsform ("Ich bin ein Freund Peters"). Die Dialoge wirken beispielsweise bei der Hochzeitsfeier steif und gekünstelt, alles in allem weit weg von britischer Coolness oder gar süffisanter Derbheit.

Dennoch: "Der Fälscher von London" weiß auf seine Weise mit Optik, Musik und dem im wahrsten Wortsinne blendenden Viktor de Kowa durchaus zu unterhalten. Harald Reinl kann nicht wirklich an seine ersten beiden Arbeiten anknüpfen, schlägt sich aber mit behutsamer Vorgehensweise durchaus wacker, um aus dem streckenweise altbackenen Buch und dem nicht lückenlos überzeugenden Ensemble doch noch einen sehenswerten Kinofilm zu machen. Sicher kein Highlight der Serie, sicher aber auch kein Hinterbänkler. Ich vergebe 3,5 von 5 Punkten.


Gruß
Jan

Tremor Offline



Beiträge: 129

02.01.2019 20:40
#194 RE: Wallace der Woche (08): Der Fälscher von London (1961) Zitat · Antworten

Sorry, ich meinte natürlich "zu wenige Synchronsprecher für zu viele Rollen" - nicht umgekehrt.

Ray Offline



Beiträge: 1.879

03.01.2019 00:18
#195 RE: Wallace der Woche (08): Der Fälscher von London (1961) Zitat · Antworten

Auch bei der diesmaligen Sichtung hat mir der Film wieder sehr gut gefallen. Dass Lowitz und Dor "gemeinsame Sache" machen, empfinde ich nicht als Schwäche, sondern eher als Stärke des Films, da man eine derartige Konstellation, dass Inspektor und "verfolgte Unschuld" der Hauptfigur "aus der Patsche" helfen, sonst aus Wallace-Filmen nicht kennt. Lowitz agiert ungemein sympathisch und schlitzohrig und man hätte sich gewünscht, dass er sich das ein oder andere Quäntchen mehr davon in seine "Alte"-Rolle hinübergerettet hätte. Karin Dor hat in der Tat eine für damalige Verhältnisse sehr dankbare Rolle. Sie hat eine hohe Leinwandpräsenz, darf diverse Kleider und Frisuren zur Schau stellen, bedient den Beschützerinstinkt des männlichen Publikums, offenbart jedoch auch Tat- und Entschlusskraft, welche auch beim weiblichen Publikum für nötige Sympathien gesorgt haben dürften. Inzwischen ist sie vom naiven Mädchen, das sie in "Bande" verkörperte, zur jungen Frau gereift und strahlt jene Grazie aus, die sie im Gruselkrimi so einzigartig macht. Die Rolle des Peter Clifton war aus Sicht der Produktion gewiss eine äußerst schwer zu besetzende, weil man dem Film je nach Besetzung eine andere Richtung gegeben hätte. Hätte man z.B. wieder auf Fuchsberger zurückgegriffen, wären wohl auch weniger geübte Krimizuschauer, die kein "Whodunit-Diplom" besitzen, sofort darauf gekommen, dass Clifton nicht der Täter sein kann. Lange gelingt es dank seiner Unverbrauchtheit, seines markanten Aussehens und seines bewusst ungeschickten Agierens speziell Jane gegenüber zumindest bei der Erstsichtung Restzweifel zu erhalten. Das Ganze geht freilich ein wenig auf Kosten der Romantik, denn insoweit muss man konstatieren, dass die Chemie zwischen Lange und Dor bis zum Happy End ausbaufähig bleibt. Alles in allem halte ich Lange zwar nicht für die Ideal-, jedoch keinesfalls für eine Fehlbesetzung, zumal ich mich schwer tue, eine Alternative zu nennen, der der nötige Spagat besser gelungen wäre. In den allermeisten Fällen hätte die Figur vermutlich in eine Richtung nicht funktioniert. Eine besondere Aufwertung erfährt der Film durch die einmalige Mitwirkung von Robert Graf und Viktor de Kowa. Grafs Auftritt als Basil Hale ist schon ein Kabinettstückchen für sich und im wahrsten Sinne des Wortes bühnenreif. Sein "Hochzeitscrasher" hat große Klasse und man hätte ihn nur zu gerne öfter in einem Wallace-Film gesehen, zumal er aufgrund seiner Wandlungsfähigkeit für verschiedene Rollentypen in Frage gekommen wäre. Viktor de Kowa agiert ähnlich wie später als Slim Callaghan mit offenkundiger Spiellaune, seine Art wird stets polarisieren, mir gefällt sie. Wo wir gerade bei Männern mit Attitüde sind: Ulrich Beiger gibt einen eher unspektakulären Ausstand aus der Wallace-Reihe. Dennoch sei noch einmal hervorgehoben, dass er zu den erinnerungswürdigsten Nebendarstellern der Reihe gehört. Durchaus berechtigte Prügel muss allerdings Sigrid von Richthofen einstecken, die mitunter arg übers Ziel hinausschießt, wenngleich sie im Ansatz durchaus amüsant ist. Otto Collin ist in erster Linie ein Opfer seiner Synchronisation.

Harald Reinl inszeniert ungemein reif und sauber, man merkt, dass es sich nicht um den ersten Film dieses Genres für ihn handelt. Die Bilder in und ums Schloss herum sorgen für traumhafte Märchenkrimi-Stimmung, auch die Szenen zu Anfang in Bourkes Büro und im Schloss, insbesondere, wenn die Dienerin im langen Gang Jane entgegenkommt, sind sehr stimmungsvoll ausgeleuchtet. Martin Böttcher liefert einen ihm typischen Ohrwurm-Score, der zu den besseren, aber nicht zu den allerbesten der Reihe zu zählen ist. In Bezug auf den Inhalt fällt selbst in dieser Phase natürlich ins Auge, wie lange die Handlung ohne Tote auskommt. Doch trotz der gemächlichen Entwicklung der Story kommt durch die stilsichere Inszenierung und den sehr guten Cast keine Langeweile auf. Die Auflösung ist relativ schlüssig und lässt sich bei wiederholten Sichtungen sehr gut nachvollziehen. Die Indizien, die in Richtung des Täters weisen, wurden schon genannt. Nicht mehr klar war mir, dass Dr. Wells offenbar die Tötungen ausgeführt hat. Unklarheit herrscht bei mir traditionell, von welchem Mann Jane in der ersten Nacht heimgesucht wird. Ist das auch Wells oder Basil Hale? Clifton kann es nach dem Verlauf der Handlung ja nicht sein.

Für diesen ob seiner Besetzung und gemächlichen Herangehensweise sehr eigenständigen Wallace-Krimi vergebe ich ebenfalls gerne die Höchstwertung von 5 Punkten.

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