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Count Villain Offline




Beiträge: 4.616

26.02.2019 06:38
#196 RE: Wallace der Woche (15): Der schwarze Abt (1963) Zitat · Antworten

Zitat von Gubanov im Beitrag #24
Arent sehe ich zu keinem Zeitpunkt in der Rolle (die auch keineswegs liebenswürdig-versponnen angelegt ist); er hätte auch nicht die darstellerische Kapazität dafür gehabt.


Das war auch mehr als Anspielung auf die zukünftige Entwicklung der Reihe in Bezug auf Arents Rollen gedacht als auf Arents schauspielerische Qualitäten, wobei man die auch nicht unterschätzen sollte.

Jan Offline




Beiträge: 1.753

27.02.2019 23:05
#197 RE: Bewertet: "Der schwarze Abt" (1963, 13) Zitat · Antworten

Zum ersten "Kutten-Beitrag" der Reihe fällt mir zumeist nicht besonders viel ein. Der Film tut nicht weh, setzt aber auch nicht die Akzente, die man aus der Verbrecherfigur hätte herausholen können. So oder so: Es ist fast schon eine Binsenweisheit, die eben auch den Abt trifft, wenn festgehalten werden muss, dass der so fähige Regisseur Gottlieb vom offenbar weniger bewanderten Drehbuchautor Gottlieb die Beine weggezogen bekommt. Das Bemühen um inhaltliche Andersartigkeiten und Abhebung vom bis dato Entstandenen ist auch dem Abt-Drehbuch kaum abzusprechen. Die vielgescholtene Dramaturgie - sie funktioniert einfach nicht in Gänze. Bei aller Liebe für's Abweichen von ausgetrampelten Pfaden, bleiben die Schwankungen im Tempo des Drehbuches zu eklatant, als dass man darüber einfach hinwegsehen könnte. Auch wenn Gottlieb alles daran setzte, die mauen Phasen der Vorlage durch optische Einfälle (wie immer erste Liga: Richard Angst) zu kompensieren, bleibt am Ende ein wenig homogener Film übrig.

Aufgrund des charmanten Böttcher-Sounds, der tollen Kameraarbeit und der zahlreichen Darsteller mit reichlich Spiellaune bleibt dennoch durchaus auch etwas im Plus zu verzeichnen. Träte der Kuttenmann nicht gleich im Doppelpack auf und wäre er mit etwas mehr Gespür für Grusel und Schauer optisch umgesetzt worden, wäre aus diesem Film tatsächlich erheblich mehr herauszuholen gewesen.

Fazit: Ein echter F.J.-Gottlieb-Film mit bemühtem aber letztlich nicht überzeugendem Buch. Zumindest schauspielerisch und in puncto Musik dennoch durchaus annehmbar. 3,5 von 5 Punkten gibt's dafür.

Andreas Offline




Beiträge: 435

02.07.2019 15:29
#198 RE: Bewertet: "Der schwarze Abt" (1963, 13) Zitat · Antworten

Der ABT gehört zu meinen größten EW Enttäuschungen. Er beginnt spannend, die Musik ist toll wie auch die Schauspieler, aber dann... Wie man aus einem so tollen Stoff einen so langweiligen Film drehen kann, das verstehe ich nicht. Das Grusel- und Spannungsversprechen wird nicht eingelöst. Das Finale ist merkwürdig, unverständlich, und leider auch uninteressant. Von mir gibt es für den tollen Beginn und die schöne Musik 2/5 Punkten.

Count Villain Offline




Beiträge: 4.616

04.08.2019 18:14
#199 RE: Wallace der Woche (15): Der schwarze Abt (1963) Zitat · Antworten

Der schurkische Nachschuss: Gothic-Wallace-Atmosphäre in Reinform täuscht in ansprechender Weise darüber hinweg, dass man es hier mit einem harmlosen und reichlich konfusen Streifen zu tun hat. 3,5 von 5 Punkten.

Savini Offline



Beiträge: 756

21.04.2021 15:11
#200 RE: Wallace der Woche (15): Der schwarze Abt (1963) Zitat · Antworten

Zunächst etwas zu einer früheren Diskussion:

Zitat von patrick im Beitrag #185
Zitat von Dr.Mangrove im Beitrag #183
- Warum verkleidet sich Kinski überhaupt als Abt, macht er dies auf eigene Rechnung oder gehört dies zum Auftrag von Gilder?

Um die Legende aufrecht zu erhalten und lästige Leute wie Smooth fernzuhalten.
Zitat von Dr.Mangrove im Beitrag #183
- Warum mimt Fuchsberger ebenfalls den Abt? Was hat er davon?

Er will seiner verwirrten Tante helfen, die an das Lebenselexier des Abts glaubt.



Ich glaube, hier liegt ein Missverständnis vor: Zuerst hat Dick Alford sich als Abt verkleidet (aus dem bereits genannten Grund); Thomas hat sich erst danach ebenfalls verkleidet (siehe Puddlers Bemerkung über den "falschen" und den "richtigen" schwarzen Abt). Letzterer scheint das aber nur getan zu haben, wenn er einen Mord eingeplant hatte, um (falls es Zeugen geben sollte) diesen dem Phantom anzulasten; beim einfachen Herumspionieren (als er etwa das Treffen von Lady Chelford mit dem "richtigen" Abt beobachtet) ist er ja nicht kostümiert.


Zitat von Dr.Mangrove im Beitrag #183
- Woher hat Mary Wenner eigentlich den Zugang zum Schatz? Jahrhundertelang liegt er herum - und keiner konnte ihn finden.

Sie befand sich ja in Harrys Umfeld, hat dort sicher herumgeschnüffelt und war wohl schlauer als er.[/quote]

Möglicherweise hat sie beim Durchstöbern alter Chroniken oder Dokumente den Plan gefunden und ihn ihrem Arbeitgeber zunächst vorenthalten. Wobei sie möglicherweise erst dem Lord den Plan geben wollte (sie möchte ja bei ihrem ersten Auftritt mit Harry sprechen, was Thomas verhindert) und sich dann erst verärgert an Arthur Gine wandte.


Zitat von Dr.Mangrove im Beitrag #183
- Hätte man die schlecht verdeckte Falltüre nicht vorher finden können? Gerade Lord Chelford mit seiner unermüdlichen Suche?

Hat schlicht und einfach dramaturgische Gründe.[/quote]

Daneben scheint seine Suche nach dem Schatz eher darin zu bestehen, in alten Büchern etc. zu suchen - er ist eben Theoretiker.
Zitat von Dr.Mangrove im Beitrag #183
- Woher hat Gine denn erfahren, wo die Falltür ist?

War eben auch ein Pfiffikus.[/quote]

Als er Gilder mit Marys Ermordung konfrontiert, erwähnt er, dass die beiden kurz zuvor auf der Suche nach dem Schatz gewesen seien. Man kann also davon ausgehen, dass er sie schon einige Zeit vor dem Schuss beobachtet hat - und daher von der Falltür wusste.

Zitat von Dr.Mangrove im Beitrag #183
- Welche Daseinsberechtigung hat Leslie Gine? Nur damit eine "Jungfrau in Nöten" eingearbeitet wird?

Ein weiblicher Aufputz war eben üblich.[/quote]

Zumal es ohne ihre Verlobung mit Harry weder Mary Wenners Angebot an Gine noch Gilders Erpressung in dieser Form geben würde. So hat sie dramaturgisch durchaus eine Funktion, auch jenseits der "damsel in distress" am Ende.
Zitat von Dr.Mangrove im Beitrag #183
- Wie kommt ein Inspector eigentlich dazu, sich samt Assistenten einfach in einem Schloss einzuquartieren - noch dazu ohne erkennbare Ermittlungstätigkeit?

Das gleiche haben wir ja auch bei Margarethe Rutherfords Miss-Marple-Filmen.[/quote]

Ich frage mich eher (wie auch bei manchen anderen Filmen der Reihe), warum überhaupt Scotland Yard ermittelt. Bei den Sherlock-Holmes-Geschichten von Arthur Conan Doyle kommt es öfter vor, dass bei Mordfällen in ländlichen Regionen jemand vom Yard ermittelt, weil vor dem Ersten Weltkrieg viele ländliche Regionen keine eigene Kriminalpolizei/Mordkommission hatten. Aber diese Zeiten dürften 1963 schon lange vorbei gewesen sein; siehe etwa die auch aus dieser Zeit stammenden Miss-Marple-Filme, in denen Inspektor Craddock nicht vom Yard ist, sondern anscheinend von der Grafschaftspolizei.
Allerdings kommt es bei der Sherlock-Holmes-Reihe mit Basil Rathbone (die in den 1940ern spielt) auch öfter vor, dass Inspektor Lestrade ermittelt, obwohl er in der jeweiligen Region (Schotland, Northumberland) kaum zuständig sein dürfte.

Dr. Oberzohn Offline



Beiträge: 645

21.04.2021 15:43
#201 RE: Wallace der Woche (15): Der schwarze Abt (1963) Zitat · Antworten

Zitat von Savini im Beitrag #200
Ich glaube, hier liegt ein Missverständnis vor: Zuerst hat Dick Alford sich als Abt verkleidet (aus dem bereits genannten Grund); Thomas hat sich erst danach ebenfalls verkleidet (siehe Puddlers Bemerkung über den "falschen" und den "richtigen" schwarzen Abt). Letzterer scheint das aber nur getan zu haben, wenn er einen Mord eingeplant hatte, um (falls es Zeugen geben sollte) diesen dem Phantom anzulasten; beim einfachen Herumspionieren (als er etwa das Treffen von Lady Chelford mit dem "richtigen" Abt beobachtet) ist er ja nicht kostümiert.


Zitat von Savini im Beitrag #200
Zumal es ohne ihre Verlobung mit Harry weder Mary Wenners Angebot an Gine noch Gilders Erpressung in dieser Form geben würde. So hat sie dramaturgisch durchaus eine Funktion, auch jenseits der "damsel in distress" am Ende.

Auf diese und andere angesprochene Fragen gibt eigentlich eher das Buch von Wallace Auskunft. Das wollte ich eigentlich schon länger mal besprechen, nur fehlt mir zur Zeit echt der Antrieb...
Im Prinzip ist der "Echte" schwarze Abt nur dazu da, den psychotischen Harry zu erschrecken und an nächtlichen Ausflügen zu hindern, während Leslie selbstverständlich die holde Jungfrau ist, die zwischen mehreren Männern steht und gewissermaßen ein "Spielball" ist - das ist nun mal typisch Wallace...


Zitat von Savini im Beitrag #200
Ich frage mich eher (wie auch bei manchen anderen Filmen der Reihe), warum überhaupt Scotland Yard ermittelt. Bei den Sherlock-Holmes-Geschichten von Arthur Conan Doyle kommt es öfter vor, dass bei Mordfällen in ländlichen Regionen jemand vom Yard ermittelt, weil vor dem Ersten Weltkrieg viele ländliche Regionen keine eigene Kriminalpolizei/Mordkommission hatten. Aber diese Zeiten dürften 1963 schon lange vorbei gewesen sein; siehe etwa die auch aus dieser Zeit stammenden Miss-Marple-Filme, in denen Inspektor Craddock nicht vom Yard ist, sondern anscheinend von der Grafschaftspolizei.Allerdings kommt es bei der Sherlock-Holmes-Reihe mit Basil Rathbone (die in den 1940ern spielt) auch öfter vor, dass Inspektor Lestrade ermittelt, obwohl er in der jeweiligen Region (Schotland, Northumberland) kaum zuständig sein dürfte.

In den Sherlock Holmes-Geschichten, aber auch in den Wallace-Romanen wird oft darauf hingewiesen, dass Scotland Yard außerhalb Londons hinzugezogen wird, wenn die örtliche Polizei diesbezügliche Unterstützung anfordert. Also wenn die Orts- bzw. Grafschaftspolizei nicht weiterkommt bzw. von vornherein um Hilfe ersucht. So weit ich weiß, hat sich da bis heute nicht dran geändert. Man kann also in den Filmen davon ausgehen, dass dieses Verfahren auch so angewendet wurde, selbst wenn nicht direkt darauf hingewiesen wurde.

Savini Offline



Beiträge: 756

21.04.2021 15:50
#202 RE: Wallace der Woche (15): Der schwarze Abt (1963) Zitat · Antworten

Zitat von Dr. Oberzohn im Beitrag #191
Charles Regnier als Inspektor sieht nicht so furchtbar aus wie im Buch, allerdings fragt man sich wirklich, woher er all seine Ermittlungsergebnisse hat, da er doch nur rauchend herumsitzt und mal zwischendurch nach London fährt, um auf mysteriöse Weise den Mörder von Smooth festzustellen.

Ich frage mich in diesem Zusammenhang eher etwas anderes: Als er Gilder damit konfrontiert, dass dieser Smooth Geld gegeben habe, das dann Thomas erhielt, meint er süffisant, dass er dies "beweisen könnte". Auch in der Welt der Wallace-Filme gilt das Bankgeheimnis, wenn es nicht vorübergehend von "offizieller Stelle" aufgehoben wurde ("Das Rätsel der roten Orchideen") - da stelle ich mir einen "Beweis" schwer vor.
Zitat von Dr. Oberzohn im Beitrag #191
warum Gilder seinen Strohmann Smooth von dem verräterischen Butler Thomas hat umbringen lassen, ist vollkommen unklar, ebenso, wieso er ihn überhaupt zum Rumschnüffeln gebraucht hat, wo doch der Butler viel näher am Geschehen war und ausgereicht hätte.

Dieser Mord wurde schon früher diskutiert, was mich immer gewundert hat, da er für mich relativ gut erklärbar ist. In der Vergangenheit wurde spekuliert, dass Smooth möglicherweise auf eigene Faust nach dem Schatz suchte, als er ermordet wurde. Dask ann man so deuten, aber jenseits davon hätte ich eine andere Erklärung: Zunächst wurde er von Gilder benötigt, um das Nachbarhaus als Strohmann zu erwerben (der Bürovorsteher wollte wohl nicht zu früh Verdacht erregen) und als Kontaktmann zu Thomas zu dienen. Sobald Gilder selbst vor Ort war, wurde Smooth nicht mehr gebraucht, außerdem wusste er zu viel: Ihm waren Thomas´ Vorstrafen bekannt, ebenso auch, dass der Butler ein Spitzel von Gilder war. Das hätte alles gefährdet.
Da gibt es im Rahmen dieser Serie andere Morde, die weit weniger überzeugend motiviert sind oder sogar völlig unsinnig erscheinen (die Auftaktleiche im "Bogenschützen", Feder-Lissy in der "Gruft", Sabrina und der Sergeant in "Im Banne des Unheimlichen", Schwester Elisabeth im "Gorilla").
Zu dieser Zeit war es schon die Regel, dass ein Wallace-Film mit einem Verbrechen beginnen musste; möglichst ein Mord, aber es konnte auch nächtlicher Telefonterror ("GGräfin") oder das Verbreiten von Falschgeld ("Fälscher") sein.
Außerdem wird so immerhin ein überzeugender Grund für die Präsenzder Polizei geboten; im Roman kommt Sergeant Puttler (so heißt er dort) nach meiner Erinnerung nach Fossaway, weil Lord Chelford sich vor dem Abt fürchtet und ein Freund von Dick Alford jemandem vom Yard zur Verfügung gestellt hat.
Zitat von Dr. Oberzohn im Beitrag #191
Arthur Gine hat Mary Wenner erschossen, um seinen Konkurrenten Gilder in Verdacht zu bringen ? Hm, umständlicher geht es auch kaum noch.

Nicht unbedingt, da das nächtliche Herumtreiben auf fremden Grund schon verdächtig genug wären; und die gemeinsame Schatzsuche wäre aus Sicht der Polizei sicher ein gutes Motiv gewesen, um nicht teilen zu müssen. Sicher hätte Gine auch Gilder direkt erschießen können; aber es ging ihm ja um die Wechsel, die er so nicht wiederbekommen hätte. Die waren sicher irgendwo versteckt, wo sie nach einem Mord am Bürovorsteher eventuell gefunden worden wären.

Zitat von Dr. Oberzohn im Beitrag #191
Und dann das ständige Bezeichnen von Pistolen als „Revolvern“, das sollte gestandenen Kriminalisten nicht passieren.

Das kommt bei Sherlock Holmes allerdings auch mitunter vor, da Handfeuerwaffen im Englischen nicht so präzise bezeichnet werden ("gun", "pistol"). Und Agatha Christie lässt ihr Alter Ego Ariadne Oliver an einer Stelle darüber klagen, dass Leser sich beschwerten, wenn sie Pistolen als "Revolver" bezeichne.
Zitat von Dr. Oberzohn im Beitrag #191
Für mich bleibt eigentlich immer unklar, wer nun welches Pergament wo gefunden oder seine sonstigen Kenntnisse über die Lage des Schatzes her hat. Ist ja auch egal.

Für mich ist das nicht so kompliziert: Zunächst hat Mary Wenner einen Plan gefunden, den sie Arthur Gine anbietet und der ihr und Fabian Gilder bei der gemeinsamen Suche als Vorlage dient. In dem Gewölbe finden sie mehrere Behälter, von denen Gilder einen noch an sich nimmt, bevor der Abt beide erschreckt (als sie zum Auto gehen hält er ihn noch in der Hand). Aus diesem dürften die Pläne stammen, die Thomas dann heimlich an sich nimmt und die Puddler bei ihm findet Die übrigen Pergamente hat Dr. Loxon an sich gebracht und zeigt sie bei der Suche am Ende der Polizei.

Zitat von Dr. Oberzohn im Beitrag #191
Der Gothic-Faktor ist beim Schwarzen Abt natürlich nicht zu unterschätzen, doch so tragend ist er nicht unbedingt, wie er hätte sein können. Der dunkelgewandete Geselle tritt einfach zu wenig auf.

Im Roman hat er nach meiner Erinnerung aber auch nicht viel mehr Auftritte.

Savini Offline



Beiträge: 756

21.04.2021 15:59
#203 RE: Wallace der Woche (15): Der schwarze Abt (1963) Zitat · Antworten

Witzig; eine Antwort vom guten Doktor erfolgte bereits während ich dabei war, einen Beitrag von ihm zu kommentieren!

Zitat von Dr. Oberzohn im Beitrag #201
Auf diese und andere angesprochene Fragen gibt eigentlich eher das Buch von Wallace Auskunft. Das wollte ich eigentlich schon länger mal besprechen, nur fehlt mir zur Zeit echt der Antrieb...

Solltest du irgendwann doch dazu kommen, würde es mich sehr interessieren.
Zitat von Dr. Oberzohn im Beitrag #201
Im Prinzip ist der "Echte" schwarze Abt nur dazu da, den psychotischen Harry zu erschrecken und an nächtlichen Ausflügen zu hindern

Das ist mir klar und erschien mir immer als eine relativ schwache Begründung (ebenso wie die Enthüllung, dass sich hinter der "Tür mit den sieben Schlössern" im Buch weder eine Leiche noch ein Schatz, sondern nur ein schlichtes Schulheft verbirgt). Da fand ich die Begründung im Film etwas besser, zumal sie Dick noch edler erscheinen lässt.
Zitat von Dr. Oberzohn im Beitrag #201
In den Sherlock Holmes-Geschichten, aber auch in den Wallace-Romanen wird oft darauf hingewiesen, dass Scotland Yard außerhalb Londons hinzugezogen wird, wenn die örtliche Polizei diesbezügliche Unterstützung anfordert. Also wenn die Orts- bzw. Grafschaftspolizei nicht weiterkommt bzw. von vornherein um Hilfe ersucht. So weit ich weiß, hat sich da bis heute nicht dran geändert. Man kann also in den Filmen davon ausgehen, dass dieses Verfahren auch so angewendet wurde, selbst wenn nicht direkt darauf hingewiesen wurde.

Dass es bei den Geschichten von Arthur Conan Doyle oft so ist, ist mir klar (siehe meinen Beitrag). Allerdings ist es nach meinen Erinnerung bereits in den nach dem Ersten Weltkrieg spielenden Roman von Edgar Wallace meistens so, dass Scotland Yard hinzugezogen wird, wenn der Fall besonders kompliziert erscheint (so auch deine Bemerkung) oder ein Bezug zu einem früheren Verbrechen besteht (der ermordete Sträfling Connor im "unheimlichen Mönch" oder der Bankier Monkford in der "Bande des Schreckens" wären Beispiele dafür).
Ein Toter mit einem Messer im Rücken wäre jetzt nicht SO besonders; und für Geister wäre der Yard auch nicht unbedingt zuständig.

Savini Offline



Beiträge: 756

21.04.2021 16:05
#204 RE: Wallace der Woche (15): Der schwarze Abt (1963) Zitat · Antworten

Zitat von Count Villain im Beitrag #194
- Thomas verübt - aus welchem Grund überhaupt? - ohne Kutte einen Mordanschlag auf Gine, nur um kurze Zeit später mit Kutte Lord Chelford zu verfolgen, (nicht nur) das entbehrt jeglicher Logik

Den Anschlag auf Arthur Gine erkläre ich mir so, dass er diesen am Betreten des Gewölbes hindern wollte (den Schatz wollte Thomas anscheinend selber suchen - mit den gestohlenen Plänen). Dass er dabei nicht verkleidet ist, wäre noch so zu erklären, dass er Kutte und Maske anscheinend nur trug, wenn er einen Mord geplant hatte; hier war er wohl spontan Zeuge und hatte keine Zeit, sein Kostüm zu holen - anders als beim kurz danach erfolgten Anschlag auf Lord Chelford. Das dürfte dann auch der "Auftrag" sein, von dem Gilder zuvor sprach.
Allerdings kann ich mir diesen auch nicht recht erklären: Was sollten Butler und Bürovorsteher davon haben? Auf die Erpressung von Gine hätte das keinen Einfluss. Oder hofften sie, dass dadurch die Veruntreuung ans Licht käme, sobald offizielle Stellen den Nachlass überprüften. Das wäre zumindest ein Grund, wenn auch ein sehr gewundener.
Ehrlich gesagt, ist der Mordanschlag aus meiner Sicht die einzige wirklich gravierende Ungereimtheit in diesem Film; ansonsten erschienen mir die Zusammenhänge beim wiederholten Sehen immer schlüssiger und logischer, während es bei dieser Reihe ansonsten bekanntlich eher umgekehrt ist.

Savini Offline



Beiträge: 756

21.04.2021 22:33
#205 RE: Wallace der Woche (15): Der schwarze Abt (1963) Zitat · Antworten

Nachtrag: Eigentlich wäre ein Anschlag auf Dick Alford ERHEBLICH sinnvoller, sowohl aus Thomas´ als auch aus Gilders Sicht:
1. Alford ist über Gilders Erpressungen informiert
2. er hat angekündigt, die gefälschten Wechsel anzuerkennen, wodurch diese als Druckmittel nichts mehr taugen würden
3. er könnte Thomas entlassen
4. Gilder müsste klar sein, dass der Verwalter bei Leslie ein Rivale ist (Thomas hat ihm das sicher auch mitgeteilt)

tilomagnet Offline



Beiträge: 585

23.04.2021 14:03
#206 RE: Wallace der Woche (15): Der schwarze Abt (1963) Zitat · Antworten

Zitat von Savini im Beitrag #202
Zitat von Dr. Oberzohn im Beitrag #191

[quote=""|p7395293]warum Gilder seinen Strohmann Smooth von dem verräterischen Butler Thomas hat umbringen lassen, ist vollkommen unklar, ebenso, wieso er ihn überhaupt zum Rumschnüffeln gebraucht hat, wo doch der Butler viel näher am Geschehen war und ausgereicht hätte.

Dieser Mord wurde schon früher diskutiert, was mich immer gewundert hat, da er für mich relativ gut erklärbar ist. In der Vergangenheit wurde spekuliert, dass Smooth möglicherweise auf eigene Faust nach dem Schatz suchte, als er ermordet wurde. Dask ann man so deuten, aber jenseits davon hätte ich eine andere Erklärung: Zunächst wurde er von Gilder benötigt, um das Nachbarhaus als Strohmann zu erwerben (der Bürovorsteher wollte wohl nicht zu früh Verdacht erregen) und als Kontaktmann zu Thomas zu dienen. Sobald Gilder selbst vor Ort war, wurde Smooth nicht mehr gebraucht, außerdem wusste er zu viel: Ihm waren Thomas´ Vorstrafen bekannt, ebenso auch, dass der Butler ein Spitzel von Gilder war. Das hätte alles gefährdet.



Ich habe das immer so verstanden, dass Gilder Lord Chelford diesen Mord anhängen wollte. Butler Thomas benutzt ja auch ein Messer aus der Sammlung des Lords, um den Verdacht auf Ihn zu lenken. Als Motiv würde ich annehmen, dass Gilder den Lord bei Leslie und dem Gold aus dem Weg räumen will. Wobei mir nicht klar ist, ob Gilder anfangs (als er das Jagdhaus via Smooth gekauft hat) hinter dem Gold oder hinter Leslie (die er ja über Gine sicher länger kannte) her war.

Als Bonus räumt er mit Smooth noch einen Mitwisser aus dem Weg. Also zwei Fliegen mit einem Mord sozusagen.

Savini Offline



Beiträge: 756

23.04.2021 16:21
#207 RE: Wallace der Woche (15): Der schwarze Abt (1963) Zitat · Antworten

Dass Lord Chelford verdächtig gemacht werden sollte, hatte ich nie so verstanden. Zumal Gilder sich dann wohl kaum die Mühe machen würde, durch Beschaffen der Wechsel Arthur Gine zu erpressen. Dann hätte er auch gleich Harry umbringen lassen können.
Apropos: Der später tatsächlich erfolgte Anschlag durch Thomas wirkt auch deswegen unsinnig, weil Leslie die Verlobung doch bereits gelöst hat.
Ob bei Gilder die Gier nach Leslie oder nach dem Gold stärker war, lässt sich wohl kaum entscheiden.

tilomagnet Offline



Beiträge: 585

23.04.2021 18:19
#208 RE: Wallace der Woche (15): Der schwarze Abt (1963) Zitat · Antworten

Die Wechsel setzt Gilder ja ein, damit Gine den Kuppler für ihn und Leslie spielt. Nur einfach den Lord aus dem Weg zu räumen, hätte wohl nicht gereicht, dass Leslie sein Bett teilt.

Es wäre für Gilder ja "eleganter", wenn er den Lord so aus dem Weg räumen kann, wenn dieser unter Mordverdacht fällt; Hätte er ihn umbringen lassen, dann hätte dies ja auch Ermittlungen zur Folge gehabt mit ungewissem Ausgang. So wäre er den Lord und Smooth in einem Streich losgewesen.

Und der Butler nimmt ja extra ein Messer aus der Sammlung des Lords...gut, kann natürllich sein, dass es halt nahe lag; aber ich meine, das war sicher nicht ohne weitere Hintergedanken.

Savini Offline



Beiträge: 756

23.04.2021 22:43
#209 RE: Wallace der Woche (15): Der schwarze Abt (1963) Zitat · Antworten

Zitat von tilomagnet im Beitrag #208
Es wäre für Gilder ja "eleganter", wenn er den Lord so aus dem Weg räumen kann, wenn dieser unter Mordverdacht fällt; Hätte er ihn umbringen lassen, dann hätte dies ja auch Ermittlungen zur Folge gehabt mit ungewissem Ausgang. So wäre er den Lord und Smooth in einem Streich losgewesen.

Für einen ernsthaften Verdacht hätte aber auch ein für die Polizei überzeugendes Motiv gehört, von dem aber keine Rede ist. Und der Inspektor lehnt es ja auch gleich zu Beginn ab, den Lord auch nur ernsthaft zu verdächtigen.

tilomagnet Offline



Beiträge: 585

24.04.2021 13:27
#210 RE: Wallace der Woche (15): Der schwarze Abt (1963) Zitat · Antworten

Ja gut, dass der Lord nicht ganz Herr seiner selbst ist, ist wohl bekannt. Aber es stimmt, wenn dies der Plan gewesen war, dann war es ein Fiasko.

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